Hautarzt online – eine digitale Praxis

Prof. Dr. med. Kristian Reich, Hautarzt/Dermatologe und Dr. Karoline Jungclaus

Hierbei geht es nicht um das schnelle Abfertigen online, sondern um echte, kompetente dermatologische Krankenversorgung. Besonders für die Dermatologie und hier insbesondere für entzündlichen Hauterkrankungen, wie z.B. einer Psoriasis eignet sich Teledermatologie hervorragend.

Dazu übermittelt der Patient uns ein oder mehrere Fotos sowie einen ausgefüllten Fragebogen. Sämtliche Dokumente werden verschlüsselt übertragen. Bei Bedarf kann zusätzlich ein Chat zwischen uns und dem Patienten eröffnet werden. Wir beurteilen die Fotos und den aktuellen Krankheitsverlauf innerhalb von 48 Stunden. Alle Patienten erhalten einen Arztbericht mit Behandlungsplan, ein Rezept oder können sich ggf. die verordneten Medikamente direkt nach Hause schicken lassen.

Derma2go bietet diesen Service als digitale Praxisplattform einerseits ihren bereits bekannten Patienten an und ist außerdem für Patienten aus Deutschland via derma2go.de erreichbar.

Die Telemedizin ist eine großartige Möglichkeit von guter dermatologischer Versorgung für Menschen, die es nicht leicht haben, selbst einen Arzt aufzusuchen, etwa weil sie familiär oder beruflich stark eingebunden sind. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Derma2Go einerseits von Eltern für ihre Kinder oder von Enkeln, Töchtern und Söhnen für Eltern und Großeltern genutzt wird. Andererseits nutzt insbesondere die Altersgruppe der 25 – 40jährigen die Plattform. Wir glauben, dass diese Altersgruppe, welche schon seit Jahrzehnten Vertrauen in die digitale Welt gefasst und einen zeitlich eng getakteten Alltag hat, die Vorteile der Telemedizin gerne in Anspruch nimmt. In Zukunft wird sich die Inanspruchnahme der Telemedizin hoffentlich noch verschieben und auch von älteren Patienten vermehrt frequentiert werden.

derma2go.com hat dafür eine gesicherte Kommunikationsplattform geschaffen.

Das Besondere: Während der Hautwochen vom 22.04.2024 – 05.05.2024 gibt es die Erstberatung mit den Dermatologinnen auf derma2go kostenlos für alle betroffenen Patientinnen!

„Rheuma? Move Ma!“

BiogenBewegungswoche: Mit „Rheuma? Move Ma!“ mehr Aufmerksamkeit für entzündlich-rheumatische Erkrankungen schaffen

Der diesjährige Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober zielt nicht nur darauf ab, auf entzündlich-rheumatische Erkrankungen aufmerksam zu machen. Er steht auch ganz im Zeichen eines besonderen Mottos: „Rheuma? Move Ma!“ – so heißt die Kampagne von Biogen, die in den Fokus rückt, wie essenziell sportliche Bewegung für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist.

In Deutschland sind circa 1,5 Millionen Erwachsene von einer entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind keine Frage des Alters.

Aufgrund der starken körperlichen Einschränkungen wurde früher empfohlen, dass sich Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen „schonen“ sollen. Doch das ist inzwischen längst vom Tisch. Im Gegenteil: Es ist nicht genug zu betonen, wie sehr Bewegung hilft, die Beweglichkeit aufrecht zu erhalten und das Wohlbefinden zu steigern.

Denn regelmäßige Bewegung stärkt Kraft und Ausdauer und kann zu vielen positiven Entwicklungen beitragen, darunter zum Beispiel der Morgensteifigkeit entgegenwirken, Beschwerden lindern und sogar Entzündungen hemmen.

Ein der Erkrankung angepasstes Bewegungsprogramm, das Spaß bringt – egal ob in einer Gruppe oder allein, setzt zudem Glückshormone frei, was zu einem positiveren Mindset führen kann. Eine wichtige Ergänzung jeder medikamentösen Therapie.
Um noch mehr Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu erzielen und Betroffene sowie Freunde, Angehörige und alle Interessierten zu aktivieren, wurde eine passende Challenge mit dem Motto „Rheuma? Move Ma!“ ins Leben gerufen:Unter dem Hashtag #BiogenBewegungswoche findet diese vom 05. – 12.10.22 statt. Das Tolle daran – Jeder kann dabei sein, Betroffene wie Nicht-Betroffene und auch körperlich eingeschränkte Menschen.

Du willst teilnehmen und dich bewegen? Dann melde dich in der App „fitrockr“ an und tritt der #BiogenBewegungswoche-Challenge bei https://www.meincareplus.de/de_DE/home/welt-rheuma-tag-2022.html

Wie das geht?

Lade dir kostenfrei die Fitrockr App runter. Lege dir einen Account in der Fitrockr App an oder logge dich in deinen bereits bestehenden Account ein und trete der „Rheuma? Move ma!“-Challenge bei.
Verbinde deinen eigenen Fitness Tracker oder dein Handy mit der App und messe deinen Erfolg. Fitrockr schafft es durch einen speziellen Algorithmus auch Sportarten oder Bewegungen zu tracken, die nicht durch z.B. Schritte messbar sind, wie Rudern, Crossfit oder Rollstuhl. Für diese Auswertung werden Daten wie Alter, Gewicht, Größe und Geschlecht in Zusammenhang mit dem tatsächlichen Kalorienverbrauch während der eigentlichen Aktivität gesetzt.
Sammle durch deine Bewegungen so viel Punkte wie du kannst.

Der Vorteil: Die „fitrockr“-App ist kompatibel mit praktisch allen gängigen Fitness-Devices und Smartwatches von Fitbit, Garmin, Polar, Misfit, Withings, Google Fit App und Apple Health.

Es gibt dabei zudem keine Einschränkung in der Bewegungsform – nicht nur Joggen kann gemessen werden, sondern wirklich alle Bewegungsmuster. Dafür sorgt ein spezieller Algorithmus in der App. Dieser kann Sportarten erkennen, die nicht durch Schritte messbar sind, wie bespielweise Rudern, Schwimmen oder Crossfit. Alle Teilnehmer*innen können sich so gemeinsam herausfordern und zu mehr Aufmerksamkeit für Rheuma beitragen.

Mach auch Du bei der #BiogenBewegungswoche mit, schaffe Aufmerksamkeit für entzündlich-rheumatische Erkrankungen und tritt der Aktion unter folgendem Link bei: https://www.meincareplus.de/de_DE/home/welt-rheuma-tag-2022.html

JETZT BEWEGEN!

Auf dem MeinCare+ Patient*innenservice findest du alle wichtigen Infos zu der

BiogenBewegungswoche sowie viele hilfreiche Tipps zu Ernährung, Reisen, Beruf und Karriere, aber auch Informationen zum Thema Sport und Bewegung.

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Dr. Ute Buttgereit – Mind/ Body- Medizin

Heute ist fast allen klar, dass Körper, Seele und Geist sich nicht voneinander trennen lassen – ein untrennbarer Zusammenhang zwischen körperlichen Erkrankungen, Emotionen, Stress und dem sozialen sowie beruflichen Umfeld besteht. Diesen Schwerpunkt betrachtet die Mind/Body- Medizin und setzt genau da mit ihrem Therapiekonzepte an.
Die Mind/Body- Medizin wurde beeinflusst von Aaron Antonovski, einem Medizinsoziologen aus dem letzten Jahrhundert. Er prägte ein Gesundheitsverständnis, in dem jede*r Einzelne Fähigkeiten zur Entwicklung und zum Erhaltungsprozess von Gesundheit in sich hat.
Es geht darum, Fähigkeiten zur Bewältigung der Umstände einer Situation und Krankheit zu entwickeln, zu nutzen und vorhandene individuelle Ressourcen zu stärken. All das findet sich im Begriff der Salutogenese wieder.

Ein weiterer der ersten Mind/Body- Mediziner*Innen ist Jon Kabat Zinn, ein 1944 in den USA geborener Molekularbiologe. Er erarbeitete den Einfluss von Stress und Angst bei Krankheiten heraus und sah einen Zusammenhang zwischen Geist und Körper sowohl im Krankheitsgeschehen als auch in der Heilung.
Krankheiten sind selten monokausal, noch lassen sie sich monokausal therapieren. So entwarf Kabat Zinn spezielle Achtsamkeits-Programme für chronisch Kranke mit Schmerzen, deren Beschwerden unter anderem durch Stress verursacht wurden. Kabat Zinn prägte das Gesundheitswesen weiter durch seine „Stress Reduction Clinic“, das Center for Mindfulness in Medicine, Health Care and Society, und etablierte 8-wöchige MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction)-Kurse. Achtsamkeitsmeditationen, Aufmerksamkeitsübungen und Hatha-Yoga sind dabei elementar.

Antonovskis Verständnis zur Salutogenese und Kabat Zinns Programme prägen die Mind/Body- Medizin: Jeder Einzelne hat aktivierbare Selbstheilungskräfte und individuelle Ressourcen, die zu ihremseinem eigenen Wohlbefinden beitragen können. Jede*r kann selbst diesen positiven Einfluss durch ihre/seine Bewegung, Ernährung, Entspannung, Work-Life-Balance und Achtsamkeit nutzen.

Ein gesundheitsorientierter Lebensstil mit mehr Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge bringt mehr Lebensqualität und Wohlbefinden, was besonders bei chronischer Erkrankung nötig ist.

Auch bei Autoimmunerkrankungen wie werden durch Stress Krankheitsschübe ausgelöst und dass bei chronisch Kranken, die sowie schon ein erhöhtes Stresslevel haben.

Jedoch kann jede/r Einzelne mit Lifestyle-Modellierung Einfluss auf ihr/sein Krankheitsgeschehen und Wohlbefinden nehmen.
Gemeinsam mit Mind/Body- Medizin ÄrztInnen werden für Autoimmunerkrankte zusätzlich zur Leitlinien Therapie individualisierte, personalisierte Therapiekonzepte erstellt. Diese bestehen v.a. aus Stressverarbeitungstechniken, die den Krankheitsverlauf, die Krankheitsprognose und somit die Krankheitsbewältigung verbessern. PatientInnen lernen so, wieder auf sich zu vertrauen und spüren Selbstwirksamkeit!

Dr. Ute Maria Buttgereit, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Mind/Body-Medizin Therapeutin, www.dr-buttgereit.de, www.wellbeinghamburg.de

© Dr. Ute Maria Buttgereit

Sonne genießen? Kann ich.

Basisch-mineralische Sonnenpflege bei Neurodermitis und Schuppenflechte

Wir lieben den Sommer und freuen uns auf lange, sonnige Tage! Doch zu hohe Belastung durch UVA- und UVB-Strahlen kann nachhaltige Gefahren für die Hautgesundheit bergen und langfristige Hautschäden verursachen – und zwar bei jedem Hauttyp. Für Menschen mit Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Psoriasis, spielen zuverlässiger Sonnenschutz und bedarfsgerechte Sonnenpflege eine besondere Rolle. Warum?

Das triggert empfindliche Haut im Sommer

Wer unter einer chronischen Hauterkrankung leidet, der ist aufgrund der bereits geschwächten Hautbarriere, einem zusätzlich erhöhten Risiko für Sonnenschäden sowie auch für Hautreizungen ausgesetzt.

  • Eine geschwächte Hautbarriere ist durchlässiger für eintreffende, schädliche UV-Strahlungen und gibt gleichzeitig vermehrt wertvolle Feuchtigkeit nach außen ab. Darauf kann die Haut sehr empfindlich und gereizt reagieren.
  • Reizende Inhaltsstoffe, beispielsweise in Sonnenschutz oder Pflegeprodukten enthalten, dringen über die Haut ein und irritieren sie zusätzlich.
  • Auch Wärme und Schweiß strapazieren die Haut(-zellen): Durch das Schwitzen werden vermehrt Giftstoffe, Salze und überschüssige Säuren aus dem Körper geschwemmt. Diese lagern sich auf der Haut ab und können das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht der Haut durcheinanderbringen.

UV-Strahlung, Schadstoffe, ungeeignete Inhaltsstoffe von Sonnenschutzprodukten und vermehrtes Schwitzen lösen oft Rötungen und Spannungsgefühl aus. Außerdem können sie einen Krankheitsschub begünstigen.

Was benötigt sensible, pflegebedürftige Haut jetzt?

Besonders bewährt hat sich ein hochverträglicher Sonnenschutz, der die Haut zuverlässig vor UV-Strahlung bewahrt, keine irritierenden oder in die Haut eindringenden Zusatzstoffe enthält und gleichzeitig eine Pflege bietet, die das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht der Haut unterstützt.

Das besondere Wirkprinzip: So funktioniert mineralischer Sonnenschutz

Mineralischer Sonnenschutz beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip, welches Strahlungen natürlich abwehrt: Er enthält winzige Partikel, die sich wie kleine Spiegel auf die Hautoberfläche legen und eintreffende UVA- und UVB-Strahlen unmittelbar zurückleiten. Somit schützen mineralische Filter wirksam, ohne in die Haut einzudringen.

Wichtig bei der Auswahl eines geeigneten mineralischen Sonnenschutzprodukts ist, dass keine Nanopartikel enthalten sind, deren Einsatz als kritisch bewertet wird und die in der Liste der
Inhaltsstoffe durch den Zusatz “(Nano)” kenntlich gemacht werden müssen. Einige mineralische Sonnenschutzprodukte (z. B. SIRIDERMA SUN) verzichten bewusst auf den Einsatz dieser kritisch bewerteten Nanopartikeln.

Einzigartiger Ansatz:  Basen-Balance-Formel zur Entlastung strapazierter Haut 

Um die empfindliche Haut nicht nur vor Sonneneinstrahlung zu schützen, sondern sie auch ihren Bedürfnissen entsprechend zu pflegen, setzt die Sonnencreme von SIRIDERMA auf die einzigartige SIRIDERMA Basen-Balance-Formel und pflegende, rein pflanzliche Öle.

Jetzt für den Sommer bereit machen und SIRIDERMA SUN online kaufen. NIK e.V.-Mitglieder erhalten mit dem Code „SONNE10“ einen exklusiven Sommerrabatt von 10 Prozent.*

* Der Rabattcode gilt bis zum 30.09.2022. Pro Person kann der Code einmal eingelöst werden. Bereits rabattierte Artikel und Kombiangebote sind ausgenommen.



Nice to know

„Der Lichtschutzfaktor 30 schützt bereits zu etwa 97% vor UVB-Strahlen – vorausgesetzt das Sonnenschutzmittel wird richtig angewendet und die Bestrahlungszeit nicht übertrieben. Für die Anwendung des Produktes gilt: rechtzeitig, ausreichend, gleichmäßig, wiederholt.

Für die Bestrahlungszeit gilt es, neben dem Lichtschutzfaktor auch die Eigenschutzzeit der Haut zu beachten:

Hauttyp 1 (nordischer Typ): 3 – 10 Minuten

Hauttyp 2 (keltischer Typ): 10 – 20 Minuten

Hauttyp 3 (mittlerer Typ): 20 – 30 Minuten

Hauttyp 4 (mediterraner Typ): 45 – 60 Minuten

Hauttyp 5 (dunkler Typ): 60 – 90 Minuten

Hauttyp 6 (schwarzer Typ): Über 90 Minuten

Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist der Faktor, um den sich die Zeit verlängert, die man nach der Benutzung eines Sonnenschutzes verlässlich geschützt in der Sonne verbringen kann. Nach dem Auftragen einer Sonnencreme mit LSF 30 kann man also beispielsweise 30-mal länger in der Sonne verweilen als ohne Sonnenschutz. Die einfache Rechnung lautet dabei: Eigenschutzzeit x LSF = Minuten.

Wenn also korrekte Anwendung und Bestrahlungszeit beachtet werden, ist auch der Lichtschutzfaktor 30 mit einem 97%-igen Schutz vor UVB-Strahlen in den allermeisten Fällen ausreichend.“

Interview zum Thema „Raucherentwöhnung“

Interview zum Thema „Raucherentwöhnung“ mit Walter Geiger, Heilpraktiker der Traditionellen Chinesischen Medizin

Wo sehen Sie die Stärken der TCM?

Die Traditionelle chinesische Medizin ist eine ganzheitliche Medizin, das heißt die individuell unterschiedlichen konstitutionellen Anlagen des Menschen stehen immer im Fokus der Behandlung ganz unabhängig von der Krankheit um die es geht. Genau das ist eine der Stärken der TCM.

Um ein Beispiel zu nennen: Viele der Patienten, die von einem schweren Verlauf einer Autoimmunkrankheiten betroffen sind, frieren fast nie, sondern leiden im Gegenteil oft unter innerer Hitze, diese zeigt sich an solchen Symptomen wie großer Durst, innerer Unruhe und starken Nachtschweißen, neben den intensiven Entzündungszeichen an Haut, Gelenken und Darm.

All diese Symptome zeigen, dass, das Feuer (Yang) im Inneren zu stark ist und darunter die Säfte leiden und beschädigt werden, während der Gegenspieler das Wasser (Yin) im Verhältnis zu schwach ist. Dies berücksichtigen wir bei der Behandlung in der chinesischen Medizin.

So sollten diese Menschen nicht nur kühlende, entzündungshemmende chinesische Kräuterdekokte einnehmen, sondern auch ihren Lifestyle so ändern, dass diese Entzündung und innere Hitze nicht noch verstärkt wird. In der Ernährung sind stark gewürzte und gebratene Lebensmittel, sowie auch Alkohol und Kaffee zu meiden um diese innere Hitze nicht zu verstärken. Wobei diese Patienten paradoxerweise meist deftige und würzige Speisen sehr gerne mögen.

Ähnliche Auswirkungen auf die Entzündung haben auch Stress, intensive Emotionen, Überarbeitung oder Schlafmangel. Denn hat man dieses innere Feuer, dann „brennt“ man oft auch für den Job, geht über die eigenen Grenzen, was dann in unserer Leistungsgesellschaft auch noch belohnt wird. Für diese „heißen“ Menschen ist es meist sehr schwierig zu entspannen und zu regenerieren.

Regelmäßige Bewegung, gerne im Grünen, kann dabei helfen, aber auch andere meditative Übungen wie Yoga, Qi-Gong, aber auch Musizieren oder Malen. Körpertherapie wie Shiatsu-Massage, Osteopathie oder besonders auch die Akupunktur sind ebenfalls Möglichkeiten in einen Zustand der Entspannung zu kommen und so das schwache Yin/Wasser zu stützen, um das starke Strahlen des Yang/Feuers zu reduzieren.

Eine „artgerechte Ernährung“ („Ernährungsdoc“ Dr. Matthias Riedl) pflanzenbasiert mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten und Ballaststoffen, ist nicht nur eine antientzündliche Ernährung, sondern stärkt auch das Yin. Rauchen und der dabei entstehende Feinstaub hat ebenfalls das Potential Entzündungsreaktionen im Körper auszulösen und vorhandene Entzündung so zu verstärken. Deshalb bedeutet das Rauchen im Kontext von Autoimmunkrankheiten Öl ins Feuer gießen.

Am 31.05.22 war Weltnichtrauchertag. Vielen Patienten, insbesondere denen mit chronischen Erkrankungen, wird empfohlen mit dem Rauchen aufzuhören. Gibt es im Bereich der TCM Möglichkeiten, Patienten, die nicht mehr rauchen wollen, Unterstützung anzubieten? Falls ja, welche konkreten Maßnahmen wären das?

Es gibt die Möglichkeit mit Akupunktur, speziell der Ohrakupunktur, den Suchtdruck gerade in den ersten Tagen und Wochen gezielt zu reduzieren. Das sogenannte Nada-Protokoll, eine spezielle Akupunktur der Ohrmuschel, ist eine sehr bewährte Methode, die im Drogenentzug, aber auch z.B. in psychiatrischen Kliniken wie am Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) in Hamburg seit über 30 Jahren in Deutschland erfolgreich eingesetzt wird.

Dieses Protokoll dient der Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit. Ich habe vor 30 Jahren die „NADA“ (National Acupuncture Detoxification Association) in Deutschland mitbegründet, nachdem wir 1 Jahr zuvor in der Nähe von Itzehoe den ersten stationären Entzug für Drogenabhängige ausschließlich mit Akupunktur in Deutschland erfolgreich gestartet hatten. Dort wurde für die akute Phase des Entzuges, bzw. in den ersten Tagen und Wochen, Akupunktur 2 mal täglich durch das von mir ausgebildete Pflegeteam angeboten. Dieses Angebot wurde überraschend gut angenommen.

Generell konnten die Entzugserscheinungen wie Schlaflosigkeit, Übelkeit etc. verbessert werden, vor allem aber hatten die Klienten angegeben, dass sich der Suchtdruck damit deutlich vermindern ließ. Die rein körperlichen Symptome beim Nikotinentzug, sind ja eher leicht und nach 2-3 Tagen überstanden, aber das süchtig machende Potential von Nikotin, ist mit dem von Heroin und Kokain durchaus vergleichbar.

Kurze Zeit später entstanden die ersten ambulanten Einrichtungen meist angegliedert an bestehende Beratungsstellen. In der Zwischenzeit gibt es hunderte Kliniken und Beratungsstellen, die die Nada Akupunktur anbieten. In diesen Einrichtungen wird die spezielle Ohrakupunktur das „Nada-Protokoll“ in einem Gruppensetting angewendet. Das heißt, man sitzt in bequemen Sesseln circa 30 Minuten mit den Nadeln im Ohr und nimmt diese dann selbstständig vor einem Spiegel heraus und verlässt den Raum. Im Moment wird die Nada Akupunktur auch in Einrichtungen für traumatisierte ukrainische Flüchtlinge angeboten. Nähere Informationen finden sich unter www.nada-akupunktur.de.

Einige Patienten wünschen sich mehr Unterstützung aus ärztlicher Sicht bei ihrem Vorhaben von der Sucht loszukommen. Sie fühlen sich vielleicht alleingelassen mit diesem großen Vorhaben. Was raten Sie diesen Patienten?

Der Entzug von der Zigarette ist gekennzeichnet von einem hohen Suchtdruck. Gefühlt denkt man dann immerzu ans Rauchen. Dieser Zustand ist in den ersten Tagen und Wochen oft unerträglich. In dieser Zeit hilft die Akupunktur sehr, diesen Suchtdruck zu reduzieren.

Sport gibt ein gutes Körpergefühl, man merkt, dass der Körper sich entgiftet und dass das Blut mit dem Mehr an Sauerstoff einem z.B. mehr Ausdauer beim Joggen verleiht. Man fühlt sich sehr schnell deutlich gesünder und das motiviert, denke ich, am meisten.

Gerade in den ersten Wochen ist es eine gute Idee, aus der gewohnten Routine auszusteigen. Da könnte ich mir auch einen Aufenthalt in einer Wellnessoase oder Ayurvedischen Klinik gut vorstellen. Einfach um die kritischen ersten Wochen zu schaffen. Ein Wanderurlaub, vielleicht auch als Fastenwandern oder ein Mediationswochenende (während der Meditation hat man keinen Suchtdruck!) ist für den einen oder anderen, der darin auch Erfahrung hat, ein guter Einstieg in die Freiheit vom Rauchen. Mir persönlich ist die Raucherentwöhnung spontan nach einem grippalen Infekt gelungen. Mit einer Atemwegserkrankung ist es besonders unangenehm zu rauchen, da sich der Geschmacksinn oft so verändert, dass die Zigarette nicht „schmeckt“ und der Husten wird vom Rauchen auch nicht besser! Dann fällt der Ausstieg deutlich leichter und man kommt besser über die schwierigen ersten Tage und Wochen.

Keine gute Idee ist es, in besonders stressigen Zeiten, z.B. direkt vor wichtigen Prüfungen, aufhören zu wollen. Patienten berichten auch, dass Hypnose ihnen gut geholfen hat. Andere finden z.B. das Buch von Allen Carr „Endlich Nichtraucher!“ sehr hilfreich. Probleme können auch Suchtverlagerungen machen. Mit dem besseren Appetit ohne Zigaretten kann auch das Gewicht schnell nach oben schießen. Dann ist es ratsam konsequent auf Zwischenmahlzeiten zu verzichten, Zucker zu meiden, dafür viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Ballaststoffe zu sich zu nehmen, um mit solcher kalorienarmen Kost, lange satt zu bleiben.

Es ist bekannt, dass Motivation bei der Raucherentwöhnung eine maßgebliche Rolle spielt. Eine positive Verstärkung kann wirksamer sein als Abschreckung oder der erhobene Zeigefinger. Wie motivieren Sie ihre Patienten?

Die beste Motivation ist das positive Körper- und Lebensgefühl, das sich mit dem Nichtrauchen sehr schnell wieder einstellt. Das sollte man sich immer vor Augen führen, wenn gerade das Verlangen nach einer Zigarette übermächtig erscheint.

Manche Patienten haben bereits früh mit dem Rauchen angefangen und somit neben dem Suchtfaktor auch eine Gewohnheit in ihrem Alltag etabliert, die es gilt zu verändern. Nun geht Verhaltensveränderung nicht von heute auf morgen, sondern fordert neben Motivation und Selbstdisziplin vielleicht auch Tätigkeiten, die stattdessen eine Art Stellvertreterrolle sein können wie z.B. Sport. Was halten sie von solchen Tätigkeiten?

Mit der Zigarette zum Bier oder Kaffee hat sich oft ein Ritual etabliert, auf das man meint, keinesfalls verzichten zu können. Hilfreich kann dann schon sein, eine Kräuterzigarette zum Kaffee zu „paffen“. Damit kann man dann auch wieder so richtig
tief einatmen, was man ohne Zigarette nicht unbedingt tut und somit einen Teil der empfundenen entspannenden Wirkung des Rauchens erreicht. Alternativ sind Achtsamkeitsübungen mit Atemtechniken wirksam.

Für andere ist das orale Bedürfnis oder Gewohnheit des Zigarettenrauchens durch Kaugummikauen gut zu kompensieren. Anders verhält es sich mit Sport, dabei wird im Gehirn das Belohnungssystem aktiviert und es werden Endorphine ausgeschüttet, also körpereigene Morphine, wodurch das Wohlbefinden sich steigert. Das ist natürlich das beste Gegenmittel gegen den Suchtdruck. Ähnlich funktioniert auch die Akupunktur.

Gibt es Anlaufstellen, die Patienten bei der Raucherentwöhnung begleiten?
Und wo kann man sich dazu informieren?

Leider ist mir außer der NADA (www.nada-akupunktur.de) keine Einrichtung, die ich empfehlen könnte, bekannt.

Gibt es in Bezug auf die Rolle der TCM bei der Raucherentwöhnung etwas, dass Sie sich in Zukunft wünschen?

Es fehlen stationäre Angebote in Kliniken zur Raucherentwöhnung, die z.B. das Nada-Protokoll kombinieren mit Bewegungsprogrammen und Mind/Body-Medizin, wie das z.B. in der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin (Huyssens Stift/KEM) in Essen von Prof. Gustav Dobos oder auch geplant im Schloss Tremsbüttel der Fall ist. Es sollte vor allem mehr niedrigschwellige Angebote im ambulanten Bereich mit der Nada-Methode geben, die auch Rauchern offenstehen. Die Kosten dafür sind gering im Vergleich zu den Kosten des Rauchens für die Gesellschaft. Es gibt eine gute Studienlage, die auch Vertreter evidenz-basierter Medizin überzeugen sollte. Bei Interesse gerne mit mir oder der NADA Kontakt aufnehmen.

Interview mit Dr. med. K. Ahmadi-Simab: Gemeinsam gegen Rheuma


Wir freuen uns sehr, Herrn Dr. Ahmadi als neuen Partner unseres Netzwerkes begrüßen zu dürfen. Herr Dr. Ahmadi ist Facharzt für Rheumatologie, Innere Medizin, Klinische Immunologie und Gastroenterologie und Ärztlicher Direktor und Gründer des Medizinicums Hamburg.

Er ist außerdem gemeinsam mit Ernährungs-Doc Dr. med Jörn Klasen Autor des großartigen Patientenratgebers „Gemeinsam gegen Rheuma“.

Herr Dr. Ahmadi, vielen Dank, dass Sie für NIK.e.V. für ein Interview zur Verfügung stehen Lassen Sie uns direkt mit der ersten Frage einsteigen:

Gibt es DAS typische Anzeichen für eine Rheumatische Erkrankung?

Am Anfang der Erkrankung gibt es leider keine spezifischen Hinweise auf eine rheumatologische Erkrankung. In der Regel geht z.B. die Rheumatoide Arthritis mit allgemeiner Müdigkeit, Abgeschlagenheit und beginnender Gelenkschmerzen los. Im Verlauf kommen dann die Morgensteifigkeit und Schwellung der Gelenke hinzu.

Warum ist es so wichtig, schnellstmöglich zu einem Rheumatologen zu gehen? Und auch zu therapieren?

Bei den meisten rheumatologischen Erkrankungen treten die meisten bleibenden Schäden in der frühen Phase der Erkrankung auf. Z.B. bei der Rheumatoiden Arthritis ist die erste Phase der Erkrankung nach Beginn der Beschwerden sehr entscheidend für den Erhalt der Gelenkstruktur. Genau in der Phase können die Gelenke am meisten geschädigt und nachhaltig zerstört werden. Bei den anderen entzündlich rheumatischen Systemerkrankungen können in der frühen Phase auch Organbeteiligungen zustande kommen, sodass hier die Expertise des Rheumatologen absolut erforderlich ist. Eine rechtzeitige Diagnosestellung und die Einleitung der adäquaten Therapie ist daher absolut erforderlich und verbessert enorm die Prognose der Erkrankung.

Was passiert, wenn ich meine Schübe ignoriere?

Wenn die Schübe und Symptome der rheumatologischen Erkrankungen ignoriert werden, kann es leider möglicherweise zur Schädigung der Gelenke und Organfunktionen führen. Jeder unkontrollierte und unbehandelte Schub hinterlässt bleibende Schäden und kann zur weiteren Komplikationen wie die Manifestation an den neuen Organen führen.

Herr Dr. Ahmadi, was war Ihre Motivation einen Patientenratgeber für Rheumapatienten zu schreiben?

Ich habe bereits in meiner Funktion als Chefarzt der rheumatologischen Abteilung im Krankenhaus Altona damit begonnen, eine Reihe an Patientenveranstaltungen zu organisieren unter dem Begriff „Der informierte Patient als Partner“. Das Ziel sollte sein, dass die Patienten über ihre Erkrankung ausreichend informiert werden, damit sie die Notwendigkeit der frühen Diagnosestellung und Therapieeinleitung besser nachvollziehen können. Nun habe ich auch die Möglichkeit gehabt, meine Ideen und die 20jähige Erfahrung als Rheumatolge für die Patienten gemeinsam mit meinem Kollegen Dr. Klasen in einem Buch zusammenzufassen.
In dem Buch „Gemeinsam gegen Rheuma“ habe ich zunächst laienverständliche die wichtigsten entzündlich rheumatischen Systemerkrankungen beschrieben. Welche Symptome weisen auf welche Erkrankung hin. Wie diagnostiziert man die rheumatologischen Krankheiten und wie sieht es mit der modernen Therapie aus. Was passiert, wenn die Diagnosen nicht rechtzeitig gestellt werden und worauf die Patienten „selber“ achten müssen. Das Buch sollte den Patienten und den Angehörigen zeigen, wie man mit „Rheuma“ leben kann. Was kann der Patient selbst tun. Hier haben wir einen großen Wert auf die richtige antientzündliche Ernährung mit praktischen Rezepten, physikalische Maßnahmen, Stärkung der Psyche und die Notwendigkeit der Selbsthilfegruppe gelegt.

Meine Hauptmotivation war meinen Rheumapatienten einen Ratgeber an die Hand zu geben, damit sie trotz der Diagnose „Rheuma“ ein normales Leben führen und besser auf sich aufpassen zu können.

Wie können betroffene Leser Ihre Rheumaerkrankung positiv beeinflussen?

Wenn der Patient über seine eigene Erkrankung gut informiert ist, kann auf die frühen Symptome der Erkrankung oder auch Nebenwirkungen der Medikation achten und als Partner dem Rheumatologen zur Seite stehen. Das ist meines Erachtens die beste Arzt-Patienten-Beziehung. So kann der Patient am besten zu seiner Genesung und Verbesserung der Prognose seiner Krankheit beitragen. Ein informierter Patient, der sich gut ernährt, ausreichend bewegt, an seiner Psyche arbeitet und eine bessere Lebensqualität genießt. Das sollte das Ergebnis sein!

Wie machen Sie Ihren Patienten Mut?

Die Aufklärung ist dafür die beste Grundlage. Wir sind heutzutage imstande alle rheumatologischen Erkrankungen im Frühstadium zu diagnostizieren und durch die moderne Therapie auch so zu behandeln, dass die Krankheit komplett zur Ruhe kommt und der Patient ein normales Leben führen kann. Das macht den meisten Patienten Mut. Ich zeige auch meinen Patienten Bilder, wie zum Beispiel die Händer der Patienten mit einer Rheumatoiden Arthritis nach 10 Jahren unter der modernen Therapie aussehen. Völlig normal aussehende Hände und Gelenke ohne jegliche sichtbare Veränderung. Bei der rechtzeitigen Diagnosestellung und der adäquaten Therapie gehören die deformierten Hände und Füße der Vergangenheit an. Das macht mich auch sehr glücklich!

In Ihrem MEDIZINICUM gibt es mehrere Facharztrichtungen – Wie arbeiten Sie zusammen?

Bei der Gründung vom MEDIZINICUM war mein Ziel eine Institution zu schaffen, in der insbesondere rheumatologischen Patienten ganzheitlich versorgt werden können. Wir wissen, dass entzündlich rheumatische Systemerkrankungen die enge Zusammenarbeit vieler Fachbereiche erforderlich machen. Genau das haben wir im MEDIZINICUM aufgestellt. Alle Fachbereiche, die für die Versorgung der komplexen entzündlich rheumatischen Systemerkrankungen notwendig sind, wurden mit erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzte etabliert. Wir arbeiten alle zusammen und der Patient steht im Mittelpunkt. Wir haben regelmäßige interdisziplinäre Konferenzen, bei denen die komplexen Fälle vorgestellt und besprochen werden. Hier kommen alle erforderlichen Fachärzte zusammen. Wir haben zusätzlich einmal im Monat eine interdisziplinäre Rheumakonferenz, bei der wir gemeinsam die wissenschaftlichen Studien analysieren. Erfahrene Kollegen halten uns durch Vorträge auf den aktuellen Stand der Wissenschaft. Wir bilden uns ständig fort und informieren andere Fachbereiche, damit die Rheumapatienten rechtzeitig entdeckt und zu Rheumatologen weitergeleitet werden. Wir engagieren uns in der Weiterbildung der jüngeren Rheumatologinnen und Rheumatologen.

Wie bereite ich mich im Idealfall auf meinen Ersttermin bei Ihnen vor?

Bei dem ersten Termin ist es wichtig, dass der Rheumatologe die ganze Vorgeschichte der Patienten mit sämtlichen Befunden erfahren kann. Daher ist es sinnvoll, alle Arztbriefe, Laborwerte und Röntgenuntersuchungen mitzubringen. Eine Zusammenfassung der Vorgeschichte wäre sehr hilfreich.

Gastbeitrag von Dr. med. Ute Maria Buttgereit: Verhaltensveränderungen

VERHALTENSVERÄNDERUNG IN DER Mind/Body-Medizin

Heute möchte ich Ihnen als Allgemeinmedizinerin und Mind/Body-Medizin-Therapeutin Anregungen zum Thema Verhaltensveränderungen in Ihrer Gesunderhaltung aufzeigen.

Wir wissen alle, wie schwer es ist, alte Gewohnheiten zu verändern. Allein schon beim Yoga die Arme mal anders zu verschränken, ist nicht nur anfangs eine Herausforderung.

Geplante Verhaltensveränderungen stehen schnell auf der Liste der guten Vorsätze, aber die Umsetzung dauert monatelang. Veränderungen sollten minimalistisch, aber trotzdem präzise geplant und liebevoll unterstützt werden. Bitte arbeiten Sie nie gleichzeitig an verschiedenen Veränderungen und sind sich von Anfang an bewusst, Rückfälle gehören dazu. Diese sind kein Grund zur Scham, sondern nur ein Anlass wieder aufzustehen, weiterzumachen und evtl. den Handlungsplan noch etwas individueller anzupassen…

Früher war es üblich, dass Ärzt*innen Bewegung, Diäten und medikamentöse Therapien verordneten und bei Nicht-Einhalten von Non Compliance oder mangelnder Compliance sprachen. Inzwischen praktizieren wir immer öfters eine individualisierte, personalisierte, partizipative Medizin, die Patient*innen in den Mittelpunkt stellt und uns bei allen Therapievorschlägen Adhärenz leitet. Adhärenz bedeutet: Übereinstimmung zwischen Therapeutischer Empfehlung u. Patientenverhalten: Qualität, Respekt, Empathie und gegenseitige Wertschätzung.

Wir wissen, dass Erfolge viel öfters eintreten, wenn der*die Patient*in eine Sinnhaftigkeit in seinem Therapieplan oder in Verhaltensänderungen sieht. Ebenso wichtig ist die Selbstwirksamkeit, was ein Komplex aus: persönlicher Erfahrung, Identifikation mit eigenen Erfolgen, Rückmeldungen von Freunden und dem wahrgenommenen Gefühl von Entspannt sein etc. ist.

Mit diesem Medizinverständnis und Berücksichtigung der Selbstwirksamkeit biete ich meinen Patient*innen in meiner Sprechstunde und meinen Mind/Body-Medizin-Kursen Strategien bei dem Wunsch nach Verhaltensveränderungen an.
Verhaltensveränderungen sind nicht wie die Fahrt in einem Aufzug – den richtigen Knopf gedrückt, Luft angehalten und tapfer am Ziel angekommen-, nein Verhaltensveränderungen gehen stufenweise zu Fuß im eigenen Tempo voran (s. Transtheoretisches Stufenmodell). Ja und die Vorsätze sollten praktikabel, sinnhaft und umsetzbar sein.
Die Stockwerke bei Verhaltensveränderungen heißen: Absichtslosigkeit-Absichtsbildung-Vorbereitung-Handlung- Aufrechterhaltung.  Nun möchte ich Ihnen beschreiben, wie ich meine Patient*innen nach oben begleite:

Im 1. Stockwerk/Stufe begegne ich oft Menschen mit Widerstand gegen eine Veränderung: und dann ist dieses Nein so auch gut. Manchmal biete ich noch Infomaterial an und lass es dabei beruhen. Wir sind in der Motivationsphase und mehr ist noch nicht nötig.

Im 2. Stockwerk/Stufe sehe ich nun schon offene, neugierige Menschen mit Ambivalenz und einer fraglichen Absichtsbildung, Oh gerne Verhaltensveränderungen, nein, ja aber…. Was nun? Die Entscheidungsbalance fällt leichter mit Berücksichtigung der Vorteile, der zu erwartenden Rendite und Nachteile bei der fraglichen Verhaltensveränderung. Überwiegt nun Pro oder Contra bei Ihnen?

Danach frage ich den*die Patient*in anhand einer Skala, wie wichtig es ihm ist und wie zuversichtlich er ist.  Die Zuversicht ist oft geprägt von früheren gelungenen Erfahrungen.

Falls die Wichtigkeit und Zuversicht überwiegen, ist die nötige Motivation da und ich gratuliere zur Selbstverpflichtung und auch nur dann bereite ich den weiteren Aufstieg meines*meiner Patient*in für die Verhaltensveränderungen vor.
Es wäre nicht angebracht, weiter voranzugehen, wenn es auch nach Nachjustieren an der bewussten Wichtigkeit, Interesse und Zuversicht zum jetzigen Zeitpunkt fehlt. Lieber jederzeit wieder neu die Situation betrachten und dann evtl. bereit sein, daran zu arbeiten.

Im 3. Stockwerk/Stufe ist das Management, das die Motivation, Intention in konkretes Handeln umsetzt, die Volitionsphase. Die nun nötige Handlungsplanung ist elementar für das Gelingen und Erreichen des Zieles.

So schauen wir, dass das Ziel aktiv, realistisch umsetzbar ist, optimistisch wahrgenommen wird, messbar und auch annehmbar für unseren Patienten ist. Sowohl der Weg und das Ziel mögen zuvor exakt formuliert werden, um individuell genau zu passen. Nur mit so einem AROMA sind stabile Verhaltensänderungen erfolgsversprechend!

Evtl. demnächst auftretende Hindernisse, Barrieren oder sogar Begegnungen mit „alten Schweinehunden“ planen wir mit ein und überlegen vorausschauend Lösungen. Das können konkret z.B. Allwetterausrüstungen, unterstützende Freunde, CAM Therapien und feste Termine etc. sein: Eben genau das, was diesem Menschen bei der Umsetzung hilft.

Im 4. Stockwerk/Stufe läuft das Handling und wir sehen die begonnene Veränderung, nehmen bewusst Erfolge wahr und Sie verdienen die von uns früher geplante Belohnung oder heben sie für später auf. Falls Probleme auftreten, schauen wir diese nicht wertend und achtsam an, hinterfragen kurz das AROMA und ziehen evtl. soziale Unterstützung oder Freunde hinzu.

Im 5. Stockwerk/Stufe angekommen, genießen wir die Aussicht auf unseren Erfolg und überlegen eine Strategie zur Aufrechterhaltung und Stabilisierung. Selbstverständlich gehören auch hier die Akzeptanz und Ideen für Ausrutscher dazu.
In meiner langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung konnte ich mit diesem Stufenschema selbst sehr gut arbeiten und hoffe Ihnen damit auch Impulse für Ihre Salutogenese geben zu können.

Bewährt haben sich auch Gruppenkurse für ein gesünderes Leben, da die Gruppenenergie sehr viel mitträgt. Bei Fragen und zu stattfindenden MBM Einzel-oder Gruppenkursen finden Sie nähere Infos unter www.dr-buttgereit.de und www.wellbeingHamburg.de.

Herzlichst, Dr. Ute Maria Buttgereit, Fachärztin für Allgemeinmedizin und CIM

Weltgesundheitstag am 7. April: Gesundheitliche Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit – besonders betroffen sind Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. In diesem Jahr steht der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufene Tag unter dem Motto „Our Planet, our health”. So soll auf die gesundheitlichen Folgen von Klimawandel und Umweltverschmutzung aufmerksam gemacht werden.

Als Folge von Luftverschmutzung sterben weltweit schon heute im Schnitt jede Minute 13 Menschen an Lungenkrebs, Herzerkrankungen und Schlaganfällen.[1] Eine Hauptursache ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Erdgas, die auch maßgeblich zum menschengemachten Klimawandel beiträgt.

Doch auch die Erwärmung des Klimas selbst führt zu globalen gesundheitlichen Folgen: Steigende Temperaturen befördern eine Ausbreitung gefährlicher Krankheitsüberträger wie Zecken oder Moskitos. Laut WHO werden durch steigende Temperaturen und Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels 2 Milliarden Menschen zusätzlich dem Risiko einer Dengue-Infektion ausgesetzt.[1]

Immer häufiger auftretende Hitzewellen und andere extreme Wetterereignisse führen ganz akut zu Gefährdungen wie Hitzschlag oder Herz-Kreislauf-Problemen, aber auch langfristig zu größeren psychischen Belastungen der Menschen in betroffenen Regionen.

Dabei sind Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen von den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels besonders betroffen.[2] Luftverschmutzung und Hitzewellen belasten sie noch zusätzlich. Für Menschen mit Schuppenflechte birgt starke UV-Strahlung beispielsweise das Risiko einer Verschlechterung ihrer Symptome und macht ausreichenden Sonnenschutz essenziell.[3]

Die WHO ruft daher anlässlich des Weltgesundheitstages zum Handeln auf und richtet ihre Appelle an Regierungen, Organisationen und die Öffentlichkeit. Sie sollten den Tag zum Anlass nehmen, über ihre Ansätze zum Schutz des Klimas und der Gesundheit zu berichten.

Bereits seit 1954 gibt es den Weltgesundheitstag in Deutschland. Der Tag erinnert auch an die Gründung der WHO 1948 und wird jedes Jahr zum Anlass genommen, ein gesundheitliches Problem von globaler Relevanz ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Wenn Sie mehr über das Thema Klima und Gesundheit wissen möchten, können Sie sich auf der Website der WHO und des Weltgesundheitstages informieren. 
Unter #HealthierTomorrow – dem Hashtag zur internationalen Kampagne auf Social Media – kann jeder etwas zum Schutz des Klimas und der Umwelt beitragen. Dort finden Sie Posts zu Auswirkungen des Klimawandels und wie diesen entgegengewirkt werden kann. Jeder ist dazu aufgerufen, am Weltgesundheitstag unter #HealthierTomorrow selbst zu posten. Inspirationen und Posting-Beispiele finden Sie auf der Website der WHO.

Auf MeinCarePlus.de finden Sie mehr Informationen rund um Ihre chronisch-entzündliche Erkrankung.

#Care+
#achtungentzündlich

[1] World-Health-Organization. Campaign Toolkit World Health Day 2022. Link: https://www.who.int/campaigns/world-health-day/2022/campaign-toolkit.
[2] Stark K et al. Die Auswirkungen des Klimawandels -Welche neuen Infektionskrankheiten und gesundheitlichen Probleme sind zu erwarten? Bundesgesundheitsblatt 2009.
DOI 10.1007/s00103-009-0874-9
[3] https://www.nik-ev.de/sonnenschutz-ist-ein-absolutes-muss-tipps-von-dr-julia-mader/

Biogen-162888 03.2022

Was passiert mit unserer Haut im Winter

Was passiert mit unserer Haut im Winter?

Unsere Haut ist vor allem im Winter extremen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Mit sinkenden Temperaturen draußen halten wir uns vielfach in geheizten Räumen auf. Die Heizungsluft entzieht unserer Haut Feuchtigkeit, wodurch sie empfindlicher, trockener und rauher wird. Durch die sehr trockene Luft in den Räumen wird die Feuchtigkeit in unserer Haut an die Oberfläche transportiert, wo sie verdunstet. Die Folge ist eine zunehmend trockenere Haut. Die kalte Luft draußen sorgt zusätzlich für Stress für unsere Haut: sie ist ebenfalls arm an Luftfeuchtigkeit und verstärkt die Austrocknung der Haut. Zudem ziehen sich in der Kälte die Blutgefäße zusammen, um die Körperwärme zu erhalten. Die Folge ist eine geringere Blutzufuhr zur Haut und ein dadurch erniedrigter Stoffwechsel. Unsere Haut wird mit weniger Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, wodurch sie schnell blass und fahl aussieht. Zudem kommt in der kalten Jahreszeit hinzu, dass die Talgdrüsen bei weniger als acht Grad Celsius ihre Talgproduktion zurückfahren und bei extremer Kälte sogar einstellen. Durch den Mangel an hauteigenen Lipiden auf der Hautoberfläche wird die Haut trockener, die Hautschutzbarriere instabil und die Haut anfälliger für Bakterien und Mikroorganismen. Durch den fehlenden Lipidfilm auf der Hautoberfläche kann die Feuchtigkeit, die die Haut nun abgibt, noch schneller verdunsten und die Folge ist eine trockene, sehr empfindliche und schnell zu Rötungen sowie Ekzemen neigende Haut.

Und warum benötigt sie dann spezielle Pflege?

Um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen und die Hautbarriere zu stärken, benötigt die Haut eine gezielte Pflege. Wichtig ist vor allem, frühzeitig auf die Signale der Haut zu reagieren und sowohl mit Feuchtigkeit als auch Lipiden gegenzuwirken. Im Herbst und Winter sollte die Pflege in der Regel reichhaltiger sein. Dies mindert die schnelle Austrocknung, stabilisiert die Hautschutzbarriere und hält die Feuchtigkeit länger in der Haut.


Wie kann man die Haut vor Kälte schützen?

Wichtig ist eine auf den Hautzustand abgestimmte Reinigung und Pflege. Die Produkte sollten von der Reichhaltigkeit sowie von den enthaltenen Wirk- und Inhaltsstoffen her zur Haut passen. Bei bekannten Hauterkrankungen ist es wichtig, daß die kosmetischen Pflegeprodukte auf die dermatologische Therapie abgestimmt sind. Das A und O einer gezielten und wirksamen Gesichtspflege ist die tägliche Reinigung. Diese sollte vor allem im Winter sehr mild und frei von aggressiven Tensiden sein. Diese entfetten die Haut und trocknen sie dadurch sehr stark aus. Zudem sollte nur lauwarmes Wasser verwendet werden und die Haut anschließend mit dem Handtuch trocken getupft werden. Wenn die Haut ohnehin durch die Kälte und Heizungsluft schon sehr belastet ist, sollte auf eine starke mechanische Reizung generell verzichtet werden. Wenn Wasser bereits zu Rötungen und extremen Spannungsgefühlen führt, kann auch eine Reinigungsmilch verwendet werden, die nur mit einem trockenen Tuch abgenommen wird. Ein Gesichtswasser, welches Feuchtigkeit spendet, ist vor allem in dieser Jahreszeit als nächster Pflegeschritt sinnvoll. Um die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit zu versorgen, eignen sich im Anschluß an die Reinigung und das Gesichtswasser Wirkstoffseren. Vor allem Seren die zum Beispiel Hyaluronsäure enthalten, sind ein sehr guter zusätzlicher Feuchtigkeitsbooster. Wenn das Serum eingezogen ist, folgt die Pflege in Form von Cremes oder bei sehr trockener Haut auch gerne als Gesichts Öl. Wenn die Haut nur leicht trocken ist oder schnell zu Unreinheiten neigt, kann das Öl auch nur jeden dritten Tag angewendet werden. Ein Tropfen Öl in der Gesichtscreme bietet eine sehr gute Zwischenlösung, um die üblicherweise verwendete Creme etwas reichhaltiger werden zu lassen, ohne dass es zu viel für die Haut ist. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl sowie ein Gefühl für den Hautzustand und die Bedürfnisse der Haut gefragt. Ein ausreichender Sonnenschutz sollte im Winter ebenfalls nicht fehlen. Neben der geeigneten Hautpflege fördern Luftdiffuser das Raumklima und wirken der trockenen Heizungsluft entgegen. Bei extremer Kälte sollte die Haut mit Kleidung weitestgehend geschützt werden. Die Partien, die der kalten Luft ausgesetzt sind, sollten mit einer sehr reichhaltigen Creme versorgt werden.

Hat die Ernährung im Winter Einfluß auf die Haut?

Von innen heraus können wir die Haut in ihrer Gesundheit stärken und schützen. Wichtig ist, unabhängig von der Jahreszeit, jeden Tag ausreichend Wasser oder im Winter ungesüßten Tee zu trinken. Ein Flüssigkeitsmangel macht sich in Form von Trockenheit und Trockenheitsfältchen auf der Haut sichtbar. Zur weiteren Unterstützung der Immunabwehr sowie der hauteigenen Abwehrsysteme gegenüber freien Radikalen eignen sich Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind. Hierzu zählen zum Beispiel Spinat, Tomaten, Karotten, Äpfel, Zitrusfrüchte sowie Nüsse und Trauben. Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker und Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin sind generell empfehlenswert, um die Haut dauerhaft gesund zu erhalten.


Was empfiehlst du bei der Pflege von Neurodermitis-Haut im Winter?

Gerade bei der Neurodermitis ist ein Barriere-Schutz wichtig. Die ohnehin schon trockene und empfindliche Haut benötigt ein Mehr an Pflege und Stärkung der Hautbarriere. Das bedeutet, dass die kosmetische Pflege vor allem im Winter mehr Lipide als Feuchtigkeit enthalten sollte. Hier sind vor allem Lipide zu nennen, die den hauteigenen Fetten sehr ähnlich sind und dadurch schneller von der Haut aufgenommen werden und einen größeren Schutz bieten. Entsprechend sollte die Pflege zum Beispiel Ceramide, Squalan, Nachtkerzensamenöl oder Jojobaöl enthalten. Feuchtigkeit in Form von Hyaluronsäure oder Aloe Vera sowie natürlichen Feuchthaltefaktoren und Ectoin sind ebenfalls empfehlenswert. Wenn die Haut sehr trocken und spröde ist, darf sie auch gerne mehrmals täglich eingecremt werden. Hier sollten die Lippen und Hände nicht vergessen werden sowie nach dem Duschen oder Baden die Körperhaut.

Worauf sollten Neurodermitiker achten?

Die Pflege sollte auf den Hautzustand sowie auf die dermatologische Therapie abgestimmt sein. Neben den bereits erwähnten Lipiden und der Feuchtigkeit durch die verschiedenen Wirkstoffe können Neurodermitiker zusätzlich basische Bäder machen. Basisches Badesalz mindert die Entzündungen in der Haut und stärkt die Hautschutzbarriere. So verdampft die hauteigene Feuchtigkeit nicht so schnell. Die Bäder können auch als Fußbäder oder zur Gesichtsreinigung verwendet werden. Die anschließende Pflege ist hierbei sehr wichtig, um die Haut zu stärken und mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wenn die Haut extrem trocken ist in Form von eingerissenen Händen und juckenden Schienbeinen, sollte sie langsam an die Meersalzbäder gewöhnt werden. Außerdem ist es bei spröder und rissiger Haut sehr wichtig, vermehrt auf die Hygiene zu achten. Durch die gestörte Hautschutzbarriere können Mikroorganismen nun schneller in die Haut einwandern. Bei Unsicherheiten ist es auf jeden Fall ratsam, eine fachlich qualifizierte Meinung und Beratung einzuholen.

Hilfsmittel – Feind oder Freund?

Die Vielfalt an Hilfsmitteln ist groß und die Entwicklung schreitet stetig voran.

Für Außenstehende klingt es einfach ein Hilfsmittel zu beantragen. Sie denken oft: Es ist doch nur ein Blatt Papier, das zur Krankenkasse geschickt wird und oft fehlt das Verständnis, warum so viele Betroffene zögern.

Die Beantragung für ein Hilfsmittel kann nämlich zu einem Riesenprojekt werden. Erstmal muss man sich eingestehen, dass man dieses Hilfsmittel braucht, weil es eben nicht so funktioniert wie früher. Wenn man erstmal die Verordnung bekommen hat, geht es zum Beispiel ins Sanitätshaus für eine Beratung und um erste Modelle auszuprobieren. Wenn das Hilfsmittel eine Erstverordnung ist und relativ „günstig“ ist, könnte es sein, dass nur die Verordnung ausreicht und sofort die Zusage für die Kostenübernahme kommt. Es kommt aber häufig vor, gerade wenn es um Hilfsmittel nach Maß geht, dass Vorher/Nachher-Videos oder ein Tagebuch, wann und wie das Hilfsmittel eingesetzt wird, nötig sind.

Wenn die Krankenkasse nicht bereit ist, die Kosten zu übernehmen, beginnt ein mühsamer Schriftverkehr mit der Krankenkasse, hier fehlt dann eventuell die Kraft und dann lässt man es lieber oder begnügt sich mit der günstigeren Alternative, für die die Krankenkasse bereit ist, die Kosten zu übernehmen. Was viele nicht wissen, man kann Hilfe bekommen bei einem Widerspruch.

Die Gesellschaft trägt leider auch dazu bei, dass Betroffene sich unwohl fühlen, sich mit dem Hilfsmittel zu zeigen oder über die Notwendigkeit zu sprechen. Über einige Hilfsmittel wird auch zu wenig gesprochen, zum Beispiel Einmalkatheter und so bleibt es in der Gesellschaft leider ein Tabuthema.

Hilfsmittel sollte man als Chance sehen, denn sie heißen nicht umsonst Hilfsmittel. Sie sind dazu da, um das Leben zu vereinfachen und für mehr Lebensqualität zu sorgen.

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