Chronisches Handekzem (CHE)

Rissige, juckende Hände, die einfach nicht heilen wollen – wenn du unter einem chronischen Handekzem leidest, kennst du diese belastenden Beschwerden nur zu gut. Diese hartnäckige Hauterkrankung betrifft Millionen von Menschen und kann den Alltag erheblich einschränken.

Chronisches Handekzem (CHE): Was ist das? Ursachen, Symptome und Behandlung – Der komplette Ratgeber

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Ein chronisches Handekzem liegt vor, wenn die Hauterkrankung länger als drei Monate andauert oder mindestens zweimal im Jahr auftritt – Menschen mit Neurodermitis haben ein vierfach erhöhtes Risiko.
  2. Typische Symptome sind anhaltender Juckreiz, Hautrötungen, schmerzhafte Einrisse (Rhagaden) und starke Verhornung der Haut, die sich oft in Schüben verschlechtern.
  3. Häufige Auslöser sind berufliche Faktoren wie häufiger Wasserkontakt, Reinigungsmittel, Seifen oder allergieauslösende Stoffe wie Nickel, Duftstoffe und Latex.
  4. Die Behandlung erfolgt stufenweise: von konsequenter Basispflege und topischen Kortikosteroiden bis hin zu systemischen Therapien wie Alitretinoin bei schweren Verläufen.
  5. Mit dem  Wirkstoff Delgocitinib steht eine  topische Langzeitbehandlung zur Verfügung, die über 16 Wochen gut vertragen wird und bei 29 % der Patient: innen eine fast vollständige Abheilung erreicht. Delsocitinib-Creme ist eine steroidfreie topische Therapie die für mittelschweres bis chweres CHE zugelassen ist wenn topische Kortikosteroide nicht ausreichen oder nicht geegnet sind und ist auch für die Langzeitanwendung geeignet ist.

Rissige, juckende Hände, die einfach nicht heilen wollen – wenn du unter einem chronischen Handekzem leidest, kennst du diese belastenden Beschwerden nur zu gut. Diese hartnäckige Hauterkrankung betrifft Millionen von Menschen und kann den Alltag erheblich einschränken. Doch es gibt Hoffnung: Die moderne Medizin bietet heute wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die weit über herkömmliche Cremes hinausgehen.

In diesem umfassenden Ratgeber erfährst du alles Wichtige über chronische Handekzeme – von den Ursachen über die typischen Symptome bis hin zu den neuesten Therapieansätzen. Du lernst, wie du die Auslöser erkennst, welche Behandlungen wirklich helfen und wie innovative Wirkstoffe neue Perspektiven eröffnen. Mit dem richtigen Wissen und der passenden Therapie kannst du deine Beschwerden erfolgreich in den Griff bekommen und deine Lebensqualität zurückgewinnen.

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Chronisches Handekzem verstehen: Definition, Ursachen und häufige Auslöser der Hauterkrankung

Ein chronisches Handekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen, die deine Hände betrifft und deinen Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Diese entzündliche Erkrankung entwickelt sich oft schleichend und kann verschiedene Ursachen haben. Wenn du verstehst, was ein chronisches Handekzem ausmacht und welche Faktoren es auslösen, kannst du gezielt vorbeugen und die richtige Behandlung finden.

Was macht ein Handekzem chronisch?

Ein Handekzem wird als chronisch bezeichnet, wenn es länger als drei Monate andauert oder mindestens zweimal im Jahr auftritt [1]. Diese klare medizinische Definition hilft Ärztinnen und Ärzten dabei, zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf zu unterscheiden. Während ein akutes Handekzem oft plötzlich auftritt und nach wenigen Wochen wieder abheilt, entwickelt sich das chronische Handekzem zu einer langanhaltenden Erkrankung, die deine Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen kann.

Handekzeme werden nach verschiedenen Kriterien eingeteilt: nach ihrem Verlauf (akut, subakut, chronisch), ihrer Ätiopathogenese (allergisch, irritativ) und ihrer Morphologie, wie beispielsweise hyperkeratotisch, rhagadiform oder dyshidrotisch [1]. Diese Einteilung ist wichtig für die richtige Diagnose und Therapie der Erkrankung. Das chronische Handekzem stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, da es häufig in Schüben verläuft und eine längerfristige Behandlung erfordert.

Neurodermitis als häufige Ursache für chronische Handekzeme

Wenn du unter Neurodermitis (atopischer Dermatitis) leidest, hast du ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines chronischen Handekzems. Das Risiko für ein Handekzem ist bei Patientinnen und Patienten mit atopischer Dermatitis um das Vierfache erhöht [2]. Diese Verbindung zwischen Neurodermitis und Handekzemen ist kein Zufall, sondern hat biologische Ursachen.

Bei Menschen mit einer atopischen Hautdiathese oder manifester atopischer Dermatitis ist die natürliche Hautbarriere geschwächt [1]. Deine Haut kann dadurch weniger gut vor äußeren Einflüssen schützen und reagiert empfindlicher auf verschiedene Reizstoffe. Die Prävalenz von Handekzemen bei Patientinnen und Patienten mit atopischer Dermatitis ist im Vergleich zu Kontrollpersonen um das Drei- bis Vierfache erhöht [2].

Besonders bei älteren Kindern und Erwachsenen tritt die atopische Dermatitis häufig an den Händen auf [3]. Wenn du bereits in der Jugend ein atopisches Handekzem entwickelt hast, solltest du bei der Berufswahl besonders vorsichtig sein. Expertinnen und Experten empfehlen in solchen Fällen, die Aufnahme von Feuchtberufen zu vermeiden, da diese das Risiko für ein chronisches Handekzem zusätzlich erhöhen können [2].

Berufliche Ätiologie und Auslöser im Alltag erkennen

Das chronische Handekzem hat häufig eine berufsbedingte Ätiologie [1]. Bestimmte Reizstoffe können ein Handekzem auslösen, darunter häufiger Kontakt mit Wasser, Seifen, Reinigungs- und Lösemitteln, aber auch Kosmetika oder Pflanzenpollen [4]. Arbeiten im feuchten Milieu, starke Hautverschmutzungen, häufiges Händewaschen sowie der häufige Umgang mit hautreizenden Stoffen sind relevante Faktoren, die eine Verschlechterung eines vorbestehenden Handekzems oder dessen Neuauftreten bei atopischer Diathese begünstigen können [2].

Auch ohne eine bestehende Allergieneigung kannst du ein Kontaktekzem entwickeln. Dabei spielen oft reizende Stoffe wie Nickel, Chrom, Duftstoffe, Klebstoffe, Farb- und Konservierungsstoffe oder Latex eine wichtige Rolle [4]. Die auslösenden Faktoren zu identifizieren und konsequent zu meiden, ist daher essenziell für eine erfolgreiche Behandlung des chronischen Handekzems. Seit 2021 ist die Anerkennung des Handekzems als Berufskrankheit vereinfacht worden, was dir bei berufsbedingten Handekzemen zusätzliche Unterstützung ermöglichen kann [4].

Moderne Therapie des chronischen Handekzems: Von topischer Behandlung bis zur systemischen Therapie

Die moderne Therapie des chronischen Handekzems hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Von bewährten topischen Behandlungen bis hin zu innovativen systemischen Ansätzen stehen dir heute verschiedene wirksame Optionen zur Verfügung. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann nicht nur deine Symptome lindern, sondern auch das Fortschreiten der Hauterkrankung verhindern und deine Lebensqualität deutlich verbessern.

Symptome erkennen: Von Juckreiz bis zu schmerzhaften Rhagaden

Ein chronisches Handekzem äußert sich durch charakteristische Symptome, die sich von einem akuten Verlauf unterscheiden. Du erkennst die chronische Form an Hautrötung, Schwellungen, Juckreiz und Schmerzen – schließlich kommt es zu Fissuren (Risse), Rhagaden (spaltförmige Einrisse) und starker Verhornung (Hyperkeratosen) der Haut [4]. Diese Symptome entwickeln sich meist schleichend und können deine Handinnenflächen, Finger und Handgelenke betreffen.

Der quälende Juckreiz und Schmerzen gehören zu den belastendsten Beschwerden beim chronischen Handekzem. Während bei akuten Formen häufig juckende Bläschen im Vordergrund stehen, zeigt sich die chronische Variante durch schuppende, verdickte Hautareale mit schmerzhaften Einrissen. Das Erythem (Hautrötung) kann dabei unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Symptome verlaufen oft in Schüben, wobei sich beschwerdefreie Phasen mit akuten Verschlechterungen abwechseln können.

Bewährte Behandlung mit topischen Kortikosteroiden und Basispflege

Die Grundlage jeder erfolgreichen Therapie des chronischen Handekzems bildet eine konsequente Basispflege, die in jedem Stadium der Hauterkrankung empfohlen wird [1]. Diese stärkt die geschwächte Hautbarriere und kann das Auftreten von Symptomen reduzieren. Topische Glukokortikoide sind in der Erstlinientherapie Mittel der Wahl und erweisen sich bei kurzfristiger Anwendung als sehr wirksam [1].

Topische Kortikosteroide wirken entzündungshemmend und können den Juckreiz sowie die Hautrötung effektiv lindern. Sie sollten jedoch nicht länger als sechs Wochen angewendet werden, da sie bei längerfristiger Nutzung eine Hautatrophie verursachen können [1]. Für eine ärztlich überwachte Langzeittherapie stehen als Alternative die Calcineurininhibitoren Tacrolimus und Pimecrolimus zur Verfügung, deren Anwendung bei chronischem Handekzem jedoch meist außerhalb der Zulassung erfolgt.

Die Basistherapie bildet das Fundament der Stufentherapie und sollte auch bei systemischen Behandlungsansätzen fortgeführt werden. Der Schweregrad deiner Beschwerden bestimmt dabei, ob zusätzliche Therapiemaßnahmen erforderlich sind. Bei Patienten mit chronischem Handekzem, die nicht ausreichend auf die Erstlinienbehandlung ansprechen, kommen weitere Behandlungsoptionen in Betracht.

Systemische Therapie bei mittelschweren bis schweren chronischen Handekzemen

Wenn topische Kortikosteroide nicht ausreichend wirken, kommt bei mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem eine systemische Therapie in Betracht. Eine der Therapien ist Alitretinoin. Es wurde 2008 in Deutschland spezifisch für die Behandlung des schweren chronischen Handekzems zugelassen, wenn dieses nicht auf potente topische Kortikosteroide anspricht [5]. Dieses Retinoid wirkt zugleich antiinflammatorisch und auf die Epidermis, ohne dass die Haut unter der Behandlung austrocknet [5].

Die Wirksamkeit von Alitretinoin ist klinisch gut belegt: Unter dieser Therapie zeigte sich bei 75 % der Patientinnen und Patienten eine Besserung [2]. Die Dosierung liegt bei 10 mg bis 30 mg pro Tag, wobei unter der höheren Dosierung innerhalb der Behandlungsphase jeder zweite Patient das Kriterium fast vollständige oder vollständige Abheilung erreichte [5]. Eine Alitretinoin-Behandlung sollte für drei bis sechs Monate geplant werden.

Für Patienten mit schwerem chronischem Handekzem, die auf eine Erst- und Zweitlinientherapie nicht ausreichend ansprechen, stehen weitere systemische Optionen zur Verfügung. Ciclosporin ist nur bei Patienten mit atopischen Dermatitis zur Behandlung des Handekzems zugelassen und sollte über sechs Monate erfolgen [1]. Zeigt sich nach acht Wochen keine klinische Besserung, sollte die Behandlung beendet werden.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist bei der Anwendung von Alitretinoin besondere Vorsicht geboten, da eine strikte Schwangerschaftsverhütung aufgrund der Teratogenität notwendig ist [1]. Je Verschreibung darf die Höchstmenge für diese Patientengruppe den Bedarf für 30 Tage nicht übersteigen [1]. Der Einsatz von Dupilumab ist bisher begrenzt auf Handekzeme im Zusammenhang mit einer atopischen Dermatitis [1].

Delgocitinib: Neue Hoffnung für steroidfreie topische Behandlung auch für die Langzeitanwendung

Eine Option in der Therapie des chronischen Handekzems stellt Delgocitinib dar. Diese topische Behandlung zeigte in klinischen Studien eine größere Verbesserung bei patienten- und arztberichteten Wirksamkeitsergebnissen im Vergleich zu Placebo und wurde über 16 Wochen gut vertragen [6]. In Woche 16 erreichte ein signifikant größerer Anteil an Delgocitinib-Patienten wichtige Therapieziele: 29,1 % versus 6,9 % bei der Placebo-Gruppe erreichten eine fast vollständige Abheilung [6].

Besonders bemerkenswert ist das günstige Sicherheitsprofil von Delgocitinib. Die systemische Exposition nach topischer Applikation war mindestens 30-fach niedriger als bei oraler Gabe [6]. Der Anteil an Patienten mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem, die unerwünschte Ereignisse berichteten, war bei Delgocitinib- und Vehikel-Creme nahezu gleich. Diese neue Behandlungsoption könnte künftig eine wichtige Rolle bei der längerfristigen Therapie spielen und das Behandlungsspektrum für Patienten mit schwerem Handekzem erweitern.

FAQ zum Thema: Symptome, Behandlung und Therapie

Was ist ein chronisches Handekzem?

Ein chronisches Handekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung, die länger als drei Monate andauert oder mindestens zweimal im Jahr auftritt. Es zeigt sich durch Hautrötung, Schwellungen, Juckreiz und schmerzhafte Einrisse (Rhagaden). Im Gegensatz zu akuten Handekzemen entwickelt sich die chronische Form schleichend und kann Ihre Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen. Die Erkrankung verläuft oft in Schüben und erfordert eine längerfristige Behandlung.

Welche Ursachen hat ein chronisches Handekzem?

Die häufigste Ursache ist Neurodermitis (atopische Dermatitis) – Menschen mit dieser Erkrankung haben ein vierfach erhöhtes Risiko für Handekzeme. Berufliche Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: häufiger Kontakt mit Wasser, Seifen, Reinigungsmitteln oder hautreizenden Stoffen wie Nickel, Chrom oder Latex können ein Handekzem auslösen. Auch eine geschwächte Hautbarriere macht Ihre Hände empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen.

Wie erkenne ich die Symptome eines chronischen Handekzems?

Typische Anzeichen sind anhaltende Hautrötung, Schwellungen, quälender Juckreiz und Schmerzen an den Händen. Im chronischen Stadium entwickeln sich schmerzhafte Risse (Rhagaden), spaltförmige Einrisse und starke Verhornung der Haut. Anders als bei akuten Formen stehen nicht juckende Bläschen im Vordergrund, sondern schuppende, verdickte Hautareale. Die Beschwerden können Handinnenflächen, Finger und Handgelenke betreffen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie erfolgt stufenweise: Grundlage ist immer eine konsequente Basispflege zur Stärkung der Hautbarriere. In der Erstlinientherapie kommen topische Kortikosteroide zum Einsatz, die entzündungshemmend wirken. Bei unzureichender Wirkung stehen verschiedene Therapien wie z.B. Alitretinoin, (für eine schwere Erkrankung des Chronischen Handekzems) zur Verfügung, das bei 75 % der Patient:innen eine Besserung zeigt. Zusätzlich ist die steroidfreie Delgocitinib-Creme für CHE zugelassen und auch für die Langzeitanwendung geeignet

Kann ich einem chronischen Handekzem vorbeugen?

Ja, Vorbeugung ist möglich! Identifiziere und meide auslösende Faktoren wie hautreizende Stoffe. Trage bei der Arbeit Schutzhandschuhe und verwende milde, parfümfreie Pflegeprodukte. Eine regelmäßige Basispflege stärkt Ihre Hautbarriere. Wenn du unter Neurodermitis leidest, solltest du bei der Berufswahl Feuchtberufe vermeiden. Seit 2021 ist die Anerkennung als Berufskrankheit vereinfacht worden.

Wann sollte ich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Suche ärztliche Hilfe, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten oder wiederholt auftreten. Besonders wichtig ist ein Arztbesuch bei starken Schmerzen, tiefen Rissen oder wenn die Beschwerden deinen Alltag erheblich beeinträchtigen. Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten verhindern und deine Lebensqualität deutlich verbessern. Bei berufsbedingten Handekzemen kann eine Anerkennung als Berufskrankheit zusätzliche Unterstützung ermöglichen.

Sind Bewegung und Physiotherapie Teil der Behandlung von Schuppenflechte an Ellenbogen und Knie?

Ja, regelmäßige Bewegung und gezielte Physiotherapie sind wichtige Bestandteile im Management von Psoriasis, insbesondere wenn die Gelenke betroffen sind. Sie helfen, die Beweglichkeit zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Quellen

[1] Schnuch A (2022). Chronisches Handekzem: aktuelle Empfehlungen zur Behandlung erwachsener Patienten. https://www.akdae.de/arzneimitteltherapie/arzneiverordnung-in-der-praxis/ausgaben-archiv/ausgaben-ab-2015/ausgabe/artikel/2022/2022-4/chronisches-handekzem-aktuelle-empfehlungen-zur-behandlung-erwachsener-patienten (Stand: 10.09.2025)

  • “Als chronisch wird ein Handekzem bezeichnet, das länger als drei Monate andauert oder innerhalb eines Jahres mindestens zweimal auftritt”
  • “Handekzeme werden nach Verlauf (akut, subakut, chronisch), Ätiopathogenese (allergisch, irritativ) und Morphologie (z. B. hyperkeratotisch, rhagadiform, dyshidrotisch) eingeteilt”
  • “Patienten mit einer atopischen Hautdiathese oder manifester atopischer Dermatitis (Neurodermitis) haben ein erhöhtes Risiko zur Ausbildung eines chronischen Handekzems”
  • “Das chronische Handekzem hat häufig eine berufsbedingte Ätiologie”
  • “In jedem Stadium der Erkrankung wird eine topische Basispflege empfohlen”
  • “Mittel der Wahl in der Erstlinientherapie sind topische Glukokortikoide”
  • “Da sie bei längerfristiger Anwendung eine Hautatrophie verursachen können, sollten sie möglichst nicht länger als sechs Wochen angewendet werden und dann nur unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung”
  • “Ciclosporin (Sandimmun® optoral und Generika) ist nur bei Patienten mit atopischer Dermatitis zur Behandlung des Handekzems zugelassen”
  • “Zu beachten ist unter anderem die Teratogenität von Alitretinoin, sodass bei Frauen im gebährfähigen Alter eine strikte Schwangerschaftsverhütung notwendig ist”
  • “Nach § 3b Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) darf die Höchstmenge der Verschreibungen von oral anzuwendenden Arzneimitteln mit Acitretin oder Alitretinoin für Frauen im gebärfähigen Alter je Verschreibung den Bedarf für 30 Tage nicht übersteigen”
  • “Der Einsatz von Dupilumab ist bisher begrenzt auf Handekzeme im Zusammenhang mit einer atopischen Dermatitis”

[2] Werfel T, Heratizadeh A, Aberer W, Augustin M, Biedermann T, Bauer A, Fölster-Holst R, Kahle J, Kinberger M, Nemat K,Neustädter I, Peters E, Kiedrowski R, Schmid-Grendelmeier P, Schmitt J, Schwennesen T, Simon D, Spindler T, Traidl-Hoffmann C, Werner R N, Wollenberg A, Worm M, Ott H (2023). Atopische Dermatitis (AD) [Neurodermitis; atopisches Ekzem]. https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-027l_S3_Atopische-Dermatitis-AD-Neurodermitis-atopisches-Ekzem_2024-01.pdf (Stand: 10.09.2025)

  • “Das Risiko für ein Handekzem ist bei Patient:innen mit AD um das Vierfache erhöht”
  • “Die Prävalenz von HE bei AD-Patient:innen im Vergleich zu Kontrollpersonen um das Drei- bis Vierfache erhöht”
  • “Falls im Rahmen einer AD im Jugendalter bereits ein Handekzem aufgetreten ist, sollte die Aufnahme von Feuchtberufen nicht empfohlen werden”
  • “Arbeiten im feuchten Milieu, starke Hautverschmutzungen, häufiges Händewaschen sowie der häufige Umgang mit hautreizenden Stoffen sind relevante Faktoren, die eine Verschlechterung eines vorbestehenden Handekzems oder dessen Neuauftreten bei atopischer Diathese begünstigen können”
  • “Bei 75 % der Patient:innen wurde eine Besserung des Ekzems festgestellt”

[3] Ruenger T M (2025). Atopische Dermatitis (Ekzem). https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/juckreiz-und-dermatitis/atopische-dermatitis-ekzem (Stand: 10.09.2025)

  • “Bei älteren Kindern und Erwachsenen tritt die atopische Dermatitis an vereinzelten Stellen auf, meistens an den Händen, den Oberarmen, der Innenseite der Ellenbogen und in den Kniekehlen”

[4] Unbekannter Autor (2023). Handekzem: Entzündete, rissige Hände richtig behandeln. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Handekzem-Entzuendete-rissige-Haende-richtig-behandeln,handekzem100.html (Stand: 10.09.2025)

  • “Bestimmte Reizstoffe, wie häufiger Kontakt mit Wasser, Seifen, Reinigungs- und Lösemitteln, aber auch Kosmetika oder Pflanzenpollen können ein Handekzem auslösen”
  • “Auch ohne Allergieneigung kann es zu sogenannten Kontaktallergien kommen, dabei spielen oft reizende Stoffe wie Nickel, Chrom, Duftstoffe, Klebstoffe, Farb- und Konservierungsstoffe oder Latex eine Rolle”
  • “Seit 2021 ist die Anerkennung des Handekzems als Berufskrankheit vereinfacht worden”
  • “Ein chronisches Handekzem äußert sich durch Hautrötung, Schwellungen, Juckreiz, Schmerzen – schließlich kommt es zu Fissuren (Risse), Rhagaden (spaltförmige Einrisse) und starker Verhornung (Hyperkeratosen) der Haut”

[5] Bischoff M (2010). Chronisches Handekzem: Alitretinoin für therapierefraktäre Formen. https://www.aerzteblatt.de/archiv/chronisches-handekzem-alitretinoin-fuer-therapierefraktaere-formen-7ff93249-b240-4a5a-be61-9cacf2c4d3ac (Stand: 10.09.2025)

  • “Alitretinoin wurde 2008 in Deutschland spezifisch für die Behandlung des schweren chronischen Handekzems, das nicht auf potente topische Kortikosteroide anspricht, zugelassen”
  • “Ruzicka zufolge wirkt Alitretinoin zugleich antiinflammatorisch und epidermall”
  • “Unter der höheren Dosierung erreichte innerhalb der Behandlungsphase jeder zweite Patient das Kriterium fast vollständige oder vollständige Abheilung, unter 10 mg gelang dies jedem dritten”

[6] Funk T (2024). Dermatologie Kompakt and Praxisnah 2024 Abstracts. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15369_g?af=R (Stand: 10.09.2025)

  • “Delgocitinib-Creme zeigte eine größere Verbesserung in Patienten- und Arztberichteten Wirksamkeitsergebnissen vs. Vehikel-Creme und wurde über 16 Wo. gut vertragen”
  • “In Wo.16 erreichte ein signifikant größerer Anteil an Delgocitinib-Patienten IGA-CHE TS (29,1% vs. 6,9%; p <0,001), HECSI-75 (49,5% vs. 18,2%; p <0,001), HECSI-90 (31,0% vs. 8,8%; p <0,001)”
  • “Systemische Exposition nach topischer Applikation in DELTA2 war ≥30-fach niedriger”

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