Warum ist es für Autoimmunerkrankte besonders wichtig mit dem Rauchen aufzuhören?

Bereits seit 1987 findet jedes Jahr am 31. Mai der Welt-Nichtraucher-Tag statt. Die Vorteile eines Rauchstopps für die Gesundheit sind heute unbestritten. Betroffene mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen – wie beispielsweise chronisch-entzündlichem Gelenkrheuma, Acne inversa oder der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn – können von einem Rauchstopp ganz besonders profitieren.
Hier geht es zum Interview mit Rheumatologe Dr. Aries zum Thema Rauchen und Autoimmunerkrankugen. Wer mit dem Rauchen aufhören will, findet auch Unterstützung bei Hypnosetherapie und Akupunktur.

Warum ist es für Autoimmunerkrankte besonders wichtig mit dem Rauchen aufzuhören?

Nikotin, das in Zigaretten enthalten ist, kann den Verlauf von Autoimmunerkrankungen verschlechtern und die Symptome verschlimmern. Nikotin kann auch die Wirksamkeit von medizinischen Behandlungen beeinträchtigen und das Ansprechen auf Therapien verringern. Einige Studien haben gezeigt, dass Nikotin die Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen erhöht und die Aktivität von Immunzellen wie T-Zellen und B-Zellen verstärkt, die an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beteiligt sind. Dies kann zu einer erhöhten Krankheitsaktivität und einem schnelleren Fortschreiten der Erkrankung führen.

Einige Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes und Multiple Sklerose sind besonders empfindlich gegenüber den Auswirkungen von Nikotin. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis kann das Rauchen den Verlauf der Erkrankung verschlechtern und das Ansprechen auf die Therapie beeinträchtigen. Bei Patienten mit Lupus erythematodes kann das Rauchen das Risiko von Herzkreislauferkrankungen deutlich erhöhen. Bei Patienten mit Multipler Sklerose kann das Rauchen das Risiko von Schüben und neurologischen Defiziten erhöhen.

Bei welchen Autoimmunerkrankungen ist das Rauchen ein besonders großer Trigger-Faktor?

Es gibt einige Autoimmunerkrankungen, bei denen der Nikotin-Konsum ein besonders großes Risiko darstellt.:

z.B. Rheumatoide Arthritis: Der Verlauf kann sich durch das Rauchen verschlimmern und Raucher mit Rheumatoider Arthritis haben ein schlechteres Ansprechen auf die Behandlung und eine höhere Krankheitsaktivität.
z.B. Lupus erythematodes: Rauchen und Nikotinkonsum kann das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen und haben auch ein höheres Risiko für Herzkreislauferkrankungen.
z.B. Morbus Crohn: Raucher mit Morbus Crohn haben auch ein höheres Risiko für Komplikationen wie Darmverschlüsse und Darmperforationen.
z.B. Multiple Sklerose: Raucher mit Multipler Sklerose haben auch ein höheres Risiko für Schübe und neurologische Defizite.

Kann Rauchen Autoimmunerkrankungen auslösen?

Es gibt zahlreiche Studien, die einen Zusammenhang zwischen Rauchen und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen belegen. Einige dieser Studien haben gezeigt, dass Rauchen das Risiko für die Enthebung von Autoimmunerkrankungen erhöhen kann, während andere gezeigt haben, dass Rauchen den Verlauf verschlechtern kann. Größere Studien ergaben, dass Rauchen mit einem erhöhten Risiko für rheumatoide Arthritis; SLE, MS und Morbus Crohn verbunden ist.

Kann Rauchen die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen?

Nikotin kann die Aktivität von Immunzellen wie T-Zellen und B-Zellen verstärken, die an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beteiligt sind. Wenn diese Zellen durch Nikotin aktiviert werden, können sie gegen Medikamente wirken, die darauf abzielen, diese Zellen zu hemmen oder zu blockieren. Nikotin kann die Wirksamkeit von Immunsuppressiva wie Methotrexat, Azathioprin und Biologika verringern und die Wirksamkeit von Glukokortikoiden (Kortison) beeinträchtigen.

Haben Sie Tipps zur Raucherentwöhnung?

Legen Sie ein Datum fest, an dem Sie das Rauchen aufgeben möchten, und halten Sie daran fest. Setzen Sie sich realistische Ziele, um sich nicht zu überfordern. Finden Sie alternative Wege, um Ihren Drang zu rauchen zu lindern, wie z.B. das Kauen von Kaugummi, das Essen von Obst oder das Trinken von Wasser. Vermeiden Sie Situationen, die normalerweise zum Rauchen führen, wie z.B. das Trinken von Alkohol oder der Aufenthalt in Raucherumgebungen. Suchen Sie Unterstützung von Familie und Freunden, die Sie bei Ihrem Entwöhnungsprozess unterstützen können. Sie können auch eine Beratungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Nikotinersatztherapien können Ihnen helfen, Entzugserscheinungen zu lindern und den Übergang zum Nichtrauchen zu erleichtern. Es gibt verschiedene Formen wie z.B. Pflaster, Kaugummi oder Inhalatoren. Und ändern Sie Ihre Routine und versuchen Sie, alternative Aktivitäten zu finden, um sich abzulenken. Zum Beispiel können Sie Sport treiben, ein Buch lesen oder ein Hobby ausüben. Es ist normal, dass Entwöhnungsprozesse schwierig sind. Seien Sie geduldig mit sich selbst und feiern Sie kleine Erfolge. Stellen Sie sich positiv auf den Entwöhnungsprozess ein und glauben Sie an sich selbst.

Sauna und Autoimmunerkrankungen – Geht das?

Sauna und Autoimmunerkrankungen: 

Bei Autoimmunerkrankungen gibt es keine generelle Empfehlung für oder gegen die Verwendung von Saunen. Es hängt von der spezifischen Autoimmunerkrankung und dem individuellen Gesundheitszustand ab.
Einige Autoimmunerkrankungen wie z.B. Lupus oder Sklerodermie können zu Hautempfindlichkeiten oder Bluthochdruck führen, was das Saunieren unangenehm oder sogar gefährlich machen kann. Bei anderen Autoimmunerkrankungen wie z.B. rheumatoider Arthritis kann die Wärme der Sauna jedoch helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern.

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie eine Sauna besuchen, insbesondere wenn Sie eine Autoimmunerkrankung haben. Ihr Arzt kann Ihre spezifische Erkrankung und Ihren individuellen Gesundheitszustand berücksichtigen und Ihnen Empfehlungen geben, ob Sie eine Sauna besuchen sollten und wie Sie sicher und angenehm darin bleiben können.

Rheuma & Sauna:

Es gibt eine begrenzte Anzahl von wissenschaftlichen Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Rheuma und Sauna befassen. Einige Studien haben jedoch gezeigt, dass der regelmäßige Besuch der Sauna bei rheumatischen Erkrankungen vorteilhaft sein kann.

Eine kleine Studie aus dem Jahr 2010, die in der Fachzeitschrift „Clinical Rheumatology“ veröffentlicht wurde, untersuchte den Einfluss der Sauna auf Schmerzen und Entzündungen bei rheumatoider Arthritis. Die Studie ergab, dass die Teilnehmer, die regelmäßig in die Sauna gingen, signifikant weniger Schmerzen und Entzündungen hatten als diejenigen, die nicht in die Sauna gingen.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2014, die in der Fachzeitschrift „Complementary Therapies in Medicine“ veröffentlicht wurde, untersuchte den Einfluss der Sauna auf Fibromyalgie-Patienten. Die Studie ergab, dass die Patienten, die regelmäßig in die Sauna gingen, signifikant weniger Schmerzen, Steifigkeit und Müdigkeit hatten als diejenigen, die nicht in die Sauna gingen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Formen von Rheuma gleich sind, und dass die Auswirkungen der Sauna auf Rheuma je nach Art und Schweregrad der Erkrankung variieren können. Daher sollten Patienten mit Rheuma vor Beginn eines Saunabesuchs immer ihren Arzt konsultieren.

Interview mit Dr. Peer M. Aries zum Tag der Zahngesundheit

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen den Zähnen und Autoimmunerkrankungen? 

Die medizinische Betrachtung des Zusammenhangs der Zahngesundheit mit Autoimmunerkrankungen ist tatsächlich einer gewissen Schwankung unterlegen. Während man früher sicher davon ausging, dass nahezu alle Autoimmunerkrankungen, insbesondere aber die entzündlich rheumatische Erkrankung, mit Entzündungen der Zähne zusammenhängen, war man zwischenzeitlich von der Vorstellung gänzlich abgekommen. In den letzten Jahren gab es dagegen wieder zunehmend neue Erkenntnisse, dass es einen direkten und indirekten Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen gibt. Es wurde beobachtet, dass Patienten mit einer Parodontitis und dem Nachweis von den Bakterien Porphyromonas gingivalis ein 2-8-fach höheres Risiko für die Entwicklung einer entzündlichen Gelenkserkrankung haben. Dabei ist der genaue Zusammenhang tatsächlich noch nicht ganz verstanden. Man geht aber davon aus, dass die Bakterien die Bildung rheumaspezifischer Antikörper fördern und so an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beteiligt sind. Inzwischen weiß man, dass es auch bei anderen Autoimmunerkrankungen offensichtlich in mehrfacher Weise einen Zusammenhang zwischen der Entzündung im Körper und der Zahngesundheit gibt. Auf der einen Seite fördert die Entzündung im Körper die Entstehung der Parodontitis, auf der anderen Seite aktiviert die Parodontitis selbst das Immunsystems und fördert damit eine systemische Entzündung.

Wie wirkt sich Behandlungsmethoden auf Autoimmunerkrankung aus?

Da ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Beweise, dass z.B. eine antibiotische Therapie nicht nur einen positiven Effekt auf die Parodontitis hat, sondern damit auch indirekt eine Auswirkung auf die Entzündung der Autoimmunerkrankung. Empfehlung zur antibiotischen oder chirurgischen Therapie der Parodontitis allein aufgrund einer bekannten Autoimmunerkrankung gibt es deshalb nicht, dennoch wird häufig eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung empfohlen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind allerdings diesbezüglich noch so schwach, dass nicht auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse bestanden werden kann.

Haben sie Tipps für die Zahngesundheit, um zusätzliche Schwierigkeiten mit einer Autoimmunerkrankung zu vermeiden?

Als Rheumatologe und Immunologe bin ich wahrscheinlich nicht der perfekte Ansprechpartner, für die Prävention einer Parodontitis. Die Kollegen der Zahnmedizin haben aber bestimmte Risikofaktoren identifiziert, die die Entstehung einer Parodontitis offensichtlich fördern. Dazu gehören

  • Unregelmäßige oder unzureichende Mundhygiene
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Übergewicht
  • Ungesunder Lifestyle (ungesunde Ernährung, Rauchen und Alkoholkonsum)

Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen Zahn und Zahnfleischproblemen und Autoimmunerkrankungen?

Die Parodontitis bedeutet übersetzt „Entzündung des Zahnhalteapparates“ und kann durchaus mit Folgeerkrankungen einhergehen: Neben der Entstehung von Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches kann es zur Entwicklung von Mundgeruch, einem Rückgang des Zahnfleisches und damit zu freiliegenden Zahnhälse mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit sowie auch Lockerung der Zähne und im schlimmsten Fall zum Ausfall der Zähne führen. Die unbehandelte Parodontitis gilt zudem heutzutage als zusätzlicher Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dr. med. Peer Aries
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Immunologie und Ernährungsmediziner

Interview: Dr. Peer M. Aries über Vitamin D, Wärme, Sonne & rheumatische Erkrankungen

Der Sommer ist da! Des einen Freud, des anderen Leid – Rheumatologe Dr. Peer M. Aries über Vitamin D und die Auswirkungen von Wärme und Sonne auf die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen und den Umgang mit UV-Strahlung.

Endlich steht der Sommer vor der Tür. Die Stimmung steigt und viele von uns sehnen sich nach unbeschwerten Stunden am Strand oder haben bereits ihren Urlaub im sonnigen Süden gebucht.

Durch das Sonnenlicht können wir unseren Vitamin D Speicher wieder aufladen. Das sorgt nicht nur für gute Laune, sondern ist gerade im Rahmen von Autoimmunerkrankungen besonders relevant für den Kalziumhaushalt und starke Knochen. Durch Sonnenlicht zugeführtes Vitamin D gilt als besonders nachhaltig für unseren Körper. Bereits einige Minuten am Tag draußen genügen damit der Körper Vitamin D produziert.

Herr Dr. Aries, warum wird Autoimmunerkrankten trotzdem auch im Sommer oftmals zu einer Vitamin D Substitution geraten? 

Vitamin D wird insbesondere dann empfohlen regelmäßig in Tablettenform einzunehmen, wenn eine Therapie mit Cortison besteht. Dieses dient zum Schutz einer Osteoporose. Da die Sonneneinwirkung in Deutschland meistens zu gering bzw. zu kurz ist, und die Menschen hier selten mit freiem Oberkörper in der Mittagssonne sitzen, reicht es meist nicht aus, sich auf die eigene Vitamin D Produktion zu verlassen.

Kann es auch zu einer Überdosierung von Vitamin D kommen?

Durch die unkontrollierte Einnahme von dem fettlöslichen Vitamin D kann es insbesondere auch deshalb zu Nebenwirkungen kommen, da Vitamin D im Gegensatz zu anderen Vitaminen nicht ausgeschieden sondern im menschlichen Körper gespeichert wird. Sorgen muss man sich allerdings nur machen, wenn über einen längeren Zeitraum so viel Vitamin D eingenommen wurde, dass es dadurch bedingt zu einem Ungleichgewicht des Kalziumshaushaltes gekommen ist. Akute Beschwerden können Übelkeit, Erbrechen oder auch Herzrhythmusstörungen sein, während ein chronischer Zustand z.B. zu Nierenschäden (Nierensteine) oder einer Osteoporose führen kann

Es gibt Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise die rheumatoide Arthritis, bei der Patienten in der wärmeren Jahreshälfte subjektiv weniger unter Gelenkbeschwerden leiden als im Winter. Patienten mit einem systematischen Lupus Erythematodes hingegen versuchen die Sonnenexposition so gut es geht zu vermeiden, um keinen Nährboden für Schübe zu liefern. 

Lassen sich generell Aussagen zu Wärme und Sonne in Bezug auf Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis treffen oder ist hier jede Erkrankung und jede Person individuell zu betrachten?

Tatsächlich ist das Empfinden für Wärme und Kälte sehr individuell. Bei den von Ihnen angesprochenen Erkrankungen verhält es sich so, dass Klima mit niedrigen Temperaturen und hoher Feuchtigkeit für die Beschwerden im Bewegungsapparat (Muskel- und Gelenkschmerzen) meistens eher ungünstig empfunden werden. Hierzu gibt es auch interessante Untersuchungen aus der Notaufnahme, dass z.B. in solchen Monaten häufiger Patienten mit rheumatischen Gelenkserkrankungen Notfall-Sprechstunden aufsuchen.
Für den systemischen Lupus erythematodes gilt, dass die UV-Strahlen der Sonne zu einer immunologischen Reaktion in der Haut führen und somit einen Schub auslösen können. Diese Patienten vermeiden bereits aus Ihrer Erfahrung heraus das Sonnenlicht, da sie gemerkt haben, dass nicht nur die Haut lichtempfindlicher geworden ist, sondern es Ihnen auch allgemein weniger bekommt.

In welchem Maß beeinflussen Medikamente die Sensibilität gegenüber Sonneneinstrahlung? (MTX, Chloroquin, Kortison)

Viele der Medikamente, die autoimmune Patienten einnehmen, können bei Sonneneinstrahlung zu einer fotoallergischen Reaktion bzw. eine zu einer Fototoxizität führen. Durch die UV-Strahlen kommt es zur Veränderungen der chemischen Moleküle aus denen die Medikamente  bestehen. Dieses kann zu strukturellen Veränderung oder damit verbunden auch zu einer veränderten Reaktivität der Moleküle führen. Sie verhalten sich deshalb sowohl was die Wirkung als auch Nebenwirkung angeht plötzlich anders. Viele der Reaktionen werden insbesondere durch UV-A Strahlen ausgelöst, die, anders als die UV-B Strahlen, nicht von Glas oder dünner Kleidung abgehalten werden. Deshalb können die Reaktionen z. B. auch beim Autofahren und geschlossenen Fenstern auftreten.

Viele wissen, der beste Schutz vor zu viel Sonneneinstrahlung ist die Vermeidung. Doch mit einem gezielten Umgang lässt sich der Sommer auch für Autoimmunerkrankte angenehm gestalten. So kann eine gezielt ausgesuchte Sonnencreme nicht nur vor UV-A-, sondern auch vor UV-B-Strahlung schützen. Eine Kopfbedeckung oder eine Sonnenbrille können nicht nur Schutz, sondern auch modische Hingucker sein. Zudem gibt es ein zunehmendes Angebot an spezieller UV-Kleidung.

Gibt es darüber hinaus Empfehlungen, die sie ihren Patienten mit auf den Weg geben?

Es geht tatsächlich nicht darum, dass sich Patienten mit Autoimmunerkrankungen verstecken und komplett die Sonne meiden sollten. Freizeitaktivitäten im Freien wie z. B. Sport oder soziale Kontakte pflegen ist auch und manchmal gerade für Patienten wichtig. Es kommt eben auf die Dosierung und den vorsorglich in Schutz an.

Viele Patienten mit einer Autoimmunerkrankung werden erfolgreich mit Biologika therapiert. Diese sollten in den meisten Fällen gekühlt aufbewahrt werden. Plant man jedoch einen längeren Urlaub bzw. eine lange oder komplizierte Urlaubsanreise im Flugzeug oder mit der Bahn, gestaltet es sich unter Umständen schwierig die Kühlung dauerhaft zu gewährleisten.

Wie kann am besten sichergestellt werden, dass das Medikament ausreichend gekühlt transportiert wird?

Es gibt zum einen die Möglichkeit in den Wochen vor der Reise die Zeitpunkte der Applikation so zu verschieben, dass möglicherweise am Abreisetag die letzte Spritze appliziert wird und die nächste Spritze erst nach der Rückkehr wieder notwendig ist. Sollte dieses aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich sein, können diese Medikamente natürlich auch gekühlt mit zum Urlaubsort transportiert werden. Wichtig ist eine relativ kontinuierliche Kühlung, hierbei behilflich sind zum Teil Kühltaschen, die von den Herstellerfirmen zur Verfügung gestellt werden. Schauen Sie ruhig auch mal in dem Beipackzettel ihres Biologikum nach, weil einige wenige Präparate auch ungekühlt bzw. bei Raumtemperatur über 28 Tage stabil bleiben. Dabei ist es allerdings wichtig, dass die Medikamente nicht aus dem Kühlschrank genommen, bei Raumtemperatur transportiert und am Urlaubsort wieder in den Kühlschrank eingelagert werden. Im Zweifel sollte es so sein wie in der Werbung, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Interview mit Dr. Aries: Ist Rheuma vererbbar?

Welche Risikofaktoren gibt es eine Autoimmunerkrankung zu bekommen?

Neben dem genetischen Risiko, das man vererbt bekommt, gibt es noch zahlreiche andere Risiken, die zu der Entstehung einer Autoimmunerkrankung führen können. Dazu gehören unter anderem Infektionen, Umweltfaktoren und Lifestylefaktoren. Alle diese Faktoren haben in unterschiedlichen Ausmaße Einfluss auf die Entstehung von Autoimmunerkrankungen, wobei man für jeden einzelnen Patienten und jede einzelne Erkrankung das Ausmaß des Einflusses nicht quantifizieren kann.

Kann man es prüfen, ob man eine genetische Disposition hat?

Es gibt eine Vielzahl von Genen, die mit bestimmten Autoimmunerkrankungen wie der Psoriasis, der MS oder entzündlich rheumatische Erkrankung assoziiert sind. Eine Testung dieser vielen Gene ist jedoch im im praktischen Alltag nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Fast keines dieser Gene gibt einen tatsächlich Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, eine Autoimmunerkrankung im weiteren Verlauf zu bekommen. Assoziation bedeutet lediglich, dieses Gen kommt bei dieser Erkrankung häufiger vor, hilft dann aber nicht bei der Diagnosestellung, bei der neben diesem einen Gen noch viele andere Gene, die Kombination von Genen oder einer von den anderen oben genannten Faktoren eine Rolle spielen.

Was kann man präventiv tun, wenn man weiß, man hat eine genetische Disposition?

Eine gesunde Lebensweise ist sicherlich so oder so sinnvoll. Egal ob man eine genetische Veranlagung für bestimmte Erkrankungen hat oder nicht: Eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensgestaltung sind in jeder Hinsicht sinnvoll. Auch wenn die Auswirkung davon ebenfalls nicht quantifiziert werden kann, so ist z. B. der Verzicht auf Nikotinkonsum, nur geringe Mengen von Alkohol, viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung genauso sinnvoll wie negativen Stress zu reduzieren. Dieses hat nicht nur Auswirkung auf die Autoimmunerkrankung sondern natürlich auch auf das sonstige Wohlbefinden, die kardiovaskulären Erkrankungen und die psychische Gesundheit.
Was spielt eine größere Rolle eine Autoimmunerkrankung zu bekommen – der Lebensstil oder die Gene?
Das ist tatsächlich nicht zu quantifizieren. Dadurch, dass fast keine der Erkrankung nur durch einen der Faktoren hervorgerufen wird, sondern es sich um multifaktorielle Erkrankungen handelt, kann man das Risiko nicht quantifizieren. Zudem ist auch nicht bekannt wie viele dieser Faktoren zu welchem Maße bestehen müssen, damit eine Erkrankung entsteht.

Kinderwunsch: Mein Mann und ich haben beide Rheuma – Ist es ein großes Risiko für unser Kind oder kann man es schon im Mutterleib testen?

Weder eine Testung vor der Geburt noch nach der Geburt wird heutzutage empfohlen, da es keine Möglichkeit gibt, das konkrete Risiko zu berechnen. Viele Eltern fragen, ob sie nicht bei den Kindern schon eine genetische Untersuchung machen sollten, die Antwort sollte immer sein: Nein. Ohne eine klinische Symptomatik oder einen konkreten Verdacht der vorliegenden Autoimmunerkrankung ist eine genetische Diagnostik definitiv nicht zu empfehlen. Selbst wenn man die Möglichkeit hätte, das konkrete Risiko zu berechnen, wäre es heutzutage keine Möglichkeit, eine präventive Therapie den Menschen zu empfehlen. Es bleibt dabei, sollten die Eltern Autoimmunerkrankungen haben, dann sollten die Kinder nur dann im Hinblick auf diese Autoimmunerkrankung dem Arzt vorgestellt werden, wenn eine klinische Symptomatik vermutet wird.

Nik stellt vor: Dr. Peer M. Aries – Rheumatologe

Einer unserer Experten der ersten Stunde: Der Rheumatologe Dr. Peer Aries unterstützt NiK e.V. schon von Anfang an mit wertvollem Input. Ob in diversen Interviews zum Thema Rheuma, Corona oder als Experte in unseren digitalen Patientenveranstaltungen – er steht NiK und allen Betroffenen immer mit Tipps und Ratschlägen auf neuestem wissenschaftlichen und medizinischen Stand zur Seite.

Der in Hamburg geborene und heute wieder in der Hansestadt praktizierende Internist, Rheumatologie und Immunologe, Dr. Peer Aries ist Hamburger Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Rheumatologen, wurde im Jahr 2020 erneut als einer der Top-Mediziner von FOCUS-Gesundheit gelistet.

Zusätzlich sind Herr Dr. Aries und zwei seiner Kollegen auch Fachärzte für Immunologie. Um noch mehr von Dr. Aries zu erfahren, haben wir ihm ein paar Fragen zu sich und seiner Arbeit gestellt.

Welchen Schwerpunkt legen Sie in Ihrer Behandlung?

Ich glaube für alle unsere Mitarbeiter behaupten zu können, dass wir eine sehr persönliche Betreuung unserer Patienten anbieten. Wir haben die Möglichkeit, die Patienten dort abzuholen, wo sie zum jetzigen Zeitpunkt stehen und können Ihnen eine bedarfsgerechte Therapie anbieten. Dabei geht es uns nicht nur um die Suche nach neuen Medikamenten, sondern es geht uns insbesondere auch darum, dass unsere Patienten über ihre eigene Erkrankung Bescheid wissen und unsere Therapiekonzepte verstehen. Meistens entscheiden wir mit dem Patienten gemeinsam über das weitere Vorgehen, wobei wir mit unserer Erfahrung und Kompetenz dem Patienten aufzeigen, was ein sinnvoller Weg bezüglich der Diagnostik und Therapie sein könnte. Letztendlich entscheidet aber der Patient, ob er unserer Empfehlung folgen möchte.

Würden Sie sagen, in den letzten Jahren hat sich das Feld der Rheumatologie verändert? Wenn ja, wohin?


Das Feld der Rheumatologie hat sich insofern verändert, als dass wir aufgrund der neuen Möglichkeiten bei der Diagnostik und der Therapie zunehmend mehr als Immunologen arbeiten und uns von den reinen entzündlichen Gelenkerkrankungen entfernt haben. Früher war es so, dass entzündlich rheumatische Erkrankte, die mehr als nur Gelenksentzündungen aufwiesen, stationär aufgenommen werden mussten. Heutzutage kann jeder niedergelassene Rheumatologe auch komplexe entzündliche Systemerkrankungen betreuen, sodass deutlich weniger stationäre Krankenhausaufenthalte notwendig sind.

Was machen Sie, um dieser Veränderung auch in der Praxis Rechnung zu tragen?

Durch die Ansiedlung in einem Fachärztezentrum können wir auf eine geteilte Kompetenz auch von den anderen Fachrichtungen zurückgreifen. Zeitnahe Termine in der Lungenabteilung, Röntgenabteilung, bei den Kollegen der Hämatologie, und der Nephrologie ermöglichen uns eine ambulante bereit aufgestellte Diagnostik und Therapie.

Wie gut lässt ich Rheuma heute behandeln?

Im Gegensatz zu früher, wo wir uns mit Medikamenten beschäftigt haben, die das Rheuma nur etwas erträglicher gemacht haben, haben wir heute den Ehrgeiz, die entzündlich rheumatische Erkrankung komplett zu stoppen. Wir sprechen zwar immer noch nicht von Heilung, wir haben aber durchaus für die meisten Patienten die Möglichkeit, die Krankheit komplett unter Kontrolle zu bringen. Dass ist das Ziel eines jeden Rheumatologen aktuell.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Die Entwicklung der medikamentösen Therapien in den letzten 20 Jahren war berauschend. Wir werden in der kommenden Zeit weitere Therapien und Therapiekonzepte bekommen. Ich gehe weniger davon aus, dass wir ein Medikament für alle Patienten finden, wir werden aber zunehmend individuelle Therapieoptionen für jeden einzelnen Patienten finden. Dabei ist es wichtig, die Krankheiten besser zu verstehen und zu suchen, welcher Mechanismus tatsächlich zu der Erkrankung geführt hat.

Worüber schlagen Sie heute noch die Hände über dem Kopf zusammen, wenn es ums Thema rheumatische Erkrankung geht?

Wir ärgern uns über die Bewerbungen in den Tageszeitungen und Zeitschriften, die suggerieren, dass man entzündlich rheumatische Erkrankung mit Grünlippenmuschelextrakt, Weihrauchkapseln oder Murmeltieröl heilen kann. Wir haben nichts dagegen, wenn Patienten auch außerhalb der Schulmedizin nach Hilfe suchen, es ist aber ärgerlich wenn dadurch Zeit
verschwendet wird, die wir hätten brauchen können, um die Prognose der Erkrankung möglichst günstig zu gestalten.

Wo gestaltet sich die Rheumatologie noch besonders schwierig?

Wie bereits oben angesprochen, haben wir zwar viele unterschiedliche Therapiekonzepte, aber eine Personal-isolierte Medizin, das heißt ein spezielles Medikament für einen speziellen Patienten, können wir zur Zeit noch nicht anbieten. Erste Therapieversuche diesbezüglich sind allerdings schon unterwegs. Es wird jedoch noch ein wenig dauern, bis wir das individuelle Medikament für den einzelnen Patienten auch tatsächlich im klinischen Alltag einsetzen können.

Ihrer langen Erfahrung nach, würden Sie sagen, dass es ein oder zwei ziemlich eindeutige Zeichen für Rheumatiker gibt, woran sie die Krankheit an sich selbst erkennen können?

Leider nein, wie ebenfalls oben angedeutet, ist das Bild der entzündlich rheumatischen Erkrankung sehr bunt. Das Fokussieren auf eine bestimmte klinische Symptomatik würde dazu führen, dass Patienten ihre Erkrankung möglicherweise verkennen. Auf der anderen Seite haben viele Patienten durch die chronische Entzündung das Gefühl der Abgeschlagenheit. Dieses ist zwar keine spezifische Symptomatik, die es nur für entzündliche rheumatische Erkrankung gibt, häufig gehen sie aber mit den unterschiedlichen rheumatologischen Erkrankungen einher.

Wie lange behandeln Sie Patienten in der Regel?

Das ist in der Tat sehr unterschiedlich, da einzelne Erkrankungen nach einem Jahr häufig
eingeschlafen sind, andere Erkrankungen, wissen wir, kommen im weiteren Verlauf immer wieder und da muss dann eine langfristige Betreuung sichergestellt sein. Es ist jedoch so, dass bei jeder Visite mit dem Patienten darüber gesprochen wird, wie der aktuelle Stand der Dinge ist, und wie das weitere Prozedere bis zum nächsten Besuch sein soll. Dabei kann es auch durchaus sein, dass Patienten sich nur alle 6 Monate oder 12 Monate bei uns vorstellen.

Was ist die häufigste Frage, die Ihnen Ihre Patienten aktuell stellen?

In der aktuellen Phase sind das natürlich Fragen rund um die SARS-CoV-2 Impfungen. Außerhalb der Pandemie fragen aber die meisten Patienten, was sie selber zu der Behandlung der Erkrankung beitragen können und denken dabei insbesondere an Ernährungsumstellung. Wir informierten die Patientin ausführlich über das Potenzial der Ernährung, weisen aber auch darauf hin, dass dies nur eine additive Unterstützung sein kann und eine adäquate medikamentöse Therapie leider nicht ersetzen kann.

Was wünschen Sie sich und Ihren Patienten für 2021/2022?

Der sehnlichste Wunsch ist eine Kontrolle der Pandemie, um den Patienten wieder die Sorgen vor einem schweren Verlauf der Infektion nehmen zu können und sich wieder auf die normale rheumatologische Betreuung konzentrieren zu können. Zur Zeit wird zu einem nicht unwesentlichen Teil im Rahmen der Visiten über die Informationen zu COVID-19 und SARS- CoV-2 Impfungen gesprochen, da kommen manchmal die optimale Therapie der entzündlich rheumatischen Erkrankung tatsächlich zu kurz.

Wir danken Herrn Dr. Aries für seine unermüdliche Unterstützung 

und die Beantwortung unserer Fragen!

Weltgesundheitstag am 7. April 2021 – „Gesundheitliche Chancengleichheit“

Anlässlich des Gründungsdatums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1948 findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Der diesjährige Weltgesundheitstag steht unter dem Motto “Gesundheitliche Chancengleichheit”. Wir haben Herrn Dr. Peer M. Aries, Spezialist für Rheumatologie in Hamburg, dazu ein paar Fragen gestellt.

Der Weltgesundheitstag steht dieses Jahr unter dem Motto „Gesundheitliche Chancengleichheit“. Wo sehen Sie bei der medizinischen Versorgung in Deutschland ein Ungleichgewicht? Wo müsste ihre Meinung nach noch verbessert werden?

Die in Deutschland angebotene medizinische Versorgung ist hochwertig und steht Allen zur Verfügung. Theoretisch. Letztendlich reicht es aber nicht nur ein Hochleistung – System zur Verfügung zu stellen, wenn die Hürden dieses System in Anspruch zu nehmen, für viele Bürger eben dann doch unüberwindbar sind. Viele denken dabei an kleinere Randgruppen, die in Relation zu den anderen großen Gruppen vielleicht zu vernachlässigen sein.

Praktisch ist es aber so, dass jeder von uns relativ schnell zu einer Randgruppe gehören kann und ihm damit der Zugang zu dem Gesundheitssystem eben auch verwehrt bleibt. Denken wir an die Gruppen, die entweder nicht der deutschen Sprache mächtig sind, die sehbehinderten, die gehbehinderten oder auch den Jugendlichen, die manchmal Eltern mit den zuvor genannten Einschränkungen haben. Heute mag es uns vielleicht nicht interessieren, ob die Praxis Treppenstufen hat, Morgen oder in 10 Jahren könnte es aber auch uns davon abhalten zum Hausarzt zu gehen. Gerade habe ich selber miterlebt, wie ausländische Familien einen negativen Corona Test beim Amt vorlegen sollten, um ihren Aufenthaltsstatus zu klären, aber keine 25 € für jedes einzelne Familienmitglied für einen Corona -Antigenschnelltest zahlen konnten. Ändern sollte sich neben der „Awarness“ eben auch die Zugangsmöglichkeiten zu dem Gesundheitssystem.

Wie kann man präventiv vorarbeiten, um benachteiligte Zielgruppen rechtzeitig zu erreichen?

Die besondere Schwierigkeit ist, dass die benachteiligten Zielgruppen sich eben nicht in den gleichen Räumen bewegen, wie die übrige Gesellschaft. Somit sind sie auch mit den klassischen Instrumenten wie den klassischen Medien oder den sozialen Medien nicht zu erreichen. Niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten gibt es nur durch die Präsenz in den gleichen Räumen, in denen sich die benachteiligten Zielgruppen bewegen. Dieses können soziale oder kirchliche Einrichtungen oder auch die Ämter an sich.

Der Sozialstatus hat einen starken Einfluss auf die Gesundheit und resultiert in ungleich verteilten Gesundheitschancen. Wie wirkt sich das ganz spezifisch bei Autoimmunerkrankungen aus? Sehen sie da große Unterschiede bei Behandlungserfolgen
etc.?

Letztendlich ist der Einfluss des Sozialstatus auf die Autoimmunerkrankungen nicht viel anders als bei den anderen chronischen Erkrankungen. Das Thema der späten Erkennung der Erkrankung und späten Einleitung der Therapie bzw. die Notwendigkeit der kontinuierliche medizinische Betreuung ist für alle chronischen Erkrankungen vergleichbar. Ob es nun der Diabetes mellitus ist, die Rheumatoide Arthritis oder der hohe Blutdruck, letztendlich führen alle chronischen Erkrankungen
zu einer mittleren langfristigen weiteren Schädigung der Organsysteme.

Nicht selten überschneiden sich die chronischen Erkrankungen, der Patient mit der Psoriasis vulgares z.B. hat proportional häufiger einen hohen Blutdruck bzw. der Patient mit chronischen Schmerzen hat proportional häufiger depressive Episoden. Somit ergibt sich eigentlich kein spezifischer Einfluss des Sozialstatus auf die einzelne autoimmune Erkrankung.

Glauben Sie, dass das gesundheitliche Ungleichgewicht durch die Corona – Pandemie noch größer geworden ist und warum?

Dieses ist leider zu befürchten. Für viele Randgruppen ist es die einzige Chance die Leistung des Gesundheitssystems abzurufen, indem andere Menschen Ihnen dabei helfen. Durch die deutliche Reduktion der sozialen Kontakte entsteht eine größere Distanz
innerhalb der Gesellschaft. Die größten Nachteile haben deshalb die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, die nicht eigenständig in der Lage sind, sich zu organisieren oder medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das gefährliche ist, dass die Folgen nicht sofort erkennbar sind, sondern erst am Verlauf der nächsten Monate und Jahre. Die dadurch resultierende Ungleichheit führt zu einer größeren Frustration und noch größerer sozialer Distanz der einzelnen Bevölkerungsgruppen. Der Vergleich mit einem Pulverfass ist wahrscheinlich nicht ganz falsch.

Warum muss ich meine Diagnose ernst nehmen? – Ein Interview mit Dr. Peer M. Aries

Die Diagnose einer Autoimmunerkrankung ist für fast alle Betroffenen ein harter Schicksalsschlag. Wie geht es nun weiter? Was muss ich nun tun? Wer kann mir helfen? Während die einen sich aktiv mit der Krankheit auseinandersetzen und diese zu „bekämpfen“ versuchen, ignorieren die anderen die Diagnose und Symptome aus Angst und Unsicherheit vor der Erkrankung und der Zukunft. 

Dr. Peer M. Aries, Spezialist für Rheumatologie in Hamburg, erklärt uns, warum man eine Diagnose immer ernst nehmen muss und was neuartige Therapieoptionen für Möglichkeiten bieten.

Warum muss ich meine Diagnose ernst nehmen?

Aus ärztlicher Sicht ist es aus unterschiedlichen Gründen wichtig, dass die Diagnose einer chronischen Entzündungserkrankung ernst genommen wird. Z.B. geht es nicht nur um das Hier und Jetzt sondern auch um die zukünftige Lebensqualität. Auch wenn sie als Patient zum heutigen Zeitpunkt vielleicht nicht viel von der Erkrankung merken, so kann sich die Erkrankung im Laufe der Zeit auch verändern.

Auch kann eine subtile Entzündung (eine chronische Entzündung die man aber im Alltag nicht wirklich merkt) langfristig zu erheblichen Komplikationen führen. Wir wissen z.B., dass bei bestimmten chronisch-entzündlichen Erkrankungen das Risiko für Herzinfarkte erhöhtes sind, was bedingt ist durch die ständig ablaufende Entzündung. Diese chronische Entzündung macht z.B. die Wände der Blutgefäße klebrig, sodass sich dort leichter Cholesterinablagerungen festsetzen können.

Auch kann z.B. die fortgesetzte Einnahme von niedrigdosierten Kortison zwar heute gut vertragen werden und die Lebensqualität positiv beeinflussen, langfristig aber zu erheblichen Nebenwirkungen am Knochen führen (Osteoporose).

Was macht die Krankheit im Hintergrund mit mir?

Wichtig ist es zu verstehen, dass alle chronischen entzündlichen Erkrankung, egal ob sie im Darm, auf der Haut oder in den Gelenken sind, nicht per se im Hintergrund zu weiteren Komplikationen führen.

Das Entscheidende ist, dass die Entzündung komplett unter Kontrolle ist, sowohl die Entzündung die man merkt, als auch die Entzündung die nicht von den Patienten subjektiv gemerkt werden. Das Ziel muss also sein, sich nicht nur auf die zur Zeit im Vordergrund stehenden klinischen Symptome oder Einschränkung zu fokussieren, sondern auch auf die im Hintergrund ablaufenden Entzündung zu achten.

Ist beides gut unter Kontrolle, machen die chronischen Entzündungserkrankung keine zusätzlichen Komplikationen.

Muss ich therapieren, wenn ich kaum was merke?

Wie oben bereits geschildert, muss eine chronische Entzündung nicht immer von dem Patienten bemerkt werden. Diese unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ablaufenden Entzündung (subtile Entzündung oder subklinische Entzündung) kann, wie oben geschildert zu schweren Komplikationen nach vielen Jahren führen.

Es ist deshalb anzuraten, sich nicht nur auf die von den Patienten bemerkten Symptome zu fokussieren, sondern auch die im Hintergrund ablaufenden Entzündung zu behandeln. Dabei ist es genauso wichtig, dass man versteht, dass nicht alle Entzündung sich immer in Form einer Erhöhung der Blutsenkung oder des CRP-Wertes im Blut darstellen. Gerade auch die chronischen Entzündung der Haut gehen nämlich nicht mit Veränderung der Laborwerte einher.

Was passiert, wenn ich die Augen verschließe?

Jeder Patient hat im Rahmen seiner chronischen Entzündungserkrankung immer mal wieder Phasen, bei denen er von der Erkrankung nichts wissen möchte. Vielleicht weil es dem Patienten zur Zeit gerade gut geht oder aber weil der Patient von den bisherigen Therapieversuchen frustriert ist.

Es wäre ungewöhnlich, wenn ein Patient immer die gleiche Motivation hat, das Beste aus seiner Krankheitssituation zu machen. Es ist aber die Aufgabe der Ärzte die Patienten in solchen Situationen abzuholen und zu verdeutlichen, dass das Ignorieren von Beschwerden langfristig zu noch weiteren Komplikationen führen kann.

Wie gut sind neuartige Therapieoptionen?

Neue Therapien sind deshalb gut, weil sie uns neue bzw. andere Optionen bieten. Dabei ist nicht jede neue Therapie gleich besser als eine ältere Therapie. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass wir in näherer oder weiterer Zukunft eine Therapie finden, die für alle Patienten besonders gut geeignet ist, besonders gut vertragen wird oder besonders effektiv ist.

Es ist deshalb wichtig, dass wir für jeden einzelnen Patienten mit seinem individuellen Verlauf unterschiedliche Therapieoptionen haben. Jede neue Therapie ermöglicht uns wieder eine neue Option für andere Patienten.

Nicht selten ist es heutzutage so, dass die neuen Therapien zwar stärker und effektiver sind, aber auch zumeist mit eher höherem Risiko von Nebenwirkungen (zumeist Infektionen) einhergehen. Es ist deshalb wichtig als Patient zu verstehen, dass es nicht immer gut ist die neueste Therapie zu bekommen, die möglicherweise stark ist, aber gleichzeitig mit dem Risiko der erhöhten Nebenwirkung einhergeht, und für die vielleicht noch nicht so viele Erfahrungen aus dem klinischen Alltag vorliegen.

Lupus erythematodes: Experteninterview mit Dr. Peer M. Aries

Laut Angaben der Berliner Charité leiden in Deutschland rund 20.000 Menschen an der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes oder auch „Schmetterlingsflechte“ genannt. Die Ausprägung der Krankheit reicht dabei von Gesichtsrötungen bis zu Gelenkschmerzen und hat eine Vielfalt an Symptomen. Dr. Peer M. Aries von der Rheumatologie im Struenseehaus in Hamburg erzählt uns, welche Therapieformen und Behandlungsmöglichkeiten es gibt, was Betroffene selbst tun können und was man bei Kinderwunsch beachten sollte.

Was ist Lupus erythematodes (LE)?

Der Lupus erythematodes gehört zu den Formen des Weichteilrheuma, auch genannt Kollagenosen. Es ist eine Autoimmunerkrankung, die insbesondere die Haut und Schleimhäute betreffen kann. Bei der systemischen Verlaufsform kann es auch zu entzündlichen Veränderungen der Gelenke bzw. der inneren Organe (Herz, Lunge und Niere) kommen. Für die Patienten ist es wichtig zu wissen, dass nicht jeder Patient mit einem Lupus einen schweren Verlauf mit Beteiligung aller Organe haben wird. Die meisten Patienten haben eine mildere Verlaufsform.

Was ist die Ursache von LE und wie entsteht er?

Einen einzelnen Auslöser für den Lupus erythematodes gibt es – wie für viele andere Autoimmunerkrankung – tatsächlich nicht. Wir wissen heute, dass offensichtlich einige Gene zu dieser Erkrankung prädisponieren, das heißt die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Patient diese Erkrankung bekommt. Diese Gene sind jedoch nicht allein entscheidend. Es gibt viele Menschen mit solchen Genen, die keine Autoimmunerkrankung bekommen. Es müssen also noch andere Faktoren hinzu kommen, wie z.B. Umweltfaktoren oder auch Infektionen. Auch dabei spielt es eine wichtige Rolle das nicht der einzelne Umweltfaktoren oder die einzelne Infektion letztendlich für die Autoimmunerkrankung entscheidend ist, es scheint in der Hinsicht aber eine Rolle zu spielen, dass es das Immunsystem durcheinanderbringt und zu einer autoaggressiven handelsweise verleitet.

Welche Formen des LE gibt es?

Wir unterscheiden grob zwischen dem auf die Haut begrenzten Lupus erythematodes und der systemischen Verlaufsform, bei dem auch außerhalb der Haut entzündliche Veränderungen auftreten können.

Welche Therapieformen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Therapie hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel getan. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass wir eine Vielzahl von Medikamenten inzwischen zur Verfügung stehen haben, sondern auch das Konzept, wann man welche Therapie einsetzt ist heutzutage von entscheidender Bedeutung. Wir richten uns dabei nach dem Verlauf der Erkrankung. Es gibt nicht eine Therapie, die allen Patienten grundsätzlich zu empfehlen ist.

Wir unterscheiden zwischen einer milden und schweren Verlaufsform und versuchen auch die individuellen Unterschiede der Patienten dabei zu berücksichtigen. Dazu gehört natürlich auch, wie es z.B. mit einem Schwangerschaftswunsch aussieht oder welche Vortherapien die Patientin bereits gehabt hat. Tatsächlich empfehlen wir sehr vielen Patienten die Einnahme von Quensyl, da gerade bei der systemischen Verlaufsform bekannt ist, dass wir mit dieser Therapie Schübe bzw. einen schweren Verlauf vermeiden können. In Anbetracht der Tatsache, dass das Risiko von Nebenwirkungen relativ gering ist, sind wir sehr großzügig mit der Empfehlung der Therapie insbesondere auch bei Patientinnen, die in näherer Zeit schwanger werden wollen.

Was können Betroffene selbst tun?

Die Frage ist natürlich besonders häufig, da viele Patienten nicht alleine abhängig sein wollen von den Medikamenten. Grob gesagt, und sicherlich nicht erstaunlich, ist eine gesunde Lebensweise für solche Autoimmunerkrankung zuträglich. Eine ausgewogene Ernährung oder auch Vermeidung von viel Stress ist von Vorteil. Zweites ist nicht immer in der Entscheidung der Patienten, und wir wollen unserer Patienten auch nicht in einen Glaskasten sperren. Letztendlich soll unsere Therapie den Patienten ermöglichen, ein ganz normales Leben zu führen. Dazu gehört eben auch mal Stress.

Auf der anderen Seite sollten die Patienten sich freizeitliche Aktivitäten suchen, die z.B. zum Stressabbau führen können. Der Schlagwort ist heutzutage Achtsamkeit, dieses kann z.B. beinhalten mehr Sport und Bewegung zu machen, oder auch sonstige Entspannungstechniken zu lernen. Bezüglich der Ernährung ist es mir wichtig, dass die wissenschaftliche Grundlage für solche Empfehlungen tatsächlich sehr begrenzt ist. Dennoch kann man all unseren Patienten empfehlen, dass die Berücksichtigung einer mediterrane Kost sicherlich von Vorteil ist. Dieses beinhaltet möglichst wenig Fleisch und Alkohol und viel Omega 3 Fettsäuren, z.B. in entsprechenden Ölen wie Walnussöl oder Leinsamenöl oder auch in Form von Fischen. Die Einnahme von Omega 3 Fettsäurenkapseln ist sicherlich auch möglich, wird aber von den meisten Rheumatologen gegenüber der grundsätzlichen Ernährungsumstellung nicht bevorzugt.

Müssen Lupus Patienten bei bestehenden Kinderwunsch etwas beachten und kann die Therapie während der Schwangerschaft weiter geführt werden?

Es ist zu empfehlen, dass das Thema mit dem Rheumatologen im Vorwege besprochen wird. Dieses ist sicherlich nicht besonders Romantisch, kann aber für eine erfolgreiche Schwangerschaft von besonderer Bedeutung sein. In diesem Gespräch geht es darum, wann ein guter Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist. Wir wissen z.B. das Patienten mindestens 3-6 Monate vor der Empfängnisschutz einen kontrollierten Krankheitszustand (sogenannte Remission) haben sollten, weil damit das Risiko für eine zunehmende Krankheitsaktivität während der Schwangerschaft vermieden werden kann.

Außerdem muss geschaut werden, welche Medikamente die Patienten zu dem Zeitpunkt des Kinderwunsches einnehmen. Einige Medikamente verbieten sich bei einem Schwangerschaftswunsch, andere Medikamente werden explizit empfohlen. Zudem sollten noch individuelle Risikofaktoren für eine Schwangerschaft untersucht werden, dabei sind z.B. Antikörper zu berücksichtigen, die z.B. für das Kind und die Entwicklung einer Hautveränderung von Bedeutung sein könnten, oder auch Antikörper, die etwas mit der Blutgerinnung zu tun haben.

Dr. Peer M. Aries ist Facharzt für Innere Medizin / Rheumatologie und betreibt in Hamburg eine Gemeinschaftspraxis für Rheumatologie und klinische Immunologie. Wesentlicher Bestandteil ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Lungen, Nieren und Bluterkrankungen sowie der Radiologie. Schwerpunkte sind Innere Medizin, Rheumatologie, Klinische Immunologie sowie Rheuma und Schwangerschaft.

Rheuma und Reisezeit – Experteninterview mit Dr. Peer M. Aries

Die Temperaturen werden wärmer und für viele beginnt nun die Reisezeit. Für Rheumapatienten gibt es dabei allerdings einige Vorbereitungen zu treffen. Welche das sind erzählt uns Dr. Peer M. Aries.

Jetzt fängt die Reisezeit an: gibt es etwas, worauf man achten muss?

Es ist ein gutes Zeichen, wenn unsere Patienten reiselustig sind. Deshalb unterstützen unsere Patienten sehr gerne dabei. Einiges sollte aber tatsächlich vorher gut geplant sein. Fernreisen oder Abenteuer reisen sollten sicherlich vorher mit dem Arzt abgesprochen werden, da hierbei möglicherweise besondere Impfungen notwendig sind. Zudem ist zu planen, wie die Medikation während der Reise fortgesetzt werden soll. Viele der Medikamente können auf die Reise mitgenommen werden, einige wenige Medikamente müssen gegebenenfalls umgestellt werden. Es gibt z.B. die Möglichkeit bei einigen biologischen Therapien, die Therapie von Spritze auf Infusion umzustellen, damit der Patient in den kommenden 4 Wochen seine biologische Therapie nicht in Spritzenform mit auf der Reise mitnehmen muss. Dieses betrifft aber leider nicht alle biologische Therapieformen. Nicht zuletzt ist natürlich zu planen, was passiert wenn während der Reise ein Schub des Rheumas auftritt. Auch dieses sollte im Rahmen des nächsten Gespräches beim Rheumatologen diskutiert werden. 

Gibt es Reiseziele die problematisch sind? Wenn ja, warum? Sind spezielle Impfungen nötig und welche Impfungen darf man nicht bekommen?

Ich hatte das Thema eben oben bereits angesprochen. Ja, in der Tat gibt es einige Einschränkungen. Z.B. Reiseländer, bei denen eine Gelbfieberimpfung notwendig ist könnten schwierig sein. Unter der laufenden immunsuppressiven Therapie sind Lebend-Impfungen leider nicht erlaubt, sodass z.B. die Gelbfieberimpfung nicht möglich ist. Es ist häufig die Frage, ob die immunsuppressive Therapie für diese Gelbfieberimpfung unterbrochen werden sollte, da es aber eine Vorlaufzeit von 6 Monaten benötigt, die die immunsuppressive Therapie zuvor beendet worden ist, ist es für unsere Patienten meistens nicht realistisch eine Gelbfieberimpfung zu bekommen. Insofern sollten Reiseziele gesucht werden, bei denen das Risiko für Gelbfiebererkrankung nicht erhöht ist. Patienten die bereits einmalig in ihrem Leben Gelbfieber geimpft worden sind, benötigen keine Auffrischimpfung und können solche Reiseländer jedoch besuchen.

Was muss ich beim Transport meiner Medikamente beachten?

Zum einen ist zu raten, dass alle Medikamente z.B. mit in das Flugzeug genommen und nicht im Gepäck aufgegeben werden sollten. Das Risiko das Gepäckstücke verloren gehen ist leider zu hoch, sodass auch die Medikamente dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Des Weiteren gibt es bei dem biologischen Therapien das große Thema der kontinuierlichen Kühlkette. Die Medikamente sollten z.B. in einem Kühlaggregat transportiert und am Urlaubsort sowie Zuhause im Kühlschrank deponiert werden. Dieses kann unter Umständen sehr schwierig sein, wobei meine Patienten diesbezüglich sehr einfallsreich bereits gewesen sind. Hierbei lohnt es sich sicherlich auch die Spezialapotheke anzusprechen, da einige der biologischen Medikamente durchaus auch ohne eine Kühlung für eine bestimmte Anzahl von Tagen transportiert werden können. Es ist jedoch darauf zu achten, dass diese Medikamente dann am Urlaubsort nicht wieder in dem Kühlschrank deponiert werden dürfen sondern bei Raumtemperatur liegen bleiben müssen. Welche Medikamente das betrifft und wie die Lagerung dann erfolgen sollte, können die rheumatologischen Praxen oder die Spezialpotheken Ihnen sagen.

Wenn ich als Rheumapatient eine Flugreise plane, muss ich etwas zusätzlich beachten (Stützstrümpfe etc.)?

Spezielle Empfehlung für alle Rheumapatienten die sich auf eine Flugreise begeben gibt es nicht. Es kommt auf die tatsächliche Erkrankung an, ob das Risiko z.B. für eine Thrombose während einer Flugreise erhöht ist. Diese sollte mit dem Rheumatologen vor abgesprochen werden. In der Tat kann es gegebenenfalls sinnvoll sein Stützstrümpfe oder sogar auch eine Blutverdünnung an dem Reisetag einzunehmen. Eine allgemeine Empfehlung hierfür kann jedoch nicht ausgesprochen werden, da die individuellen Besonderheiten bei den Patienten jeweils berücksichtigt werden müssen.

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