Unsere Haut ist vor allem im Winter extremen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Mit sinkenden Temperaturen draußen halten wir uns vielfach in geheizten Räumen auf. Die Heizungsluft entzieht unserer Haut Feuchtigkeit, wodurch sie empfindlicher, trockener und rauher wird. Durch die sehr trockene Luft in den Räumen wird die Feuchtigkeit in unserer Haut an die Oberfläche transportiert, wo sie verdunstet. Die Folge ist eine zunehmend trockenere Haut. Die kalte Luft draußen sorgt zusätzlich für Stress für unsere Haut: sie ist ebenfalls arm an Luftfeuchtigkeit und verstärkt die Austrocknung der Haut. Zudem ziehen sich in der Kälte die Blutgefäße zusammen, um die Körperwärme zu erhalten. Die Folge ist eine geringere Blutzufuhr zur Haut und ein dadurch erniedrigter Stoffwechsel. Unsere Haut wird mit weniger Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, wodurch sie schnell blass und fahl aussieht. Zudem kommt in der kalten Jahreszeit hinzu, dass die Talgdrüsen bei weniger als acht Grad Celsius ihre Talgproduktion zurückfahren und bei extremer Kälte sogar einstellen. Durch den Mangel an hauteigenen Lipiden auf der Hautoberfläche wird die Haut trockener, die Hautschutzbarriere instabil und die Haut anfälliger für Bakterien und Mikroorganismen. Durch den fehlenden Lipidfilm auf der Hautoberfläche kann die Feuchtigkeit, die die Haut nun abgibt, noch schneller verdunsten und die Folge ist eine trockene, sehr empfindliche und schnell zu Rötungen sowie Ekzemen neigende Haut.
Und warum benötigt sie dann spezielle Pflege?
Um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen und die Hautbarriere zu stärken, benötigt die Haut eine gezielte Pflege. Wichtig ist vor allem, frühzeitig auf die Signale der Haut zu reagieren und sowohl mit Feuchtigkeit als auch Lipiden gegenzuwirken. Im Herbst und Winter sollte die Pflege in der Regel reichhaltiger sein. Dies mindert die schnelle Austrocknung, stabilisiert die Hautschutzbarriere und hält die Feuchtigkeit länger in der Haut.
Wie kann man die Haut vor Kälte schützen?
Wichtig ist eine auf den Hautzustand abgestimmte Reinigung und Pflege. Die Produkte sollten von der Reichhaltigkeit sowie von den enthaltenen Wirk- und Inhaltsstoffen her zur Haut passen. Bei bekannten Hauterkrankungen ist es wichtig, daß die kosmetischen Pflegeprodukte auf die dermatologische Therapie abgestimmt sind. Das A und O einer gezielten und wirksamen Gesichtspflege ist die tägliche Reinigung. Diese sollte vor allem im Winter sehr mild und frei von aggressiven Tensiden sein. Diese entfetten die Haut und trocknen sie dadurch sehr stark aus. Zudem sollte nur lauwarmes Wasser verwendet werden und die Haut anschließend mit dem Handtuch trocken getupft werden. Wenn die Haut ohnehin durch die Kälte und Heizungsluft schon sehr belastet ist, sollte auf eine starke mechanische Reizung generell verzichtet werden. Wenn Wasser bereits zu Rötungen und extremen Spannungsgefühlen führt, kann auch eine Reinigungsmilch verwendet werden, die nur mit einem trockenen Tuch abgenommen wird. Ein Gesichtswasser, welches Feuchtigkeit spendet, ist vor allem in dieser Jahreszeit als nächster Pflegeschritt sinnvoll. Um die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit zu versorgen, eignen sich im Anschluß an die Reinigung und das Gesichtswasser Wirkstoffseren. Vor allem Seren die zum Beispiel Hyaluronsäure enthalten, sind ein sehr guter zusätzlicher Feuchtigkeitsbooster. Wenn das Serum eingezogen ist, folgt die Pflege in Form von Cremes oder bei sehr trockener Haut auch gerne als Gesichts Öl. Wenn die Haut nur leicht trocken ist oder schnell zu Unreinheiten neigt, kann das Öl auch nur jeden dritten Tag angewendet werden. Ein Tropfen Öl in der Gesichtscreme bietet eine sehr gute Zwischenlösung, um die üblicherweise verwendete Creme etwas reichhaltiger werden zu lassen, ohne dass es zu viel für die Haut ist. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl sowie ein Gefühl für den Hautzustand und die Bedürfnisse der Haut gefragt. Ein ausreichender Sonnenschutz sollte im Winter ebenfalls nicht fehlen. Neben der geeigneten Hautpflege fördern Luftdiffuser das Raumklima und wirken der trockenen Heizungsluft entgegen. Bei extremer Kälte sollte die Haut mit Kleidung weitestgehend geschützt werden. Die Partien, die der kalten Luft ausgesetzt sind, sollten mit einer sehr reichhaltigen Creme versorgt werden.
Hat die Ernährung im Winter Einfluß auf die Haut?
Von innen heraus können wir die Haut in ihrer Gesundheit stärken und schützen. Wichtig ist, unabhängig von der Jahreszeit, jeden Tag ausreichend Wasser oder im Winter ungesüßten Tee zu trinken. Ein Flüssigkeitsmangel macht sich in Form von Trockenheit und Trockenheitsfältchen auf der Haut sichtbar. Zur weiteren Unterstützung der Immunabwehr sowie der hauteigenen Abwehrsysteme gegenüber freien Radikalen eignen sich Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind. Hierzu zählen zum Beispiel Spinat, Tomaten, Karotten, Äpfel, Zitrusfrüchte sowie Nüsse und Trauben. Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker und Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin sind generell empfehlenswert, um die Haut dauerhaft gesund zu erhalten.
Was empfiehlst du bei der Pflege von Neurodermitis-Haut im Winter?
Gerade bei der Neurodermitis ist ein Barriere-Schutz wichtig. Die ohnehin schon trockene und empfindliche Haut benötigt ein Mehr an Pflege und Stärkung der Hautbarriere. Das bedeutet, dass die kosmetische Pflege vor allem im Winter mehr Lipide als Feuchtigkeit enthalten sollte. Hier sind vor allem Lipide zu nennen, die den hauteigenen Fetten sehr ähnlich sind und dadurch schneller von der Haut aufgenommen werden und einen größeren Schutz bieten. Entsprechend sollte die Pflege zum Beispiel Ceramide, Squalan, Nachtkerzensamenöl oder Jojobaöl enthalten. Feuchtigkeit in Form von Hyaluronsäure oder Aloe Vera sowie natürlichen Feuchthaltefaktoren und Ectoin sind ebenfalls empfehlenswert. Wenn die Haut sehr trocken und spröde ist, darf sie auch gerne mehrmals täglich eingecremt werden. Hier sollten die Lippen und Hände nicht vergessen werden sowie nach dem Duschen oder Baden die Körperhaut.
Worauf sollten Neurodermitiker achten?
Die Pflege sollte auf den Hautzustand sowie auf die dermatologische Therapie abgestimmt sein. Neben den bereits erwähnten Lipiden und der Feuchtigkeit durch die verschiedenen Wirkstoffe können Neurodermitiker zusätzlich basische Bäder machen. Basisches Badesalz mindert die Entzündungen in der Haut und stärkt die Hautschutzbarriere. So verdampft die hauteigene Feuchtigkeit nicht so schnell. Die Bäder können auch als Fußbäder oder zur Gesichtsreinigung verwendet werden. Die anschließende Pflege ist hierbei sehr wichtig, um die Haut zu stärken und mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wenn die Haut extrem trocken ist in Form von eingerissenen Händen und juckenden Schienbeinen, sollte sie langsam an die Meersalzbäder gewöhnt werden. Außerdem ist es bei spröder und rissiger Haut sehr wichtig, vermehrt auf die Hygiene zu achten. Durch die gestörte Hautschutzbarriere können Mikroorganismen nun schneller in die Haut einwandern. Bei Unsicherheiten ist es auf jeden Fall ratsam, eine fachlich qualifizierte Meinung und Beratung einzuholen.
Studie zu den Auswirkungen bei atopischer Dermatitis
Dass viele Kinder und Jugendliche unter Neurodermitis leiden, haben wir ja schon des Öfteren thematisiert. Eine ständig juckende, trockene Haut und Ekzeme ist, was auf den ersten Blick auffällt. Es lohnt sich aber genauer hinzuschauen. Das zeigt jetzt die AD-GAP-Studie von Sanofi, die sich mit Faktoren auseinandersetzt, die die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis ganz besonders stören.
In der internationalen Studie wurden Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und Ärzte befragt und die Belastung im täglichen Leben – und die Auswirkungen auf das soziale und familiäre Leben scheint groß.
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Zum aus der Haut fahren – Neurodermitis bei Jugendlichen
Zum aus der Haut fahren – Neurodermitis bei Jugendlichen
Rötungen, Schmerzen, das ständige Bedürfnis sich zu kratzen – für viele Neurodermitis-Betroffene gehört das zum Alltag. Der am 14. September 2018 ins Leben gerufene Internationale Neurodermitis Tag soll auf die chronische Hauterkrankung aufmerksam machen und Verständnis schaffen. In diesem Jahr widmet sich der Tag der besonderen Belastung für Jugendliche, denn vor allem in der Pubertät leiden Menschen mit Neurodermitis unter Stigmatisierung, Mobbing und Ausgrenzung.
Neurodermitis – fehlgeleitetes Immunsystem
Etwa 2 % der Erwachsenen und 15 % bis 19 % der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren in Deutschland sind von Neurodermitis betroffen. Damit ist Neurodermitis die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung. Verantwortlich hierfür ist ein fehlgeleitetes Immunsystem, bei dem die körpereigene Abwehr verändert ist, deswegen ist die Erkrankung auch nicht ansteckend. Die Entzündungen unter der Haut sind immer vorhanden. Allerdings verläuft die Erkrankung in wiederkehrenden Schüben von unterschiedlicher Dauer und Schwere.
Besonderes Leid für Jugendliche
Gehänselt und ausgeschlossen – Grund dafür ist Malenas (14 Jahre alt) Neurodermitis. Die sichtbare rissige, krustige und nässende Haut führt in der Pubertät häufig zu Mobbing und Ausgrenzung. 39 % der Jugendlichen (14 – 17 Jahre) mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis geben an, in ihrem Leben wegen ihrer Neurodermitis gehänselt oder gemobbt worden zu sein.
Häufiges Fehlen in der Schule, starke Einschränkungen bei Freizeitaktivitäten mit Freunden und anhaltender Juckreiz gehören zum Alltag von Betroffenen der Hauterkrankung. In dieser besonders fragilen Lebenszeit kann der Verlust der Lebensqualität schnell starke psychische und emotionale Auswirkungen haben. Daraus können sich Angstgefühle, soziale Isolation und Depressionen ergeben. Auch für die Familien der jugendlichen Betroffenen ist die Pubertät eine schwere Zeit, schon ohne Neurodermitis. Eltern übergeben immer mehr Therapie-Verantwortung an die Jugendlichen und neben der finanziellen Belastung durch die Therapie, müssen die Eltern mit den starken emotionalen Auswirkungen der Erkrankung ihrer jugendlichen Kinder umgehen.
Im Umgang mit der atopischen Dermatitis sind Jugendliche und deren Familien nicht allein. Spezielle Neurodermitis-Schulungen bieten Hilfestellung bei der Integration der Therapie in den Alltag und unterstützen Betroffene und Angehörige mit speziellen Informationsangeboten.
Sie haben eine Idee den Alltag mit Neurodermitis zu verbessern? Dann werden Sie Teil der Aktion „Agent of Change“ und teilen uns Ihre Ideen mit.
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Head of Public Affairs Immunology T: +49 30 2575 2146 M: +49 172 39 39 213
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Mit Neurodermitis gut durch den Winter
Wenn die Haut verstärkt Aufmerksamkeit benötigt Neurodermitis begleitet Betroffene meist ein Leben lang. Mit der Zeit verstehen Atopiker ihre Erkrankung immer besser, meiden Trigger, achten auf einen gesunden Lebensstil und trotzdem können sie im Winter erneuten Schüben kaum entgehen. Doch warum verstärkt sich die Neurodermitis im Winter?
Das wohl größte Problem für Neurodermitis-Patienten ist tatsächlich die trockene Heizungsluft. Die trockene Umgebungsluft entzieht der Haut die Feuchtigkeit und reizt sie verstärkt. Unser derma2go-Tipp: Halte im Winter die Luftfeuchtigkeit auf einem konstanten Level. Hier kann entweder ein herkömmlicher Luftbefeuchter verwendet werden oder einfach ein Topf mit Wasser auf den Heizkörper gestellt werden. Auch wenn die kalte Luft der Haut zu schaffen macht, sollte dennoch mindestens dreimal täglich für jeweils 5 Minuten Stoßgelüftet werden.
Mit der richtigen Hautpflege Schüben im Winter vorbeugen Atopische Haut muss kontinuierlich gepflegt werden. Dabei überrascht es nicht, dass individuell auf die verschiedenen Begebenheiten mit Temperatur und Klima eingegangen werden muss. Generell gilt: Atopische Haut benötigt im Winter besonders viel Feuchtigkeit und rückfettende Pflegeprodukte.
Unsere Tipps für eine winterfeste Hautpflege bei Neurodermitis
Winterfeste Basispflege Kommen bei der Basispflege im Sommer Cremes zum Einsatz, empfehlen sich im Winter rückfettende Salben. Generell empfehlen sich Pflegeprodukte, die speziell für die kalte Jahreszeit ausgelegt sind und so beispielsweise rückfettende Inhaltsstoffe vorweisen können. Dazu zählen Präparate mit pflegenden Fetten wie Hornfette (Ceramide 1 und 3) oder auch das feuchtigkeitsspeichernde Eiweiß Filaggrin. Der Haut wird die fehlende Feuchtigkeit zugeführt, dadurch geschmeidiger und weniger anfällig für Juckreiz oder äußere Reize.
Händewaschen, aber richtig Coronabedingt waschen wir uns die Hände öfter als je zuvor. Oftmals wird dabei nur vergessen, dass der Haut der entzogene Fettfilm wieder zugeführt werden muss. Atopiker sollten direkt auf rückfettende Waschlotionen mit leucht sauren pH-Wert (5- 6) umsteigen und darauf achten, dass sie frei von Duftstoffen sind. Eine bessere Wahl für Neurodermitis-Patienten ist laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft die Verwendung von Desinfektionsmittel mit anschließendem Eincremen.
Viel Trinken Nicht nur im Sommer sollte dem Körper viel Flüssigkeit zugeführt werden: Auch im Winter ist für unsere Haut eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme essenziell.
Wenn alle Stricke reißen Wenn alle Präventivmaßnahmen nichts bringen und die Haut einen schlechten Allgemeinzustand hervorruft, sollte ein Dermatologe zu Rate gezogen werden. Unser Partner derma2go bietet mit führenden Experten der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen Ärzte, die auf Neurodermitis spezialisiert sind und bei Hautproblemen schnell und effizient helfen können.
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Sonnenschutz ist Pflicht! Tipps von Dr. Julia Mader für gesunde Haut, besonders bei Neurodermitis und Psoriasis. Schützen, statt riskieren!
Der Sommer ist (hoffentlich) noch lange nicht vorbei – und nicht nur jetzt, sondern eigentlich immer gilt: Sonnenschutz ist ein absolutes Muss! Denn er beugt Hautalterung vor und schützt uns vor Hautkrebs. Die besonders schädlichen UVA-Strahlen dringen sogar auch durch Wolken oder Glas. Und weil Aufklärung hier wirklich das A und O ist, haben wir unsere Haut- und Kosmetikexpertin Dr. Julia Mader nach ein paar Tipps und wichtigen Fakten rund um das Thema Sonnenschutz im Allgemeinen, aber auch im Speziellen bei Autoimmunerkrankungen, gefragt. Denn zum Beispiel bei Neurodermitis sollte man mit Sonne vorsichtig sein, da die UV-Strahlen tiefer in die Haut eindringen und so einen Schub auslösen können. Aber trotzdem: den meisten Neurodermitis-Patienten geht es im Sommer etwas besser, weil die Haut nicht mehr ganz so trocken ist und der Juckreiz nachlässt. Bei Schuppenflechte kann zu langes oder ungeschütztes Sonnenbaden die Symptome sogar verschlimmern und der Haut schaden.
1. Immer, wirklich immer, einen Lichtschutz mit Breitbandfilter gegen UVA- und UVB-Strahlung verwenden
2. Am Besten die direkte Sonne meiden und auch auf textilen Lichtschutz in Form von Tüchern, leichter Kleidung und Hüten/Kopfbedeckung setzen
3. Textiler Lichtschutz ist bei Neurodermitis und Psoriasis meist besser geeignet, da Sonnencreme je nach Hautzustand nicht immer vertragen wird
4. Bei Neurodermitis und Psoriasis leichte Gele, Fluids und Sprays nutzen, da die Haut unter Sonnencreme schnell anfängt zu schwitzen und jucken
5. Auch an bewölkten Tagen Lichtschutz verwenden, da trotz Wolken sogar 50% der UV-Strahlung durchdringt
6. Auch im Schatten kann man einen Sonnenbrand bekommen, da die Luftpartikel die UV-Strahlung reflektieren und streuen
Wer all diese Tipps berücksichtigt, kann den Sommer in vollen Zügen genießen und die Vitamin D-Speicher guten Gewissens auffüllen!
Neurodermitis und Psoriasis: Was Du jetzt wissen solltest.
Wie oft kommt eine Erkrankung mit Neurodermitis und Psoriasis vor?
Neurodermitis ist besonders bei Kindern weit verbreitet. Bis zu 15% aller Kinder leiden unter der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die sich mit fortschreitendem Alter jedoch meist verläuft. So sind in der Regel nur noch 3% aller Erwachsenen von der atopischen Dermatitis betroffen. Zum Vergleich: Von der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung Psoriasis (=Schuppenflechte) sind rund 3% der Gesamtbevölkerung (in DE) betroffen. Hierbei unterscheidet man zudem Typ 1 und Typ 2: Bei Typ 1 tritt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr in Erscheinung und nimmt meist einen schweren Verlauf, während bei Typ 2 die Erkrankung sich erstmal nach dem 50. Lebensjahr zeigt und eher milde Verläufe mit sich bringt.
Was sind die typischen Symptome für Neurodermitis und Psoriasis?
Kennst Du die Formulierung „das triggert mich“? Betroffene der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen können ein Lied davon singen, da in der Regel aktive Schübe durch sogenannte Trigger ausgelöst werden. Doch mit welchen Symptomen äußern sie sich? Allgemeine Anzeichen für einen Schub sind starker Juckreiz gepaart mit einer starken Rötung, nässende Entzündungen und die Bildung von Bläschen und kleinen Knoten. Dabei sind besonders Gesicht, Kopfhaut, Nacken, Hände wie Füße, Körperseiten und die Beugefalten der Arme und Beine betroffen. Je nach Altersphase unterscheidet sich das Erscheinungsbild der Neurodermitis noch einmal. Auch eine Haut ohne aktiven Schub ist von der atopischen Dermatitis gekennzeichnet: trocken, empfindlich, gerötet und neigt zur Schuppung. Gut zu unterscheiden ist zudem die Psoriasis (=Schuppenflechte): Hier zeigt die Haut scharf begrenzte, rötliche Hautverdickungen (sog. Plaques), silbrig-glänzende, weiße Schuppen, die Größe der betroffenen Areale variiert stark, Juckreiz kann auftreten und die Haut ist generell trocken und empfindlich mit Spannungsgefühl.
Worin liegen die Ursachen für Neurodermitis und Psoriasis?
Betroffene der chronisch entzündlichen Hauterkrankung Neurodermitis stellen sich oft die Frage, wieso gerade sie davon betroffen sind. Die Antwort darauf ist leider, dass es genetisch bedingt ist. Forscher konnten Gene identifizieren, die für einen Mangel an Eiweißen verantwortlich sind und so die schützende Hornschicht fehlerhaft aufgebaut ist, wodurch die Barrierefunktion der Haut geschwächt ist. Auch wird durch diesen Gendefekt die Zusammensetzung der Hautfette beeinflusst, weshalb die Haut an Feuchtigkeit verliert und schneller austrocknet. Diese Umstände alleine reichen jedoch nicht für eine Aktivierung der Erkrankung. Erst mit äußeren Faktoren (Antigene aus der Umwelt) kommt es zu einer Sensibilisierung und Abwehrstoffe werden gebildet. Ebenfalls genetisch bedingt ist die Psoriasis: Forscher konnten feststellen, dass Kinder von Psoriasis-Betroffenen mit einer 10%igen Wahrscheinlichkeit ebenfalls erkranken, wenn ein Elternteil betroffen ist – bei beiden Elternteilen liegt das Risiko sogar bei 40%. Ergänzend dazu kommt ein fehlgeleitetes Immunsystem, welches eine chronische Aufrechterhaltung des Abwehrmechanismus gegen Entzündungen vorweist.
Neurodermitis & der atopische Formenkreis
Neurodermitis gehört zum atopischen Formenkreis. Betroffene leiden daher meist nicht nur unter den krankhaften Hautveränderungen, sondern neigen auch zu allergischem Asthma und Heuschnupfen. Es besteht eine generelle Überempfindlichkeit auf Kontakt mit Allergenen und anderen Reizstoffen. Im Internet ist zudem oft zu lesen, dass eine Ernährungsumstellung die Neurodermitis erfolgreich behandeln kann. Richtig ist: Eine Umstellung der Ernährung kann die Behandlung der Neurodermitis unterstützen. Liegt eine Reaktion auf Milchprodukte vor, ist es ratsam und sinnvoll darauf zu verzichten. Eine vollwertige Behandlung kann die richtige Ernährung jedoch nicht ersetzen, da es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung handelt, die von einem Facharzt behandelt werden muss. Psoriasis zählt hingegen nicht zum atopischen Formenkreis.
Was ist eine leitliniengerechte Therapie?
Die Therapie bei Neurodermitis und Psoriasis muss individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Um für den Einzelfall eine optimale Therapie gewährleisten zu können, gibt es in Deutschland Therapieleitlinien, welche von Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet verfasst werden. An diesen Leitlinien können sich die behandelnden Ärzte orientieren, um stets eine aktuelle, auf den Patienten zugeschnittene Therapie anwenden zu können.
So findet die Therapie bei der Psoriasis und Neurodermitis abhängig vom Schweregrad statt: Bei leichten Erkrankungsformen steht die sogenannte topische Therapie (=Auftragen von Medikamenten auf der Haut) im Vordergrund, bei mittelschweren und schweren Symptomen kommen zusätzlich die Phototherapie und systemische Therapien (=Medikamente zur oralen Einnahme) zum Zuge.
Hautwoche anlässlich des Welt-Neurodermitis-Tags vom 14. Bis 24. September 2021
Solltest Du Dir nun die Frage stellen, ob Du möglicherweise selbst von Neurodermitis oder Psoriasis betroffen bist, haben wir eine gute Nachricht für Dich: Am 14. September startet unsere gemeinsame Aktionswoche mit derma2go. Vom 14. bis 24. September 2021 kannst Du Dich kostenfrei von einem ausgewiesenen Experten der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen beraten lassen.
Mit Neurodermitis und Psoriasis durch die Wintermonate
So unterstützt basische Hautpflege
Die meisten von uns verbinden die kalten Wintermonate mit viel Gemütlichkeit. Doch für die Haut bedeutet diese Zeit vor allem eins: puren Stress. Ist es draußen kalt, ziehen sich die Gefäße zusammen und es gelangen weniger Nährstoffe und Sauerstoff in die Hautzellen. Und auch die trockene Heizungsluft sowie die Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen strengen die Haut mächtig an.
Wahrscheinlich kennst Du es selbst: Chronisch-entzündliche Hauterkrankung wie Neurodermitis oder Schuppenflechte haben in den kälteren Monaten Hochsaison. Der Zustand der Haut, die ohnehin durch eine geschwächte Hautbarriere und die Unterfunktion von Talg- und Schweißdrüsen zu extremer Trockenheit neigt, verschlimmert sich häufig und es kommt verstärkt zu trockener, juckender Haut mit rissigen Stellen oder einem akuten Schub. Die Haut benötigt daher in dieser Zeit besonders viel Aufmerksamkeit.
5 Tipps, die der Haut im Winter zugutekommen
Den Stoffwechsel anregen. Der verlangsamte (Haut-)Stoffwechsel lässt sich aktiv ankurbeln. Wöchentliches Trockenbürsten bringt den Lymphfluss in Schwung. Das sogenannte „Dry Brushing“ hat einen doppelten Effekt auf die Haut: Einerseits belebt es den Blutfluss und unterstützt den Hautstoffwechsel. Andererseits wirkt es wie ein natürliches Peeling, das abgestorbene Hautzellen sanft und ganz natürlich abträgt, um die Haut auf die anschließenden Pflegeschritte vorzubereiten. Das Trockenbürsten sollte jedoch nur an den Hautarealen erfolgen, die derzeit nicht akut von Neurodermitis oder Psoriasis betroffen sind.
Für die richtige Temperatur in Wohnräumen sorgen. Um den Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen so gering wie möglich zu halten, solltest Du die Wohnräume auf maximal 20 Grad heizen. Regelmäßiges Stoßlüften hilft zusätzlich.
Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen erhöhen. Da trockene Luft der Haut Feuchtigkeit entzieht, solltest Du neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten. Um die Raumluft feucht zu halten, kann eine Schüssel Wasser auf die Heizung gestellt werden. Alternativ gibt es auch spezielle Raumluftbefeuchter, die die Luftfeuchtigkeit des Raumes automatisch anpassen.
Auf die Ernährung achten. Die Aufnahme von Vitamin A und B kann dem Austrocknen der Haut von innen heraus entgegenwirken. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee ist unabdingbar.
Die passende Kleidung wählen. Auch wenn das Wetter zu dicker und warmer Kleidung verleitet, sollte man auf den sogenannten Zwiebellook setzen, um übermäßiges Schwitzen zu verhindern. Schweiß reizt die Haut und fördert Bakterienwachstum und Juckreiz. Da Stoffe wie Wolle, Viskose oder Kunstfaser die Haut reizen und Ekzeme begünstigen können, ist Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder Seide besser geeignet.
So kann basische Hautpflege in der kalten Jahreszeit unterstützen
Je nach Zustand solltest Du deiner Haut nun außerdem mit der passenden Akuthautpflege entgegenkommen. Basische Wirkpflege von SIRIDERMA mit der einzigartigen Basen-Balance-Formel ist dafür ideal geeignet, denn die Haut wird nicht nur mit hochwertigen Pflegesubstanzen und natürlichen Feuchthaltefaktoren intensiv gepflegt, sondern auch von überschüssigen Säuren in der Haut entlastet, die sich durch Entzündungsprozesse im Hautgewebe ansammeln können.
Was die Basen-Balance-Formel von SIRIDERMA ausmacht, erfährst Du in diesem kurzen Video:
Chronische Hauterkrankungen
Nik stellt vor: Dr. Julia Mader – Hautpflege bei Autoimmunerkrankungen
„Dr. Julia Mader ist Kosmetikwissenschaftlerin, Beraterin und Trainerin aus Leidenschaft. Ihre Expertise im Bereich Kosmetik hat sie sich in mehr als zwanzig Jahren aufgebaut.
Ihr Alleinstellungsmerkmal ist jedoch die außergewöhnliche Kombination von Praxis, Fachwissen und wissenschaftlichem Arbeiten zusammen.
Julias Herz schlägt seit mehr als zwanzig Jahren für das Thema Haut und Kosmetik. Bereits in jungen Jahren litt Julia unter schwerer Akne, wodurch die Haut, Hauterkrankungen und deren kosmetische Behandlung schon damals eine große Rolle spielten. Als gelernte Kosmetikerin hat Julia neben dem Studium und der Promotion als medizinische Kosmetikerin in Europas größter Dermatologischer Klinik gearbeitet.
Die kosmetische Behandlung von Hauterkrankungen wie z.B. Akne, Rosazea, perioraler Dermatitis, Neurodermitis oder Psoriasis unter dermatologischen Gesichtspunkten war zwölf Jahre lang ein wichtiger Bestandteil in Julias täglicher Praxis. Heute ist sie als Beraterin in der Kosmetik Industrie tätig, hält regelmäßig Fachvorträge, leitet kosmetische Workshops und schreibt wissenschaftliche Artikel für Fachmagazine“.
Interview mit Dr. Julia Mader
Ist Naturkosmetik immer die bessere Wahl?
Das kann man pauschal nicht sagen. Naturkosmetik hat viele Vorteile in Bezug auf die Rohstoffe, die in Naturkosmetik verwendet werden dürfen sowie in Bezug auf die vielen Rohstoffe, die hier eben nicht eingesetzt werden dürfen. Allerdings ist Naturkosmetik nicht generell für jede Haut und jedes Pflegebedürfnis geeignet. Vor allem bei sehr sensibler und zu Allergien neigender Haut ist Vorsicht geboten. Ebenfalls bei der Pflege von Hauterkrankungen. Bei Menschen mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) zum Beispiel sollte in der Zeit während einer akuten Phase auf die Pflege mit Naturkosmetik verzichtet werden. Hier steht vor allem die Therapie von Symptomen wie akutem Juckreiz und extremer Trockenheit sowie der Aufbau der Hautbarriere im Vordergrund. Immer wenn eine Hauterkrankung vorliegt, wo akute Symptome eine starke Beeinträchtigung darstellen, sollte die kosmetische Pflege vor allem schnelle Linderung bringen. Da ist Naturkosmetik nur bedingt geeignet und sollte individuell von Patient zu Patient beurteilt werden.
Was ist das Besondere an Naturkosmetik?
Grundsätzlich ist der Begriff „Naturkosmetik“ nicht geschützt. Möchte ich sicher gehen, dass die entsprechenden Pflegeprodukte reine Naturkosmetik sind, sollte ich zuerst auf bekannte Zertifizierungen achten. Sind Produkte mit den Naturkosmetik Siegeln zertifiziert, dürfen sie nur bestimmte Rohstoffe und Wirkstoffe enthalten und entsprechen den Vorgaben für reine Naturkosmetik. Bei Naturkosmetik dürfen keine synthetischen Rohstoffe wie z.B. Duft- und Farbstoffe eingesetzt werden. Zudem ist Naturkosmetik frei von jeglichen Arten von Mikroplastik, mineralölbasierten Rohstoffen und synthetischen UV-Filtern. Der Einsatz von Konservierungsstoffen ist ebenso klar geregelt wie z.B. die Verarbeitungsprozesse der Samen oder Früchte, aus denen dann im Labor natürliche Extrakte oder Öle gewonnen werden.
Was sind die größten Unterschiede zwischen Naturkosmetik und herkömmlichen Kosmetikprodukten?
Bei zertifizierter Naturkosmetik ist eindeutig geregelt, welche Rohstoffe enthalten sein und welche Gewinnungsprozesse im Labor eingesetzt werden dürfen. Ebenso muss die Herkunft der jeweiligen Früchte, Samen und Rohstoffe dokumentiert sein und den entsprechenden Anforderungen genügen. Bei konventioneller Kosmetik dagegen dürfen alle Rohstoffe eingesetzt werden, die laut Kosmetikverordnung in Deutschland und der EU zugelassen sind. Entsprechend besteht der gravierendste Unterschied bei der möglichen Auswahl und Zusammensetzung der Rohstoffe.
Worauf sollte man bei Naturkosmetik besonders achten?
Bei echter Naturkosmetik ist wie schon erwähnt die Zertifizierung wichtig. Hier gibt es z.B. das Natrue Siegel oder das COSMOS Natural Siegel. Nur so kann ich sicher sein, dass mein Kosmetikprodukt den Standards der Naturkosmetik entspricht. Es gibt viele Produkte, die vermitteln auf den ersten Blick das Image von Naturkosmetik. Beim zweiten Blick auf die INCI, die Inhaltsstoffdeklaration auf der Rückseite der Produkte, wird schnell klar, dass Rohstoffe enthalten sind die in Naturkosmetik nichts zu suchen haben. Hier ist der Verbraucher gut beraten, wenn er sich auskennt und kritisch nachfragt. Außerdem ist ein individuelles Allergie Risiko zu beachten. Leide ich unter einer bekannten Allergie gegenüber bestimmten Duftstoffen, so sollte ich diese meiden. Dies gilt ebenso für konventionelle Kosmetik.
Für wen ist Naturkosmetik besonders zu empfehlen? (Unter Berücksichtigung von Neurodermitis oder Schuppenflechte-Betroffenen)
Naturkosmetik eignet sich besonders für Menschen mit einem ruhigeren Hautbild. Das bedeutet konkret bei Betroffenen von Neurodermitis oder Psoriasis, dass Naturkosmetik zum Einsatz kommen sollte, wenn die Haut in einer schubfreien, ruhigen Phase ist. Zur Pflege der Haut sowie zur Barriere Stabilisierung eignet sich die passende Naturkosmetik ebenso wie konventionelle Pflegeprodukte.
Und wer sollte die Finger von Naturkosmetik lassen?
Vor allem in akuten Schubphasen sollte auf Naturkosmetik verzichtet werden. Ist die Haut sehr gereizt und entzündet oder befindet sich in einem akuten Schub ist eine beruhigende Pflege sehr wichtig. Der Fokus sollte hier auf der schnellen Symptom Linderung liegen sowie auf der Stabilisierung und dem Aufbau der Hautschutzbarriere. Eine Pflege, die viele Wirkstoffe enthält kann in dieser Phase reizend und überfordernd wirken. Menschen, die zu allergiebereiter Haut neigen, sollten ebenfalls in Bezug auf Naturkosmetik vorsichtig sein.
Haben Sie eine Empfehlung für Neurodermitiker und Psoriasis-Patienten, welche Art von Creme besonders hautverträglich ist?
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Pflegeprodukten, die auch für Neurodermitiker und Psoriasis-Patienten zur Stabilisierung des Hautzustandes geeignet sind. Ein Stichwort hier ist z.B. die biomimetische Pflege. Hierunter fallen Pflegeprodukte, die in ihrer Zusammensetzung der Hautstruktur nachempfunden sind. Die Inhaltsstoffe sind strukturell ähnlich unseren hauteigenen Lipiden aufgebaut und können besser in die Haut einziehen und dort wirken. Dadurch kann u.a. die Hautschutzbarriere wieder aufgebaut und gestärkt werden. Die Hautschutzbarriere ist ein essentielles Thema bei der Hautpflege bei Neurodermitikern und Psoriasis-Patienten. Auf eine Vielzahl von Wirkstoffen sowie Duftstoffe im allgemeinen sollte allerdings verzichtet werden. Zusätzlich ist es wichtig zu schauen, ob die Haut feuchtigkeitsarm oder fettarm ist. Da beide Hautbilder mehr von trockener Haut geprägt sind, ist hier die Differenzierung bei der zielführenden Behandlung wichtig.
Was halten Sie von Kosmetika mit dem Inhaltsstoff CBD?
Kosmetika mit dem Inhaltsstoff CBD haben an Popularität stark zugenommen. CBD wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, was bei Atopikern von Vorteil ist. Zudem regt CBD die Zellproliferation an. Entsprechend ist hier bei der Behandlung der Psoriasis Vorsicht geboten. Ob Pflegeprodukte mit CBD für die Behandlung geeignet sind, sollte individuell nach gründlicher Anamnese entschieden werden. Hier kommt es wie bei allen Pflegeprodukten auch auf die Gesamtrezeptur und die weiteren enthaltenen Inhaltsstoffe an.
Zucker und Schuppenflechte: Wie beeinflusst Zucker unsere Haut?
Zucker und Schuppenflechte: Wie beeinflusst Zucker unsere Haut?
Entzündungsfördernd statt entzückend: Neben genetischen Faktoren und dem Immunsystem spielen bei einer Schuppenflechte auch bestimmte Lebensmittel eine wesentliche Rolle und können Einfluss auf das Hautbild nehmen. In diesem Artikel betrachten wir speziell die Auswirkungen von Zucker auf die Haut und wie ein reduzierter Zuckerkonsum möglicherweise zu einer Linderung der Symptome beitragen kann.
Wie bedingt der Zuckerkonsum die Schuppenflechte?
Eine hohe Zuckeraufnahme kann zu einer erhöhten systemischen Entzündungsreaktion im Körper führen. Bei einer Schuppenflechte spielen Entzündungsprozesse eine zentrale Rolle und eine erhöhte Entzündungsreaktion könnte die Symptome verschlimmern.
Zuckerreiche Nahrungsmittel wie z.B. Süßigkeiten, Limonaden und verarbeitete Lebensmittel haben zusätzlich oftmals einen hohen glykämischen Index. Die Folge: Ein schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels. Passiert dies regelmäßig, kann es zu einer Überstimulation des Insulinsystems kommen, was langfristig in einer Insulinresistenz enden kann. Das Problem dabei: Eine Insulinresistenz hat Auswirkungen auf unser Immunsystem und kann das Risiko von Entzündungen und Infektionen erhöhen. Bei Schuppenflechte ist ein starkes Immunsystem jedoch entscheidend, da es die Symptome in Schach halten kann. Ein geringerer Zuckerkonsum kann also dazu führen, dass das Risiko für eine negative Beeinflussung des Immunsystems reduziert und somit auch die Hautgesundheit langfristig verbessert wird.
Doch sollte man Zucker jetzt im Allgemeinen vermeiden?
Es gibt keinen spezifischen Zucker, der als „schlecht“ für die Haut bezeichnet werden kann.
Wichtig zu beachten: Nicht alle Arten von Zucker sind gleich und haben den gleichen Einfluss auf unseren Körper. Natürlicher Zucker, der in Lebensmitteln wie Früchten, Gemüse und Vollkornprodukten vorkommt, wird oft als „gesunder Zucker“ bezeichnet. Dies hat aber nicht nur mit der Zuckerart zu tun, denn solche Lebensmittel enthalten neben dem Zucker auch viele Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Zusätzlich ist es häufig so, dass der natürliche Zucker langsamer in den Blutkreislauf gelangt und den Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigen lässt wie verarbeitete Lebensmittel mit zugesetztem Zucker.
Fakt ist: Eine ausgewogene Ernährung mit wenig zugesetztem Zucker und reich an frischen Lebensmitteln, Gemüse, mageren Proteinen und gesunden Fetten kann zur Förderung einer gesunden Haut beitragen. Es ist auch wichtig, individuelle Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf bestimmte Zuckerarten zu berücksichtigen, da diese bei manchen Menschen zu weiteren Hautproblemen führen können. Gerade bei einer Schuppenflechte sollte man herausfinden, welche Zuckerquellen zu einer Verschlechterung der Haut führen und bei welchen Zuckerarten man keine Auswirkungen wahrnimmt.
Und welche Zuckerquellen kann man als Alternative ausprobieren?
Bei einer Schuppenflechte kann es hilfreich sein, den Konsum von zugesetztem Zucker zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Es gibt jedoch Lebensmittel mit natürlichem Zucker, die den Blutzuckerspiegel häufig weniger stark und langsamer ansteigen lassen. Somit sind sie auch in Bezug auf die Schuppenflechte häufig verträglicher:
Natürlicher Zucker aus Obst: Frisches Obst enthält natürlichen Zucker, der in Kombination mit Ballaststoffen und anderen Nährstoffen langsamer verdaut wird. Beeren, Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte sind dafür gute Optionen. Dennoch sollten insbesondere Menschen mit Schuppenflechte darauf achten, ob bestimmte Früchte bei ihnen individuelle Reaktionen auslösen.
Natürlicher Zucker aus Gemüse: Einige Gemüsesorten enthalten natürliche Zuckerarten, die zur Süße beitragen. Karotten, Süßkartoffeln, rote Paprika und Rüben sind Beispiele für Gemüse mit einem leicht süßen Geschmack.
Honig: Honig ist eine natürliche Süßungsalternative, die in Maßen verwendet werden kann. Er hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann eine bessere Option als raffinierter Zucker darstellen. Dennoch sollte auch Honig sparsam verwendet werden, da er immer noch viel Zucker enthält.
Stevia: Stevia ist eine pflanzliche Süßungsalternative, die aus den Blättern der Steviapflanze gewonnen wird und daher eine natürliche Zuckerquelle ist. Sie hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und enthält keine Kalorien. Stevia kann zum Süßen von Getränken oder Speisen verwendet werden.
Ahornsirup: Ahornsirup ist eine natürliche Süßungsalternative, die aus dem Saft von Ahornbäumen gewonnen wird. Er enthält einige Mineralstoffe und Antioxidantien, jedoch sollte auch hier auf moderaten Konsum geachtet werden.
Das Fazit.
Der Konsum von Zucker kann sich negativ auf die Haut insbesondere bei einer Schuppenflechte auswirken, indem er Entzündungen fördert, eine Insulinresistenz verstärkt und das Immunsystem schwächt. Ein bewussterer Umgang mit dem Zuckerkonsum und die Wahl von gesünderen Alternativen können dazu beitragen, die Symptome der Schuppenflechte zu reduzieren. Wenn man die passende Alternative für Zucker gefunden hat, ist es möglich eine vielseitige und süße Ernährung mit der Schuppenflechte zu vereinbaren.
Wie erkenne ich, dass ich Acne inversa habe und nicht nur eine entzündete Haarwurzel?
Die Hidradenitis suppurativa, oder auch Acne inversa, ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung: Neben einer Fehlleitung des angeborenen Immunsystems spielen genetische, aber auch Lifestyle-Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und bestimmte Ernährungsweisen eine essentielle Rolle in der Entwicklung der Krankheit.
Anders als bei einer gewöhnlichen Entzündung der Haarwurzel (auch Follikulitis genannt), treten bei der Acne inversa wiederkehrend mehrfache, tiefe, ausgedehnte und sehr schmerzhafte Knoten und Abszesse im Bereich der großen Körperfalten (Achseln, Leisten, Gesäß- oder Bauchfalte) auf. Je nach Erkrankungsschwere kann es auch zu Fistelungen und der Bildung von Narbensträngen kommen.
Wie erkenne ich einen Schub rechtzeitig und wie steuere ich gegen?
Bei der Acne inversa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die klassischerweise in Schüben verläuft. Sie ist charakterisiert durch schmerzhafte Knoten und Abszesse in den großen Körperfalten (Achseln, Leisten, Genital/Gesäßregion, Bauchfalten). Wenn Knoten verschmelzen, können sog. Fistelgänge unter der Haut entstehen, die dauerhaft nässen und Eiter abgeben sowie Narbenstränge, die zu Bewegungseinschränkungen führen können. Seien Sie also besonders in den Sommermonaten aufmerksam, ob es zu zunehmenden Entzündungen mit schmerzhaften Knoten und Schwellungen unter der Haut an o.g. Körperarealen kommt.
Greifen Sie auf o.g. Maßnahmen zurück, verwenden Sie antiseptische Reinigungslotionen (z.B. Octenisan Waschlotion®) und legen Sie ggf. Leinenläppchen an betroffenen Arealen ein, um Reibung zu vermeiden und Feuchtigkeit aufzufangen. Kontaktieren Sie rechtzeitig Ihren behandelnden Arzt/Ärztin, damit diese/r Ihnen ggf. antibiotische, antientzündliche oder antiseptische Cremes verschreiben kann. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, so können in der Akutphase auch Antibiotika von Innen zur Anwendung kommen.
Versuchen Sie auch, durch allgemeine Lifestyle-Faktoren die Erkrankung positiv zu beeinflussen: Verzichten Sie möglichst vollständig auf Rauchen, versuchen Sie, sich ausgewogen zu ernähren und mögliches Übergewicht zu reduzieren.
Schmerztherapie bei HS/AI?
An erster Stelle sollte eine effektive Behandlung der Entzündung erfolgen, die für die Schmerzen verantwortlich ist. Hierzu zählen neben einer antiseptischen, antibiotischen oder antientzündlichen Lokaltherapie sowie einer operativen Therapie auch systemische Antibiotika sowie langfristig vor allem zielgerichtete Therapien (sog. Biologika). Derzeit befinden sich neben den bisher zugelassenen Biologika noch viele weitere vielversprechende Präparate in der „Pipeline“.
Auch Schmerzmittel in verschiedenen Wirkstärken können bei akuten Schmerzen zum Einsatz kommen. Bei akuten Abszessen kann die operative Entlastung sinnvoll sein und eine schnelle Linderung der Schmerzen bewirken.
Im Hinblick auf chronische Schmerzen ist neben den o.g. Maßnahmen auch die Berücksichtigung der Psyche von besonderem Stellenwert. Stress, Belastungen, Ängste oder Depressionen können die Schmerzwahrnehmung verstärken. Andersherum können auch Schmerzen die Psyche belasten, Stress verstärken und zu Depressionen führen – ein klassischer Teufelskreis. Hier können gezielte Entspannungstechniken (z.B. Muskelrelaxation nach Jacobsen) oder aber eine psychotherapeutische Behandlung weiterhelfen. Sollte eine Depression vorliegen, ist es im Rahmen der Schmerztherapie wichtig, auch diese zu behandeln.
Wie geht man mit Acne inversa im Sommer um? Was kann man tun, um weitere Entzündungen zu vermeiden?
So sehr wir den Sommer nach all den kalten Monaten herbeisehnen – die Sommermonate bringen häufig warme Temperaturen mit sich und führen dazu, dass uns schnell mal der Schweiß ausbricht. Leider können Hitze und vermehrtes Schwitzen bei Menschen, die an einer HS leiden, die Symptome verschlechtern und zu einer vermehrten Bildung von Entzündungen und Abszessen führen. Die durch das Schwitzen entstehende Feuchtigkeit stellt ein optimales Reservoir für die Vermehrung von Bakterien dar, die die entzündlichen Prozesse weiter anheizen. Es gibt jedoch einige wirksame Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um einer Verschlechterung vorzubeugen:
Legen Sie an betroffenen Arealen ggf. Leinenläppchen oder Einmalkompressen ein, die die Feuchtigkeit auffangen und mehrfach täglich gewechselt werden können.
Tragen Sie lockere, luftige Kleidung aus natürlichen Materialen (Baumwolle oder Leinen) und verzichten Sie, wenn möglich, auf synthetische Stoffe. Vermeiden Sie enge Kleidung, um Reibung vorzubeugen und wechseln Sie durchgeschwitzte Kleidung zeitnah.
Achten Sie auf eine gute Hautpflege: Reinigen Sie Ihre Haut täglich, um sie von Schweiß und überschüssigem Talg zu befreien. Verwenden Sie hierzu am besten milde, pH-neutrale Reinigungslotionen, die die Haut nicht reizen. In akuten Phasen können Sie auch antiseptische Waschlotionen verwenden. Cremen Sie Ihre Haut nur mit leichten Pflegecremes oder -gelen ein, verzichten Sie auf fettige Salben.
Leider triggern Nassrasuren die Entstehung von Entzündungen, sodass wir empfehlen, sich eher auf eine Trockenrasur bzw. optimalerweise auf ein Trimmen der Haare zu beschränken.
Legen Sie an betroffenen Arealen ggf. Leinenläppchen oder Einmalkompressen ein, die die Feuchtigkeit auffangen und mehrfach täglich gewechselt werden können.