Begleiterkrankungen bei chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen

In der Welt der Dermatologie spielen chronisch-entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis und Acne inversa eine bedeutende Rolle. Doch neben den offensichtlichen Hautsymptomen gehen diese Erkrankungen oft mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) einher, die sowohl körperliche als auch psychische Auswirkungen haben können. In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf diese Begleiterscheinungen und wie sie das Leben der Betroffenen beeinflussen können.

Die Neurodermitis, Teil des atopischen Formenkreises, offenbart sich nicht nur durch ihre charakteristischen Hautsymptome, sondern zeigt auch eine komplexe Verbindung zu verschiedenen Begleiterkrankungen. Autoimmunerkrankungen wie der kreisrunde Haarausfall und die Vitiligo stehen in Verbindung mit Neurodermitis, ebenso wie internistische Erkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und rheumatoide Arthritis. Psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörung und Schlafstörung treten ebenfalls vermehrt auf und können sowohl Ursache als auch Folge der Neurodermitis sein.

Ähnlich wie bei der Neurodermitis zeigt sich auch bei der Psoriasis eine enge Verflechtung mit verschiedenen Komorbiditäten. Diese Systemerkrankung betrifft nicht nur die Haut, sondern kann auch Entzündungsprozesse im gesamten Körper auslösen. Psoriasisarthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes und psychische Störungen wie Depressionen sind nur einige der Begleiterkrankungen, die mit Psoriasis in Verbindung gebracht werden.

Die Acne inversa, eine weniger bekannte, aber ebenso belastende Hauterkrankung, weist ebenfalls eine Reihe von Begleiterkrankungen auf. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen treten auch psychische Störungen wie Depressionen gehäuft auf. Die Verbindung zwischen diesen Erkrankungen und der Acne inversa zeigt die komplexe Natur dieser Systemerkrankung und die vielschichtigen Auswirkungen, die sie auf den Körper und die Psyche haben kann.

Hautarzt online – eine digitale Praxis

Prof. Dr. med. Kristian Reich, Hautarzt/Dermatologe und Dr. Karoline Jungclaus

Hierbei geht es nicht um das schnelle Abfertigen online, sondern um echte, kompetente dermatologische Krankenversorgung. Besonders für die Dermatologie und hier insbesondere für entzündlichen Hauterkrankungen, wie z.B. einer Psoriasis eignet sich Teledermatologie hervorragend.  

Dazu übermittelt der Patient uns ein oder mehrere Fotos sowie einen ausgefüllten Fragebogen. Sämtliche Dokumente werden verschlüsselt übertragen. Bei Bedarf kann zusätzlich ein Chat zwischen uns und dem Patienten eröffnet werden. Wir beurteilen die Fotos und den aktuellen Krankheitsverlauf innerhalb von 48 Stunden. Alle Patienten erhalten einen Arztbericht mit Behandlungsplan, ein Rezept oder können sich ggf. die verordneten Medikamente direkt nach Hause schicken lassen. 

Derma2go bietet diesen Service als digitale Praxisplattform einerseits ihren bereits bekannten Patienten an und ist außerdem für Patienten aus Deutschland  via derma2go.de erreichbar.  

Die Telemedizin ist eine großartige Möglichkeit von guter dermatologischer Versorgung für Menschen, die es nicht leicht haben, selbst einen Arzt aufzusuchen, etwa weil sie familiär oder beruflich stark eingebunden sind. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Derma2Go einerseits von Eltern für ihre Kinder oder von Enkeln, Töchtern und Söhnen für Eltern und Großeltern genutzt wird. Andererseits nutzt insbesondere die Altersgruppe der 25 – 40jährigen die Plattform. Wir glauben, dass diese Altersgruppe, welche schon seit Jahrzehnten Vertrauen in die digitale Welt gefasst und einen zeitlich eng getakteten Alltag hat, die Vorteile der Telemedizin gerne in Anspruch nimmt. In Zukunft wird sich die Inanspruchnahme der Telemedizin hoffentlich noch verschieben und auch von älteren Patienten vermehrt frequentiert werden. 

derma2go.com hat dafür eine gesicherte Kommunikationsplattform geschaffen.

Das Besondere: Während der Hautwochen vom 22.04.2024 – 05.05.2024 gibt es die Erstberatung mit den Dermatolog*innen auf derma2go kostenlos für alle betroffenen Patient*innen! 

Interview: Neurodermitis und Schuppenflechte

Sciclinics (jetzt TFS) ist eine Forschungspraxis, die auf die Durchführung von klinischen Studien im Bereich Dermatologie spezialisiert ist und hat bereits mehr als 500 Projekte in diesem Bereich erfolgreich durchgeführt. In ihren Praxisräumen behandeln sie unter anderem Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis nach dem neuesten Stand der Wissenschaft.

Hinter der Forschungspraxis stehen ausgewiesene Experten auf dem Feld der Dermatologie. Mit Prof. Dr. med. Kristian Reich, den eine enge Zusammenarbeit mit TFS (ehemals SCIderm GmbH) verbindet, und der die Rolle des Leiters der Prüfgruppe bzw. des Stellvertreters in den Studien einnimmt steht dessen Expertise für Patienten kostenlos zur Verfügung.

Herr Dr. Reich, gibt es Erkenntnisse, die zu einem Fortschritt in Punkto Heilung und Verbesserung geführt haben?

Auf jeden Fall! Jede klinische Studie trägt dazu bei, dass man mehr über die jeweilige Erkrankung erfährt. Unabhängig vom möglichen individuellen Nutzen eines Patienten trägt eine klinische Studie also zu allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnissen bei.

Bisher ist eine Heilung von chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte leider nicht möglich. Durch moderne Therapien kann aber der Hautzustand enorm verbessert werden. Viele Schuppenflechte-Patienten haben unter der jeweiligen Behandlung kaum bis gar keine Hauterscheinungen mehr. Vor 20 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.

Können Sie uns ein Beispiel einer Studie im Ergebnis beschreiben?

Wir haben Schuppenflechte-Patienten, bei denen über die Hälfte der Körperoberfläche betroffen war, als sie sich bei uns vorstellten und die innerhalb weniger Wochen keinerlei Plaques mehr aufwiesen. Patienten, die sich vorher schämten und versteckten und plötzlich wieder mit ihren Kindern ins Schwimmbad gehen.

Solche Geschichten berühren uns sehr. Bei Neurodermitis ist es bislang noch schwieriger mit der Behandlung für schwer betroffene Patienten. Wenn Patienten dann bereits nach den ersten Tagen einer Studienbehandlung berichten, dass sie wieder durchschlafen oder sich besser konzentrieren können, freuen wir uns jedes Mal mit. Neben der Verbesserung des Hautbefundes ist vor allem die Verbesserung der Lebensqualität sehr wichtig und es ist schön, das miterleben zu dürfen.

Welche Studien sind gerade aktuell?

Da die Studien alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten starten und unterschiedlich lange laufen, gibt es immer mal wieder Studien, die gerade starten und welche, die gerade abgeschlossen werden. Manchmal kommt es noch während eine Studie läuft bereits zur Marktzulassung des untersuchten Wirkstoffes. Das ist ein erfreuliches Ergebnis sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte, weil es bedeutet, dass der Wirkstoff durch Wirksamkeit und Sicherheit überzeugt hat und dann auch regulär verordnet werden kann.

Im Moment tut sich viel auf dem Gebiet der Neurodermitis: es ist zu erwarten, dass in nächster Zeit mehrere neue Medikamente für mittelschwer bis schwer betroffene Patienten zur Verfügung stehen werden. Bei Schuppenflechte ist das beispielsweise schon der Fall: durch klinische Studien konnten in den letzten Jahren viele moderne hochwirksame Medikamente erforscht und zugelassen werden.

Was waren Ihre größten Erfolge?

Unsere Patienten wachsen uns sehr ans Herz. Wir freuen uns über jede persönliche Erfolgsgeschichte unserer Patienten, aber auch darüber, dass unsere Arbeit dazu beiträgt, Patienten auf der ganzen Welt zu helfen und die Wissenschaft voranzutreiben.

Das gesamte Team arbeitet zusammen, damit Patienten mit chronischen Hautkrankheiten wirksam, sicher und langanhaltend behandelt werden können und ihre Lebensqualität verbessert werden kann. Das positive Feedback unserer Patienten motiviert uns jeden Tag!

Wie ist der Ablauf einer Studie bei Ihnen? Was kann ein Studienteilnehmer bei Ihnen erwarten?

Die meisten Studien, die wir durchführen, sind bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Das heißt, dass die Wirkstoffe hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit bereits getestet wurden und wir daher in vielen Fällen eine moderne Behandlung anbieten konnten, zu der die Patienten sonst (noch) keinen Zugang haben würden.

Alles läuft sehr geregelt und unterliegt strengen Vorschriften und Gesetzen. Vor Beginn einer Studie wird der genaue Ablauf ausführlich durchgesprochen und der Patient unterschreibt eine Einverständniserklärung. Die Studiendaten werden alle pseudonymisiert, d.h. persönliche Daten der Patienten werden für die wissenschaftliche Auswertung nicht weitergeleitet. Bei den Studienpräparaten handelt es sich um Tabletten oder Spritzen, die ähnlich einer Insulin- oder Thrombosespritze unter die Haut gespritzt werden. Meist kommen die Patienten in 4- oder 8-Wochenabständen zu uns, es wird in regelmäßigen Abständen eine Untersuchung der Haut, körperliche Untersuchung, EKG oder Blutentnahme durchgeführt.

Die Patienten füllen zudem Fragebogen oder Symptom-Tagebücher aus. In manchen Studien werden außerdem Hautproben entnommen oder Fotos der betroffenen Haut gemacht. Das ist aber optional. Untersuchungen und Behandlung sind kostenlos und unabhängig von der Krankenkasse. Zusätzlich gibt es je nach Studie Fahrtkostenerstattung oder Aufwandsentschädigungen.

Was ist das Besondere beim Ablauf der Studien bei Ihnen? Was macht Ihr Unternehmen so besonders?

Wir sind ein gut ausgebildetes, sehr erfahrenes Team, das sich regelmäßig fortbildet und immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Die Patienten haben stets feste Ansprechpartner. Unsere Praxis bietet kurze Wartezeiten, eine gute Erreichbarkeit und moderne Räumlichkeiten.

Alle unsere Mitarbeiter bringen eine langjährige Erfahrung mit klinischen Studien im Bereich Dermatologie mit. Wir sind gut vernetzt und bieten die Möglichkeit einer Behandlung nach dem allerneuesten Stand der Wissenschaft an. Das Wohl unserer Patienten steht dabei für uns immer an erster Stelle.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Studienteilnehmer aus?

Die Studienteilnehmer müssen für eine jeweilige Studie bestimmte Kriterien erfüllen. Dabei geht es z.B. um den Schweregrad der Erkrankung, Vorbehandlungen oder Vorerkrankungen. Wir besprechen ausführlich mit den Interessenten den gesamten Studienablauf und entscheiden dann gemeinsam, ob eine Studienteilnahme möglich und sinnvoll ist.

Wie kann sich ein Studienteilnehmer bewerben?

Der erste Kontakt ist ganz unverbindlich in dem Sie per Email um einen Rückruf bitten. Das geht einfach über unsere Homepage auf der Startseite. In einem kurzen Vorgespräch kann meist schon vieles geklärt werden, gerne führen wir aber auch ein persönliches Informationsgespräch bei uns in der Praxis.

Viele Menschen haben Angst vor Studien. Die Hemmschwelle ist groß. Wie können Sie die Angst nehmen?

Bei uns werden nur Studien mit Wirkstoffen durchgeführt, die die ersten Phasen der Testung bereits bestanden haben. Alle Studien durchlaufen vor dem Start strenge Genehmigungsverfahren von den Behörden und Ethikkommissionen und werden in einem öffentlichen Register gelistet. Unsere Mitarbeiter werden für jede Studie speziell trainiert.

Der Ablauf in unserer Praxis ist dann vergleichbar mit einer „normalen“ Behandlung. Außerdem gibt es sehr strenge Vorgaben hinsichtlich der Aufklärung der Patienten, der sorgfältigen Dokumentation des Verlaufs und engmaschiger Untersuchungen. So kann bei Nebenwirkungen oder Auffälligkeiten schnell reagiert werden. Wir besprechen auch Behandlungsalternativen und arbeiten mit den Hausärzten und Hautärzten unserer Patienten zusammen. Es steht den Patienten frei, eine Studienteilnahme jederzeit zu beenden.

Die Neurodermitis und Psoriasis gehören zu den chronisch verlaufenden, entzündlichen Hauterkrankung. Man geht davon aus, dass ca. 5% der Bevölkerung in ihrem Leben an einer Neurodermitis leiden – bei der Psoriasis sind es ca. 2%. Die Neurodermitis beginnt häufig in frühen Jahren (Kinder-/ Teenageralter) und kann sich über die Jahre verbessern. Die Psoriasis tritt häufig erst im Erwachsenenalter auf.

Interview mit Dr. med. Christian Greis

Wer ist von Neurodermitis und Psoriasis hauptsächlich betroffen?

Die Neurodermitis und Psoriasis gehören zu den chronisch verlaufenden, entzündlichen Hauterkrankung. Man geht davon aus, dass ca. 5% der Bevölkerung in ihrem Leben an einer Neurodermitis leiden – bei der Psoriasis sind es ca. 2%. Die Neurodermitis beginnt häufig in frühen Jahren (Kinder-/ Teenageralter) und kann sich über die Jahre verbessern. Die Psoriasis tritt häufig erst im Erwachsenenalter auf.

Warum sind die Psoriasis und Neurodermitis so leicht zu verwechseln? Woran erkennt man die Krankheiten?

Neue Forschungsarbeiten zeigen, dass die Psoriasis und Neurodermitis näher miteinander verwandt sind als bis anhin angenommen. Die Hautsymptome ähneln sich insbesondere im Anfangsstadium oder je nach betroffenem Areal (insb. an den Händen und Füssen) sehr. Inzwischen gibt es analytische Verfahren, die beide Erkrankungen in unklaren Fällen relativ gut voneinander unterscheiden können.

Welche Rolle spielt das Immunsystem?

Beide Erkrankungen sind zumindest zu Teilen auf eine Störung des eigenen Immunsystems zurückzuführen. Durch Fehlregulationen im Immunsystem kommt es zu überschießenden Entzündungsreaktionen, welche sich insbesondere an der Haut widerspiegeln.

Sind die Krankheiten vererbbar? Was ist die Ursache?

Sowohl bei der Psoriasis als auch Neurodermitis spielt die Genetik eine zentrale Rolle. Somit sind diese Erkrankungen auch potentiell vererbbar. Leidet ein Elternteil an einer Neurodermitis, so liegt das eigene Erkrankungsrisiko bei 30%. Leiden beide Elternteile an eine Neurodermitis, so liegt das Erkrankungsrisiko bei 50%. Insbesondere bei der Neurodermitis spielen allerdings auch Umweltfaktoren, z.B. irritierenden Substanzen oder Stress, eine entscheidende Rolle.

Wie verläuft die Therapie? Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Was bedeutet gute Pflege?

Beide Erkrankungen – die Psoriasis und Neurodermitis – sind chronisch verlaufende Erkrankung. Bis heute gibt es keine „Einmal-Therapien“, unter der die Erkrankungen abheilen. Patienten benötigen viel Geduld, um Ihre Erkrankung gut einzustellen und damit bestenfalls symptomfrei Leben zu können. Eine gute Therapie besteht in der Regel aus mehreren Komponenten. Zunächst müssen Patienten verstehen, welche Umstände (z.B. Stress, Hitze, Allergien) die Hautsymptome verschlechtern und diese Faktoren meiden. Essentiell ist zudem eine gute Basispflege der Haut, um die Hautbarriere bzw. die Regeneration der Haut zu stärken. Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass eine gute Rückfettung der Haut mehrmals tägliche über viele Wochen durchgeführt werden muss, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Hinzu kommen Medikamente, wie Kortison-Cremes und neuartige Biologika, welche vom behandelnden Arzt verschrieben werden müssen.

Welche Rolle spielt die Psyche bei Psoriasis und Neurodermitits?

Insbesondere bei der Neurodermitis ist Stress als Triggerfaktor gut beschrieben, aber auch viele Patienten in der Psoriasis-Sprechstunde beschreiben eine Verschlechterung der Symptome durch psychisch belastende Situationen.

Wie finde ich einen guten Dermatologen?

Tatsächlich kann der Therapieerfolg mit der Wahl des Hautarztes und der vom Hautarzt empfohlenen Therapie abhängen. Die Dermatologie ist ein sehr vielseitiges Fach, sodass nicht alle Dermatologen gleich viel Erfahrung auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Hauterkrankungen haben. Insbesondere die großen Kliniken bieten dermatologische Spezialsprechstunden an, wo teilweise im Rahmen von Studien auch zukünftige Therapien angeboten werden. Auch wir bei derma2go haben uns auf Erkrankungen wie die Psoriasis und Neurodermitis spezialisiert und bieten unseren Patienten die bestmögliche Versorgung.

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