Rheuma & Schwangerschaft – geht das?

Schwanger und Rheuma – für viele Paare mit Kinderwunsch ist dieses Thema mit vielen Unsicherheiten verbunden. Welche Komplikationen sind zu befürchten und welche Medikamente können weiterhin genommen werden um dem Ungeborenen nicht zu schaden?

Die gute Nachricht: Es hat sich die letzten Jahre in der Forschung und Behandlung einiges getan. Somit müssen Rheumapatienten nicht unbedingt die Familienplanung ad acta legen. Dr. Peer M. Aries von der Rheumatologie im Struenseehaus in Hamburg räumt mit den gängigen Vorurteilen auf und gibt hilfreiche Einblicke in das Thema Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt.

Teil 1: Kinderwunsch

Viele Patientinnen sind sich unsicher, ob Kinderwunsch und Rheuma zusammenpassen. Wie stehen Sie dazu?

Die Zeit, in der wir unseren Rheumapatienten empfohlen haben, nicht über eine Familienplanung nachzudenken, ist zum Glück vorbei. Seit nunmehr längerer Zeit haben die Rheumatologen Erfahrung mit der Interaktion von Schwangerschaften und Rheuma als auch mit den Rheumatherapien gemacht. Wir können heutzutage unseren Patienten sagen, die Umsetzung eines Familienwunsches ist heutzutage konkret möglich. Sicherlich bedarf es einiger Vorüberlegungen und eventuell auch einiger Untersuchungen im Vorfeld, jedoch gibt es nur sehr wenige Situationen, in denen wir heutzutage Patienten konkret von einer Schwangerschaft abraten.

Ist es schwieriger mit Rheuma Schwanger zu werden?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine anhaltende Entzündung im Körper des Patienten als auch der Patientin zu einer verminderten Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Schwangerschaft führt. Die Spermienqualität als auch die Wahrscheinlichkeit der Einnistung der Einzelzelle ist von der Biologie her offensichtlich vermindert, solange eine anhaltende Entzündung im Körper besteht.

Gibt es Spezialisierte Rheumatologische Praxen, die auf Kinderwunsch spezialisiert sind und wenn ja, wie werden die Patientinnen dort betreut?

Das Thema Rheuma und Schwangerschaft spielt heutzutage in jeder rheumatologischen Praxis einer Rolle. Manchmal ist es nur die fehlende Kommunikation, weshalb Patienten wenig über die Möglichkeit einer Schwangerschaft erfahren. Mein Rat ist, den betreuenden Rheumatologen konkret auf den Wunsch der Familienplanung anzusprechen. Sicherlich gibt es Praxen die sich mehr oder weniger mit dem Thema beschäftigen, eine grundlegende Information sollte es jedoch in jeder rheumatologischer Praxis geben. Hochspezialisierte Praxen, die sich ausschließlich mit dem Thema Rheuma und Schwangerschaft beschäftigen, gibt es in Deutschland nicht.

Worauf sollte eine Frau mit Rheuma vor einer geplanten Schwangerschaft achten?

Als aller erstes sollten allgemeine Informationen zu dem Thema eingeholt werden. Gespräche mit der Partnerin oder dem Partner sowie der rheumatologischen Praxis sind die Grundlage für die mögliche Entscheidung für eine Schwangerschaft. Als nächstes sollte die Krankheitsaktivität vor dem Hintergrund einer möglichen Schwangerschaft noch einmal genau betrachtet werden. Auch die aktuelle Medikation sollte gegeben falls modifiziert oder umgestellt werden. Möglicherweise kann es bei einzelnen Erkrankung Sinn machen, im Vorfeld anhand von Laboruntersuchungen das Risiko einer möglichen Schwangerschaft besser einschätzen zu können. Nicht zuletzt sollte die gynäkologische Praxis ebenfalls zu dem Thema befragt werden, sodass zum Zeitpunkt der Schwangerschaft möglichst keiner der Beteiligten (werdende Eltern, rheumatologische und gynäkologische Praxis) zu von der Tatsache überrascht werden.

Teil 2: Schwangerschaft & Geburt

Kann man während eines akuten Schubs schwanger werden?

Die Wahrscheinlichkeit ist zwar geringer, bei einer aktiven rheumatischen Erkrankung schwanger zu werden, darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht. Solange nicht die Voraussetzungen günstig sind und die aktuelle Medikation an den Schwangerschaftswunsch angepasst wurde, sollte eine effektive Verhütung gewährleistet sein. Erfahrungsgemäß sollten die Patientinnen mindestens 3 Monate eine sehr gute Kontrolle der Krankheitsaktivität haben, bevor sie schwanger werden. Dieses ist einer der besten prognostischen Marker, damit die Schwangerschaft komplikationsarm verläuft.

Gibt es Besonderheiten beim Impfen, auf die geachtet werden muss? Wenn ja, welche?

Kinder von Patientinnen, die während der Schwangerschaft intensivere Medikamente zur Immununterdrückung eingenommen haben, sollten in den ersten 5 Monaten keine Lebendimpfungen bekommen. Dieses betrifft insbesondere die Impfung von Rotaviren, die normalerweise im Alter von 6 Wochen, sowie im 2. und 4. Monat erfolgt.

Wie häufig sollten Frauen in der Schwangerschaft ihren Rheumatologen aufsuchen?

Diesbezüglich gibt es leider keine offiziellen Empfehlungen. Zum anderen hängt die Frequenz sicherlich auch von den individuellen Prognosefaktoren der Schwangeren ab. Wir sehen häufig die Patienten im 6 Wochenrhythmus bei uns in der Sprechstunde.

Vor Cortison haben viele Angst, wie stehen sie dazu, Cortison in der Schwangerschaft- ja oder nein?

Das kann man so allgemein tatsächlich nicht beantworten. Generell ist es sicherlich wünschenswert, eine Schwangerschaft ohne Medikamente führen zu können. Sollte jedoch die Krankheitsaktivität nicht ausreichende unter Kontrolle sein, mag es im Einzelfall tatsächlich sinnvoll sein, Cortison einzunehmen, um die Krankheitsaktivität zu verbessern. Dabei sollte natürlich so wenig wie möglich Cortison eingenommen werden, und gerade zu Beginn der Schwangerschaft würden wir höhere Cortisondosen gerne vermeiden.

Wie sieht es mit der Medikation aus. Raten sie dazu, die Medikamente einfach abzusetzen?

Das unkontrollierte Absetzen der Medikamente, nur wegen eines nun aktuell bestehenden Schwangerschaftswunsch oder einer eingetretenen Schwangerschaft es sicherlich nicht zu empfehlen. Auch diesbezüglich ist zunächst individuell zu schauen, welche Krankheit liegt vor, welche Krankheitsaktivität besteht zur Zeit und welche Medikamente werden zurzeit eingenommen. Durch eine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit den betreuenden rheumatologischen Praxis vor Eintritt der Schwangerschaft lassen sich viele solcher Fragen bereits klären, sodass es gar nicht zu solchen akuten und vielleicht überstürzten Therapieumstellung kommen muss.

Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Gynäkologen und wer betreut die Patientin während der Schwangerschaft vorrangig?

Ich halte es für absolut wichtig, dass die Rheumatologen und Gynäkologen zusammen die Schwangerschaft betreuen. Jeder hat seinen aktiven Part in der Betreuung der Schwangerschaft. Der Rheumatologe muss dabei kein Gynäkologe sein und andersrum. Wenn aber beide ihre Erfahrung in die Waagschale legen und sich miteinander austauschen, dann bestehen die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Es ist nicht zwingend notwendig, dass die Rheumatologen die Gynäkologen gemeinsam und gleichzeitig die Patientin sehen oder täglich miteinander telefonieren, wenn Sie jedoch sich zum Beispiel anhand von Arztbriefen regelmäßig austauschen und ihre aktuellen Empfehlung darlegen, sind alle ausreichend informiert und können falls notwendig, miteinander telefonieren um das weitere Procedere in der Betreuung der Schwangerschaft möglicherweise anzupassen.

Teil 3: Nach der Geburt

Was ist nach der Geburt für Mutter und Kind wichtig?

Während der Schwangerschaft sollte durch die Gynäkologen über die Möglichkeiten individuelle Möglichkeiten der Geburt gesprochen werden. Dabei ist die rheumatologische Erkrankung selten ein Grund, keine natürliche Geburt sich zu wünschen. Es gibt jedoch einzelne Situation, da wird den Schwangeren wahrscheinlich die Geburt mittels Kaiserschnitt empfohlen. Bei der Beurteilung der Risikosituation ist die Rolle des Rheumatologen deutlich kleiner als die des Gynäkologen.

Bezüglich der ersten Lebenstage des Kindes sollte bereits während der Schwangerschaft auf Prognosefaktoren zum Beispiel in den Laborwerten geachtet werden. Es gibt einzelne Erkrankung bei den kann anhand von Laboranalysen erkannt werden, ob zum Beispiel das Kind möglicherweise in den Tagen nach der Geburt einen Hautausschlag haben könnte, der auf die Rheumawerte der Mutter zurückzuführen sind. Dieser Ausschlag ist per se nicht gefährlich, kann jedoch zu Irritationen führen, wenn man nicht darauf gefasst ist. In den ersten Lebensmonaten verschwindet zum Beispiel dieser Hautausschlag spontan und komplett.

Wann sollte man die Therapie nach der Geburt wieder beginnen?

Sollte vor der Schwangerschaft eine rheumatologische Therapie beendet worden sein, gibt es keine Regel die besagt, dass nach der Geburt des Kindes die Therapie automatisch wieder aufgenommen werden sollte. Die Entscheidung sollte in Abhängigkeit von der Tatsache gemacht werden, wie sich die Krankheitsaktivität bei der Mutter nach der Geburt verhält und ob die Mutter stillt. Es kann gegebenenfalls sinnvoll sein, eine Therapie nach der Geburt und während des Stillens wieder aufzunehmen, diese sollte jedoch nur in Absprache mit der betreuenden rheumatologischen Praxis erfolgen.

Sollte man während dem Stillen die Therapie pausieren?

Es ist zumeist so, dass wenn die rheumatologischen Medikamente während der Schwangerschaft fortgesetzt worden, können diese Medikamente auch während der Stillzeit fortgesetzt werden. Medikamente die nur während der Schwangerschaft, aber nicht während der Stillzeit eingenommen werden dürfen, sind mir in der Rheumatologie nicht bekannt.

Fazit: Welche Erfahrungen haben sie bei/mit ihren Patienten gemacht?

In Anbetracht der Tatsache, dass wir eine Sprechstunde für Rheumaerkrankte mit Kinderwunsch anbieten, betreuen wir viele Patienten vor, während und nach der Schwangerschaft. Unsere Erfahrung ist, dass allein die Tatsache, dass ein Familiengründung und generell realisierbar erscheint, trotz einer rheumatologischen Erkrankung, bei den meisten Patienten zur Erleichterung führt. Wenn man dann die oben beschriebenen Konzepte mit den Patienten und deren Partnern durch spricht, erkennen die meisten zumeist selber, wann ein möglicher richtiger Zeitpunkt für die konkrete Umsetzung des Familienwunsches sein könnte. Zudem ist unsere Erfahrung, dass die Komplikationen während der Schwangerschaft nicht unbedingt mit der Art der rheumatischen Erkrankung eng assoziiert sind, sondern die ausreichende Kontrolle der Krankheitsaktivität in den ersten drei Monaten vor der Schwangerschaft eigentlich die beste Vorhersage gibt, wie viel Schwierigkeiten während der Schwangerschaft auftreten können.

Wichtig ist uns auch, dass wenn eine Schwangerschaft nicht erfolgreich war es eher selten rheumatologische Gründe sind. Auch bei gesunden Müttern brechen Schwangerschaften in den ersten zwölf Wochen nicht selten ab. Das Gefühl, dass die Patientin selber daran schuld sei oder sie nicht alles dafür getan hätte, um die Schwangerschaft erfolgreich fortzusetzen, darf bei den Patientinnen nicht aufkommen.

Wofür ist ein Rheuma-Schwangerschafts-Register?

Das Schwangerschaftsregister Rhekiss dient dazu, noch mehr über die Schwangerschaften bei Rheumapatienten zu lernen. Alles das was wir heute dazu wissen, resultiert aus der Betreuung der Schwangerschaften in den vorherigen Jahrzehnten. Es gibt nahezu keine Studien zur individuellen Prognosefaktoren oder der Anwendung von Medikamenten während der Schwangerschaft, da sich dieses ethisch auch nicht vertreten ließe. Um in Zukunft aber noch besser unsere Patienten betreuen zu können, ist es unser Ziel individuelle Prognosefaktoren kennen zu lernen, die noch mehr erfolgreiche Schwangerschaften zur Folge haben.



Krankenkassenleistungen bei Rheuma

Wenn es um die Behandlung von Rheuma geht, spielen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen eine entscheidende Rolle.

Rheuma ist eine chronische Erkrankung, die eine sorgfältige medizinische Betreuung erfordert und vielen Patienten ist gar nicht klar, was alles von ihrer Krankenkasse übernommen wird und wo es sich vielleicht lohnt noch weitere Maßnahmen zu ergreifen, die aber selbst bezahlt werden müssen.

Wir haben für diesen Blogpost Rheumatologe Dr. Peer M. Aries gefragt, welche Leistungen die gesetzliche Krankenkasse im Rahmen der Rheumabehandlung abdeckt und welche nicht.

Die Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Rahmen der Rheumabehandlung übernommen werden, können je nach individuellem Fall und Krankenkasse variieren. In der Regel sind jedoch folgende Leistungen von der GKV abgedeckt:

Nicht alle Leistungen, die im Rahmen einer Rheumabehandlung anfallen, werden von der GKV übernommen. Hierzu können beispielsweise Kosten für alternative Heilmethoden, wie Akupunktur oder Homöopathie, zählen. Auch bestimmte Hilfsmittel, wie zum Beispiel spezielle Einlagen oder Orthesen, müssen gegebenenfalls privat bezahlt werden. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld mit der eigenen Krankenkasse Kontakt aufzunehmen und sich über die genauen Leistungen und Kosten zu informieren.

Dr. Peer Aries: Ernährung bei Autoimmunerkrankungen – Warum geben Ärzte keine klaren Empfehlungen?

 Wenn man unter einer chronischen Erkrankung leidet, geht man viele Wege in der Hoffnung auf Linderung. Häufig liegt diese Hoffnung in einer Ernährungsumstellung. Doch viele Ärzte zögern dabei, Ernährungsempfehlungen abzugeben bzw. verweisen lieber auf eine ausgewogene Ernährung und wollen sich nicht festlegen. Aber warum ist das eigentlich so? Wir haben dazu mal unseren Rheumatologen Dr. Peer M. Aries befragt.

Es gibt mehrere Gründe, warum Ärzte möglicherweise ungern spezifische Ernährungsempfehlungen für Autoimmunerkrankungen abgeben und in den Augen der Patienten „lediglich“ auf die mediterrane Kost verweisen:

Insgesamt kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung, wie sie in der mediterranen Kost vorgesehen ist, eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen spielen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Ernährung allein nicht ausreicht, um die Erkrankung zu heilen oder zu lindern. Eine individuelle, auf den Patienten abgestimmte Behandlung, die auch medikamentöse Therapien und andere Maßnahmen umfassen kann, ist in der Regel erforderlich.

Leben mit EGPA

Leben mit EGPA

 Die EGPA ist nicht nur selten, die Krankheit ist auch sehr komplex. Ihr Verlauf ist schwer vorhersagbar. Es handelt sich hierbei um eine seltene und chronisch verlaufende Autoimmunkrankheit, bei der der normale Ablauf des Immunsystems gestört ist. So kommt es zu Entzündungen der kleinen und mittleren Blutgefäße, diezu Organschäden führen können – vorübergehende oder auch bleibende. Oft sind Lungengewebe, Herz, Verdauungstrakt oder Nieren betroffen. Die Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht geklärt. Was man aber weiß: Die Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut ist bei Menschen mit EGPA stark erhöht. Dabei scheint ein allergischer Mechanismus eine Rolle zu spielen, bei dem Gewebe direkt durch Eosinophile und Abbauprodukte der Neutrophilen geschädigt wird. Die Aktivierung von T-Lymphozyten trägt offenbar zur Aufrechterhaltung der Entzündung bei.
Dr. Tobias Alexander der Charité Berlin und Dr. Christina Düsing vom Universitätsklinikum Düsseldorf sprechen im Live-Webinar über Symptome und mögliche Verläufe der Erkrankung. Außerdem werden zwei Betroffene über ihre Erfahrungen und den Umgang mit EGPA berichten.
Wer weitere Informationen haben möchte, findet unter www.lebenmitegpa.de detaillierte Informationen für Betroffene und Angehörige.

Mit freundlicher Unterstützung von:
GSK

Dr. Peer Aries: Was ist Vaskulitis?

Was ist eine Vaskulitis?

 Eine Vaskulitis, auch als Gefäßentzündung bekannt, bezeichnet eine Entzündung der Blutgefäße. Es gibt verschiedene Arten von Vaskulitis, die sich je nach den betroffenen Gefäßarten und -größen unterscheiden. Die Ursachen der Vaskulitis sind oft unbekannt, aber es wird vermutet, dass sie durch eine Autoimmunreaktion verursacht wird, bei der das Immunsystem irrtümlich körpereigenes Gewebe angreift und Entzündungen in den Gefäßwänden auslöst.  

Je nach Art der Vaskulitis kann sie sich auf verschiedene Körperbereiche und Organe auswirken. Zu den häufigen Symptomen gehören Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Hautausschläge, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Nervenschäden und Organschäden. Die Symptome können schwerwiegend sein und in einigen Fällen lebensbedrohlich sein.  

Die Behandlung der Vaskulitis hängt von der Schwere der Erkrankung und den betroffenen Organen ab. Die Therapie kann eine Kombination aus entzündungshemmenden Medikamenten, Immunsuppressiva und Steroiden umfassen, um die Entzündungen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. In einigen Fällen kann eine Langzeitbehandlung erforderlich sein.  

Es ist wichtig, eine Vaskulitis so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu behandeln, um eine Schädigung der betroffenen Organe zu verhindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Wenn du Symptome einer Vaskulitis bemerkst, solltest du einen Arzt aufsuchen, um eine Diagnose und Behandlung zu erhalten.  



Unser Immunsystem – Freund und Feind

Unser Immunsystem ist rund um die Uhr für uns im Einsatz. Zudem lernt es ständig neu dazu – eine Eigenschaft, die Impfungen wie z. B. gegen das Corona-Virus erst ermöglicht. Doch nicht immer funktioniert es fehlerfrei: Bei Autoimmunerkrankungen richtet es sich gegen den eigenen Körper. Um diese Erkrankungen besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in den Körper: Wie arbeitet die körpereigene Abwehr? Und was läuft bei einer Autoimmunerkrankung eigentlich schief?

Allzeit bereit

Das Immunsystem zählt zu den komplexesten Systemen in unserem Körper. Um uns vor Bakterien, Viren, Pilzen und Keimen zu schützen, arbeiten verschiedene Körpersysteme und Organe perfekt zusammen. Haut und Schleimhäute bilden die erste Schutzbarriere gegen krankmachende Eindringlinge. Lymphknoten und Lymphbahnen sammeln und transportieren Abwehrzellen (B-Zellen), die Antikörper bilden. Auch die Mandeln,
ebenso wie die Milz, enthalten Abwehrzellen. Das Knochenmark bildet vorrangig Vorstufen von Abwehrzellen und in der Thymusdrüse reifen T-Zellen aus


Insgesamt lassen sich drei Schutzbarrieren unterscheiden, die es Krankheitserregern schwer machen:

  1. Der erste Schutzwall besteht vor allem aus Haut, Härchen, Speichel, Tränen, Schleimhäuten und Magensäure. Mit Reflexen wie Niesen und Husten wehren wir den größten Teil der Eindringlinge schon an der Außengrenze ab.
  2. Hat doch ein Erreger den Schutzwall durchdrungen, eilt die schnelle Eingreiftruppe herbei: Die unspezifische Immunabwehr. Dazu gehören u. a. Fresszellen und Killerzellen, die alles angreifen, was fremd oder bedrohlich erscheint
  3. Kann das unspezifische Immunsystem den Erreger nicht allein vernichten, übernimmt das spezifische Immunsystem. Es bekämpft Erreger ganz gezielt und ist dadurch besonders effektiv. Diese Form der Abwehr muss jedoch erst durch Konfrontation mit verschiedenen Erregern erlernt werden, darum dauert sie etwas länger. Zum spezifischen Immunsystem gehören vor allem T-Lymphozyten, B-Lymphozyten und Antikörper.

Ein weiterer Vorteil: Nach einer spezifischen Immunreaktion bleiben sogenannte Gedächtniszellen zurück, die die Merkmale von Erregern speichern. Bei einer erneuten Infektion kann der Körper sofort die passenden Antikörper bilden und die Infektion abwehren. Auch Impfungen funktionieren nach diesem Prinzip.

Fehlgleitet: Was läuft schief bei Autoimmunerkrankungen?

Trotz intensiver Forschung ist noch nicht ausreichend geklärt, warum Autoimmunerkrankungen entstehen. Klar ist jedoch, dass dabei T-Lymphozyten eine zentrale Rolle spielen. Während der Kindheit werden sie im Thymus „geschult“ und lernen, zwischen körpereigenem und körperfremdem Gewebe zu unterscheiden. Das Ergebnis bezeichnen Mediziner als Immuntoleranz. Bei Autoimmunerkrankungen ist diese Immuntoleranz fehlerhaft. Das führt dazu, dass T-Zellen in manchen Fällen nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden können. Irrtümlich erkennen sie körpereigene Strukturen als fremd und alarmieren B-Zellen, die dann Antikörper gegen eigene Körperstrukturen bilden. Dies kann zu anhaltenden Entzündungen und Gewebeschäden führen.

Beispiel rheumatoide Arthritis

Auch bei rheumatoider Arthritis (RA) wird das erworbene Immunsystem fälschlicherweise aktiviert. Fehlgesteuerte T-Zellen wandern in die Gelenke und greifen die Innenhaut der Gelenkkapsel (Synovialis) an. Es kommt zu einer Entzündung: Das Gelenk schwillt an, schmerzt und fühlt sich vor allem morgens steif an. Zugleich werden entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet. Sie sorgen dafür, dass der Entzündungsprozess in Gang gehalten wird.


Eine effektive Behandlung kann verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet und Gelenkstrukturen zerstört. Je früher und konsequenter behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, die Gelenke gesund zu erhalten und somit ein aktives Leben ohne Einschränkungen zu führen.

Tipps für ein starkes Immunsystem

Ergänzend zur medikamentösen Therapie empfehlen Experten, das eigene Immunsystem zu stärken.

  • Mit regelmäßiger Bewegung, besonders an der frischen Luft trainieren Sie Ihren Körper und Ihr Immunsystem.
  • Bauen Sie tägliche Auszeiten in Ihren Alltag ein. Denn Ihr Immunsystem arbeitet am besten, während Sie entspannen.
  • Wappnen Sie Ihr Immunsystem, indem Sie sich gegen Infektionserkrankungen impfen lassen.

Möchten Sie mehr über das Immunsystem und Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen erfahren?


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Meditation und Entspannung
Hygienetipps
Klassische Spargelsuppe Rezept
Bewegter Alltag: Jeder Schritt zählt

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Dr. Howaldt: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Nachdem unsere CED-Woche und die Veranstaltung mit Dr. med. Stefanie Howaldt und Dr. med. Julian Holzhüter ein voller Erfolg waren hat sich Frau Dr. Howaldt netterweise bereit erklärt, die vielen noch offenen Fragen hier in diesem Blogbeitrag zu beantworten.

Dr. med. Stefanie Howaldt beantwortet Fragen zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen:Wie wirkt sich Behandlungsmethoden auf Autoimmunerkrankung aus?


Welche Werte und Vitamine sollten bei CED kontrolliert und wie oft?

Bei der Erstvorstellung sollte alle Vitamine mit Vitamine A, D, E, K, B12, B1, B6, Folsäure kontrolliert werden. Dann schauen wir, was fehlt und kontrollieren dann individuell. Auf jeden Fall sollte bei Morbus Crohn das Vitamin B12 kontrolliert werden.

Welche Impfungen sind als CED Patient wichtig?

Weil man nicht genau weiß, ob irgendwann eine Biologika Therapie eingeleitet wird, sollte man alle Lebendimpfungen machen: Also Masern Mumps und Röteln.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Colitis Ulceros und mentaler Gesundheit?

Die meisten Schübe werden durch negativen Stress ausgelöst, daher gibt es einen großen Zusammenhang. Außerdem macht die Erkrankung auch etwas mit einem, wenn man ständig das Haus nicht verlassen kann und immer nur die nächste Toilette sucht, immer müde und schlapp ist und am sozialen Leben fast gar nicht mehr teilnehmen kann.

Kann eine Urticaria auch von einer Colitis Ulceros kommen?

Nein

Was halten Sie von Schonkosternährung im mittelschweren Schub?

Die Schonkost sorgt dafür, dass es einem etwas besser geht. Sie hat aber meiner Meinung nach nichts ursächlich mit einer besseren Abheilung der Entzündung zu tun. Die Ärzte sind sich in dem Punkt sehr uneinig…

Ich habe Morbus Crohn und leider wurde auch bei meinem Sohn vor 4 Jahren mit 10 Jahren Morbus Crohn festgestellt. Er wird seitdem mit Remicarde behandelt… Was sagen Sie denn zum Thema Vererbung? Wie hoch das das Risiko, dass später auch die Enkelkinder Morbus Crohn bekommen?

Das Risiko ist nicht sehr hoch, es ist etwas erhöht, da aber auch ganz viele Umweltfaktoren nötig sind, damit ein Morbus Crohn ausgelöst wird, wäre das überhaupt kein Grund keine Kinder zu bekommen.

Kann Colitis Ulcerosa auch mit Gelenkschmerzen zusammen hängen?

Ja, da muss man genau schauen, ob es eine extraintestinale Manifestation ist oder eine Nebenwirkung von den TNF Alphaantikörpern oder eine eigenständige Erkrankung wie z. B. rheumatoide Arthritis.

Würden sie die Medikamente für Morbus Crohn in Remission auch absetzen, wenn unzählige Pseudopolypen vorhanden sind?

Pseudopolypen bedeuten nur, dass über eine lange Zeit die Entzündung im Darm gewesen ist. Die muss man nicht behandeln, man sollte sie aber sehr engmaschig überwachen, damit man keinen echten Polypen übersieht.

Kann eine CED oder Biologika Herz-Kreislauf-Beschwerden (Herzhythmusstörung) verursachen? Kardiologie ohne Befund.

Eher nicht.

Welche Begleiterkrankung außerhalb des Dünn-/Dickdarms gibt es bei Morbus Crohn?

Es gibt die extra intestinalen (also außerhalb des Magen-Darm-Traktes) Manifestationen. Diese sind Gelenkschmerzen, Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum und sehr, sehr selten auch Augenentzündungen wie Uveitis oder Iritis.

Wenn man einmal den kompletten Dickdarm aufgrund einer Colitis Ulcerosa entzündet hatte, diese sich dann zurückbildet, ist es dann bei jedem Schub wieder so, dass der ganze Dickdarm entzündet ist oder kann das bei jedem Schub unterschiedlich sein?

Das kann vollständig unterschiedlich sein.

Welches Probiotika empfehlen/geben sie?

VSL#3

Welche Schmerzmittel empfehlen sie bei Colitis Ulcerosa?

Auf jeden Fall kein Diclofenac oder Ibuprofen, das kann Schübe auslösen. Am besten geht immer noch Novaminsulfon oder Paracetamol.

Darf man bei Colitis Ulcerosa überhaupt noch Antibiotika nehmen?

Ja, aber am besten in enger Absprache mit einem CED Spezialisten. Metronidazol und Ciprofloxacin und Cefuroxim geht meistens gut, Penicilline auch. Doxycyclin sollte man vermeiden.

Wie erkläre ich meinem Partner das Stoma? Gibt es Einschränkungen?

Hier würde ich empfehlen, sich mit jemandem zusammen zu setzen, der schon ein Stoma hat und bereit ist, anderen Patienten und Angehörigen darüber zu berichten.

Ich habe seit 1 Jahr unregelmäßig Blut im Stuhl, oft ist aber auch alles gut, sollte ich direkt zu einem Gastroenterologen?

Man sollte auf jeden Fall einmal eine Darmspiegelung machen, um eine exakte Diagnose zu stellen.

Können sie Kollegen über NIK empfehlen? Meine Freundin lebt in Leipzig?
Danke für das tolle Zoom-Meeting. 

Ja, in Leipzig gibt es Prof. Ingolf Schielke. Das ist ein sehr guter CED Spezialist.

Vielen Dank für diese tolle Veranstaltung bei NIK e.V. Es war sehr informativ und sympathisch. Im Laufe des Gesprächs kamen sie auf Probiotika zu sprechen. Können Sie mir dazu nähere Informationen geben?

Siehe oben. VSL#3.

Ich war bereits bei Ihrem Team wegen wiederkehrender Proktitis in Behandlung und wurde mit Mesalazin behandelt, welches eine gute Wirkung zeigt, wenn ich es dauerhaft statt bei Bedarf anwende. Gern würde ich meinen Darm zusätzlich noch probiotisch stärken. Gerade vor einiger Zeit hatte ich nämlich wieder eine länger andauernde Entzündungsphase in diesem Bereich. Weiterhin nehme ich MTX 20 mg und Cymzia bei einer bestehenden Spondyloarthritis (nicht röntgologisch) und einem SLE.
Wenn Sie noch einen Tipp für die Übelkeit hätten, wäre ich ebenfalls sehr dankbar.

Wir geben normalerweise kein MTX weil es so viele Nebenwirkungen macht. Wenn man es denn unbedingt nehmen muss, machen wir es so, dass wir Tabletten geben und die Dosis aufteilen. In ihrem Falle wären das dann 2 x 10 mg Tabletten in der Woche.

Leaky Gut Syndrom, wird es automatisch eine CED?

Nein.

Wieso wird Cortison immer so schlimm angesehen und Biologika nicht? Cortison hat z.B. als schlimmste Nebenwirkungen meiner Meinung nach Nebenniereninsuffizienz oder Osteoporose, bei Biologika stehen diverse Krebsarten in den NW – das macht tierisch Angst. Ich hätte lieber Osteoporose als Krebs, zum Beispiel.

Biologika machen kein Krebs, das steht nur in den Beipackzettel drin, damit die Firmen sich absichern. Cortison kann auch zum Tode führen, es macht hohen Blutdruck, grünen Star, der Augenoperationen nach sich zieht, die Knochen brechen schnell, dadurch können multiple Komplikationen kommen. Weiterhin ist man massiv infektgefährdet, sepsis gefährdet, die Haut reißt irgendwann ein, ich kann gar nicht so viele schlimme Nebenwirkungen aufzählen, wie Cortison macht.



Infektionsschutz – mit der richtigen Hygiene

Können Sie Ihre Hände gerade nicht waschen oder desinfizieren, vermeiden Sie, sich ins Gesicht zu fassen. Haben Sie sich verletzt, können Sie mit einem Pflaster oder einem Verband verhindern, dass Keime in die Wunde eindringen.

Tipp: Mit einem kleinen Fläschchen Desinfektionsgel oder -tüchern für unterwegs können Sie Keime auf Ihren Händen und Oberflächen reduzieren.

Mitmenschen vor Ansteckung schützen

Ein umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten kann dazu beitragen, Ansteckungsgefahr zu minimieren und den Infektionskreislauf zu durchbrechen. Husten oder niesen Sie stets in Ihre Armbeuge oder ein Einmaltaschentuch und halten Sie im Krankheitsfall Abstand zu Ihren Mitmenschen.

Gesund sein – und bleiben

Auch im Haushalt kann eine gute Hygiene dazu beitragen, Sie und Ihre Familie vor Erkrankungen zu schützen. Putzen Sie Räume wie Bad und Küche gründlich und waschen Sie die verwendeten Tücher anschließend bei mindestens 60° C. Lebensmittel wie Obst und Gemüse sollten Sie gründlich abspülen und rohes Fleisch stets durchgaren. Regelmäßiges Lüften kann außerdem dazu beitragen, die Anzahl von Erregern in der Luft zu verringern. Vor allem in Zeiten von Homeoffice sorgt der Luftaustausch außerdem für frischen Wind in unseren Köpfen.

Hilfreiche Tipps zu einem hygienisch einwandfreien Verhalten in Ihrem Alltag finden Sie anschaulich und kompakt in der Hygiene-Broschüre von Biogen:

Interessante Informationen zum Thema chronisch-entzündliche Erkrankungen und Corona sowie weitere Tipps und Services – auch in Form von Broschüren zum Download – finden Sie auf www.MeinCarePlus.de. Biogen-104098

Am 5. Mai findet der Welthändehygienetag der Weltgesundheitsorganisation WHO statt. Er macht darauf aufmerksam, wie wichtig Handhygiene in Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen und im Alltag ist. Hände waschen, einseifen, desinfizieren – nicht nur in der Corona-Pandemie gehören Hygienemaßnahmen zu den wirksamsten Mitteln, um Erkrankungen vorzubeugen. Die folgenden Tipps ….
… für Ihren Alltag finden Sie auch anschaulich und kompakt in der Hygiene-Broschüre am Ende des Beitrags.

Schutz vor Viren und Bakterien

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Wir verfolgen Arlow Pieniak von Work It Training schon länger auf Instagram und sind so begeistert von seiner unermüdlichen Aufklärungsarbeit rund um Bewegungsmuster, das richtige Training, den Fettstoffwechsel und den Weg zu einem schmerzfreieren Leben dank den richtigen und nachhaltigen Übungen, dass wir ihn unglaublich gerne als Experte für unser Netzwerk gewinnen wollten. Wir freuen uns sehr, dass das jetzt geklappt hat und Arlow sich bereit erklärt hat, uns ein paar Fragen zu beantworten, die man sich häufig nach einer MS- oder Rheuma-Diagnose stellt.

Kann ich nie wieder Sport machen?

Nie wieder Sport ist gar keine Option! Wichtig ist, dass jeder für sich selber entscheidet, welche Sportart passend ist. Eventuell ist Laufen zu belastend für Gelenke oder Herz-Kreislauf-System. Aber dann funktioniert vielleicht Fahrrad fahren oder Körpergewichtsübungen. Kein Sport ist auf jeden Fall nicht die Lösung.

Wie kann ich fit für den Sportunterricht in der Schule werden? Ich habe Angst, nicht mehr daran teilnehmen zu können.

Hier ist wichtig, den Unterschied von Sport und Training zu verstehen. Sport ist willkürlich fast jede Art von Bewegung. Jede Krankheit, egal ob chronische, Autoimmunkrankheiten oder auch eine akute Krankheit führt zu Entzündungen im Körper. Bei chronischen oder Autoimmunerkrankungen sind sehr wahrscheinlich dauerhaft Entzündungen im Körper und dadurch die Muskulatur schlechter oder vielleicht sogar komplett inaktiv, was wiederum zu falschen Bewegungsmustern führt. Durch ein strukturiertes und gezieltes Krafttraining kann abgeschwächte oder inaktive Muskulatur wieder aufgebaut und Bewegungsmuster korrigiert werden. So besteht die Möglichkeit wieder fit genug für den Sportunterricht zu werden.

Kann ich mit Sport meinen Zustand verbessern?

Nein 😉 – Aber mit Training. Sport ist sehr ungezielt, natürlich kann man durch Sport sein Gemütszustand verbessern, weil man Freunde trifft, sich bewegt, an der frischen Luft ist usw. Wenn man allerdings seinen körperlichen Zustand verbessern will, dann geht das nur durch gezieltes aufeinander aufbauendes Training. Man muss sich überlegen, welche motorische Grundfähigkeit man verbessern möchte und diese dann gezielt trainieren.

Welche Erfahrung hast Du bereits mit Rheuma- und MS-Patienten gemacht?

Ich hatte schon sehr viele Kunden mit leichten rheumatischen Beschwerden, die fast alle minimiert wurden und manchmal sogar schmerzfrei wurden. Mit MS-Patienten habe ich auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Allerdings kann man leider gegen einen rapiden Leistungsabfall durch die Erkrankung auch nicht mit Training ankämpfen. Das ist sehr frustrierend, weil man nicht helfen kann. Allerdings selbst bei ganz rapid schlecht verlaufenden Verläufen, kann Training auch diesen Zustand angenehmer machen, weil die Muskeln langsamer degenerieren und auch die Patienten den Zustand durch das Training etwas in der Hintergrund rücken lassen.

Welchen Einfluss hat Sport auf mein Immunsystem? 

Der Einfluss von Sport auf dein Immunsystem ist aus verschiedenen Gründen großartig, Sport reduziert Stress, hebt die Laune, macht glücklich! Aber man kann das Immunsystem auch noch besser stärken, wo wir bei der nächsten Frage sind.

Wie kann ich mein Immunsystem stärken?

Auch hier wieder meine Lieblingsantwort; vor allem durch strukturiertes Training. Stress reduzierst Du durch jeglichen Sport wie z.B. lange Läufe. Die wiederum ist gut für dein Immunsystem. Durch Intervalltraining jedoch kann man das Immunsystem direkt stärken. Grundsätzlich ist es aber von Person zu Person unterschiedlich, wie das aussehen kann und natürlich auch von Krankheit zu Krankheit. Die Grundlage ist, dass man seine Herzfrequenz einmal ordentlich über eine normale/alltägliche Belastung bringt. Praktisch: 6x 30 Sekunden Belastung – 20 Sekunden Pause dazwischen. Übungen können sein: Hampelmänner, schnelle Kniebeuge, schnelle Schritte auf der Stelle, Luftboxen u.ä.

Was ist für Dich gute Ernährung und ein ausgewogenes Essverhalten? 

Der wichtigste Punkt ist: Iss Essen, was du magst! Denn wenn man Essen ist, was man nicht mag, dann wird es dein Körper auch nicht so gut verstoffwechseln. Der zweitwichtigste Punkt ist, dass man Insulinpausen einhält. Das bedeutet, dass man zwischen den Mahlzeiten keine Art von Zucker zu sich nehmen darf, da dass das Insulin wieder steigen lassen würde. Also entweder 3 Mahlzeiten am Tag und zwischen den Mahlzeiten Wasser und schwarzen Kaffee oder intermittierendes Fasten (zum Beispiel 16 Stunden Pause, 8 Stunden Essen). Wichtig ist, dass man auf jeden Fall eine Art der Pausen einhält. Zudem sollte man auf Zucker, Weizen und Alkohol so gut wie möglich verzichten. Als letzten Punkt, scheitert nach meiner Erfahrung nach ein ausgewogenes Essverhalten am Häufigsten: an gut ausgewogenen Fetten. Also achtet bei eurer Ernährung mit darauf.

Was kann ich tun, um stressbedingte Schmerzen zu reduzieren?

Stress reduzieren! Jeder Körper reagiert auf Stress mit Schmerzen. Also ist es an uns, an der Ursache zu arbeiten. Natürlich ist es leichter gesagt als getan. Stress kannst du aber ganz pragmatisch mit Entspannungstechniken reduzieren. Wichtig ist, dass du es schaffst, dein parasympathisches Nervensystem zu aktivieren. Dies kann dir durch Meditationen, Autogenes Training oder ähnliche Entspannungstechniken gelingen. Zudem reduziert Sport Stress, wie weiter oben im Interview schon erwähnt. Wichtig ist, dass du es schaffst, Pausen in deinem Alltag zu schaffen, dass dein Körper nicht immer unter maximaler Spannung steht.

Normalerweise empfangen Arlow und sein Team ihre Kunden für die individuellen längerfristig ausgelegten Personal Trainings in ihrem Hamburger Studio – mit ausführlicher Anamnese und intensiver Begleitung. Während des letzten Jahres machte die Corona-Not das Team erfinderisch. Work It Training hat neben Online Personal Trainings auch drei unglaublich informative Onlinekurse entwickelt: „Nie wieder Rücken“ und „Nie wieder Nacken“ für einen schmerzfreieren Alltag und „Endlich richtig Fett“ für alle, die ihren Fettstoffwechsel besser verstehen wollen.

Ihr könnt Euch in Zukunft auf weiteren informativen Input von Arlow und seinem Team freuen – hier bei uns auf der Website, auf Instagram und sicher in Zukunft auch mal bei einer digitalen Veranstaltung. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit!



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Hätten Sie’s gewusst?
Tattoos bei Autoimmunerkrankungen – Go or no go?

Die Haut bei Autoimmunerkrankten ist besonders empfindlich und pflegeintensiv. Dennoch stellen sich viele Betroffene die Frage, ob sie sich nicht doch tätowieren lassen können. Welche Gefahren eine Tätowierung für Patienten mit Erkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis birgt und wie stark das Tattoo selbst von den Schüben betroffen sein kann, erfährst Du jetzt im Interview mit derma2go.

NIK: Wieso sollten sich Patienten, die an Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis leiden, besser keine Tattoos stechen lassen?

derma2go: Patienten mit Neurodermitis oder Psoriasis haben ein fehlreguliertes Immunsystem, welches Entzündungen an der Haut verursacht. Im Rahmen von Tätowierungen werden Farbstoffe in die Haut eingebracht, welche auch bei gesunden Patienten zumindest zeitweise eine Entzündungsreaktion der Haut im Sinne einer Abwehrfunktion auslösen. So kann beobachtet werden, dass bei Patienten mit Neurodermitis und Psoriasis deutlich stärkere bzw. länger anhaltende Entzündungen auftreten.

Hinzu kommt, dass Patienten mit Neurodermitis vermehrt an Allergien leiden. Die zum Tätowieren verwendeten Farbstoffe bergen die Gefahr allergischer Reaktionen – das Risiko ist bei Neurodermitis-Patienten erhöht. Interessanterweise ist das Risiko einer Allergie abhängig von der gewählte Tattoo-Farbe– so ist das Risiko bei rotem Farbstoff am größten. Schwarz wird am häufigsten tätowiert, führt aber eher selten zu schweren allergischen Reaktionen. Generell sind die meisten gängigen Inhaltsstoffe von Tattoofarben potentiell allergieauslösend und haben das Potenzial die Neurodermitis deutlich zu verschlimmern. Tritt eine allergische Reaktion auf ein Tattoo auf, bleibt im schlimmsten Fall nur eine Entfernung des Tattoos mit dem Laser oder Skalpell. Vorübergehend kann die Verwendung von Kortison-Cremes Linderung verschaffen.

NIK: Wie sieht es bei Patienten mit Psoriasis aus?

derma2go: Bei Patienten mit Psoriasis (=Schuppenflechte) spielt zusätzlich der sogenannte isomorphe Reizeffekt (sog. Köbner-Phänomen) eine wichtige Rolle. Durch mechanische Reizungen, eben auch Tätowierungen, kann im Bereich der Reizung eine Psoriasis lokal ausgelöst werden. Ein analoges Phänomen beobachten wir auch bei Verletzungen anderer Art.

NIK: Unter welchen Voraussetzungen könnte sich ein Patient mit Neurodermitis oder Psoriasis trotzdem tätowieren lassen?

derma2go: Wenn der Wunsch nach einem Tattoo stärker ist als die Sorge um potentielle Nebenwirkungen, sollte eine Vorbereitung dem Tattoo voraus gehen. Es sollte mit einem Hautarzt über diesen Wunsch gesprochen werden, um potentielle Nebenwirkungen individuell abzuklären. Wichtig ist auch eine Absprache mit dem Tätowierer und dass dieser bestenfalls bereits Erfahrungen im Umgang mit aufweisen kann. Man sollte mindestens sechs Monate symptomfrei sein und sich auf keinen Fall während eines aktiven Schubes tätowieren lassen. Idealerweise wird eine Hautstelle gewählt, die nicht von Schüben betroffen ist und somit weder vernarbt noch extrem trocken ist. Nach der Tätowierung gilt: Pflegen, pflegen, pflegen. Sollte es zu Nebenwirkungen kommen, ist unverzüglich ein Hautarzt aufzusuchen.

Wir raten Betroffenen mit Neurodermitis oder Psoriasis davon ab, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Wer sich dennoch von einem erfahrenen Experten der entzündlichen Hauterkrankungen beraten lassen möchte, kann jederzeit unsere Ärzte kontaktieren.

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