Mit Neurodermitis und Psoriasis durch die Wintermonate

So unterstützt basische Hautpflege

Die meisten von uns verbinden die kalten Wintermonate mit viel Gemütlichkeit. Doch für die Haut bedeutet diese Zeit vor allem eins: puren Stress. Ist es draußen kalt, ziehen sich die Gefäße zusammen und es gelangen weniger Nährstoffe und Sauerstoff in die Hautzellen. Und auch die trockene Heizungsluft sowie die Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen strengen die Haut mächtig an.

Wahrscheinlich kennst Du es selbst: Chronisch-entzündliche Hauterkrankung wie Neurodermitis oder Schuppenflechte haben in den kälteren Monaten Hochsaison. Der Zustand der Haut, die ohnehin durch eine geschwächte Hautbarriere und die Unterfunktion von Talg- und Schweißdrüsen zu extremer Trockenheit neigt, verschlimmert sich häufig und es kommt verstärkt zu trockener, juckender Haut mit rissigen Stellen oder einem akuten Schub. Die Haut benötigt daher in dieser Zeit besonders viel Aufmerksamkeit.

5 Tipps, die der Haut im Winter zugutekommen 

  1. Den Stoffwechsel anregen. Der verlangsamte (Haut-)Stoffwechsel lässt sich aktiv ankurbeln. Wöchentliches Trockenbürsten bringt den Lymphfluss in Schwung. Das sogenannte „Dry Brushing“ hat einen doppelten Effekt auf die Haut: Einerseits belebt es den Blutfluss und unterstützt den Hautstoffwechsel. Andererseits wirkt es wie ein natürliches Peeling, das abgestorbene Hautzellen sanft und ganz natürlich abträgt, um die Haut auf die anschließenden Pflegeschritte vorzubereiten. Das Trockenbürsten sollte jedoch nur an den Hautarealen erfolgen, die derzeit nicht akut von Neurodermitis oder Psoriasis betroffen sind.
  2. Für die richtige Temperatur in Wohnräumen sorgen. Um den Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen so gering wie möglich zu halten, solltest Du die Wohnräume auf maximal 20 Grad heizen. Regelmäßiges Stoßlüften hilft zusätzlich.
  3. Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen erhöhen. Da trockene Luft der Haut Feuchtigkeit entzieht, solltest Du neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten. Um die Raumluft feucht zu halten, kann eine Schüssel Wasser auf die Heizung gestellt werden. Alternativ gibt es auch spezielle Raumluftbefeuchter, die die Luftfeuchtigkeit des Raumes automatisch anpassen.
  4. Auf die Ernährung achten. Die Aufnahme von Vitamin A und B kann dem Austrocknen der Haut von innen heraus entgegenwirken. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee ist unabdingbar.
  5. Die passende Kleidung wählen. Auch wenn das Wetter zu dicker und warmer Kleidung verleitet, sollte man auf den sogenannten Zwiebellook setzen, um übermäßiges Schwitzen zu verhindern. Schweiß reizt die Haut und fördert Bakterienwachstum und Juckreiz. Da Stoffe wie Wolle, Viskose oder Kunstfaser die Haut reizen und Ekzeme begünstigen können, ist Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder Seide besser geeignet.

So kann basische Hautpflege in der kalten Jahreszeit unterstützen

Je nach Zustand solltest Du deiner Haut nun außerdem mit der passenden Akuthautpflege entgegenkommen. Basische Wirkpflege von SIRIDERMA mit der einzigartigen Basen-Balance-Formel ist dafür ideal geeignet, denn die Haut wird nicht nur mit hochwertigen Pflegesubstanzen und natürlichen Feuchthaltefaktoren intensiv gepflegt, sondern auch von überschüssigen Säuren in der Haut entlastet, die sich durch Entzündungsprozesse im Hautgewebe ansammeln können.

Was die Basen-Balance-Formel von SIRIDERMA ausmacht, erfährst Du in diesem kurzen Video:

Interview mit der Rheuma-Liga

Was ist das Ziel der Rheuma-Liga?

Die Rheuma-Liga bietet Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe durch Beratung und Information sowie spezielle Bewegungsangebote. Wir setzen uns für die Verbesserung der Lebenssituation von an Rheuma erkrankten Personen ein und unterstützen die Arbeit von Institutionen, die dieses Ziel ebenfalls haben.

Wo findet man die Rheuma-Liga überall?

Die Deutsche Rheuma-Liga hat eigenständige Landesverbände in allen Bundesländern. Der Bundesverband mit Sitz in Bonn bündelt die Aktivitäten in besonderen Kampagnen, erstellt das gut verständliche Informationsmaterial und vertritt die Interessen der Rheuma-Patienten auf Bundesebene gegenüber Politik und Verbänden.

Was für Aktivitäten bietet der Verein an?

Die Rheuma-Liga bietet Bewegungsangebote wie Funktionstraining in Form von Wasser- und Trockengymnastik in Gruppen. Bei Vorträgen, Seminaren und Workshops informieren ausgewählte Experten Mitglieder und andere Interessierte. Weiterhin ist die Beratung zu den unterschiedlichen Themen genauso wichtig wie Austausch und Unterstützung in den Selbsthilfegruppen. Jährlicher Höhepunkt ist die Informationsveranstaltung zum Welt Rheuma Tag.

Rheuma ist so vielseitig. Gibt es unterschiedliche Gruppen, die das widerspiegeln?

Jede Gesprächsgruppe in der Rheuma-Liga setzt sich aus Menschen mit unterschiedlichen Ausprägungen von Rheuma zusammen. Wir in Hamburg haben 16 verschiedene Gruppen. Die Stadtteilgruppen existieren schon viele Jahre und definieren sich durch räumliche Nähe. Darüber hinaus gibt es Gruppen, die aufgrund ihrer Altersstruktur oder Lebenssituation eine gemeinsame Basis haben (Junge Rheumatiker, 50-Plus,Die Berufstätigen). Eine gemeinsame Diagnose bildet die Grundlage für die LE-Gruppe Lupus Hamburg, Sjögren-Syndrom Gruppe, Fibromyalgie oder Vaskulitis Selbsthilfegruppe.

Wie sieht die Unterstützung im Allgemeinen aus?

Wir bieten allen Rheuma-Patienten wissenschaftlich fundierte und verständliche Informationen über die Krankheit, über soziale Aspekte des meist chronischen Verlaufs und der damit einhergehenden Einschränkungen, kompetente Beratung durch Betroffene sowie speziell angepasste Bewegungsangebote. Mitgliedern bieten wir 6x im Jahr interessant aufbereitete Informationen zu aktuellen Themen in unserer Vereinszeitschrift mobil .

Und wenn es speziell wird? Was sind die ganz besonderen Dinge oder Highlights, die die Rheuma-Liga ausmachen, die nicht alltäglich sind?

Die Möglichkeit sich mit Personen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind und ebenfalls nach Lösungen suchen, um mit der Krankheit möglichst „normal“ zu leben, erachten wir als ein nicht alltägliches Angebot. Alle ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater sind bemüht, zu helfen. Sei es mit Informationen, mit Hinweisen zu Veränderungen in der Lebensweise und mit einem offenen Ohr für die Sorgen der Betroffenen. Wir geben wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse weiter und informieren zu Themen wie Corona und Rheuma.

Hat Corona die Rheuma-Liga verändert? In Hinblick auf die Kommunikation, Aktivitäten und Treffen oder interne Strukturen?

Die Pandemie hat die Arbeit im Verein und die Zugänglichkeit zu unserem Verein sehr verändert. Alle Selbsthilfegruppen mussten über einen langen Zeitraum ihre Arbeit mehr oder weniger „runterfahren“, da die Räumlichkeiten, in denen die Mitglieder sich getroffen haben, nicht zugänglich waren und die Ansteckungsgefahr auf dem Weg zu den Treffen für Rheumapatienten zu groß war. Viele Gruppen haben sich auf telefonische Kontakte beschränkt. wenn möglich gab es auch Kontakte über digitale Medien (Video, Chat über z.B. WhatsApp oder ähnliches).

Die Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle haben z.T. von zuhause gearbeitet. Im Moment nutzt jeder der hauptamtlich für uns Tätigen ein Büro für sich allein. Die ehrenamtlichen Kräfte werden über Telefon und Mail hinzugezogen. Persönliche Kontakte sind auch in der Geschäftsstelle auf ein Minimum reduziert worden. Das kann und wird für eine Selbsthilfeorganisation, der ein Miteinander und persönlicher Austausch wichtig sind, nur eine vorübergehende Lösung sein. Einige unserer Veranstaltungen konnten wir auf ein digitales Format umstellen. Neue Angebote sind entstanden. Aber wir erreichen mit den elektronischen Medien nicht alle Mitglieder. Kriterien wie das Alter und körperliche Einschränkungen verhindern, dass alle Mitglieder die neuen Medien nutzen können.

Wer kann Mitglied im Verein werden?

Wir freuen uns über Anträge von Personen oder auch Institutionen (juristische Personen), die sich für die Belange der Rheuma-Patienten interessieren und einsetzen möchten.

Was kostet die Mitgliedschaft?

Unsere Mitglieder zahlen einen Beitrag von € 45,00 im Jahr, das sind nur 3,75 € im Monat.
Für Personen, denen das noch zu viel ist, gibt es unter gewissen Voraussetzung die Möglichkeit zur Ermäßigung.

Die Rheuma-Liga gibt es seit über 50 Jahren. Was hat sich in den letzten Jahrzehnten (bezüglich des Rheumas, aber auch im Verein) deutlich verändert?

Ein grundlegender Pfeiler der Arbeit und der Grundsätze der Rheuma-Liga haben sich in all den Jahren nicht verändert: die Basis ist das ehrenamtliche Engagement der Betroffenen.

Die Diagnose und Therapiemöglichkeiten haben sich deutlich verbessert.
Nach wie vor aber dauert es für viele Patienten viel zu lange, bis eine Behandlung beim Rheumatologen begonnen wird. Die Anzahl der in Deutschland praktizierenden internistischen und orthopädischen Rheumatologen reicht nicht aus. Die regionale Verteilung ist sehr unterschiedlich: es gibt Regionen mit relativ vielen Ärzten und eben auch solche, wo Patienten viele Kilometer im Umkreis keinen erreichbaren Arzt haben. Diese Probleme gab es schon vor 50 Jahren.

Heute können wir uns dank moderner Kommunikationsmittel viel einfacher über vieles informieren, bekommen leider aber auch viele falsche Informationen. Daher ist es so wichtig, dass die Rheuma-Liga verlässliche Informationen bereitstellt. Die Broschüren und Merkblätter sehen heute mit einem moderneren Layout sicher anders aus, aber schon vor 50 Jahren legte man Wert darauf, die Betroffenen richtig zu beraten und zu informieren.

Moderne Medikamente und Therapiemöglichkeiten ermöglichen es Rheuma-Patienten heute länger berufstätig zu sein als früher. Die Frühverrentung ist zwar heute auch noch ein Problem, da man von den Bezügen dann kaum leben kann, aber es gelingt wesentlich häufiger schwere Schäden an den Gelenken und Organen zu verhindern. Auch die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel erleichtern den Umgang mit den Einschränkungen erheblich.

Fazit : Vieles ist besser geworden, aber es bleibt noch viel zu tun.

Wer sind die Unterstützer des Vereins?

Die Deutsche Rheuma-Liga LV Hamburg e.V. wird im Wesentlichen von den Mitgliedsbeiträgen der ca. 2400 Mitglieder und deren Engagement gestützt.

Fachlich unterstützen uns viele Ärzte und Therapeuten tatkräftig durch die Bereitschaft, sich meist ehrenamtlich mit ihrem Wissen und ihrer Zeit einzubringen. Sie halten Vorträge und stehen für Fragerunden in den Gruppen bereit. Fachbeiträge für unsere Vereinszeitschrift, die Mobil und den lokalen Beihefter Hamburg mobil sind ebenfalls sehr hilfreich. Wir sind dankbar, dass viele Expertinnen und Experten uns bei der Beantwortung von Fragen, die in der Beratung an uns herangetragen werden, unterstützen. Ohne fachlichen „Beistand“ könnten unsere ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater ihre Arbeit weniger effektiv leisten.

Finanziell erhalten wir auf Antrag Pauschalförderung im Rahmen der Selbsthilfeförderung von den Krankenkassen und können für einzelne Projekte dort weitere Zuschüsse beantragen. Einzelne Veranstaltungen wie der Welt Rheuma Tag werden von verschiedenen Pharmafirmen unterstützt, die dort ihre Arbeit interessierten Patientinnen und Patienten erläutern.

Wie können Betroffene an den Verein herantreten?

Die Deutsche Rheuma-Liga LV Hamburg e.V. ist persönlich und telefonisch zu erreichen über die Geschäftsstelle in der Dehnhaide 120, 22081 Hamburg, Tel 040 669 07 65 – 0 / Fax 040 – 669 07 65 – 25 . Per Mail sind wir natürlich auch zu erreichen: info@rheuma-liga-hamburg.de.

Informationen finden sich auf der Webseite www.rheuma-liga-hamburg.de.
Dort veröffentlichen wir allgemeine Informationen über den Verein und die Selbsthilfegruppen sowie aktuelle Termine für Veranstaltungen und Bewegungsangebote, aber auch interessante Videos und Podcasts der Deutschen Rheuma-Liga.

Rheu’ma auf mit Vorurteilen!

Was Sie sicherlich noch nicht über rheumatische Erkrankungen wussten.

Lassen Sie uns gleich mit dem größten Irrglauben aufräumen: „Das eine Rheuma“ gibt es nicht. Vielmehr gibt es über 100 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Von rheumatoider Arthritis über Osteoporose bis hin zu Morbus Bechterew sind die Krankheiten so divers wie die Mythen über sie. Wir räumen mit den bekanntesten Vorurteilen rund um Rheuma auf.

„Rheumatische Erkrankungen haben nur alte Menschen.“

Dieses Gerücht hält sich wohl am hartnäckigsten, doch Fakt ist: Rheuma kennt kein Alter. Während erwachsene Erkrankte zwar mit rund 1,5 Millionen in Deutschland den Löwenanteil ausmachen, gibt es immerhin 20.000 Kinder und Jugendliche mit rheumatischen Erkrankungen. Hier liegt häufig die juvenile idiopathische Arthritis vor. Junge Männer unter 30 erkranken zudem des Öfteren an Morbus Bechterew, während Frauen ab 35 häufig eine Fibromyalgie diagnostiziert bekommen. Der Morbus Bechterew betrifft vor allem den Rückenbereich und kann zu einer Versteifung der Wirbelsäure führen. Die Fibromylagie geht neben chronischen Schmerzen an mehreren Körperregionen mit Symptomen wie Müdigkeit und Schlafstörungen einher.

Gerade aufgrund der falschen Annahme, Rheuma würde nur bei älteren Menschen auftreten, sollten sich Jüngere mit Verdacht also doppelt absichern und eine fachkundige Diagnose einholen.

„Für die Diagnose Rheuma reicht der Hausarzt.“

Hausärzte stehen bei der Früherkennung der rheumatischen Erkrankung vor einer großen Herausforderung: der Unterscheidung von degenerativ bedingten und rheumatischen Beschwerden. Sie haben häufig nicht das Fachwissen der Rheumatologen, was eine Studie des Deutschen Rheumaforschungszentrums untermauert – hier schnitt der Rheumatologe, verglichen mit dem Hausarzt, in Fragen rund um die Diagnose der Erkrankten deutlich besser ab. Aus diesem Grund, und auch weil eine Früherkennung sehr wichtig ist, sollten Menschen mit Verdacht, zusätzlich zu ihrem Hausarzt, einen Rheumatologen aufsuchen.

„Wer krank ist, sieht krank aus.“

Genau dieses Vorurteil macht Rheumatikern das Leben schwer – denn die meisten rheumatischen Erkrankungen zählen zu den „unsichtbaren Krankheiten“ und werden viel zu oft vom Umfeld nicht ernst genug genommen. Da Rheuma vor allem die Gelenke betrifft, sieht man Rheumatikern ihre Krankheit häufig nicht an. Erst in schweren Fällen werden rheumatische Symptome für Außenstehende sichtbar: Einzelne Gliedmaßen, oft sind es die Finger, werden steifer und unbeweglicher. Hier gilt es, das unwissende Umfeld für die Beschwerden zu sensibilisieren.

„Rheumatiker können keinen Sport machen.“

Das Lieblings-Gerücht vieler Rheuma-Erkrankter – denn das Gegenteil ist der Fall. Während früher allgemein galt, dass Rheuma-Patienten sich körperlich möglichst schonen sollen, weiß man heute, dass Bewegung gut tut und sogar helfen kann. Denn mangelnde Bewegung kann zum „Einrosten“ der Gelenke führen, wodurch die Schmerzen für Rheumatiker noch verstärkt werden. Sportarten wie Schwimmen, Nordic Walking und Radfahren stärken Muskulatur und Gelenke und helfen so dem Körper, sich selbst zu helfen.

„Rheumatiker haben kein erfülltes Sexualleben.“

Wer an chronischen Schmerzen leidet, hat keinen Sex? Keineswegs. Denn auch hier gilt es aufzuklären. Im Umgang mit einer chronischen Erkrankung spielt schließlich auch die Partnerschaft, und damit das Sexualleben, eine wichtige Rolle. Praktische Maßnahmen wie die richtige Wahl der Stellung, eine warme Dusche oder eine entspannende Massage schaffen Abhilfe. Ein weiterer Vorteil: Beim Sex werden Glückshormone im Körper ausgeschüttet, die wiederum für Entspannung und Wohlbefinden und damit ein besseres Körpergefühl sorgen. Es gilt also Lust zuzulassen und offen mit dem Partner zu sprechen. So versteht er die Bedürfnisse und kann auf sie eingehen, damit der Intimität nichts im Wege steht.

Wie es bei allen Gerüchten so ist, gilt auch bei Rheuma: Unwissenheit kann verheerende Folgen haben. Darum ist eine Früherkennung der Krankheit wichtig und die Aufklärung der Gesellschaft essenziell, um den Betroffenen die größtmögliche Hilfe bieten zu können.

https://www.meincareplus.de

„Mythen und Vorurteile rund um Rheumatische Erkrankungen“
Hier finden Sie weiterführende Informationen:

https://www.meincareplus.de/de_DE/home/therapiegebiete/gelenk/wissenswertes-rheuma/krankheitsmythen-gelenk.html

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Zum Welttag des Sehens: Rechtzeitig erkannt ist Uveitis gut behandelbar!

Der Welttag des Sehens am 14. Oktober 2021

hat zum Ziel, mehr Aufmerksamkeit für Augenerkrankungen wie Uveitis zu schaffen. Augenerkrankungen können ernsthafte Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Prävention lautet das Zauberwort: Laut WHO sind 75 Prozent aller Sehbehinderungen vermeidbar, heilbar oder zumindest gut behandelbar. Dazu gehört auch Uveitis, ein Oberbegriff für verschiedene entzündliche Augenerkrankungen, die die mittlere Augengefäßhaut, die Uvea, betreffen. Häufig wird eine Uveitis mit einer Bindehautentzündung verwechselt. Denn das Auge ist bei beiden Erkrankungen stark gerötet. Anders als eine Bindehautentzündung ist Uveitis jedoch nicht ansteckend.

Mehrere Ursachen können Auslöser sein

In Deutschland sind rund 400.000 Menschen von Uveitis betroffen, jährlich kommen etwa 10.000 Neuerkrankungen hinzu. Grundsätzlich kann Uveitis jeden Menschen in jedem Alter betreffen. Doch am häufigsten tritt eine Entzündung der Gefäßhaut des Auges zwischen dem 20. und 50. Lebensjahrs auf. Aber auch Kinder können an einer Uveitis erkranken, sie machen fünf bis zehn Prozent aller Erkrankten aus. Obwohl noch nicht alle Ursachen, die zu einer Uveitis führen, hinreichend erforscht sind, weiß man heute, dass rund 40 Prozent der Augenentzündungen auf eine Immunerkrankung zurückzuführen sind. Das können rheumatische Erkrankungen sein, aber auch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei 19 Prozent der Uveitis-Erkrankungen werden Viren, Bakterien oder Pilzinfektionen als Auslöser ausgemacht. Für etwa ein Drittel der Erkrankungen kommen weder Infektionen noch andere Krankheiten infrage. Hier spricht man von einer idiopathischen Uveitis – ohne erkennbare Ursache.

Biologika sind ein Mittel der Wahl

Schwere Verläufe lassen sich in der Regel vermeiden, wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Uveitis ist derzeit zwar noch nicht heilbar, doch mit einer frühzeitigen Therapie – beispielsweise einer Kortison-Behandlung bei akuten Schüben oder mit einem Biologikum oder Biosimilar – kann einem schweren Verlauf in der Regel vorgebeugt werden. So können Sie trotz einer Uveitis ein selbstbestimmtes, aktives Leben führen. Mehr Tipps zum Umgang mit der chronisch-entzündlichen Augenerkrankung finden Sie auf www.meincareplus.de.

Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt

Es gibt viele Dinge, die Sie selbst für den Erhalt Ihrer Augengesundheit tun können. Ist unsere Sehfähigkeit infolge einer entzündlichen Uveitis eingeschränkt, kann uns das im Alltag sehr beeinträchtigen. Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen oder gerötete und tränende Augen sind nur einige der typischen Symptome, die schleichend oder plötzlich auftreten können. Vor allem reagieren Ihre Augen empfindlich auf Trockenheit und grelles Licht. Schützen Sie sich daher mit einer guten Sonnenbrille mit zertifiziertem UV-Schutz. Auch nach der Diagnose: Gehen Sie regelmäßig zum Augenarzt und lassen Sie Ihre Sehkraft kontrollieren. Achten Sie auf sich und geben Ihren Augen auch mal eine Pause.

Sorgen Sie für entspannte Augenblicke!

  • Das richtige Licht: Passen Sie die Beleuchtung in Ihrer häuslichen Umgebung Ihrem Augenlicht an. Verwenden Sie eine warme Farbtemperatur und regeln Sie die Helligkeit so, dass Sie nicht geblendet werden.
  • Genug Feuchtigkeit: Sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima, das nicht zu trocken ist. Lüften Sie regelmäßig und benutzen Sie Luftbefeuchter, wenn die Luft im Inneren zu trocken ist. Auch viel Bewegung an der frischen Luft trägt dazu bei, dass sich Ihre Augen erholen können.
  • Kein Stress: Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil, der zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt. Dazu gehören neben körperlicher Aktivität vor allem Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, autogenes Training oder Meditation. Alles, was zur Stressbewältigung beiträgt und Sie psychisch ins Gleichgewicht bringt, kommt auch Ihren Augen zugute.

Weitere Infos und Tipps zum Umgang mit Uveitis finden Sie auf www.meincareplus.de.

Erklärvideo für Erwachsene zum Thema Uveitis: https://www.meincareplus.de/de_DE/home/therapiegebiete/auge/wissenswertes-augen/meine-augen.html

Erklärvideo für Erwachsene zum Thema Uveitis: https://www.meincareplus.de/de_DE/home/therapiegebiete/auge/kinder-erklaert-auge.html

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Nik stellt vor: Dr. Julia Mader – Hautpflege bei Autoimmunerkrankungen

„Dr. Julia Mader ist Kosmetikwissenschaftlerin, Beraterin und Trainerin aus Leidenschaft. Ihre Expertise im Bereich Kosmetik hat sie sich in mehr als zwanzig Jahren aufgebaut.

Ihr Alleinstellungsmerkmal ist jedoch die außergewöhnliche Kombination von Praxis, Fachwissen und wissenschaftlichem Arbeiten zusammen.

Julias Herz schlägt seit mehr als zwanzig Jahren für das Thema Haut und Kosmetik. Bereits in jungen Jahren litt Julia unter schwerer Akne, wodurch die Haut, Hauterkrankungen und deren kosmetische Behandlung schon damals eine große Rolle spielten. Als gelernte Kosmetikerin hat Julia neben dem Studium und der Promotion als medizinische Kosmetikerin in Europas größter Dermatologischer Klinik gearbeitet.

Die kosmetische Behandlung von Hauterkrankungen wie z.B. Akne, Rosazea, perioraler Dermatitis, Neurodermitis oder Psoriasis unter dermatologischen Gesichtspunkten war zwölf Jahre lang ein wichtiger Bestandteil in Julias täglicher Praxis. Heute ist sie als Beraterin in der Kosmetik Industrie tätig, hält regelmäßig Fachvorträge, leitet kosmetische Workshops und schreibt wissenschaftliche Artikel für Fachmagazine“.

Interview mit Dr. Julia Mader

Ist Naturkosmetik immer die bessere Wahl?

Das kann man pauschal nicht sagen. Naturkosmetik hat viele Vorteile in Bezug auf die Rohstoffe, die in Naturkosmetik verwendet werden dürfen sowie in Bezug auf die vielen Rohstoffe, die hier eben nicht eingesetzt werden dürfen. Allerdings ist Naturkosmetik nicht generell für jede Haut und jedes Pflegebedürfnis geeignet. Vor allem bei sehr sensibler und zu Allergien neigender Haut ist Vorsicht geboten. Ebenfalls bei der Pflege von Hauterkrankungen. Bei Menschen mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) zum Beispiel sollte in der Zeit während einer akuten Phase auf die Pflege mit Naturkosmetik verzichtet werden. Hier steht vor allem die Therapie von Symptomen wie akutem Juckreiz und extremer Trockenheit sowie der Aufbau der Hautbarriere im Vordergrund. Immer wenn eine Hauterkrankung vorliegt, wo akute Symptome eine starke Beeinträchtigung darstellen, sollte die kosmetische Pflege vor allem schnelle Linderung bringen. Da ist Naturkosmetik nur bedingt geeignet und sollte individuell von Patient zu Patient beurteilt werden.

Was ist das Besondere an Naturkosmetik?

Grundsätzlich ist der Begriff „Naturkosmetik“ nicht geschützt. Möchte ich sicher gehen, dass die entsprechenden Pflegeprodukte reine Naturkosmetik sind, sollte ich zuerst auf bekannte Zertifizierungen achten. Sind Produkte mit den Naturkosmetik Siegeln zertifiziert, dürfen sie nur bestimmte Rohstoffe und Wirkstoffe enthalten und entsprechen den Vorgaben für reine Naturkosmetik. Bei Naturkosmetik dürfen keine synthetischen Rohstoffe wie z.B. Duft- und Farbstoffe eingesetzt werden. Zudem ist Naturkosmetik frei von jeglichen Arten von Mikroplastik, mineralölbasierten Rohstoffen und synthetischen UV-Filtern. Der Einsatz von Konservierungsstoffen ist ebenso klar geregelt wie z.B. die Verarbeitungsprozesse der Samen oder Früchte, aus denen dann im Labor natürliche Extrakte oder Öle gewonnen werden.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Naturkosmetik und herkömmlichen Kosmetikprodukten?

Bei zertifizierter Naturkosmetik ist eindeutig geregelt, welche Rohstoffe enthalten sein und welche Gewinnungsprozesse im Labor eingesetzt werden dürfen. Ebenso muss die Herkunft der jeweiligen Früchte, Samen und Rohstoffe dokumentiert sein und den entsprechenden Anforderungen genügen. Bei konventioneller Kosmetik dagegen dürfen alle Rohstoffe eingesetzt werden, die laut Kosmetikverordnung in Deutschland und der EU zugelassen sind. Entsprechend besteht der gravierendste Unterschied bei der möglichen Auswahl und Zusammensetzung der Rohstoffe.

Worauf sollte man bei Naturkosmetik besonders achten?

Bei echter Naturkosmetik ist wie schon erwähnt die Zertifizierung wichtig. Hier gibt es z.B. das Natrue Siegel oder das COSMOS Natural Siegel. Nur so kann ich sicher sein, dass mein Kosmetikprodukt den Standards der Naturkosmetik entspricht. Es gibt viele Produkte, die vermitteln auf den ersten Blick das Image von Naturkosmetik. Beim zweiten Blick auf die INCI, die Inhaltsstoffdeklaration auf der Rückseite der Produkte, wird schnell klar, dass Rohstoffe enthalten sind die in Naturkosmetik nichts zu suchen haben. Hier ist der Verbraucher gut beraten, wenn er sich auskennt und kritisch nachfragt. Außerdem ist ein individuelles Allergie Risiko zu beachten. Leide ich unter einer bekannten Allergie gegenüber bestimmten Duftstoffen, so sollte ich diese meiden. Dies gilt ebenso für konventionelle Kosmetik.

Für wen ist Naturkosmetik besonders zu empfehlen? (Unter Berücksichtigung von Neurodermitis oder Schuppenflechte-Betroffenen)

Naturkosmetik eignet sich besonders für Menschen mit einem ruhigeren Hautbild. Das bedeutet konkret bei Betroffenen von Neurodermitis oder Psoriasis, dass Naturkosmetik zum Einsatz kommen sollte, wenn die Haut in einer schubfreien, ruhigen Phase ist. Zur Pflege der Haut sowie zur Barriere Stabilisierung eignet sich die passende Naturkosmetik ebenso wie konventionelle Pflegeprodukte.

Und wer sollte die Finger von Naturkosmetik lassen?

Vor allem in akuten Schubphasen sollte auf Naturkosmetik verzichtet werden. Ist die Haut sehr gereizt und entzündet oder befindet sich in einem akuten Schub ist eine beruhigende Pflege sehr wichtig. Der Fokus sollte hier auf der schnellen Symptom Linderung liegen sowie auf der Stabilisierung und dem Aufbau der Hautschutzbarriere. Eine Pflege, die viele Wirkstoffe enthält kann in dieser Phase reizend und überfordernd wirken. Menschen, die zu allergiebereiter Haut neigen, sollten ebenfalls in Bezug auf Naturkosmetik vorsichtig sein.

Haben Sie eine Empfehlung für Neurodermitiker und Psoriasis-Patienten, welche Art von Creme besonders hautverträglich ist?

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Pflegeprodukten, die auch für Neurodermitiker und Psoriasis-Patienten zur Stabilisierung des Hautzustandes geeignet sind. Ein Stichwort hier ist z.B. die biomimetische Pflege. Hierunter fallen Pflegeprodukte, die in ihrer Zusammensetzung der Hautstruktur nachempfunden sind. Die Inhaltsstoffe sind strukturell ähnlich unseren hauteigenen Lipiden aufgebaut und können besser in die Haut einziehen und dort wirken. Dadurch kann u.a. die Hautschutzbarriere wieder aufgebaut und gestärkt werden. Die Hautschutzbarriere ist ein essentielles Thema bei der Hautpflege bei Neurodermitikern und Psoriasis-Patienten. Auf eine Vielzahl von Wirkstoffen sowie Duftstoffe im allgemeinen sollte allerdings verzichtet werden. Zusätzlich ist es wichtig zu schauen, ob die Haut feuchtigkeitsarm oder fettarm ist. Da beide Hautbilder mehr von trockener Haut geprägt sind, ist hier die Differenzierung bei der zielführenden Behandlung wichtig.

Was halten Sie von Kosmetika mit dem Inhaltsstoff CBD?

Kosmetika mit dem Inhaltsstoff CBD haben an Popularität stark zugenommen. CBD wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, was bei Atopikern von Vorteil ist. Zudem regt CBD die Zellproliferation an. Entsprechend ist hier bei der Behandlung der Psoriasis Vorsicht geboten. Ob Pflegeprodukte mit CBD für die Behandlung geeignet sind, sollte individuell nach gründlicher Anamnese entschieden werden. Hier kommt es wie bei allen Pflegeprodukten auch auf die Gesamtrezeptur und die weiteren enthaltenen Inhaltsstoffe an.

Blasenschwäche bei MS

Ein wirklich unangenehmes Thema, über das man nicht gerne spricht und bei dem sich viele schämen. Auch ein Gespräch mit dem Neurologen darüber wird lange vermieden. Die meisten überwinden sich erst dann, wenn es kaum noch auszuhalten ist und die Lebensqualität enorm leidet.

Blasenschwäche betrifft ca. 15% der Multiple Sklerose Patient:innen bereits mit den Erstsymptomen. Im Laufe der Erkrankung steigt diese Zahl sogar auf 75% an, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Es gibt verschiedene Arten der Blasenstörung, welche durch geschädigte Nervenzellen auftreten kann. Patienten können den Harndrang nicht mehr richtig kontrollieren. Auch die Funktion und Entleerung vom Darm kann beeinträchtigt sein.

Blasenentzündungen und MS

Blasenstörungen sowie eine erschwerte oder unvollständige Entleerung der Blase sind mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfekte verbunden. Sie verursachen Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Durch eine Verkrampfung der Blasenmuskulatur kommt es zudem zu Schmerzen im Unterbauch.

Der nächtliche Harndrang und damit verbunden der häufige Gang zur Toilette wirken sich auf das Schlafverhalten aus. Einschlaf- und Durchschlafstörungen sind keine Seltenheit. Werden die Blasenentzündungen nicht behandelt, können sie sich negativ auf andere Begleiterscheinungen der MS auswirken, wie Spastiken oder die Fatigue. Die Symptome können sich mit der Zeit verändern, meist kommt es nach einem Schub zu einer Verschlimmerung der Inkontinenz oder Blasenentleerungsstörung. Wiederkehrende Harnwegsinfekte gelten als mögliche Auslöser für eine Verschlechterung der Erkrankung.
Medizinisch werden drei verschiedene Formen der Blasenstörungen erfasst. Diese sind abhängig von der Lage der Läsionen und den geschädigten Bereichen.

  • hyperaktive Blase
    Es kommt zu einer Überaktivität der Blasenmuskulatur und beginnt bereits bei kleinen Urinmengen sich zusammenzuziehen. Es kommt zu starkem Harndrang, obwohl die Blase noch nicht gefüllt ist. Der Druck ist so stark, dass es zu einem ungewollten Wasserlassen kommt.
  • komplexgestörte Blase
    Ist das Zusammenspiel der Muskeln für Blasenentleerung und Blasenverschluss gestört, spricht man von einer komplexgestörten Blase. Häufig verbleibt Restharn in der Blase, was das Risiko für Harnwegsinfekte erhöhen kann.
  • inaktive Blase
    Durch eine Schwäche, oder auch Lähmung des Schließmuskels kommt es zu einer Inkontinenz.

Eine frühzeitige Behandlung kann helfen

Solltest du bei dir Probleme mit der Blase feststellen, solltest du dich deinem Arzt oder Neurologen anvertrauen. Eine sorgfältige Diagnostik mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen, Blasendruckmessung und Elektromyogramm, um weitere Maßnahmen einleiten zu können. In jedem Fall sollte die Blasenfunktionsstörung behandelt werden, um Entzündungen der Blase zu vermeiden und eine Infektion der Nieren zu vermeiden.

Die häufigsten Therapieformen sind:

  • Medikamente
  • Physiotherapie
  • Blasentrainingsprogramme
  • Selbstkatheterisierung

Blasenstörungen und Inkontinenz sind für Betroffene sehr belastend. Oft ziehen sie sich zurück, schämen sich und gehen kaum noch länger aus dem Haus, aus Angst einen „Unfall“ zu haben. Der Verlust an Lebensqualität und -freude ist enorm und kann eine Depression nach sich ziehen. Wenn du betroffen bist, solltest du dich in jedem Fall deinem Neurologen anvertrauen.

Nützliche Alltagstipps können dabei helfen die Blasenschwäche zu verbessern

Wir haben euch ein paar Tipps bei Blasenstörungen zusammengefasst:

  • Die tägliche Trinkmenge sollte mindestens 2 Liter betragen, die regelmäßig und auf den Tag verteilt zu sich genommen werden sollen. Dabei solltet ihr hauptsächlich stilles Wasser oder ungesüßte Tees zu euch nehmen. Bei sportlicher Betätigung ist diese Menge natürlich zu erhöhen.
  • 2 Esslöffel Kürbiskerne täglich. Die kleinen grünen Helfer liefern wertvolles Kalium, Kalzium und Magnesium, welche für eine einwandfreie Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln sorgen. Die in den Kernen enthaltenen Pflanzenhormone hemmen den Harndrang zusätzlich. Auch die B-Vitamine stärken das Nervensystem, welches die Blasenfunktion steuert. Vitamin B liefern auch Sonnenblumenkerne und Walnüsse.
  • Für die Stärkung der Blasenwand kannst du Karotten, Aprikosen, Endiviensalat, Paprika oder Spinat zu dir nehmen, denn das Betacarotin unterstützt dich dabei.
  • Nicht unterdrücken! Wichtig ist, dass du deinen Harndrang nicht unterdrückst, denn das kann deine Nieren und auch die Harnröhre schädigen und zu Entzündungen führen. Harnwegsinfekte können wiederum Spastiken oder andere MS-Symptome verstärken.
  • Übungen zur Stärkung des Beckenbodens – Ja liebe Männer, das geht auch bei euch! Wir haben euch 2 Videos zum Beckenbodentraining rausgesucht, bei denen ihr euch etwas Inspiration holen könnt.
  • Übungsvideo Beckenbodengymnastik für Frauen
  • Übungsvideo Beckenbodengymnastik für Männer
  • Achte auf deine Ernährung. Auch bei Blasenschwäche gibt es einige Dinge, auf die du achten solltest. Verschiedene Lebensmittel wirken harntreibend. Diese solltest du nur in Maßen genießen: Spargel, Salatgurke, Rotkohl, Fenchel, Zwiebel, Möhren, Avocado, Tomate, Wassermelone, Grapefruit, Orange, Limette und Süßkirschen.

Blasenschwäche ist nichts wofür du dich schämen musst

Ja, Blasenschwäche ist ein Tabuthema in der Gesellschaft – aber wir sollten es in unserer Community nicht dazu machen, denn es betrifft so viele von uns und jeder hat vielleicht ein paar Tipps, um besser damit umzugehen oder Unfällen vorzubeugen.

Linktipp: Einen ausführlichen Erfahrungsbericht von unserer Ernährungsspezialistin Julia, findet ihr auf Ihrem Blog Fitness • Food & MS. Die liebe Heike von Multiple Arts hat auch einen tollen Beitrag zu Inkontinenz bei MS geschrieben. Außerdem hat Samira von chronisch fabelhaft ihre Tipps gegen Blasenentzündungen aufgeschrieben. Klick dich gerne einmal rein.

Autoimmunerkrankungen – So erklär ich‘s meinem Kind

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Normalerweise kämpft unser Immunsystem (das heißt Abwehrsystem) gegen fremde Eindringlinge. Wenn z.B. Bakterien oder Viren in den Körper eindringen, erkennt es sie und bekämpft sie. Im Fall von Autoimmunerkrankungen macht das Immunsystem etwas Falsches, es denkt, dass Teile unseres eigenen Körpers „fremd“ sind und bekämpft sie genauso wie sonst nur die schädlichen Eindringlinge. Dadurch können ganz verschiedene Organe angegriffen und krank werden, z.B. die Haut oder die Gelenke oder der Darm. Wir bekommen dann Probleme mit diesem Organ, weil es z.B. rot wird, anschwillt oder schmerzt.

Wie entsteht so eine Erkrankung? Warum habe gerade ich das bekommen?

Manchmal hat man von seinen Verwandten sogenannte Gene vererbt bekommen, die das Risiko erhöhen, eine Autoimmunerkrankung zu bekommen. Bei manchen Menschen bricht aber, obwohl sie solche Gene haben, gar keine Erkrankung aus. Warum andere dann plötzlich eine Autoimmunerkrankung bekommen, wissen wir bisher nicht.
Es kann sein, dass Infekte, die sozusagen Stress für den Körper bedeuten, oder psychischer Stress (zum Beispiel viel Ärger in der Schule oder mit den Freunden) oder vielleicht auch schmutzige Luft dazu beitragen, dass unser Immunsystem plötzlich solche falschen Reaktionen macht und Teile unseres eigenen Körpers angreift.
Bisher ist aber noch sehr viel über die Ursachen von Autoimmunerkrankungen unerforscht. Vielleicht wirst Du ja später Forscher und kannst helfen solche Rätsel zu lösen.

Ist das ansteckend?

Nein

Haben so etwas viele Menschen?

Ja, es bekommen etwa 10% der Menschen, vielleicht sogar mehr, im Laufe des Lebens eine Autoimmunerkrankung. Wenn alle Schüler auf dem Schulhof stehen, ist das jeder Zehnte oder noch mehr. Davon haben manche Kinder ein Problem mit der Haut, manche haben vielleicht mal ein schmerzendes dickes Gelenk, wieder andere haben oft Bauchweh und Durchfall. Du bist also nicht allein. So etwas kann jeder bekommen und Du bist nicht schuld daran, dass Du diese Krankheit bekommen hast.

Wie geht es jetzt weiter? Werde ich das immer haben?

Autoimmunerkrankungen verlaufen in den meisten Fällen in Schüben, das heißt mal geht es besser, mal geht es schlechter und zwischendurch merkt man manchmal gar nichts von der Krankheit und vergisst sie sogar. Manchmal gibt es dann „Trigger“, die wieder einen Schub auslösen, wie z.B. Infekte. Das lässt sich nicht verhindern aber gut behandeln.

Kann man verhindern, dass man so eine Krankheit bekommt?

Bisher weiß niemand, wie man es verhindern kann, dass solche Krankheiten entstehen.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt heutzutage viele verschiedene Medikamente gegen Autoimmunerkrankungen, die so gut helfen, dass man meist nicht mehr viel von der Krankheit merkt. Im Lauf des Lebens muss man allerdings oft immer mal wieder Medikamente bekommen und sie regelmäßig nehmen. Es ist aber sehr gut, dass Du diese Krankheit jetzt und nicht vor hundert oder auch nur vor fünfzig Jahren bekommen hast, denn da gab es all diese Medikamente noch nicht.

Was kann ich selber machen damit es mir besser geht?

Außerdem ist es immer gut, sich gesund zu ernähren, viel Obst und Gemüse zu essen, viel an der frischen Luft zu sein, Sport zu treiben und Freunde zu treffen.
Wenn Du Fragen hast, kannst Du Deine Eltern oder Deinen Arzt fragen. Manchmal hilft es auch mit seinen Freunden darüber zu reden, vielleicht haben sie ja etwas Ähnliches oder kennen jemanden in ihrer Familie der auch eine Autoimmunerkrankung hat. Und manchmal hilft es auch die Krankheit für eine Weile zu vergessen und einfach fröhlich zu sein, denn Gute Laune ist auch eine Art Medikament.

 



Warum muss ich meine Rheuma-Diagnose ernst nehmen

Warum muss ich meine Diagnose ernst nehmen?

Aus ärztlicher Sicht ist es aus unterschiedlichen Gründen wichtig, dass die Diagnose einer chronischen Entzündungserkrankung ernst genommen wird. Z.B. geht es nicht nur um das Hier und Jetzt sondern auch um die zukünftige Lebensqualität. Auch wenn Sie als Patient zum heutigen Zeitpunkt vielleicht nicht viel von der Erkrankung merken, so kann sich die Erkrankung im Laufe der Zeit auch verändern. Auch kann eine subtile Entzündung (eine chronische Entzündung, die man aber im Alltag nicht wirklich merkt) langfristig zu erheblichen Komplikationen führen. Wir wissen z.B., dass bei bestimmten chronisch-entzündlichen Erkrankungen das Risiko für Herzinfarkte erhöht ist, dieses ist bedingt durch die ständig ablaufende Entzündung. Diese chronische Entzündung macht z.B. die Wände der Blutgefäße klebrig, sodass sich dort leichter Cholesterinablagerungen festsetzen können. Auch kann z.B. die fortgesetzte Einnahme von niedrigdosiertem Kortison zwar heute gut vertragen werden und die Lebensqualität positiv beeinflussen, langfristig, aber zu erheblichen Nebenwirkungen am Knochen führen (Osteoporose).

Was macht die Krankheit im Hintergrund mit mir?

Wichtig ist zu verstehen, dass alle chronischen entzündlichen Erkrankung, egal ob sie im Darm, auf der Haut oder in den Gelenken sind, nicht per se im Hintergrund zu weiteren Komplikationen führen. Das Entscheidende ist, dass die Entzündung komplett unter Kontrolle ist, sowohl die Entzündung, die man merkt, als auch die Entzündung, die nicht von den Patienten subjektiv gemerkt werden. Das Ziel muss also sein, sich nicht nur auf die zurzeit im Vordergrund stehenden klinischen Symptome oder Einschränkung zu fokussieren, sondern auch auf die im Hintergrund ablaufenden Entzündung zu achten. Ist beides gut unter Kontrolle, machen die chronischen Entzündungserkrankung keine zusätzlichen Komplikationen.

Muss ich therapieren, wenn ich kaum was merke?

Wie oben bereits geschildert, muss eine chronische Entzündung nicht immer von dem Patienten bemerkt werden. Diese unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ablaufenden Entzündung) subtile Entzündung oder subklinische Entzündung) kann, wie oben geschildert, zu schweren Komplikationen nach vielen Jahren führen. Es ist deshalb anzuraten, sich nicht nur auf die von den Patienten bemerkten Symptome zu fokussieren, sondern auch die im Hintergrund ablaufenden Entzündung zu behandeln. Dabei ist es genauso wichtig, dass man versteht, dass nicht alle Entzündung sich immer in Form einer Erhöhung der Blutsenkung oder des CRP-Wertes im Blut darstellen. Gerade auch die chronische Entzündung der Haut gehen nämlich nicht mit Veränderung der Laborwerte einher.

Was passiert, wenn ich die Augen verschließe?

Jeder Patient hat im Rahmen seiner chronischen Entzündungserkrankung immer mal wieder Phasen, bei denen er von der Erkrankung nichts wissen möchte. Vielleicht weil es dem Patienten zurzeit gerade gut geht oder aber weil der Patient von den bisherigen Therapieversuchen frustriert ist. Es wäre ungewöhnlich, wenn ein Patient immer die gleiche Motivation hat, das Beste aus seiner Krankheitssituation zu machen. Es ist aber die Aufgabe der Ärzte die Patienten in solchen Situationen abzuholen und zu verdeutlichen, dass das Ignorieren von Beschwerden langfristig zu noch weiteren Komplikationen führen kann.

Wie gut sind neuartige Therapieoptionen?

Neue Therapien sind deshalb gut, weil sie uns neue bzw. andere Optionen bieten. Dabei ist nicht jede neue Therapie gleich besser als eine ältere Therapie. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass wir in näherer oder weiterer Zukunft eine Therapie finden, die für alle Patienten besonders gut geeignet ist, besonders gut vertragen wird oder besonders effektiv ist. Es ist deshalb wichtig, dass wir für jeden einzelnen Patienten mit seinem individuellen Verlauf unterschiedliche Therapieoptionen haben. Jede neue Therapie ermöglicht uns wieder eine neue Option für andere Patienten. Nicht selten ist es heutzutage so, dass die neuen Therapien zwar stärker und effektiver sind, aber auch zumeist mit eher höherem Risiko von Nebenwirkungen (zumeist Infektionen) einhergehen. Es ist deshalb wichtig als Patient zu verstehen, dass es nicht immer gut ist die neueste Therapie zu bekommen, die möglicherweise stark ist, aber gleichzeitig mit dem Risiko der erhöhten Nebenwirkung einhergeht, und für die vielleicht noch nicht so viele Erfahrungen aus dem klinischen Alltag vorliegen.


Rheumatherapie – warum ist sie so wichtig?

Es gibt Rheuma-Erkrankte, die über Jahre die Augen vor ihrer Erkrankung verschießen. Sie überwinden schlimme und weniger schlimme Schübe und das ganz ohne Medikamente. Diese Menschen leiden und holen sich dennoch keine medizinische Hilfe. Warum passiert sowas und was kann dagegen getan werden?

Aus meiner Erfahrung ist dieses Verhaltensmuster eine Mischung aus Frustration bezüglich bisheriger Erfahrungen mit der Schulmedizin, Unkenntnis über die heutigen Möglichkeiten der Therapien und auch Fehlinformationen über das Verhältnis von Wirkung und Nebenwirkung der heutigen therapeutischen Möglichkeiten. Da bei jedem einzelnen Patienten die drei genannten Punkte sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, gibt es kein allgemeines Rezept, wie man alle Patienten abholen kann. Aus meiner Erfahrung ist aber ein Austausch innerhalb der Patientengruppen häufig ein entscheidender Moment, der bei dem einen oder anderen Patienten doch den Wunsch wachsen lässt, es noch mal mit einer adäquaten Therapie nochmal zu versuchen. Gute Informationen sind das A&O, von anderen Mitpatienten kommend, im Internet oder auch beim Hausarzt. Gut informierte Patienten leiden nicht nur weniger, sondern sie haben auch die beste Prognose, langfristig sogar auch ohne Medikamente gut zurechtzukommen.

Warum ist es so wichtig, sich seiner Erkrankung zu stellen?

Die Vorstellung vieler Patienten ist doch, dass die Medikamente häufig gefährlicher sind als die Erkrankung an sich. Zum Teil beruhen die Aussagen auf der eigenen Erfahrung, dass eine erste oder eine zweite Therapie nicht vertragen wurde. Die Frustration ist dann sehr hoch und das Gefühl, alle Medikamente seien mit Nebenwirkungen verbunden führt dazu, dass keine weiteren Therapieversuche gewünscht werden. Dieses ist durchaus auch als Mediziner nachvollziehbar. Unsere Aufgabe ist es dem Patienten zu erklären, dass es durchaus zu Nebenwirkungen kommen kann, es aber heutzutage so viele unterschiedliche Therapien gibt, dass es für jeden Patienten definitiv mindestens ein Medikament gibt, dass er verträgt und das eine adäquate Wirkung hat. Das Entscheidende ist die Kenntnis, dass wenn die Krankheit gut behandelt ist, diese auch die Möglichkeit hat einzuschlafen und keine weiteren Therapien notwendig sind. Lässt man die Krankheit laufen, führt sie nicht nur zu aktuellen Schmerzen, sondern auch zu langfristigen Schäden, die später auch mit der gleichen Therapie nicht mehr annähernd so gut zu behandeln sind, wie es heute noch möglich wäre.

Was passiert im Körper, wenn Erkrankte nicht therapieren werden?

Wir sprechen insbesondere Jahr über Erkrankungen mit chronischen Entzündungen. Unabhängig davon, wo diese chronische Entzündung abläuft, führt sie häufig zu einer Narbenbildung an dem Ort der Entzündung. Sei es der Darm, die Gelenksinnenhaut, das Auge oder an dem Nerven. Diese narbigen Veränderungen führen dann dazu, dass das Organ nicht mehr adäquat arbeiten kann, es kann sich nicht mehr so gut bewegen, es kann nicht mehr so gut die Nahrung aufnehmen, sehen oder fühlen. Unabhängig von der Tatsache, dass Entzündungen zum aktuellen Zeitpunkt nicht selten mit Schmerzen verbunden sind, führen sie also auch langfristig zu konkreten Schädigungen des Körpers. Des Weiteren wissen wir, dass eine chronische Entzündung dazu führt, dass die Blutgefäße auf der Innenseite der Wände klebrig werden und sich z.B. Cholesterin leicht ablagert. Dies erklärt auch, warum Patienten mit einer über mehrere Jahre bestehenden Entzündung häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle bekommen. Es ist also neben der Schädigung des eigentlichen Organs, bei dem die Entzündung sitzt, auch zusätzlich noch andere langfristige Schädigungen verursacht. Allein durch die Behandlung der Entzündung können wir es heutzutage schaffen, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle unserer Patienten auf das normale Maß zurückzudrängen. Und wer möchte nicht gerne schmerzfrei sein und auch langfristig noch die Gelenke, den Darm, das Auge einwandfrei benutzen können.

Ist der Zeitpunkt wichtig, wann die Therapie bei eine Autoimmunerkrankung beginnt, oder sind die Erfolgsaussichten auch nach Jahren unerkannter Symptome genauso gut?

Wie bereits oben schon genannt, ist die Prognose der entzündlichen Erkrankung unter anderem davon abhängig, wann mit einer Therapie begonnen wird. Es ist gar nicht mal so wichtig mit welchem Medikament die Entzündung behandelt wird, viel wichtiger ist es, dass die Einleitung früher erfolgt und eine regelmäßige Kontrolle gewährleistet ist, sodass eine unzureichende Therapie weiter angepasst werden kann. Manchmal ist es nicht das erste oder zweite Medikament, dass die Entzündung ausreichend unterdrückt, manchmal ist es eben auch das dritte oder vierte. Dieses ist sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte zum Teil ärgerlich und schwierig, deshalb aber das Ziel aus den Augen zu lassen, die Krankheit gut unter Kontrolle zu haben und Spätschäden zu verhindern, ist das Schlechteste, was man machen kann.

Was raten Sie speziell Rheumapatienten, die mit ihrem Hausarzt trotz kontinuierlicher Beschwerden nicht weiterkommen, aber keine Zeit bis zu einer Diagnose vergeuden möchten. Worauf sollten die Patienten besonders achten, wenn Sie einen Verdacht haben, dass ihre Symptome vielleicht auf eine rheumatische Erkrankung hindeuten?

Der Hausarzt ist im eigentlichen Sinne tatsächlich der erste Ansprechpartner für jeden Patienten. Der Hausarzt muss die Erkrankung nicht allein diagnostizieren und perfekt behandeln können, seine Aufgabe ist es aber als ein Wegweiser zu agieren und dem Patienten aufzuzeigen, wann er sich wo am besten vorstellen sollte. Hat man das Gefühl, der Hausarzt kann einem nicht erklären, warum man diese Beschwerden hat, und hilft einem auch nicht, eine weitere Abklärung voranzutreiben, da muss man sich ernsthaft fragen, ob es der richtige Hausarzt für einen ist. Ich halte nicht sehr viel davon, dass die Patienten sich eigenständig beim Facharzt vorstellen. Von den Patienten, die sich ohne Hausarzt beim Rheumatologen vorstellen, habe nur 25 % tatsächlich eine entzündlich rheumatische Erkrankung und 75 % eine andere Erklärung für ihre Beschwerden. Würden diese Patienten vom Hausarzt bereits vorab an die richtige Fachrichtung verwiesen werden, hätten wir viermal mehr Termine für neue rheumatologische Patienten als aktuell.

Haben Erkrankte, die hohe Dosen an Medikamenten einnehmen eine kürzere Lebenserwartung?

Ich fürchte, dass ist die Befürchtung von vielen Patienten, dass die Medikamente in normaler oder auch höherer Dosis zu einer kürzeren Lebenserwartung führen. Die Ärzte würden dann tatsächlich einen schlechten Job machen, wenn wir unsere Patienten zwar schmerzfrei therapieren könnten, aber alle früher sterben. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Therapeutika für die entzündlichen Erkrankung wesentlich verbessert. Dabei waren immer folgende Ziele im Fokus der Studienärzte: Verbesserung der Lebensqualität jetzt und gute Verträglichkeit langfristig. Somit wägt jeder Arzt ab, ob seine empfohlene Therapie tatsächlich besser oder schlechter als die Erkrankung an sich ist. Empfiehlt der Arzt eine Therapie, z.B. auch in höherer Dosis, dann hat er sich vorab selbst überlegt, ob das damit verbundene Risiko im Verhältnis zu dem Risiko der Erkrankung steht. Dies schließt natürlich nicht aus, dass es auch Nebenwirkungen geben kann, auch mal tödliche Nebenwirkungen. Diese sind in jedem Einzelfall absolut zu bedauern, ob es aber tatsächlich an der Therapie oder nicht doch auch an der unzureichenden Kontrolle der Erkrankung gelegen hat, ist in jedem Einzelfall herauszufinden. Zusammenfassend ist aber zu betonen, dass auch bei der Zulassung der Medikamente immer darauf geachtet wird, ob das kurz und langfristige Risiko der Therapie im Verhältnis zu dem aktuellen Therapieerfolg steht.


Was ist eine axiale Spondylarthritis oder Morbus Bechterew?

Was ist eine axiale Spondylarthritis oder Morbus Bechterew?

Eine Spondyloarthritis (SpA) ist eine Gruppe von chronischen entzündlichen Erkrankungen, die hauptsächlich die Gelenke der Wirbelsäule und des Beckens betreffen können. Die SpA umfasst eine Vielzahl von Erkrankungen, darunter die ankylosierende Spondylitis (AS), auch bekannt als Morbus Bechterew, psoriatische Arthritis, reaktive Arthritis, und andere.

Die ankylosierende Spondylitis (AS) oder Morbus Bechterew ist also eine Form der Spondyloarthritis. Diese Erkrankung verursacht Schmerzen, Steifigkeit und Entzündungen in der Wirbelsäule und den umliegenden Gelenken. Die Symptome können sich allmählich über Jahre hinweg entwickeln und werden oft bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren diagnostiziert. Die genaue Ursache von AS ist nicht bekannt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination von genetischen Faktoren und Umweltfaktoren die Entstehung der Erkrankung beeinflussen.

Zu den Symptomen von AS gehören: 

Die Behandlung der Spondyloarthritis und der ankylosierenden Spondylitis zielt darauf ab, die Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu verbessern. Dies kann durch eine Kombination von Medikamenten, Physiotherapie, Bewegung und einer gesunden Lebensweise erreicht werden. Es ist wichtig, frühzeitig eine Diagnose und Behandlung zu erhalten, um Komplikationen wie Gelenkversteifungen und Einschränkungen der Beweglichkeit zu vermeiden.


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