Weltgesundheitstag am 7. April: Gesundheitliche Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit – besonders betroffen sind Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. In diesem Jahr steht der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufene Tag unter dem Motto „Our Planet, our health”. So soll auf die gesundheitlichen Folgen von Klimawandel und Umweltverschmutzung aufmerksam gemacht werden.

Als Folge von Luftverschmutzung sterben weltweit schon heute im Schnitt jede Minute 13 Menschen an Lungenkrebs, Herzerkrankungen und Schlaganfällen.[1] Eine Hauptursache ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Erdgas, die auch maßgeblich zum menschengemachten Klimawandel beiträgt.

Doch auch die Erwärmung des Klimas selbst führt zu globalen gesundheitlichen Folgen: Steigende Temperaturen befördern eine Ausbreitung gefährlicher Krankheitsüberträger wie Zecken oder Moskitos. Laut WHO werden durch steigende Temperaturen und Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels 2 Milliarden Menschen zusätzlich dem Risiko einer Dengue-Infektion ausgesetzt.[1]

Immer häufiger auftretende Hitzewellen und andere extreme Wetterereignisse führen ganz akut zu Gefährdungen wie Hitzschlag oder Herz-Kreislauf-Problemen, aber auch langfristig zu größeren psychischen Belastungen der Menschen in betroffenen Regionen.

Dabei sind Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen von den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels besonders betroffen.[2] Luftverschmutzung und Hitzewellen belasten sie noch zusätzlich. Für Menschen mit Schuppenflechte birgt starke UV-Strahlung beispielsweise das Risiko einer Verschlechterung ihrer Symptome und macht ausreichenden Sonnenschutz essenziell.[3]

Die WHO ruft daher anlässlich des Weltgesundheitstages zum Handeln auf und richtet ihre Appelle an Regierungen, Organisationen und die Öffentlichkeit. Sie sollten den Tag zum Anlass nehmen, über ihre Ansätze zum Schutz des Klimas und der Gesundheit zu berichten.

Bereits seit 1954 gibt es den Weltgesundheitstag in Deutschland. Der Tag erinnert auch an die Gründung der WHO 1948 und wird jedes Jahr zum Anlass genommen, ein gesundheitliches Problem von globaler Relevanz ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Wenn Sie mehr über das Thema Klima und Gesundheit wissen möchten, können Sie sich auf der Website der WHO und des Weltgesundheitstages informieren. 
Unter #HealthierTomorrow – dem Hashtag zur internationalen Kampagne auf Social Media – kann jeder etwas zum Schutz des Klimas und der Umwelt beitragen. Dort finden Sie Posts zu Auswirkungen des Klimawandels und wie diesen entgegengewirkt werden kann. Jeder ist dazu aufgerufen, am Weltgesundheitstag unter #HealthierTomorrow selbst zu posten. Inspirationen und Posting-Beispiele finden Sie auf der Website der WHO.

Auf MeinCarePlus.de finden Sie mehr Informationen rund um Ihre chronisch-entzündliche Erkrankung.

#Care+
#achtungentzündlich

[1] World-Health-Organization. Campaign Toolkit World Health Day 2022. Link: https://www.who.int/campaigns/world-health-day/2022/campaign-toolkit.
[2] Stark K et al. Die Auswirkungen des Klimawandels -Welche neuen Infektionskrankheiten und gesundheitlichen Probleme sind zu erwarten? Bundesgesundheitsblatt 2009.
DOI 10.1007/s00103-009-0874-9
[3] https://www.nik-ev.de/sonnenschutz-ist-ein-absolutes-muss-tipps-von-dr-julia-mader/

Biogen-162888 03.2022

Neurodermitis und Psoriasis: Was Du jetzt wissen solltest.

Wie oft kommt eine Erkrankung mit Neurodermitis und Psoriasis vor?

Neurodermitis ist besonders bei Kindern weit verbreitet. Bis zu 15% aller Kinder leiden unter der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die sich mit fortschreitendem Alter jedoch meist verläuft. So sind in der Regel nur noch 3% aller Erwachsenen von der atopischen Dermatitis betroffen. Zum Vergleich: Von der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung Psoriasis (=Schuppenflechte) sind rund 3% der Gesamtbevölkerung (in DE) betroffen. Hierbei unterscheidet man zudem Typ 1 und Typ 2: Bei Typ 1 tritt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr in Erscheinung und nimmt meist einen schweren Verlauf, während bei Typ 2 die Erkrankung sich erstmal nach dem 50. Lebensjahr zeigt und eher milde Verläufe mit sich bringt.

Was sind die typischen Symptome für Neurodermitis und Psoriasis?

Kennst Du die Formulierung „das triggert mich“? Betroffene der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen können ein Lied davon singen, da in der Regel aktive Schübe durch sogenannte Trigger ausgelöst werden. Doch mit welchen Symptomen äußern sie sich? Allgemeine Anzeichen für einen Schub sind starker Juckreiz gepaart mit einer starken Rötung, nässende Entzündungen und die Bildung von Bläschen und kleinen Knoten. Dabei sind besonders Gesicht, Kopfhaut, Nacken, Hände wie Füße, Körperseiten und die Beugefalten der Arme und Beine betroffen. Je nach Altersphase unterscheidet sich das Erscheinungsbild der Neurodermitis noch einmal. Auch eine Haut ohne aktiven Schub ist von der atopischen Dermatitis gekennzeichnet: trocken, empfindlich, gerötet und neigt zur Schuppung. Gut zu unterscheiden ist zudem die Psoriasis (=Schuppenflechte): Hier zeigt die Haut scharf begrenzte, rötliche Hautverdickungen (sog. Plaques), silbrig-glänzende, weiße Schuppen, die Größe der betroffenen Areale variiert stark, Juckreiz kann auftreten und die Haut ist generell trocken und empfindlich mit Spannungsgefühl.

Worin liegen die Ursachen für Neurodermitis und Psoriasis?

Betroffene der chronisch entzündlichen Hauterkrankung Neurodermitis stellen sich oft die Frage, wieso gerade sie davon betroffen sind. Die Antwort darauf ist leider, dass es genetisch bedingt ist. Forscher konnten Gene identifizieren, die für einen Mangel an Eiweißen verantwortlich sind und so die schützende Hornschicht fehlerhaft aufgebaut ist, wodurch die Barrierefunktion der Haut geschwächt ist. Auch wird durch diesen Gendefekt die Zusammensetzung der Hautfette beeinflusst, weshalb die Haut an Feuchtigkeit verliert und schneller austrocknet. Diese Umstände alleine reichen jedoch nicht für eine Aktivierung der Erkrankung. Erst mit äußeren Faktoren (Antigene aus der Umwelt) kommt es zu einer Sensibilisierung und Abwehrstoffe werden gebildet. Ebenfalls genetisch bedingt ist die Psoriasis: Forscher konnten feststellen, dass Kinder von Psoriasis-Betroffenen mit einer 10%igen Wahrscheinlichkeit ebenfalls erkranken, wenn ein Elternteil betroffen ist – bei beiden Elternteilen liegt das Risiko sogar bei 40%. Ergänzend dazu kommt ein fehlgeleitetes Immunsystem, welches eine chronische Aufrechterhaltung des Abwehrmechanismus gegen Entzündungen vorweist.

Neurodermitis & der atopische Formenkreis

Neurodermitis gehört zum atopischen Formenkreis. Betroffene leiden daher meist nicht nur unter den krankhaften Hautveränderungen, sondern neigen auch zu allergischem Asthma und Heuschnupfen. Es besteht eine generelle Überempfindlichkeit auf Kontakt mit Allergenen und anderen Reizstoffen. Im Internet ist zudem oft zu lesen, dass eine Ernährungsumstellung die Neurodermitis erfolgreich behandeln kann. Richtig ist: Eine Umstellung der Ernährung kann die Behandlung der Neurodermitis unterstützen. Liegt eine Reaktion auf Milchprodukte vor, ist es ratsam und sinnvoll darauf zu verzichten. Eine vollwertige Behandlung kann die richtige Ernährung jedoch nicht ersetzen, da es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung handelt, die von einem Facharzt behandelt werden muss. Psoriasis zählt hingegen nicht zum atopischen Formenkreis.

Was ist eine leitliniengerechte Therapie?

Die Therapie bei Neurodermitis und Psoriasis muss individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Um für den Einzelfall eine optimale Therapie gewährleisten zu können, gibt es in Deutschland Therapieleitlinien, welche von Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet verfasst werden. An diesen Leitlinien können sich die behandelnden Ärzte orientieren, um stets eine aktuelle, auf den Patienten zugeschnittene Therapie anwenden zu können.

So findet die Therapie bei der Psoriasis und Neurodermitis abhängig vom Schweregrad statt:
Bei leichten Erkrankungsformen steht die sogenannte topische Therapie (=Auftragen von Medikamenten auf der Haut) im Vordergrund, bei mittelschweren und schweren Symptomen kommen zusätzlich die Phototherapie und systemische Therapien (=Medikamente zur oralen Einnahme) zum Zuge.

Hautwoche anlässlich des Welt-Neurodermitis-Tags vom 14. Bis 24. September 2021

Solltest Du Dir nun die Frage stellen, ob Du möglicherweise selbst von Neurodermitis oder Psoriasis betroffen bist, haben wir eine gute Nachricht für Dich: Am 14. September startet unsere gemeinsame Aktionswoche mit derma2go. Vom 14. bis 24. September 2021 kannst Du Dich kostenfrei von einem ausgewiesenen Experten der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen beraten lassen.

Bianca Heidenreich, Ernährungs- und Gesundheitscoach über antientzündliche Ernährung

Bianca Heidenreich ist Ernährungs- und Gesundheitscoach. In Zusammenarbeit mit Dr. med. Peer M. Aries im Immunologikum bietet sie ein speziell auf Rheumapatienten abgestimmtes Programm der Ernährungs- und Gesundheitsberatung an.

Antientzündliche Ernährung: für jeden geeignet und gesund!

Grundsätzlich gilt: Die antientzündliche Ernährung ist für jeden geeignet und gesund. Bei einigen Krankheiten, wie z.B. Diabetes, muss zusätzlich noch auf den glykämischen Index geachtet werden oder bei Erkrankungen des Magen- und Darms, wie zum Beispiel Zöliakie, werden noch andere Ernährungsaspekte mit einbezogen.

Was bedeutet eigentlich antientzündliche Ernährung?

Antientzündliche Ernährung bedeutet, alle Nahrungsmittel zu meiden, die Entzündungen begünstigen und dafür aber Lebensmittel in die Ernährung zu integrieren, die entzündungshemmend wirken.

Lebensmittel mit einem hohen Arachidonsäuregehalt, wie es in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, vor allem in Fleisch, Wurst, Schweineschmalz, z.B. viel in Schweineleber, Kalbsleber, Leberwurst zählen zu den entzündungsfördernden Lebensmitteln, daher sollten diese gemieden werden.

Nahrungsmittel die entzündungshemmend wirken:

  • Lebensmittel mit einem hohen Omega-3- Fettsäuregehalt. Dazu zählen Öle mit den Omega-3-Fettsäuren EPH und DHA. Aber auch Mandeln, Walnüsse und Fisch enthalten Omega 3 Fettsäuren.
  • Lebensmittel die Magnesium enthalten:
  • Mandeln, Hirse, Amaranth, Vollkornreis, Mangold, Avocado, Haferflocken, Cashewkerne.

Antioxidantienreiche Lebensmittel:

  • Das bedeutet Lebensmittel mit Vitamin E,C, Beta Carotin, Zink und Spurenelementen.

Eine Auswahl: Olivenöl, Walnüsse, grünes Blattgemüse(Feldsalat, Rucola , Kopfsalat), Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Möhren, Kürbis, alle Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Kürbiskerne, Mandel, Cashewkerne und viele weitere Obst- und Gemüsesorten.

Kräuter und Gewürze: Korianda, Zimt, Oregano, Kurkuma, Kreuzkümmel, Kardamon, Petersilie, Ingwer, Dill, Schnittlauch.

Bei folgenden Nahrungsmitteln ist es möglich, dass sie Schübe auslösen können:

  • Fleisch, besonders die Sorten mit einem hohen Arachidonsäuregehalt
  • Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt
  • Weißmehl
  • Alkohol
  • Milchprodukte
  • glutenhaltiges Mehl

Ein leichter Einstieg in die antientzündliche Ernährung wäre:

  • Auf synthetische Lebensmittelzusätze wie Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmacksverstärker verzichten
  • Den Verzehr von Lebensmitteln aus tierischem Eiweiß reduzieren und nur in Maßen Milchprodukte wie Käse, Sahne, Joghurt, Kuhmilch, usw. essen. Stattdessen sollte man lieber pflanzliche Milch verwenden, wie z.B. Mandelmilch, Hafermilch, Reismilch.
  • Zuckerreiche Lebensmittel reduzieren (Süßigkeiten, Softdrinks, Kuchen, Eis usw.)
  • Den Fleischkonsum reduzieren oder komplett meiden
  • Weißmehlprodukte meiden und umstellen auf Vollkornmehl (Dinkelvollkornbrot, Reisvollkornnudeln, Linsennudeln usw.)
  • 2 Handvoll Obst und 3 Handvoll Gemüse am Tag zu sich nehmen
  • Hochwertiges pflanzliches Öl für die Omega-3- Fettversorgung verwenden

Blasenschwäche bei MS

Ein wirklich unangenehmes Thema, über das man nicht gerne spricht und bei dem sich viele schämen. Auch ein Gespräch mit dem Neurologen darüber wird lange vermieden. Die meisten überwinden sich erst dann, wenn es kaum noch auszuhalten ist und die Lebensqualität enorm leidet.

Blasenschwäche betrifft ca. 15% der Multiple Sklerose Patient:innen bereits mit den Erstsymptomen. Im Laufe der Erkrankung steigt diese Zahl sogar auf 75% an, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Es gibt verschiedene Arten der Blasenstörung, welche durch geschädigte Nervenzellen auftreten kann. Patienten können den Harndrang nicht mehr richtig kontrollieren. Auch die Funktion und Entleerung vom Darm kann beeinträchtigt sein.

Blasenentzündungen und MS

Blasenstörungen sowie eine erschwerte oder unvollständige Entleerung der Blase sind mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfekte verbunden. Sie verursachen Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Durch eine Verkrampfung der Blasenmuskulatur kommt es zudem zu Schmerzen im Unterbauch.

Der nächtliche Harndrang und damit verbunden der häufige Gang zur Toilette wirken sich auf das Schlafverhalten aus. Einschlaf- und Durchschlafstörungen sind keine Seltenheit. Werden die Blasenentzündungen nicht behandelt, können sie sich negativ auf andere Begleiterscheinungen der MS auswirken, wie Spastiken oder die Fatigue. Die Symptome können sich mit der Zeit verändern, meist kommt es nach einem Schub zu einer Verschlimmerung der Inkontinenz oder Blasenentleerungsstörung. Wiederkehrende Harnwegsinfekte gelten als mögliche Auslöser für eine Verschlechterung der Erkrankung.
Medizinisch werden drei verschiedene Formen der Blasenstörungen erfasst. Diese sind abhängig von der Lage der Läsionen und den geschädigten Bereichen.

  • hyperaktive Blase
    Es kommt zu einer Überaktivität der Blasenmuskulatur und beginnt bereits bei kleinen Urinmengen sich zusammenzuziehen. Es kommt zu starkem Harndrang, obwohl die Blase noch nicht gefüllt ist. Der Druck ist so stark, dass es zu einem ungewollten Wasserlassen kommt.
  • komplexgestörte Blase
    Ist das Zusammenspiel der Muskeln für Blasenentleerung und Blasenverschluss gestört, spricht man von einer komplexgestörten Blase. Häufig verbleibt Restharn in der Blase, was das Risiko für Harnwegsinfekte erhöhen kann.
  • inaktive Blase
    Durch eine Schwäche, oder auch Lähmung des Schließmuskels kommt es zu einer Inkontinenz.

Eine frühzeitige Behandlung kann helfen

Solltest du bei dir Probleme mit der Blase feststellen, solltest du dich deinem Arzt oder Neurologen anvertrauen. Eine sorgfältige Diagnostik mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen, Blasendruckmessung und Elektromyogramm, um weitere Maßnahmen einleiten zu können. In jedem Fall sollte die Blasenfunktionsstörung behandelt werden, um Entzündungen der Blase zu vermeiden und eine Infektion der Nieren zu vermeiden.

Die häufigsten Therapieformen sind:

  • Medikamente
  • Physiotherapie
  • Blasentrainingsprogramme
  • Selbstkatheterisierung

Blasenstörungen und Inkontinenz sind für Betroffene sehr belastend. Oft ziehen sie sich zurück, schämen sich und gehen kaum noch länger aus dem Haus, aus Angst einen „Unfall“ zu haben. Der Verlust an Lebensqualität und -freude ist enorm und kann eine Depression nach sich ziehen. Wenn du betroffen bist, solltest du dich in jedem Fall deinem Neurologen anvertrauen.

Nützliche Alltagstipps können dabei helfen die Blasenschwäche zu verbessern

Wir haben euch ein paar Tipps bei Blasenstörungen zusammengefasst:

  • Die tägliche Trinkmenge sollte mindestens 2 Liter betragen, die regelmäßig und auf den Tag verteilt zu sich genommen werden sollen. Dabei solltet ihr hauptsächlich stilles Wasser oder ungesüßte Tees zu euch nehmen. Bei sportlicher Betätigung ist diese Menge natürlich zu erhöhen.
  • 2 Esslöffel Kürbiskerne täglich. Die kleinen grünen Helfer liefern wertvolles Kalium, Kalzium und Magnesium, welche für eine einwandfreie Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln sorgen. Die in den Kernen enthaltenen Pflanzenhormone hemmen den Harndrang zusätzlich. Auch die B-Vitamine stärken das Nervensystem, welches die Blasenfunktion steuert. Vitamin B liefern auch Sonnenblumenkerne und Walnüsse.
  • Für die Stärkung der Blasenwand kannst du Karotten, Aprikosen, Endiviensalat, Paprika oder Spinat zu dir nehmen, denn das Betacarotin unterstützt dich dabei.
  • Nicht unterdrücken! Wichtig ist, dass du deinen Harndrang nicht unterdrückst, denn das kann deine Nieren und auch die Harnröhre schädigen und zu Entzündungen führen. Harnwegsinfekte können wiederum Spastiken oder andere MS-Symptome verstärken.
  • Übungen zur Stärkung des Beckenbodens – Ja liebe Männer, das geht auch bei euch! Wir haben euch 2 Videos zum Beckenbodentraining rausgesucht, bei denen ihr euch etwas Inspiration holen könnt.
  • Übungsvideo Beckenbodengymnastik für Frauen
  • Übungsvideo Beckenbodengymnastik für Männer
  • Achte auf deine Ernährung. Auch bei Blasenschwäche gibt es einige Dinge, auf die du achten solltest. Verschiedene Lebensmittel wirken harntreibend. Diese solltest du nur in Maßen genießen: Spargel, Salatgurke, Rotkohl, Fenchel, Zwiebel, Möhren, Avocado, Tomate, Wassermelone, Grapefruit, Orange, Limette und Süßkirschen.

Blasenschwäche ist nichts wofür du dich schämen musst

Ja, Blasenschwäche ist ein Tabuthema in der Gesellschaft – aber wir sollten es in unserer Community nicht dazu machen, denn es betrifft so viele von uns und jeder hat vielleicht ein paar Tipps, um besser damit umzugehen oder Unfällen vorzubeugen.

Linktipp: Einen ausführlichen Erfahrungsbericht von unserer Ernährungsspezialistin Julia, findet ihr auf Ihrem Blog Fitness • Food & MS. Die liebe Heike von Multiple Arts hat auch einen tollen Beitrag zu Inkontinenz bei MS geschrieben. Außerdem hat Samira von chronisch fabelhaft ihre Tipps gegen Blasenentzündungen aufgeschrieben. Klick dich gerne einmal rein.

Autoimmunerkrankungen – So erklär ich‘s meinem Kind

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Normalerweise kämpft unser Immunsystem (das heißt Abwehrsystem) gegen fremde Eindringlinge. Wenn z.B. Bakterien oder Viren in den Körper eindringen, erkennt es sie und bekämpft sie. Im Fall von Autoimmunerkrankungen macht das Immunsystem etwas Falsches, es denkt, dass Teile unseres eigenen Körpers „fremd“ sind und bekämpft sie genauso wie sonst nur die schädlichen Eindringlinge. Dadurch können ganz verschiedene Organe angegriffen und krank werden, z.B. die Haut oder die Gelenke oder der Darm. Wir bekommen dann Probleme mit diesem Organ, weil es z.B. rot wird, anschwillt oder schmerzt.

Wie entsteht so eine Erkrankung? Warum habe gerade ich das bekommen?

Manchmal hat man von seinen Verwandten sogenannte Gene vererbt bekommen, die das Risiko erhöhen, eine Autoimmunerkrankung zu bekommen. Bei manchen Menschen bricht aber, obwohl sie solche Gene haben, gar keine Erkrankung aus. Warum andere dann plötzlich eine Autoimmunerkrankung bekommen, wissen wir bisher nicht.
Es kann sein, dass Infekte, die sozusagen Stress für den Körper bedeuten, oder psychischer Stress (zum Beispiel viel Ärger in der Schule oder mit den Freunden) oder vielleicht auch schmutzige Luft dazu beitragen, dass unser Immunsystem plötzlich solche falschen Reaktionen macht und Teile unseres eigenen Körpers angreift.
Bisher ist aber noch sehr viel über die Ursachen von Autoimmunerkrankungen unerforscht. Vielleicht wirst Du ja später Forscher und kannst helfen solche Rätsel zu lösen.

Ist das ansteckend?

Nein

Haben so etwas viele Menschen?

Ja, es bekommen etwa 10% der Menschen, vielleicht sogar mehr, im Laufe des Lebens eine Autoimmunerkrankung. Wenn alle Schüler auf dem Schulhof stehen, ist das jeder Zehnte oder noch mehr. Davon haben manche Kinder ein Problem mit der Haut, manche haben vielleicht mal ein schmerzendes dickes Gelenk, wieder andere haben oft Bauchweh und Durchfall. Du bist also nicht allein. So etwas kann jeder bekommen und Du bist nicht schuld daran, dass Du diese Krankheit bekommen hast.

Wie geht es jetzt weiter? Werde ich das immer haben?

Autoimmunerkrankungen verlaufen in den meisten Fällen in Schüben, das heißt mal geht es besser, mal geht es schlechter und zwischendurch merkt man manchmal gar nichts von der Krankheit und vergisst sie sogar. Manchmal gibt es dann „Trigger“, die wieder einen Schub auslösen, wie z.B. Infekte. Das lässt sich nicht verhindern aber gut behandeln.

Kann man verhindern, dass man so eine Krankheit bekommt?

Bisher weiß niemand, wie man es verhindern kann, dass solche Krankheiten entstehen.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt heutzutage viele verschiedene Medikamente gegen Autoimmunerkrankungen, die so gut helfen, dass man meist nicht mehr viel von der Krankheit merkt. Im Lauf des Lebens muss man allerdings oft immer mal wieder Medikamente bekommen und sie regelmäßig nehmen. Es ist aber sehr gut, dass Du diese Krankheit jetzt und nicht vor hundert oder auch nur vor fünfzig Jahren bekommen hast, denn da gab es all diese Medikamente noch nicht.

Was kann ich selber machen damit es mir besser geht?

Außerdem ist es immer gut, sich gesund zu ernähren, viel Obst und Gemüse zu essen, viel an der frischen Luft zu sein, Sport zu treiben und Freunde zu treffen.
Wenn Du Fragen hast, kannst Du Deine Eltern oder Deinen Arzt fragen. Manchmal hilft es auch mit seinen Freunden darüber zu reden, vielleicht haben sie ja etwas Ähnliches oder kennen jemanden in ihrer Familie der auch eine Autoimmunerkrankung hat. Und manchmal hilft es auch die Krankheit für eine Weile zu vergessen und einfach fröhlich zu sein, denn Gute Laune ist auch eine Art Medikament.

 



Warum muss ich meine Rheuma-Diagnose ernst nehmen

Warum muss ich meine Diagnose ernst nehmen?

Aus ärztlicher Sicht ist es aus unterschiedlichen Gründen wichtig, dass die Diagnose einer chronischen Entzündungserkrankung ernst genommen wird. Z.B. geht es nicht nur um das Hier und Jetzt sondern auch um die zukünftige Lebensqualität. Auch wenn Sie als Patient zum heutigen Zeitpunkt vielleicht nicht viel von der Erkrankung merken, so kann sich die Erkrankung im Laufe der Zeit auch verändern. Auch kann eine subtile Entzündung (eine chronische Entzündung, die man aber im Alltag nicht wirklich merkt) langfristig zu erheblichen Komplikationen führen. Wir wissen z.B., dass bei bestimmten chronisch-entzündlichen Erkrankungen das Risiko für Herzinfarkte erhöht ist, dieses ist bedingt durch die ständig ablaufende Entzündung. Diese chronische Entzündung macht z.B. die Wände der Blutgefäße klebrig, sodass sich dort leichter Cholesterinablagerungen festsetzen können. Auch kann z.B. die fortgesetzte Einnahme von niedrigdosiertem Kortison zwar heute gut vertragen werden und die Lebensqualität positiv beeinflussen, langfristig, aber zu erheblichen Nebenwirkungen am Knochen führen (Osteoporose).

Was macht die Krankheit im Hintergrund mit mir?

Wichtig ist zu verstehen, dass alle chronischen entzündlichen Erkrankung, egal ob sie im Darm, auf der Haut oder in den Gelenken sind, nicht per se im Hintergrund zu weiteren Komplikationen führen. Das Entscheidende ist, dass die Entzündung komplett unter Kontrolle ist, sowohl die Entzündung, die man merkt, als auch die Entzündung, die nicht von den Patienten subjektiv gemerkt werden. Das Ziel muss also sein, sich nicht nur auf die zurzeit im Vordergrund stehenden klinischen Symptome oder Einschränkung zu fokussieren, sondern auch auf die im Hintergrund ablaufenden Entzündung zu achten. Ist beides gut unter Kontrolle, machen die chronischen Entzündungserkrankung keine zusätzlichen Komplikationen.

Muss ich therapieren, wenn ich kaum was merke?

Wie oben bereits geschildert, muss eine chronische Entzündung nicht immer von dem Patienten bemerkt werden. Diese unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ablaufenden Entzündung) subtile Entzündung oder subklinische Entzündung) kann, wie oben geschildert, zu schweren Komplikationen nach vielen Jahren führen. Es ist deshalb anzuraten, sich nicht nur auf die von den Patienten bemerkten Symptome zu fokussieren, sondern auch die im Hintergrund ablaufenden Entzündung zu behandeln. Dabei ist es genauso wichtig, dass man versteht, dass nicht alle Entzündung sich immer in Form einer Erhöhung der Blutsenkung oder des CRP-Wertes im Blut darstellen. Gerade auch die chronische Entzündung der Haut gehen nämlich nicht mit Veränderung der Laborwerte einher.

Was passiert, wenn ich die Augen verschließe?

Jeder Patient hat im Rahmen seiner chronischen Entzündungserkrankung immer mal wieder Phasen, bei denen er von der Erkrankung nichts wissen möchte. Vielleicht weil es dem Patienten zurzeit gerade gut geht oder aber weil der Patient von den bisherigen Therapieversuchen frustriert ist. Es wäre ungewöhnlich, wenn ein Patient immer die gleiche Motivation hat, das Beste aus seiner Krankheitssituation zu machen. Es ist aber die Aufgabe der Ärzte die Patienten in solchen Situationen abzuholen und zu verdeutlichen, dass das Ignorieren von Beschwerden langfristig zu noch weiteren Komplikationen führen kann.

Wie gut sind neuartige Therapieoptionen?

Neue Therapien sind deshalb gut, weil sie uns neue bzw. andere Optionen bieten. Dabei ist nicht jede neue Therapie gleich besser als eine ältere Therapie. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass wir in näherer oder weiterer Zukunft eine Therapie finden, die für alle Patienten besonders gut geeignet ist, besonders gut vertragen wird oder besonders effektiv ist. Es ist deshalb wichtig, dass wir für jeden einzelnen Patienten mit seinem individuellen Verlauf unterschiedliche Therapieoptionen haben. Jede neue Therapie ermöglicht uns wieder eine neue Option für andere Patienten. Nicht selten ist es heutzutage so, dass die neuen Therapien zwar stärker und effektiver sind, aber auch zumeist mit eher höherem Risiko von Nebenwirkungen (zumeist Infektionen) einhergehen. Es ist deshalb wichtig als Patient zu verstehen, dass es nicht immer gut ist die neueste Therapie zu bekommen, die möglicherweise stark ist, aber gleichzeitig mit dem Risiko der erhöhten Nebenwirkung einhergeht, und für die vielleicht noch nicht so viele Erfahrungen aus dem klinischen Alltag vorliegen.


Rheumatherapie – warum ist sie so wichtig?

Es gibt Rheuma-Erkrankte, die über Jahre die Augen vor ihrer Erkrankung verschießen. Sie überwinden schlimme und weniger schlimme Schübe und das ganz ohne Medikamente. Diese Menschen leiden und holen sich dennoch keine medizinische Hilfe. Warum passiert sowas und was kann dagegen getan werden?

Aus meiner Erfahrung ist dieses Verhaltensmuster eine Mischung aus Frustration bezüglich bisheriger Erfahrungen mit der Schulmedizin, Unkenntnis über die heutigen Möglichkeiten der Therapien und auch Fehlinformationen über das Verhältnis von Wirkung und Nebenwirkung der heutigen therapeutischen Möglichkeiten. Da bei jedem einzelnen Patienten die drei genannten Punkte sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, gibt es kein allgemeines Rezept, wie man alle Patienten abholen kann. Aus meiner Erfahrung ist aber ein Austausch innerhalb der Patientengruppen häufig ein entscheidender Moment, der bei dem einen oder anderen Patienten doch den Wunsch wachsen lässt, es noch mal mit einer adäquaten Therapie nochmal zu versuchen. Gute Informationen sind das A&O, von anderen Mitpatienten kommend, im Internet oder auch beim Hausarzt. Gut informierte Patienten leiden nicht nur weniger, sondern sie haben auch die beste Prognose, langfristig sogar auch ohne Medikamente gut zurechtzukommen.

Warum ist es so wichtig, sich seiner Erkrankung zu stellen?

Die Vorstellung vieler Patienten ist doch, dass die Medikamente häufig gefährlicher sind als die Erkrankung an sich. Zum Teil beruhen die Aussagen auf der eigenen Erfahrung, dass eine erste oder eine zweite Therapie nicht vertragen wurde. Die Frustration ist dann sehr hoch und das Gefühl, alle Medikamente seien mit Nebenwirkungen verbunden führt dazu, dass keine weiteren Therapieversuche gewünscht werden. Dieses ist durchaus auch als Mediziner nachvollziehbar. Unsere Aufgabe ist es dem Patienten zu erklären, dass es durchaus zu Nebenwirkungen kommen kann, es aber heutzutage so viele unterschiedliche Therapien gibt, dass es für jeden Patienten definitiv mindestens ein Medikament gibt, dass er verträgt und das eine adäquate Wirkung hat. Das Entscheidende ist die Kenntnis, dass wenn die Krankheit gut behandelt ist, diese auch die Möglichkeit hat einzuschlafen und keine weiteren Therapien notwendig sind. Lässt man die Krankheit laufen, führt sie nicht nur zu aktuellen Schmerzen, sondern auch zu langfristigen Schäden, die später auch mit der gleichen Therapie nicht mehr annähernd so gut zu behandeln sind, wie es heute noch möglich wäre.

Was passiert im Körper, wenn Erkrankte nicht therapieren werden?

Wir sprechen insbesondere Jahr über Erkrankungen mit chronischen Entzündungen. Unabhängig davon, wo diese chronische Entzündung abläuft, führt sie häufig zu einer Narbenbildung an dem Ort der Entzündung. Sei es der Darm, die Gelenksinnenhaut, das Auge oder an dem Nerven. Diese narbigen Veränderungen führen dann dazu, dass das Organ nicht mehr adäquat arbeiten kann, es kann sich nicht mehr so gut bewegen, es kann nicht mehr so gut die Nahrung aufnehmen, sehen oder fühlen. Unabhängig von der Tatsache, dass Entzündungen zum aktuellen Zeitpunkt nicht selten mit Schmerzen verbunden sind, führen sie also auch langfristig zu konkreten Schädigungen des Körpers. Des Weiteren wissen wir, dass eine chronische Entzündung dazu führt, dass die Blutgefäße auf der Innenseite der Wände klebrig werden und sich z.B. Cholesterin leicht ablagert. Dies erklärt auch, warum Patienten mit einer über mehrere Jahre bestehenden Entzündung häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle bekommen. Es ist also neben der Schädigung des eigentlichen Organs, bei dem die Entzündung sitzt, auch zusätzlich noch andere langfristige Schädigungen verursacht. Allein durch die Behandlung der Entzündung können wir es heutzutage schaffen, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle unserer Patienten auf das normale Maß zurückzudrängen. Und wer möchte nicht gerne schmerzfrei sein und auch langfristig noch die Gelenke, den Darm, das Auge einwandfrei benutzen können.

Ist der Zeitpunkt wichtig, wann die Therapie bei eine Autoimmunerkrankung beginnt, oder sind die Erfolgsaussichten auch nach Jahren unerkannter Symptome genauso gut?

Wie bereits oben schon genannt, ist die Prognose der entzündlichen Erkrankung unter anderem davon abhängig, wann mit einer Therapie begonnen wird. Es ist gar nicht mal so wichtig mit welchem Medikament die Entzündung behandelt wird, viel wichtiger ist es, dass die Einleitung früher erfolgt und eine regelmäßige Kontrolle gewährleistet ist, sodass eine unzureichende Therapie weiter angepasst werden kann. Manchmal ist es nicht das erste oder zweite Medikament, dass die Entzündung ausreichend unterdrückt, manchmal ist es eben auch das dritte oder vierte. Dieses ist sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte zum Teil ärgerlich und schwierig, deshalb aber das Ziel aus den Augen zu lassen, die Krankheit gut unter Kontrolle zu haben und Spätschäden zu verhindern, ist das Schlechteste, was man machen kann.

Was raten Sie speziell Rheumapatienten, die mit ihrem Hausarzt trotz kontinuierlicher Beschwerden nicht weiterkommen, aber keine Zeit bis zu einer Diagnose vergeuden möchten. Worauf sollten die Patienten besonders achten, wenn Sie einen Verdacht haben, dass ihre Symptome vielleicht auf eine rheumatische Erkrankung hindeuten?

Der Hausarzt ist im eigentlichen Sinne tatsächlich der erste Ansprechpartner für jeden Patienten. Der Hausarzt muss die Erkrankung nicht allein diagnostizieren und perfekt behandeln können, seine Aufgabe ist es aber als ein Wegweiser zu agieren und dem Patienten aufzuzeigen, wann er sich wo am besten vorstellen sollte. Hat man das Gefühl, der Hausarzt kann einem nicht erklären, warum man diese Beschwerden hat, und hilft einem auch nicht, eine weitere Abklärung voranzutreiben, da muss man sich ernsthaft fragen, ob es der richtige Hausarzt für einen ist. Ich halte nicht sehr viel davon, dass die Patienten sich eigenständig beim Facharzt vorstellen. Von den Patienten, die sich ohne Hausarzt beim Rheumatologen vorstellen, habe nur 25 % tatsächlich eine entzündlich rheumatische Erkrankung und 75 % eine andere Erklärung für ihre Beschwerden. Würden diese Patienten vom Hausarzt bereits vorab an die richtige Fachrichtung verwiesen werden, hätten wir viermal mehr Termine für neue rheumatologische Patienten als aktuell.

Haben Erkrankte, die hohe Dosen an Medikamenten einnehmen eine kürzere Lebenserwartung?

Ich fürchte, dass ist die Befürchtung von vielen Patienten, dass die Medikamente in normaler oder auch höherer Dosis zu einer kürzeren Lebenserwartung führen. Die Ärzte würden dann tatsächlich einen schlechten Job machen, wenn wir unsere Patienten zwar schmerzfrei therapieren könnten, aber alle früher sterben. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Therapeutika für die entzündlichen Erkrankung wesentlich verbessert. Dabei waren immer folgende Ziele im Fokus der Studienärzte: Verbesserung der Lebensqualität jetzt und gute Verträglichkeit langfristig. Somit wägt jeder Arzt ab, ob seine empfohlene Therapie tatsächlich besser oder schlechter als die Erkrankung an sich ist. Empfiehlt der Arzt eine Therapie, z.B. auch in höherer Dosis, dann hat er sich vorab selbst überlegt, ob das damit verbundene Risiko im Verhältnis zu dem Risiko der Erkrankung steht. Dies schließt natürlich nicht aus, dass es auch Nebenwirkungen geben kann, auch mal tödliche Nebenwirkungen. Diese sind in jedem Einzelfall absolut zu bedauern, ob es aber tatsächlich an der Therapie oder nicht doch auch an der unzureichenden Kontrolle der Erkrankung gelegen hat, ist in jedem Einzelfall herauszufinden. Zusammenfassend ist aber zu betonen, dass auch bei der Zulassung der Medikamente immer darauf geachtet wird, ob das kurz und langfristige Risiko der Therapie im Verhältnis zu dem aktuellen Therapieerfolg steht.


Was ist eine axiale Spondylarthritis oder Morbus Bechterew?

Was ist eine axiale Spondylarthritis oder Morbus Bechterew?

Eine Spondyloarthritis (SpA) ist eine Gruppe von chronischen entzündlichen Erkrankungen, die hauptsächlich die Gelenke der Wirbelsäule und des Beckens betreffen können. Die SpA umfasst eine Vielzahl von Erkrankungen, darunter die ankylosierende Spondylitis (AS), auch bekannt als Morbus Bechterew, psoriatische Arthritis, reaktive Arthritis, und andere.

Die ankylosierende Spondylitis (AS) oder Morbus Bechterew ist also eine Form der Spondyloarthritis. Diese Erkrankung verursacht Schmerzen, Steifigkeit und Entzündungen in der Wirbelsäule und den umliegenden Gelenken. Die Symptome können sich allmählich über Jahre hinweg entwickeln und werden oft bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren diagnostiziert. Die genaue Ursache von AS ist nicht bekannt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination von genetischen Faktoren und Umweltfaktoren die Entstehung der Erkrankung beeinflussen.

Zu den Symptomen von AS gehören: 

Die Behandlung der Spondyloarthritis und der ankylosierenden Spondylitis zielt darauf ab, die Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu verbessern. Dies kann durch eine Kombination von Medikamenten, Physiotherapie, Bewegung und einer gesunden Lebensweise erreicht werden. Es ist wichtig, frühzeitig eine Diagnose und Behandlung zu erhalten, um Komplikationen wie Gelenkversteifungen und Einschränkungen der Beweglichkeit zu vermeiden.


Acne inversa/Hidradenitits suppurativa

Wir haben Dr. med. Lena Schön, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, einige Fragen zur Acne inversa oder auch Hidradenitis suppurativa gestellt.

Wie erkenne ich, dass ich Acne inversa habe und nicht nur eine entzündete Haarwurzel?

Die Hidradenitis suppurativa, oder auch Acne inversa, ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung: Neben einer Fehlleitung des angeborenen Immunsystems spielen genetische, aber auch Lifestyle-Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und bestimmte Ernährungsweisen eine essentielle Rolle in der Entwicklung der Krankheit.

Anders als bei einer gewöhnlichen Entzündung der Haarwurzel (auch Follikulitis genannt), treten bei der Acne inversa wiederkehrend mehrfache, tiefe, ausgedehnte und sehr schmerzhafte Knoten und Abszesse im Bereich der großen Körperfalten (Achseln, Leisten, Gesäß- oder Bauchfalte) auf. Je nach Erkrankungsschwere kann es auch zu Fistelungen und der Bildung von Narbensträngen kommen.

Wie erkenne ich einen Schub rechtzeitig und wie steuere ich gegen?

Bei der Acne inversa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die klassischerweise in Schüben verläuft. Sie ist charakterisiert durch schmerzhafte Knoten und Abszesse in den großen Körperfalten (Achseln, Leisten, Genital/Gesäßregion, Bauchfalten). Wenn Knoten verschmelzen, können sog. Fistelgänge unter der Haut entstehen, die dauerhaft nässen und Eiter abgeben sowie Narbenstränge, die zu Bewegungseinschränkungen führen können. Seien Sie also besonders in den Sommermonaten aufmerksam, ob es zu zunehmenden Entzündungen mit schmerzhaften Knoten und Schwellungen unter der Haut an o.g. Körperarealen kommt.

Greifen Sie auf o.g. Maßnahmen zurück, verwenden Sie antiseptische Reinigungslotionen (z.B. Octenisan Waschlotion®) und legen Sie ggf. Leinenläppchen an betroffenen Arealen ein, um Reibung zu vermeiden und Feuchtigkeit aufzufangen. Kontaktieren Sie rechtzeitig Ihren behandelnden Arzt/Ärztin, damit diese/r Ihnen ggf. antibiotische, antientzündliche oder antiseptische Cremes verschreiben kann. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, so können in der Akutphase auch Antibiotika von Innen zur Anwendung kommen.

Versuchen Sie auch, durch allgemeine Lifestyle-Faktoren die Erkrankung positiv zu beeinflussen: Verzichten Sie möglichst vollständig auf Rauchen, versuchen Sie, sich ausgewogen zu ernähren und mögliches Übergewicht zu reduzieren.

Schmerztherapie bei HS/AI?

An erster Stelle sollte eine effektive Behandlung der Entzündung erfolgen, die für die Schmerzen verantwortlich ist. Hierzu zählen neben einer antiseptischen, antibiotischen oder antientzündlichen Lokaltherapie sowie einer operativen Therapie auch systemische Antibiotika sowie langfristig vor allem zielgerichtete Therapien (sog. Biologika). Derzeit befinden sich neben den bisher zugelassenen Biologika noch viele weitere vielversprechende Präparate in der „Pipeline“.

Auch Schmerzmittel in verschiedenen Wirkstärken können bei akuten Schmerzen zum Einsatz kommen. Bei akuten Abszessen kann die operative Entlastung sinnvoll sein und eine schnelle Linderung der Schmerzen bewirken.

Im Hinblick auf chronische Schmerzen ist neben den o.g. Maßnahmen auch die Berücksichtigung der Psyche von besonderem Stellenwert. Stress, Belastungen, Ängste oder Depressionen können die Schmerzwahrnehmung verstärken. Andersherum können auch Schmerzen die Psyche belasten, Stress verstärken und zu Depressionen führen – ein klassischer Teufelskreis. Hier können gezielte Entspannungstechniken (z.B. Muskelrelaxation nach Jacobsen) oder aber eine psychotherapeutische Behandlung weiterhelfen. Sollte eine Depression vorliegen, ist es im Rahmen der Schmerztherapie wichtig, auch diese zu behandeln.

Wie geht man mit Acne inversa im Sommer um? Was kann man tun, um weitere Entzündungen zu vermeiden?

So sehr wir den Sommer nach all den kalten Monaten herbeisehnen – die Sommermonate bringen häufig warme Temperaturen mit sich und führen dazu, dass uns schnell mal der Schweiß ausbricht. Leider können Hitze und vermehrtes Schwitzen bei Menschen, die an einer HS leiden, die Symptome verschlechtern und zu einer vermehrten Bildung von Entzündungen und Abszessen führen. Die durch das Schwitzen entstehende Feuchtigkeit stellt ein optimales Reservoir für die Vermehrung von Bakterien dar, die die entzündlichen Prozesse weiter anheizen. Es gibt jedoch einige wirksame Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um einer Verschlechterung vorzubeugen:

Legen Sie an betroffenen Arealen ggf. Leinenläppchen oder Einmalkompressen ein, die die Feuchtigkeit auffangen und mehrfach täglich gewechselt werden können.

Tragen Sie lockere, luftige Kleidung aus natürlichen Materialen (Baumwolle oder Leinen) und verzichten Sie, wenn möglich, auf synthetische Stoffe. Vermeiden Sie enge Kleidung, um Reibung vorzubeugen und wechseln Sie durchgeschwitzte Kleidung zeitnah.

Achten Sie auf eine gute Hautpflege: Reinigen Sie Ihre Haut täglich, um sie von Schweiß und überschüssigem Talg zu befreien. Verwenden Sie hierzu am besten milde, pH-neutrale Reinigungslotionen, die die Haut nicht reizen. In akuten Phasen können Sie auch antiseptische Waschlotionen verwenden. Cremen Sie Ihre Haut nur mit leichten Pflegecremes oder -gelen ein, verzichten Sie auf fettige Salben.

Leider triggern Nassrasuren die Entstehung von Entzündungen, sodass wir empfehlen, sich eher auf eine Trockenrasur bzw. optimalerweise auf ein Trimmen der Haare zu beschränken.

Legen Sie an betroffenen Arealen ggf. Leinenläppchen oder Einmalkompressen ein, die die Feuchtigkeit auffangen und mehrfach täglich gewechselt werden können.


Interview mit Dr. med. Erik Disteldorf – Facharzt für Nephrologie und Innere Medizin

Wenn das Immunsystem körpereigene Zellen angreift, kann dies oft auch zu Nierenschäden führen. Diese Schäden entstehen entweder durch Autoantikörper, die gegen Nieren-spezifische Proteine gerichtet sind, oder durch lokale Reaktionen bei systemischen Autoimmunerkrankungen. Dr. Erik Disteldorf, Nephrologe aus Hamburg, stellt sich als Netzwerkpartner vor und beantwortet unsere Fragen in einem Interview:

Können Sie uns einen Überblick über Autoimmunerkrankungen geben, die sich auf die Nieren auswirken können?

An den Nieren können sich sehr viele und ganz unterschiedliche Autoimmunerkrankungen zeigen.

Es gibt die bekannten „systemischen“ Autoimmunerkrankungen (wie z.B. systemischer Lupus erythematodes (SLE) und granulomatöse oder mikroskopische Polyangiitis (GPA oder MPA)), die eine Nierenbeteiligung verursachen können.
Es gibt aber auch Autoimmunerkrankungen, die sich häufig „isoliert“ an der Niere zeigen, wie z.B. die IgA-Nephritis, wenn also andere Organe nicht oder sehr selten beteiligt sind.
Die genannten Erkrankungen verursachen eine Entzündung in einem bestimmten Bereich der Nieren, den so genannten Glomeruli (Nierenkörperchen). Das sind über die Nierenrinde verteilte, zahllose, gewundenen Gefäßknäule. Hier ist der „Nierenfilter“ lokalisiert, das heißt die Struktur, wo aus der Blutgefäßkapillare das Ultrafiltrat (der spätere Urin) in die Nierenkanälchen und Sammelrohre übertritt. Schädigungen in diesem Bereich führen zu Vernarbungen und Funktionsverlust.

Eine Sonderform stellen die sogenannten nephrotischen Syndrome dar. Diese sind charakterisiert durch einen starken Verlust von Eiweiß über den Urin (über 3g pro Tag). Bei diesen Erkrankungen ist eine ganz bestimmte Region im Bereich des Nierenfilters gestört (Podozyt) und machen diesen „durchlässig“. Auch hier ist die Ursache häufig eine Autoimmunerkrankung. Diese heißen membranöse Glomerlonephritis oder Minimal Change Disease und zeigen sich auch fast nur an den Nieren und können auch sekundär durch Tumore ausgelöst oder in Kombination mit anderen Autoimmunerkrankungen bzw. Infektionen auftreten.

Autoimmunerkrankungen können (etwas seltener) aber auch andere Strukturen der Nieren, z.B. das „Tubulointerstitium“, betreffen. Das ist der Bereich durch den die Nierenkanälchen verlaufen und den primären Harn bis in das Nierenbecken transportieren. Dort finden wichtige Resorptionsvorgänge (z.B. die Konzentrierung des Urins) statt. Klassische Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Kollagenosen (z.B. das Sjögren Syndrom), können diesen Bereich entzünden. Das sind die sogenannten tubulointerstitiellen Nephritiden.

Wie häufig sind Autoimmunerkrankungen, die die Nieren betreffen, in Ihrer klinischen Praxis?

Ein Teil unserer Patienten, die entweder zur Diagnostik oder Langzeitbehandlung aufgrund einer chronischen Nierenerkrankung kommen, haben Autoimmunerkrankungen. Vom Bauchgefühl würde ich sagen es könnten ca. 20% sein. Der weitaus größte Anteil an Auslösern für Nierenkrankheiten fällt auf die „Volkskrankheiten“ Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Diese sind also nicht „autoimmun“ verursacht. Bei einigen Patienten, die erst im Spätstadium der Nierenkrankheit zur Diagnostik kommen, weiß man häufig gar nicht was die Ursache war. Ein nicht ganz geringer Teil der Patienten hat auch Autoimmunerkrankungen, bei denen nicht die Krankheit, sondern die Begleitkomplikationen der Erkrankung oder Nebenwirkung der Therapie (v.a. bestimmte Schmerzmittel) die Nieren schädigen.

Welche spezifischen Autoimmunerkrankungen sehen Sie am häufigsten und welche Symptome treten typischerweise auf?

Tückisch bei Nierenkrankheiten ist, dass sie v.a. zu Beginn fast symptomlos verlaufen. Blut oder Eiweißbeimengungen im Urin können oft den entscheidenden Hinweis liefern. Dies ist leider oft mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, man benötigt hierzu einen „Streifentest“ des Urins. Subjektiv bemerkbare „Alarmsymptome“, die an die Nieren denken lassen sind:
Bluthochdruck, Wassereinlagerungen (Ödeme der Knöchel oder Augenlider) und eine Makrohämaturie (also sichtbares Blut im Urin). Der Hausarzt kann dann durch Blut und Urinuntersuchung die Verdachtsdiagnose einer Nierenkrankheit stellen und überweisen.

Bei den rheumatischen Systemerkrankungen sollte immer auch auf Nierenbeteiligung „gescreent“ werden (also nach den typischen Veränderungen m Blut und Urin).

Wie wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Autoimmunerkrankungen, um Nierenschäden zu vermeiden?

Enorm wichtig!
Je früher man die Ursache der Nierenerkrankung erkennt, desto schneller kann man z.B. den Entzündungsprozess in der Niere kontrollieren.
Wenn bereits viele Niereneinheiten durch eine Entzündung vernarbt sind, kann sich die Funktion der Nieren auch trotz Remission der Autoimmunerkrankung verschlechtern. Dies nennt man Progression der chronischen Nierenkrankheit.

Welche speziellen Komorbiditäten treten häufig bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Niere auf?

Die typischen Komorbiditäten, sind die Komplikationen, die mit dem Verlust von Nierenfunktion einhergehen.
Relativ früh und häufig tritt Bluthochdruck auf. Da die Nieren aber im Körper sehr viele Vorgänge beeinflussen, können im späteren Stadium einige Probleme auftreten. Zu erwähnen sind Störungen des Knochenstoffwechsels (Regulation von Calcium, Phosphat und Vitamin D), Störungen der Blutbildung (EPO wird von den Nieren produziert), Störungen des Salz- und Wasserhaushaltes (Wassereinlagerungen) und viel später mangelnde Entgiftung.

Welche diagnostischen Verfahren und Labortests werden eingesetzt, um Autoimmunerkrankungen der Niere und damit verbundene Komorbiditäten zu identifizieren?

Die nephrologische Basisuntersuchung umfasst eine Untersuchung des Blutes mit Bestimmung der Nierenwerte (z. B. Kreatinin), aber auch von Blutwerten, die mit der Niere assoziiert sind (Blutsalze, bestimmte Hormone …) und Stoffwechselparameter. Eine gründliche Untersuchung des Urins (Streifentest, Eiweiß Bestimmung) inklusive einer mikroskopischen Untersuchung in der Praxis (Urinsediment) und einer Ultraschall-Untersuchung der Nieren (Sonografie). Bei Verdacht können im Labor Autoantikörper bestimmt werden.
Der Goldstandard der Diagnosesicherung bei Autoimmunerkrankungen ist die Nierenbiopsie. Bei dieser wird in einem kleinen Eingriff eine winzige Probe aus einer der Nieren (mit einer Stanze) entnommen und einem Pathologen übergeben. Dieser kann diese mikroskopisch beurteilen und die exakte Diagnose stellen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, um die Nierenfunktion bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen zu erhalten oder zu verbessern?

Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose der Autoimmunerkrankung. Nicht jede Autoimmunerkrankung wird gleich behandelt. Die Behandlungsprotokolle der einzelnen Autoimmunerkrankungen bieten mittlerweile ein breites Spektrum an Medikamenten. Biologika, wie z. B. Rituximab, spielen eine immer größere Rolle. Aber auch die klassischen immunsuppressiven Substanzen wie Cortison (Prednisolon) und Cyclophosphamid kommen häufig zum Einsatz.

Inwiefern ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachgebieten wichtig, um eine umfassende Betreuung für Patienten mit Autoimmunerkrankungen und Nierenkomorbiditäten zu gewährleisten?

Gerade bei den Autoimmunerkrankungen, die sich systemisch manifestieren, bei denen neben der Niere auch andere Organe wie z. B. Lunge, Gelenke und Haut betroffen sind, erfordern eine engmaschige interdisziplinäre Kooperation und Absprache. Mit fortschreitender Nierenfunktionseinschränkung müssen auch bestimmte Medikamente an die Nierenleistung angepasst werden oder können unter Umständen gar nicht mehr gegeben werden. Auch bei bestimmten diagnostischen Schritten, bei denen z. B. Röntgenkontrastmittel benötigt wird, muss die aktuelle Nierenleistung beachtet werden.

Wie machen Sie Ihren Patienten Mut?

Die meisten Patienten sind zum Teil sehr beunruhigt, wenn sie erfahren, dass sie eine Nierenerkrankung haben. Nicht selten besteht die Vorstellung, dass man dann bald an die Dialyse muss und sich das Leben nun radikal ändern wird.
Erfreulicherweise kann man aber gerade Autoimmunerkrankungen heutzutage häufig so behandeln, dass die Erkrankung zum Stillstand kommen kann. Entdeckt man die Erkrankung früh und beginnt eine wirksame Therapie, muss es noch nicht mal zu einem höhergradigen Nierenfunktionsverlust kommen. Auch eine chronische Nierenerkrankung kann man heutzutage durch neue Therapiekonzepte und einen disziplinierten Lebenswandel so günstig beeinflussen, dass es gar nicht zum terminalen Nierenversagen und somit zur Dialyse kommen muss. Wenn dies den Patienten ordentlich erklärt wird und sie für die Therapie und den gesunden Lebensstil motiviert, hat man häufig schon viel erreicht.






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