Primär biliäre Cholangitis (PBC) Behandlung: Diese Therapien stehen zur Verfügung

Das Wichtigste in Kürze

  • UDCA ist die bewährte Standardtherapie: Ursodeoxycholsäure (13–15 mg pro kg Körpergewicht täglich) bildet seit über 40 Jahren das Fundament der PBC-Behandlung und muss lebenslang eingenommen werden – sie kann den Krankheitsverlauf entscheidend verlangsamen oder sogar stoppen.
  • Neue Zweitlinientherapien stehen bereit: Wenn UDCA nicht ausreicht (bei 30–40 % der Patient:innen) oder eine Unverträglichkeit besteht, bieten Elafibranor und Seladelpar als neu zugelassene Medikamente eine wirksame Alternative – in Studien erreichten 51 % der Behandelten ein biochemisches Ansprechen.
  • Symptombehandlung verbessert deine Lebensqualität: Gegen den quälenden Juckreiz, unter dem bis zu 80 % der PBC-Patient:innen leiden, helfen Medikamente wie Cholestyramin, Rifampicin oder Opioid-Antagonisten – oft müssen verschiedene Optionen ausprobiert werden.
  • Frühe Behandlung verbessert die Prognose erheblich: Je früher du mit der Therapie beginnst und je schneller deine Laborwerte ansprechen, desto günstiger sind deine Langzeitaussichten – das Lebergewebe kann sich unter UDCA-Therapie sogar teilweise erholen.
  • Lebertransplantation bleibt Ultima Ratio: Bei fortgeschrittener Leberzirrhose oder unerträglichen Symptomen kann in seltenen Fällen eine Transplantation notwendig werden – in etwa drei Viertel der Fälle kommt die Lebererkrankung danach dauerhaft zur Ruhe.

Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine seltene Autoimmunerkrankung der Leber, die dein Leben stark beeinflussen kann. Doch es gibt eine gute Nachricht: Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Während die bewährte Standardtherapie mit UDCA nach wie vor das Fundament bildet, stehen dir heute innovative Therapieoptionen zur Verfügung, wenn die Erstbehandlung nicht ausreicht. Von neuen Zweitlinientherapien wie Elafibranor und Seladelpar bis hin zu gezielten Behandlungen für belastende Symptome wie Juckreiz – erfahre hier, welche Wege dir offenstehen, um deine Lebensqualität zu verbessern und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Primär biliäre Cholangitis (PBC): Die bewährte Therapie mit UDCA

Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine chronische autoimmune Lebererkrankung, die durch eine fortschreitende Zerstörung der kleinen Gallengänge in der Leber gekennzeichnet ist. Seit über 40 Jahren hat sich ein Medikament als bewährte Standardtherapie etabliert: Ursodeoxycholsäure, kurz UDCA. Diese Therapie bildet das Fundament der PBC-Behandlung und kann bei rechtzeitigem Einsatz den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen.

So wirkt UDCA bei primär biliärer Cholangitis

UDCA entfaltet ihre schützende Wirkung auf deine Leber durch einen besonderen Mechanismus: Das Medikament bindet schädliche Gallensäuren und wirkt dadurch der Zellschädigung entgegen. Diese leberschützende Eigenschaft macht Ursodeoxycholsäure so wertvoll bei der Behandlung der PBC.

Wenn du UDCA einnimmst, verbessert sich in der Regel die Zusammensetzung deiner Galle. Das Medikament reduziert die Konzentration toxischer Gallensäuren und ersetzt sie durch die besser verträgliche Ursodeoxycholsäure. Dadurch wird die Entzündung in den Gallengängen gemildert und die weitere Schädigung deiner Leber verlangsamt oder sogar gestoppt.

Langzeitstudien haben gezeigt, dass sich das Lebergewebe unter der UDCA-Therapie sogar teilweise erholen kann [1]. Diese bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit unterstreicht, warum eine frühzeitige Behandlung so wichtig ist. Je früher du mit der Therapie beginnst und je schneller deine Laborwerte darauf ansprechen, desto günstiger sind die Langzeitaussichten [1].

Dosierung und lebenslange Therapie mit Ursodeoxycholsäure

Die Erstlinientherapie der PBC besteht in der Gabe von Ursodeoxycholsäure in einer Dosis von 13 bis 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich [2]. Deine Ärztin oder dein Arzt wird die genaue Dosierung individuell für dich berechnen und das Medikament in Form von Tabletten oder Kapseln verschreiben.

UDCA wird in der Regel direkt nach der PBC-Diagnose verschrieben und muss lebenslang eingenommen werden [1]. Diese dauerhafte Einnahme ist notwendig, weil die primär biliäre Cholangitis eine chronische Erkrankung ist. Das Medikament kann die PBC nicht heilen, aber die Leberschädigung verlangsamen und manchmal sogar ganz stoppen. In mehreren großen Studien verlängerte die Einnahme von UDCA die Lebenserwartung, insbesondere wenn die Therapie früh begonnen wurde [1].

Nebenwirkungen der UDCA-Behandlung im Überblick

Die gute Nachricht ist: UDCA ist meist gut verträglich und die meisten Nebenwirkungen sind mild. Bei einem Teil der Patienten kommt es im ersten Jahr zu einer Gewichtszunahme, Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfällen [1]. Selten können auch ausgedünnte Haare auftreten, was jedoch meist vorübergehend ist.

Falls du unter Nebenwirkungen leidest, sprich unbedingt mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem Arzt. Oft lassen sich die Beschwerden durch eine Anpassung der Einnahmezeit oder eine vorübergehende Reduzierung der Dosis lindern. Wichtig ist, dass du die Therapie nicht eigenmächtig absetzt, da dies den Fortschritt deiner Lebererkrankung begünstigen könnte. Bis zu zwei Drittel der Patienten erreichen ein ausreichendes biochemisches Ansprechen, wodurch der Progress der Erkrankung in der Regel vollständig aufgehalten werden kann [2].

Neue Zweitlinientherapien: Wenn UDCA nicht ausreicht

Nicht alle PBC-Patienten sprechen ausreichend auf die Standardtherapie an. Etwa 30–40 % der Patient:innen sprechen nicht ausreichend auf Ursodeoxycholsäure an oder zeigen Risikofaktoren für ein Fortschreiten, was eine Zweitlinientherapie erforderlich macht [3]. Für diese Situation stehen dir heute mehrere neue Medikament-Optionen zur Verfügung, die deine Lebensqualität deutlich verbessern können.

Elafibranor: Die neue zugelassene Zweitlinientherapie

Das Arzneimittel Elafibranor wurde am 20. September 2024 in der EU für die Behandlung der primär biliären Cholangitis bedingt zugelassen [4]. Dieses neue Medikament ist ein dualer Agonist der Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPAR) α und δ und bietet dir eine wirksame Alternative, wenn die Standardtherapie nicht ausreicht.

Elafibranor kommt als Kombination mit UDCA bei Erwachsenen mit unzureichendem Ansprechen auf UDCA zum Einsatz. Alternativ kann es als Monotherapie bei Patienten eingesetzt werden, die UDCA nicht vertragen [5]. Die Standarddosierung beträgt 80 mg einmal täglich, was die Einnahme für dich sehr unkompliziert macht [5].

In der Zulassungsstudie erreichte Elafibranor im Vergleich zu Placebo deutlich häufiger ein biochemisches Ansprechen – 51 % versus nur 4 % [4]. Besonders ermutigend ist, dass 15 % der Patient:innen sogar eine Normalisierung der alkalischen Phosphatase erreichten [3]. Die EU-Zulassung erfolgte unter der Bedingung, dass Elafibranor nun in einer Langzeitstudie über sieben Jahre zeigen muss, dass es auch den Verlauf der Lebererkrankung verlangsamt [4].

Seladelpar neu zugelassen

Seit Februar 2025 ist auch ein weiteres Medikament namens Seladelpar zugelassen. Auch dabei handelt es sich um einen PPAR-Agonisten, welcher als Zweittherapie in Frage kommt [4]. In der pivotalen RESPONSE-Studie war Seladelpar beim biochemischen Ansprechen, der Normalisierung der alkalischen Phosphatase-Spiegel sowie der Wirksamkeit gegen Juckreiz Placebo signifikant überlegen [6].

Die Ergebnisse sind beeindruckend: 61,7 % der Patienten erreichten nach 12 Monaten die sogenannten POISE-Ansprechkriterien, und 25 % erzielten sogar eine Normalisierung der alkalischen Phosphatase [3]. Diese neuen PPAR-Agonisten zeigten in Phase-2- und Phase-3-Studien sowohl eine gute Verträglichkeit als auch hohe biochemische Ansprechraten [3].

Off-Label-Therapie mit Bezafibrat bei PBC-Patienten

Bezafibrat in Kombination mit Ursodesoxycholsäure zur Behandlung der primären biliären Cholangitis bei Personen, die unzureichend auf UDCA ansprechen, stellt eine weitere Option dar. Bei unvollständigem Ansprechen auf UDCA kann durch Zugabe von 400 mg Bezafibrat täglich bei 31 % der Patient:innen eine Normalisierung der Leberwerte und bei einem weiteren Drittel nach 2 Jahren eine Normalisierung der alkalischen Phosphatase erreicht werden [3].

Auffällig war in Studien auch eine Verbesserung des Juckreizes unter der Behandlung mit Bezafibrat [2]. Allerdings entwickeln bis zu 20 % der Patient:innen unter Fibrattherapie Myalgien, und in der BEZURSO-Studie wurde bei etwa 6 % der Patient:innen eine Hepatotoxizität festgestellt [3]. Die Ausscheidung von Bezafibrat erfolgt fast ausschließlich renal und ist bei geschätzter glomerulärer Filtrationsrate von ≤60 ml/min kontraindiziert [3].

Behandlung von Symptomen der PBC und fortgeschrittene Therapieoptionen

Neben der medikamentösen Grundversorgung benötigen viele Menschen mit PBC eine gezielte Behandlung ihrer belastenden Symptome. Besonders der quälende Juckreiz und die chronische Müdigkeit können deine Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Patienten mit fortgeschrittener biliären Cholangitis stehen zusätzliche Optionen zur Verfügung, die bis hin zur Lebertransplantation reichen können.

Juckreiz bei primär biliärer Cholangitis gezielt behandeln

Der Juckreiz zählt zu den häufigsten und belastendsten Symptomen bei PBC. Bis zu 80 % der Patienten mit PBC leiden unter diesem quälenden Symptom [3]. Verschiedene Medikamente können zur gezielten Linderung des Juckreizes eingesetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, dass eine ideale Lösung nicht existiert und mitunter mehrere Arzneimittel ausprobiert werden müssen, bis eines im individuellen Fall wirkt.

Als erste Option kommt häufig Cholestyramin zum Einsatz. Dieses Medikament bindet Gallensäuren im Darm und kann dadurch den Juckreiz lindern. Gegen Juckreiz können verschiedene Medikamente versuchsweise angewandt werden, wie zum Beispiel Cholestyramin, Rifampicin oder die Opioid-Antagonisten Naltrexon/Nalmefen [7]. Rifampicin hat sich als weitere wirksame Option erwiesen, während Naltrexon und Nalmefen als Opioid-Antagonisten eine andere Wirkweise nutzen.

Speziell für PBC-bedingten Juckreiz wird das Linerixibat (ein IBAT-Hemmer) aktuell in einer Zulassungsstudie untersucht [7]. Diese neue Substanz könnte in Zukunft eine weitere wichtige Option für dich darstellen. Gegen PBC-bedingte Müdigkeit gibt es aktuell keine medikamentöse Lösung. Bei etwa 25 Prozent ist die Müdigkeit derart stark ausgeprägt, dass sie den Alltag inklusive der beruflichen Tätigkeit nicht mehr bewältigen können [8].

Primär biliäre Zirrhose und Lebertransplantation: Wann wird sie bei PBC-Patienten notwendig?

Wenn die primär biliäre Cholangitis bis zur Leberzirrhose (primär biliäre Zirrhose) voranschreitet und sich Komplikationen einstellen, kann eine Lebertransplantation notwendig sein [1]. Bei autoimmunen Lebererkrankungen können krankheitsspezifische Indikationen für eine Transplantation vorliegen, wie beispielsweise Pruritus oder rezidivierende Cholangitiden. Das bedeutet, dass nicht nur das Endstadium der Fibrose, sondern auch unerträgliche Symptome eine Transplantation rechtfertigen können.

Die gute Nachricht ist: In etwa drei Viertel der Fälle kommt die Lebererkrankung nach der Transplantation dauerhaft zur Ruhe [7]. Die antimitochondrialen Antikörper bleiben auch nach der Transplantation im Blut messbar, aber bei der Mehrzahl der PBC-Patienten verschwindet die Lebererkrankung mit der alten Leber [1]. Bei etwa einem Viertel der Patienten können PBC-ähnliche Schäden jedoch auch im neuen Organ wieder auftreten [7]. Dank verbesserter Diagnostik und frühzeitiger Intervention lässt sich die Leberschädigung heute oft aufhalten oder sogar ganz stoppen, sodass viele Betroffene mit ihrer Leber alt werden können.

FAQ

UDCA (Ursodeoxycholsäure) ist seit über 40 Jahren die bewährte Standardtherapie bei primär biliärer Cholangitis. Das Medikament bindet schädliche Gallensäuren und wirkt dadurch der Zellschädigung entgegen. Es verbessert die Zusammensetzung deiner Galle, reduziert toxische Gallensäuren und mildert die Entzündung in den Gallengängen. Die Dosierung beträgt 13 bis 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich und muss lebenslang eingenommen werden. Bis zu zwei Drittel der Patient:innen erreichen ein ausreichendes biochemisches Ansprechen.

UDCA ist meist gut verträglich und die meisten Nebenwirkungen sind mild. Bei einem Teil der Patient:innen kommt es im ersten Jahr zu einer Gewichtszunahme, Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfällen. Selten können auch ausgedünnte Haare auftreten, was jedoch meist vorübergehend ist. Falls du unter Nebenwirkungen leidest, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt – oft lassen sich die Beschwerden durch eine Anpassung der Einnahmezeit oder eine vorübergehende Dosisreduktion lindern.

30–40 % der Patient:innen sprechen nicht ausreichend auf UDCA an, was eine Zweitlinientherapie erforderlich macht. Für diese Situation stehen dir heute mehrere neue Medikament-Optionen zur Verfügung: Elafibranor wurde 2024 in der EU zugelassen und erreichte in Studien bei 51 % der Patient:innen ein biochemisches Ansprechen. Weitere Optionen sind Seladelpar (Zulassung erwartet) oder Off-Label-Therapie mit Bezafibrat.

Elafibranor ist ein dualer PPAR-Agonist, der am 20. September 2024 in der EU bedingt zugelassen wurde. Es kommt als Kombination mit UDCA bei unzureichendem Ansprechen zum Einsatz oder als Monotherapie bei UDCA-Unverträglichkeit. Die Standarddosierung beträgt 80 mg einmal täglich. In der Zulassungsstudie erreichten 51 % der Patient:innen ein biochemisches Ansprechen, 15 % sogar eine Normalisierung der alkalischen Phosphatase.

Bis zu 80 % der PBC-Patient:innen leiden unter Juckreiz. Verschiedene Medikamente können zur Linderung eingesetzt werden: Cholestyramin bindet Gallensäuren im Darm, Rifampicin hat sich als wirksame Option erwiesen, und Opioid-Antagonisten wie Naltrexon oder Nalmefen nutzen eine andere Wirkweise. Da eine ideale Lösung nicht existiert, müssen mitunter mehrere Arzneimittel ausprobiert werden, bis eines bei dir wirkt.

Eine Lebertransplantation wird notwendig, wenn die PBC bis zur Leberzirrhose voranschreitet und sich Komplikationen einstellen. Auch unerträgliche Symptome wie extremer Juckreiz können eine Transplantation rechtfertigen. Die gute Nachricht: In etwa drei Viertel der Fälle kommt die Lebererkrankung nach der Transplantation dauerhaft zur Ruhe. Dank verbesserter Diagnostik und frühzeitiger Intervention lässt sich die Leberschädigung heute oft aufhalten, sodass viele Betroffene mit ihrer Leber alt werden können.

Gegen PBC-bedingte Müdigkeit gibt es aktuell leider keine medikamentöse Lösung. Bei etwa 25 % der Patient:innen ist die Müdigkeit so stark ausgeprägt, dass sie den Alltag und die berufliche Tätigkeit erheblich beeinträchtigt. Hier ist es wichtig, dass du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über unterstützende Maßnahmen sprichst und deine Lebensführung entsprechend anpasst.

Referenzen

[1] Van Thiel I, Pfingstgraf C, Avenhaus W (2018). Primär biliäre Cholangitis (PBC). https://www.leberhilfe.org/wp-content/uploads/2018/12/Brosch%C3%BCre-PBC-2018.pdf (Stand: 02.11.2025)

  • “Langzeitstudien haben gezeigt, dass sich das Lebergewebe unter der Therapie sogar teilweise erholen kann.”
  • “Je früher die Therapie beginnt und je schneller die Laborwerte darauf ansprechen, desto günstiger sind die Langzeitaussichten.”
  • “UDCA wird in der Regel direkt nach der PBC-Diagnose verschrieben, muss lebenslang eingenommen werden und ist meist gut verträglich.”
  • “In mehreren großen Studien verlängerte UDCA das Überleben, insbesondere wenn die Therapie früh begonnen wurde.”
  • “Bei einem Teil der Patienten kommt es im ersten Jahr zu einer Gewichtszunahme, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfällen und – selten – zu ausgedünnten Haaren.”
  • “Wenn die Erkrankung bis zur Zirrhose voranschreitet und sich Komplikationen einstellen, kann eine Lebertransplantation notwendig sein.”
  • “Bei der Mehrzahl der PBC-Patienten verschwindet aber die Lebererkrankung mit der alten Leber.”

[2] Hohenester S, Beuers U (2017). Chronische cholestatische Leberkrankheiten: Differenzialdiagnose, Pathogenese und aktuelle Therapie beim Erwachsenen. https://www.springermedizin.de/cholangitis/primaer-sklerosierende-cholangitis/chronische-cholestatische-leberkrankheiten/13308736 (Stand: 02.11.2025)

  • “Die Erstlinientherapie der PBC besteht in der Gabe von Ursodeoxycholsäure (UDCA) in einer Dosis von 13 bis 15 mg/kgKG/Tag.”
  • “Hierunter erreichen bis zu zwei Drittel der Patienten ein ausreichendes „biochemisches Ansprechen“, wodurch der Progress der Erkrankung bei diesen Patienten in der Regel vollständig aufgehalten werden kann.”
  • “Auffällig war dabei auch eine Verbesserung des Juckreizes unter Behandlung mit Bezafibrat.”

[3] Vögelin M, Kremer A E (2025). Neue Standards in der Behandlung der primären biliären Cholangitis. https://link.springer.com/article/10.1007/s43472-025-00173-w (Stand: 02.11.2025)

  • “Allerdings sprechen 30–40 % der Patient:innen nicht ausreichend auf Ursodeoxycholsäure an oder zeigen Risikofaktoren für ein Fortschreiten, was eine Zweitlinientherapie erforderlich macht.”
  • “In der ELATIVE-Studie bestätigte sich biochemisches Ansprechen für Elafibranor mit 51 % über 52 Wochen, wobei 15 % der Patient:innen eine ALP-Normalisierung erreichten.”
  • “In Letzterer erreichten 61,7 % nach 12 Monaten die sog. POISE-Ansprechkriterien (= ALP <1,67× ULN [Upper Limit of Normal = oberer Normwert], 15 % ALP-Reduktion und normwertiges Gesamtbilirubin nach einem Jahr), 25 % gar eine Normalisierung der ALP.”
  • “Selektive Agonisten von Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren zeigten in Phase-2- und -3-Studien eine gute Verträglichkeit sowie hohe biochemische Ansprechraten.”
  • “Bei unvollständigem Ansprechen auf UDCA kann durch Zugabe von 400 mg Bezafibrat täglich bei 31 % der Patient:innen eine Normalisierung der Leberwerte und bei einem weiteren Drittel nach 2 Jahren eine Normalisierung der alkalischen Phosphatase (ALP) erreicht werden.”
  • “Bis zu 20 % der Patient:innen entwickeln unter Fibrattherapie Myalgien. In der BEZURSO-Studie wurde bei etwa 6 % der Patient:innen eine Hepatotoxizität festgestellt.”
  • “Die Ausscheidung von Bezafibrat erfolgt fast ausschliesslich renal und ist gemäss Hersteller bei geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR) von ≤60 ml/min kontraindiziert.”
  • “Obeticholsäure (OCA) war bisher die einzige zugelassene Zweitlinientherapie für PBC-Patient:innen, die nicht ausreichend auf Ursodeoxycholsäure ansprechen oder diese nicht vertragen.”
  • “Pruritus tritt bei bis zu 80 % der PBC-Patient:innen auf.”

[4] Unbekannter Autor (2024). PBC: Elafibranor als Zweittherapie neu zugelassen, ungewisse Zukunft für Obeticholsäure. https://www.leberhilfe.org/pbc-elafibranor-als-zweittherapie-neu-zugelassen-ungewisse-zukunft-fuer-oca/ (Stand: 02.11.2025)

  • “Das Arzneimittel Elafibranor wurde am Freitag, dem 20.9. in der EU für die Behandlung der Primär biliären Cholangitis (PBC) bedingt zugelassen.”
  • “Elafibranor erreichte im Vergleich zu Placebo deutlich häufiger (51% vs. 4%) ein biochemisches Ansprechen.”
  • “Die EU-Zulassung erfolgte unter der Bedingung, dass Elafibranor nun in einer Langzeitstudie über sieben Jahre zeigen muss, dass es auch den Verlauf der Lebererkrankung verlangsamt.”
  • “In naher Zukunft wird auch die Zulassung eines weiteren Medikamentes namens Seladelpar erwartet.”
  • “Auch dabei handelt es sich um einen PPAR-Agonisten, welcher als Zweittherapie in Frage kommt.”
  • “Die Herstellerfirma erwirkte jedoch drei Tage später, dass dieser Schritt vom Europäischen Gerichtshof vorerst ausgesetzt wurde.”
  • “Patienten, die OCA einnehmen, sollten ärztliche Rücksprache halten, aber nichts in Eigenregie an ihrer Behandlung ändern.”

[5] Mempel C (2025). Elafibranor. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Elafibranor_57091 (Stand: 02.11.2025)

  • “Elafibranor ist indiziert für die Behandlung der primär biliären Cholangitis zur: Kombinationstherapie mit Ursodeoxycholsäure bei Erwachsenen mit unzureichendem Ansprechen auf UDCA. Monotherapie bei Patienten, die UDCA nicht vertragen.”
  • “Die Standarddosierung beträgt 80 mg einmal täglich.”

[6] Walter M (2025). PBC-Therapie im Wandel: Seladelpar kann Leberwerte verbessern und den Juckreiz lindern. https://www.aerzteblatt.de/archiv/pbc-therapie-im-wandel-61bb8280-6030-4c6e-8a2a-3a9acebacda9 (Stand: 02.11.2025)

  • “In der pivotalen RESPONSE-Studie war Seladelpar beim biochemischen Ansprechen, der Normalisierung der Alkalischen Phosphatase (ALP)-Spiegel sowie der Wirksamkeit gegen Juckreiz Placebo signifikant überlegen.”

[7] Unbekannter Autor (2025). Lebererkrankungen Primär biliäre Cholangitis (PBC). https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/pbc/ (Stand: 02.11.2025)

  • “Am 27. November 2024 widerrief die Europäische Kommission die Marktzulassung von Obeticholsäure in der EU.”
  • “Gegen Juckreiz können verschiedene Medikamente versuchsweise angewandt werden, wie z.B. Cholestyramin, Rifampicin oder die Opioid-Antagonisten Naltrexon/Nalmefen.”
  • “Speziell für PBC-bedingten Juckreiz wird das Linerixibat (ein IBAT-Hemmer) aktuell in einer Zulassungsstudie untersucht.”
  • “In etwa drei Viertel der Fälle kommt jedoch die Lebererkrankung dauerhaft zur Ruhe.”
  • “Bei etwa einem Viertel bis Drittel der Patienten kommt es auch im neuen Organ wieder zu PBC-typischen Schäden.”

[8] Gräfe K A (2017). Fatigue: Rituximab scheitert in Phase II. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-172017/rituximab-scheitert-in-phase-ii/ (Stand: 02.11.2025)

  • “Bei etwa 25 Prozent ist Letztere derart stark ausgeprägt, dass sie den Alltag inklusive der beruflichen Tätigkeit nicht mehr bewältigen können.”

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