www.neurodermitis-wen-juckts.de – so heißt das neue Online-Portal von AbbVie, das ab sofort für Betroffene von Neurodermitis, Angehörige und Interessierte zur Verfügung steht. Der Name ist Programm: Auf dieser Webseite sind nicht nur Informationen rund um eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen weltweit [1,2] zu finden. Menschen mit Neurodermitis werden darüber hinaus dabei unterstützt, ihre Behandlungsziele selbst zu identifizieren und somit zu formulieren. Ziel sollte sein, mit möglichst wenigen Einschränkungen durch die Hauterkrankung leben zu können.
Neurodermitis – was ist das eigentlich?
Allein in Deutschland erhalten jährlich zwei Millionen Kinder und 2,5 Millionen Erwachsene die Diagnose Neurodermitis, so Schätzungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e. V. [3]. Ganz charakteristisch für diese Erkrankung ist eine gerötete, entzündete und rissige Haut, die mit starkem Juckreiz einhergeht [2,4,5]. Dabei verläuft die chronisch-entzündliche Hauterkrankung meist schubweise [5]. Ihre Ursache ist bislang nicht eindeutig geklärt, die Auslöser sind vielfältig: Ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und verschiedenen Umweltfaktoren begünstigt eine Überreaktion des Immunsystems [4,6].
Der für Neurodermitis typische Juckreiz ist oft stark ausgeprägt und lässt Betroffene auch nachts nicht zur Ruhe kommen. Auf Dauer kann das zu Schlafmangel führen, der wiederum Auswirkungen auf die allgemeine Fitness, die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, auf Beruf und Arbeit, die Beziehung und Freundschaften haben kann. Kurzum: Neurodermitis ist keine Lappalie und führt mitunter zu teils gravierenden Einschnitten in der Lebensqualität [7,8].
Die gute Nachricht: In den letzten Jahren gab es große Behandlungsfortschritte, sodass Menschen mit einer mittelschweren bis schweren Neurodermitis positiv mit der Erkrankung leben können.
In drei Schritten umfassend für den Arztbesuch vorbereiten
Neben anschaulichen und aufschlussreichen Videos von Patientinnen und Patienten sowie Dermatologinnen und Dermatologen steht auf
www.neurodermitis-wen-juckts.de auch ein Neurodermitis-Alltags-Check zur Verfügung: Menschen mit Neurodermitis können durch die Beantwortung weniger Fragen identifizieren und visualisieren, in welchen Bereichen des Alltags sie wie stark durch die Beschwerden der Erkrankung belastet sind. In einem nächsten Schritt besteht die Möglichkeit, individuelle Behandlungsziele und den inneren Antrieb zum Erreichen dieses Ziels herauszuarbeiten. Das kann beispielsweise besserer Schlaf sein, um tagsüber konzentrierter arbeiten zu können, so schneller mit der Arbeit fertig zu werden und schlussendlich mehr Zeit mit seinem privaten Umfeld verbringen zu können. In einem dritten Schritt geht es darum, das vorher Ermittelte zusammenzufassen und seine Neurodermitis-Beschwerden der letzten Wochen zu dokumentieren. Besonders praktisch: Wer diese drei Schritte durchlaufen hat, bekommt zum Schluss die Möglichkeit, die Zusammenfassung als persönlichen Arztbesuch-Planer herunterzuladen und auszudrucken. Damit hat man neben einer validen Gesprächsgrundlage auch seine persönlichen Therapieziele zur Hand. Und das gibt der Ärztin bzw. dem Arzt die Informationen, die sie bzw. er für die Auswahl der Behandlung benötigt. Ganz nach dem Motto: „Zwar habe ich eine chronische Erkrankung, aber inwieweit sie mich ‚juckt‘, bestimme ich – und nicht umgekehrt.“
Literatur [1] Boguniewicz M, Fonacier L, Guttman-Yassky E, et al. Atopic dermatitis yardstick: Practical recommendations for an evolving therapeutic landscape. Ann Allergy Asthma Immunol 2018;120(1):10-22.e2. [2] Weidinger S, Beck LA, Bieber T, et al. Atopic dermatitis. Nat Rev Dis Primer 2018;4(1):1. [3] Helmholtz Zentrum München. Wie häufig ist Neurodermitis? Online verfügbar: Kurzlink: https://t1p.de/xy18 Aufruf 01. September 2021. [4] Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Leitlinie Neurodermitis [atopisches Ekzem; atopische Dermatitis]. Online verfügbar unter: Kurzlink: https://t1p.de/scsn Letzter Zugriff: 01. September 2021. [5] Weidinger S, Novak N. Atopic dermatitis. The Lancet 2016;387(10023):1109–22. [6] Kim J, Kim BE, Leung DYM. Pathophysiology of atopic dermatitis: Clinical implications. Allergy Asthma Proc 2019;40(2):84–92 [7] Ring J, Zink A, Arents BWM, et al. Atopic eczema: burden of disease and individual suffering – results from a large EU study in adults. J Eur Acad Dermatol Venereol 2019;33(7):1331–40. 12. [8] Schonmann Y, Mansfield KE, Hayes JF, et al. Atopic Eczema in Adulthood and Risk of Depression and Anxiety: A Population-Based Cohort Study. J Allergy Clin Immunol Pract 2020;8(1):248-257.e16.
Studie zu den Auswirkungen bei atopischer Dermatitis
Dass viele Kinder und Jugendliche unter Neurodermitis leiden, haben wir ja schon des Öfteren thematisiert. Eine ständig juckende, trockene Haut und Ekzeme ist, was auf den ersten Blick auffällt. Es lohnt sich aber genauer hinzuschauen. Das zeigt jetzt die AD-GAP-Studie von Sanofi, die sich mit Faktoren auseinandersetzt, die die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis ganz besonders stören.
In der internationalen Studie wurden Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und Ärzte befragt und die Belastung im täglichen Leben – und die Auswirkungen auf das soziale und familiäre Leben scheint groß.
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Zum aus der Haut fahren – Neurodermitis bei Jugendlichen
Zum aus der Haut fahren – Neurodermitis bei Jugendlichen
Rötungen, Schmerzen, das ständige Bedürfnis sich zu kratzen – für viele Neurodermitis-Betroffene gehört das zum Alltag. Der am 14. September 2018 ins Leben gerufene Internationale Neurodermitis Tag soll auf die chronische Hauterkrankung aufmerksam machen und Verständnis schaffen. In diesem Jahr widmet sich der Tag der besonderen Belastung für Jugendliche, denn vor allem in der Pubertät leiden Menschen mit Neurodermitis unter Stigmatisierung, Mobbing und Ausgrenzung.
Neurodermitis – fehlgeleitetes Immunsystem
Etwa 2 % der Erwachsenen und 15 % bis 19 % der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren in Deutschland sind von Neurodermitis betroffen. Damit ist Neurodermitis die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung. Verantwortlich hierfür ist ein fehlgeleitetes Immunsystem, bei dem die körpereigene Abwehr verändert ist, deswegen ist die Erkrankung auch nicht ansteckend. Die Entzündungen unter der Haut sind immer vorhanden. Allerdings verläuft die Erkrankung in wiederkehrenden Schüben von unterschiedlicher Dauer und Schwere.
Besonderes Leid für Jugendliche
Gehänselt und ausgeschlossen – Grund dafür ist Malenas (14 Jahre alt) Neurodermitis. Die sichtbare rissige, krustige und nässende Haut führt in der Pubertät häufig zu Mobbing und Ausgrenzung. 39 % der Jugendlichen (14 – 17 Jahre) mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis geben an, in ihrem Leben wegen ihrer Neurodermitis gehänselt oder gemobbt worden zu sein.
Häufiges Fehlen in der Schule, starke Einschränkungen bei Freizeitaktivitäten mit Freunden und anhaltender Juckreiz gehören zum Alltag von Betroffenen der Hauterkrankung. In dieser besonders fragilen Lebenszeit kann der Verlust der Lebensqualität schnell starke psychische und emotionale Auswirkungen haben. Daraus können sich Angstgefühle, soziale Isolation und Depressionen ergeben. Auch für die Familien der jugendlichen Betroffenen ist die Pubertät eine schwere Zeit, schon ohne Neurodermitis. Eltern übergeben immer mehr Therapie-Verantwortung an die Jugendlichen und neben der finanziellen Belastung durch die Therapie, müssen die Eltern mit den starken emotionalen Auswirkungen der Erkrankung ihrer jugendlichen Kinder umgehen.
Im Umgang mit der atopischen Dermatitis sind Jugendliche und deren Familien nicht allein. Spezielle Neurodermitis-Schulungen bieten Hilfestellung bei der Integration der Therapie in den Alltag und unterstützen Betroffene und Angehörige mit speziellen Informationsangeboten.
Sie haben eine Idee den Alltag mit Neurodermitis zu verbessern? Dann werden Sie Teil der Aktion „Agent of Change“ und teilen uns Ihre Ideen mit.
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Head of Public Affairs Immunology T: +49 30 2575 2146 M: +49 172 39 39 213
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Mit Neurodermitis gut durch den Winter
Wenn die Haut verstärkt Aufmerksamkeit benötigt Neurodermitis begleitet Betroffene meist ein Leben lang. Mit der Zeit verstehen Atopiker ihre Erkrankung immer besser, meiden Trigger, achten auf einen gesunden Lebensstil und trotzdem können sie im Winter erneuten Schüben kaum entgehen. Doch warum verstärkt sich die Neurodermitis im Winter?
Das wohl größte Problem für Neurodermitis-Patienten ist tatsächlich die trockene Heizungsluft. Die trockene Umgebungsluft entzieht der Haut die Feuchtigkeit und reizt sie verstärkt. Unser derma2go-Tipp: Halte im Winter die Luftfeuchtigkeit auf einem konstanten Level. Hier kann entweder ein herkömmlicher Luftbefeuchter verwendet werden oder einfach ein Topf mit Wasser auf den Heizkörper gestellt werden. Auch wenn die kalte Luft der Haut zu schaffen macht, sollte dennoch mindestens dreimal täglich für jeweils 5 Minuten Stoßgelüftet werden.
Mit der richtigen Hautpflege Schüben im Winter vorbeugen Atopische Haut muss kontinuierlich gepflegt werden. Dabei überrascht es nicht, dass individuell auf die verschiedenen Begebenheiten mit Temperatur und Klima eingegangen werden muss. Generell gilt: Atopische Haut benötigt im Winter besonders viel Feuchtigkeit und rückfettende Pflegeprodukte.
Unsere Tipps für eine winterfeste Hautpflege bei Neurodermitis
Winterfeste Basispflege Kommen bei der Basispflege im Sommer Cremes zum Einsatz, empfehlen sich im Winter rückfettende Salben. Generell empfehlen sich Pflegeprodukte, die speziell für die kalte Jahreszeit ausgelegt sind und so beispielsweise rückfettende Inhaltsstoffe vorweisen können. Dazu zählen Präparate mit pflegenden Fetten wie Hornfette (Ceramide 1 und 3) oder auch das feuchtigkeitsspeichernde Eiweiß Filaggrin. Der Haut wird die fehlende Feuchtigkeit zugeführt, dadurch geschmeidiger und weniger anfällig für Juckreiz oder äußere Reize.
Händewaschen, aber richtig Coronabedingt waschen wir uns die Hände öfter als je zuvor. Oftmals wird dabei nur vergessen, dass der Haut der entzogene Fettfilm wieder zugeführt werden muss. Atopiker sollten direkt auf rückfettende Waschlotionen mit leucht sauren pH-Wert (5- 6) umsteigen und darauf achten, dass sie frei von Duftstoffen sind. Eine bessere Wahl für Neurodermitis-Patienten ist laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft die Verwendung von Desinfektionsmittel mit anschließendem Eincremen.
Viel Trinken Nicht nur im Sommer sollte dem Körper viel Flüssigkeit zugeführt werden: Auch im Winter ist für unsere Haut eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme essenziell.
Wenn alle Stricke reißen Wenn alle Präventivmaßnahmen nichts bringen und die Haut einen schlechten Allgemeinzustand hervorruft, sollte ein Dermatologe zu Rate gezogen werden. Unser Partner derma2go bietet mit führenden Experten der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen Ärzte, die auf Neurodermitis spezialisiert sind und bei Hautproblemen schnell und effizient helfen können.
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Sonnenschutz ist Pflicht! Tipps von Dr. Julia Mader für gesunde Haut, besonders bei Neurodermitis und Psoriasis. Schützen, statt riskieren!
Der Sommer ist (hoffentlich) noch lange nicht vorbei – und nicht nur jetzt, sondern eigentlich immer gilt: Sonnenschutz ist ein absolutes Muss! Denn er beugt Hautalterung vor und schützt uns vor Hautkrebs. Die besonders schädlichen UVA-Strahlen dringen sogar auch durch Wolken oder Glas. Und weil Aufklärung hier wirklich das A und O ist, haben wir unsere Haut- und Kosmetikexpertin Dr. Julia Mader nach ein paar Tipps und wichtigen Fakten rund um das Thema Sonnenschutz im Allgemeinen, aber auch im Speziellen bei Autoimmunerkrankungen, gefragt. Denn zum Beispiel bei Neurodermitis sollte man mit Sonne vorsichtig sein, da die UV-Strahlen tiefer in die Haut eindringen und so einen Schub auslösen können. Aber trotzdem: den meisten Neurodermitis-Patienten geht es im Sommer etwas besser, weil die Haut nicht mehr ganz so trocken ist und der Juckreiz nachlässt. Bei Schuppenflechte kann zu langes oder ungeschütztes Sonnenbaden die Symptome sogar verschlimmern und der Haut schaden.
1. Immer, wirklich immer, einen Lichtschutz mit Breitbandfilter gegen UVA- und UVB-Strahlung verwenden
2. Am Besten die direkte Sonne meiden und auch auf textilen Lichtschutz in Form von Tüchern, leichter Kleidung und Hüten/Kopfbedeckung setzen
3. Textiler Lichtschutz ist bei Neurodermitis und Psoriasis meist besser geeignet, da Sonnencreme je nach Hautzustand nicht immer vertragen wird
4. Bei Neurodermitis und Psoriasis leichte Gele, Fluids und Sprays nutzen, da die Haut unter Sonnencreme schnell anfängt zu schwitzen und jucken
5. Auch an bewölkten Tagen Lichtschutz verwenden, da trotz Wolken sogar 50% der UV-Strahlung durchdringt
6. Auch im Schatten kann man einen Sonnenbrand bekommen, da die Luftpartikel die UV-Strahlung reflektieren und streuen
Wer all diese Tipps berücksichtigt, kann den Sommer in vollen Zügen genießen und die Vitamin D-Speicher guten Gewissens auffüllen!
Neurodermitis und Psoriasis: Was Du jetzt wissen solltest.
Wie oft kommt eine Erkrankung mit Neurodermitis und Psoriasis vor?
Neurodermitis ist besonders bei Kindern weit verbreitet. Bis zu 15% aller Kinder leiden unter der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die sich mit fortschreitendem Alter jedoch meist verläuft. So sind in der Regel nur noch 3% aller Erwachsenen von der atopischen Dermatitis betroffen. Zum Vergleich: Von der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung Psoriasis (=Schuppenflechte) sind rund 3% der Gesamtbevölkerung (in DE) betroffen. Hierbei unterscheidet man zudem Typ 1 und Typ 2: Bei Typ 1 tritt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr in Erscheinung und nimmt meist einen schweren Verlauf, während bei Typ 2 die Erkrankung sich erstmal nach dem 50. Lebensjahr zeigt und eher milde Verläufe mit sich bringt.
Was sind die typischen Symptome für Neurodermitis und Psoriasis?
Kennst Du die Formulierung „das triggert mich“? Betroffene der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen können ein Lied davon singen, da in der Regel aktive Schübe durch sogenannte Trigger ausgelöst werden. Doch mit welchen Symptomen äußern sie sich? Allgemeine Anzeichen für einen Schub sind starker Juckreiz gepaart mit einer starken Rötung, nässende Entzündungen und die Bildung von Bläschen und kleinen Knoten. Dabei sind besonders Gesicht, Kopfhaut, Nacken, Hände wie Füße, Körperseiten und die Beugefalten der Arme und Beine betroffen. Je nach Altersphase unterscheidet sich das Erscheinungsbild der Neurodermitis noch einmal. Auch eine Haut ohne aktiven Schub ist von der atopischen Dermatitis gekennzeichnet: trocken, empfindlich, gerötet und neigt zur Schuppung. Gut zu unterscheiden ist zudem die Psoriasis (=Schuppenflechte): Hier zeigt die Haut scharf begrenzte, rötliche Hautverdickungen (sog. Plaques), silbrig-glänzende, weiße Schuppen, die Größe der betroffenen Areale variiert stark, Juckreiz kann auftreten und die Haut ist generell trocken und empfindlich mit Spannungsgefühl.
Worin liegen die Ursachen für Neurodermitis und Psoriasis?
Betroffene der chronisch entzündlichen Hauterkrankung Neurodermitis stellen sich oft die Frage, wieso gerade sie davon betroffen sind. Die Antwort darauf ist leider, dass es genetisch bedingt ist. Forscher konnten Gene identifizieren, die für einen Mangel an Eiweißen verantwortlich sind und so die schützende Hornschicht fehlerhaft aufgebaut ist, wodurch die Barrierefunktion der Haut geschwächt ist. Auch wird durch diesen Gendefekt die Zusammensetzung der Hautfette beeinflusst, weshalb die Haut an Feuchtigkeit verliert und schneller austrocknet. Diese Umstände alleine reichen jedoch nicht für eine Aktivierung der Erkrankung. Erst mit äußeren Faktoren (Antigene aus der Umwelt) kommt es zu einer Sensibilisierung und Abwehrstoffe werden gebildet. Ebenfalls genetisch bedingt ist die Psoriasis: Forscher konnten feststellen, dass Kinder von Psoriasis-Betroffenen mit einer 10%igen Wahrscheinlichkeit ebenfalls erkranken, wenn ein Elternteil betroffen ist – bei beiden Elternteilen liegt das Risiko sogar bei 40%. Ergänzend dazu kommt ein fehlgeleitetes Immunsystem, welches eine chronische Aufrechterhaltung des Abwehrmechanismus gegen Entzündungen vorweist.
Neurodermitis & der atopische Formenkreis
Neurodermitis gehört zum atopischen Formenkreis. Betroffene leiden daher meist nicht nur unter den krankhaften Hautveränderungen, sondern neigen auch zu allergischem Asthma und Heuschnupfen. Es besteht eine generelle Überempfindlichkeit auf Kontakt mit Allergenen und anderen Reizstoffen. Im Internet ist zudem oft zu lesen, dass eine Ernährungsumstellung die Neurodermitis erfolgreich behandeln kann. Richtig ist: Eine Umstellung der Ernährung kann die Behandlung der Neurodermitis unterstützen. Liegt eine Reaktion auf Milchprodukte vor, ist es ratsam und sinnvoll darauf zu verzichten. Eine vollwertige Behandlung kann die richtige Ernährung jedoch nicht ersetzen, da es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung handelt, die von einem Facharzt behandelt werden muss. Psoriasis zählt hingegen nicht zum atopischen Formenkreis.
Was ist eine leitliniengerechte Therapie?
Die Therapie bei Neurodermitis und Psoriasis muss individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Um für den Einzelfall eine optimale Therapie gewährleisten zu können, gibt es in Deutschland Therapieleitlinien, welche von Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet verfasst werden. An diesen Leitlinien können sich die behandelnden Ärzte orientieren, um stets eine aktuelle, auf den Patienten zugeschnittene Therapie anwenden zu können.
So findet die Therapie bei der Psoriasis und Neurodermitis abhängig vom Schweregrad statt: Bei leichten Erkrankungsformen steht die sogenannte topische Therapie (=Auftragen von Medikamenten auf der Haut) im Vordergrund, bei mittelschweren und schweren Symptomen kommen zusätzlich die Phototherapie und systemische Therapien (=Medikamente zur oralen Einnahme) zum Zuge.
Hautwoche anlässlich des Welt-Neurodermitis-Tags vom 14. Bis 24. September 2021
Solltest Du Dir nun die Frage stellen, ob Du möglicherweise selbst von Neurodermitis oder Psoriasis betroffen bist, haben wir eine gute Nachricht für Dich: Am 14. September startet unsere gemeinsame Aktionswoche mit derma2go. Vom 14. bis 24. September 2021 kannst Du Dich kostenfrei von einem ausgewiesenen Experten der chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen beraten lassen.
Mit Neurodermitis und Psoriasis durch die Wintermonate
So unterstützt basische Hautpflege
Die meisten von uns verbinden die kalten Wintermonate mit viel Gemütlichkeit. Doch für die Haut bedeutet diese Zeit vor allem eins: puren Stress. Ist es draußen kalt, ziehen sich die Gefäße zusammen und es gelangen weniger Nährstoffe und Sauerstoff in die Hautzellen. Und auch die trockene Heizungsluft sowie die Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen strengen die Haut mächtig an.
Wahrscheinlich kennst Du es selbst: Chronisch-entzündliche Hauterkrankung wie Neurodermitis oder Schuppenflechte haben in den kälteren Monaten Hochsaison. Der Zustand der Haut, die ohnehin durch eine geschwächte Hautbarriere und die Unterfunktion von Talg- und Schweißdrüsen zu extremer Trockenheit neigt, verschlimmert sich häufig und es kommt verstärkt zu trockener, juckender Haut mit rissigen Stellen oder einem akuten Schub. Die Haut benötigt daher in dieser Zeit besonders viel Aufmerksamkeit.
5 Tipps, die der Haut im Winter zugutekommen
Den Stoffwechsel anregen. Der verlangsamte (Haut-)Stoffwechsel lässt sich aktiv ankurbeln. Wöchentliches Trockenbürsten bringt den Lymphfluss in Schwung. Das sogenannte „Dry Brushing“ hat einen doppelten Effekt auf die Haut: Einerseits belebt es den Blutfluss und unterstützt den Hautstoffwechsel. Andererseits wirkt es wie ein natürliches Peeling, das abgestorbene Hautzellen sanft und ganz natürlich abträgt, um die Haut auf die anschließenden Pflegeschritte vorzubereiten. Das Trockenbürsten sollte jedoch nur an den Hautarealen erfolgen, die derzeit nicht akut von Neurodermitis oder Psoriasis betroffen sind.
Für die richtige Temperatur in Wohnräumen sorgen. Um den Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen so gering wie möglich zu halten, solltest Du die Wohnräume auf maximal 20 Grad heizen. Regelmäßiges Stoßlüften hilft zusätzlich.
Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen erhöhen. Da trockene Luft der Haut Feuchtigkeit entzieht, solltest Du neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten. Um die Raumluft feucht zu halten, kann eine Schüssel Wasser auf die Heizung gestellt werden. Alternativ gibt es auch spezielle Raumluftbefeuchter, die die Luftfeuchtigkeit des Raumes automatisch anpassen.
Auf die Ernährung achten. Die Aufnahme von Vitamin A und B kann dem Austrocknen der Haut von innen heraus entgegenwirken. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee ist unabdingbar.
Die passende Kleidung wählen. Auch wenn das Wetter zu dicker und warmer Kleidung verleitet, sollte man auf den sogenannten Zwiebellook setzen, um übermäßiges Schwitzen zu verhindern. Schweiß reizt die Haut und fördert Bakterienwachstum und Juckreiz. Da Stoffe wie Wolle, Viskose oder Kunstfaser die Haut reizen und Ekzeme begünstigen können, ist Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder Seide besser geeignet.
So kann basische Hautpflege in der kalten Jahreszeit unterstützen
Je nach Zustand solltest Du deiner Haut nun außerdem mit der passenden Akuthautpflege entgegenkommen. Basische Wirkpflege von SIRIDERMA mit der einzigartigen Basen-Balance-Formel ist dafür ideal geeignet, denn die Haut wird nicht nur mit hochwertigen Pflegesubstanzen und natürlichen Feuchthaltefaktoren intensiv gepflegt, sondern auch von überschüssigen Säuren in der Haut entlastet, die sich durch Entzündungsprozesse im Hautgewebe ansammeln können.
Was die Basen-Balance-Formel von SIRIDERMA ausmacht, erfährst Du in diesem kurzen Video:
Rückblick: Neurodermitis Studie Juli 2020 – Interessante Auswertung
Im Sommer letzten Jahres haben wir Neurodermitis-Patienten dazu aufgerufen (Blogbeitrag Juli 2020), sich an einer von Sanofi-Genzyme in Auftrag gegebenen Studie rund um das Thema Neurodermitis/atopische Dermatitis und atopisches Ekzem zu beteiligen.
Das Ziel war es, mehr über den individuellen Patientenweg vom Auftreten der ersten Symptome bis hin zur Kontrolle der Erkrankung zu erfahren. Die Ergebnisse der Patientenbefragung vom Marktforschungsinstitut pharma-insight liegen nun vor.
Neurodermitis: Jedes zehnte Kind betroffen – Corona-Impfempfehlung für erwachsene Patienten
Rote Flecken, trockene Haut, teils unerträglicher Juckreiz: Rund jedes zehnte Kind in Deutschland unter 15 Jahren ist von Neurodermitis betroffen.
Das geht aus dem Neurodermitisreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Bremen heute veröffentlicht hat. Demnach sind 9,4 Prozent der Kinder bis 15 Jahren von der Hauterkrankung betroffen, bei den 15- bis 20-Jährigen 5,5 Prozent. Damit leiden etwa 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche an Neurodermitis. Im Alter ab 20 Jahren liegt die Verbreitung der TK-Auswertung zufolge bei 3,3 Prozent.
„Neurodermitis ist bei Kindern eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und kann die Lebensqualität stark einschränken. Das ist nicht nur für die Kinder sehr belastend, sondern auch für die Eltern“, sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Krankheit früh erkannt und entsprechend behandelt wird.“ Prof. Dr. Matthias Augustin, Facharzt für Hauterkrankungen am UKE und Mitherausgeber des Reports, betont: „Viele Betroffene verzweifeln zunächst bei der Diagnose Neurodermitis. Ärztinnen und Ärzte sind da gefragt, die Krankheit genau zu erklären und Ängste zu nehmen. Denn es gibt mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten, die die Beschwerden lindern.“
Frauen leiden häufiger unter Neurodermitis
Die Auswertungen zeigen: Während im Alter bis 15 Jungen und Mädchen in etwa gleich stark betroffen sind, leiden im Jugend- und Erwachsenenalter Frauen häufiger unter Neurodermitis. So bekamen bei den 15- bis 19-Jährigen 6,3 Prozent der jungen Frauen und 4,8 Prozent der jungen Männer eine Neurodermitis-Diagnose. Bei den über 20-Jährigen sind 4 Prozent der Frauen und 2,5 Prozent der Männer betroffen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sind genetische Faktoren die Ursache dafür.
Empfehlung für Impfung gegen Coronavirus
Da Menschen mit Neurodermitis häufig unter verschiedenen Unverträglichkeiten leiden, fragen sich viele Betroffene, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Augustin gibt eine klare Empfehlung: „Ich kann nahezu allen Betroffenen ab 16 Jahren mit Neurodermitis uneingeschränkt und dringend die Impfung mit den in Europa zugelassenen Impfstoffen empfehlen, auch eine Arzneimitteltherapie steht dem nicht im Wege.“ Patientinnen und Patienten mit bekannten Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen der Impfstoffe oder bekannten schweren allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte sollten sich ausführlich von einem Arzt oder einer Ärztin beraten lassen.
Jeder Dritte bekommt Kortisonsalbe
Beim Blick auf die medikamentöse Behandlung erhielten Versicherte mit einer Neurodermitis, am häufigsten Arzneimittel mit Kortison. Der Auswertung zufolge bekam mehr als jeder Dritte eine kortisonhaltige Salbe verschrieben, etwa jeder Zehnte Kortisontabletten. Bei Kortison ist der richtige Umgang entscheidend, sagt Facharzt Augustin: „Tabletten sind eine Notfallmaßnahme, eine Creme kann etwas länger angewendet werden. Als Basistherapie ist es jedoch sehr wichtig, die Schutzfunktion der Haut mit wirkstofffreien Cremes zu stärken.“
Der Report zeigt zudem den Bedarf an hochwirksamen Medikamenten für schwere Neurodermitis-Formen auf. „Es ist wichtig, dass es gute, neue Medikamente für Betroffene gibt. Wir sehen aber auch hier, wie in anderen Bereichen, dass die Kosten für die Versichertengemeinschaft geradezu explodieren. Die Jahrestherapiekosten für neue Medikamente liegen mittlerweile im fünfstelligen Bereich und haben sich damit in kurzer Zeit fast verzehnfacht“, sagt Baas. „Hier ist die Politik gefragt, dass wir mit neuen Regelungen zu einer gerechteren Preisfindung für neue Medikamente kommen.“
Neurodermitis/Atopische Dermatitis
Nik stellt vor: Leben mit Neurodermitis Blog
In dem Blog „Leben mit Neurodermitis„, den wir Ihnen heute vorstellen möchten, berichten andere Betroffene regelmäßig über ihr Leben und den Alltag mit Neurodermitis. In spannenden Beiträgen, Videos und Podcasts erhalten Sie regelmäßig authentische Einblicke in das was Menschen mit Neurodermitis bewegt. Eine der sechs Blogger ist Laura Grube, die Sie bereits vor ein paar Tagen in unserer Mut-Mach-Geschichte kennenlernen konnten.
Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Neurodermitis. Neurodermitis ist außerdem die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter. Etwa jedes sechste bis zwölfte Kind hat Neurodermitis oder atopische Dermatitis. Häufig nehmen die Symptome mit zunehmendem Alter ab.
Beim Umgang mit Neurodermitis ist eines sehr wichtig: das Akzeptieren und das Lernen, mit der Erkrankung und all ihren Tücken umzugehen. Wer über die Erkrankung, deren Entstehung, und Behandlungsmöglichkeiten Bescheid weiß, kann Ängste und Unsicherheiten aus dem Weg räumen. Dies führt zu einem selbstbewussten und situationsangepassten Umgang mit sich selbst und mit Außenstehenden. Wichtige Anlaufstellen für Informationen sind der behandelnde Dermatologe und Patientenschulungen, deren Kosten von manchen Krankenkassen übernommen werden.
Ihr Arzt ist der Experte, wenn es um die medizinische Behandlung geht, aber Sie sind der Experte, wenn es um Sie geht. Es gibt keine Standardtherapie für alle Neurodermitis-Patienten. Jeder Patient muss individuell behandelt werden. Berichten Sie Ihrem Arzt, wie Sie Ihre Krankheit erleben, dann können Sie mit ihm zusammen das beste Konzept für Ihre Behandlung finden. So werden Sie das Gefühl haben, Ihre Neurodermitis besser im Griff zu haben. Eine gute Kommunikation mit Ihrem Arzt kann sich sogar positiv auf Ihre Gesundheit auswirken. Dafür ist eine gute Vorbereitung auf Ihr Arztgespräch sehr hilfreich.