Eosinophile Granulozyten erhöht? Ursachen und Symptome im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  1. Eosinophile Granulozyten sind weiße Blutkörperchen, die deinen Körper vor Parasiten schützen und bei allergischen Reaktionen sowie Asthma eine zentrale Rolle spielen – sammeln sie sich jedoch übermäßig an, können sie Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen.
  2. Ein normaler Wert liegt bei etwa 20 bis 300 Eosinophilen pro Mikroliter Blut. Steigt er darüber, sprechen Fachleute von einer Eosinophilie – bei mehr als 1.500 Zellen pro Mikroliter von einer Hypereosinophilie. Ein leicht erhöhter Wert macht meist keine Beschwerden und ist kein Grund zur Sorge.
  3. Die drei häufigsten Ursachen für erhöhte Werte sind allergische Erkrankungen (wie Asthma oder allergischer Schnupfen), Infektionen durch Parasiten und – seltener – bestimmte Krebsarten wie das Hodgkin-Lymphom.
  4. Das hypereosinophile Syndrom (HES) ist eine seltene Erkrankung mit dauerhaft erhöhten Werten über 6 Monate und möglichen Organschäden. Die gute Nachricht: Mit einer passenden Behandlung – etwa mit Mepolizumab oder Kortison – überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen.
  5. Bei dauerhaft erhöhten Werten oder Beschwerden klären Fachleute die Ursache gezielt ab – zum Beispiel durch einen Bluttest, eine Lungenfunktionsmessung oder eine Spiegelung mit Gewebeprobe. Je früher du handelst, desto besser kannst du deine Lebensqualität schützen.

Hast du gerade von deiner Ärztin oder deinem Arzt erfahren, dass deine eosinophilen Granulozyten erhöht sind? Dann geht es dir vielleicht wie vielen Menschen. Der Begriff klingt kompliziert und wirft erst einmal Fragen auf. Doch keine Sorge – in den meisten Fällen steckt eine gut erklärbare und harmlose Ursache dahinter.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche wichtige Aufgabe diese besonderen weißen Blutkörperchen in deinem Immunsystem übernehmen und ab wann ein Wert tatsächlich als erhöht gilt. Du lernst die häufigsten Auslöser kennen – von Allergien über Asthma bis hin zu seltenen Erkrankungen wie dem hypereosinophilen Syndrom (HES). Außerdem zeigen wir dir, welche Beschwerden auf eine Organbeteiligung hindeuten können und mit welchen Methoden Fachleute den Ursachen auf den Grund gehen.

So bekommst du Schritt für Schritt ein klares Bild davon, was deine Blutwerte bedeuten – und wann eine genauere Abklärung sinnvoll ist. Das Gute vorweg: Selbst bei seltenen Diagnosen stehen dir heute wirksame Behandlungen zur Verfügung. Du bist also auf deinem Weg nicht allein.

Eosinophile Granulozyten verstehen: Funktion, Referenzbereich und häufige Ursachen erhöhter Werte

Wenn dein Blutbild erhöhte Werte zeigt, taucht oft ein Begriff auf: eosinophile Granulozyten. Vielleicht hast du diese Information gerade von deiner Ärztin oder deinem Arzt bekommen und fragst dich nun, was das eigentlich bedeutet. Hier erfährst du, welche Aufgabe diese besonderen weißen Blutkörperchen in deinem Immunsystem übernehmen, ab wann ein Wert als erhöht gilt und welche Erkrankungen dahinterstecken können.

Die Rolle der eosinophilen Granulozyten bei Immunabwehr und Entzündung

Eosinophile Granulozyten sind eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt. Sie gehören zu den wichtigen Helfern deiner körpereigenen Abwehr. Ihre Hauptaufgabe: Sie schützen deinen Organismus vor bestimmten Parasiten und Erregern [1]. Außerdem spielen diese Zellen eine zentrale Rolle, wenn dein Körper auf allergische Reaktionen oder Asthma reagiert [1]. Den Namen verdanken sie übrigens ihrer Färbeeigenschaft: Sie lassen sich im Labor mit dem Farbstoff Eosin rotorange bis rosa anfärben.

So nützlich diese Zellen sind – sie haben eine Doppelrolle. Denn dieselben eosinophilen Granulozyten, die dich vor Parasiten schützen, können bei einer übermäßigen Anhäufung auch Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen [2]. Schütten sie ihre aggressiven Inhaltsstoffe auf gesundes Gewebe, verlieren die Epithelzellen (die Zellen der schützenden Deckschicht) ihre Barrierefunktion. So entsteht eine sogenannte Typ-2-Entzündung – eine bestimmte Form der Entzündungsreaktion [2]. Vereinfacht gilt: Je mehr eosinophile Granulozyten sich ansammeln, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Beschwerden auftreten.

Eosinophile im Blut: Referenzwerte und Bedeutung erhöhter Werte

Ein gewisser Anteil dieser Zellen gehört zu einem gesunden Blutbild dazu. Eosinophile machen normalerweise weniger als 7 Prozent der zirkulierenden weißen Blutkörperchen aus. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen Referenzbereich von etwa 100 bis 500 Eosinophilen pro Mikroliter Blut [1]. Liegt dein Wert in diesem Rahmen, ist alles in Ordnung.

Steigt die Anzahl der Eosinophilen über diesen Bereich hinaus an, sprechen Fachleute von einer Eosinophilie. Bei einer besonders starken Erhöhung von mehr als 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut verwenden sie den Begriff Hypereosinophilie. Wichtig zu wissen: Ein nur leicht erhöhter Wert verursacht für gewöhnlich keine Symptome. Häufig wird er sogar zufällig entdeckt, weil aus anderen Gründen ein großes Blutbild erstellt wird. Du musst also nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, wenn deine eosinophilen Granulozyten erhöht sind.

Allergie, Parasiten oder Asthma: häufige Ursachen für erhöhte Eosinophile

Wenn sich zu viele eosinophile Granulozyten im Blut befinden, gibt es dafür meist eine von drei häufigen Ursachen [1]:

  • allergische Erkrankungen – dazu zählen Asthma, allergischer Schnupfen (Rhinitis) und die atopische Dermatitis (eine entzündliche Hauterkrankung)
  • Infektionen durch Parasiten – besonders solche Erreger, die in das Gewebe eindringen
  • seltener bestimmte Krebsarten – zum Beispiel das Hodgkin-Lymphom

Allergien sind dabei besonders bedeutsam, denn die zugrunde liegende Typ-2-Entzündung folgt oft einem typischen Muster. Fachleute sprechen vom „allergischen Marsch“: Die Beschwerden wandern sozusagen von der Haut über die Nase bis zur Lunge [2]. Was bei einem atopischen Ekzem im Kindesalter beginnt, kann sich später als allergischer Schnupfen und schließlich als Asthma zeigen.

Beim Asthma lohnt sich ein genauerer Blick, denn es gibt unterschiedliche Formen. Das allergische Asthma hat einen frühen Krankheitsbezug und ist eng mit anderen allergischen Begleiterkrankungen verknüpft. Das eosinophile Asthma dagegen tritt typischerweise später auf, meist im Alter von 40 bis 50 Jahren. Betroffene haben dabei schwere Symptome, häufige Verschlechterungen (sogenannte Exazerbationen) und erhöhte Eosinophile im Blut – jedoch ohne relevante Allergien [2]. Diese Unterscheidung hilft deiner Ärztin oder deinem Arzt dabei, die passende Behandlung für dich zu finden.

Von HES bis eosinophile Ösophagitis: Symptome richtig deuten und ärztlich abklären lassen

Manchmal steckt hinter erhöhten Werten mehr als eine harmlose Reaktion. In diesem Abschnitt erfährst du, wann eine Eosinophilie unbedenklich ist und wann eine genauere Untersuchung sinnvoll ist. Außerdem lernst du verwandte Krankheitsbilder kennen, erfährst, welche Beschwerden in einzelnen Organen auftreten können und wie Fachleute den Ursachen auf den Grund gehen.

HES erkennen: Wann ist die Eosinophilie harmlos und wann steckt mehr dahinter?

Viele Erhöhungen sind reaktiv und entstehen als Reaktion auf einen klaren Auslöser, etwa eine Infektionskrankheit oder einen Parasitenbefall. Sobald die Ursache behandelt ist, normalisieren sich die Werte meist wieder. Ist die Anzahl von eosinophilen Granulozyten nur leicht erhöht, kommt es für gewöhnlich zu keinen Beschwerden. In solchen Fällen besteht kein Grund zur Sorge.

Anders sieht es beim hypereosinophilen Syndrom aus, kurz HES genannt. Dabei handelt es sich um eine seltene Erkrankung. Sie bleibt als Diagnose übrig, wenn alle anderen Auslöser ausgeschlossen wurden – Fachleute sprechen dann von einer Ausschlussdiagnose. Beim HES liegt die Zahl der Eosinophilen über mehr als 6 Monate hinweg ohne erkennbaren Grund bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut [1]. Genau dieser anhaltend hohe Wert über einen langen Zeitraum unterscheidet das HES von einer vorübergehenden, reaktiven Erhöhung.

Ein wichtiges Warnsignal ist die Beteiligung der Organe. Beim HES kommt es nämlich zu Organschäden: in 58 bis 69 % der Fälle ist die Haut betroffen, in jeweils etwa 50 % das Nervensystem und die Lunge, aber auch Leber, Magen, Augen, Herz und Milz können in Mitleidenschaft gezogen werden [2]. Und hier kommt die ermutigende Nachricht: Mit einer passenden Behandlung überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen. Zur Verfügung stehen zugelassene Medikamente wie Kortikosteroide und Mepolizumab. Damit ist auch bei dieser seltenen Diagnose eine wirksame Behandlung möglich.

EGPA und eosinophile Ösophagitis: Ähnliche Erkrankungen im Vergleich

Dem HES ähneln einige weitere Krankheitsbilder, die ebenfalls mit erhöhten Werten einhergehen. Eines davon ist die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis, abgekürzt EGPA. Früher trug sie den Namen Churg-Strauss-Syndrom. Diese seltene Autoimmunvaskulitis – also eine Entzündung der Blutgefäße – ist mit allergischem Asthma und einer Eosinophilie verbunden [3]. Sie gilt als Systemerkrankung, die jedes Organ betreffen kann und leider oft erst spät erkannt wird. Typische Merkmale sind neben dem Asthma auch eine Schädigung der Nerven (Neuropathie) sowie Beschwerden an Nase und Nebenhöhlen.

Ein weiteres Krankheitsbild ist die eosinophile Ösophagitis. Dabei handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Typ-2-Entzündung der Speiseröhre. Charakteristisch ist die Ansammlung von eosinophilen Granulozyten in der Speiseröhre, die im Verlauf zu Umbauprozessen und einer Einengung führt. So entstehen Schluckbeschwerden und das unangenehme Steckenbleiben von Nahrung, die sogenannten Bolusereignisse. Diese eosinophile Erkrankung ist gar nicht so selten: die europäischen Leitlinien gehen von 13 bis 49 Fällen pro 100.000 Einwohnern aus, wobei besonders viele Menschen zwischen 30 und 50 Jahren erkranken [4].

Organbezogene Symptome: Wie sich erhöhte Eosinophile an Haut, Speiseröhre und Nervensystem zeigen

Welche Beschwerden auftreten, hängt stark davon ab, in welchem Organ sich die Eosinophilen ansammeln. An der Haut zeigt sich das oft durch quälenden Juckreiz. Beim atopischen Ekzem etwa ist dieser entzündliche Juckreiz nur schwer zu beherrschen, begleitet von Rötungen, Kratzspuren und einer Verdickung der Haut. Eine weitere Form ist die Prurigo Nodularis – ein Juckreiz mit knotigen Verhärtungen der Haut, der vor allem ab dem 50. Lebensjahr auftritt.

In der Speiseröhre macht sich eine eosinophile Erkrankung anders bemerkbar. Hier verengt sich die Speiseröhre zunehmend und wird unbeweglicher, sodass der Schluckvorgang nicht mehr richtig funktioniert. Neben den Schluckbeschwerden (Fachleute nennen sie Dysphagie) treten auch Schmerzen hinter dem Brustbein auf. Besonders schwer verträglich sind feste Speisen wie:

  • trockener Reis
  • Pommes frites
  • Fleisch
  • Rohkost wie Karotten oder Äpfel

Wichtig zu wissen: Diese Beschwerden entstehen durch die hohe Festigkeit der Nahrung, nicht durch eine akute allergische Reaktion.

Auch andere Organe können betroffen sein und entsprechende Symptome verursachen. Ist die Lunge involviert, kommt es zu Atemnot und Kurzatmigkeit. Beim Herzen können Erschöpfung und Beschwerden einer Herzschwäche auftreten. Bei einer Beteiligung des Nervensystems sind unter anderem Schwäche oder Missempfindungen möglich. Diese Vielfalt zeigt: erhöhte Eosinophile können sich sehr unterschiedlich äußern – ein guter Grund, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden ernst zu nehmen.

Diagnostik eosinophiler Erkrankungen: Von Bluttests bis Biopsie

Eine ärztliche Abklärung ist immer dann sinnvoll, wenn die Werte dauerhaft erhöht sind oder Beschwerden auftreten, die auf eine Organbeteiligung hindeuten. In der Regel werden Patientinnen und Patienten zunächst auf häufigere Ursachen ihrer Symptome getestet und entsprechend behandelt. Bleiben die Beschwerden bestehen, schauen Expertinnen und Experten genauer hin. Beim Verdacht auf Asthma helfen ein Bluttest, die Bestimmung der Eosinophilen im Sputum (also im Auswurf), der FeNO-Wert sowie ein Allergie-Hauttest und die Messung der Lungenfunktion. So lässt sich das Bild Schritt für Schritt schärfen.

Besteht der Verdacht auf eine eosinophile Erkrankung der Speiseröhre, kommt eine Spiegelung (Endoskopie) mit einer Gewebeprobe zum Einsatz. Bei dieser Stufenbiopsie entnimmt die Ärztin oder der Arzt mehrere kleine Proben der Schleimhaut. Erst der Nachweis unter dem Mikroskop sichert die Diagnose: ab mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld gilt eine eosinophile Ösophagitis als gesichert [4]. Gerade hier zahlt sich eine frühzeitige Untersuchung aus, denn massive Einengungen der Speiseröhre lassen sich später kaum noch zurückbilden. Je früher du also handelst, desto besser kannst du deine Lebensqualität schützen – und genau dabei stehen dir deine behandelnden Fachleute zur Seite.

FAQ zum Thema: Eosinophile Granulozyten erhöht? Ursachen und Symptome im Überblick

Welche Aufgabe haben eosinophile Granulozyten in deinem Körper?

Eosinophile Granulozyten sind eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt. Sie gehören zu den wichtigen Helfern deiner körpereigenen Abwehr und schützen deinen Organismus vor bestimmten Parasiten und Erregern. Außerdem spielen sie eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und Asthma. Ihren Namen verdanken sie ihrer Färbeeigenschaft: Sie lassen sich im Labor mit dem Farbstoff Eosin rotorange bis rosa anfärben. Wichtig zu wissen: Diese Zellen haben eine Doppelrolle. Sammeln sie sich übermäßig an, können sie auch Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen.

Ab wann gelten eosinophile Granulozyten als zu hoch?

Ein gewisser Anteil dieser Zellen gehört zu einem gesunden Blutbild dazu. Eosinophile machen normalerweise weniger als 7 Prozent der zirkulierenden weißen Blutkörperchen aus. In Zahlen bedeutet das einen Referenzbereich von etwa 100 bis 500 Eosinophilen pro Mikroliter Blut. Liegt dein Wert darüber, sprechen Fachleute von einer Eosinophilie. Bei einer besonders starken Erhöhung von mehr als 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut verwenden sie den Begriff Hypereosinophilie. Ein nur leicht erhöhter Wert verursacht für gewöhnlich keine Symptome – du musst also nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen.

Welche Ursachen stecken hinter erhöhten Eosinophilen?

Wenn sich zu viele eosinophile Granulozyten im Blut befinden, gibt es dafür meist eine von drei häufigen Ursachen:
– allergische Erkrankungen wie Asthma, allergischer Schnupfen (Rhinitis) und die atopische Dermatitis
– Infektionen durch Parasiten, besonders solche, die in das Gewebe eindringen
– seltener bestimmte Krebsarten, zum Beispiel das Hodgkin-Lymphom

Allergien folgen dabei oft einem typischen Muster, dem sogenannten „allergischen Marsch“: Die Beschwerden wandern von der Haut über die Nase bis zur Lunge.

Was ist das hypereosinophile Syndrom (HES) und wann wird es gefährlich?

Beim hypereosinophilen Syndrom handelt es sich um eine seltene Erkrankung. Sie gilt als Ausschlussdiagnose, bleibt also übrig, wenn alle anderen Auslöser ausgeschlossen wurden. Beim HES liegt die Zahl der Eosinophilen über mehr als 6 Monate hinweg ohne erkennbaren Grund bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut. Ein wichtiges Warnsignal ist die Beteiligung der Organe: In 58 bis 69 % der Fälle ist die Haut betroffen, in jeweils etwa 50 % das Nervensystem und die Lunge. Die ermutigende Nachricht: Mit einer passenden Behandlung – etwa mit Medikamenten wie Mepolizumab oder Kortison – überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen.

Welche ähnlichen Erkrankungen gehen ebenfalls mit erhöhten Eosinophilen einher?

Dem HES ähneln einige weitere Krankheitsbilder. Eines davon ist die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA), früher Churg-Strauss-Syndrom genannt. Diese seltene Entzündung der Blutgefäße ist mit allergischem Asthma und einer Eosinophilie verbunden. Ein weiteres Krankheitsbild ist die eosinophile Ösophagitis – eine chronisch fortschreitende Entzündung der Speiseröhre. Hier sammeln sich eosinophile Granulozyten in der Speiseröhre an, was im Verlauf zu einer Einengung und damit zu Schluckbeschwerden führt. Diese Erkrankung ist gar nicht so selten und betrifft besonders Menschen zwischen 30 und 50 Jahren.

Wie äußern sich erhöhte Eosinophile im Körper?

Welche Beschwerden auftreten, hängt stark davon ab, in welchem Organ sich die Eosinophilen ansammeln. An der Haut zeigt sich das oft durch quälenden Juckreiz, Rötungen und eine Verdickung der Haut. In der Speiseröhre entstehen Schluckbeschwerden (Dysphagie) und Schmerzen hinter dem Brustbein, besonders bei festen Speisen wie trockenem Reis, Pommes frites, Fleisch oder Rohkost. Ist die Lunge beteiligt, kommt es zu Atemnot und Kurzatmigkeit. Beim Herzen treten Erschöpfung und Beschwerden einer Herzschwäche auf, beim Nervensystem Schwäche oder Missempfindungen. Diese Vielfalt ist ein guter Grund, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden ernst zu nehmen.

Wie klären Ärztinnen und Ärzte erhöhte Eosinophile ab?

Eine ärztliche Abklärung ist immer dann sinnvoll, wenn die Werte dauerhaft erhöht sind oder Beschwerden auf eine Organbeteiligung hindeuten. Beim Verdacht auf Asthma helfen ein Bluttest, die Bestimmung der Eosinophilen im Sputum (Auswurf), der FeNO-Wert, ein Allergie-Hauttest sowie die Messung der Lungenfunktion. Besteht der Verdacht auf eine eosinophile Erkrankung der Speiseröhre, kommt eine Spiegelung (Endoskopie) mit einer Gewebeprobe zum Einsatz. Erst der Nachweis unter dem Mikroskop sichert die Diagnose: Ab mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld gilt eine eosinophile Ösophagitis als gesichert. Gerade hier zahlt sich eine frühzeitige Untersuchung aus.

Quellen

[1] Dale D C (2025). Störungen der eosinophilen Granulozyten. https://www.msdmanuals.com/de/heim/bluterkrankungen/störungen-der-weißen-blutkörperchen/störungen-der-eosinophilen-granulozyten (Stand: 15.06.2026)

  • “Diese Zellen schützen den Organismus vor bestimmten Parasiten, tragen aber auch zu den allergischen Reaktionen (Entzündungen) bei.”
  • “Eosinophile sind weiße Blutkörperchen, die bei der Antwort des Körpers auf allergische Reaktionen, Asthma sowie Infektionen mit Parasiten eine wichtige Rolle spielen.”
  • “Eosinophile machen weniger als 7 Prozent der zirkulierenden weißen Blutkörperchen (100 bis 500 Eosinophile pro Mikroliter Blut [0,1 bis 0,5 × 109 pro Liter]) aus.”
  • “Die häufigsten Ursachen einer hohen Anzahl an Eosinophilen (als Eosinophilie oder Hypereosinophilie bezeichnet) sind: allergische Erkrankungen, durch Parasiten ausgelöste Infektionen, Bestimmte Krebsarten.”
  • “Bei dem Hypereosinophilie-Syndrom (einer seltenen Krankheit) liegt die Zahl der Eosinophilen über mehr als 6 Monate hinweg ohne ersichtlichen Grund bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut (über 1,5 × 109 pro Liter).”

[2] Pohl W (2023). Über Eosinophile und Typ-2-Erkrankungen. https://www.lungenunion.at/eosinophile-und-typ-2-erkrankungen/ (Stand: 15.06.2026)

  • “Leider führen diese Eosinophilen aber auch zu Entzündungen in verschiedenen Organen.”
  • “Die Epithelzellen oder Hautzellen verlieren ihre Barrierefunktion, eine Typ-2-Entzündung entsteht.”
  • “Die Eosinophilen und die Typ-2-Entzündung sind für eine Reihe von Erkrankungen verantwortlich. Man spricht auch vom allergischen Marsch – von der Haut über die Nase bis zur Lunge.”
  • “Das eosinophile Asthma tritt später auf. Im Alter von 40 bis 50 Jahren. Die Patienten haben schwere Symptome, häufige Exazerbationen, Eosinophile im Blut und keine relevanten Allergien”
  • “Die Patient:innen haben Organschäden: 58 bis 69 % Haut, 50 % Neurologie, 50 % Lunge, Leber, Magen, Augen, Herz, Milz.”

[3] Unbekannter Autor (2023). Arzneiverordnung in der Praxis. https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimitteltherapie/AVP/Ausgaben/ab2015/2023-1.pdf (Stand: 15.06.2026)

  • “EGPA ist mit allergischem Asthma und einer Eosinophilie assoziiert und wurde ursprünglich als Churg-Strauss-Syndrom bezeichnet, nach den US-amerikanischen Pathologen Jakob Churg und Lotte Strauss.”

[4] Nemat K (2020). Eosinophile Erkrankungen des Verdauungstrakts. https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/eosinophile-erkrankungen-des-verdauungstrakts (Stand: 15.06.2026)

“Liegt zum Beispiel eine eosinophile Ösophagitis vor, sind unter dem Mikroskop in den Schleimhautproben aus der Speiseröhre vermehrt eosinophile Granulozyten erkennbar. Ab einer Anzahl von mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld des Mikroskops gilt die Diagnose als gesichert.”

“Es gibt nur wenige Daten, wie verbreitet eosinophile Erkrankungen des Verdauungstrakts sind. Die am häufigsten festgestellte Form ist die eosinophile Ösophagitis. Die europäischen Leitlinien gehen von 13 bis 49 Fällen pro 100.000 Einwohnern aus.”

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