Nesselsucht Hausmittel: Was wirklich hilft – natürliche Behandlung

Plötzlich juckt die Haut, Quaddeln erscheinen wie aus dem Nichts – und du weißt nicht, was du tun sollst. Nesselsucht kann sehr plötzlich auftreten und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Du bist damit nicht allein, und du kannst selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern. Viele Betroffene greifen zuerst zu Hausmitteln – und das ist ein sinnvoller erster Schritt. Aber welche natürlichen Mittel helfen wirklich? Und wann solltest du lieber eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen? Genau das erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Kühlung ist das wirksamste Soforthilfe bei Nesselsucht: sie verengt die Blutgefäße, bremst die Histaminausschüttung und lindert Juckreiz sowie Quaddeln schnell – außer bei Kälteurtikaria, wo Kälte die Symptome verschlimmern kann.
  2. Bewährte Hausmittel wie Backpulver-Paste, Apfelessig-Umschläge, Zinksalbe und Schwarztee-Umschläge können den Juckreiz spürbar lindern, sind jedoch wissenschaftlich nicht belegt und ersetzen keine ärztliche Behandlung.
  3. Das konsequente Meiden bekannter Auslöser – wie Hitze, Stress, bestimmte Lebensmittel oder physikalische Reize – ist der wirksamste natürliche Ansatz, um Beschwerden zu reduzieren und Nesselsucht vorzubeugen.
  4. Bei Verdacht auf eine histaminbedingte Urtikaria kann eine histaminarme Ernährung helfen: frische, wenig verarbeitete Lebensmittel sind empfehlenswert, während histaminreiche Lebensmittel wie gereifter Käse, Rotwein oder Salami gemieden werden sollten.
  5. Hausmittel stoßen bei chronischer Nesselsucht an ihre Grenzen – einen Arzt oder eine Ärztin solltest du unbedingt aufsuchen, wenn die Symptome länger als sechs Wochen anhalten, Lippen oder Zunge anschwellen oder zusätzlich Kurzatmigkeit oder Bewusstlosigkeit auftreten.

Hausmittel gegen Nesselsucht: Juckreiz und Symptome schnell lindern

Nesselsucht – auch bekannt als Urtikaria – ist eine der häufigsten Hautkrankheiten überhaupt. In Deutschland bekommt etwa jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens eine akute Nesselsucht [1]. Die typischen Symptome: stark juckende Quaddeln, Rötungen und Schwellungen auf der Haut, die plötzlich auftreten und genauso schnell wieder verschwinden können. Kein Wunder, dass Betroffene schnell nach Hausmitteln suchen, die den Juckreiz und die Beschwerden lindern. Hier erfährst du, welche Hausmittel bei Nesselsucht wirklich helfen können – und worauf du bei der Anwendung achten solltest.

Kühlung: das wirksamste Hausmittel bei Urtikaria-Symptomen

Wenn die Quaddeln und der Juckreiz plötzlich aufflackern, ist rasche Kühlung das wirksamste Mittel, das du sofort einsetzen kannst. Kälte verengt die Blutgefäße in der Haut und bremst so die Ausschüttung von Histamin aus Mastzellen – dem Botenstoff, der für Juckreiz, Rötung und Schwellung verantwortlich ist. Das Ergebnis: Der Juckreiz lässt oft deutlich nach, und die Quaddeln gehen schneller zurück.

Für die Kühlung der betroffenen Stellen hast du mehrere praktische Möglichkeiten [2]:

  • Cool-Pack: in ein dünnes Handtuch wickeln und auf die betroffenen Stellen legen – so schützt du die Haut vor direktem Kältekontakt
  • feuchte Tücher: ein kühles, feuchtes Baumwolltuch auf die juckenden Hautstellen legen
  • kühle Dusche: lauwarm bis kühl duschen, um den gesamten Körper zu erfrischen
  • kühlende Lotionen oder Sprays: direkt auf die Quaddeln auftragen für schnelle Linderung

Wichtig: Wird deine Nesselsucht durch Kälte ausgelöst – man spricht dann von einer Kälteurtikaria –, solltest du Kälteanwendungen vermeiden. In diesem Fall können kalte Umschläge oder kühle Duschen die Symptome eher verschlimmern als lindern [1].

Backpulver und Apfelessig: Natürliche Hilfe gegen Juckreiz und Quaddeln

Backpulver gehört zu den bekanntesten Hausmitteln bei Nesselsucht. Der entscheidende Wirkstoff darin ist Natron. Vermischt mit etwas Wasser entsteht eine Paste, die du direkt auf die juckenden Quaddeln auftragen kannst. Das Natron wirkt leicht basisch und kann den Juckreiz auf der Haut spürbar lindern [1]. Lass die Paste einige Minuten einwirken und spüle sie anschließend vorsichtig ab.

Bei einem großflächigen Hautausschlag empfiehlt sich ein kühles Vollbad mit einer Tasse Backpulver. Das Wasser verteilt das Natron gleichmäßig über den gesamten Körper und kann so auch bei ausgedehntem Ausschlag Erleichterung bringen [1]. Ein Bad von etwa 15 bis 20 Minuten kann besonders abends vor dem Schlafengehen wohltuend sein.

Apfelessig ist ein weiteres Hausmittel, das bei Nesselsucht eingesetzt wird. Er kann helfen, den natürlichen pH-Wert der Haut wiederherzustellen, was die Symptome positiv beeinflussen kann [1]. So wendest du ihn an [1]:

  • feuchter Umschlag: Wasser und Essig im Verhältnis 1:1 mischen, ein Baumwolltuch darin tränken und auf die betroffenen Hautstellen legen
  • Einwirkzeit: einige Minuten wirken lassen, mehrmals täglich wiederholen
  • lauwarmes Bad: etwas Apfelessig ins Badewasser geben als sanfte Ganzkörperanwendung

Zinksalbe, kühlende Creme und Schwarztee-Umschläge gegen juckende Quaddeln

Zinksalbe ist ein bewährtes Hausmittel gegen Nesselsucht, das du in jeder Apotheke bekommst. Sie beruhigt gereizte Haut, lindert Rötungen und unterstützt die Heilung der betroffenen Stellen [1]. Trage die Salbe dünn auf die Quaddeln auf – ihre leicht kühlende Wirkung sorgt zusätzlich für angenehme Erfrischung. Auch kühlende Cremes und Lotionen, die beispielsweise den Wirkstoff Menthol oder Polidocanol enthalten, können den Juckreiz kurzfristig lindern [3]. Polidocanol betäubt die Haut örtlich, wodurch das Kratzen überflüssig wird – denn Kratzen verschlimmert die Entzündung und reizt die Haut zusätzlich.

Schwarztee-Umschläge sind ein weiteres sanftes Hausmittel, das du leicht zu Hause anwenden kannst. Schwarztee enthält Gerbstoffe – sogenannte Tannine –, die eine zusammenziehende Wirkung auf die Haut haben und so Juckreiz und Rötungen lindern können [3]. Brühe dafür einen starken Schwarztee auf, lass ihn vollständig abkühlen, tränke ein Baumwolltuch darin und lege es auf die juckenden Quaddeln. Durch die Wirkung von Kälte und Gerbstoffen lassen sich die Beschwerden oft merklich mildern.

Heilpflanzen als sanfte Hausmittel bei Nesselsucht

Heilpflanzen wie Pfefferminze und Basilikum können die Haut beruhigen und den Juckreiz bei Nesselsucht lindern [1]. Du hast dabei zwei Möglichkeiten: Entweder du trinkst einen Tee aus Pfefferminze oder Basilikum oder du gibst kleingehackte Kräuter in kühle Umschläge und legst diese auf die betroffenen Stellen. Bitte beachte dabei: Wenn deine Nesselsucht durch Kälte ausgelöst wird, solltest du auf kalte Kräuterumschläge verzichten. Außerdem ist die Wirkung aller hier vorgestellten Hausmittel – einschließlich der Heilpflanzen – bislang nicht wissenschaftlich belegt [1]. Sie können Symptome lindern und den Alltag erleichtern, ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung und heilen die Nesselsucht nicht.

Nesselsucht natürlich behandeln: Grenzen der Hausmittel und ärztliche Behandlung mit Antihistaminika

Nesselsucht natürlich zu behandeln bedeutet vor allem: die Auslöser kennen und konsequent meiden. Denn egal ob akute oder chronische Nesselsucht – wer weiß, was die Symptome auslöst, kann gezielt gegensteuern. Natürliche Maßnahmen können die Beschwerden spürbar reduzieren und deinen Alltag erleichtern. Gleichzeitig ist es wichtig, die Grenzen dieser Maßnahmen zu kennen – und zu wissen, wann du unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen solltest.

Auslöser meiden: so kannst du Nesselsucht natürlich vorbeugen

Der wirksamste natürliche Ansatz bei der Behandlung einer Nesselsucht ist es, bekannte Auslöser so gut wie möglich zu vermeiden. Zu den häufigsten Auslösern einer Nesselsucht zählen Überwärmung, Stress, bestimmte Lebensmittel und physikalische Reize. Wenn du deinen persönlichen Auslöser kennst, hast du bereits einen großen Schritt in Richtung Beschwerdefreiheit gemacht.

Im Alltag helfen dir diese konkreten Maßnahmen [3]:

  • Kleidung: weite, lockere Kleidung tragen, die die Haut nicht reizt oder einengt
  • Temperatur: Hitze meiden, klimatisierte Räume aufsuchen, nur lauwarm duschen
  • Bettwäsche: leichte Bettwäsche verwenden, um nächtliche Überwärmung zu vermeiden
  • Kratzen vermeiden: juckende Stellen abkleben oder nachts Baumwollhandschuhe tragen, um die Haut nicht zu verletzen

Auch die Form der Nesselsucht spielt eine wichtige Rolle. Bei der physikalischen Nesselsucht – zum Beispiel der Kälteurtikaria – solltest du direkten Kontakt mit Kälte, Zugluft und kalten Temperaturen meiden. Warme Kleidung und Handschuhe im Winter sind dabei einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen [2]. Bei der cholinergischen Urtikaria, bei der körperliche Erwärmung durch Sport oder Stress die Symptome auslöst, ist es ratsam, intensive körperliche Belastung und Überhitzung zu vermeiden [2].

Histaminarme Ernährung bei histaminbedingter Urtikaria

Bei Verdacht auf eine histaminbedingte Urtikaria kann eine histaminarme Ernährung helfen, die Symptome zu lindern [2]. Histamin ist ein körpereigener Stoff, der bei der Nesselsucht eine zentrale Rolle spielt – er wird aus Mastzellen freigesetzt und löst Juckreiz, Schwellung und Entzündung aus. Bestimmte Lebensmittel enthalten viel Histamin oder fördern dessen Freisetzung im Körper.

Dabei unterscheidet man zwei Gruppen:

GruppeBeispiele
Histaminreiche Lebensmittelgereifter Käse, Rotwein, Salami, Sauerkraut, Oliven
Histaminliberatoren (fördern die körpereigene Histaminfreisetzung)Erdbeeren, Tomaten, Schalentiere

Gut verträglich und empfehlenswert sind dagegen frische, wenig verarbeitete Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Zucchini, Brokkoli und frisches Fleisch [2]. Auch Zusatzstoffe wie Süßstoffe, Farb- und Aromastoffe können bei manchen Menschen eine Nesselsucht hervorrufen – diese Reaktionen nennt man Pseudoallergien und sie haben mit einer echten Allergie meist nichts zu tun [2].

Stressreduktion und gezielte Maßnahmen je nach Form der Nesselsucht

Stress ist ein häufig unterschätzter Auslöser der Nesselsucht. Er verstärkt die Symptome und erhöht gleichzeitig die psychische Belastung – ein Teufelskreis, der die Gesamtsituation verschlimmert [2]. Wer diesen Kreislauf durchbrechen möchte, kann mit gezielten Entspannungsübungen ansetzen. Methoden wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Yoga helfen dabei, Stress und psychische Belastungen zu reduzieren. Bei chronischem Stress lohnt es sich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen [3].

Außerdem ist es hilfreich, die eigene Form der Nesselsucht genau zu kennen. Denn je nach Urtikaria-Typ unterscheiden sich die sinnvollen Maßnahmen deutlich. Bei der induzierbare Urtikaria – also Formen, die durch einen bestimmten Reiz ausgelöst werden – steht das konsequente Meiden dieses Reizes im Vordergrund. Bei der chronischen spontanen Urtikaria hingegen lässt sich oft kein eindeutiger Auslöser der Nesselsucht finden. Hier ist eine ärztliche Abklärung besonders wichtig, um die passende Therapie der Urtikaria zu finden.

Chronische Nesselsucht: Wann ärztliche Hilfe notwendig ist

Natürliche Maßnahmen und symptomlindernde Anwendungen können den Alltag bei Nesselsucht deutlich erleichtern. Doch sie haben klare Grenzen: Hausmittel können die Symptome der Nesselsucht lindern, eine chronische Nesselsucht aber nicht heilen. Die Basis der Behandlung einer Nesselsucht bleibt die medikamentöse Therapie – insbesondere Antihistaminika, die die Wirkung von Histamin im Körper blockieren und so Juckreiz und Quaddeln effektiv bekämpfen [2]. Nur etwa jeder zehnte Mensch mit chronischer Nesselsucht hat seine Erkrankung ohne ärztliche Unterstützung gut unter Kontrolle [1].

Die gute Nachricht: Bei der chronischen spontanen Urtikaria kommt es bei etwa 50 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres zu einer Spontanremission – das bedeutet, die Erkrankung bessert sich von selbst. Innerhalb von fünf Jahren trifft das sogar auf 80 bis 90 Prozent der Betroffenen zu [2]. Das zeigt: Mit der richtigen Unterstützung können viele Menschen mit Nesselsucht ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

Du solltest unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn [2]:

  • die Symptome länger als sechs Wochen anhalten – dann spricht man von einer chronischen Nesselsucht.
  • du unter wiederkehrender Nesselsucht oder Angioödemen (tiefen Gewebeschwellungen) leidest.
  • Lippen oder die Zunge sowie Gesicht oder Rachen anschwellen – das kann auf eine allergische Reaktion auf bestimmte Auslöser hinweisen und muss ärztlich abgeklärt werden.
  • du zusätzlich zu den Hautveränderungen kurzatmig wirst, hustest oder das Bewusstsein verlierst – das ist ein akuter Notfall, bei dem du sofort den Notruf wählen musst.

Du bist mit deiner Nesselsucht nicht allein – und du musst sie nicht einfach hinnehmen. Mit dem richtigen Wissen über Auslöser, sinnvolle Alltagsmaßnahmen und der Unterstützung durch eine Ärztin oder einen Arzt kannst du aktiv dazu beitragen, deine Beschwerden zu reduzieren und deine Lebensqualität zurückzugewinnen.

FAQ

Welche Hausmittel helfen am schnellsten bei Nesselsucht?

Das wirksamste Hausmittel bei akuter Nesselsucht ist Kühlung. Ein Cool-Pack, ein feuchtes Tuch oder eine kühle Dusche können den Juckreiz schnell lindern. Kälte verengt die Blutgefäße und bremst die Ausschüttung von Histamin – dem Botenstoff, der für Juckreiz, Rötung und Schwellung verantwortlich ist. Auch kühlende Lotionen mit Menthol oder Polidocanol helfen kurzfristig. Wichtig: Wenn deine Nesselsucht durch Kälte ausgelöst wird, solltest du auf Kälteanwendungen verzichten.

Was hilft bei großflächigem Hautausschlag durch Nesselsucht?

Bei einem großflächigen Ausschlag empfiehlt sich ein kühles Vollbad – entweder mit einer Tasse Backpulver oder einem Schuss Apfelessig im Badewasser. Das Backpulver wirkt leicht basisch und kann den Juckreiz lindern. Apfelessig hilft dabei, den natürlichen pH-Wert der Haut wiederherzustellen. Genieße das Bad etwa 15 bis 20 Minuten – besonders abends vor dem Schlafengehen kann das sehr wohltuend sein.

Welche Salben und Cremes helfen bei juckenden Quaddeln?

Zinksalbe ist ein bewährtes Mittel, das du in jeder Apotheke bekommst. Sie beruhigt gereizte Haut, lindert Rötungen und wirkt leicht kühlend. Kühlende Cremes mit Menthol oder Polidocanol lindern den Juckreiz zusätzlich – Polidocanol betäubt die Haut dabei örtlich. Das ist besonders hilfreich, weil Kratzen die Entzündung verschlimmert. Auch Schwarztee-Umschläge können helfen: Die enthaltenen Gerbstoffe haben eine zusammenziehende Wirkung auf die Haut.

Kann ich Nesselsucht durch meine Ernährung beeinflussen?

Ja – bei einer histaminbedingten Urtikaria kann eine histaminarme Ernährung die Symptome deutlich reduzieren. Histaminreiche Lebensmittel wie gereifter Käse, Rotwein, Salami oder Sauerkraut solltest du dann meiden. Auch sogenannte Histaminliberatoren – also Lebensmittel, die die körpereigene Histaminfreisetzung fördern, wie Erdbeeren, Tomaten oder Schalentiere – können Beschwerden auslösen. Gut verträglich sind dagegen frische, wenig verarbeitete Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Zucchini und frisches Fleisch.

Wie kann ich Nesselsucht im Alltag vorbeugen?

Der wirksamste Ansatz ist es, bekannte Auslöser konsequent zu meiden. Trage weite, lockere Kleidung, meide Hitze und dusche nur lauwarm. Vermeide es, an den juckenden Stellen zu kratzen – das verstärkt die Entzündung. Auch Stress ist ein häufig unterschätzter Auslöser. Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Yoga können helfen, den Stresspegel zu senken und so die Symptome zu reduzieren.

Wann sollte ich bei Nesselsucht unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Du solltest ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Symptome länger als sechs Wochen anhalten – dann spricht man von einer chronischen Nesselsucht. Auch bei wiederkehrenden Beschwerden oder Schwellungen im Gesicht, an den Lippen oder der Zunge ist ein Arztbesuch dringend notwendig. Wenn du zusätzlich kurzatmig wirst, hustest oder das Bewusstsein verlierst, handelt es sich um einen akuten Notfall – ruf sofort den Notruf.

Können Hausmittel Nesselsucht heilen?

Hausmittel können die Symptome lindern und deinen Alltag erleichtern – heilen können sie die Nesselsucht jedoch nicht. Die Basis der Behandlung bleibt die medikamentöse Therapie, insbesondere Antihistaminika. Die gute Nachricht: Bei der chronischen spontanen Urtikaria bessert sich die Erkrankung bei etwa 50 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres von selbst. Innerhalb von fünf Jahren trifft das sogar auf 80 bis 90 Prozent zu. Du bist also nicht allein – und mit der richtigen Unterstützung kannst du deine Lebensqualität aktiv verbessern.

Quellen

[1] Stamm U (2024). Nesselsucht: Symptome, Ursache und Behandlung. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Nesselsucht-Symptome-Ursache-und-Behandlung,nesselsucht100.html (Stand: 14.03.2026)

  • “In Deutschland bekommt etwa jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens eine akute Nesselsucht.”
  • “Kalte Duschen oder das Kühlen mit feuchten Tüchern oder Cool-Packs kann ebenfalls helfen – allerdings nicht, wenn die Urtikaria durch Kälte ausgelöst wird.”
  • Backpulver: Zusammen mit Wasser kann das im Backpulver enthaltene Natron helfen, den Juckreiz zu lindern. Dazu können Betroffene das Backpulver mit Wasser vermischen und auf die Haut auftragen.”
  • “Auch kühle Vollbäder mit einer Tasse Backpulver können den Juckreiz lindern – das empfiehlt sich vor allem bei großflächigem Befall des Körpers.”
  • “Apfelessig: Beispielsweise Apfelessig kann helfen, den natürlichen pH-Wert der Haut wiederherzustellen, was die Symptome einer Nesselsucht positiv beeinflusst.”
  • “Dazu feuchte Umschläge mit Essig anfertigen (Wasser und Apfelessig im Verhältnis 1:1 mischen und ein Baumwolltuch darin tränken). Anschließend die feuchten Umschläge auf die betroffenen Hautstellen legen und ein paar Minuten einwirken lassen. Das kann mehrmals am Tag wiederholt werden. Alternativ kann auch ein lauwarmes Bad mit etwas Apfelessig helfen.”
  • “Zink: Auch Zinksalbe wird als Hausmittel gegen Nesselsucht eingesetzt. Sie beruhigt die Haut und unterstützt die Heilung.”
  • “Auch andere Heilpflanzen wie Basilikum oder Pfefferminze können die Haut beruhigen und den Juckreiz lindern.”
  • “Es gibt verschiedene Hausmittel, die zur symptomatischen Behandlung von Nesselsucht empfohlen werden. Dabei muss man aber wissen, dass deren Wirkung nicht wissenschaftlich untersucht ist.”
  • “Nur etwa jeder zehnte Mensch mit einer chronischen Nesselsucht hat seine Erkrankung gut unter Kontrolle.”

[2] Meinrenken S, Eger A (2025). Nesselsucht behandeln: Mit welchen Therapien klappt das gut und was hilft wirklich? https://www.mein-allergie-portal.com/urtikaria-angiooedem-hae/3566-wie-kann-man-nesselsucht-gut-behandeln-und-was-hilft-wirklich.html (Stand: 14.03.2026)

  • “Die Hautstellen, an denen sich die rötlichen Quaddeln zeigen, kann man rasch kühlen. Dies ist beispielsweise mit einem Cool-Pack möglich, den man in ein dünnes Handtuch wickelt.”
  • “Bei der Kälteurtikaria sollte direkter Kontakt mit kalten Temperaturen möglichst vermieden werden… Warme Kleidung, das Meiden von Zugluft und das Tragen von Handschuhen im Winter sind einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen.”
  • “Dies betrifft die cholinergische Urtikaria, bei der körperliche Erwärmung durch Sport oder Stress die Symptome auslöst.”
  • “Bei Verdacht auf eine histaminbedingte Urtikaria kann eine histaminarme Ernährung hilfreich sein.”
  • “Verträglich sind dabei frische, wenig verarbeitete Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Zucchini, Brokkoli, frisches Fleisch und glutenfreies Brot.”
  • “Manche Menschen reagieren auch auf Zusatzstoffe in der Nahrung mit einer Urtikaria. Dies können Süßstoffe, wie Aspartam, oder Farb- und Aromastoffe sein. Solche Reaktionen haben mit einer echten Allergie meist nichts zu tun; man nennt sie Pseudoallergien.”
  • “Stress verstärkt die juckenden Hautrötungen, was wiederum die psychische Belastung erhöht und die Gesamtsituation verschlimmert.”
  • “Die Basis der Nesselfieber-Therapie besteht aber darin, den Auslöser möglichst zu meiden und entsprechend wissenschaftlich untersuchte Medikamente einzunehmen.”
  • “Bei der chronischen spontanen Urtikaria kommt es bei etwa 50 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres zu einer Spontanremission, bei etwa 80 bis 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren.”
  • “Falls jedoch zusätzlich zu den Hautveränderungen noch eine Schwellung von Lippen oder Gesicht auftreten, ist eine Untersuchung beim Arzt zu empfehlen. Patienten mit wiederkehrenden Quaddeln oder Angioödemen sollten ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn die Symptome länger als sechs Wochen bestehen oder mit systemischen Beschwerden wie Atemnot einhergehen.”

[3] Roth J (2024). Juckreiz (Pruritus): Was dahinter steckt, was hilft. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/juckreiz-was-dahinter-steckt-was-hilft-735909.html (Stand: 14.03.2026)

“Stress verringern: Entspannen und chronischen Stress vermeiden, dafür gegebenenfalls auch professionelle Hilfe suchen.”

“Cremes, Lotions oder Sprays können den Pruritus kurzfristig lindern. Zugesetzt sind zum Beispiel Menthol, Kampfer, Gerbstoffe und Wirkstoffe wie Polidocanol, das die Haut örtlich betäubt, oder Harnstoff für die Hautfeuchtigkeit.”

“Umschläge mit Schwarztee, der ebenfalls Gerbstoffe enthält.”

“Hitze verschlimmert möglicherweise das Jucken. Bei Bedarf klimatisierte Räume aufsuchen und leichte Bettwäsche und Kleidung wählen, nur lauwarm duschen.”

“Kratzen vermeiden: Es kann helfen, eine juckende Stelle abzukleben oder nachts Baumwollhandschuhe zu tragen, um die Haut beim Kratzen im Schlaf nicht zu verletzen.”

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