Rückblick: Neurodermitis Studie Juli 2020 – Interessante Auswertung

Im Sommer letzten Jahres haben wir Neurodermitis-Patienten dazu aufgerufen (Blogbeitrag Juli 2020), sich an einer von Sanofi-Genzyme in Auftrag gegebenen Studie rund um das Thema Neurodermitis/atopische Dermatitis und atopisches Ekzem zu beteiligen.

Das Ziel war es, mehr über den individuellen Patientenweg vom Auftreten der ersten Symptome bis hin zur Kontrolle der Erkrankung zu erfahren. Die Ergebnisse der Patientenbefragung vom Marktforschungsinstitut pharma-insight liegen nun vor.

NEURODERMITIS Auswertung herunterladen

Neuro­der­mi­tis: Jedes zehnte Kind betroffen

Neuro­der­mi­tis: Jedes zehnte Kind betroffen – Corona-Impf­emp­feh­lung für erwach­sene Pati­enten

Rote Flecken, trockene Haut, teils unerträglicher Juckreiz: Rund jedes zehnte Kind in Deutschland unter 15 Jahren ist von Neurodermitis betroffen.

Das geht aus dem Neurodermitisreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Bremen heute veröffentlicht hat. Demnach sind 9,4 Prozent der Kinder bis 15 Jahren von der Hauterkrankung betroffen, bei den 15- bis 20-Jährigen 5,5 Prozent. Damit leiden etwa 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche an Neurodermitis. Im Alter ab 20 Jahren liegt die Verbreitung der TK-Auswertung zufolge bei 3,3 Prozent.

„Neurodermitis ist bei Kindern eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und kann die Lebensqualität stark einschränken. Das ist nicht nur für die Kinder sehr belastend, sondern auch für die Eltern“, sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Krankheit früh erkannt und entsprechend behandelt wird.“ Prof. Dr. Matthias Augustin, Facharzt für Hauterkrankungen am UKE und Mitherausgeber des Reports, betont: „Viele Betroffene verzweifeln zunächst bei der Diagnose Neurodermitis. Ärztinnen und Ärzte sind da gefragt, die Krankheit genau zu erklären und Ängste zu nehmen. Denn es gibt mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten, die die Beschwerden lindern.“

Frauen leiden häufiger unter Neurodermitis

Die Auswertungen zeigen: Während im Alter bis 15 Jungen und Mädchen in etwa gleich stark betroffen sind, leiden im Jugend- und Erwachsenenalter Frauen häufiger unter Neurodermitis. So bekamen bei den 15- bis 19-Jährigen 6,3 Prozent der jungen Frauen und 4,8 Prozent der jungen Männer eine Neurodermitis-Diagnose. Bei den über 20-Jährigen sind 4 Prozent der Frauen und 2,5 Prozent der Männer betroffen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sind genetische Faktoren die Ursache dafür.

Empfehlung für Impfung gegen Coronavirus

Da Menschen mit Neurodermitis häufig unter verschiedenen Unverträglichkeiten leiden, fragen sich viele Betroffene, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Augustin gibt eine klare Empfehlung: „Ich kann nahezu allen Betroffenen ab 16 Jahren mit Neurodermitis uneingeschränkt und dringend die Impfung mit den in Europa zugelassenen Impfstoffen empfehlen, auch eine Arzneimitteltherapie steht dem nicht im Wege.“ Patientinnen und Patienten mit bekannten Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen der Impfstoffe oder bekannten schweren allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte sollten sich ausführlich von einem Arzt oder einer Ärztin beraten lassen.

Jeder Dritte bekommt Kortisonsalbe

Beim Blick auf die medikamentöse Behandlung erhielten Versicherte mit einer Neurodermitis, am häufigsten Arzneimittel mit Kortison. Der Auswertung zufolge bekam mehr als jeder Dritte eine kortisonhaltige Salbe verschrieben, etwa jeder Zehnte Kortisontabletten. Bei Kortison ist der richtige Umgang entscheidend, sagt Facharzt Augustin: „Tabletten sind eine Notfallmaßnahme, eine Creme kann etwas länger angewendet werden. Als Basistherapie ist es jedoch sehr wichtig, die Schutzfunktion der Haut mit wirkstofffreien Cremes zu stärken.“

Der Report zeigt zudem den Bedarf an hochwirksamen Medikamenten für schwere Neurodermitis-Formen auf. „Es ist wichtig, dass es gute, neue Medikamente für Betroffene gibt. Wir sehen aber auch hier, wie in anderen Bereichen, dass die Kosten für die Versichertengemeinschaft geradezu explodieren. Die Jahrestherapiekosten für neue Medikamente liegen mittlerweile im fünfstelligen Bereich und haben sich damit in kurzer Zeit fast verzehnfacht“, sagt Baas. „Hier ist die Politik gefragt, dass wir mit neuen Regelungen zu einer gerechteren Preisfindung für neue Medikamente kommen.“

Hätten Sie’s gewusst? Tattoos bei Autoimmunerkrankungen – Go or no go?

Hätten Sie’s gewusst?
Tattoos bei Autoimmunerkrankungen – Go or no go?

Die Haut bei Autoimmunerkrankten ist besonders empfindlich und pflegeintensiv. Dennoch stellen sich viele Betroffene die Frage, ob sie sich nicht doch tätowieren lassen können. Welche Gefahren eine Tätowierung für Patienten mit Erkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis birgt und wie stark das Tattoo selbst von den Schüben betroffen sein kann, erfährst Du jetzt im Interview mit derma2go.

NIK: Wieso sollten sich Patienten, die an Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis leiden, besser keine Tattoos stechen lassen?

derma2go: Patienten mit Neurodermitis oder Psoriasis haben ein fehlreguliertes Immunsystem, welches Entzündungen an der Haut verursacht. Im Rahmen von Tätowierungen werden Farbstoffe in die Haut eingebracht, welche auch bei gesunden Patienten zumindest zeitweise eine Entzündungsreaktion der Haut im Sinne einer Abwehrfunktion auslösen. So kann beobachtet werden, dass bei Patienten mit Neurodermitis und Psoriasis deutlich stärkere bzw. länger anhaltende Entzündungen auftreten.

Hinzu kommt, dass Patienten mit Neurodermitis vermehrt an Allergien leiden. Die zum Tätowieren verwendeten Farbstoffe bergen die Gefahr allergischer Reaktionen – das Risiko ist bei Neurodermitis-Patienten erhöht. Interessanterweise ist das Risiko einer Allergie abhängig von der gewählte Tattoo-Farbe– so ist das Risiko bei rotem Farbstoff am größten. Schwarz wird am häufigsten tätowiert, führt aber eher selten zu schweren allergischen Reaktionen. Generell sind die meisten gängigen Inhaltsstoffe von Tattoofarben potentiell allergieauslösend und haben das Potenzial die Neurodermitis deutlich zu verschlimmern. Tritt eine allergische Reaktion auf ein Tattoo auf, bleibt im schlimmsten Fall nur eine Entfernung des Tattoos mit dem Laser oder Skalpell. Vorübergehend kann die Verwendung von Kortison-Cremes Linderung verschaffen.

NIK: Wie sieht es bei Patienten mit Psoriasis aus?

derma2go: Bei Patienten mit Psoriasis (=Schuppenflechte) spielt zusätzlich der sogenannte isomorphe Reizeffekt (sog. Köbner-Phänomen) eine wichtige Rolle. Durch mechanische Reizungen, eben auch Tätowierungen, kann im Bereich der Reizung eine Psoriasis lokal ausgelöst werden. Ein analoges Phänomen beobachten wir auch bei Verletzungen anderer Art.

NIK: Unter welchen Voraussetzungen könnte sich ein Patient mit Neurodermitis oder Psoriasis trotzdem tätowieren lassen?

derma2go: Wenn der Wunsch nach einem Tattoo stärker ist als die Sorge um potentielle Nebenwirkungen, sollte eine Vorbereitung dem Tattoo voraus gehen. Es sollte mit einem Hautarzt über diesen Wunsch gesprochen werden, um potentielle Nebenwirkungen individuell abzuklären. Wichtig ist auch eine Absprache mit dem Tätowierer und dass dieser bestenfalls bereits Erfahrungen im Umgang mit aufweisen kann. Man sollte mindestens sechs Monate symptomfrei sein und sich auf keinen Fall während eines aktiven Schubes tätowieren lassen. Idealerweise wird eine Hautstelle gewählt, die nicht von Schüben betroffen ist und somit weder vernarbt noch extrem trocken ist. Nach der Tätowierung gilt: Pflegen, pflegen, pflegen. Sollte es zu Nebenwirkungen kommen, ist unverzüglich ein Hautarzt aufzusuchen.

Wir raten Betroffenen mit Neurodermitis oder Psoriasis davon ab, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Wer sich dennoch von einem erfahrenen Experten der entzündlichen Hauterkrankungen beraten lassen möchte, kann jederzeit unsere Ärzte kontaktieren.

Nik stellt vor: Leben mit Neurodermitis Blog

In dem Blog „Leben mit Neurodermitis„, den wir Ihnen heute vorstellen möchten, berichten andere Betroffene regelmäßig über ihr Leben und den Alltag mit Neurodermitis. In spannenden Beiträgen, Videos und Podcasts erhalten Sie regelmäßig authentische Einblicke in das was Menschen mit Neurodermitis bewegt. Eine der sechs Blogger ist Laura Grube, die Sie bereits vor ein paar Tagen in unserer Mut-Mach-Geschichte kennenlernen konnten.

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Neurodermitis. Neurodermitis ist außerdem die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter. Etwa jedes sechste bis zwölfte Kind hat Neurodermitis oder atopische Dermatitis. Häufig nehmen die Symptome mit zunehmendem Alter ab.

Beim Umgang mit Neurodermitis ist eines sehr wichtig: das Akzeptieren und das Lernen, mit der Erkrankung und all ihren Tücken umzugehen. Wer über die Erkrankung, deren Entstehung, und Behandlungsmöglichkeiten Bescheid weiß, kann Ängste und Unsicherheiten aus dem Weg räumen. Dies führt zu einem selbstbewussten und situationsangepassten Umgang mit sich selbst und mit Außenstehenden. Wichtige Anlaufstellen für Informationen sind der behandelnde Dermatologe und Patientenschulungen, deren Kosten von manchen Krankenkassen übernommen werden.

Ihr Arzt ist der Experte, wenn es um die medizinische Behandlung geht, aber Sie sind der Experte, wenn es um Sie geht. Es gibt keine Standardtherapie für alle Neurodermitis-Patienten. Jeder Patient muss individuell behandelt werden. Berichten Sie Ihrem Arzt, wie Sie Ihre Krankheit erleben, dann können Sie mit ihm zusammen das beste Konzept für Ihre Behandlung finden. So werden Sie das Gefühl haben, Ihre Neurodermitis besser im Griff zu haben. Eine gute Kommunikation mit Ihrem Arzt kann sich sogar positiv auf Ihre Gesundheit auswirken. Dafür ist eine gute Vorbereitung auf Ihr Arztgespräch sehr hilfreich.

Hautschutz im Winter

Die kalte Jahreszeit stellt Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Oft verstärken sich Symptome wie Juckreiz, Trockenheit und Rötungen. Mit einer geeigneten Hautpflege könnt ihr eure Haut unterstützen: Vom 14.-25.11.2025 gibt es 12% Rabatt auf SIRIDERMA MED Produkte.

Warum ist Hautpflege im Herbst und Winter besonders wichtig?

In der kalten Jahreszeit entziehen Kälte und Heizungsluft der ohnehin trockenen Haut noch mehr Feuchtigkeit. So kommt es besonders leicht zu Ekzemen und Juckreiz. Deshalb ist die sogenannte Basispflege im Herbst und Winter umso wichtiger, um die Haut zu schützen und einem Schub möglichst vorzubeugen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auf folgenden Hautpartien liegen:

  • Hautstellen, die der Witterung besonders ausgesetzt sind, z.B. Gesicht und Hände
  • Hautstellen, die individuell empfindlich sind und ohnehin zu Irritationen neigen

Was sollte ich bei der Hautpflege in der kalten Jahreszeit beachten?

In der kalten Jahreszeit kann eine Anpassung der Basispflege sinnvoll sein. Während im Sommer mitunter eine leichtere Lotion zur Pflege der Haut ausreicht, sollte im Winter – wenn die Haut trockener wird – mehr Augenmerk auf rückfettenden Komponenten und Lipiden zum Schutz der Haut und zur Stärkung der Hautbarriere liegen. Besonders Hautpartien, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, sollten mit einer reichhaltigen Creme oder Salbe mit hohem Fettanteil geschützt werden.

Anders sieht die Sache – auch im Winter – bei entzündlichen oder gar nässenden Hautstellen aus. Diese Hautpartien mögen keine fetthaltige Pflege, sondern brauchen eine leichte, beruhigende Pflege mit hohem Wasseranteil.

Wie finde ich die richtige Hautpflege?

Die Pflegeprodukte müssen hochverträglich – am besten auch klinisch getestet – sein und sollten keine Duftstoffe, austrocknenden Alkohole oder andere Reizfaktoren enthalten.

Die basische Spezialpflege SIRIDERMA MED wurde speziell für Menschen mit Neurodermitis oder Schuppenflechte entwickelt. Die Produkte sind auf die unterschiedlichen Hautzustände abgestimmt.

  • LIPID Intensivcreme: Die reichhaltige Intensivcreme mit hohem Lipidanteil und Nachtkerzenöl ist speziell für sehr trockene, schuppige und rissige Haut formuliert. Sie reduziert Hauttrockenheit und Spannungsgefühle, stärkt die Hautbarriere und reduziert nachweislich den Wasserverlust der Haut (TEWL).
  • HYDRO Intensivcreme: Die beruhigende Intensivcreme mit hohem Anteil an feuchtigkeitsspendenden Komponenten ist speziell auf die Bedürfnisse geröteter, gereizter und juckender Haut abgestimmt. Sie lindert Juckreiz und reduziert Rötungen und Reizungen.
  • AKUT Intensivmaske: Die Maske mit Zink und Sulfur wirkt leicht entzündungshemmend und wird zur Förderung der Regeneration akut betroffener Hautstellen als Maske – am besten über Nacht – eingesetzt. Sie kann sowohl für sehr trockene, rissige Haut, wie auch für gerötete, gereizte Haut eingesetzt werden. Im Anschluss sollte die Haut mit einer der beiden Intensivcremes – passend zum Hautzustand – gepflegt werden.

Vom 14.-25.11.2025 gibt es 12% Rabatt auf die SIRIDERMA MED Produkte im SIRIDERMA Onlineshop.*

* Ausgenommen von der Rabattaktion sind Kennenlern-Sets, Kombi-Angebote und das Basische Badekonzentrat 75g (Mini-Größe).

Mit freundlicher Unterstützung von:
Siriderma

Hautwochen:
vom 18. 11. bis 01.12. 2024

NIK e.V. und derma2go machen Neurodermitis, Psoriasis und Acne inversa sichtbar.

Die Suche nach der richtigen Diagnose, dem passenden Spezialisten und der besten Therapie gestaltet sich für viele Menschen mit chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (Atopische Dermatitis) oder Acne inversa (Hidradenitis Suppurativa) oft langwierig. Viele Betroffene leiden unnötig, sei es aus Scham, fehlender Aufklärung oder weil sie keine adäquate Behandlung finden. Dabei gibt es effektive Therapiemöglichkeiten, die das Leben dieser Menschen deutlich verbessern können. Um das Bewusstsein dafür zu schärfen und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern, starten NIK e.V., die Patienteninitiative für Autoimmunerkrankungen, und die Teledermatologie-Plattform derma2go auch im November 2024 wieder die Hautwochen.


Neue Struktor: Fokustage für spezifische Hauterkrankungen

Dieses Mal stehen die Hautwochen vom 18. November bis 01. Dezember unter einem neuen Konzept: An den Fokustagen widmen wir uns jeweils gezielt einer der drei Hauterkrankungen Neurodermitis, Psoriasis und Acne inversa. Die Fokustage bieten intensive Aufklärung, unterstützt durch spannende Webinare mit führenden Ärztinnen und authentischen Botschafterinnen, die selbst von diesen Erkrankungen betroffen sind.

Laura, @kratzen_bis_es_blutet (Neurodermitis)

Sine, @psoauty (Psoriasis)

Moritz, @acneinversasucks (Acne inversa)


Diese inspirierenden Persönlichkeiten teilen ihre persönlichen Erfahrungen und geben den Betroffenen eine Stimme. Sie helfen, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Webinare & Insta Live: Expertenwissen direkt ins Wohnzimmer

Während der Hautwochen gibt es eine Vielzahl von digitalen Angeboten. Besonders hervorzuheben sind die kostenlosen Webinare mit renommierten Dermatolog*innen, die wertvolle Einblicke in aktuelle Therapiemöglichkeiten geben und auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingehen.

Ein weiteres Highlight sind die Instagram-Live-Sessions auf dem Kanal von NIK e.V., bei denen Betroffene ihre brennenden Fragen an Dermatolog*innen stellen können. Unter dem Format „Heißer Stuhl“ moderiert NIK e.V. ein offenes Gespräch, bei dem die wichtigsten Fragen zu den jeweiligen Hauterkrankungen beantwortet werden.

Termine: Webinare

SchuppenflEchteHilfe – der Podcast

Der Podcast über Psoriasis der Janssen-Cilag GmbH

In Deutschland leben über 2 Millionen Menschen mit Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt. Obwohl die Erkrankung so viele Menschen betrifft, bestehen auch heute noch immer viele Vorurteile und Mythen, die bei Betroffenen zu Verunsicherung, Scham und Isolation führen können. Wir sagen: Damit muss Schluss sein! Bei „SchuppenflEchteHilfe der Podcast“ kommen Betroffene, Angehörige und Behandler:innen zu Wort, um über das Leben mit und die Behandlung von Psoriasis zu sprechen. Denn mit einer adäquaten, leitliniengerechten Therapie ist eine Haut frei von äußerlich sichtbarer Schuppenflechte für viele Betroffene möglich. Wir möchten aufklären, Mut machen und zu mehr Verständnis beitragen – für einen offenen Umgang mit Psoriasis. Hören Sie rein, auf Spotify oder auf unserer Webseite SchuppenflEchteHilfe.de.

Folge 1 – Psoriasis: Mehr als eine Hauterkrankung

In dieser Folge haben wir Dr. med. Nina Trenkler zu Gast, sie ist Dermatologin und spricht ausführlich über das Krankheitsbild der Psoriasis. Denn es ist wichtig zu wissen, dass es sich bei Psoriasis um mehr als „nur“ eine Hauterkrankung handelt. Als chronische Autoimmunerkrankung betrifft sie den gesamten Körper. In dieser Folge erhalten Sie wertvolle Informationen zu Ursachen, Symptomen, möglichen Begleit- und Folgeerkrankungen sowie den Therapieoptionen, die heutzutage, je nach Schweregrad der Erkrankung, zur Verfügung stehen.

Folge 2 – Wie eine ausgewogene Ernährung Ihre Psoriasis positiv beeinflussen kann

Auch in dieser Folge haben wir die Dermatologin Dr. med. Nina Trenkler zu Gast. Anhand von Beispielen beleuchtet sie eingängig, was man unter einer ausgewogenen Ernährung versteht, deckt Fallen in Form von stark verarbeiteten Lebensmitteln auf, geht auf die Bedeutung von entzündungshemmenden sowie entzündungsfördernden Lebensmitteln ein und erklärt die negativen Auswirkungen von Übergewicht auf die Psoriasis. In dieser Folge erfahren Sie anhand von praktischen Tipps, wie Sie durch eine ausgewogene Ernährung Ihre Psoriasis Symptome lindern und den Therapieerfolg unterstützen können.

Folge 3 – Therapieleitlinie Psoriasis: Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten

In dieser Folge haben wir den Vorsitzenden des Deutschen Psoriasis Bundes e.V., Herrn Marius Grosser, zu Gast. Als ein Mitautor der „Therapieleitlinie Psoriasis: Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten“ spricht er über die Inhalte der für Ärzt:innen verfassten „S3-Leitlinie: Therapie der Psoriasis vulgaris“, die Bedeutung des so genannten Shared Decision Making (SDM) und darüber, wie wichtig es ist, ein:e Expert:in der eigenen Erkrankung zu sein, um auf Augenhöhe mit Behandler:innen sprechen und entscheiden zu können.


Ein Beitrag der Janssen-Cilag-GmbH

Janssen-Cilag-GmbH

Bitte berühren: Aufklärungskampagne für Betroffene mit chronischen Hauterkrankungen

Was und wer steckt hinter der „Bitte berühren“-Kampagne und welche Ziele verfolgt sie?

„Bitte berühren“ ist eine Kampagne des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen e.V. – unterstützt wird die Kampagne von Partnern aus der pharmazeutischen Industrie sowie Selbsthilfeorganisationen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die chronischen Hauterkrankungen Neurodermitis („Bitte berühren“ – Hand in Hand gegen Neurodermitis), Psoriasis („Bitte berühren“ – Gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte) und seit neustem auch Vitiligo und Akne inversa („Bitte berühren“ – Hauterkrankungen gemeinsam begegnen) zu stärken. Als Aufklärungskampagne möchte „Bitte berühren“ Menschen mit chronischen Hauterkrankungen (neue) Wege zur Hilfe und Selbsthilfe aufzeigen. Im Fokus steht die Aufklärung der Betroffenen, aber auch deren Angehöriger und weiterer Interessierter. Dafür bietet die Initiative ein breites Informationsangebot und Tipps für den Umgang mit der jeweiligen Erkrankung. Die Kampagne setzt sich gegen Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen und für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft ein. Als zentrale Botschaft möchte „Bitte berühren“ über moderne Therapieoptionen informieren und Betroffene zum Ärzt*innenbesuch motivieren.

Können Sie konkrete Beispiele nennen, wie „Bitte berühren“ Betroffene unterstützen kann?

Neben den vielfältigsten Wissens- und Ratgebertexten rund um die jeweilige chronische Hauterkrankung stehen die Betroffenen selbst im Mittelpunkt der Kampagne. Die Kategorie „Betroffene berichten“ erzählt echte Geschichten und gibt den Erkrankungen ein Gesicht. Die Hilfe von Betroffenen für Betroffene ist eines der Herzstücke von „Bitte berühren“– denn kein Mensch kann sich so gut in Betroffene hineinversetzen, wie Menschen mit der chronischen Hauterkrankung selbst. Die inspirierenden Herausforderungen, Erfahrungen und Krankheitswege anderer können Betroffene ermutigen und motivieren, sich (erneut) mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen.
Daneben werden Betroffenen auch konkrete Tools an die Hand gegeben wie beispielsweise der Expert*innenrat. In diesem können Betroffene, Angehörige und Interessierte offene Fragen rund um die jeweilige chronische Hauterkrankung direkt an die „Bitte berühren“-Expert*innen aus dem Bereich Dermatologie stellen – natürlich anonym und kostenlos.

Außerdem wird auf den „Bitte berühren“-Websites gut angenommenes Download-Material zur Verfügung gestellt – hierzu gehören Infografiken, Kampagnenflyer oder zum Beispiel auch ein saisonaler Kalender. Diese Visualisierungen zu bestimmten Themen helfen Betroffenen, die Erkrankung besser zu verstehen und auch in ihrem Umfeld besser erklären zu können.

Warum stehen jetzt auch Vitiligo und Akne inversa im Fokus der Kampagne?

Die Kampagne startete 2016 mit der Erkrankung Psoriasis und wurde 2021 um den Bereich der Atopischen Dermatitis ergänzt. 2024 wuchs „Bitte berühren“ nun um einen weiteren Kampagnenarm. „Bitte berühren“ – Hauterkrankungen gemeinsam begegnen stellt die Erkrankungen Vitiligo und Akne inversa in den Mittelpunkt. Damit wollen wir noch mehr Betroffene mit chronischen Hauterkrankungen erreichen und unterstützen. Die zentralen Ziele und Botschaften von „Bitte berühren“ sollen nun auch auf dermatologische Krankheitsbilder übertragen werden, die vielleicht nicht so weit verbreitet, aber deshalb nicht weniger schlimm für die Betroffenen sind. Auch hier wollen wir aufklären, empowern und für mehr Akzeptanz und Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft sorgen.
Wie soll die Kampagne zukünftig weiterentwickelt werden, und werden noch weitere Hauterkrankungen in den Fokus rücken?
Die Kampagne wird zunächst die bestehenden Krankheitsbilder Psoriasis, Neurodermitis, Akne inversa und Vitiligo weiter thematisieren und Betroffenen neuen bzw. aktualisierten Content zur Verfügung stellen. In Zukunft werden aber auch weitere, weniger bekannte Hauterkrankungen in den Fokus rücken.

Ziel ist es, noch mehr Betroffene zu erreichen und ihnen eine Plattform zur Aufklärung, für Tipps im Umgang mit ihrer Erkrankung und zum gegenseitigen Austausch zu bieten. Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten wir neben neuem Content auch immer an neuen Konzepten und Formaten.

Welche langfristigen Veränderungen wünschen Sie sich im Umgang mit chronischen Hauterkrankungen?

Wir wünschen uns einen offeneren Umgang mit chronischen Hauterkrankungen und deren langfristige Enttabuisierung. Betroffene sollen mehr gesellschaftliche Akzeptanz erfahren und offen über ihre Erkrankung sprechen können, ohne Stigmatisierung zu erfahren. Darüber hinaus ist es uns besonders wichtig, dass die Aufklärung über und der Zugang zu modernen Therapieoptionen und psychologischer Unterstützung verbessert wird.

Welt-Neurodermitis-Tag 2024: Deine Therapie. Deine Entscheidung.

Am 14. September ist Welt-Neurodermitis-Tag. Jährlich wird der Tag weltweit dazu genutzt, das Bewusstsein für Neurodermitis zu schärfen und die Bedürfnisse der Betroffenen ins Zentrum zu rücken. Weltweit sind Millionen Menschen von der chronisch-entzündlichen Erkrankung betroffen – manche bereits seit ihrer Geburt, andere erkranken im Laufe ihres Lebens, teilweise auch erst im Erwachsenenalter. Sie leiden unter quälendem Juckreiz, entzündeten Hautpartien am ganzen Körper und erleben oftmals Stigmatisierung, Einsamkeit und Einschränkungen in ihrem täglichen Leben. Viele Menschen mit Neurodermitis waren teilweise jahrelang auf der Suche nach einer passenden Therapie und sind frustriert. Die Folge: Betroffene finden sich mit dem Status quo ab – sie spüren nach wie vor Symptome und lassen sich von der Erkrankung weiterhin einschränken.

Die Aktion

Die Patienteninitiative „Neurodermitis? Wen juckt’s“ möchte den Welt-Neurodermitis-Tag zum Anlass nehmen, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, dass sich Betroffene am Entscheidungsprozess rund um ihre Gesundheit aktiv beteiligen. Unter dem Motto „Deine Therapie. Deine Entscheidung.“ möchte die Initiative ermutigen, die Erkrankung und die damit verbundenen Symptome hinzunehmen. Stattdessen kannst du mit einer aktiven Kommunikation im Arztgespräch an der Wahl deiner Therapie mitwirken. Wenn du und deine Ärztin oder dein Arzt ein Team seid, kann der Weg zur individuell passenden Therapie leichter werden.

Emotionale Geschichten von Patientinnen und hilfreiche Informationen rund um den Arztbesuch

Auf der Website der Initiative (https://www.neurodermitis-wen-juckts.de) findest du wertvolle Tipps, wie du dich selbst im Arztgespräch einbringen kannst. Auf dem Instagram-Kanal (https://www.instagram.com/wenjuckts.unsjuckts/) werden im September viele Erfahrungsberichte von Betroffenen geteilt – über ihren Weg zur passenden Behandlung und wie sie selbst in diesem Prozess aktiv geworden sind.

Mit freundlicher Unterstützung von: Abbvie

Neurodermitis und der Einfluss der Ernährung

Neurodermitis und der Einfluss der Ernährung

Kann Ernährung Deine Neurodermitis beeinflussen?

Kurz zusammengefasst:

  • Bestimmte Nahrungsmittel können bei manchen Betroffenen zu einer Verschlechterung der Neurodermitis führen.
  • Es lässt sich jedoch nicht pauschal sagen, dass bestimmte Nahrungsmittel für Patienten mit Neurodermitis ungeeignet seien.
  • Nicht jede vermutete Nahrungsmittelallergie kann medizinisch als solche bestätigt werden.
  • Wenn Du den Verdacht hast, dass eine Nahrungsmittelallergie vorliegt, führe ein Ernährungstagebuch und dokumentiere in welchem zeitlichen Zusammenhang sich die Haut nach Verzehr bestimmter Nahrungsmittel verändert.
  • Eine fachärztliche Kontrolle und Diagnostik ist zur Bestätigung des Verdachts auf eine Nahrungsmittelallergie erforderlich.
  • Vermeide voreilige Anpassungen oder den eigenständigen Verzicht auf vermutete Nahrungsmittelallergene, um Mangelzustände zu vermeiden!

Kann meine Neurodermitis auf Nahrungsmittel reagieren?

Nahrungsmittel können bei manchen Personen zu einer Verschlechterung der Neurodermitis führen. Dabei können sich die verantwortlichen Nahrungsmittel je nach Patient unterscheiden. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass nicht jede vermutete Nahrungsmittelallergie medizinisch als solche bestätigt werden oder eine relevante Auswirkung auf die Neurodermitis haben kann.

Es ist auch deshalb leider nicht möglich pauschal zu sagen, dass bestimmte Nahrungsmittel bei Neurodermitis vermieden werden sollten. Auch gibt es keine Diät, die zur Linderung der Hautveränderungen oder zur Vorbeugung der Schübe einer Neurodermitis dienen kann.

Tipp: Wenn Du die Vermutung hast, dass Deine Neurodermitis durch bestimmte Nahrungsmittel verschlechtert wird, ist es sinnvoll in erster Linie ein Tagebuch zu führen. Dokumentiere genau alles, was Du isst und trinkst und wie sich der Hautzustand ändert. Führe das Tagebuch am besten über mehrere Wochen. Falls die Hautveränderungen tatsächlich aufgrund einer Nahrungsmittelallergie auftreten, passiert das meistens mit einer Verzögerung von 6-48 Stunden nach Verzehr. So kannst Du potenzielle Auslöser identifizieren. Eine Abklärung durch eine Hautärztin/ einen Hautarzt (mit Zusatzbezeichnung Allergologie) ist für die Kontrolle und Diagnostik unbedingt zu empfehlen. Beachte bitte, dass der eigenständige Verzicht auf vermutliche Nahrungsmittelallergene die Gefahr von Mangelzuständen birgt!

Wurden bei Dir allerdings persönliche Trigger-Nahrungsmittel identifiziert, solltest Du diese meiden.
Neurodermitis kann nicht allein durch eine angepasste Ernährung bzw. Diät und das Vermeiden vermuteter Allergene kontrolliert werden.

Nahrungsmittelallergien kommen bei Kindern mit Neurodermitis häufiger vor als bei der Allgemeinbevölkerung. Im Erwachsenenalter spielen sogenannte Pollen-assoziierte Nahrungsmittelallergien eine Rolle: diese treten meistens bei Personen auf, die auf Frühblüher allergisch reagieren. Wenn man gegen Hasel, Erle, Birke allergisch ist, kann es passieren, dass nach dem Genuss von z.B. frischen Äpfeln die Lippen jucken oder der Gaumen kratzt.

Es gibt prinzipiell zwei Reaktionsmuster bei Nahrungsmittelallergien:

  1. Die Soforttyp-Reaktionen, die durch Antikörper vom IgE-Typ vermittelt werden und die sehr schnell nach Verzehr, in der Regel maximal 2 Stunden danach auftreten. Die Symptomatik variiert von Nesselsucht, Schwellung von Lippen/Zunge/Gaumen (sog. Angioödem), Rötung der Haut bis hin zu Durchfall, Übelkeit oder Herz-Kreislaufsymptomen.
  2. Ekzematöse Reaktionen vom verzögerten Typ treten meist innerhalb von 6-48 Stunden nach Verzehr des Allergens auf. Dabei kann es zu Hautreaktionen wie einem Aufflammen typischer Läsionen an den betroffenen Hautstellen (Prädilektionsstellen) wie bspw. Beugeseiten der Extremitäten, Hals und Wangen vorkommen. Solche Hautveränderungen treten meistens bei Säuglingen nach Änderung der Ernährung bzw. nach Einführung neuer Beikost auf.
    Zudem sind auch Kombinationen der zwei Reaktionsmuster möglich.

Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Akzeptanz ist, deine Erkrankung zu verstehen. Je mehr du über deine rheumatische Erkrankung weißt, desto besser kannst du damit umgehen und die Kontrolle über die Situation zurückgewinnen. Hier ist es ratsam, seriöse und vertrauensvolle Quellen zu nutzen und sich bei Bedarf von medizinischen Fachkräften oder Patientenorganisationen beraten zu lassen. Ein besseres Verständnis der Krankheit verringert die Angst vor dem Unbekannten und ermöglicht dir, informierte Entscheidungen zu treffen.

Kann man eine Nahrungsmittelallergie vorbeugen?

Nahrungsmittelallergien als mögliche Trigger einer Neurodermitis spielen insbesondere im Säuglings- und Kleinkindalter eine wichtige Rolle. Demnach kann man bereits während der Schwangerschaft und Stillzeit einzelne vorbeugende Maßnahmen ergreifen: Schwangere und stillende Mütter sollen auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung achten. Auf potente Nahrungsmittelallergene sollte man in Schwangerschaft und Stillzeit nicht verzichten.

Stillen spielt eine wichtige Rolle in der Allergieprävention. Es wird empfohlen, nach Möglichkeit während der ersten 4 bis 6 Lebensmonate ausschließlich zu stillen. Nach Einführung von Beikost sollte weiter gestillt werden. Die Beikost-Einführung wird frühestens ab Beginn des fünften und spätestens ab Beginn des siebten Lebensmonats empfohlen. Bitte halte Rücksprache mit der Kinderärztin/ dem Kinderarzt bezüglich der Bereitschaft des Säuglings für die Beikost-Einführung. Sobald diese erfolgen kann, sollte die Ernährung vielfältig sein – dies beinhaltet unter anderem auch die Gabe von Fisch und eine begrenzte Menge Milch/Naturjoghurt und Hühnerei (verbacken oder hartgekocht). Die Meidung von Nahrungsmitteln mit potenten Allergenen im ersten Lebensjahr wird nicht empfohlen. Es gibt keine Belege bezüglich eines vorbeugenden Effekts.

Quellen:
S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027);
S3-Leitlinie Allergieprävention (https://register.awmf.org/assets/guidelines/061-016l_S3_Allergiepraevention_2022-11.pdf)

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