Leben mit HES: Prognose, Verlauf und Lebenserwartung

Das Wichtigste in Kürze

  1. Beim hypereosinophilen Syndrom (HES) ist die Prognose in vielen Fällen günstig – besonders, wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Deine persönliche Lebenserwartung hängt dabei von der Form, dem Stadium und einer möglichen Organbeteiligung ab.
  2. Moderne Therapien geben dir viel Hoffnung: Bei bestimmten genetischen Veränderungen (PDGFRA/-B-Fusionsgene) spricht der Wirkstoff Imatinib besonders gut an, mit 10-Jahres-Überlebensraten von 92 % und 78 %. Auch Mepolizumab kann die Erkrankung gut kontrollieren.
  3. Die größte Gefahr für deine Lebenserwartung sind stark fortgeschrittene, irreversible Organschäden – vor allem am Herzen. Deshalb ist eine frühe Diagnose so wichtig, und dein Herz sollte mit Echokardiographie oder MRT genau im Blick behalten werden.
  4. Im Alltag spielst du selbst eine zentrale Rolle: Wenn du deine Therapie konsequent einhältst, Termine wahrnimmst und neue Beschwerden frühzeitig meldest, trägst du aktiv zu einem guten Verlauf bei – und kannst beschwerdefreie Phasen erleben.
  5. Regelmäßige Kontrollen geben dir Sicherheit: Dazu gehören die körperliche Untersuchung, das Blutbild, kardiale Marker, Ultraschall, Lungenfunktionsprüfung und Endoskopie. So lassen sich Veränderungen früh erkennen, und du bist auf deinem Weg nie allein.

Eine Diagnose wie das hypereosinophile Syndrom – kurz HES – wirft viele Fragen auf. Vielleicht beschäftigt dich gerade besonders eine: Was bedeutet das für meine Zukunft? Die gute Nachricht ist: Du hast mehr Einfluss auf den Verlauf, als du vielleicht denkst. In diesem Ratgeber erfährst du, was die Prognose bei HES wirklich aussagt, welche Faktoren deine Lebenserwartung beeinflussen und warum gerade die Früherkennung so entscheidend ist. Außerdem zeigen wir dir, wie du deinen Alltag selbstbestimmt gestaltest, Symptome rechtzeitig erkennst und welche Kontrollen dir Sicherheit geben.Eosinophile Granulozyten und die Ursache des hypereosinophilen Syndroms.

Lebenserwartung bei HES: Was die Prognose beeinflusst

Eine Diagnose wie HES kann zunächst verunsichern. Häufig ist die Prognose jedoch günstig, insbesondere bei früher Diagnose. In diesem Abschnitt erfährst du, welche Faktoren die Lebenserwartung bei HES beeinflussen und warum du zuversichtlich in die Zukunft blicken kannst.

Deine Lebenserwartung mit HES: Gute Aussichten durch moderne Behandlung

Das hypereosinophile Syndrom – kurz HES – ist eine seltene Erkrankung, die mehrere Organsysteme betreffen kann. Im Mittelpunkt steht eine anhaltende Eosinophilie. Dahinter verbirgt sich eine erhöhte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen, der sogenannten eosinophilen Granulozyten. Diese können sich in verschiedenen Organen ablagern und dort Beschwerden auslösen. Wichtig für dich zu wissen: Die Prognose betroffener Patient:innen ist in vielen Fällen günstig [1].

Deine persönliche Lebenserwartung hängt stark von der Form, dem Stadium und einer möglichen Organbeteiligung ab. Beim HES unterscheiden Fachleute mehrere Formen, darunter das idiopathische, das lymphozytische und das myeloproliferative HES. Jede Form verläuft etwas anders. Daher ist keine pauschale Aussage über die Lebenserwartung möglich – der Verlauf ist individuell. Moderne Therapien geben dir dabei viel Hoffnung: Patient:innen mit bestimmten genetischen Veränderungen, den PDGFRA/-B-Fusionsgenen, sprechen besonders gut auf den Wirkstoff Imatinib (100 mg/Tag) an. Die 10-Jahres-Überlebensraten liegen hier bei 92 % und 78 % [2].

Auch in der chronischen Phase sind die Aussichten ermutigend: Das 5-Jahres-Überleben liegt bei über 80–90 % (FIP1L1::PDGFRA) [2]. Neben Imatinib steht mit Mepolizumab ein weiterer moderner Wirkstoff zur Verfügung, der die Erkrankung gut kontrollieren kann. Solche Behandlungen können deine Prognose deutlich verbessern. Der wichtigste begrenzende Faktor für die Lebenserwartung sind dagegen stark fortgeschrittene, irreversible Organschäden – vor allem am Herzen [1]. Umso wichtiger ist es, dass du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam frühzeitig aktiv wirst.

Warum die Methode der Sterbetafeln nur die halbe Wahrheit zeigt

Wenn du dich mit der durchschnittlichen Lebenserwartung beschäftigst, stößt du schnell auf statistische Methoden wie die Sterbetafeln. Diese Periodensterbetafeln berechnen, wie hoch die Lebenserwartung in Deutschland im Durchschnitt ausfällt – etwa für Männer und Frauen, abhängig vom Alter oder vom Zeitraum eines bestimmten Jahres. Solche statistischen Daten sind wertvoll, doch sie zeigen nur einen Durchschnitt über eine große Gruppe von Menschen. Dein persönlicher Verlauf kann deutlich positiver sein. Eine Sterbetafel kennt weder deine individuelle Form des HES noch deine Therapie oder deinen Gesundheitszustand. Lass dich von solchen Durchschnittswerten also nicht entmutigen – sie sagen wenig über dein ganz persönliches Leben aus.

Früherkennung als Schlüssel für einen guten Verlauf

Ein entscheidender Faktor für einen guten Verlauf ist die frühe Diagnose. Die exakte Diagnosestellung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt beeinflusst die Prognose oft ganz entscheidend [2]. Je eher die Erkrankung erkannt wird, desto schneller kann eine passende Behandlung beginnen – und desto besser lassen sich Organschäden vermeiden. Genau hier liegt deine Chance: Wer auf erste Symptome achtet und Beschwerden ärztlich abklären lässt, schafft die beste Grundlage für einen günstigen Verlauf.

Besonders wichtig ist dabei der Blick auf dein Herz. Eine kardiale Beteiligung ist prognostisch besonders bedeutsam, weil sie zu bleibenden Schäden führen kann. Deshalb sollte eine mögliche Herzbeteiligung – selbst wenn sie noch keine Beschwerden macht – immer durch eine Echokardiographie oder ein MRT ausgeschlossen werden [2]. Diese Untersuchungen sind unkompliziert und geben dir Sicherheit. So kann dein Behandlungsteam frühzeitig eingreifen, bevor sich überhaupt Probleme entwickeln.

Die wichtigsten Einflussfaktoren im Überblick

Mehrere Faktoren wirken zusammen, wenn es um dein Überleben und deine Lebenserwartung geht. Einer der wichtigsten ist das Stadium der Erkrankung. Fachleute unterscheiden vor allem die chronische Phase und die sogenannte Blastenphase. In der chronischen Phase sind die Aussichten besonders gut, wie die hohen Überlebensraten zeigen. Das Stadium ist deshalb ein zentraler Faktor, der deine Prognose maßgeblich mitbestimmt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, ob und welche Organe betroffen sind. Solange keine bleibenden Organschäden vorliegen, ist die Prognose oft günstig. Entstehen fortgeschrittene, irreversible Organschäden, insbesondere am Herzen, kann dies die Lebenserwartung beeinträchtigen. Genau deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig: Sie helfen, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu handeln.

Auch die genetische Form deines HES und das Ansprechen auf die Therapie spielen eine große Rolle. Liegt beispielsweise ein PDGFRA/-B-Fusionsgen vor, ist die Behandlung mit Imatinib häufig sehr erfolgreich [2]. Du siehst: Viele dieser Faktoren lassen sich aktiv beeinflussen – durch frühe Diagnose, konsequente Behandlung und engmaschige Kontrollen. Damit kannst du selbst aktiv zu einem guten Verlauf beitragen und deinem Leben mit HES zuversichtlich begegnen.

Leben mit HES im Alltag: Symptome, Behandlung und Verlaufskontrollen

Mit der Diagnose HES beginnt für dich ein neuer Abschnitt – einer, in dem du viel selbst in der Hand hast. Auch wenn die Erkrankung regelmäßige Termine mit sich bringt, kannst du dein Leben weiterhin selbstbestimmt gestalten. In diesem Abschnitt erfährst du, welche Beschwerden auftreten können, wie du ihnen vorbeugst und welche Kontrollen dir Sicherheit geben.

Was die Diagnose HES für deinen Alltag bedeutet

Eine Diagnose des hypereosinophilen Syndroms verändert deinen Alltag – aber sie bestimmt ihn nicht. Du wirst regelmäßige Arzttermine wahrnehmen und deine Werte regelmäßig kontrollieren lassen. Zwischen den Terminen bleibt viel Raum für ein erfülltes und aktives Leben. Viele Betroffene erleben sogar beschwerdefreie Phasen, in denen sie kaum Einschränkungen spüren. Wichtig ist, dass du deine Behandlung ernst nimmst und gut mit deinem Behandlungsteam zusammenarbeitest.

Du selbst spielst dabei eine zentrale Rolle. Wenn du deine Therapie konsequent einhältst, Termine wahrnimmst und neue Beschwerden frühzeitig meldest, trägst du aktiv zu einem guten Verlauf bei. Diese Selbstwirksamkeit ist ein echter Gewinn: Du bist deiner Erkrankung nicht ausgeliefert, sondern gestaltest deinen Weg aktiv mit. Beobachte deinen Körper aufmerksam, ohne dich zu sehr zu sorgen – und bleibe im offenen Austausch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Symptome verstehen und Beschwerden vorbeugen

Die Beschwerden beim HES können sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig zeigen sich zunächst unspezifische Allgemeinsymptome. Dazu gehört vor allem eine ausgeprägte Müdigkeit, die sogenannte Fatigue. Seltener treten Nachtschweiß oder ein ungewollter Gewichtsverlust auf [2]. Diese Anzeichen sind nicht immer eindeutig – umso wichtiger ist es, sie ärztlich abklären zu lassen.

Daneben kann das HES verschiedene Organe betreffen. Mögliche Auswirkungen zeigen sich an Haut, Lunge, Herz und Nervensystem. Auch eine Spleno- oder Hepatomegalie, also eine vergrößerte Milz oder Leber, sowie Gerinnungsstörungen und eine Gastroenteritis – eine Entzündung von Magen und Darm – können auftreten. Am häufigsten findet sich dabei eine isolierte Splenomegalie, also eine alleinige Vergrößerung der Milz [2]. So können je nach betroffenem Organ Hautveränderungen, Atembeschwerden oder Magen-Darm-Beschwerden hinzukommen. Beim lymphozytischen HES haben über 80 % der Betroffenen eine Hautbeteiligung.

Gegen diese Beschwerden gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten. Kortikosteroide helfen vielen Betroffenen, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Ein moderner Wirkstoff ist Mepolizumab, ein gegen den Botenstoff IL-5 gerichteter Antikörper. In der Langzeitbehandlung mit 300 mg unter die Haut (subkutan) alle 4 Wochen kann er die Zahl der Eosinophilen und die Krankheitsschübe deutlich verringern und Steroide einsparen – bei guter bis sehr guter Verträglichkeit [2]. Besteht ein Risiko für Blutgerinnsel, setzt dein Behandlungsteam gegebenenfalls frühzeitig eine orale Antikoagulation (blutverdünnende Therapie) ein, um thromboembolischen Komplikationen vorzubeugen. Am besten beugst du Beschwerden vor, indem du deine Therapie konsequent einhältst und neue Symptome rasch ansprichst.

Wichtige Kontrollen, die dir Sicherheit geben

Regelmäßige Kontrollen sind ein wichtiger Baustein für deine Sicherheit. Sie helfen, Veränderungen früh zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Zu Beginn finden diese Untersuchungen meist monatlich statt, später nur noch alle 3 bis 6 Monate [2]. Zu den wichtigsten Kontrollen gehören:

  • die körperliche Untersuchung, unter anderem zur Beurteilung der Milz
  • das Blut- und Differentialblutbild
  • kardiale Marker wie TnI und ProBNP zur Überwachung des Herzens
  • die Sonographie (Ultraschall) und die Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
  • eine Lungenfunktionsprüfung
  • eine Endoskopie zur Beurteilung des Magen-Darm-Trakts

Besonders zentral ist dabei die Untersuchung deines Herzens. Eine Herzbeteiligung kann prognostisch entscheidend sein – deshalb behält dein Behandlungsteam dein Herz besonders genau im Blick. Diese Kontrollen sind unkompliziert und schaffen Klarheit. Sie geben dir die Gewissheit, dass mögliche Veränderungen frühzeitig auffallen und du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam rechtzeitig handeln kannst.

FAQ zum Thema: Leben mit HES: Prognose, Verlauf und Lebenserwartung

Wie hoch ist die Lebenserwartung beim hypereosinophilen Syndrom (HES)?

Eine pauschale Aussage zur Lebenserwartung ist beim HES nicht möglich, denn dein Verlauf ist sehr individuell. In vielen Fällen ist die Prognose jedoch günstig – besonders, wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Liegen bestimmte genetische Veränderungen vor, etwa die PDGFRA/-B-Fusionsgene, sprechen Betroffene besonders gut auf den Wirkstoff Imatinib (100 mg/Tag) an. Die 10-Jahres-Überlebensraten liegen hier bei 92 % und 78 %. Auch in der chronischen Phase sind die Aussichten ermutigend: Das 5-Jahres-Überleben liegt bei über 80–90 % (FIP1L1::PDGFRA). Der wichtigste begrenzende Faktor sind stark fortgeschrittene, irreversible Organschäden – vor allem am Herzen.

Welche Faktoren beeinflussen meine Prognose bei HES?

Mehrere Faktoren wirken zusammen. Entscheidend ist zunächst das Stadium der Erkrankung: In der chronischen Phase sind die Aussichten besonders gut, während die sogenannte Blastenphase ungünstiger verläuft. Außerdem spielt eine Rolle, ob und welche Organe betroffen sind. Solange keine bleibenden Organschäden vorliegen, ist die Prognose oft günstig. Auch die genetische Form deines HES und das Ansprechen auf die Therapie sind wichtig. Das Schöne daran: Viele dieser Faktoren lassen sich aktiv beeinflussen – durch frühe Diagnose, konsequente Behandlung und engmaschige Kontrollen.

Warum ist die Früherkennung bei HES so wichtig?

Die frühe Diagnose ist ein echter Schlüssel für einen guten Verlauf. Je eher die Erkrankung erkannt wird, desto schneller kann eine passende Behandlung beginnen – und desto besser lassen sich Organschäden vermeiden. Besonders wichtig ist der Blick auf dein Herz, denn eine kardiale Beteiligung kann zu bleibenden Schäden führen. Deshalb sollte eine mögliche Herzbeteiligung – selbst wenn sie noch keine Beschwerden macht – immer durch eine Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) oder ein MRT ausgeschlossen werden. Diese Untersuchungen sind unkompliziert und geben dir Sicherheit.

Welche Symptome können bei HES auftreten?

Die Beschwerden beim HES fallen sehr unterschiedlich aus. Häufig zeigen sich zunächst unspezifische Allgemeinsymptome wie eine ausgeprägte Müdigkeit, die sogenannte Fatigue. Seltener treten Nachtschweiß oder ein ungewollter Gewichtsverlust auf. Daneben kann das HES verschiedene Organe betreffen – etwa Haut, Lunge, Herz und Nervensystem. Auch eine vergrößerte Milz oder Leber, Gerinnungsstörungen oder eine Entzündung von Magen und Darm sind möglich. Je nach betroffenem Organ können also Hautveränderungen, Atembeschwerden oder Magen-Darm-Beschwerden hinzukommen. Wichtig ist, neue Anzeichen ärztlich abklären zu lassen.

Wie wird HES behandelt?

Gegen die Beschwerden gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten. Kortikosteroide helfen vielen Betroffenen, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Ein moderner Wirkstoff ist Mepolizumab, ein gegen den Botenstoff IL-5 gerichteter Antikörper. In der Langzeitbehandlung mit 300 mg unter die Haut (subkutan) alle 4 Wochen kann er die Zahl der Eosinophilen und die Krankheitsschübe deutlich verringern und Steroide einsparen – bei guter bis sehr guter Verträglichkeit. Bei einem Risiko für Blutgerinnsel kommt zusätzlich eine blutverdünnende Therapie (orale Antikoagulation) zum Einsatz.

Welche Kontrollen sind beim Leben mit HES wichtig?

Regelmäßige Kontrollen helfen, Veränderungen früh zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Zu Beginn finden diese Untersuchungen meist monatlich statt, später nur noch alle 3 bis 6 Monate. Zu den wichtigsten Kontrollen gehören:

  • die körperliche Untersuchung, unter anderem zur Beurteilung der Milz
  • das Blut- und Differentialblutbild
  • kardiale Marker wie TnI und ProBNP zur Überwachung des Herzens
  • die Sonographie (Ultraschall) und die Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
  • eine Lungenfunktionsprüfung
  • eine Endoskopie zur Beurteilung des Magen-Darm-Trakts

Besonders zentral ist die Untersuchung deines Herzens, denn eine Herzbeteiligung kann prognostisch entscheidend sein.

    Was bedeutet die Diagnose HES für meinen Alltag?

    Die Diagnose verändert deinen Alltag – aber sie bestimmt ihn nicht. Du wirst regelmäßige Arzttermine wahrnehmen und deine Werte im Blick behalten. Dazwischen bleibt jedoch viel Raum für ein erfülltes und aktives Leben. Viele Betroffene erleben sogar beschwerdefreie Phasen, in denen sie kaum Einschränkungen spüren. Du selbst spielst dabei eine zentrale Rolle: Wenn du deine Therapie konsequent einhältst, Termine wahrnimmst und neue Beschwerden frühzeitig meldest, trägst du aktiv zu einem guten Verlauf bei. Und das Beste: Du gehst diesen Weg nicht allein, sondern hast ein erfahrenes Behandlungsteam an deiner Seite.

    Quellen

    [1] Unbekannter Autor (k.A.) Hypereosinophilie-Syndrom. https://www.esanum.de/rare-diseases/hypereosinophilie-syndrom (Stand: 16.06.2026)

    • “Die Prognose betroffener Patienten ist günstig.”
    • ”Lediglich stark fortgeschrittene, irreversible Organschäden schränken die Lebenserwartung ein.”

    [2] Metzgeroth G, Reiter A, Goede J, Sperr W R, Valent P (2023). Eosinophilie: Primäre klonale Eosinophile und Differentialdiagnosen.https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eosinophilie-primaere-klonale-eosinophile-und-differentialdiagnosen/@@guideline/html/index.html (Stand: 16.06.2026)

    “Neben der regelmäßigen körperlichen Untersuchung (Milz), Blut- und Differentialblutbild sowie Kontrolle der Organmanifestation (z.B. kardiale Marker wie TNI/ProBNP, Sonographie, Echokardiographie, Kardio-MRT, Lungenfunktion, Endoskopie, CT/MRT) sollten in regelmäßigen Abständen (initial monatlich, später 3-6 monatlich) PCR- (Fusionsgen) bzw. FISH-Analysen (rearrangierte TK) zur Beurteilung der molekularen Remission erfolgen.”

    “Die 10-Jahres-Überlebensraten liegen bei 92% und 78%, etwa 50% der Patienten versterben an Komorbiditäten.”

    “5-Jahres-Überleben in chronischer Phase liegt bei über 80-90% (FIP1L1::PDGFRA)”

    “Die exakte Diagnosestelllung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt beeinfluß die Prognose oft ganz entscheidend.”

    “Eine (ggf. asymptomatische) Herzbeteiligung sollte immer durch Echokardiographie/MRT ausgeschlossen werden.”

    “Patienten mit PDGFRA/-B Fusionsgenen zeigen ein exzellentes Ansprechen auf Imatinib, primäre/sekundäre Resistenzen oder eine Progression in eine sekundäre Blastenphase sind selten, inzwischen sind sogar Therapie-freie Remissionen berichtet worden.”

    “Klinisch zeigen Pat. mit Eosinophile unspezifische Allgemeinsymptome, z.B. Fatigue, seltener Nachtschweiß oder Gewichtsverlust.”

    “Am häufigsten wird eine isolierte Splenomegalie gefunden. Mit Ausnahme der Splenomegalie ist der Befall einzelner oder gleichzeitig mehrerer Organe (Nasennebenhöhlen, Lunge, GI-Trakt, Herz) eher untypisch für eine klonale Eosinophilie.“

    “ Der gegen IL-5 gerichtete monoklonale Antikörper Mepolizumab ist inzwischen für die Behandlung erwachsener Patienten mit unzureichend kontrolliertem HES zugelassen. In der Langzeitbehandlung (300 mg s.c. alle 4 Wochen) kann so die Eosinophilie und die Zahl von HES-Krankheitsschüben signifikant vermindert und Steroide eingespart werden, bei guter bis sehr guter Verträglichkeit”

    Hypereosinophiles Syndrom (HES): Ursachen und Subtypen verständlich erklärt

    Das Wichtigste in Kürze

    1. Eosinophile Granulozyten sind ein wichtiger Teil deines Immunsystems und machen normalerweise nur 1–4 % der weißen Blutkörperchen aus. Sie helfen bei der Abwehr von Parasiten und steuern allergische Reaktionen – können mit ihren gespeicherten Stoffen aber auch körpereigenes Gewebe schädigen.
    2. Von einem hypereosinophilen Syndrom (HES) spricht man traditionell erst dann, wenn die eosinophilen Granulozyten über 1500/µl liegen, dieser Wert mindestens 6 Monate anhält und gleichzeitig Anzeichen einer Organfunktionsstörung auftreten.
    3. In über 90 % der Fälle stecken reaktive Ursachen hinter dem HES – etwa eine Allergie, eine Infektion, eine Autoimmunerkrankung oder bestimmte Tumoren. Nur bei etwa 5–10 % liegt eine erworbene genetische Veränderung (klonale Form) vor.
    4. Ein wichtiges Beispiel für eine klonale Form ist das Fusionsgen FIP1L1::PDGFRA. Diese genetischen Veränderungen sind in der Regel nicht erblich, sondern entstehen im Laufe des Lebens. Betroffene sprechen häufig sehr gut auf den Tyrosinkinase-Hemmer Imatinib an.
    5. Da beim HES nahezu jedes Organ betroffen sein kann, ist besonders die Herzbeteiligung prognostisch entscheidend und sollte mittels Echokardiographie oder MRT abgeklärt werden. Eine frühe und genaue Diagnose beeinflusst die Prognose oft entscheidend zum Positiven.

    Ein erhöhter Blutwert, eine neue Diagnose oder einfach das Wort „hypereosinophiles Syndrom“ auf einem Befund – und schon tauchen viele Fragen auf. Was steckt eigentlich dahinter? Warum entsteht diese Erkrankung? Und was bedeutet das für dich? Genau diese Fragen klären wir in diesem Beitrag – ruhig, verständlich und Schritt für Schritt. Du erfährst, was eosinophile Granulozyten sind und welche wichtigen Aufgaben diese kleinen Zellen in deinem Immunsystem übernehmen. Wir zeigen dir, wann aus einer harmlosen Eosinophilie ein behandlungsbedürftiges hypereosinophiles Syndrom – kurz HES – werden kann und welche Ursachen dahinterstecken. Dabei werfen wir auch einen Blick auf die verschiedenen Subtypen und genetische Faktoren wie das Fusionsgen FIP1L1::PDGFRA. Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen lässt sich eine gut greifbare Ursache finden – und mit den richtigen Untersuchungen klärt sich Schritt für Schritt, was hinter deinen Werten steckt. Du bist diesem Befund nicht hilflos ausgeliefert. Lass uns gemeinsam Licht ins Dunkel bringen, damit du die nächsten Schritte mit mehr Sicherheit gehen kannst.

    Eosinophile Granulozyten und die Ursache des hypereosinophilen Syndroms

    Vielleicht hast du gerade eine Diagnose erhalten oder einen auffälligen Blutwert in der Hand und fragst dich, was es mit dem hypereosinophilen Syndrom – kurz HES – eigentlich auf sich hat. Keine Sorge: In diesem Abschnitt erklären wir dir verständlich, was eosinophile Granulozyten sind, welche Aufgaben sie in deinem Körper übernehmen und warum es überhaupt zu einem hypereosinophilen Syndrom kommen kann. Schritt für Schritt schaffen wir gemeinsam ein solides Verständnis – das hilft dir, die nächsten Schritte mit mehr Sicherheit zu gehen.

    Eosinophile Granulozyten: Kleine Zellen mit großer Wirkung

    Eosinophile Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und gehören zu deinem Immunsystem [1]. Sie sind also winzige Helfer, die dich tagtäglich schützen. Im normalen Blutbild machen sie nur einen kleinen Anteil aus: etwa 1–4 % aller weißen Blutkörperchen, das entspricht ungefähr 20–400 Zellen pro µl Blut [1]. Trotz ihrer geringen Zahl erfüllen sie wichtige Aufgaben. Sie helfen bei der Abwehr von Parasiten, steuern allergische Reaktionen mit und sind sogar an der Immunreaktion auf Virusinfektionen beteiligt [1].

    Damit eosinophile Granulozyten aktiv werden, brauchen sie bestimmte Botenstoffe. Zentrale Mediatoren ihrer Aktivierung sind Interleukin-5 (IL-5), IL-4 und IL-13 – also Signalstoffe, die deinem Immunsystem mitteilen, wann es Verstärkung braucht. Dabei spielt IL-5 eine besondere Rolle: Es fördert die Differenzierung, die Aktivierung und das Überleben der eosinophilen Granulozyten [1]. Im Inneren dieser Zellen befinden sich kleine Speicherpakete, die sogenannten Granula. Sie enthalten unter anderem das Major Basic Protein (MBP), das Eosinophile kationische Protein (ECP) und die Eosinophile Peroxidase (EPO). Diese Stoffe sind ein wirksames Werkzeug gegen Krankheitserreger – sie können jedoch auch körpereigenes Gewebe schädigen. Genau dieser Punkt ist der Schlüssel zum Verständnis des hypereosinophilen Syndroms.

    Eosinophilie, Hypereosinophilie und HES: Die entscheidenden Grenzwerte

    Damit du die Fachbegriffe besser einordnen kannst, lohnt sich ein Blick auf die genauen Schwellenwerte. Mediziner:innen sprechen von einer Eosinophilie, wenn sich die eosinophilen Granulozyten im peripheren Blut – also dem Blut, das durch deine Adern fließt – auf Werte ≥ 0,5 x 10⁹/l vermehren. Steigt die Zahl weiter an und erreicht Werte ≥ 1,5 x 10⁹/l, liegt eine Hypereosinophilie vor [2]. Du kannst dir das wie eine Skala vorstellen: Je höher der Wert, desto wachsamer schauen Ärztin oder Arzt hin.

    Beim hypereosinophilen Syndrom kommt allerdings noch ein wichtiger Aspekt hinzu. Es wird traditionell definiert als periphere Bluteosinophilie über 1500/µl, die mindestens 6 Monate anhält und Anzeichen einer Organfunktionsstörung zeigt [3]. Mit anderen Worten: Nicht jede erhöhte Eosinophilie bedeutet automatisch ein HES. Erst wenn die Werte über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben und der Körper darunter leidet, wird es kritisch. Der Grund dafür liegt in den bereits beschriebenen Granula: Bleiben dauerhaft zu viele aktivierte Zellen im Gewebe, können sie dort Schäden verursachen. Deshalb ist es so wichtig, anhaltend erhöhte Werte ärztlich abklären zu lassen.

    Warum entsteht HES? Reaktive und klonale Ursachen im Überblick

    Vielleicht fragst du dich nun: Warum entsteht ein HES überhaupt? Wichtig zu wissen ist, dass das hypereosinophile Syndrom zunächst ein klinisches Zustandsbild beschreibt – also einen Symptomkomplex ohne feste ätiologische Zuordnung [2]. Das bedeutet: Der Begriff fasst die verschiedenen Erscheinungsformen zusammen, ohne von vornherein die genaue Ursache festzulegen. Ein HES kann sowohl reaktive als auch klonale, also erworbene genetische Ursachen haben. Diese Unterscheidung ist für den weiteren Weg sehr bedeutsam.

    Die gute Nachricht zuerst: In den meisten Fällen steckt eine vergleichsweise gut greifbare Ursache dahinter. Bei über 90 % der Patient:innen finden sich reaktive Ursachen [2]. Dazu zählen unter anderem:

    • eine Allergie
    • eine Infektion (häufig durch Parasiten)
    • Autoimmunerkrankungen
    • bestimmte Neoplasien, etwa ein Lymphom oder ein solider Tumor

    Bei diesen reaktiven Formen reagiert dein Immunsystem also auf äußere Einflüsse und bildet vermehrt eosinophile Granulozyten. Das ist im Grunde eine natürliche Schutzreaktion deines Körpers, auch wenn sie über das Ziel hinausschießen kann.

    Nur bei etwa 5–10 % der Fälle liegt eine genetische Aberration vor, also eine klonale Veränderung im Erbgut der Zellen [2]. Diese Einordnung kann beruhigend wirken: Eine genetische Ursache ist deutlich seltener als reaktive Auslöser. Trotzdem ist die genaue Abklärung entscheidend, denn nur so lässt sich die richtige Behandlung finden. Wenn du also unklare oder dauerhaft erhöhte Blutwerte hast, zögere nicht, das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu suchen. Du bist diesem Befund nicht hilflos ausgeliefert – im Gegenteil: Mit den richtigen Untersuchungen lässt sich Schritt für Schritt klären, was dahintersteckt.

    Hypereosinophiles Syndrom: Subtypen, genetische Faktoren und klinische Manifestation

    Nachdem du nun verstehst, warum es überhaupt zu einem hypereosinophilen Syndrom kommen kann, schauen wir gemeinsam genauer hin. Denn das hypereosinophile Syndrom ist nicht gleich hypereosinophiles Syndrom: Es gibt verschiedene Untertypen, unterschiedliche genetische Faktoren und ganz unterschiedliche Wege, wie sich die Erkrankung im Körper bemerkbar macht. In diesem Abschnitt erklären wir dir Schritt für Schritt, welche Formen es gibt, welche Rolle Gene wie FIP1L1::PDGFRA spielen und wie Ärztin oder Arzt dem Ganzen auf den Grund gehen.

    Die Subtypen des hypereosinophilen Syndroms verständlich erklärt

    Grundsätzlich unterscheiden Mediziner:innen zwischen klonalen und nicht-klonalen Formen. Bei den klonalen, also neoplastischen Varianten (kurz HES-N) liegt eine echte Veränderung im Erbgut der blutbildenden Zellen vor [2]. Davon abzugrenzen sind die nicht-klonalen Formen: das idiopathische hypereosinophile Syndrom (HES-I), das lymphozytische hypereosinophile Syndrom (HES-L) und das reaktive (HES-R) [2].

    Diese Einteilung ist kein bloßer Fachjargon, sondern entscheidet maßgeblich darüber, welche Behandlung für dich infrage kommt.

    Klonales oder neoplastisches HES

    Die primäre neoplastische Hypereosinophilie wird auch klonales HES oder HES-N genannt. Dabei liegt eine Erkrankung der blutbildenden Zellen vor. Die Eosinophilie entsteht hier durch krankhaft veränderte myeloische oder lymphatische Zellen. Das bedeutet: Die eosinophilen Zellen gehören selbst zu dieser veränderten Zellgruppe.

    Innerhalb der klonalen Formen oder HES-N (betreffen 5 bis 10% der HES-Fälle) gibt es zwei große Untertypen:

    • Myeloische oder lymphatische Neoplasien mit Eosinophilie und bestimmtem Genumbau:
      Hier findet man ein sogenanntes Tyrosinkinase-Fusionsgen. Das häufigste Beispiel ist FIP1L1::PDGFRA. Diese Formen sprechen oft rasch und dauerhaft auf Tyrosinkinase-Hemmer wie das Medikament Imatinib an.
    • Chronische Eosinophilenleukämie, nicht anderweitig spezifiziert (CEL, NOS):
      Auch hier liegt ein maligner Zellklon vor. Im Unterschied zu den Formen mit Fusionsgen findet man aber kein bekanntes Fusionsgen als treibende Ursache.

    Nicht-klonale Subformen

    • Reaktives HES (HES-R): Hier gibt es einen Auslöser, zum Beispiel eine Allergie, eine Infektion, Medikamente oder eine Autoimmunerkrankung. Diese Form ist häufig.
    • Das lymphozytisches HES (HES-L): Bei dieser Form spielen bestimmte T-Zellen, also Zellen des Immunsystems, eine wichtige Rolle. Sie fördern die Vermehrung der eosinophilen Granulozyten. [4]. Bei dieser Form zeigen sich häufig ein Angioödem (eine plötzliche Schwellung im Gewebe), Hautveränderungen wie Urtikaria sowie ein hoher IgE-Wert im Blut. Die gute Nachricht: Betroffene mit dieser Variante sprechen oft günstig auf Kortison an [4]. Allerdings besteht bei etwa 10–15 % der Patient:innen das Risiko, dass sich daraus mit der Zeit ein T-Zell-Lymphom entwickelt – ein wichtiger Grund für regelmäßige Kontrollen [2].
    • Idiopathisches (HES-I): Idiopathisch bedeutet, dass trotz genauer Untersuchungen lässt sich keine klare Ursache finden. Die eosinophilen Granulozyten sind dauerhaft erhöht, und es gibt Zeichen dafür, dass Organe betroffen sind, insbesondere Lunge, Gastrointestinaltrakt, Herz, Haut und/oder Nervensystem. Klinisch zeigen sich mitunter schwer zu differenzierende Überlappungen zu Autoimmunerkrankungen, v.a. zur EGPA. Klinische Symptome und Befunde werden im Wesentlichen durch das Muster der Organinfiltration/-dysfunktion geprägt.

    Ist das HES erblich? Genetische Ursachen und ihre Bedeutung

    Eine Frage, die viele Betroffene beschäftigt, lautet: Ist das hypereosinophile Syndrom erblich? Hier können wir dich in den meisten Fällen beruhigen. Die genetischen Veränderungen, die einer klonalen Form zugrunde liegen, sind in der Regel erworben – sie entstehen also im Laufe des Lebens und werden nicht von den Eltern weitergegeben. Das wichtigste Beispiel ist das Fusionsgen FIP1L1:PDGFRA. Es lässt sich bei etwa 3–5 % der Patient:innen mit unklarer Vermehrung der weißen Blutzellen nachweisen, wobei über 95 % davon Männer sind [2]. Eine echte familiäre, also vererbte Form ist sehr selten und wurde auf dem Chromosomenabschnitt 5q31–33 lokalisiert.

    Die genetische Abklärung ist weit mehr als reine Wissenschaft – sie eröffnet konkrete Behandlungswege. Patient:innen mit dem FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen sprechen häufig sehr gut auf eine Behandlung mit niedrig dosiertem Imatinib an, einem Tyrosinkinase-Hemmer [3]. Auch andere genetische Veränderungen können auf einen solchen Tyrosinkinasehemmer wie Imatinib reagieren, etwa Umbauten der Gene PDGFRB, FGFR1 oder PCM1-JAK2 [4]. Insgesamt sind inzwischen mehr als 70 solcher Fusionsgene bekannt [2]. Das zeigt: Je genauer die zugrunde liegende Veränderung bekannt ist, desto gezielter lässt sich die Therapie wählen.

    Symptome und Organbeteiligung: Von der Haut bis zur Myokarditis

    Die Beschwerden beim hypereosinophilen Syndrom sind sehr vielfältig, weil nahezu jedes Organ betroffen sein kann. Typischerweise sind Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem beteiligt [3]. Damit du dich besser orientieren kannst, haben wir die möglichen Symptome nach Organbereichen geordnet [4]:

    BereichMögliche Beschwerden
    Allgemein (konstitutionell)Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust, Muskelschmerzen
    Herz und LungeHusten, Luftnot (Dyspnoe), Herzinsuffizienz, Myokarditis, Pleuraergüsse
    HautAngioödem, Juckreiz, Hautausschläge wie Ekzeme und Urtikaria
    NervensystemEmpfindungsstörungen, periphere Neuropathie
    Magen-Darm-TraktBauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit


    Diese Liste soll dir kein Unbehagen bereiten – im Gegenteil. Sie hilft dir, eigene Beschwerden besser einzuordnen und im Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt gezielt anzusprechen. Wichtig zu wissen: Nicht alle Symptome treten gleichzeitig auf, und manche Betroffene sind sogar weitgehend asymptomatisch.

    Eine besondere Aufmerksamkeit verdient die Herzbeteiligung. Sie ist prognostisch entscheidend, denn eine kardiale Manifestation kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben [3]. Zu den möglichen Zeichen zählen eine restriktive oder infiltrative Kardiomyopathie, eine Mitral- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz sowie Thromben, die sich an der Herzinnenwand bilden [4]. Deshalb sollte eine – manchmal zunächst unbemerkte – Herzbeteiligung immer durch eine Echokardiographie oder ein MRT abgeklärt werden [2]. Hilfreiche Laborwerte sind dabei das Troponin und das ProBNP, die auf eine Belastung des Herzens hinweisen können. Du musst diese Untersuchungen nicht fürchten: Sie sind ein wertvolles Werkzeug, um deine Gesundheit zu schützen und rechtzeitig gegenzusteuern.

    Differentialdiagnose und Prognose: Der Weg zur sicheren HES-Diagnose

    Bevor die Diagnose hypereosinophiles Syndrom feststeht, müssen Ärztin oder Arzt andere Erkrankungen ausschließen. Die wichtigste diagnostische Aufgabe ist dabei die sichere Trennung zwischen klonaler und reaktiver Form – diese gelingt nur durch den Nachweis oder Ausschluss klonaler genetischer Veränderungen [2]. Ein erhöhter IgE-Wert spricht übrigens stark gegen eine bösartige Veränderung der Blutbildung. Auch von anderen Krankheitsbildern muss das hypereosinophile Syndrom abgegrenzt werden. Eine wichtige Differentialdiagnose ist die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA), früher auch Churg-Strauss-Syndrom genannt. Wenn Asthma, Sinusitis oder Nasenpolypen vorliegen, deutet dies eher auf diese Erkrankung hin [2]. Um Klarheit zu schaffen, kommen verschiedene Untersuchungen zum Einsatz – darunter eine Knochenmarkpunktion mit Zytogenetik, eine FISH-Analyse, eine Polymerase-Kettenreaktion zur Untersuchung der T-Zellen sowie EKG und Echokardiographie.

    Auch wenn dieser diagnostische Weg auf den ersten Blick aufwendig erscheint, steckt darin eine ermutigende Botschaft: Eine möglichst frühe und exakte Diagnose beeinflusst die Prognose oft ganz entscheidend zum Positiven [2]. Denn nur wer den genauen Untertyp kennt, kann die passende Behandlung wählen – sei es ein Tyrosinkinase-Hemmer wie Imatinib, eine Therapie mit Kortikosteroiden oder modernere Ansätze. Du bist diesem Prozess nicht passiv ausgeliefert. Indem du Beschwerden aufmerksam beobachtest, Untersuchungstermine wahrnimmst und offen mit deinem Behandlungsteam sprichst, leistest du einen wertvollen Beitrag zu deiner eigenen Gesundheit. Schritt für Schritt findet ihr gemeinsam den richtigen Weg – und das gibt dir Sicherheit für die Zeit, die vor dir liegt.

    FAQ zum Thema: Hypereosinophiles Syndrom (HES): Ursachen und Subtypen verständlich erklärt

    Was sind eosinophile Granulozyten und welche Aufgabe haben sie?

    Eosinophile Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und gehören zu deinem Immunsystem. Im normalen Blutbild machen sie nur etwa 1–4 % aller weißen Blutkörperchen aus, das entspricht ungefähr 20–400 Zellen pro µl Blut. Trotz ihrer geringen Zahl erfüllen sie wichtige Aufgaben: Sie helfen bei der Abwehr von Parasiten, steuern allergische Reaktionen mit und sind an der Immunreaktion auf Virusinfektionen beteiligt. In ihrem Inneren tragen sie kleine Speicherpakete, die sogenannten Granula. Diese enthalten Stoffe, die zwar gegen Krankheitserreger wirken, aber auch körpereigenes Gewebe schädigen können – genau hier liegt der Schlüssel zum Verständnis des hypereosinophilen Syndroms.

    Wann spricht man von einer Hypereosinophilie und ab wann von einem HES?

    Hier helfen dir klare Schwellenwerte zur Orientierung. Von einer Eosinophilie sprechen Ärztin oder Arzt, wenn sich die eosinophilen Granulozyten im Blut auf Werte ≥ 0,5 x 10⁹/l vermehren. Steigt die Zahl auf ≥ 1,5 x 10⁹/l, liegt eine Hypereosinophilie vor. Ein hypereosinophiles Syndrom (HES) ist jedoch erst dann gegeben, wenn diese erhöhten Werte mindestens 6 Monate anhalten und gleichzeitig Anzeichen einer Organfunktionsstörung zeigen. Mit anderen Worten: Nicht jeder erhöhte Wert bedeutet automatisch ein HES. Erst wenn die Werte über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben und dein Körper darunter leidet, wird es kritisch. Deshalb ist es so wichtig, anhaltend erhöhte Werte ärztlich abklären zu lassen.

    Warum entsteht ein hypereosinophiles Syndrom?

    Ein HES kann zwei unterschiedliche Wurzeln haben: reaktive oder klonale (also erworbene genetische) Ursachen. Die gute Nachricht zuerst: Bei über 90 % der Patient:innen finden sich reaktive Ursachen. Dazu zählen:

    • eine Allergie
    • eine Infektion (häufig durch Parasiten)
    • Autoimmunerkrankungen
    • bestimmte Neoplasien, etwa ein Lymphom oder ein solider Tumor

    Bei diesen reaktiven Formen reagiert dein Immunsystem auf einen äußeren Anlass und bildet vermehrt eosinophile Granulozyten. Nur bei etwa 5–10 % der Fälle liegt eine genetische Veränderung im Erbgut der Zellen vor. Da die häufigen reaktiven Auslöser deutlich überwiegen, kann diese Einordnung beruhigend wirken. Wichtig ist trotzdem die genaue Abklärung, denn nur so lässt sich die richtige Behandlung finden.

    Welche Subtypen des hypereosinophilen Syndroms gibt es?

    Grundsätzlich unterscheiden Mediziner:innen zwischen klonalen und nicht-klonalen Formen. Bei den klonalen, also neoplastischen Varianten (kurz HES-N) liegt eine echte Veränderung im Erbgut der blutbildenden Zellen vor [2]. Davon abzugrenzen sind die nicht-klonalen Formen: das idiopathische hypereosinophile Syndrom (HES-I), das lymphozytische hypereosinophile Syndrom (HES-L) und das reaktive (HES-R). Diese Einteilung ist kein bloßer Fachjargon, sondern entscheidet maßgeblich darüber, welche Behandlung für dich infrage kommt.

    Ist das hypereosinophile Syndrom erblich?

    Hier können wir dich in den allermeisten Fällen beruhigen. Die genetischen Veränderungen, die einer klonalen Form zugrunde liegen, sind in der Regel erworben – sie entstehen also im Laufe des Lebens und werden nicht von den Eltern weitergegeben. Das wichtigste Beispiel ist das Fusionsgen FIP1L1::PDGFRA. Es lässt sich bei etwa 3–5 % der Patient:innen mit unklarer Vermehrung der weißen Blutzellen nachweisen, wobei über 95 % davon Männer sind. Eine echte familiäre, also vererbte Form ist sehr selten. Diese genetische Abklärung ist dabei mehr als reine Wissenschaft: Patient:innen mit dem FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen sprechen häufig sehr gut auf eine Behandlung mit niedrig dosiertem Imatinib an, einem Tyrosinkinase-Hemmer.

    Welche Symptome und Organe können beim HES betroffen sein?

    Die Beschwerden sind sehr vielfältig, weil nahezu jedes Organ betroffen sein kann. Typischerweise sind Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem beteiligt. Zur besseren Orientierung findest du hier einen Überblick:

    BereichMögliche Beschwerden
    AllgemeinMüdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust, Muskelschmerzen
    Herz und LungeHusten, Luftnot, Herzinsuffizienz, Myokarditis, Pleuraergüsse
    HautAngioödem, Juckreiz, Ekzeme, Urtikaria
    NervensystemEmpfindungsstörungen, periphere Neuropathie
    Magen-Darm-TraktBauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit

    Wichtig zu wissen: Nicht alle Symptome treten gleichzeitig auf, und manche Betroffene sind sogar weitgehend beschwerdefrei. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Herzbeteiligung, da sie prognostisch entscheidend ist. Deshalb sollte sie immer durch eine Echokardiographie oder ein MRT abgeklärt werden.

    Wie wird die Diagnose HES gestellt und wie sind die Aussichten?

    Bevor die Diagnose feststeht, müssen Ärztin oder Arzt andere Erkrankungen ausschließen. Die wichtigste Aufgabe ist dabei die sichere Trennung zwischen klonaler und reaktiver Form – das gelingt nur durch den Nachweis oder Ausschluss klonaler genetischer Veränderungen. Auch von Krankheitsbildern wie der eosinophilen Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA, früher Churg-Strauss-Syndrom genannt) muss das HES abgegrenzt werden. Zur Klärung kommen verschiedene Untersuchungen zum Einsatz, darunter eine Knochenmarkpunktion, eine FISH-Analyse, EKG und Echokardiographie. Auch wenn dieser Weg aufwendig erscheint, steckt darin eine ermutigende Botschaft: Eine möglichst frühe und exakte Diagnose beeinflusst die Prognose oft entscheidend zum Positiven. Indem du Beschwerden aufmerksam beobachtest und offen mit deinem Behandlungsteam sprichst, leistest du einen wertvollen Beitrag zu deiner Gesundheit.

    Quellen

    [1] Reh F, Fidelj V, Antwerpes F, Ostendorf N (2025). Hypereosinophiles Syndrom. https://flexikon.doccheck.com/de/Eosinophiler_Granulozyt (Stand: 16.06.2026)

    • “Eosinophile Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bzw. Granulozyten, die eosinophile Granula in ihrem Zytoplasma aufweisen.”
    • “Eosinophile Granulozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Steuerung allergischer Reaktionen sowie bei der Abwehr von Parasiten und beim Abbau von Fibrin bei Entzündungsreaktionen.”
    • “Eosinophile Granulozyten machen im Differentialblutbild ca. 1–4% der Zellen aus. Das entspricht etwa 20–400 Zellen pro µl Blut.”
    • “IL-5 fördert die Differenzierung, die Aktivierung, das Überleben und die Rekrutierung eosinophiler Granulozyten.”

    [2] Metzgeroth G, Reiter A, Goede J, Sperr W R, Valent P (2023). Eosinophilie: Primäre klonale Eosinophile und Differentialdiagnosen. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eosinophilie-primaere-klonale-eosinophile-und-differentialdiagnosen (Stand: 16.06.2026)

    • “Eine Eosinophilie im peripheren Blut ist definiert als eine Vermehrung der Eosinophilien ≥0,5 x 109/l, eine Hypereosinophilie liegt vor bei Werten ≥1,5 x 109/l.”
    • “Unter dem Krankheitsbegriff Hypereosinophiles Syndrom (HES) werden die unterschiedlichen Manifestationen des gesamten mit Eosinophilie verbundenen klinischen Symptomenkomplexes ohne ätiologische Zuordnung subsummiert.”
    • “Die primär wichtigste diagnostische Aufgabe ist die sichere Trennung zwischen klonaler/neoplasischer und reaktiver Eosinophile, letztere umfasst über 90% der Fälle.”
    • “Nur bei maximal 5-10% der Fälle findet sich eine ursächliche genetische Aberration”
    • “In Abgrenzung zu den nicht klonalen Formen des HES wird der Überbegriff eines (primären) neoplastischen HES (HES-N) verwendet, zu dem letztlich alle der o.a. Eosinophilie-assoziierten myeloischen Neoplasien bei gleichzeitigem Vorliegen eines HES zählen.”
    • “Davon ist das nicht-klonale HES mit seinen Varianten idiopathisches (HES-I) und lymphozytisches HES (HES-L) abzugrenzen.”
    • “Das nach BCR::ABL1 häufigste TK-Fusionsgen ist FIP1L1::PDGFRA, welches durch eine zytogenetisch kryptische, interstitielle Deletion von etwa 800 kb auf Chromosomenbande 4q12 entsteht.”
    • “Problematisch ist die mögliche Progression in ein T-Zell Lymphom bei 10-15% der Patienten”
    • “Aus unbekannten Gründen erkranken mehr Männer als Frauen (bei FIP1L1::PDGFRA >95%!), im Gegensatz zu reaktiven Eosinophilien, bei denen Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind.”
    • “Mehr als 70 verschiedene TK-Fusionsgene mit rekurrenter Beteiligung von mindestens sechs Tyrosinkinasen (PDGFRA, PDGFRB, FGFR1, JAK2, ABL1, FLT3) sind bisher identifiziert worden.”
    • “Eine (ggf. asymptomatische) Herzbeteiligung sollte immer durch Echokardiographie/MRT ausgeschlossen werden.”
    • “Da das durch die Folgen der (Hyper)Eosinophile geprägte klinische Erscheinungsbild unspezifisch und damit nicht diagnostisch wegweisend ist, kann die exakte Zuordnung nur durch den Nachweis oder Ausschluss von klonalen genetischen Aberrationen erfolgen.”
    • “Sinusitis/Nasenpolypen, Asthma bronchiale und Polyneuropathie sind wichtige differentialdiagnostische Kriterien für die eosinophile Granulomatose mit Polyangiits (EGPA)”
    • “Die exakte Diagnosestelllung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt beeinfluß die Prognose oft ganz entscheidend.”

    [3] Lauten M, Erlacher M, Knöfler R (2019). Hämatologie.  https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7498388/ (Stand: 16.06.2026)

    • “Das hypereosinophile Syndrom wird traditionell definiert als periphere Bluteosinophilie > 1500/mcl (> 1,5 × 109/l), die ≥ 6 Monate anhält und Anzeichen einer Organfunktionsstörung aufweist.”
    • “Es gibt zwei große Subtypen des klonalen hypereosinophilen Syndroms: Myeloproliferative Variante und Lymphoproliferative Variante”
    • “Patienten mit FIP1L1/PDGFRA-assoziiertem Fusionsgen sind häufig männlichen Geschlechts und sprechen auf Behandlung mit niedrig dosiertem Imatinib an (ein Tyrosinkinase-Hemmer)”
    • “Obwohl jedes Organ involviert sein kann, sind typischerweise Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem betroffen.”
    • “Eine kardiale Beteiligung kann beträchtliche Morbidität und Mortalität verursachen.”

    [4] Liesveld J (2024). Hypereosinophiles Syndrom. https://www.msdmanuals.com/de/profi/h%C3%A4matologie-und-onkologie/st%C3%B6rungen-der-eosinophilen/hypereosinophiles-syndrom (Stand: 16.06.2026)

    “Kardiopulmonal (> 70%): Mural Thromben mit Embolien, Restriktive oder infiltrative Kardiomyopathie oder Mitral- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz mit Husten, Luftnot, Herzinsuffizienz, Arrhythmien, endomyokardiale Krankheiten, pulmonale Infiltrate und Pleuraergüsse”

    “Patienten haben oft: Anämie, Erhöhte Tryptase-Spiegel im Serum, Erhöhte Vitamin-B12-Serumspiegel, Hypogranuläre oder vakuolisierte Eosinophilen, Myelofibrose, Splenomegalie, Thrombozytopenie”

    “Die lymphoproliferative Variante zeigt sich durch eine klonale T-Zell-Population mit aberrantem Phänotyp aus. Polymerase-Kettenreaktion zeigt eine klonale T-Zell-Rezeptor-Umstellung.”

    “Patienten mit der lymphoproliferativen Variante sprechen auch häufiger günstig auf Kortikosteroide an und entwickeln gelegentlich ein T-Zell-Lymphom.”

    “Andere Varianten des hyperesosinophilen Syndroms umfassen das Gleich-Syndrom (episodisches Angioödem mit Eosinophilie), das familiärs hypereosinophiles Syndrom (lokalisiert auf 5q 31–33) sowie andere organspezifische Syndrome.”

    “Ein kleiner Teil der Patienten mit der myeloproliferativen Variante des hypereosinophilen Syndroms weist zytogenetische Veränderungen auf, die den Plättchen-abgeleiteten Wachstumsfaktor-Rezeptor beta (PDGFRB) betreffen und auch auf Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Imatinib reagieren”

    “Konstitutionelle Symptome (≈ 50%): Anorexie, Müdigkeit, Fieber, Myalgien, Schwäche, Gewichtsverlust”

    HES behandeln: Therapie, Diagnostik und Prognose im Überblick

    Das Wichtigste in Kürze

    1. Von einem hypereosinophilen Syndrom (HES) spricht man, wenn die Eosinophilen – eine Art weißer Blutkörperchen – über mindestens sechs Monate auf mehr als 1500/mcl erhöht sind und gleichzeitig eine Organfunktionsstörung vorliegt.
    2. Die Beschwerden sind sehr vielfältig: Mehr als 70 % der Betroffenen berichten über Symptome an Herz und Lunge wie Husten oder Luftnot (Dyspnoe), über 40 % zeigen Magen-Darm-Beschwerden wie Krämpfe oder Durchfall – dazu kommen oft Müdigkeit, Fieber und Hautausschläge.
    3. Die Diagnostik beginnt mit dem Blutbild und wird durch weitere Untersuchungen ergänzt, etwa EKG, Echokardiographie, Lungenfunktionstests, CT sowie eine Knochenmarkuntersuchung – wichtig ist dabei, andere Ursachen wie Allergien oder Parasitosen auszuschließen.
    4. Die Therapie richtet sich nach deinem individuellen Verlauf: Kortison ist meist das Mittel der ersten Wahl, bei Bedarf kommen Immunsuppressiva oder – bei der modernsten Option – das Biologikum Mepolizumab hinzu, das einmal alle 28 Tage gespritzt wird und einen kortisonsparenden Effekt hat.
    5. HES ist eine chronische Erkrankung mit schubweisem Verlauf, weshalb meist eine Dauertherapie nötig ist – eine frühzeitige Diagnose schützt deine Organe, verbessert deine Prognose und erhält deine Lebensqualität langfristig.

    Die Diagnose hypereosinophiles Syndrom – kurz HES – wirft viele Fragen auf. Wie wird diese seltene Bluterkrankung eigentlich erkannt? Welche Behandlungen gibt es, und was bedeuten sie für deinen Alltag? Vielleicht befindest du dich gerade am Anfang der Diagnostik oder möchtest mehr über deine Therapiemöglichkeiten erfahren. In diesem Ratgeber begleite ich dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Themen: von der Diagnostik über die verschiedenen Medikamente bis hin zur Prognose. Du erfährst, welche Symptome auf ein HES hinweisen können, wann eine Behandlung sinnvoll ist und welche modernen Therapien heute zur Verfügung stehen. Mein Ziel ist es, dir komplexe medizinische Zusammenhänge verständlich und einfühlsam zu erklären – damit du dich gut informiert fühlst und gemeinsam mit deinem Behandlungsteam den passenden Weg findest.

    HES erkennen: Diagnostik und klinische Symptomatik im Überblick

    Vielleicht hast du gerade die Diagnose hypereosinophiles Syndrom erhalten oder stehst noch ganz am Anfang der Behandlung. Das kann zunächst verunsichern, denn HES ist eine seltene Erkrankung, deren Diagnose häufig eine Herausforderung darstellt. Doch keine Sorge: In diesem Abschnitt erkläre ich dir verständlich, was hinter der Erkrankung steckt, welche Symptome auftreten können und wie die ärztliche Untersuchung Schritt für Schritt abläuft.

    Was steckt hinter dem hypereosinophilen Syndrom?

    Das hypereosinophile Syndrom, kurz HES, gehört zu den seltenen Erkrankungen des Blutes. Dabei ist die Anzahl der Eosinophilen im Blut dauerhaft erhöht. Eosinophile sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen, die normalerweise dein Immunsystem unterstützen. Sind sie jedoch über längere Zeit stark erhöht, können sie verschiedene Organe schädigen.

    Mediziner:innen sprechen von einem HES, wenn die Eosinophilen im Blut über mindestens sechs Monate auf mehr als 1500 pro Mikroliter erhöht sind und gleichzeitig Anzeichen einer Organfunktionsstörung bestehen [1]. Diese Kombination aus dauerhaft erhöhtem Wert und Organbeteiligung ist entscheidend für die Diagnose. Wichtig zu wissen: Auch wenn das klinisch komplex klingt, lässt sich die Erkrankung mit der richtigen Diagnostik gut einordnen und behandeln.

    Symptomatik erkennen: Von Atemnot bis Bauchschmerzen

    Die Symptomatik beim HES ist sehr vielfältig, denn die Erkrankung kann unterschiedliche Organe betreffen. Genau das macht es manchmal schwierig, die Beschwerden richtig zuzuordnen. Wenn du auf deinen Körper achtest und ungewöhnliche Signale ernst nimmst, lieferst du deiner Ärztin oder deinem Arzt wichtige Hinweise für die Diagnosestellung.

    Besonders häufig treten kardiopulmonale Beschwerden auf, also Symptome rund um Herz und Lunge. Mehr als 70 % der Betroffenen berichten über Anzeichen wie Husten, Luftnot (Dyspnoe) oder eine Herzinsuffizienz [1]. Auch der Magen-Darm-Trakt ist oft betroffen: Bei über 40 % der Patient:innen zeigen sich Symptome wie abdominelle Krämpfe, Durchfall oder Übelkeit [1]. Solche Oberbauchschmerzen können also durchaus ein Warnzeichen sein.

    Zu diesen typischen Beschwerden gesellen sich häufig allgemeine Krankheitszeichen. Dazu zählen unter anderem:

    • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
    • Fieber
    • Hautausschläge und Juckreiz
    • ungewollter Gewichtsverlust

    Diese Symptome sind unspezifisch und können viele Ursachen haben. Genau deshalb lohnt es sich, bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen.

    HES-Diagnostik: Von Blutbild bis Gentest

    Am Anfang der Diagnostik steht das Blutbild. Hier zeigt sich, ob die Zahl der Eosinophilen tatsächlich erhöht ist. Da ein hoher Wert allein aber noch keine Diagnose bedeutet, geht es im nächsten Schritt darum, mögliche Organschäden zu erkennen und andere Ursachen auszuschließen.

    Um eine Organbeteiligung zu beurteilen, kommen verschiedene Untersuchungen zum Einsatz. Dazu gehören [1]:

    • chemische Blutuntersuchungen, etwa zu Leberenzymen, Kreatinkinase, Nierenfunktion und Troponin
    • EKG sowie Echokardiographie zur Beurteilung des Herzens
    • Lungenfunktionstests
    • CT von Brust, Bauch und Becken

    Ergänzend folgen häufig eine Knochenmarkuntersuchung und zytogenetische Tests. Mit einem speziellen Verfahren namens FISH lässt sich beispielsweise das FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen nachweisen [1]. Ebenso wichtig ist der Ausschluss anderer Ursachen einer Eosinophilie, etwa Allergien, Parasitosen oder Neoplasien. Auch Begleiterkrankungen werden dabei berücksichtigt [2]. So lässt sich das HES klar von verwandten Krankheitsbildern abgrenzen.

    Warum eine frühzeitige Diagnose die Prognose verbessert

    Vielleicht fragst du dich, warum so viel Aufwand in die Diagnostik gesteckt wird. Der Grund ist einfach: Je früher das HES erkannt wird, desto besser lassen sich Organschäden vermeiden. Da die Erkrankung verschiedene Organe – insbesondere das Herz – betreffen kann, sollte sie möglichst frühzeitig medizinisch abgeklärt werden.

    Genau hier liegt deine Selbstwirksamkeit: Wenn du unklare Beschwerden ernst nimmst und ärztlich abklären lässt, schaffst du die Grundlage für eine passende Therapie. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, die Behandlung gezielt einzuleiten und deine Lebensqualität langfristig zu erhalten. Auch wenn die Diagnose zunächst belastend sein kann: Gemeinsam mit deinem Behandlungsteam lässt sich die Erkrankung gezielt behandeln.

    HES behandeln: Therapiemöglichkeiten, Indikation und Anwendung im Alltag

    Vielleicht stellst du dir nun die Frage, wie sich das hypereosinophile Syndrom eigentlich behandeln lässt. Die gute Nachricht vorweg: Es stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, die an deinen individuellen Krankheitsverlauf angepasst werden können. In diesem Abschnitt zeige ich dir, welche Medikamente infrage kommen, wann sie zum Einsatz kommen und was das alles für deinen Alltag bedeutet.

    HES-Therapie: Von Kortison bis zu modernen Biologika

    Die Therapie richtet sich immer danach, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und welche Organe betroffen sind. Es gibt also nicht die eine Lösung für alle, sondern einen Plan, den du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt entwickelst. Genau das macht die moderne Versorgung so wertvoll: Sie passt sich an deine Situation an.

    Grundsätzlich lassen sich die Therapieoptionen in mehrere Stufen einteilen. Die Basis bildet meist eine Behandlung mit Kortikosteroiden, also Kortison. Reicht das nicht aus, kommen ergänzend Immunsuppressiva wie Azathioprin infrage – das sind Mittel, die das überaktive Immunsystem dämpfen [3]. Bei bestimmten genetischen Veränderungen, etwa der FIP1L1::PDGFRA-Umlagerung, wird der Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib eingesetzt werden [3].

    Als modernste Option steht heute zudem ein gezieltes Biologikum zur Verfügung: Mepolizumab. Dieser Wirkstoff greift direkt in das Krankheitsgeschehen ein und hat die klinischen Möglichkeiten deutlich erweitert. Welche dieser Optionen für dich die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab – und genau deshalb wird dein Behandlungsplan ganz individuell auf dich abgestimmt.

    Warum Kortison bei HES meist die erste Wahl ist

    Beim idiopathischen HES, also der Form ohne erkennbare Ursache, ist Kortison das Mittel der ersten Wahl. Gemäß den Leitlinien zur Diagnostik und Therapie wird zunächst eine Behandlung mit Kortikosteroiden empfohlen. Der große Vorteil: Bei vielen Betroffenen sinkt die Zahl der Eosinophilen schon innerhalb von ein bis zwei Wochen deutlich ab. So lässt sich oft rasch eine spürbare Verbesserung erreichen.

    Beim Kortison gilt eine wichtige Grundregel: so viel wie nötig, und wenn es nötig ist, so wenig wie möglich. Denn Wirkung und mögliche Nebenwirkungen hängen stark von der Dosis und der Dauer ab. Ziel ist es daher, die Dosis im Verlauf so weit wie möglich zu senken. Wenn dauerhaft höhere Dosen nötig sind, um die Beschwerden zu kontrollieren, sollte frühzeitig auf kortisonsparende Medikamente umgestellt werden.

    In solchen Fällen kommen die bereits erwähnten Immunsuppressiva zum Einsatz, für die gute klinische Erfahrungen vorliegen. Welches Medikament für dich passt, entscheidet dein Behandlungsteam anhand deiner persönlichen Situation. Wichtig zu wissen: Du musst dich um diese Abwägung nicht allein kümmern – deine Ärztin oder dein Arzt begleitet dich Schritt für Schritt und wählt gemeinsam mit dir den besten Weg.

    Mepolizumab: Eine neue Hoffnung bei schwerem HES

    Eine besonders erfreuliche Entwicklung ist die Zulassung von Mepolizumab. Dieser Wirkstoff ist seit November 2021 von der EMA zugelassen und war das erste zugelassene Arzneimittel für Menschen mit einem schweren Verlauf des HES [3]. Mepolizumab ist ein gezielter, humanisierter Anti-IL-5-Antikörper. Vereinfacht gesagt blockiert er einen bestimmten Botenstoff und hemmt so die Bildung und das Überleben der Eosinophilen. Dadurch wirkt er direkt auf die zugrunde liegende Entzündung [3].

    Für deinen Alltag ist auch die Anwendung erfreulich unkompliziert: Mepolizumab wird nur einmal alle 28 Tage in einer Dosierung von 300 mg unter die Haut gespritzt [3]. In Studien zeigte sich zudem ein wertvoller Effekt: Mehr Betroffene benötigten anschließend nur noch eine niedrige Tagesdosis Kortison von höchstens 7,5 mg [3]. Dieser kortisonsparende Effekt zusammen mit dem sehr guten Verträglichkeitsprofil macht den Wirkstoff zu einer echten Bereicherung in der Klinik.

    Symptomfreier Verlauf: Brauchst du dann überhaupt eine Therapie?

    Vielleicht zeigst du erhöhte Werte, fühlst dich aber eigentlich beschwerdefrei. Dann fragst du dich womöglich, ob überhaupt eine Behandlung nötig ist. Hier kann ich dich beruhigen: Bei beschwerdefreien Personen ohne nachweisbaren Organschaden gibt es keinen festen Wert, ab dem zwingend eine Therapie eingeleitet werden muss [1].

    Statt einer sofortigen Behandlung steht in diesem Fall die regelmäßige Überwachung im Mittelpunkt. Über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten wird beobachtet, ob sich Veränderungen oder Komplikationen entwickeln [1]. So besteht in dieser Situation oft keine Indikation für Medikamente – wohl aber für eine engmaschige Kontrolle. Diese Beobachtung gibt dir Sicherheit, denn so bleibt jede Veränderung im Blick.

    Leben mit HES: Chronischer Verlauf und moderne Behandlung

    Beim HES handelt es sich um eine chronische Erkrankung mit einem schubweisen Verlauf [3]. Das bedeutet: Phasen mit kontrollierter Aktivität wechseln sich mit sogenannten Flares ab, also Schüben, in denen die Beschwerden wieder aufflammen. Aus diesem Grund benötigen die meisten Betroffenen eine Dauertherapie, die sie über längere Zeit begleitet. Bei einer Behandlung mit Mepolizumab wird mindestens einmal jährlich überprüft, ob die Fortsetzung weiterhin sinnvoll ist.

    Auch wenn das zunächst nach einer langen Wegstrecke klingt, möchte ich dir Mut machen:Moderne Behandlungsoptionen ermöglichen eine dauerhafte Kontrolle der Krankheitsaktivität bei gleichzeitig geringeren Nebenwirkungen.Durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung lassen sich Organschäden und schwere Verläufe deutlich reduzieren. Gemeinsam mit deinem Behandlungsteam findest du eine Therapie, die zu deinem Leben passt – und die deine Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt.

    FAQ zum Thema: HES behandeln: Therapie, Diagnostik und Prognose im Überblick

    Was ist das hypereosinophile Syndrom (HES) eigentlich?

    Das hypereosinophile Syndrom, kurz HES, gehört zu den seltenen Erkrankungen des Blutes. Dabei sind dauerhaft zu viele sogenannte Eosinophile in deinem Blut vorhanden. Eosinophile sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen, die normalerweise dein Immunsystem unterstützen. Sind sie jedoch über längere Zeit stark erhöht, können sie verschiedene Organe schädigen. Mediziner:innen sprechen von einem HES, wenn die Eosinophilen im Blut über mindestens sechs Monate auf mehr als 1500/mcl erhöht sind und gleichzeitig Anzeichen einer Organfunktionsstörung bestehen. Diese Kombination aus dauerhaft erhöhtem Wert und Organbeteiligung ist entscheidend für die Diagnose.

    Welche Symptome können beim HES auftreten?

    Die Symptomatik beim HES ist sehr vielfältig, denn die Erkrankung kann unterschiedliche Organe betreffen. Besonders häufig treten kardiopulmonale Beschwerden auf, also Symptome rund um Herz und Lunge: Mehr als 70 % der Betroffenen berichten über Anzeichen wie Husten, Luftnot (Dyspnoe) oder eine Herzinsuffizienz. Auch der Magen-Darm-Trakt ist oft betroffen, etwa durch abdominelle Krämpfe, Durchfall oder Übelkeit. Hinzu kommen häufig allgemeine Krankheitszeichen wie:

    • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
    • Fieber
    • Hautausschläge und Juckreiz
    • ungewollter Gewichtsverlust

    Da diese Symptome unspezifisch sind, lohnt es sich, bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

    Wie läuft die Diagnostik beim HES ab?

    Am Anfang steht das Blutbild, das zeigt, ob die Zahl der Eosinophilen tatsächlich erhöht ist. Da ein hoher Wert allein noch keine Diagnose bedeutet, folgen weitere Untersuchungen, um mögliche Organschäden zu erkennen und andere Ursachen auszuschließen. Dazu gehören:

    • chemische Blutuntersuchungen, etwa zu Leberenzymen, Kreatinkinase, Nierenfunktion und Troponin
    • ein EKG sowie eine Echokardiographie zur Beurteilung des Herzens
    • Lungenfunktionstests
    • ein CT von Brust, Bauch und Becken

    Ergänzend folgen häufig eine Knochenmarkuntersuchung und zytogenetische Tests. Mit einem speziellen Verfahren namens FISH lässt sich beispielsweise das FIP1L1/PDGFRA-Fusionsgen nachweisen. Wichtig ist außerdem, andere Ursachen einer Eosinophilie wie Allergien, Parasitosen oder Neoplasien auszuschließen.

    Welche Therapie-Optionen gibt es beim HES?

    Die Therapie richtet sich immer danach, wie ausgeprägt deine Beschwerden sind und welche Organe betroffen sind. Es gibt also nicht die eine Lösung für alle, sondern einen Plan, den du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt entwickelst. Die Basis bildet meist eine Behandlung mit Kortikosteroiden, also Kortison. Reicht das nicht aus, kommen ergänzend Immunsuppressiva wie Azathioprin infrage – Mittel, die das überaktive Immunsystem dämpfen. Bei bestimmten genetischen Veränderungen, etwa der FIP1L1/PDGFRA-Umlagerung, kann zusätzlich der Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib eingesetzt werden. Als modernste Option steht heute zudem das Biologikum Mepolizumab zur Verfügung.

    Wie wirkt Mepolizumab und wie wird es angewendet?

    Mepolizumab ist seit November 2021 von der EMA zugelassen und war das erste zugelassene Arzneimittel für Menschen mit einem schweren Verlauf des HES. Es handelt sich um einen gezielten, humanisierten Anti-IL-5-Antikörper. Vereinfacht gesagt blockiert er einen bestimmten Botenstoff und hemmt so die Bildung und das Überleben der Eosinophilen. Dadurch wirkt er direkt auf die zugrunde liegende Entzündung. Für deinen Alltag ist die Anwendung erfreulich unkompliziert: Mepolizumab wird nur einmal alle 28 Tage in einer Dosierung von 300 mg unter die Haut gespritzt. In Studien benötigten zudem mehr Betroffene anschließend nur noch eine niedrige Tagesdosis Kortison von höchstens 7,5 mg.

    Brauche ich auch dann eine Therapie, wenn ich beschwerdefrei bin?

    Vielleicht zeigst du erhöhte Werte, fühlst dich aber eigentlich beschwerdefrei. Hier kann ich dich beruhigen: Bei beschwerdefreien Personen ohne nachweisbaren Organschaden gibt es keinen festen Wert, ab dem zwingend eine Therapie eingeleitet werden muss. Statt einer sofortigen Behandlung steht in diesem Fall die regelmäßige Überwachung im Mittelpunkt. Über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten wird beobachtet, ob sich Veränderungen oder Komplikationen entwickeln. So besteht oft keine Indikation für Medikamente – wohl aber für eine engmaschige Kontrolle, die dir Sicherheit gibt.

    Wie lange dauert die Behandlung beim HES?

    Beim HES handelt es sich um eine chronische Erkrankung mit einem schubweisen Verlauf. Das bedeutet: Phasen mit kontrollierter Aktivität wechseln sich mit sogenannten Flares ab, also Schüben, in denen die Beschwerden wieder aufflammen. Aus diesem Grund benötigen die meisten Betroffenen eine Dauertherapie. Bei einer Behandlung mit Mepolizumab wird mindestens einmal jährlich überprüft, ob die Fortsetzung weiterhin sinnvoll ist. Auch wenn das nach einer langen Wegstrecke klingt: Die modernen Möglichkeiten erlauben es, die Krankheitsaktivität dauerhaft zu kontrollieren und belastende Nebenwirkungen zu reduzieren. Gemeinsam mit deinem Behandlungsteam findest du eine Therapie, die zu deinem Leben passt.

    Quellen

    [1] Liesveld J (2024). Hypereosinophiles Syndrom. https://www.msdmanuals.com/de/profi/h%C3%A4matologie-und-onkologie/st%C3%B6rungen-der-eosinophilen/hypereosinophiles-syndrom (Stand: 16.06.2026)

    • “Das hypereosinophile Syndrom wird traditionell definiert als periphere Bluteosinophilie > 1500/mcl (> 1,5 × 109/l), die ≥ 6 Monate anhält und Anzeichen einer Organfunktionsstörung aufweist.”
    • “Kardiopulmonal > 70%: Mural Thromben mit Embolien, Restriktive oder infiltrative Kardiomyopathie oder Mitral- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz mit Husten, Luftnot, Herzinsuffizienz, Arrhythmien, endomyokardiale Krankheiten, pulmonale Infiltrate und Pleuraergüsse”
    • ”Gastrointestinale (GI) > 40%: Abdominelle Krämpfe, Diarrhoe, Übelkeit”
    • “Die Bewertung von Organschäden sollte chemische Blutuntersuchungen (einschließlich Leberenzyme, Kreatinkinase, Nierenfunktion und Troponin), EKG, Echokardiographie, Lungenfunktionstests und CT von Brust, Bauch und Becken umfassen.”
    • “Um das FIP1L1/PDGFRA-assoziierte Fusionsgen und andere mögliche Ursachen der Eosinophilie nachzuweisen, sollte eine Knochenmarkaspiration und -biopsie mit Durchflusszytometrie, Zytogenetik und Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion oder Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) erfolgen “
    • “Es gibt keinen festen Wert für die Eosinophilie, bei dem Organschäden auftreten oder bei dem eine Behandlung eingeleitet werden muss”
    • “Für mindestens 6 Monate werden Patienten ohne Symptome und Organschäden hinsichtlich der Entwicklung von Komplikationen überwacht.

    [2] Unbekannter Autor (2024). EGPA erkennen und zielgerichtet behandeln. https://www.der-privatarzt.de/artikel/kongress-ticker-dgrh-2024-seltene-eosinophile-erkrankungen-api-06-24 (Stand: 16.06.2026)

    • “Bei der Diagnose gelte es zunächst, andere Ursachen der Eosinophilie (Allergien, Parasitosen, Neoplasien etc.) auszuschließen sowie Komorbiditäten zu berücksichtigen, erklärte Prof. Dr. med. Bernhard Hellmich (Kirchheim).”

    [3] Unbekannter Autor (2022). Zusammenfassende Dokumentation über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII – Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V): Mepolizumab. https://www.g-ba.de/downloads/40-268-8800/2022-05-19_AM-RL-XII_Mepolizumab_D-748_ZD.pdf (Stand: 16.06.2026)

    “HES kann schubweise verlaufen. Sogenannte Flares wechseln sich mit Phasen einer kontrollierten Erkrankung ab. HES kann aber auch anhaltend chronisch verlaufen.”

    “Gemäß den Leitlinien wird für die Behandlung des idiopathischen hypereosinophilen Syndroms (HES) in erster Linie eine Therapie mit Kortikosteroiden empfohlen, darüber hinaus kann eine Therapie mit anderen Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin, Interferon α, Cyclosporin A) erwogen werden.”

    “Für Patientinnen und Patienten mit klonaler Eosinophilie mit FIP1L1-PDGFRα-Umlagerung empfehlen die Leitlinien eine Therapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib.”

    “Mepolizumab wurde im April 2021 von der FDA und im November 2021 von der EMA zugelassen.”

    “Mepolizumab wirkt gezielt auf das Interleukin-5, nimmt so direkt Einfluss auf die zugrunde liegende Entzündung und hemmt die Bildung und das Überleben der Eosinophilen.”

    “Mepolizumab: 1x alle 28 Tage, 13 Behandlungen pro Patient/Jahr; Dosis 300 mg (3×100 mg).”

    “Mepolizumab führte zur Zunahme des Anteils von Patient:innen, die nur noch eine niedrige Tagesdosis von oralen Kortikosteroiden (OCS, ≤7,5 mg) benötigten.”

    Hypereosinophiles Syndrom (HES) erkennen: Diese Symptome solltest du ernst nehmen

    Das Wichtigste in Kürze

    1. Das hypereosinophile Syndrom (HES) ist eine seltene, chronische Erkrankung, bei der sich zu viele eosinophile Blutzellen – mehr als 1.500 pro Mikroliter – in deinem Körper ansammeln und Gewebe sowie Organe schädigen können.
    2. Erste Anzeichen sind oft unspezifisch und zeigen sich vor allem durch Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue), manchmal auch durch Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Bauch-, Muskel- oder Atembeschwerden sowie Hautsymptome – nimm anhaltende Beschwerden deshalb ernst.
    3. Betroffen sind häufig Haut, Lunge, Herz, Darm und Nervensystem. Besonders wichtig ist die Herzbeteiligung, da sie auch unbemerkt verlaufen kann und unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollte – etwa per Echokardiographie oder Kardio-MRT.
    4. Der Weg zur Diagnose führt über ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung, ein Differentialblutbild und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT. Dabei werden zuerst die häufigen reaktiven Ursachen wie Allergien oder Infektionen ausgeschlossen.
    5. Die Behandlung bietet heute gute Aussichten: Kortikosteroide bilden die Basis, ergänzt durch steroidsparende Medikamente, den Antikörper Mepolizumab oder – bei bestimmten genetischen Veränderungen (PDGFRA/-B-Fusionsgenen) – Imatinib mit sehr guten Überlebensraten. So kannst du der Erkrankung mit einer guten Prognose begegnen.

    Ein hypereosinophiles Syndrom – kurz HES – zeigt sich oft auf ganz unterschiedliche Weise. Genau das macht diese seltene Erkrankung so tückisch: Die ersten Anzeichen wirken meist harmlos und werden deshalb häufig übersehen. Vielleicht fühlst du dich schon länger erschöpft, kämpfst mit unklaren Beschwerden oder fragst dich, was hinter den Signalen deines Körpers steckt. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Symptome typisch sind, welche Organe betroffen sein können und wann du besonders aufmerksam werden solltest. Außerdem zeigen wir dir, wie die Diagnose abläuft und welche modernen Behandlungswege heute zur Verfügung stehen. So bist du bestens informiert – und gehst deinen nächsten Schritt mit Zuversicht. Denn die gute Nachricht ist: Wer früh handelt, schafft die beste Grundlage für eine erfolgreiche Therapie und mehr Lebensqualität.

    Häufige Symptome beim hypereosinophilen Syndrom: Diese Anzeichen und Komplikationen solltest du ernst nehmen

    Das hypereosinophile Syndrom – kurz HES – ist eine seltene und chronische Erkrankung. Sie zeigt sich oft durch ganz unterschiedliche und unspezifische Beschwerden. Genau das macht es so schwierig: Die ersten Anzeichen wirken harmlos und werden deshalb häufig spät erkannt. In diesem Abschnitt erfährst du, welche Symptome typisch sind, welche Organe betroffen sein können und wann du diese Anzeichen besonders ernst nehmen solltest.

    Häufige Symptome erkennen: Diese Anzeichen können auf ein hypereosinophiles Syndrom hinweisen

    Beim HES treten zu Beginn oft unspezifische Allgemeinsymptome auf. Dazu gehören vor allem eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung, die sogenannte Fatigue. Seltener kommen Nachtschweiß oder ein ungewollter Gewichtsverlust hinzu [1]. Diese Beschwerden lassen sich nicht sofort einer bestimmten Ursache zuordnen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass du sie nicht einfach abtust, sondern aufmerksam beobachtest.

    Hinter diesen Symptomen steckt eine sogenannte Hypereosinophilie. Das bedeutet, dass sich zu viele eosinophile Blutzellen in deinem Körper befinden – nämlich mehr als 1.500 pro Mikroliter [2]. Eosinophile sind eine bestimmte Art weißer Blutzellen. In normaler Menge gehören sie zu einem gesunden Blutbild. Häufen sie sich jedoch übermäßig an, können sie Gewebe angreifen und Schäden verursachen. Je mehr Eosinophile vorhanden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Beschwerden entstehen.

    Neben der Fatigue gibt es weitere typische Symptome, die beim hypereosinophilen Syndrom auftreten können. Welche das sind, hängt stark davon ab, welche Organe betroffen sind. Zu den belastenden Beschwerden zählen unter anderem:

    • Bauchschmerzen oder Blähungen
    • Atembeschwerden
    • Muskel- oder Gelenkschmerzen
    • Nasen- oder Nebenhöhlensymptome
    • Hautsymptome

    Weil sich die Symptome je nach Organbeteiligung so unterschiedlich zeigen, gibt es kein einheitliches Krankheitsbild. Vertraue deshalb deinem Gefühl und nimm anhaltende Beschwerden ernst.

    HES und Organschäden: Typische Komplikationen im Überblick

    Das HES ist durch eine dauerhaft erhöhte Anzahl an Eosinophilen (≥ 1,5 x 10⁹/l) und eine Beteiligung von Haut und inneren Organen wie Lunge, Darm, Herz und Nervensystem gekennzeichnet [1]. Die Haut ist dabei besonders oft betroffen – beim sogenannten lymphozytischen HES (HES-L) zeigen über 80 % der Patient:innen Hautveränderungen [1]. Daten zeigen außerdem Organschäden bei 58 bis 69 % an der Haut, bei jeweils etwa 50 % im neurologischen Bereich und in der Lunge sowie an Leber, Magen, Augen, Herz und Milz.

    Aus dieser Organbeteiligung können verschiedene Komplikationen entstehen. Häufig findet sich eine Vergrößerung der Milz, in der Fachsprache Splenomegalie genannt. In der Lunge können sich Lungeninfiltrate bilden. Besonders bedeutsam sind Veränderungen am Herzen, etwa eine Endo- oder Myokardfibrose, also eine Verhärtung des Herzgewebes. Auch Thrombosen und thromboembolische Ereignisse können auftreten [1].

    Diese Vielfalt zeigt, wie wichtig eine frühzeitige Abklärung ist. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich mögliche Folgen verhindern. Die gute Nachricht: Du bist diesen Komplikationen nicht hilflos ausgeliefert. Achtest du auf die Signale deines Körpers und suchst rechtzeitig Unterstützung, schaffst du die beste Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung.

    Wann du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen solltest

    Es gibt bestimmte Warnzeichen, bei denen du zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen solltest. Dazu gehören vor allem Atemnot, Beschwerden am Herzen, neurologische Auffälligkeiten und geschwollene Lymphknoten. Eine Lymphknotenschwellung ist dringend abklärungsbedürftig [1]. Auch wenn unspezifische Beschwerden über längere Zeit anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung der richtige Schritt. Du solltest nicht warten, bis sich die Symptome verschlimmern.

    Eine besondere Rolle spielt das Herz. Die kardiale Beteiligung ist beim hypereosinophilen Syndrom von großer prognostischer Bedeutung – sie kann zunächst sogar unbemerkt verlaufen. Deshalb sollte eine Herzbeteiligung immer untersucht und ausgeschlossen werden, auch wenn du keine Beschwerden verspürst [1]. Das mag zunächst beunruhigend klingen, ist aber vor allem eine Chance: Wird eine Beteiligung früh erkannt, lässt sie sich gezielt behandeln.

    Ursachen, Risikofaktoren, Diagnose und Behandlung des hypereosinophilen Syndroms im Überblick

    Beim hypereosinophilen Syndrom stellst du dir sicher viele Fragen: Woher kommt diese Erkrankung? Wie wird sie festgestellt? Und was kann dir wirklich helfen? In diesem Abschnitt erfährst du, welche Ursachen und Risikofaktoren eine Rolle spielen, wie die Diagnostik abläuft und welche Wege zu mehr Lebensqualität führen. So bekommst du einen klaren Überblick und gehst gut informiert deinen nächsten Schritt.

    Ursachen und Risikofaktoren verstehen: Wie diese chronische Erkrankung entsteht

    Das HES beschreibt in erster Linie ein klinisches Zustandsbild. Das bedeutet: Es fasst verschiedene Erscheinungsformen zusammen, ohne dass sich immer eine klare Ursache zuordnen lässt. Mediziner:innen unterscheiden dabei zwei große Gruppen. Bei der reaktiven Form reagiert dein Körper auf einen Auslöser. In der ersten Abklärung einer Eosinophilie finden sich bei über 90 % der Patient:innen solche reaktiven Ursachen – etwa eine Allergie, eine Infektion, eine Autoimmunerkrankung oder eine Neoplasie [1]. Daneben gibt es seltenere klonale Formen, bei denen die Eosinophilen selbst verändert sind. Welche Form vorliegt, ist für die spätere Behandlung sehr wichtig.

    Wie entsteht aus dieser Vermehrung nun eine chronische Erkrankung? Wenn sich die eosinophilen Blutzellen dauerhaft anhäufen, können sie Gewebe angreifen und nach und nach Schäden an verschiedenen Organen verursachen. Klar benennbare Risikofaktoren sind bislang kaum bekannt. Bei der neoplastischen Form (HES-N) sind Männer häufiger betroffen [1]. Eine etablierte Vorbeugung gibt es derzeit nicht. Umso wichtiger ist es, dass du auf deinen Körper achtest und Veränderungen frühzeitig abklären lässt.

    Diagnose und Diagnostik: Welche Rolle körperliche Untersuchung, MRT und Bildgebung spielen

    Der Weg zur Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über deine Krankengeschichte. Daran schließt sich die körperliche Untersuchung an, bei der die Ärztin oder der Arzt zum Beispiel die Milz abtastet. Den nächsten wichtigen Baustein bildet das Blut: Ein Blut- und Differentialblutbild zeigt, wie viele Eosinophile vorhanden sind. Ein zentraler Schritt der Diagnostik ist dabei der Ausschluss anderer Ursachen. Da reaktive Auslöser so häufig sind, müssen sie zuerst sorgfältig ausgeschlossen werden.

    Um zu beurteilen, welche Organe betroffen sind, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Dazu gehören die Sonographie (Ultraschall), die Echokardiographie sowie CT und MRT [1]. Gerade beim Herzen ist eine genaue Untersuchung wichtig. Eine Herzbeteiligung kann auch ohne spürbare Anzeichen vorliegen und sollte deshalb immer durch eine Echokardiographie oder ein MRT ausgeschlossen werden. Das Kardio-MRT ist dabei besonders empfindlich und erkennt Veränderungen genauer als die Echokardiographie [1].

    Auch bestimmte Laborwerte geben wertvolle Hinweise. Sogenannte Serummarker wie TnI oder ProBNP weisen auf eine Beteiligung des Herzens hin, wenn sie erhöht sind [1]. So entsteht Schritt für Schritt ein umfassendes Bild deiner Situation. Diese gründliche Diagnose mag aufwendig wirken, doch sie ist die beste Grundlage für eine gezielte Behandlung, die genau zu dir passt.

    Behandlung mit guter Prognose: von Kortikosteroiden bis Imatinib für mehr Lebensqualität

    Bei der Behandlung des HES stehen heute wirksame Optionen zur Verfügung. Die primäre Therapie erfolgt meist mit Kortikosteroiden. Reicht das allein nicht aus oder möchte man Steroide einsparen, kommen ergänzend steroidsparende Medikamente wie Methotrexat oder Azathioprin zum Einsatz [1]. Ziel ist es, die Eosinophilen zu kontrollieren, die Entzündung zu dämpfen und so eine spürbare Linderung der Symptome zu erreichen.

    Darüber hinaus gibt es moderne, zielgerichtete Wirkstoffe. Mepolizumab wird als Zusatzbehandlung bei erwachsenen Patient:innen mit unzureichend kontrolliertem HES eingesetzt, sofern keine sekundäre Ursache vorliegt. Dieser Antikörper richtet sich gegen den Botenstoff Interleukin-5 und kann so die Eosinophilen und die Zahl der Krankheitsschübe deutlich verringern – bei guter bis sehr guter Verträglichkeit [1]. Für eine besondere Gruppe lohnt sich ein genauer Blick auf die Genetik: Patient:innen mit sogenannten PDGFRA/-B-Fusionsgenen sprechen exzellent auf Imatinib an. Die 10-Jahres-Überlebensraten liegen hier bei 92 % und 78 % [1]. Das zeigt, wie wichtig es ist, die genaue Form deiner Erkrankung zu kennen.

    TherapieoptionEinsatz
    KortikosteroidePrimäre Behandlung
    MethotrexatSteroidsparend, ergänzend
    AzathioprinSteroidsparend, ergänzend
    MepolizumabBei unzureichend kontrolliertem HES als Add-on Therapie (Zweitlinientherapie)
    ImatinibBei PDGFRA/-B-Fusionsgenen


    Diese Möglichkeiten machen Mut: Sie reduzieren Krankheitsschübe, helfen Steroide einzusparen und verbessern so die Lebensqualität der Betroffenen spürbar. Wichtig ist, dass dich erfahrene Ärzt:innen begleiten, die mit dem HES vertraut sind. Da es sich um eine Langzeitbehandlung handelt, sollte mindestens einmal jährlich überprüft werden, ob die Therapie weiterhin passt. So bist du auf deinem Weg gut aufgehoben – und kannst der Erkrankung mit einer guten Prognose begegnen.

    FAQ zum Thema: Hypereosinophiles Syndrom (HES) erkennen: Diese Symptome solltest du ernst nehmen

    Was ist das hypereosinophile Syndrom (HES)?

    Das hypereosinophile Syndrom – kurz HES – ist eine seltene und chronische Erkrankung. Dabei befinden sich zu viele eosinophile Blutzellen in deinem Körper, nämlich mehr als 1.500 pro Mikroliter. Eosinophile sind eine bestimmte Art weißer Blutzellen und gehören in normaler Menge zu einem gesunden Blutbild. Häufen sie sich jedoch übermäßig an, können sie Gewebe angreifen und Schäden an verschiedenen Organen verursachen. Das HES beschreibt dabei in erster Linie ein klinisches Zustandsbild, das verschiedene Erscheinungsformen zusammenfasst.

    Welche Symptome sind typisch für das hypereosinophile Syndrom?

    Zu Beginn treten oft unspezifische Allgemeinsymptome auf. Dazu gehören vor allem eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung, die sogenannte Fatigue. Seltener kommen Nachtschweiß oder ein ungewollter Gewichtsverlust hinzu. Je nachdem, welche Organe betroffen sind, können weitere Beschwerden auftreten:

    • Bauchschmerzen oder Blähungen
    • Atembeschwerden
    • Muskel- oder Gelenkschmerzen
    • Nasen- oder Nebenhöhlensymptome
    • Hautsymptome

    Weil sich die Symptome je nach Organbeteiligung so unterschiedlich zeigen, gibt es kein einheitliches Krankheitsbild. Vertraue deshalb deinem Gefühl und nimm anhaltende Beschwerden ernst.

    Welche Organe können beim HES betroffen sein?

    Beim HES können Haut und innere Organe wie Lunge, Darm, Herz und Nervensystem betroffen sein. Die Haut ist dabei besonders oft beteiligt. Aus dieser Organbeteiligung können verschiedene Komplikationen entstehen: etwa eine Vergrößerung der Milz (Splenomegalie), Lungeninfiltrate oder Veränderungen am Herzen wie eine Verhärtung des Herzgewebes. Auch Thrombosen und thromboembolische Ereignisse sind möglich. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich mögliche Folgen verhindern.

    Wann solltest du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

    Es gibt bestimmte Warnzeichen, bei denen du zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen solltest. Dazu gehören vor allem Atemnot, Beschwerden am Herzen, neurologische Auffälligkeiten und geschwollene Lymphknoten. Eine Lymphknotenschwellung ist dringend abklärungsbedürftig. Auch wenn unspezifische Beschwerden über längere Zeit anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung der richtige Schritt. Du musst nicht warten, bis sich die Symptome verschlimmern. Eine besondere Rolle spielt das Herz, denn eine Herzbeteiligung kann zunächst sogar unbemerkt verlaufen.

    Welche Ursachen und Risikofaktoren spielen beim HES eine Rolle?

    Mediziner:innen unterscheiden zwei große Gruppen. Bei der reaktiven Form reagiert dein Körper auf einen Auslöser – etwa eine Allergie, eine Infektion, eine Autoimmunerkrankung oder eine Neoplasie. In über 90 % der Fälle finden sich solche reaktiven Ursachen. Daneben gibt es seltenere klonale Formen, bei denen die Eosinophilen selbst verändert sind. Klar benennbare Risikofaktoren sind bislang kaum bekannt. Bei der neoplastischen Form (HES-N) ist allerdings das männliche Geschlecht häufiger betroffen.

    Wie läuft die Diagnose des hypereosinophilen Syndroms ab?

    Der Weg zur Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über deine Krankengeschichte. Daran schließt sich die körperliche Untersuchung an, bei der die Ärztin oder der Arzt zum Beispiel die Milz abtastet. Ein Blut- und Differentialblutbild zeigt, wie viele Eosinophile vorhanden sind. Ein zentraler Schritt ist dabei der Ausschluss anderer Ursachen. Um zu beurteilen, welche Organe betroffen sind, kommen bildgebende Verfahren wie Sonographie (Ultraschall), Echokardiographie sowie CT und MRT zum Einsatz. Das Kardio-MRT ist besonders empfindlich und erkennt Veränderungen am Herzen genauer.

    Wie wird das HES behandelt und wie sind die Erfolgsaussichten?

    Bei der Behandlung stehen heute wirksame Optionen zur Verfügung. Die primäre Therapie erfolgt meist mit Kortikosteroiden. Reicht das allein nicht aus, kommen ergänzend steroidsparende Medikamente wie Methotrexat oder Azathioprin zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es moderne, zielgerichtete Wirkstoffe: Mepolizumab ist als Zusatzbehandlung bei unzureichend kontrolliertem HES zugelassen und kann die Zahl der Krankheitsschübe deutlich verringern. Patient:innen mit sogenannten PDGFRA/-B-Fusionsgenen sprechen exzellent auf Imatinib an – mit 10-Jahres-Überlebensraten von 92 % und 78 %. Diese Möglichkeiten machen Mut und verbessern die Lebensqualität spürbar.

    Quellen

    [1] Metzgeroth G, Reiter A, Goede J, Sperr W R, Valent P (2023). Eosinophilie: Primäre klonale Eosinophile und Differentialdiagnosen.https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eosinophilie-primaere-klonale-eosinophile-und-differentialdiagnosen/@@guideline/html/index.html  (Stand: 15.06.2026)

    • “Klinisch zeigen Pat. mit Eosinophile unspezifische Allgemeinsymptome, z.B. Fatigue, seltener Nachtschweiß oder Gewichtsverlust.”
    • “Das HES ist durch eine persistierende Eosinophilie ≥1,5 x 109/l und eine Beteiligung (Infiltration, Dysfunktion) von Haut und inneren Organen (z.B. Lunge, Darm, Herz, Nervensystem) gekennzeichnet.”
    • “Beim HES-L haben über 80% der Patienten eine kutane Beteiligung.”
    • “Vor allem im Zusammenhang mit einer potentiellen Organbeteiligung bei HES (z.B. Haut, Lunge, Darm Herz, Milz, thromboembolische Ereignisse) sollte jede persistierende, unklare Vermehrung von Eosinophilen abgeklärt werden.”
    • “Eine Lymphadenopathie ist dringend abklärungsbedürftig.”
    • “Von prognostischer Bedeutung ist insbesondere eine kardiale Beteiligung. Eine (ggf. asymptomatische) Herzbeteiligung sollte immer durch Echokardiographie/MRT ausgeschlossen werden.”
    • “In der primären Abklärung einer Eosinophilie finden sich bei >90% der Patienten reaktive Ursachen, z.B. bei Allergien, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Neoplasien, z.B. Lymphom oder solider Tumor oder medikamentös bedingt.”
    • “Es gibt keine Erkenntnisse zu Risikofaktoren, allerdings ist das männliche Geschlecht bei HES-N häufiger betroffen.”
    • “Technische Untersuchungen: Sonographie, Echokardiographie, CT, MRT”
    • “Echokardiographie (geringere Sensitivität als Kardio-MRT)”
    • “Serummarker: TnI/ProBNP erhöht (kardiale Beteiligung)”
    • “Nach Dosisanpassung entsprechend Wirksamkeit und (potentiellen) Nebenwirkungen sind entsprechend bisherigen Empfehlungen unter Umständen frühzeitig Steroid-sparende Medikamente einzusetzen, z.B. Methotrexat, Azathioprin oder Mycophenolat, bei lebensbedrohlicher Organbeteiligung (z.B. kardial) in Analogie zur Therapie der EGPA nach dem „Five-facor-score“ Cyclophosphamid i.v.”
    • “Der gegen IL-5 gerichtete monoklonale Antikörper Mepolizumab ist inzwischen für die Behandlung erwachsener Patienten mit unzureichend kontrolliertem HES zugelassen. In der Langzeitbehandlung (300 mg s.c. alle 4 Wochen) kann so die Eosinophilie und die Zahl von HES-Krankheitsschüben signifikant vermindert und Steroide eingespart werden, bei guter bis sehr guter Verträglichkeit”
    • “Patienten mit PDGFRA/-B Fusionsgenen zeigen ein exzellentes Ansprechen auf Imatinib, primäre/sekundäre Resistenzen oder eine Progression in eine sekundäre Blastenphase sind selten, inzwischen sind sogar Therapie-freie Remissionen berichtet worden. Die 10-Jahres-Überlebensraten liegen bei 92% und 78%, etwa 50% der Patienten versterben an Komorbiditäten.”

    [2] Unbekannter Autor (2022). Mepolizumab

    (hypereosinophiles Syndrom) 

    .https://www.iqwig.de/download/a21-152_mepolizumab_nutzenbewertung-35a-sgb-v_v1-0.pdf (Stand: 15.06.2026)

    “Für die Definition von HES zitiert er eine Studie von Valent et al. (2012) [10], wonach ein HES bei folgenden Kriterien vorliegt:  > 1500 Eosinophile/μl im Blut bei 2 Untersuchungen und / oder Gewebe-Eosinophilie und  Organschäden und / oder Funktionsstörungen, die auf Gewebe-Eosinophilie zurückzuführen sind, und der  Ausschluss anderer Erkrankungen oder Zustände als Hauptursache für Organschäden.”

    Eosinophile Granulozyten erhöht? Ursachen und Symptome im Überblick

    Das Wichtigste in Kürze

    1. Eosinophile Granulozyten sind weiße Blutkörperchen, die deinen Körper vor Parasiten schützen und bei allergischen Reaktionen sowie Asthma eine zentrale Rolle spielen – sammeln sie sich jedoch übermäßig an, können sie Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen.
    2. Ein normaler Wert liegt bei etwa 20 bis 300 Eosinophilen pro Mikroliter Blut. Steigt er darüber, sprechen Fachleute von einer Eosinophilie – bei mehr als 1.500 Zellen pro Mikroliter von einer Hypereosinophilie. Ein leicht erhöhter Wert macht meist keine Beschwerden und ist kein Grund zur Sorge.
    3. Die drei häufigsten Ursachen für erhöhte Werte sind allergische Erkrankungen (wie Asthma oder allergischer Schnupfen), Infektionen durch Parasiten und – seltener – bestimmte Krebsarten wie das Hodgkin-Lymphom.
    4. Das hypereosinophile Syndrom (HES) ist eine seltene Erkrankung mit dauerhaft erhöhten Werten über 6 Monate und möglichen Organschäden. Die gute Nachricht: Mit einer passenden Behandlung – etwa mit Mepolizumab oder Kortison – überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen.
    5. Bei dauerhaft erhöhten Werten oder Beschwerden klären Fachleute die Ursache gezielt ab – zum Beispiel durch einen Bluttest, eine Lungenfunktionsmessung oder eine Spiegelung mit Gewebeprobe. Je früher du handelst, desto besser kannst du deine Lebensqualität schützen.

    Hast du gerade von deiner Ärztin oder deinem Arzt erfahren, dass deine eosinophilen Granulozyten erhöht sind? Dann geht es dir vielleicht wie vielen Menschen. Der Begriff klingt kompliziert und wirft erst einmal Fragen auf. Doch keine Sorge – in den meisten Fällen steckt eine gut erklärbare und harmlose Ursache dahinter.

    In diesem Ratgeber erfährst du, welche wichtige Aufgabe diese besonderen weißen Blutkörperchen in deinem Immunsystem übernehmen und ab wann ein Wert tatsächlich als erhöht gilt. Du lernst die häufigsten Auslöser kennen – von Allergien über Asthma bis hin zu seltenen Erkrankungen wie dem hypereosinophilen Syndrom (HES). Außerdem zeigen wir dir, welche Beschwerden auf eine Organbeteiligung hindeuten können und mit welchen Methoden Fachleute den Ursachen auf den Grund gehen.

    So bekommst du Schritt für Schritt ein klares Bild davon, was deine Blutwerte bedeuten – und wann eine genauere Abklärung sinnvoll ist. Das Gute vorweg: Selbst bei seltenen Diagnosen stehen dir heute wirksame Behandlungen zur Verfügung. Du bist also auf deinem Weg nicht allein.

    Eosinophile Granulozyten verstehen: Funktion, Referenzbereich und häufige Ursachen erhöhter Werte

    Wenn dein Blutbild erhöhte Werte zeigt, taucht oft ein Begriff auf: eosinophile Granulozyten. Vielleicht hast du diese Information gerade von deiner Ärztin oder deinem Arzt bekommen und fragst dich nun, was das eigentlich bedeutet. Hier erfährst du, welche Aufgabe diese besonderen weißen Blutkörperchen in deinem Immunsystem übernehmen, ab wann ein Wert als erhöht gilt und welche Erkrankungen dahinterstecken können.

    Die Rolle der eosinophilen Granulozyten bei Immunabwehr und Entzündung

    Eosinophile Granulozyten sind eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt. Sie gehören zu den wichtigen Helfern deiner körpereigenen Abwehr. Ihre Hauptaufgabe: Sie schützen deinen Organismus vor bestimmten Parasiten und Erregern [1]. Außerdem spielen diese Zellen eine zentrale Rolle, wenn dein Körper auf allergische Reaktionen oder Asthma reagiert [1]. Den Namen verdanken sie übrigens ihrer Färbeeigenschaft: Sie lassen sich im Labor mit dem Farbstoff Eosin rotorange bis rosa anfärben.

    So nützlich diese Zellen sind – sie haben eine Doppelrolle. Denn dieselben eosinophilen Granulozyten, die dich vor Parasiten schützen, können bei einer übermäßigen Anhäufung auch Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen [2]. Schütten sie ihre aggressiven Inhaltsstoffe auf gesundes Gewebe, verlieren die Epithelzellen (die Zellen der schützenden Deckschicht) ihre Barrierefunktion. So entsteht eine sogenannte Typ-2-Entzündung – eine bestimmte Form der Entzündungsreaktion [2]. Vereinfacht gilt: Je mehr eosinophile Granulozyten sich ansammeln, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Beschwerden auftreten.

    Eosinophile im Blut: Referenzwerte und Bedeutung erhöhter Werte

    Ein gewisser Anteil dieser Zellen gehört zu einem gesunden Blutbild dazu. Eosinophile machen normalerweise weniger als 7 Prozent der zirkulierenden weißen Blutkörperchen aus. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen Referenzbereich von etwa 100 bis 500 Eosinophilen pro Mikroliter Blut [1]. Liegt dein Wert in diesem Rahmen, ist alles in Ordnung.

    Steigt die Anzahl der Eosinophilen über diesen Bereich hinaus an, sprechen Fachleute von einer Eosinophilie. Bei einer besonders starken Erhöhung von mehr als 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut verwenden sie den Begriff Hypereosinophilie. Wichtig zu wissen: Ein nur leicht erhöhter Wert verursacht für gewöhnlich keine Symptome. Häufig wird er sogar zufällig entdeckt, weil aus anderen Gründen ein großes Blutbild erstellt wird. Du musst also nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, wenn deine eosinophilen Granulozyten erhöht sind.

    Allergie, Parasiten oder Asthma: häufige Ursachen für erhöhte Eosinophile

    Wenn sich zu viele eosinophile Granulozyten im Blut befinden, gibt es dafür meist eine von drei häufigen Ursachen [1]:

    • allergische Erkrankungen – dazu zählen Asthma, allergischer Schnupfen (Rhinitis) und die atopische Dermatitis (eine entzündliche Hauterkrankung)
    • Infektionen durch Parasiten – besonders solche Erreger, die in das Gewebe eindringen
    • seltener bestimmte Krebsarten – zum Beispiel das Hodgkin-Lymphom

    Allergien sind dabei besonders bedeutsam, denn die zugrunde liegende Typ-2-Entzündung folgt oft einem typischen Muster. Fachleute sprechen vom „allergischen Marsch“: Die Beschwerden wandern sozusagen von der Haut über die Nase bis zur Lunge [2]. Was bei einem atopischen Ekzem im Kindesalter beginnt, kann sich später als allergischer Schnupfen und schließlich als Asthma zeigen.

    Beim Asthma lohnt sich ein genauerer Blick, denn es gibt unterschiedliche Formen. Das allergische Asthma hat einen frühen Krankheitsbezug und ist eng mit anderen allergischen Begleiterkrankungen verknüpft. Das eosinophile Asthma dagegen tritt typischerweise später auf, meist im Alter von 40 bis 50 Jahren. Betroffene haben dabei schwere Symptome, häufige Verschlechterungen (sogenannte Exazerbationen) und erhöhte Eosinophile im Blut – jedoch ohne relevante Allergien [2]. Diese Unterscheidung hilft deiner Ärztin oder deinem Arzt dabei, die passende Behandlung für dich zu finden.

    Von HES bis eosinophile Ösophagitis: Symptome richtig deuten und ärztlich abklären lassen

    Manchmal steckt hinter erhöhten Werten mehr als eine harmlose Reaktion. In diesem Abschnitt erfährst du, wann eine Eosinophilie unbedenklich ist und wann eine genauere Untersuchung sinnvoll ist. Außerdem lernst du verwandte Krankheitsbilder kennen, erfährst, welche Beschwerden in einzelnen Organen auftreten können und wie Fachleute den Ursachen auf den Grund gehen.

    HES erkennen: Wann ist die Eosinophilie harmlos und wann steckt mehr dahinter?

    Viele Erhöhungen sind reaktiv und entstehen als Reaktion auf einen klaren Auslöser, etwa eine Infektionskrankheit oder einen Parasitenbefall. Sobald die Ursache behandelt ist, normalisieren sich die Werte meist wieder. Ist die Anzahl von eosinophilen Granulozyten nur leicht erhöht, kommt es für gewöhnlich zu keinen Beschwerden. In solchen Fällen besteht kein Grund zur Sorge.

    Anders sieht es beim hypereosinophilen Syndrom aus, kurz HES genannt. Dabei handelt es sich um eine seltene Erkrankung. Sie bleibt als Diagnose übrig, wenn alle anderen Auslöser ausgeschlossen wurden – Fachleute sprechen dann von einer Ausschlussdiagnose. Beim HES liegt die Zahl der Eosinophilen über mehr als 6 Monate hinweg ohne erkennbaren Grund bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut [1]. Genau dieser anhaltend hohe Wert über einen langen Zeitraum unterscheidet das HES von einer vorübergehenden, reaktiven Erhöhung.

    Ein wichtiges Warnsignal ist die Beteiligung der Organe. Beim HES kommt es nämlich zu Organschäden: in 58 bis 69 % der Fälle ist die Haut betroffen, in jeweils etwa 50 % das Nervensystem und die Lunge, aber auch Leber, Magen, Augen, Herz und Milz können in Mitleidenschaft gezogen werden [2]. Und hier kommt die ermutigende Nachricht: Mit einer passenden Behandlung überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen. Zur Verfügung stehen zugelassene Medikamente wie Kortikosteroide und Mepolizumab. Damit ist auch bei dieser seltenen Diagnose eine wirksame Behandlung möglich.

    EGPA und eosinophile Ösophagitis: Ähnliche Erkrankungen im Vergleich

    Dem HES ähneln einige weitere Krankheitsbilder, die ebenfalls mit erhöhten Werten einhergehen. Eines davon ist die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis, abgekürzt EGPA. Früher trug sie den Namen Churg-Strauss-Syndrom. Diese seltene Autoimmunvaskulitis – also eine Entzündung der Blutgefäße – ist mit allergischem Asthma und einer Eosinophilie verbunden [3]. Sie gilt als Systemerkrankung, die jedes Organ betreffen kann und leider oft erst spät erkannt wird. Typische Merkmale sind neben dem Asthma auch eine Schädigung der Nerven (Neuropathie) sowie Beschwerden an Nase und Nebenhöhlen.

    Ein weiteres Krankheitsbild ist die eosinophile Ösophagitis. Dabei handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Typ-2-Entzündung der Speiseröhre. Charakteristisch ist die Ansammlung von eosinophilen Granulozyten in der Speiseröhre, die im Verlauf zu Umbauprozessen und einer Einengung führt. So entstehen Schluckbeschwerden und das unangenehme Steckenbleiben von Nahrung, die sogenannten Bolusereignisse. Diese eosinophile Erkrankung ist gar nicht so selten: die europäischen Leitlinien gehen von 13 bis 49 Fällen pro 100.000 Einwohnern aus, wobei besonders viele Menschen zwischen 30 und 50 Jahren erkranken [4].

    Organbezogene Symptome: Wie sich erhöhte Eosinophile an Haut, Speiseröhre und Nervensystem zeigen

    Welche Beschwerden auftreten, hängt stark davon ab, in welchem Organ sich die Eosinophilen ansammeln. An der Haut zeigt sich das oft durch quälenden Juckreiz. Beim atopischen Ekzem etwa ist dieser entzündliche Juckreiz nur schwer zu beherrschen, begleitet von Rötungen, Kratzspuren und einer Verdickung der Haut. Eine weitere Form ist die Prurigo Nodularis – ein Juckreiz mit knotigen Verhärtungen der Haut, der vor allem ab dem 50. Lebensjahr auftritt.

    In der Speiseröhre macht sich eine eosinophile Erkrankung anders bemerkbar. Hier verengt sich die Speiseröhre zunehmend und wird unbeweglicher, sodass der Schluckvorgang nicht mehr richtig funktioniert. Neben den Schluckbeschwerden (Fachleute nennen sie Dysphagie) treten auch Schmerzen hinter dem Brustbein auf. Besonders schwer verträglich sind feste Speisen wie:

    • trockener Reis
    • Pommes frites
    • Fleisch
    • Rohkost wie Karotten oder Äpfel

    Wichtig zu wissen: Diese Beschwerden entstehen durch die hohe Festigkeit der Nahrung, nicht durch eine akute allergische Reaktion.

    Auch andere Organe können betroffen sein und entsprechende Symptome verursachen. Ist die Lunge involviert, kommt es zu Atemnot und Kurzatmigkeit. Beim Herzen können Erschöpfung und Beschwerden einer Herzschwäche auftreten. Bei einer Beteiligung des Nervensystems sind unter anderem Schwäche oder Missempfindungen möglich. Diese Vielfalt zeigt: erhöhte Eosinophile können sich sehr unterschiedlich äußern – ein guter Grund, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden ernst zu nehmen.

    Diagnostik eosinophiler Erkrankungen: Von Bluttests bis Biopsie

    Eine ärztliche Abklärung ist immer dann sinnvoll, wenn die Werte dauerhaft erhöht sind oder Beschwerden auftreten, die auf eine Organbeteiligung hindeuten. In der Regel werden Patientinnen und Patienten zunächst auf häufigere Ursachen ihrer Symptome getestet und entsprechend behandelt. Bleiben die Beschwerden bestehen, schauen Expertinnen und Experten genauer hin. Beim Verdacht auf Asthma helfen ein Bluttest, die Bestimmung der Eosinophilen im Sputum (also im Auswurf), der FeNO-Wert sowie ein Allergie-Hauttest und die Messung der Lungenfunktion. So lässt sich das Bild Schritt für Schritt schärfen.

    Besteht der Verdacht auf eine eosinophile Erkrankung der Speiseröhre, kommt eine Spiegelung (Endoskopie) mit einer Gewebeprobe zum Einsatz. Bei dieser Stufenbiopsie entnimmt die Ärztin oder der Arzt mehrere kleine Proben der Schleimhaut. Erst der Nachweis unter dem Mikroskop sichert die Diagnose: ab mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld gilt eine eosinophile Ösophagitis als gesichert [4]. Gerade hier zahlt sich eine frühzeitige Untersuchung aus, denn massive Einengungen der Speiseröhre lassen sich später kaum noch zurückbilden. Je früher du also handelst, desto besser kannst du deine Lebensqualität schützen – und genau dabei stehen dir deine behandelnden Fachleute zur Seite.

    FAQ zum Thema: Eosinophile Granulozyten erhöht? Ursachen und Symptome im Überblick

    Welche Aufgabe haben eosinophile Granulozyten in deinem Körper?

    Eosinophile Granulozyten sind eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt. Sie gehören zu den wichtigen Helfern deiner körpereigenen Abwehr und schützen deinen Organismus vor bestimmten Parasiten und Erregern. Außerdem spielen sie eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und Asthma. Ihren Namen verdanken sie ihrer Färbeeigenschaft: Sie lassen sich im Labor mit dem Farbstoff Eosin rotorange bis rosa anfärben. Wichtig zu wissen: Diese Zellen haben eine Doppelrolle. Sammeln sie sich übermäßig an, können sie auch Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen.

    Ab wann gelten eosinophile Granulozyten als zu hoch?

    Ein gewisser Anteil dieser Zellen gehört zu einem gesunden Blutbild dazu. Eosinophile machen normalerweise weniger als 7 Prozent der zirkulierenden weißen Blutkörperchen aus. In Zahlen bedeutet das einen Referenzbereich von etwa 100 bis 500 Eosinophilen pro Mikroliter Blut. Liegt dein Wert darüber, sprechen Fachleute von einer Eosinophilie. Bei einer besonders starken Erhöhung von mehr als 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut verwenden sie den Begriff Hypereosinophilie. Ein nur leicht erhöhter Wert verursacht für gewöhnlich keine Symptome – du musst also nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen.

    Welche Ursachen stecken hinter erhöhten Eosinophilen?

    Wenn sich zu viele eosinophile Granulozyten im Blut befinden, gibt es dafür meist eine von drei häufigen Ursachen:
    – allergische Erkrankungen wie Asthma, allergischer Schnupfen (Rhinitis) und die atopische Dermatitis
    – Infektionen durch Parasiten, besonders solche, die in das Gewebe eindringen
    – seltener bestimmte Krebsarten, zum Beispiel das Hodgkin-Lymphom

    Allergien folgen dabei oft einem typischen Muster, dem sogenannten „allergischen Marsch“: Die Beschwerden wandern von der Haut über die Nase bis zur Lunge.

    Was ist das hypereosinophile Syndrom (HES) und wann wird es gefährlich?

    Beim hypereosinophilen Syndrom handelt es sich um eine seltene Erkrankung. Sie gilt als Ausschlussdiagnose, bleibt also übrig, wenn alle anderen Auslöser ausgeschlossen wurden. Beim HES liegt die Zahl der Eosinophilen über mehr als 6 Monate hinweg ohne erkennbaren Grund bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut. Ein wichtiges Warnsignal ist die Beteiligung der Organe: In 58 bis 69 % der Fälle ist die Haut betroffen, in jeweils etwa 50 % das Nervensystem und die Lunge. Die ermutigende Nachricht: Mit einer passenden Behandlung – etwa mit Medikamenten wie Mepolizumab oder Kortison – überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen.

    Welche ähnlichen Erkrankungen gehen ebenfalls mit erhöhten Eosinophilen einher?

    Dem HES ähneln einige weitere Krankheitsbilder. Eines davon ist die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA), früher Churg-Strauss-Syndrom genannt. Diese seltene Entzündung der Blutgefäße ist mit allergischem Asthma und einer Eosinophilie verbunden. Ein weiteres Krankheitsbild ist die eosinophile Ösophagitis – eine chronisch fortschreitende Entzündung der Speiseröhre. Hier sammeln sich eosinophile Granulozyten in der Speiseröhre an, was im Verlauf zu einer Einengung und damit zu Schluckbeschwerden führt. Diese Erkrankung ist gar nicht so selten und betrifft besonders Menschen zwischen 30 und 50 Jahren.

    Wie äußern sich erhöhte Eosinophile im Körper?

    Welche Beschwerden auftreten, hängt stark davon ab, in welchem Organ sich die Eosinophilen ansammeln. An der Haut zeigt sich das oft durch quälenden Juckreiz, Rötungen und eine Verdickung der Haut. In der Speiseröhre entstehen Schluckbeschwerden (Dysphagie) und Schmerzen hinter dem Brustbein, besonders bei festen Speisen wie trockenem Reis, Pommes frites, Fleisch oder Rohkost. Ist die Lunge beteiligt, kommt es zu Atemnot und Kurzatmigkeit. Beim Herzen treten Erschöpfung und Beschwerden einer Herzschwäche auf, beim Nervensystem Schwäche oder Missempfindungen. Diese Vielfalt ist ein guter Grund, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden ernst zu nehmen.

    Wie klären Ärztinnen und Ärzte erhöhte Eosinophile ab?

    Eine ärztliche Abklärung ist immer dann sinnvoll, wenn die Werte dauerhaft erhöht sind oder Beschwerden auf eine Organbeteiligung hindeuten. Beim Verdacht auf Asthma helfen ein Bluttest, die Bestimmung der Eosinophilen im Sputum (Auswurf), der FeNO-Wert, ein Allergie-Hauttest sowie die Messung der Lungenfunktion. Besteht der Verdacht auf eine eosinophile Erkrankung der Speiseröhre, kommt eine Spiegelung (Endoskopie) mit einer Gewebeprobe zum Einsatz. Erst der Nachweis unter dem Mikroskop sichert die Diagnose: Ab mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld gilt eine eosinophile Ösophagitis als gesichert. Gerade hier zahlt sich eine frühzeitige Untersuchung aus.

    Quellen

    [1] Dale D C (2025). Störungen der eosinophilen Granulozyten. https://www.msdmanuals.com/de/heim/bluterkrankungen/störungen-der-weißen-blutkörperchen/störungen-der-eosinophilen-granulozyten (Stand: 15.06.2026)

    • “Diese Zellen schützen den Organismus vor bestimmten Parasiten, tragen aber auch zu den allergischen Reaktionen (Entzündungen) bei.”
    • “Eosinophile sind weiße Blutkörperchen, die bei der Antwort des Körpers auf allergische Reaktionen, Asthma sowie Infektionen mit Parasiten eine wichtige Rolle spielen.”
    • “Eosinophile machen weniger als 7 Prozent der zirkulierenden weißen Blutkörperchen (100 bis 500 Eosinophile pro Mikroliter Blut [0,1 bis 0,5 × 109 pro Liter]) aus.”
    • “Die häufigsten Ursachen einer hohen Anzahl an Eosinophilen (als Eosinophilie oder Hypereosinophilie bezeichnet) sind: allergische Erkrankungen, durch Parasiten ausgelöste Infektionen, Bestimmte Krebsarten.”
    • “Bei dem Hypereosinophilie-Syndrom (einer seltenen Krankheit) liegt die Zahl der Eosinophilen über mehr als 6 Monate hinweg ohne ersichtlichen Grund bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut (über 1,5 × 109 pro Liter).”

    [2] Pohl W (2023). Über Eosinophile und Typ-2-Erkrankungen. https://www.lungenunion.at/eosinophile-und-typ-2-erkrankungen/ (Stand: 15.06.2026)

    • “Leider führen diese Eosinophilen aber auch zu Entzündungen in verschiedenen Organen.”
    • “Die Epithelzellen oder Hautzellen verlieren ihre Barrierefunktion, eine Typ-2-Entzündung entsteht.”
    • “Die Eosinophilen und die Typ-2-Entzündung sind für eine Reihe von Erkrankungen verantwortlich. Man spricht auch vom allergischen Marsch – von der Haut über die Nase bis zur Lunge.”
    • “Das eosinophile Asthma tritt später auf. Im Alter von 40 bis 50 Jahren. Die Patienten haben schwere Symptome, häufige Exazerbationen, Eosinophile im Blut und keine relevanten Allergien”
    • “Die Patient:innen haben Organschäden: 58 bis 69 % Haut, 50 % Neurologie, 50 % Lunge, Leber, Magen, Augen, Herz, Milz.”

    [3] Unbekannter Autor (2023). Arzneiverordnung in der Praxis. https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimitteltherapie/AVP/Ausgaben/ab2015/2023-1.pdf (Stand: 15.06.2026)

    • “EGPA ist mit allergischem Asthma und einer Eosinophilie assoziiert und wurde ursprünglich als Churg-Strauss-Syndrom bezeichnet, nach den US-amerikanischen Pathologen Jakob Churg und Lotte Strauss.”

    [4] Nemat K (2020). Eosinophile Erkrankungen des Verdauungstrakts. https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/eosinophile-erkrankungen-des-verdauungstrakts (Stand: 15.06.2026)

    “Liegt zum Beispiel eine eosinophile Ösophagitis vor, sind unter dem Mikroskop in den Schleimhautproben aus der Speiseröhre vermehrt eosinophile Granulozyten erkennbar. Ab einer Anzahl von mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld des Mikroskops gilt die Diagnose als gesichert.”

    “Es gibt nur wenige Daten, wie verbreitet eosinophile Erkrankungen des Verdauungstrakts sind. Die am häufigsten festgestellte Form ist die eosinophile Ösophagitis. Die europäischen Leitlinien gehen von 13 bis 49 Fällen pro 100.000 Einwohnern aus.”

    Hypereosinophiles Syndrom (HES): Was diese seltene Erkrankung für dich bedeutet

    Das Wichtigste in Kürze:

    1. Das hypereosinophile Syndrom (HES) ist eine seltene umfasst eine Gruppe seltener, heterogener Erkrankungen, bei der dein Körper zu viele eosinophile Granulozyten – eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen – bildet. Diese können dein Gewebe und deine Organe angreifen und Entzündungen sowie Schäden verursachen.
    2. Von einem HES sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn eine persistierende Hypereosinophilie im Blut mit ≥ 1,5 Zellen x 10⁹/l /l (an mindestens 2 Messpunkten innerhalbeines Abstands von 2 Wochen) sowie eine Organfunktionsstörung vorliegt und sich keine andere Ursache wie eine Allergie oder ein Parasitenbefall findet.
    3. Die Erkrankung zeigt sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich: Zu Beginn treten oft gar keine oder nur unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber oder Gewichtsverlust auf. Später können Herz, Lunge, Haut und Nervensystem betroffen sein – besonders das Herz behalten die Behandelnden im Blick.
    4. Für die Diagnose sind eine Blutuntersuchung, eine Knochenmarkuntersuchung sowie Tests zur Herz- und Lungenfunktion wichtig. Dabei grenzen die Fachleute das HES sorgfältig von anderen Ursachen wie einer Leukämie oder der eosinophilen Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) ab.
    5. Die Aussichten haben sich deutlich verbessert: Mit modernen Medikamenten wie Kortikosteroiden, Imatinib oder Mepolizumab überleben heute mehr als 80 % der Betroffenen. Mit der richtigen Behandlung und regelmäßigen Kontrollen kannst du deinen Alltag aktiv und selbstbestimmt gestalten.

    In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, was hinter dem hypereosinophilen Syndrom steckt und welche Rolle bestimmte weiße Blutkörperchen – die eosinophilen Granulozyten – dabei spielen. Wir schauen uns gemeinsam an, wie sich die Erkrankung an Herz, Haut und Nervensystem bemerkbar machen kann, wie der Weg zur Diagnose verläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten dir heute zur Verfügung stehen.

    Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn das HES selten und herausfordernd ist, hat sich die medizinische Forschung in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Mit der richtigen Behandlung, regelmäßigen Kontrollen und einem guten ärztlichen Team an deiner Seite stehen deine Chancen heute besser denn je, deinen Alltag aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Du bist mit dieser Erkrankung nicht allein.

    Hypereosinophiles Syndrom verstehen: Was die seltene Erkrankung der eosinophilen Granulozyten bedeutet

    Wenn du gerade die Diagnose hypereosinophiles Syndrom erhalten hast oder dich aus Interesse mit dieser Gruppe seltener, heterogener Erkrankungen beschäftigst, hast du sicher viele Fragen. Das ist völlig verständlich, denn das Krankheitsbild ist selten und vielfältig. Die Nachricht: Die Erkrankung ist heute gut erforscht und in den meisten Fällen behandelbar. In diesem Abschnitt erfährst du, was hinter dem Begriff steckt, welche Rolle bestimmte Blutzellen dabei spielen und wer besonders häufig betroffen ist.

    Was ist das hypereosinophile Syndrom (HES)?

    Das HES umfasst eine Gruppe seltener, heterogener Erkrankungen, die durch eine persistierende Hypereosinophilie (HE) im Blut von X 1500 Zellen/l (an mindestens 2 Messpunkten innerhalb eines Abstands von 2 Wochen) und Organinfiltration(en) sowie mit HE-assoziierten Organdysfunktion(en) gekennzeichnet ist [1]. Genau genommen handelt es sich nicht um eine einzige Krankheit, sondern um einen Oberbegriff für eine ganze Gruppe seltener Erkrankungen. Ihnen allen ist eines gemeinsam: eine Überproduktion bestimmter weißer Blutkörperchen, der sogenannten eosinophilen Granulozyten [1]. Diese Zellen vermehren sich stark und können dabei dein Gewebe und deine Organe angreifen.

    Damit Ärztinnen und Ärzte von einem hypereosinophilen Syndrom sprechen, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein. Klassischerweise wird das HES definiert als eine periphere Bluteosinophilie von über 1.500 Eosinophilen pro Mikroliter Blut (mehr als 1,5 × 10⁹ pro Liter an mindestens 2 Messpunkten innerhalb eines Abstands von 2 Wochen) und Anzeichen einer Organfunktionsstörung aufweist [2]. Wichtig ist außerdem, dass sich für diese erhöhte Zahl der Eosinophilen keine andere Ursache wie eine Infektion mit Parasiten oder eine Allergie finden lässt.

    An dieser Stelle lohnt sich eine Unterscheidung, die für das Verständnis hilfreich ist [3]:

    • Eosinophilie: eine Erhöhung der eosinophilen Granulozyten ab 0,5 × 10⁹ pro Liter
    • Hypereosinophilie: eine deutlich stärkere Vermehrung ab 1,5 × 10⁹ pro Liter

    Bei etwa drei Vierteln aller Fälle finden die behandelnden Spezialist:innen trotz gründlicher Abklärung keine Ursache. In diesem Fall sprechen Fachleute vom idiopathischen hypereosinophilen Syndrom [1].

    Eosinophile Granulozyten: Welche Rolle sie beim HES spielen

    Um die Erkrankung wirklich zu verstehen, hilft ein Blick auf die eosinophilen Granulozyten selbst. Diese Zellen, oft auch kurz Eosinophile genannt, sind eine spezialisierte Form der weißen Blutkörperchen und ein wichtiger Bestandteil deines Immunsystems. Normalerweise haben sie eine sinnvolle Aufgabe: Sie helfen, Parasiten und Würmer zu bekämpfen und sie sind bei allergischen Reaktionen aktiv [1]. In gesundem Zustand machen sie nur einen kleinen Anteil deiner weißen Blutkörperchen aus.

    Beim hypereosinophilen Syndrom gerät dieses Gleichgewicht durcheinander. Sind sehr viele Eosinophile vorhanden, setzen sie verschiedene toxische Substanzen frei. Dazu gehören unter anderem das eosinophil-derived Neurotoxin, kationische Proteine und Sauerstoffradikale [4]. Diese Stoffe können dazu führen, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, dass Gewebe vernarbt (Fibrose) und dass es zu Organinfarkten kommt [4]. So entstehen aus eigentlich nützlichen Abwehrzellen mögliche Auslöser für ernste Beschwerden.

    Wie selten die Erkrankung wirklich ist: Zahlen zur Hypereosinophilie

    Das hypereosinophile Syndrom gehört zu den sehr seltenen Erkrankungen. Die Inzidenz liegt bei etwa 1 bis 2 pro 200.000 Menschen [4]. In Deutschland geht man von nur wenigen hundert Betroffenen aus [5]. Diese Seltenheit erklärt auch, warum die Diagnose manchmal nicht sofort gestellt wird – viele Ärztinnen und Ärzte begegnen einem solchen Fall im Berufsleben nur selten. Du bist mit dieser Erkrankung also Teil einer kleinen Gruppe, für die es heute jedoch spezialisierte Anlaufstellen und immer bessere Behandlungsmöglichkeiten gibt.

    HES: Häufigkeit, Risikogruppen und typische Beschwerden

    Grundsätzlich können Menschen jeden Alters und Geschlechts an einem hypereosinophilen Syndrom erkranken. Es gibt jedoch deutliche Häufungen. Männer sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Frauen – das Verhältnis liegt bei etwa 9 zu 1 [4]. Das Hauptmanifestationsalter, also der Zeitraum, in dem die Erkrankung typischerweise auftritt, liegt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr [4]. Die genetische Form mit dem sogenannten FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen ist selten-  und betrifft nur 5-10% der HES Fälle, davon sind Männer am meisten betroffen (95%) [3].[1] 

    Wie sich die Erkrankung bemerkbar macht, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Zu Beginn verursacht das hypereosinophile Syndrom oft gar keine Beschwerden und fällt häufig erst zufällig bei einer Blutuntersuchung auf [1]. Später kommen häufig unspezifische Allgemeinsymptome wie ausgeprägte Müdigkeit (Fatigue), Fieber oder Gewichtsverlust hinzu [1]. Typischerweise sind Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem betroffen [2]. Besonders im Blick behalten die Behandelnden dabei das Herz: Bei 40 bis 50 % der Patient:innen kommt es zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), und eine Beteiligung der Haut tritt bei knapp 70 % auf [1]. Da eine kardiale Beteiligung beträchtliche Folgen haben kann, hat sie eine große Bedeutung für den weiteren Verlauf [2]. Welche Beschwerden im Einzelnen auftreten und wie sie behandelt werden, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

    Symptome, Diagnose und Prognose: Behandlung des hypereosinophilen Syndroms

    Das hypereosinophile Syndrom zeigt sich bei jedem Menschen anders. Manche spüren über lange Zeit gar nichts, bei anderen treten ernste Beschwerden auf. In diesem Abschnitt erfährst du, woran du die Erkrankung erkennen kannst, wie der Weg zur Diagnose verläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten dir heute zur Verfügung stehen. Die wichtigste Botschaft vorweg: Die Aussichten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.

    Symptome erkennen: Wie sich das Syndrom an Herz, Haut und Nervensystem zeigt

    Zu Beginn machen sich oft nur unspezifische Beschwerden bemerkbar. Viele Betroffene berichten von ausgeprägter Müdigkeit, Schwäche und Muskelschmerzen. Auch Fieber, Husten oder Atemnot (Dyspnoe) können auftreten. Diese Anzeichen lassen sich zunächst nur schwer einordnen, weil sie auf viele andere Ursachen hindeuten könnten. Genau das macht die Erkrankung zu einem so extrem heterogenen Krankheitsbild.

    Je nachdem, welches Organ betroffen ist, kommen weitere Symptome hinzu. Eine grobe Orientierung, wie häufig einzelne Organsysteme beteiligt sind, gibt dir die folgende Übersicht:

    • Herz und Lunge (über 70 %): Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzrhythmusstörungen sowie Husten und Atemnot
    • Haut (über 70 %): nesselfieberähnlicher Ausschlag (Urtikaria), Schwellungen (Angioödem), Juckreiz sowie rote Punkte und Knoten
    • Nervensystem (über 50 %): Verschlüsse von Blutgefäßen (Thromboembolien) und Störungen der Nerven (periphere Neuropathien)
    • Magen-Darm-Trakt (über 40 %): Bauchkrämpfe, Übelkeit und Durchfall

    Besonders aufmerksam beobachten die Behandelnden dein Herz. Eine Beteiligung kann von einer restriktiven oder infiltrativen Kardiomyopathie bis hin zur sogenannten Löffler-Endokarditis reichen [3]. Da Herzschäden die häufigste Todesursache bei dieser Erkrankung sind, hat die frühzeitige Kontrolle des Herzens eine große Bedeutung [6]. Mit einer rechtzeitigen Behandlung lassen sich solche Folgen jedoch in vielen Fällen abwenden – ein wichtiger Grund, Beschwerden ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen.

    Der Weg zur Diagnose: So wird die periphere Eosinophilie untersucht

    Der erste Schritt auf dem Weg zur Diagnose ist meist eine Blutuntersuchung. Fällt dabei eine anhaltend erhöhte Zahl der eosinophilen Granulozyten im peripheren Blut auf, werden weitere Untersuchungen veranlasst. [2] Bestätigt sich der Verdacht, wirst du in der Regel an Spezialist:innen für Hämatologie und Onkologie überwiesen, die sich auf solche Bluterkrankungen spezialisiert haben [1]. Häufig wird im Serum folgendes untersucht: B12, Tryptase und IgE. Es kann eine Knochenmarkuntersuchung folgen, um die mögliche Ursache bzw. die klonale Subformen genauer einzugrenzen.

    Damit die behandelnden Ärztinnen und Ärzte das Ausmaß einer möglichen Organbeteiligung einschätzen können, gehören mehrere Untersuchungen zur Diagnostik dazu [2]:

    • EKG und Echokardiographie: zur Beurteilung der Herzfunktion und einer möglichen Herzbeteiligung
    • Lungenfunktionstest und CT: zur Untersuchung von Brustkorb, Bauch und Becken
    • molekulargenetische Tests: etwa der FISH-Test, um das FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen mittels Polymerase-Kettenreaktion nachzuweisen

    Die Diagnose beinhaltet immer den Ausschluss anderer Ursachen einer Eosinophilie sowie Knochenmark- und zytogenetische Tests [2]. So lässt sich klären, ob eine klonale, also vom Knochenmark ausgehende, Form vorliegt oder ob keine erkennbare Ursache zu finden ist.

    Differentialdiagnose: HES sicher von Leukämie und Granulomatose mit Polyangiitis abgrenzen

    Eine erhöhte Zahl der Eosinophilen kann viele Gründe haben. Deshalb ist die Differentialdiagnose so wichtig: Bevor die Diagnose feststeht, müssen die behandelnden Fachleute andere mögliche Auslöser ausschließen. Dazu zählen unter anderem ein Parasitenbefall, allergische Reaktionen sowie bestimmte Krebsarten wie das Hodgkin-Lymphom oder eine Leukämie. Bei manchen Betroffenen liegt eine chronische eosinophile Leukämie vor, bei der im Knochenmark vermehrt unreife Zellen nachweisbar sind [2].

    Eine besonders wichtige Abgrenzung betrifft die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA), früher als Churg-Strauss-Syndrom bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Entzündung kleiner und mittelgroßer Blutgefäße (Vaskulitis), die oft mit Asthma einhergeht und mit bestimmten Antikörpern (ANCA) verbunden sein kann. Klinisch sind die nicht-klonalen Formen des hypereosinophilen Syndroms der EGPA verwandt. Wichtige Unterscheidungskriterien für die EGPA sind dabei eine Sinusitis, Asthma bronchiale und eine Polyneuropathie. Eine sorgfältige Differenzierung ist die Grundlage dafür, dass du anschließend die für dich passende Behandlung erhältst.

    Behandlung des hypereosinophilen Syndroms: Imatinib, Kortikosteroide und Mepolizumab

    Die Behandlung des hypereosinophilen Syndroms richtet sich danach, welcher HES-Subtyp (also auch welche Ursache) vorliegt in Kombination mit der Schwere der Erkrankung. Bei auffälligen Blutwerten ohne Beschwerden und ohne Organbeteiligung ist es manchmal möglich, zunächst abzuwarten und dein Blutbild regelmäßig zu kontrollieren [1]. Wirkt sich das Syndrom dagegen auf deine Organe aus, ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.

    Welche Medikamente zum Einsatz kommen, hängt von der jeweiligen Form ab. Die folgenden Optionen stehen heute zur Verfügung [1]:

    • Kortikosteroide (Kortison): Sie sind beim idiopathischen hypereosinophilen Syndrom in der Regel die erste Wahl und werden meist als Tabletten gegeben.
    • Imatinib: Konnte das FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen nachgewiesen werden, erhältst du dieses Medikament. Imatinib ist ein sogenannter Tyrosinkinase-Hemmer, der ursprünglich in der Onkologie zur Behandlung bestimmter Leukämien eingesetzt wurde. Frühzeitig gegeben, kann Imatinib Organschäden sogar vorbeugen.
    • Mepolizumab: Dieser gegen den Botenstoff IL-5 gerichtete monoklonale Antikörper ist für erwachsene Patient:innen mit unzureichend kontrolliertem HES als Zusatzbehandlung (Zweitlinientherapie) zugelassen, wenn keine erkennbare, nicht-hämatologische sekundäre Ursache vorliegt. Er wird alle 4 Wochen als Spritze unter die Haut verabreicht (300 mg s. c.) und ist gut bis sehr gut verträglich.
    • Interferon alpha: Spricht das Kortison nicht ausreichend an, kann dieser Wirkstoff eine weitere Möglichkeit sein.

    Besonders erfreulich ist das Ansprechen auf Imatinib: Bei Betroffenen mit dem FIP1L1::PDGFRA-Fusionsgen verbessert es die Prognose deutlich [2]. Neben den Medikamenten ist es wichtig, thromboembolische Komplikationen frühzeitig und konsequent zu behandeln, zum Beispiel mit einer oralen Antikoagulation, also blutverdünnenden Mitteln [3]. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, deine Therapie immer wieder anzupassen und deine Lebensqualität zu erhalten.

    Deine Prognose: Gute Aussichten dank moderner Therapie

    Die ehrliche Einordnung lautet: Das hypereosinophile Syndrom ist oft nicht im klassischen Sinne heilbar, aber heute sehr gut behandelbar. Während unbehandelt mehr als 80 Prozent der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren versterben, überleben mit Behandlung mehr als 80 Prozent [6]. Dank der verbesserten therapeutischen Möglichkeiten hat sich die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert [1]. Mit der richtigen Behandlung, regelmäßigen Kontrollen und einem guten ärztlichen Team an deiner Seite hast du also gute Aussichten, deinen Alltag aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

    FAQ zum Thema: HES

    Was ist das hypereosinophile Syndrom (HES) eigentlich?

    Das hypereosinophile Syndrom, kurz HES, ist eine seltene Bluterkrankung, die zu Entzündungen und Schäden an verschiedenen Organen führen kann. Genau genommen handelt es sich nicht um eine einzige Krankheit, sondern um einen Oberbegriff für eine ganze Gruppe seltener Erkrankungen. Ihnen allen ist eines gemeinsam: eine Überproduktion bestimmter weißer Blutkörperchen, der sogenannten eosinophilen Granulozyten. Diese Zellen vermehren sich stark und können dabei dein Gewebe und deine Organe angreifen. Von einem HES sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn mehr als 1.500 Eosinophile pro Mikroliter Blut über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten vorliegen, Anzeichen einer Organfunktionsstörung bestehen und sich keine andere Ursache wie eine Infektion oder Allergie finden lässt.

    Welche Aufgabe haben eosinophile Granulozyten in deinem Körper?

    Eosinophile Granulozyten, oft auch kurz Eosinophile genannt, sind eine spezialisierte Form der weißen Blutkörperchen und ein wichtiger Bestandteil deines Immunsystems. Normalerweise haben sie eine sinnvolle Aufgabe: Sie helfen, Parasiten und Würmer zu bekämpfen, und sie sind bei allergischen Reaktionen aktiv. Beim hypereosinophilen Syndrom gerät dieses Gleichgewicht jedoch durcheinander. Sind sehr viele Eosinophile vorhanden, setzen sie verschiedene toxische Substanzen frei. Diese Stoffe können dazu führen, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, dass Gewebe vernarbt (Fibrose) und dass es zu Organinfarkten kommt.

    Wer erkrankt am hypereosinophilen Syndrom?

    Grundsätzlich können Menschen jeden Alters und Geschlechts an einem hypereosinophilen Syndrom erkranken. Es gibt jedoch deutliche Häufungen. Männer sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Frauen – das Verhältnis liegt bei etwa 9 zu 1. Das Hauptmanifestationsalter, also der Zeitraum, in dem die Erkrankung typischerweise auftritt, liegt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Bei einer bestimmten genetischen Form mit dem sogenannten FIP1L1-PDGFRA-Fusionsgen sind sogar über 95 % der Betroffenen männlich. Insgesamt ist die Erkrankung sehr selten: Die Inzidenz liegt bei etwa 1 bis 2 pro 200.000 Menschen.

    An welchen Symptomen erkennst du das hypereosinophile Syndrom?

    Zu Beginn machen sich oft nur unspezifische Beschwerden bemerkbar. Viele Betroffene berichten von ausgeprägter Müdigkeit, Schwäche und Muskelschmerzen. Auch Fieber, Husten oder Atemnot (Dyspnoe) können auftreten. Je nachdem, welches Organ betroffen ist, kommen weitere Symptome hinzu:

    • Herz und Lunge (über 70 %): Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzrhythmusstörungen sowie Husten und Atemnot
    • Haut (über 50 %): nesselfieberähnlicher Ausschlag (Urtikaria), Schwellungen (Angioödem), Juckreiz sowie rote Punkte und Knoten
    • Nervensystem (über 50 %): Verschlüsse von Blutgefäßen (Thromboembolien) und Störungen der Nerven (periphere Neuropathien)
    • Magen-Darm-Trakt (über 40 %): Bauchkrämpfe, Übelkeit und Durchfall

    Besonders aufmerksam beobachten die Behandelnden dein Herz, denn Herzschäden sind die häufigste Todesursache bei dieser Erkrankung.

    Wie wird das hypereosinophile Syndrom diagnostiziert?

    Der erste Schritt auf dem Weg zur Diagnose ist meist eine Blutuntersuchung. Fällt dabei eine anhaltend erhöhte Zahl der eosinophilen Granulozyten auf, werden weitere Untersuchungen veranlasst. Bestätigt sich der Verdacht, wirst du in der Regel an Spezialist:innen für Hämatologie und Onkologie überwiesen. Häufig folgt eine Knochenmarkuntersuchung. Zur Diagnostik gehören außerdem:

    • EKG und Echokardiographie: zur Beurteilung der Herzfunktion und einer möglichen Herzbeteiligung
    • Lungenfunktionstest und CT: zur Untersuchung von Brustkorb, Bauch und Becken
    • molekulargenetische Tests: etwa der FISH-Test, um das FIP1L1/PDGFRA-Fusionsgen nachzuweisen

    Wichtig ist, dass andere Ursachen einer Eosinophilie wie ein Parasitenbefall, allergische Reaktionen oder bestimmte Krebsarten zuverlässig ausgeschlossen werden.

    Wie wird das hypereosinophile Syndrom behandelt?

    Die ehrliche Einordnung lautet: Das hypereosinophile Syndrom ist oft nicht im klassischen Sinne heilbar, aber heute sehr gut behandelbar. Während unbehandelt mehr als 80 Prozent der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren versterben, überleben mit Behandlung mehr als 80 Prozent. Dank der verbesserten therapeutischen Möglichkeiten hat sich die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert. Mit der richtigen Behandlung, regelmäßigen Kontrollen und einem guten ärztlichen Team an deiner Seite hast du gute Aussichten, deinen Alltag aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

    Quellen

    [1] Unbekannter Autor (2023). Hypereosinophiles Syndrom. https://deximed.de/home/klinische-themen/blut/patienteninformationen/verschiedene-blutkrankheiten/hypereosinophiles-syndrom (Stand:15.06.2026)

    • “Das hypereosinophile Syndrom ist eine seltene Bluterkrankung, die zu Entzündungen und Schäden an verschiedenen Organen führt.
    • “Das hypereosinophile Syndrom (HES) ist ein Oberbegriff für eine ganze Gruppe seltener Bluterkrankungen, bei denen es zu einer Überproduktion bestimmter weißer Blutkörperchen (der eosinophilen Granulozyten) kommt.”
    • “Bei den meisten Patient*innen (3/4 aller Fälle) wird keine Ursache für das hypereosinophile Syndrom gefunden (idiopatisches hypereosinophiles Syndrom).”
    • “Sie sind Bestandteil des Immunsystems und insbesondere für die Bekämpfung von Parasiten und Würmern und bei Allergien von Bedeutung.”
    • “Zu Beginn der Erkrankung verursacht das hypereosinophile Syndrom keine Beschwerden. / Wird es zu diesem Zeitpunkt diagnostiziert, handelt es sich um einen Zufallsbefund, der im Rahmen einer Blutuntersuchung aufgefallen ist.”
    • “päter berichten die meisten Patient*innen von eher unspezifischen Symptomen wie stark ausgeprägter Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue), Schwäche, Muskelschmerzen, Hautausschlag, Fieber, Husten, Schnupfen oder Kurzatmigkeit und Atemnot (Dyspnoe).”
    • “Eine Beteiligung der Haut ist beim hypereosinophilen Syndrom häufig. Sie tritt bei knapp 70 % der Patient*innen auf.”
    • “Bestätigt sich der Verdacht, werden Sie weiter von Spezialist*innen für Hämatologie und Onkologie untersucht und behandelt.”
    • “So ist es bei Patient*innen mit auffälligen Blutwerten ohne Beschwerden und ohne Organbeteiligung möglich, zunächst einmal abzuwarten und die Entwicklung des Blutbildes regelmäßig zu kontrollieren.”
    • “Sollten Sie auf die Kortisonbehandlung nicht ansprechen, kann ein anderes Medikament mit dem Wirkstoff Interferon-alpha eingesetzt werden.”
    • “Aufgrund der verbesserten therapeutischen Möglichkeiten hat sich die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert.”

    [2] Liesveld J (2024). Hypereosinophiles Syndrom. https://www.msdmanuals.com/de/profi/h%C3%A4matologie-und-onkologie/st%C3%B6rungen-der-eosinophilen/hypereosinophiles-syndrom (Stand:15.06.2026)

    • “Das hypereosinophile Syndrom wird traditionell definiert als periphere Bluteosinophilie > 1500/mcl (> 1,5 × 109/l), die ≥ 6 Monate anhält und Anzeichen einer Organfunktionsstörung aufweist.”
    • “Obwohl jedes Organ involviert sein kann, sind typischerweise Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem betroffen.”
    • “Eine kardiale Beteiligung kann beträchtliche Morbidität und Mortalität verursachen.”
    • “Kardiopulmonal (> 70%): Mural Thromben mit Embolien, Restriktive oder infiltrative Kardiomyopathie oder Mitral- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz mit Husten, Luftnot, Herzinsuffizienz, Arrhythmien, endomyokardiale Krankheiten, pulmonale Infiltrate und Pleuraergüsse.”
    • “Die Bewertung von Organschäden sollte chemische Blutuntersuchungen (einschließlich Leberenzyme, Kreatinkinase, Nierenfunktion und Troponin), EKG, Echokardiographie, Lungenfunktionstests und CT von Brust, Bauch und Becken umfassen.”
    • “Die Diagnose beinhaltet den Ausschluss anderer Ursachen einer Eosinophilie plus Knochenmark- und zytogenetische Tests.”
    • “Einige Patienten haben eine chronische eosinophile Leukämie, bei der die Zahl der Blastenzellen bei der Untersuchung des Knochenmarks erhöht ist, aber nicht mehr als 20% beträgt.”
    • “Das Ansprechen auf Imatinib verbessert die Prognose bei Patienten mit dem FIP1L1/PDGFRA-assoziierten Fusionsgen und anderen responsiven Genfusionen.”

    [3] Metzgeroth G, Reiter A, Goede J, Sperr W. R., Valent P (2023). Eosinophilie: Primäre klonale Eosinophile und Differentialdiagnosen. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eosinophilie-primaere-klonale-eosinophile-und-differentialdiagnosen/@@guideline/html/index.html (Stand:15.06.2026)

    • “Eine Eosinophilie im peripheren Blut ist definiert als eine Vermehrung der Eosinophilien ≥0,5 x 109/l, eine Hypereosinophilie liegt vor bei Werten ≥1,5 x 109/l.”
    • “Aus unbekannten Gründen erkranken mehr Männer als Frauen (bei FIP1L1::PDGFRA >95%!), im Gegensatz zu reaktiven Eosinophilien, bei denen Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind.”
    • “Herz: Endo-/Myo-/Perikarditis, Endo-/Myokardfibrose, restriktive Kardiomyopathie, Thrombembolie, “Löffler-Endokarditits“.”
    • “Wichtig ist bei der Behandlung des HES thromboembolische Komplikationen frühzeitig und konsequent mit oraler Antikoagulation, ggf. in Kombination mit Thrombozytenaggregationshemmern, zu behandeln.”

    [4] Reh F, Fidelj V, Antwerpes F, Ostendorf N (2025). Hypereosinophiles Syndrom. https://flexikon.doccheck.com/de/Hypereosinophiles_Syndrom (Stand:15.06.2026)

    • “Eosinophile Granulozyten sezernieren verschiedene toxische Substanzen insbesondere eosinophil-derived Neurotoxin, kationische Proteine, Sauerstoffradikale und Arachidonsäure-Abkömmlinge.”
    • “Durch diese Substanzen kommt es dann zur Entstehung von Thromben, Fibrose sowie Organinfarkten.”
    • “Inzidenz 1 bis 2 pro 200.000”
    • “Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen (Verhältnis m : w = 9 : 1)”
    • “Hauptmanifestationsalter 20. bis 50. Lebensjahr”

    [5] Geissler J (2010). Hypereosinophiles Syndrom (HES). https://www.leukaemie-online.de/42-hypereosinophiles-syndrom-hes (Stand:15.06.2026)

    • “Das Hypereosinophile Syndrom (HES) ist mit wenigen hundert Betroffenen in Deutschland eine sehr seltene Blutkrankheit und ist nur schwer zu diagnostizieren.”

    [6] Unbekannter Autor (2024). Abenteuer Diagnose: Hypereosinophilie-Syndrom. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Abenteuer-Diagnose-Hypereosinophilie-Syndrom,eosinophile100.html (Stand:15.06.2026)

    “Unbehandelt sterben mehr als 80 Prozent der Menschen mit einem Hypereosinophilie-Syndrom innerhalb von zwei Jahren, mit Behandlung (Prednison, Hydroxyharnstoff, Chemotherapie) überleben mehr als 80 Prozent.”

    “Die häufigste Todesursache sind Herzschäden.”

    PBC: Warum Laborwerte nicht die ganze Geschichte erzählen

    Primär Biliärer Cholangitis (PBC): Wenn gute Werte nicht automatisch weniger Beschwerden bedeuten

    „Ihre Werte sehen gut aus.“

    Für Menschen mit Primär Biliärer Cholangitis (PBC) ist dieser Satz häufig zunächst eine gute Nachricht. Schließlich geben Laborwerte wichtige Hinweise darauf, wie aktiv die Erkrankung ist und ob eine Therapie anschlägt.

    Dennoch erleben viele Betroffene eine Diskrepanz zwischen den medizinischen Befunden und ihrem Alltag. Trotz stabiler oder sogar deutlich verbesserter Laborwerte bleiben Symptome wie Fatigue, Pruritus oder psychische Belastungen bestehen. Diese Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, ohne sich im Labor widerspiegeln zu lassen.

    Laborwerte sind daher ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Betreuung – sie bilden jedoch nicht das gesamte Krankheitsgeschehen ab.

    Was Laborwerte zeigen – und was sie nicht erfassen

    Bei der Primär Biliären Cholangitis werden unter anderem die alkalische Phosphatase (AP), Bilirubin und weitere Leberwerte regelmäßig kontrolliert. Sie helfen dabei, den Verlauf der Erkrankung einzuschätzen und den Erfolg einer Therapie zu beurteilen.

    Nicht erfassen können Laborwerte hingegen,

    • wie belastend ein chronischer Juckreiz sein kann,
    • wie stark Fatigue den Alltag einschränkt,
    • welche Auswirkungen die Erkrankung auf Beruf, Familie oder soziale Aktivitäten hat,
    • oder welche psychischen Belastungen mit einer chronischen Erkrankung einhergehen.

    Deshalb ist neben den Laborbefunden auch das persönliche Erleben der Erkrankung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

    Fatigue: ein häufig unterschätztes Symptom

    Fatigue gehört zu den häufigsten und belastendsten Symptomen der PBC. Sie unterscheidet sich deutlich von gewöhnlicher Müdigkeit und wird von Betroffenen als tiefe körperliche und geistige Erschöpfung beschrieben, die sich auch durch Schlaf oder Erholung nicht wesentlich bessert.

    Die Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutet werden unter anderem chronische Entzündungsprozesse, Veränderungen der Signalübertragung zwischen Leber und Gehirn sowie indirekte Auswirkungen von Schlafstörungen, beispielsweise infolge eines ausgeprägten Pruritus.

    Bislang steht keine spezifische Therapie zur Behandlung der Fatigue zur Verfügung. Dennoch berichten viele Betroffene, dass eine bewusste Einteilung der eigenen Energiereserven (Pacing), eine gute Schlafhygiene sowie eine offene Kommunikation mit dem Behandlungsteam dazu beitragen können, den Alltag besser zu bewältigen.

    Ebenso wichtig ist die Anerkennung der Fatigue als ernstzunehmendes Symptom der Erkrankung.

    Pruritus: wenn Juckreiz zur dauerhaften Belastung wird

    Pruritus gehört zu den typischen Symptomen der PBC und kann in sehr unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Während manche Betroffene nur gelegentlich Beschwerden verspüren, erleben andere einen so intensiven Juckreiz, dass Schlaf, Konzentration und Lebensqualität erheblich beeinträchtigt werden. Häufig verstärken sich die Beschwerden nachts oder in Stresssituationen.

    Für die Behandlung stehen verschiedene medikamentöse Möglichkeiten zur Verfügung. Neben Colestyramin kommen – abhängig von der individuellen Situation – unter anderem Rifampicin oder Naltrexon infrage. Auch neuere Therapieansätze mit PPAR-Agonisten zeigen in aktuellen Studien vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich der Linderung des Pruritus.

    Ergänzend können einfache Maßnahmen wie kühle Raumtemperaturen, atmungsaktive Kleidung oder Strategien zur Stressreduktion hilfreich sein.

    Da Pruritus heute als relevantes Therapieziel gilt, sollte er im ärztlichen Gespräch aktiv angesprochen werden.

    Die psychische Belastung einer chronischen Erkrankung

    Eine PBC betrifft nicht nur die Leber. Auch die psychischen Auswirkungen der Erkrankung spielen für viele Betroffene eine wichtige Rolle.

    Fragen nach dem weiteren Krankheitsverlauf, der Wirksamkeit der Behandlung oder den Auswirkungen auf Beruf und Familie können Unsicherheit und Sorgen auslösen. Hinzu kommt, dass Symptome wie Fatigue oder Pruritus für Außenstehende häufig nicht sichtbar sind und deshalb nicht immer nachvollzogen werden.

    Psychologische Unterstützung, der Austausch mit anderen Betroffenen sowie verlässliche Informationen über die Erkrankung können dazu beitragen, mit diesen Belastungen besser umzugehen. Auch im Gespräch mit dem Behandlungsteam sollten psychische und emotionale Aspekte ihren Platz haben.

    Beschwerden offen ansprechen

    Gerade wenn Laborwerte stabil sind, fällt es vielen Betroffenen schwer, über anhaltende Beschwerden zu sprechen. Dabei liefern Symptome wie Fatigue oder Pruritus wichtige Informationen für die individuelle Behandlung und sollten im ärztlichen Gespräch ausdrücklich thematisiert werden.

    Eine umfassende Versorgung berücksichtigt deshalb nicht nur objektive Befunde, sondern auch die Lebensqualität und das persönliche Erleben der Erkrankung.

    Die Primär Biliäre Cholangitis ist eine komplexe Erkrankung, deren Auswirkungen weit über Laborwerte hinausgehen können.

    Stabile Blutwerte sind ein wichtiges Zeichen für den Therapieerfolg. Gleichzeitig können Fatigue, Pruritus und psychische Belastungen den Alltag weiterhin erheblich beeinträchtigen. Diese Beschwerden verdienen ebenso Aufmerksamkeit wie die objektiven Befunde.

    Eine gute Versorgung umfasst deshalb beides: die regelmäßige Kontrolle der Krankheitsaktivität und den offenen Blick auf die Lebensqualität der Betroffenen.

    Denn nur gemeinsam ergeben Laborwerte, Symptome und persönliche Erfahrungen ein vollständiges Bild der Erkrankung.

    Dein Sommer, deine Regeln: Mit CED die warme Jahreszeit in vollen Zügen geniessen!

    Sonne auf der Haut, der Duft von Grillgut in der Nase, laue Abende mit Konzerten oder Festivals – der Sommer ist die Jahreszeit, die uns Leichtigkeit und unvergessliche Momente verspricht.

    Doch für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kann es beim Traum von Leichtigkeit auch Schattenseiten geben. Die ständige Suche nach einer Toilette und die Angst vor einem „Unfall“ trüben die Freude und lassen die Sorglosigkeit verblassen. Die Angst vor unkontrollierbaren Stuhlgängen ist ein ständiger Begleiter für viele CED-Betroffene – und kann dazu führen, dass du dich zurückziehst, Einladungen absagst oder dich von schönen Erlebnissen fernhältst. [1]

    Diese Angst darf aber nicht über dein Leben bestimmen!

    Schluss mit der Angst – dein Sommer gehört DIR!

    Weder CED noch Bowel Urgency, der plötzliche Stuhldrang, bedeuten Isolation! Ein erfüllter Sommer ist auch mit deiner Erkrankung möglich. Denn: dein Sommer gehört dir! Es ist also an der Zeit, Ängste zu vertreiben und dir selbst Mut zu machen.

    Wie das geht? Mit der richtigen Strategie, Offenheit und guter Vorbereitung!

    Offene Kommunikation: Keine Scham, sondern Stärke! Offen sprechen und Verständnis schaffen kann so viel bewirken. Viele Betroffene schämen sich und schweigen, doch genau das kann die Isolation verstärken.

    • Sprich mit Vertrauten und erkläre deine Bedürfnisse, denn die Unterstützung von Freund:innen und Familie ist unbezahlbar. Und: Auch deine Liebsten können etwas tun! Ein „Alles gut, wir finden eine Lösung!“ ist mehr wert als jeder fragende Blick. Bleibt gemeinsam flexibel und seid bereit, Pläne anzupassen, denn die Erkrankung ist kein Grund, etwas auszuschließen. Plant zum Beispiel ein Treffen mit gutem Zugang zu einer Toilette ein.
    • Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt: Sie können dir nur helfen, Symptome wie Bowel Urgency in den Griff zu bekommen, wenn du darüber redest und dir Tipps geben, wie du dich gut vorbereiten kannst.

    Offenheit nimmt dir Druck und ermöglicht, dass andere Rücksicht nehmen und dich entlasten können.

    Vorbereitung: Die Basis für deine Sommer-Freiheit! Dein Ziel ist es, dir Anspannung zu nehmen und Sicherheit zu geben.

    • Ob du „Toilette“ bei Google Maps eingibst, im Voraus nach Toiletten entlang deiner Route oder in der Nähe deines Ziels suchst oder den „Toilet Finder“ auf dem Handy hast: informiere dich! Ein echter Game Changer ist zudem der Euro-WC-Schlüssel, mit dem du europaweit Zugang zu barrierefreien Toiletten bekommen kannst.
    • Ob Notfall-Kit mit Ersatzwäsche, Einweg-Waschlappen, Feuchttücher, Desinfektionsmittel oder eigene Snacks – das Wissen, dass du vorbereitet bist, beruhigt enorm! Denk bei kühlungspflichtigen Medikamenten auch an eine passende Kühltasche für unterwegs.

    Wenn die Angst groß ist, fange mit kleineren Unternehmungen an: ein Nachmittag im Park, ein Café-Besuch, ein kurzes Konzert. Jede erfolgreiche Unternehmung stärkt dein Selbstvertrauen.

    Hier kannst du dir die App „Toilet Finder“ direkt aufs Handy laden:

    Der wichtigste Schritt: MACH ES!


    Die Leichtigkeit des Sommers wartet auch auf dich! Trau dich, sei vorbereitet, kommuniziere offen – und vor allem: Lebe deinen Sommer – mutig und selbstbestimmt! So kann CED nicht dein Drehbuch schreiben und du lässt dich nicht von ihr definieren oder in deiner Lebensqualität einschränken.

    [1] Travis S, et al. Inflamm Bowel Dis. 2024; 30:939-949.

    Mit freundlicher Unterstützung von:
    Lilly Deutschland GmbH
    CMAT-31417 Juni 2026

    Foto: © Adobe Stock | detailblick-foto | #193408300

    Interview mit Dr. Joanna Wegner zum Versorgungsprojekt EsmeDerm

    Interview EsmeDerm: „Wie kann Versorgung für Menschen mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und Psoriasis (Schuppenflechte) besser werden?“

    Frau Dr. Joanna Wegner ist Oberärztin am Clinical Research Center (CRC) der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Als Expertin für chronisch-entzündliche Hauterkrankungen liegt ihr klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt insbesondere auf der Psoriasis. Gemeinsam mit Frau Dr. Mann, Expertin für atopische Dermatitis, leitet sie das Projekt EsmeDerm.

    Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, die Betroffene von atopischer Dermatitis und Psoriasis heute erleben?

    Viele Betroffene leiden nicht nur unter den körperlichen Beschwerden wie starkem Juckreiz, Schmerzen oder sichtbaren Hautveränderungen. Belastend ist vor allem die ständige Präsenz der Erkrankung im Alltag. Man muss immer daran denken, verordnete Therapien korrekt umzusetzen, mit Schüben umzugehen und Risiko – sowie Triggerfaktoren zu vermeiden. Diese muss man aber erstmal kennen. Hinzu kommen oft Unsicherheit, Frust und das Gefühl, nicht wirklich verstanden zu werden.

    Viele Menschen berichten, dass sie sich nach Arztterminen mit ihren Fragen allein gelassen fühlen. Warum entsteht dieses Gefühl Ihrer Meinung nach so häufig?

    Arzttermine sind aufgrund der Struktur unseres Gesundheitswesens oft zeitlich knapp bemessen und auf die medizinischen Fakten fokussiert. Für viele Fragen der Betroffenen – wie „Was mache ich, wenn es schlimmer wird?“ oder „Wie gehe ich im Alltag damit um?“ – bleibt dabei oft zu wenig Zeit.

    Wie entstand die Idee zu EsmeDerm?

    Wir haben bereits in der Vergangenheit ein ähnliches Projekt zur Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) durchgeführt – einer anderen ebenfalls sehr belastenden, chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Die Ergebnisse der Studie waren in jeder Hinsicht sehr überzeugend und deutlich besser als in der herkömmlichen Versorgung. EsmeDerm baut auf diesen Erfahrungen auf und überträgt die erfolgreichen Ansätze gezielt auf Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis.

    Welches Problem soll das Projekt konkret lösen?

    Ziel des Projekts ist es, die Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis spürbar zu verbessern. Hierzu werden spezialisierte Zentren aufgebaut, in denen Betroffene individuell, strukturiert und unter Einsatz digitaler Lösungen begleitet und behandelt werden.

    Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist eine digital gestützte Anamnese sowie umfassende Beratungen durch medizinische Fachangestellte in den Praxen.

    Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Krankheitslast zu reduzieren, den kompetenten Umgang mit der Erkrankung zu stärken und die Versorgung insgesamt effizienter und patientenorientierter zu gestalten.

    Wenn Sie EsmeDerm in einem Satz beschreiben müssten: Worum geht es?

    Ziel ist es, die ambulante Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis durch wissenschaftlich fundierte, strukturierte und digital unterstützte Konzepte nachhaltig zu verbessern.

    Der Begriff „Versorgung verbessern“ fällt oft. Was bedeutet das ganz konkret für Patientinnen und Patienten?

    Im Innovationsfonds werden keine neuen Medikamente oder Medizinprodukte getestet. Stattdessen geht es darum, bestehende Behandlungs-, Versorgungs- und Organisationskonzepte  weiterzuentwickeln und besser auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abzustimmen.

    EsmeDerm wird über den Innovationsfonds gefördert. Viele Menschen haben diesen Begriff noch nie gehört. Was genau ist der Innovationsfonds?

    Der Innovationsfonds ist ein Förderprogramm im deutschen Gesundheitswesen. Das Geld stammt von den gesetzlichen Krankenkassen und wird genutzt, um neue Wege in der medizinischen Versorgung zu entwickeln und zu testen. Ziel ist es herauszufinden, ob solche neuen Ansätze die Versorgung für Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessern können. Dabei geht es zum Beispiel auch darum, die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten zu verbessern, Selbstmanagementkompetenz der Patientinnen und Patienten zu stärken oder digitale Angebote zu erproben, die den Alltag erleichtern.

    Warum reicht eine gute medizinische Behandlung allein manchmal nicht aus?

    Weil die Erkrankung Betroffene nicht nur während des Arzttermins belastet, sondern sie jeden Tag begleitet – zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs. Der Behandlungserfolg hängt stark davon ab, wie gut die verordnete Therapie im Alltag umgesetzt wird und wie das eigene Selbstmanagement ist.

    Warum investiert das Gesundheitssystem in solche Projekte?

    Die Förderung ermöglicht es, neue Ideen unter realistischen Bedingungen im Alltag auszuprobieren. Wenn sich ein Projekt bewährt, kann es dauerhaft in die reguläre Gesundheitsversorgung übernommen werden. So profitieren langfristig viele Menschen davon.

    EsmeDerm wird wissenschaftlich begleitet. Warum ist das wichtig?

    Nur wenn eine neue Behandlung oder Versorgunsmaßnahme sorgfältig und unter realistischen Bedingungen untersucht wird, kann man erkennen, was gut funktioniert und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Deshalb ist es wichtig, dass die Studienteilnehmenden die betroffene Gesamtgruppe möglichst gut widerspiegeln und die Erfassung der Effekte nach klaren und qualitativ hochwertigen Standards erfolgt. Nur dann sind die Ergebnisse belastbar und können zuverlässig auf andere Patientinnen und Patienten übertragen werden.

    Viele Menschen kennen den Begriff „RCT“ nicht. Können Sie einfach erklären, was eine randomisierte kontrollierte Studie ist?

    RCT steht für „randomisierte kontrollierte Studie“. Diese Studienform gilt als Goldstandard der medizinischen Forschung.

    Dabei werden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip (ähnlich wie beim Münzwurf) in verschiedene Gruppen eingeteilt. Das nennt man „Randomisierung“. So sind die Gruppen möglichst ähnlich und können fair miteinander verglichen werden.

    Eine Gruppe erhält die neue Behandlung (z. B. wie in EsmeDerm ein neues Versorgungskonzept). Diese Gruppe wird als Interventionsgruppe bezeichnet. Die andere Gruppe ist die Kontrollgruppe. Sie erhält zum Vergleich die Standardbehandlung.

    Warum gilt dieses Studiendesign als besonders aussagekräftig?

    Durch diesen direkten zufällig zugeordneten Vergleich kann man bestmöglich feststellen, ob eine neue Maßnahme wirklich wirksam und sicher ist.

    RCTs helfen dabei, medizinische Entscheidungen auf eine sichere wissenschaftliche Grundlage zu stellen und die Versorgung langfristig zu verbessern. Viele Fortschritte in der Medizin wären ohne die Teilnahme von Patientinnen und Patienten nicht möglich gewesen, die so die Medizin aktiv mitgestaltet haben.

    Welche Fragen soll die Studie beantworten?

    Die Studie soll klären, ob durch diese Art der Versorgung die Krankheitslast – gemessen an Krankheitsaktivität und Lebensqualität – verbessert werden kann, und ob Betroffene besser mit ihrer Erkrankung im Alltag zurechtkommen. Zudem wird untersucht, ob das Selbstmanagement gestärkt und gleichzeitig effizientere Abläufe in der Versorgung erreicht werden können.

    Aktuell werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Wer kann mitmachen?

    Erwachsene Personen, die unter atopischer Dermatitis oder Psoriasis vulgaris leiden und gesetzlich krankenversichert sind.

    Was erwartet Betroffene, die an EsmeDerm teilnehmen?

    Für Betroffene bedeutet eine Teilnahme:

    • die individuell bestmögliche ärztliche Therapie auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erhalten,
    • besser zu verstehen, was mit der eigenen Haut passiert und wie die verordneten Therapien richtig angewendet werden,
    • zu erfahren, was sie selbst aktiv zur Verbesserung der Erkrankung beitragen können,
    • schneller Unterstützung zu bekommen, wenn eine Therapie nicht wie gewünscht wirkt,
    • und sich insgesamt besser informiert, sicherer und begleitet zu fühlen.

    Was würden Sie Menschen sagen, die noch unsicher sind, ob sie teilnehmen möchten?

    Es ist vollkommen verständlich, bei neuen Versorgungsangeboten zunächst unsicher zu sein. Wichtig ist: Bei EsmeDerm ist man kein „Versuchskaninchen“, da keine neuen Medikamente oder Medizinprodukte getestet werden.

    Die Teilnahme bietet vielmehr die Chance, von einer besonders strukturierten und modernen Betreuung zu profitieren, die sich an aktuellen medizinischen Standards orientiert. Gleichzeitig behalten Sie jederzeit die Kontrolle über Ihre Behandlung und können sich aktiv in die Verbesserung Ihrer Versorgung einbringen.

    Wenn EsmeDerm erfolgreich ist: Was könnte sich in Zukunft für Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis verändern?

    Langfristig könnte sich die Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis deutlich verbessern. Patientinnen und Patienten würden schneller die optimale Therapie erhalten und enger begleitet werden. Gleichzeitig könnten sie ihre Erkrankung im Alltag besser verstehen und sicherer selbst managen.

    Was wünschen Sie sich persönlich für die Versorgung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen in Deutschland?

    Ich wünsche mir mehr Raum für die Aufklärung und eine individuelle Betreuung der Patientinnen und Patienten. Außerdem sollten aktuelle medizinische Standards und neue wissenschaftliche Erkenntnisse durch digitale Lösungen einfacher und schneller im Praxisalltag verfügbar sein. Kolleginnen und Kollegen sollten in der Versorgung dieser oft komplexen Erkrankungen besser unterstützt werden, damit Patientinnen und Patienten schneller die passende Therapie erhalten – idealerweise bevor es zu einer Verschlechterung (Progression) kommt.

    Ich hoffe, dass wir mit unserem Konzept zeigen können, dass eine bessere Versorgung möglich ist, ohne gleichzeitig höhere Kosten zu verursachen – insbesondere durch effizientere Prozesse, mehr Selbstmanagement und eine stärkere Einbindung der Betroffenen.

    FokusTage: Multiple Sklerose

    Vom 26.05. bis 02.06.2026 richten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog den Blick auf die besonderen Herausforderungen, die mit der Erkrankung Multiple Sklerose einhergehen. Unser herzlicher Dank gilt den Firmen Roche und Sanofi Regeneron, deren Unterstützung die Durchführung der MS-Fokustage ermöglicht.



    Unsere Veranstaltungen während der MS-Fokuswoche

    Webinar

    Den Auftakt der MS-Fokuswoche bildet unser Webinar am 26. Mai um 19.00 Uhr. Unter dem Thema „Der informierte MS-Patient – Grundlagen, Therapieziele und das gute Arztgespräch:
    Warum Wissen Patient:innen stärkt und die Therapie unterstützt“ bieten wir tiefgehende Einblicke und interessante Diskussionen mit Prof. Dr. Dr. Sven Meuth, Klinikdirektor der Neurologie & Wissenschaftler an der Universitätsklinik Münster und Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Leiter des Zentrums für klinische Neurowissenschaften & Multiple Sklerose Zentrum Dresden. Zusätzlich wird MS-Botschaferiin Sissy (@mysparkles.de) ihre persönlichen Erfahrungen teilen.


    Unsere Referenten:

    Es ist ein Mann in einem weißen Arztkittel abgebildet, der vor einem weißen Hintergrund mit großen, stilisierten Buchstaben steht. Er trägt ein blaues Hemd unter dem Kittel und hat einen Personalausweis sowie mehrere Stifte in seiner Brusttasche. Der Mann lächelt leicht.
    Prof. Dr. med. Tjalf Ziemssen
    Leiter Zentrum für klinische Neurowissenschaften & Multiple Sklerose Zentrum Dresden
    Es tut mir leid, ich kann nicht sagen, wer auf diesem Bild zu sehen ist. 
Alt-Text: Ein Mann in einem blauen Anzug mit einem blauen, gepunkteten Schlips lächelt in die Kamera. Der Hintergrund ist hell und neutral.
    Prof. Dr. Dr. med. Sven Meuth
    Klinikdirektor der Neurologie & Wissenschaftler an der Universitätsklinik Münster


    Was erwartet dich?

    • MS verstehen und managen
    • Therapie gemeinsam erreichen
    • Optimal auf das Arztgespräch vorbereiten
    • Wissen ist Stärke und Sicherheit

    Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stelle deine Fragen und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

    Wir laden dich und deine Angehörigen herzlich ein, am Webinar teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!



    Insta Live für einen intensiven Austausch

    Für einen direkten und persönlichen Dialog bieten wir während der MS-Fokustage ein spannendes Insta Live:

    MS Botschafterin und -Patientin Sissy (@mysparkles.de)

    20 Jahre MS – das klingt erstmal nach einer schweren Wegstrecke. Und genau das war es für Sissy auch: mit Diagnoseschock, Schüben, Umstellungen im Alltag und dem schwierigen Schritt in den Rollstuhl. Aber wer ihre Geschichte liest, merkt schnell: Hier spricht niemand, der aufgegeben hat. Sissy erzählt offen, direkt und mit einer guten Portion Humor davon, wie sie gelernt hat, mit ihrer Erkrankung zu leben, Hilfe anzunehmen und trotzdem ihren eigenen Weg zu gehen.

    Ihre Geschichte ist nicht nur bewegend, sondern auch richtig inspirierend – weil sie zeigt, dass man selbst dann nicht an Lebensfreude verliert, wenn das Leben einem einiges abverlangt.


    Wissenswertes zu MS

     

    Wichtige Kontakte für Patient*innen mit MS


    Weitere MS-Webinare

    Webinar: „MS – So individuell wie wir, MS verstehen und behandeln“

    Die MS-Fokustage werden unterstützt von:

    Sanofi Regeneron Logo

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