Hätten Sie’s gewusst? Tüpfelnägel oder Nagelpilz?

Hätten Sie’s gewusst?
Tüpfelnägel oder Nagelpilz?

Produkte rund um die Fingernägel werden in der Schönheitsindustrie intensiv beworben. Die Aufmerksamkeit auf Finger- und Fußnägel begründet sich vermutlich darin, dass sie uns intuitiv Informationen über die Körperpflege und Gesundheit unseres Gegenübers geben. Hierfür braucht man keine medizinischen Vorkenntnisse – wir beurteilen solche kleinen Dinge instinktiv, manchmal unbewusst. So wirken z.B. bröckelnde Fingernägel viel unästhetischer als eine Narbe an den Fingern. Negative Nagelveränderungen schrecken ab, doch sind nicht alle auf eine schlechte Körperpflege zurückzuführen: Oftmals versteckt sich eine Erkrankung hinter optisch auffälligen Nägeln. Zu den häufigsten Nagelerkrankungen gehören dabei Nagelpilz und Tüpfelnägel. Wie man bestimmte Symptome selbst erkennen kann und welche Therapien wirkungsvoll sind, erfährst Du jetzt im Interview mit derma2go.

Finger- und Fußnägel befinden sich an den Körperteilen, die wir bei praktisch jeder Tätigkeit benutzen und für jeden gut sichtbar sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Veränderungen des Nagels häufig beobachtet werden können. Ebenfalls besteht aufgrund der Lage bei längerem Bestehen meist der Wunsch, etwas gegen die Nagelveränderungen zu unternehmen, selbst wenn diese nicht gefährlich sind.

NIK: Wie erkenne und unterscheide ich Nagelpilz bzw. Tüpfelnägel?

derma2go: Erstmal ist es wichtig, einen normalen Nagel zu erkennen. Ein gesunder Nagel ist glatt, leicht rosa und matt glänzend. An seinem Ursprung ist ein silbrig- weisser Halbmond zu sehen, woraus der Nagel ständig nachproduziert wird.

Den Nagelpilz erkennt man üblicherweise leicht. Der Nagel verliert seinen Glanz und es kommt meist am Nagelrand zu weißlichen, gelben oder grau-braunen Verfärbungen. In späteren Stadien kann sich die Nagelplatte an diesen Stellen bis zu mehreren Millimetern verdicken. Sehr häufig ist dies an Fußnägeln, insb. bei Patienten über 50 Jahren, zu beobachten. Entsteht der Nagelpilz in der Zone des Nagelwachstums (silbrig-weißer Halbmond), so wächst die Nagelveränderung mit dem Nagelwachstum kontinuierlich nach vorne und hinterlässt eine streifige Veränderung in Längsrichtung des Nagels.

Tüpfelnägel weisen, wie der Name bereits verrät, kleine, über den ganzen Nagel verteilte Tüpfchen auf. Diese können weiß, gelb oder grau-bräunlich verfärbt sein. Im Gegensatz zum Nagelpilz sind die Tüpfchen viel kleiner (unter 1mm) als die vom Pilz veränderten Areale, die teilweise sogar den ganzen Nagel einnehmen können. Was der Mediziner als Tüpfelnagel bezeichnet, geht üblicherweise mit einer Verformung des Nagels rund um die Tüpfchen einher.

Weiße, wolkige Veränderungen der Fingernägel ohne Verformung der Nagelplatte, die langsam aus dem Nagel rauswachsen, gelten NICHT als Tüpfelnägel. Sie entstehen durch kleine Verletzungen, z.B. bei der Maniküre oder bei handwerklicher Arbeit.

NIK: Wieso ist es so schwierig, Nagelpilz frühzeitig zu erkennen?

derma2go: Die Antwort liegt in der Natur des Nagels, denn dieser ist hart, wächst nur sehr langsam und liegt auf einem gut durchbluteten Untergrund. Durch die Härte des Nagels hat es der Pilz nicht einfach, sich im Nagel auszubreiten. Der Pilz breitet sich daher so aus, indem er sich u.a. mit dem Wachstum weiter nach vorne transportieren lässt und so neue Areale des Nagelbetts befällt. Dies bedeutet, dass die befallenen Areale – analog zum Nagelwachstum – nur sehr langsam größer und damit für unser Auge sichtbar werden. Zudem liegt der Nagel in dem Nagelbett, das hervorragend durchblutet ist. Wo viel Blut ist, kommt auch das Immunsystem gut hin. Das bedeutet, dass der Pilz von unten her ständig bekämpft wird. Bei schwächerem Immunsystem kann sich der Pilz daher etwas schneller ausbreiten.

NIK: Wann bekommt man Nagelpilz und wie geht er wieder weg?

derma2go: Nagelpilz findet man bei bis zu 30% aller Menschen, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt. Dies hängt unter anderem mit dem Immunsystem zusammen, das mit dem Alter schwächer wird. Während junge Menschen einen Nagelpilz abwehren, kommt es bei einem schwächeren Immunsystem zum andauernden Nagelbefall. Besonders häufig ist Nagelpilz an den Füßen zu beobachten, da diese den ganzen Tag in warmen Socken verpackt sind. Zusammen mit dem Fußschweiss entsteht ein feuchtes, warmes Milieu, das beste Voraussetzungen für ein Pilzwachstum bietet. Da Pilzsporen überall in der Umwelt vorkommen, braucht man sich für eine Infektion gar nicht bei einer anderen Person anzustecken. Das Immunsystem verschlechtert sich mit zunehmendem Alter, weswegen die Chancen auf eine spontane Heilung des Nagels gering sind. Da der Nagel einen Schutz vor Verletzungen der Zehe bietet, ist bei schwerem Befall eine Therapie ratsam, jedoch nicht lebenswichtig. Anders sieht dies bei Patienten mit langjährigem Diabetes (Typ 1 und 2) aus, da bei denen auch kleinere Verletzungen der Füße zu schweren Infektionen führen können. In diesen Fällen wird Nagelpilz üblicherweise immer behandelt. Die Therapie gestaltet sich jedoch langwierig und dauert abhängig vom Ausmaß des Befalls und von der Therapieart zwischen 3 bis über 12 Monaten.

NIK: Welche Therapieoptionen gibt es bei Nagelpilz? Ab wann soll ich zum Arzt?

derma2go: Die Therapie ist abhängig von Ausmaß des Nagelbefalls, den Wünschen und allfälligen Grunderkrankungen des Patienten. Jede Therapieform sollte durch allgemeinhygienische Maßnahmen wie dem Desinfizieren der Socken unterstützt werden. Die effizienteste Therapie kann nur durch den Arzt durchgeführt werden. Der Arzt weicht zuerst mit einem Mittel den Nagel auf und löst ihn anschliessend ab. Trotz Betäubung verspürt der Patient dabei oft moderate Schmerzen, da es schwierig ist, den Nagelbereich vollständig zu betäuben ohne Schäden zu verursachen. Anschließend erfolgt eine örtliche Behandlung von Nagelbett und nachwachsendem Nagel mit einem Anti-Pilzmittel, das man regelmäßig aufträgt. In besonders ausgeprägten Fällen, z.B. wenn mehr als 3 Fußnägel infiziert sind, wird eine Anti-Pilzkur mit geschluckten Tabletten verordnet. Da bei allen Medikamenten immer die Gefahr von Nebenwirkungen besteht, ist diese Anti-Pilzkur nur schweren Fällen vorbehalten. In leichteren Fällen kann man auch eine Therapie mit einem speziellen Nagellack probieren, die jeweils mit regelmäßigem Abschleifen des Nagels kombiniert ist. Da Nagelpilz üblicherweise kein Problem für die allgemeine Gesundheit des Patienten darstellt, kann man ruhig abwarten, ob solche weniger invasiven Methoden zum Ziel führen. Tun sie das nicht, kann man auch später noch einen Arzt aufsuchen. Wichtig ist bei allen Therapieformen die ausreichende Dauer der Behandlung.

NIK: Was kann man tun, um Nagelpilz zu vermeiden?

derma2go: Weil Pilzsporen überall vorhanden sind, ist es praktisch unmöglich, Pilzinfektionen der Nägel zu 100% zu verhindern. Pilze lieben aber das warme, feuchte Umfeld und meiden die trockene, frische Luft. Wechselt man also täglich die Socken und lüftet von Zeit zu Zeit die Füße aus, kann man einiges zur Vorbeugung beitragen. Maßnahmen wie das Desinfizieren der Schuhe können ebenfalls helfen. Damit beugt man nicht nur Nagelpilz, sondern auch Fußpilz vor – also einer Pilzinfektion der Haut.

NIK: Wann bekommt man Tüpfelnägel und wie gehen sie wieder weg?

derma2go: Tüpfelnägel können Ausdruck verschiedener Krankheiten sein, von denen einige einer Therapie bedürfen. Dazu gehört klassischerweise die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt. Dieses komplexe Krankheitsbild wird in einem unserer Artikel genauer erläutert. Andere Krankheiten, die mit Tüpfelnägel einhergehen können, sind das Ekzem, der Lichen ruber oder der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata). Diese Erkrankungen gehen mit teilweise klassischen Haut- oder Haarveränderungen einher, die in der Regel der Grund für die Vorstellung beim Arzt sind. Üblicherweise treten diese Krankheiten mit entzündlichen Veränderungen der Zone des Nagelwachstums auf, wodurch es zu Tüpfeln in der Nagelplatte kommt; diese sind per se nicht gefährlich. Eine Verbesserung des Nagels kann man nur durch Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankungen erreichen. Im Gegensatz zum Nagelpilz sollte man Tüpfelnägel immer beim Arzt behandeln lassen, um anderweitige Schädigungen des Körpers durch die Grundkrankheit zu verhindern. Der Arzt soll auch dann aufgesucht werden, wenn die Tüpfelnägel (zumindest zwischenzeitlich) verschwinden oder besser werden.

NIK: Ist die Tüpfelbildung schmerzhaft oder nur ein optisches Thema?

derma2go: Die Tüpfelbildung an sich ist nur optisch/ästhetisch störend. Da hinter den Tüpfelnägeln aber auch Krankheiten stecken können, die z.B. auch die Gelenke schädigen, muss man diese unbedingt abklären. Während man die Schäden an den Nägeln leicht selbst sieht, können andere Körperschäden lange keine Symptome aufzeigen. Um solche Schäden dennoch zu verhindern, ist der Arztbesuch sehr wichtig.

NIK: Kann man bei Tüpfelnägel weiterhin Nagellack nutzen?

derma2go: Nagellack hat keinen Einfluss auf die Krankheit selbst. Er kann also bedenkenlos aufgetragen werden. Jedoch sollte man vor dem Gang zum Arzt keinen Nagellack auftragen, weil der Arzt zur Diagnose auch die Farbe des Nagels beurteilt. Aufgrund der Dellen rund um die Tüpfchen ist es schwierig, den Nagellack richtig
wegzukriegen. Verbleibende Reste in den Dellen können das Auge des Arztes trügen und so die Diagnose erschweren.

NIK: Kann man vorsorgen, um keine Tüpfelnägel zu erhalten?

derma2go: Durch eine gute Therapie einer allfälligen Grundkrankheit verschwindet die Tüpfelung häufig. Zudem sollte man kleine Verletzungen des Nagels an dessen Ursprung reduzieren. Vermeidet man Stöße in dieser Region und verzichtet man auf Maniküre, kann man solche Verfärbungen weitgehend verhindern. Die Symptome bei Tüpfelnägel und Nagelpilz sind oft sehr individuell.

Wer sich von einem erfahrenen Experten beraten lassen möchte, kann jederzeit unsere Ärzte kontaktieren.

Hätten Sie’s gewusst? Tattoos bei Autoimmunerkrankungen – Go or no go?

Hätten Sie’s gewusst?
Tattoos bei Autoimmunerkrankungen – Go or no go?

Die Haut bei Autoimmunerkrankten ist besonders empfindlich und pflegeintensiv. Dennoch stellen sich viele Betroffene die Frage, ob sie sich nicht doch tätowieren lassen können. Welche Gefahren eine Tätowierung für Patienten mit Erkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis birgt und wie stark das Tattoo selbst von den Schüben betroffen sein kann, erfährst Du jetzt im Interview mit derma2go.

NIK: Wieso sollten sich Patienten, die an Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis leiden, besser keine Tattoos stechen lassen?

derma2go: Patienten mit Neurodermitis oder Psoriasis haben ein fehlreguliertes Immunsystem, welches Entzündungen an der Haut verursacht. Im Rahmen von Tätowierungen werden Farbstoffe in die Haut eingebracht, welche auch bei gesunden Patienten zumindest zeitweise eine Entzündungsreaktion der Haut im Sinne einer Abwehrfunktion auslösen. So kann beobachtet werden, dass bei Patienten mit Neurodermitis und Psoriasis deutlich stärkere bzw. länger anhaltende Entzündungen auftreten.

Hinzu kommt, dass Patienten mit Neurodermitis vermehrt an Allergien leiden. Die zum Tätowieren verwendeten Farbstoffe bergen die Gefahr allergischer Reaktionen – das Risiko ist bei Neurodermitis-Patienten erhöht. Interessanterweise ist das Risiko einer Allergie abhängig von der gewählte Tattoo-Farbe– so ist das Risiko bei rotem Farbstoff am größten. Schwarz wird am häufigsten tätowiert, führt aber eher selten zu schweren allergischen Reaktionen. Generell sind die meisten gängigen Inhaltsstoffe von Tattoofarben potentiell allergieauslösend und haben das Potenzial die Neurodermitis deutlich zu verschlimmern. Tritt eine allergische Reaktion auf ein Tattoo auf, bleibt im schlimmsten Fall nur eine Entfernung des Tattoos mit dem Laser oder Skalpell. Vorübergehend kann die Verwendung von Kortison-Cremes Linderung verschaffen.

NIK: Wie sieht es bei Patienten mit Psoriasis aus?

derma2go: Bei Patienten mit Psoriasis (=Schuppenflechte) spielt zusätzlich der sogenannte isomorphe Reizeffekt (sog. Köbner-Phänomen) eine wichtige Rolle. Durch mechanische Reizungen, eben auch Tätowierungen, kann im Bereich der Reizung eine Psoriasis lokal ausgelöst werden. Ein analoges Phänomen beobachten wir auch bei Verletzungen anderer Art.

NIK: Unter welchen Voraussetzungen könnte sich ein Patient mit Neurodermitis oder Psoriasis trotzdem tätowieren lassen?

derma2go: Wenn der Wunsch nach einem Tattoo stärker ist als die Sorge um potentielle Nebenwirkungen, sollte eine Vorbereitung dem Tattoo voraus gehen. Es sollte mit einem Hautarzt über diesen Wunsch gesprochen werden, um potentielle Nebenwirkungen individuell abzuklären. Wichtig ist auch eine Absprache mit dem Tätowierer und dass dieser bestenfalls bereits Erfahrungen im Umgang mit aufweisen kann. Man sollte mindestens sechs Monate symptomfrei sein und sich auf keinen Fall während eines aktiven Schubes tätowieren lassen. Idealerweise wird eine Hautstelle gewählt, die nicht von Schüben betroffen ist und somit weder vernarbt noch extrem trocken ist. Nach der Tätowierung gilt: Pflegen, pflegen, pflegen. Sollte es zu Nebenwirkungen kommen, ist unverzüglich ein Hautarzt aufzusuchen.

Wir raten Betroffenen mit Neurodermitis oder Psoriasis davon ab, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Wer sich dennoch von einem erfahrenen Experten der entzündlichen Hauterkrankungen beraten lassen möchte, kann jederzeit unsere Ärzte kontaktieren.

Gemeinsam stark: Wie du aktiv deine Rheuma-Behandlung unterstützen kannst

Die Diagnose einer Autoimmunerkrankung, wie etwa Rheuma, stellt Betroffene oft vor viele Fragen und Unsicherheiten. Gerade zu Beginn ist der Weg nicht immer leicht, doch umso wichtiger ist es, gut informiert zu sein und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem behandelnden Rheumatologen/der behandelnden Rheumatologin aufzubauen. Claudia, die selbst vor kurzem die Diagnose Rheuma erhalten hat und ihre Erfahrungen auf unserem Instagram-Account teilt, kennt diese Herausforderungen nur zu gut. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie entscheidend es ist, den richtigen Umgang mit der Erkrankung zu finden und zum Experten für die eigene Gesundheit zu werden.

Um es anderen (Neu-)Betroffenen zu erleichtern, hat Claudia unserem Rheumatologen Dr. Aries ein paar zentrale Fragen gestellt. In diesem Interview sprechen sie über die ersten Schritte nach der Diagnose, die Bedeutung einer aktiven und informierten Rolle in der Therapie und wie wichtig der vertrauensvolle Austausch zwischen Arzt*in und Patient*in ist.

Wie kann ich selbst aktiv dazu beitragen, dass meine Behandlung erfolgreich verläuft?

Sie können viel tun, um Ihre Behandlung zu unterstützen! Halten Sie sich an Ihren Therapieplan und nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf helfen Ihrem Körper, die Therapie besser zu verarbeiten. Seien Sie offen und engagiert – je aktiver Sie an Ihrer Gesundheit arbeiten, desto erfolgreicher kann die Behandlung sein.

Welche Informationen oder Beobachtungen sollte ich Ihnen regelmäßig mitteilen, um die Therapie bestmöglich zu unterstützen?

Ihr Feedback ist für die Therapie sehr wichtig! Informieren Sie uns über Veränderungen Ihrer Symptome, neue oder ungewöhnliche Schmerzen, Nebenwirkungen von Medikamenten und alle anderen gesundheitlichen Veränderungen. Auch wenn es Ihnen gut geht, sind diese Informationen wertvoll. Das hilft uns, Ihre Therapie laufend anzupassen und zu optimieren.

Welche Fragen sollte ich mir selbst stellen, um meine Diagnose besser zu verstehen und meine Behandlungsmöglichkeiten zu erkennen?

Überlegen Sie: „Was genau ist meine Diagnose und was bedeutet sie für mich?“ Fragen Sie sich auch: „Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und was sind die Vor- und Nachteile?“ und „Was kann ich selbst dazu beitragen, dass es mir besser geht?“ Diese Überlegungen helfen Ihnen, Ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv in die Behandlung einzubringen.

Wie kann ich Ihnen helfen, die richtige Behandlung für mich zu finden?

Die beste Behandlung zu finden, ist ein gemeinsamer Prozess. Teilen Sie uns mit, wie Sie sich fühlen, welche Nebenwirkungen Sie erleben und was Ihnen im Alltag wichtig ist. Sprechen Sie auch über Ihre persönlichen Ziele und Erwartungen an die Therapie. So können wir gemeinsam eine individuell passende Behandlung finden.

Was kann ich tun, wenn ich unsicher bin oder Fragen zur vorgeschlagenen Behandlung habe?

Ihre Unsicherheiten und Fragen sind völlig normal und wichtig! Scheuen Sie sich nicht, alles offen anzusprechen. Fragen Sie nach weiteren Erklärungen, wenn etwas unklar ist, und informieren Sie sich, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Behandlungsplan wohlfühlen.

Was kann ich zusätzlich zur Medikation machen, um meine rheumatische Erkrankung einzudämmen?

Neben der Medikation gibt es viele Möglichkeiten, Ihre Gesundheit zu unterstützen. Regelmäßige Bewegung, sei es durch leichte Gymnastik, Schwimmen oder Spazierengehen, hilft, die Gelenke beweglich zu halten. Achten Sie auch auf eine entzündungshemmende Ernährung, Stressbewältigung und ausreichend Schlaf. Jede kleine Veränderung kann eine große Wirkung haben!

Wie sinnvoll ist es, mit einer rheumatischen Erkrankung auf Reha/Kur zu gehen? Macht das auch Sinn, wenn man medikamentös gut eingestellt ist und aktuell kaum Beschwerden hat?

Eine Reha oder Kur kann auch dann sinnvoll sein, wenn Sie gut eingestellt sind und wenige Beschwerden haben. Sie bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit Ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen, Bewegung und Selbstmanagement zu erlernen und sich in einer unterstützenden Umgebung zu erholen. Es kann helfen, langfristig fit zu bleiben und Rückfälle zu vermeiden.

Wie kann ich sicherstellen, dass wir beide eine klare und offene Kommunikation haben?

Offene Kommunikation ist das A und O einer erfolgreichen Behandlung. Teilen Sie Ihre Gedanken, Sorgen und Erlebnisse offen mit und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist. Zögern Sie nicht, Themen erneut anzusprechen, und lassen Sie uns wissen, was Ihnen wichtig ist. So können wir gemeinsam daran arbeiten, die bestmögliche Betreuung für Sie zu gewährleisten.

Therapiemöglichkeiten bei Rheuma: Welche Medikamente gibt es?

Bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen gibt es heute eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten, die darauf abzielen, die Entzündung zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die Wahl der Therapie hängt dabei von der Art und Schwere der Erkrankung, den individuellen Bedürfnissen des Patienten und den möglichen Nebenwirkungen ab. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der wichtigsten Medikamente und Therapien vor, die aktuell zur Verfügung stehen.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen werden häufig zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Produktion von Prostaglandinen hemmen, die Entzündungen und Schmerzen im Körper fördern. NSAR sind in der Regel gut verträglich, können aber bei langfristiger Anwendung Magenprobleme verursachen.

Kortikosteroide (Kortison)

Kortikosteroide wie Prednison sind starke entzündungshemmende Medikamente, die bei akuten Schüben von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Sie wirken schnell, indem sie das Immunsystem unterdrücken und so die Entzündung reduzieren. Aufgrund ihrer potenziellen Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme, Osteoporose und erhöhtem Infektionsrisiko, werden Kortikosteroide oft nur kurzfristig eingesetzt.

Basistherapeutika (DMARDs)

DMARDs (Disease-Modifying Antirheumatic Drugs) sind Medikamente, die das Fortschreiten rheumatischer Erkrankungen verlangsamen. Sie wirken, indem sie das Immunsystem modulieren und die Entzündungsprozesse im Körper reduzieren. Zu den klassischen DMARDs gehören:

  • Methotrexat (MTX): Eines der am häufigsten verwendeten DMARDs, das die Zellteilung hemmt und dadurch das Immunsystem dämpft.
  • Sulfasalazin: Wirkt entzündungshemmend und wird häufig bei rheumatoider Arthritis und Morbus Crohn eingesetzt.
  • Leflunomid: Reduziert die Aktivität bestimmter Immunzellen und wird zur Behandlung von rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Biologika

Biologika sind eine fortschrittliche Form der Therapie, die gezielt auf bestimmte Komponenten des Immunsystems einwirkt. Diese biotechnologisch hergestellten Medikamente sind oft als Injektionen oder Infusionen erhältlich und werden bei Patienten eingesetzt, bei denen DMARDs nicht ausreichend wirken. Hier sind die wichtigsten Therapiekonzepte bei Biologika:

TNF-Alpha-Inhibitoren

Diese Biologika blockieren den Tumor-Nekrose-Faktor Alpha (TNF-α), ein Zytokin, das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen spielt.

Beispiele: Adalimumab, Infliximab, Etanercept, Certolizumab Pegol, Golimumab

IL-1-Inhibitoren

Diese Medikamente blockieren das Interleukin-1 (IL-1), ein weiteres proinflammatorisches Zytokin, das an entzündlichen Prozessen beteiligt ist.

Beispiel: Anakinra

IL-6-Inhibitoren

IL-6-Inhibitoren blockieren das Interleukin-6 (IL-6), ein Zytokin, das an der Entzündungsreaktion und an der Stimulierung der Akut-Phase-Reaktion beteiligt ist.

Beispiele: Tocilizumab, Sarilumab

B-Zell-Therapien

Diese Biologika richten sich gegen B-Zellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die an der Produktion von Antikörpern und an der Auslösung von Entzündungen beteiligt sind.

Beispiel: Rituximab (anti-CD20-Antikörper)

T-Zell-Kostimulationshemmer

Diese Medikamente verhindern die Aktivierung von T-Zellen, die eine Schlüsselrolle in der Immunantwort spielen.

Beispiel: Abatacept (CTLA-4-Ig)

IL-12/IL-23-Inhibitoren

Diese Biologika blockieren die Zytokine IL-12 und IL-23, die an der Differenzierung und Aktivierung von T-Zellen beteiligt sind, insbesondere bei der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis.

Beispiel: Ustekinumab

IL-17-Inhibitoren

Diese Therapie blockiert das Interleukin-17 (IL-17), ein Zytokin, das eine Rolle bei der Pathogenese von entzündlichen Erkrankungen wie Psoriasis und ankylosierender Spondylitis spielt.

Beispiele: Secukinumab, Ixekizumab, Brodalumab

IL-23-Inhibitoren

Diese Biologika wirken spezifisch auf das Interleukin-23 (IL-23), das an der Entzündungsreaktion bei Krankheiten wie Psoriasis beteiligt ist.

Beispiele: Guselkumab, Tildrakizumab, Risankizumab

Anti-BAFF/BLyS-Therapie

Diese Medikamente zielen auf den B-Zell-aktivierenden Faktor (BAFF/BLyS), der für das Überleben und die Aktivierung von B-Zellen wichtig ist.

Beispiel: Belimumab

RANKL-Inhibitor

Dieser Inhibitor blockiert den RANK-Liganden (RANKL), der eine Rolle bei der Osteoklasten-Aktivierung und damit beim Knochenabbau spielt.

Beispiel: Denosumab

JAK-Inhibitoren

Eine neuere Klasse von Medikamenten sind die JAK-Inhibitoren (Januskinase-Inhibitoren). Diese Tabletten blockieren spezifische Enzyme, die an der Signalübertragung von Entzündungsprozessen beteiligt sind. Beispiele sind Tofacitinib, Upadacitinib, Filgotinib und Baricitinib. JAK-Inhibitoren bieten eine orale Alternative zu Biologika und sind besonders bei Patienten wirksam, die auf andere Behandlungen nicht ausreichend ansprechen.

Phosphodiesterase-4-Hemmer (PDE4-Hemmer)

Apremilast ist ein Beispiel für einen PDE4-Hemmer, der die entzündlichen Prozesse im Körper beeinflusst, indem er bestimmte Enzyme blockiert. Es wird bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis eingesetzt und bietet eine weitere orale Behandlungsoption.

Zusammenfassung

Die Therapie von rheumatischen Erkrankungen ist vielfältig und individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Während traditionelle Medikamente wie NSAR und Kortikosteroide häufig zur schnellen Linderung von Symptomen eingesetzt werden, bieten, DMARDs, Biologika und JAK-Inhibitoren langfristige Lösungen zur Kontrolle der Erkrankung und zur Verhinderung von Gelenkschäden. Die Wahl der richtigen Therapie erfolgt in enger Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen, um die bestmögliche Lebensqualität für den Patienten zu gewährleisten.

Mit einer rheumatischen Erkrankung leben: Ein psychologischer Leitfaden

Rheumatische Erkrankungen betreffen Millionen von Menschen weltweit und der Weg zur Diagnose kann oft lang und beschwerlich sein. Die Anpassung an das Leben mit einer solchen chronischen Erkrankung ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und Unterstützung erfordert. Das mag eine Herausforderung sein, aber du kannst lernen, damit umzugehen und die Erkrankung Schritt für Schritt in deinen Alltag zu integrieren. Hier sind einige Tipps, die dir auf diesem Weg helfen können.

Emotionale Akzeptanz und Selbstmitgefühl

Es ist völlig normal, eine Vielzahl von Emotionen zu durchleben, nachdem du die Diagnose erhalten hast. Wut, Trauer, Angst und sogar Erleichterung können Teil dieses Prozesses sein. Erlaube dir selbst, diese Gefühle zu erleben und auch auszudrücken. Versuche dir vorzustellen, wie du einer dir nahestehenden Person begegnen würdest, wenn diese in deiner Situation wäre. So kannst du eine mitfühlende Haltung dir selbst gegenüber einnehmen und dir Trost spenden. Der Austausch mit anderen Betroffenen, sei es in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren, kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Es hilft zu wissen, dass du nicht allein bist und dass andere ähnliche Herausforderungen meistern.

Verstehen und Informieren

Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Akzeptanz ist, deine Erkrankung zu verstehen. Je mehr du über deine rheumatische Erkrankung weißt, desto besser kannst du damit umgehen und die Kontrolle über die Situation zurückgewinnen. Hier ist es ratsam, seriöse und vertrauensvolle Quellen zu nutzen und sich bei Bedarf von medizinischen Fachkräften oder Patientenorganisationen beraten zu lassen. Ein besseres Verständnis der Krankheit verringert die Angst vor dem Unbekannten und ermöglicht dir, informierte Entscheidungen zu treffen.

Anpassung des Lebensstils

Eine rheumatische Erkrankung erfordert oft Anpassungen und Neustrukturierungen im Alltag. Das kann die Umstellung deiner Ernährung, die Integration von regelmäßiger Bewegung oder das Erlernen von Techniken zur Schmerzbewältigung umfassen. Finde Aktivitäten, die dir Freude bereiten und gleichzeitig schonend für deine Gelenke sind, wie Schwimmen, Yoga oder Radfahren. Achte auf ausreichende Ruhepausen und lerne, auf die Signale deines Körpers zu hören. Die Akzeptanz der eigenen Grenzen und die Anpassung des Lebensrhythmus sind zentrale Schritte zur Verbesserung der Lebensqualität.

Unterstützungssysteme aufbauen

Scheue dich nicht, Unterstützung von Familie und Freunden anzunehmen. Ein starkes soziales Netz kann emotionalen Rückhalt und praktische Hilfe bieten. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann besonders wertvoll sein, da er zeigt, dass man nicht allein ist. . Auch professionelle Unterstützung durch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Psychologen kann den Umgang mit der Erkrankung erleichtern. Gemeinsam könnt ihr Wege finden, um den Alltag besser zu bewältigen und deine Lebensqualität zu verbessern.

Neue Ziele und Perspektiven entwickeln

Die Neudefinition von Lebenszielen und -träumen ist ein wichtiger Schritt im Anpassungsprozess. Durch das Setzen neuer, realistischer Ziele kannst du ein erfülltes Leben führen, trotz der Einschränkungen. Und vergiss nicht, kleine Erfolge zu feiern und dich an das zu erinnern, was du trotz der Erkrankung erreicht hast und es weiterhin tust. Schreibe deine Fortschritte und positiven Erfahrungen auf. Dies kann besonders an schwierigen Tagen motivieren und dir Kraft geben.

Nach den eigenen Werten leben

Vieles wird neu – aber es gibt auch was, das bleibt: Deine persönlichen Werte – wie Familie, Freundschaft, beruflicher Erfolg oder kreatives Schaffen. Diese können dir als Kompass dienen, um trotz der Erkrankung ein erfülltes Leben zu führen. Überlege dir, was dir wirklich wichtig ist, und finde Wege, diesen Werten in deinem Alltag (weiterhin) Geltung zu verschaffen. Wenn du deine Entscheidungen und Handlungen an deinen Werten ausrichtest, kannst du ein Gefühl von Sinn und Zufriedenheit bewahren, selbst in schwierigen Zeiten.

Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Dankbarkeit

Nimm dir regelmäßig Zeit für dich selbst. Meditations-, Atem- oder Achtsamkeitsübungen können viel bewirken und dabei helfen, im Moment zu leben und Stress abzubauen. Ebenso hilfreich ist die Praxis der Dankbarkeit: Wenn du täglich über die Dinge nachdenkst und aufschreibst, für die du dankbar bist, lenkst du den Fokus auf positive Aspekte des Lebens. Diese Übung stärkt die Resilienz und unterstützt eine positive Grundhaltung. Eine optimistische Perspektive kann dazu beitragen, die psychische Gesundheit zu fördern und die Herausforderungen des Alltags besser zu bewältigen. Das heißt nicht, dass du alles gutheißen musst, was passiert (siehe Punkt zur emotionalen Akzeptanz weiter oben). Dennoch ist es wichtig, unangenehme Gefühle wie Trauer, Hilflosigkeit oder Ärger durch angenehme Gefühle auszugleichen, die z.B. durch positive, selbstfürsorgliche Aktivitäten oder Dankbarkeit ausgelöst werden.

Zusammenfassung

Das Leben mit einer rheumatischen Erkrankung ist nicht immer einfach, aber mit einer zuversichtlichen Einstellung und den richtigen Strategien kannst du lernen, die Krankheit anzunehmen und sie in deinen Alltag zu integrieren. Hier kann neben der Akzeptanz der Aufbau von Wissen, die Anpassung des Alltags, die Nutzung von Unterstützungssystemen, das Setzen von realistischen Zielen und ein selbstfürsorglicher und mitfühlender Umgang sehr hilfreich sein. Es geht darum, die Kontrolle über dein Leben zu behalten und Wege zu finden, trotz der Herausforderungen, Freude und Erfüllung zu finden.

Lust auf mehr?

Du findest diesen Leitfaden hilfreich und willst noch mehr zu diesem Thema erfahren? Weitere konkrete Hilfestellung für entzündlich-rheumatische Erkrankungen anhand von verhaltenstherapeutischen Methoden gibt es bei www.vila-health.com. Wenn du darüber informiert werden möchtest, wann das Online-Programm zur psychologischen Unterstützung bei rheumatischen Erkrankungen per Verschreibung erhältlich ist, schreib gerne ein kurze E-Mail an: kontakt@vila-health.com

Neurodermitis und der Einfluss der Ernährung

Neurodermitis und der Einfluss der Ernährung

Kann Ernährung Deine Neurodermitis beeinflussen?

Kurz zusammengefasst:

  • Bestimmte Nahrungsmittel können bei manchen Betroffenen zu einer Verschlechterung der Neurodermitis führen.
  • Es lässt sich jedoch nicht pauschal sagen, dass bestimmte Nahrungsmittel für Patienten mit Neurodermitis ungeeignet seien.
  • Nicht jede vermutete Nahrungsmittelallergie kann medizinisch als solche bestätigt werden.
  • Wenn Du den Verdacht hast, dass eine Nahrungsmittelallergie vorliegt, führe ein Ernährungstagebuch und dokumentiere in welchem zeitlichen Zusammenhang sich die Haut nach Verzehr bestimmter Nahrungsmittel verändert.
  • Eine fachärztliche Kontrolle und Diagnostik ist zur Bestätigung des Verdachts auf eine Nahrungsmittelallergie erforderlich.
  • Vermeide voreilige Anpassungen oder den eigenständigen Verzicht auf vermutete Nahrungsmittelallergene, um Mangelzustände zu vermeiden!

Kann meine Neurodermitis auf Nahrungsmittel reagieren?

Nahrungsmittel können bei manchen Personen zu einer Verschlechterung der Neurodermitis führen. Dabei können sich die verantwortlichen Nahrungsmittel je nach Patient unterscheiden. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass nicht jede vermutete Nahrungsmittelallergie medizinisch als solche bestätigt werden oder eine relevante Auswirkung auf die Neurodermitis haben kann.

Es ist auch deshalb leider nicht möglich pauschal zu sagen, dass bestimmte Nahrungsmittel bei Neurodermitis vermieden werden sollten. Auch gibt es keine Diät, die zur Linderung der Hautveränderungen oder zur Vorbeugung der Schübe einer Neurodermitis dienen kann.

Tipp: Wenn Du die Vermutung hast, dass Deine Neurodermitis durch bestimmte Nahrungsmittel verschlechtert wird, ist es sinnvoll in erster Linie ein Tagebuch zu führen. Dokumentiere genau alles, was Du isst und trinkst und wie sich der Hautzustand ändert. Führe das Tagebuch am besten über mehrere Wochen. Falls die Hautveränderungen tatsächlich aufgrund einer Nahrungsmittelallergie auftreten, passiert das meistens mit einer Verzögerung von 6-48 Stunden nach Verzehr. So kannst Du potenzielle Auslöser identifizieren. Eine Abklärung durch eine Hautärztin/ einen Hautarzt (mit Zusatzbezeichnung Allergologie) ist für die Kontrolle und Diagnostik unbedingt zu empfehlen. Beachte bitte, dass der eigenständige Verzicht auf vermutliche Nahrungsmittelallergene die Gefahr von Mangelzuständen birgt!

Wurden bei Dir allerdings persönliche Trigger-Nahrungsmittel identifiziert, solltest Du diese meiden.
Neurodermitis kann nicht allein durch eine angepasste Ernährung bzw. Diät und das Vermeiden vermuteter Allergene kontrolliert werden.

Nahrungsmittelallergien kommen bei Kindern mit Neurodermitis häufiger vor als bei der Allgemeinbevölkerung. Im Erwachsenenalter spielen sogenannte Pollen-assoziierte Nahrungsmittelallergien eine Rolle: diese treten meistens bei Personen auf, die auf Frühblüher allergisch reagieren. Wenn man gegen Hasel, Erle, Birke allergisch ist, kann es passieren, dass nach dem Genuss von z.B. frischen Äpfeln die Lippen jucken oder der Gaumen kratzt.

Es gibt prinzipiell zwei Reaktionsmuster bei Nahrungsmittelallergien:

  1. Die Soforttyp-Reaktionen, die durch Antikörper vom IgE-Typ vermittelt werden und die sehr schnell nach Verzehr, in der Regel maximal 2 Stunden danach auftreten. Die Symptomatik variiert von Nesselsucht, Schwellung von Lippen/Zunge/Gaumen (sog. Angioödem), Rötung der Haut bis hin zu Durchfall, Übelkeit oder Herz-Kreislaufsymptomen.
  2. Ekzematöse Reaktionen vom verzögerten Typ treten meist innerhalb von 6-48 Stunden nach Verzehr des Allergens auf. Dabei kann es zu Hautreaktionen wie einem Aufflammen typischer Läsionen an den betroffenen Hautstellen (Prädilektionsstellen) wie bspw. Beugeseiten der Extremitäten, Hals und Wangen vorkommen. Solche Hautveränderungen treten meistens bei Säuglingen nach Änderung der Ernährung bzw. nach Einführung neuer Beikost auf.
    Zudem sind auch Kombinationen der zwei Reaktionsmuster möglich.

Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Akzeptanz ist, deine Erkrankung zu verstehen. Je mehr du über deine rheumatische Erkrankung weißt, desto besser kannst du damit umgehen und die Kontrolle über die Situation zurückgewinnen. Hier ist es ratsam, seriöse und vertrauensvolle Quellen zu nutzen und sich bei Bedarf von medizinischen Fachkräften oder Patientenorganisationen beraten zu lassen. Ein besseres Verständnis der Krankheit verringert die Angst vor dem Unbekannten und ermöglicht dir, informierte Entscheidungen zu treffen.

Kann man eine Nahrungsmittelallergie vorbeugen?

Nahrungsmittelallergien als mögliche Trigger einer Neurodermitis spielen insbesondere im Säuglings- und Kleinkindalter eine wichtige Rolle. Demnach kann man bereits während der Schwangerschaft und Stillzeit einzelne vorbeugende Maßnahmen ergreifen: Schwangere und stillende Mütter sollen auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung achten. Auf potente Nahrungsmittelallergene sollte man in Schwangerschaft und Stillzeit nicht verzichten.

Stillen spielt eine wichtige Rolle in der Allergieprävention. Es wird empfohlen, nach Möglichkeit während der ersten 4 bis 6 Lebensmonate ausschließlich zu stillen. Nach Einführung von Beikost sollte weiter gestillt werden. Die Beikost-Einführung wird frühestens ab Beginn des fünften und spätestens ab Beginn des siebten Lebensmonats empfohlen. Bitte halte Rücksprache mit der Kinderärztin/ dem Kinderarzt bezüglich der Bereitschaft des Säuglings für die Beikost-Einführung. Sobald diese erfolgen kann, sollte die Ernährung vielfältig sein – dies beinhaltet unter anderem auch die Gabe von Fisch und eine begrenzte Menge Milch/Naturjoghurt und Hühnerei (verbacken oder hartgekocht). Die Meidung von Nahrungsmitteln mit potenten Allergenen im ersten Lebensjahr wird nicht empfohlen. Es gibt keine Belege bezüglich eines vorbeugenden Effekts.

Quellen:
S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027);
S3-Leitlinie Allergieprävention (https://register.awmf.org/assets/guidelines/061-016l_S3_Allergiepraevention_2022-11.pdf)

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Stressfrei pflegen – Eincreme-Tipps für Eltern aus der NIK-Community

Wenn euer Kind von Neurodermitis betroffen ist, wisst ihr, wie wichtig regelmäßige und liebevolle Pflege ist. Leider ist das manchmal gar nicht so einfach, weil viele Kinder und Babys sich nicht gerne eincremen lassen. Hier lest ihr, welche Eincreme-Tipps Eltern aus der NIK-Community haben, und welche Hautpflege der empfindlichen Haut guttut.

Kleine Rituale sorgen für Spaß – so klappt es mit dem Eincremen

Viele Eltern kennen das: Schon der Anblick der Cremetube sorgt für Diskussionen oder sogar Tränen und Geschrei. Denn für Kinder ist das Eincremen nicht nur „lästige Pflicht“, es ist oft langweilig, nervig und doof. Und wenn dann auch noch die Creme kalt ist, dann ist es mit der guten Laune schnell vorbei. Wir haben in der NIK-Community gefragt, was das Eincremen von Babys und Kindern erleichtert und ein paar tolle Tipps für euch erhalten, die wir hier zusammenfassen:

Feste Routine und Rituale: Feste Abläufe geben Kindern Sicherheit. Es kann helfen, wenn das Eincremen ein fester Bestandteil der Routine am Morgen und am Abend ist und mit einem schönen, wiederkehrenden Ritual verknüpft wird. Die Kinder wissen dann, was sie erwartet, und können sich darauf einstellen.

  • „Wir cremen mindestens morgens und abends! Ritual mit spielen und singen!“
  • „Abends ist das Eincremen ein festes Ritual. Es gehört dazu wie Zähneputzen.“
  • „Mit einem Lied – morgens und abends.“

Spielerisch und mit Musik: Es kann helfen, das lästige Eincremen mit etwas zu verbinden, das dem Kind Freude macht. Das lenkt nicht nur ab, es kann im Optimalfall das Eincremen sogar in ein positives Erlebnis verwandeln. Gemeinsames Singen, ein Buch oder ein kleines Video ansehen oder direkt das Eincremen zum Spiel machen – all das kann helfen, das Eincremen in ein richtiges Erlebnis zu verwandeln.

  • „Wir machen Punkte mit der Creme wie bei einem Marienkäfer, die das Kind dann verreiben kann.
  • „Unsere Kleine lässt sich wunderbar durchs Vorsingen ablenken.“
  • „Wir cremen morgens und abends und der Kleine (18 Monate) guckt dabei Wimmelbücher. Nach dem Baden gibt es eine Massage mit viel Creme und Gesang.“
  • „Unserem Jungen in der Familie helfen da auch oft Spiele, wie z.B. in einen Superhelden oder Geist verwandeln.“
  • „Mein kleiner Mann darf dabei Bagger-Videos anschauen.“
  • „Bei uns hilft es öfter mal, dass er sich in einen Geist verwandelt durchs Cremen. Kind findet es lustig und eincremen wird dadurch angenehmer.“

Mitmachen lassen: Kinder sind stolz, wenn sie mithelfen können und auch schon mal etwas allein machen dürfen. Das kann auch das Eincremen von Mama und Papa sein.

  • „Er ist so stolz, dass er die Cremetuben nun endlich selbst öffnen kann und es hilft, dass er abwechselnd auch mich eincremen darf.“
  • „Meine Kinder haben Spaß daran sich selbst einzucremen. Deshalb brauchen wir ständig neue Cremes, weil sie einfach zu viel davon benutzen.“
  • „Mein Kind (2,5) liebt eincremen, wenn er selbst mitmachen darf. Am besten auf ein Handtuch setzen, da nicht alles auf der Haut landet. Mama darf dann auch meist verstreichen.“

Hilfsmittel und Neues austesten: Zwar mögen die meisten Kinder feste Abläufe. Wenn sich die tägliche Eincreme-Routine aber schon zu einem vorhersehbaren Drama entwickelt hat, kann das Ausprobieren von neuen Dingen oder kleinen Hilfsmitteln helfen. Dann fühlt sich das Eincremen vielleicht einfach mal anders, lustig oder spannend statt unangenehm an.

  • „Mit einem Make-up-Schwamm geht es bei uns super.“
  • „Mit einem Schminkpinsel funktioniert es super gut.“

Creme anwärmen: Wer kennt das nicht? Creme direkt aus der Tube auf die Haut – das fühlt sich kalt und unangenehm an. Nur haben Erwachsene dafür ein sehr viel höhere Toleranzschwelle als Kinder. Daher ist es immer hilfreich, die Creme vor dem Auftragen in der Hand etwas anzuwärmen.

  • „Unsere große Tochter war von klein an (6. Lebenswoche) von Neurodermitis betroffen und ja eincremen wollte sie auch nicht, aber wir haben ein festes Ritual daraus gemacht. Ich habe die Creme zwischen den Händen erwärmt und sie dann mit einem spontanen Lied abgelenkt. Mit 3 hat sie alle Stellen, wo sie selbst drankam, allein eingecremt und sich meist nur für die Rückseite Hilfe geholt.“

Die passende Pflegecreme finden: Neben kleinen, hilfreichen Ritualen ist auch die Auswahl der richtigen Pflegecreme wichtig. Die Cremes sollten hochverträglich sein und die empfindliche Haut nicht zusätzlich reizen. Und eine Creme, die einmal auf der Haut gebrannt hat, wird ein Kind bei nächsten Mal mit großer Wahrscheinlichkeit ablehnen. Daher sollten die Produkte frei von Duftstoffen, Konservierungsstoffen und austrocknenden Alkoholen sein. Die hochverträglichen Hautpflegeprodukte von SIRIDERMA wurden speziell für die Bedürfnisse empfindlicher, zu Neurodermitis neigender Haut entwickelt und sind besonders für Babys und Kinder geeignet. Mit dem Code BABYPFLEGE10 könnt ihr euch 10% Rabatt auf die SIRIDERMA BABY Produkte (für die tägliche Basispflege) sowie die SIRIDERMA MED Produkte (für die Pflege bei akuten Hautproblemen) sichern.*

* Code gültig bis 15.09.2024. Nicht gültig auf Kennenlern-Sets und Kombi-Angebote oder in Verbindung mit anderen Rabattcodes.

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Psoriasis: Mehr als eine Hauterkrankung

Psoriasis ist nicht „nur“ eine Hauterkrankung, sie betrifft den gesamten Körper und kann daher mit einer Vielzahl von Begleit- und Folgeerkrankungen einhergehen. Dazu gehören unter anderem Psoriasis-Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und auch Depressionen. Leider wird Psoriasis oft nur auf die sichtbaren Symptome reduziert. Dazu trägt auch die im Volksmund geläufige Bezeichnung „Schuppenflechte“ bei, da diese nur auf äußerlich sichtbare Eigenschaften hindeutet.

Es ist wichtig, die Haut nicht gesondert zu betrachten und zu behandeln, sondern die Erkrankung als Ganzes zu sehen.

Verborgene Aktivität von Psoriasis

Viele Betroffene erleben Phasen, in denen ihre Haut scheinbar „klar“ ist, sprich weniger Rötung oder Schuppenbildung aufweist. Doch das Fehlen von stark sichtbaren Symptomen bedeutet nicht, dass die Psoriasis inaktiv ist.

Diese „ruhenden“ Phasen können trügerisch sein, denn die Entzündungsprozesse, die der Psoriasis zugrunde liegen, sind oft weiterhin aktiv. Sich darüber bewusst zu sein ist entscheidend, um die Erkrankung ganzheitlich zu sehen. Dazu gehören unter anderem ein gesunder Lebensstil, wie eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Bewegung, und eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie durch eine:n Spezialisten/eine Spezialistin für Psoriasis.

Die Bedeutung tiefgehender Informationen

Für ein effektives Management der Psoriasis ist es unerlässlich gut informiert zu sein. Auf Plattformen wie dem Instagram-Kanal @schuppenflechtehilfe (https://www.instagram.com/schuppenflechtehilfe/) und der Website www.schuppenflechtehilfe.de (https://www.janssenwithme.de/de-de/psoriasis/schuppenflechte-hilfe) finden Betroffene umfassende Informationen, die

dabei helfen können, ihre Erkrankung noch besser zu verstehen.

Auf www.Schuppenflechtehilfe.de (https://www.janssenwithme.de/de-de/psoriasis/schuppenflechte-hilfe) finden Sie Unterstützung in 4 Schritten:

  1. Schweregrad der Psoriasis herausfinden: Die Ermittlung des Schweregrads ist der erste Schritt, um eine individuell passende Therapie zu finden.
  2. Therapie-Optionen kennenlernen: Die Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis sind vielfältig und reichen, je nach Schweregrad, von äußerlichen Behandlungen bis hin zu systemischen Therapien.
  3. Psoriasis-Spezialisten finden und Termin vereinbaren: Nicht alle Dermatolog:innen schöpfen das Potenzial für die Behandlung der Psoriasis voll aus. Daher ist es wichtig, einen Spezialisten/eine Spezialistin zu finden.
  4. Arztgespräch vorbereiten: Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch kann dazu beitragen, das meiste aus dem Termin herauszuholen. Laden Sie sich Ihre Checkliste zur Unterstützung herunter.

Fazit

Psoriasis ist eine lebenslange Begleitung, die in der Regel eine kontinuierliche und umfassende Betreuung erfordert. Das Verständnis darüber, dass Psoriasis mehr als eine Hauterkrankung ist, ist daher besonders wichtig.

Ein Beitrag der Janssen-Cilag-GmbH

Janssen-Cilag-GmbH

Bauchgefühl trifft Bettgeflüster: Bowel Urgency und Intimität

Liebe und Sexualität sind wesentliche Bestandteile unseres Lebens. Doch was passiert, wenn eine Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa die Intimität stört? Mario* weiß, wie sich das anfühlt: Aus einem fantastischen Date machte seine Bowel Urgency – der imperative Stuhldrang – eine Katastrophe.

Inmitten einer intimen Situation überkam Mario das plötzliche und unkontrollierbare Verlangen, die Toilette aufzusuchen. Er sprang sofort auf, doch er schaffte es nicht rechtzeitig. Vor den Augen seiner neuen Bekanntschaft kam es zum Malheur – er sah die Frau danach nie wieder.

Unsicherheit macht Vertrauen schwer

Leidet die Partnerin oder der Partner unter Bowel Urgency, können Intimität und sexuelle Beziehungen kompliziert sein. Die Angst vor einem plötzlichen Stuhldrang macht einen ungezwungenen Liebesakt nahezu unmöglich.

Dabei ist Sexualität mehr als nur ein körperlicher Akt. Sie ist Ausdruck von Zuneigung, Vertrauen und Bindung. Studien zeigen:

  • Bowel Urgency kann die Intimität stören und zu Angst, Scham und Unsicherheit führen. Nicht selten ziehen sich Betroffene zurück und schränken ihre sexuellen Aktivitäten ein. [1]
  • Dies kann sich auch auf die Familienplanung auswirken. So haben Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen im Durchschnitt weniger Kinder als Nicht-Erkrankte. [2]

Offene Kommunikation ist das Fundament

Bowel Urgency ist ein Thema, das oft nicht angesprochen wird, aber Teil des Lebens vieler Menschen mit Colitis ulcerosa ist. [3] Und genau deswegen ist es wichtig, über mögliche Ängste und Bedenken zu sprechen – sei es mit deiner behandelnden Ärztin bzw. deinem behandelnden Arzt und/oder deiner Partnerin bzw. deinem Partner. Oft scheuen sich selbst Fachleute, das Problem proaktiv anzusprechen, dabei ist der offene Umgang sehr wichtig.

Schlussgedanken

Bowel Urgency ist eine Herausforderung, aber sie muss nicht bedeuten, dass die Beziehung oder das Sexualleben auf der Strecke bleiben. Durch eine offene Kommunikation mit deiner Ärztin oder deinem Arzt kann die auf dich abgestimmte, passende Therapie gefunden werden.

Wenn du Fragen zu deiner Therapie mit einem Lilly-Produkt hast, melde dich gerne für den digitalen Therapiebegleiter an unter gastroplus.lilly-pharma.de.

* Name von der Redaktion geändert

[1] Travis S et al. [oral presentation] DDW; San Diego, USA/Virtual; 21-24 May 2022
[2] Leenhardt R et al. World J Gastroenterol. Sep 28, 2019; 25(36): 5423-5433
[3] Rubin D et al. [ePoster] DDW; San Diego, USA/Virtual; 21-24 May 2022: Sa1627

Mit freundlicher Unterstützung von:
Lilly Deutschland GmbH
PP-MR-DE-1603
Foto: ©Adobe Stock | LIGHTFIELD STUDIOS | #231204069

CED: Welche Signale sollte man ernst nehmen?

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen Welche Signale sollte man ernst nehmen und welche Möglichkeiten gibt es für mich? 

Leider sind Stuhlgang und Darmerkrankungen für viele immer noch ein Tabuthema. Es bestehen Ängste, die dem offenen Umgang mit der CED im Wege stehen. Das erschwert es Menschen mit einer CED nochmal mehr den Mut zu fassen, die Themen und Sorgen, die sie bewegen anzusprechen.

Das Krankheitsgeschehen bei CED wird heute nicht mehr als klassische Autoimmunerkrankung betrachtet, sondern als komplexe immunologische Störung in Verbindung mit einer Barriere-Erkrankung. Dabei lösen eigentlich harmlose Darmbakterien eine überschießende Immunreaktion aus, indem sie durch Schleimhautbarriere in die Darmwand eindringen.

CED ist nicht gleich CED.

Die Ausprägung der Krankheitsbilder ist individuell unterschiedlich und dabei einerseits vielgestaltig, andererseits jedoch unspezifisch. Das heißt, die Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder chronische Müdigkeit sind zwar typisch für CED, aber auch für zahlreiche andere Erkrankungen. Aus diesem Grund kommt es leider häufig zu einer verzögerten Diagnosestellung.

CED ist nicht nur Bauchweh.

Neben den prominenten Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfällen und Übelkeit treten häufig auch Begleiterscheinungen auf. Eine Entzündung im Verdauungstrakt, das ist das Hauptmerkmal von CED. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch andere Organe beteiligt sein können. Bei etwa 25 bis 40 % der Menschen mit CED treten Beschwerden außerhalb des Darms auf, bei rund einem Viertel sind es sogar mehrere.

Ob Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, auch an Haut, Leber, Augen, Gelenken oder Knochen kann sich die Erkrankung zeigen. Diese Beschwerden können zeitgleich mit einem Schub auftreten oder auch unabhängig davon sein. Es ist wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass Beschwerden auch außerhalb des Darms mit der CED zusammenhängen können.

Wie kann das sein? Der Krankheitsprozess, dem eine Fehlleitung des Immunsystems zugrunde liegt, wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. Was sollte man beachten?

Bei Begleiterkrankungen ist es vor allem wichtig, dass sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Damit das gelingt, sollte man wissen, welche möglichen Beschwerden auf eine Begleiterkrankung hinweisen können. Falls ein Verdacht besteht, dann lieber mal direkt mit dem Gastroenterlogen hierüber sprechen. Da gilt wie immer: Lieber einmal mehr nachgefragt, als eine Verschlechterung des Allgemeinzustands riskiert.

So kann den Symptomen auf den Grund gegangen und entschieden werden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind und ob ein ggf. ein weiterer Facharzt eingeschaltet werden sollte.

Ein Gastbeitrag von Chronisch Glücklich e.V.

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