Kolektomie bei Colitis Ulcerosa

Kolektomie?

Bei einer Kolektomie spricht man von der teilweisen oder vollständigen Entfernung des Dickdarms. Wird der Dickdarm inklusive des Rektums (der letzte Abschnitt vorm Anus) entfernt, handelt es sich um eine Proktokolektomie. Die Proktokolektomie ist die häufigste chirurgische Therapiemaßnahme bei Colitis Ulcerosa (CU), wenn Betroffene auf Medikamente und komplementäre Medizin nicht mehr oder nicht ausreichend ansprechen.

Kolektomie leitet sich ab von den Wörtern:
Colon dem griechischen Wort für Dickdarm
– ektome die griechische Bezeichnung für „Herausschneiden“

Gründe für eine Kolektomie

Die Erkrankung Colitis Ulcerosa (CU) und ihr Verlauf sind sehr unterschiedlich von Patient*in zu Patient*in. Die häufigsten Gründe für eine Kolektomie sind jedoch:

  • Notfall-Komplikationen: Manchmal treten schwere Komplikationen im Verlauf einer CU auf, die eine Kolektomie unumgänglich machen, um Betroffene vor dem Tode zu retten. Dazu gehören zum Beispiel Darmverschlüsse mit einem Darmdurchbruch als Folge oder ein toxisches Megakolon.
  • Absolutes Therapieversagen: Obwohl die meisten Patient*innen gut behandelbar sind, in Hinsicht auf ihre Colitis, gibt es jedoch hin und wieder doch Fälle, die als therapierefraktär (keine medikamentöse Therapie wirkt ausreichend) gelten. Solchen Betroffenen wird früher oder später zu einer Entfernung des Dickdarms als Therapie geraten, um die hohe Entzündungsaktivität zu stoppen und oben genannte Notfall-Komplikationen zu vermeiden.
  • Der Wunsch von Betroffenen: Auch wenn es für die meisten gesunden Menschen unvorstellbar ist, dass sich ein Mensch auch nur wünschen könnte, sich freiwillig ein Organ entnehmen zu lassen, ist bei machen CU-Betroffenen die Lebensqualität so enorm eingeschränkt und der Leidensdruck so groß, dass sie freiwillig sich für die Kolektomie entscheiden. Dies ist zwar drastisch und Patient*innen sollten sehr gründlich über Risiken und Auswirkungen aufgeklärt sein, aber dennoch ein valider Grund.

Dickdarm raus und dann?

Im besten Fall wird eine Kolektomie geplant und ist keine Not-Operation. Es gibt verschiedene Möglichkeiten an künstlich geschaffenen Darmausgängen, zwischen denen die Patient*innen wählen können, wenn die sich den Dickdarm entfernen lassen möchten. Diese Entscheidung ist wieder sehr individuell abhängig vom Wunsch der Betroffenen als auch der Ausgangssituation. Die am häufigsten gewählten Optionen sind…

das Ileo-Stoma: Ein Dünndarm-Stoma ist ein künstlicher Darmausgang, bei dem nach Entfernung des Dickdarms, das Ende des Dünndarms durch die Bauchdecke gelegt wird und dort festgenäht wird. Stoma-Träger*innen erhalten dann medizinische Versorgung in Form von Stoma-Beuteln, in die der Stuhlgang dann fließen kann, sowie dort gesammelt wird. Diese Beutel werden an den Bauch geklebt und sind meist so unauffällig, dass sie unter der Kleidung nicht sichtbar sind.
Ein Stoma wird im Rahmen jeder Kolektomie angelegt. Entscheidet sich der*die Patient*in für ein dauerhaftes Stoma bleibt es bei einer Operation.

oder der J-Pouch: Ein sogenannter J-Pouch ist kurz beschrieben eine körper-innenliegende Verbindung zwischen Dünndarm und Anus inklusive eines Reservoirs für den Stuhlgang. Hierbei wird erst der Dickdarm entnommen, der Dünndarm in Form eines J gelegt und an der unteren Seite des damit gebildeten Reservoirs angeschnitten und an den Anus angenäht. Eine J-Pouch Anlage geht ebenso immer mit einer Stoma-Anlage einher und kann in zwei oder drei OPs fertiggestellt werden.

Ist eine Kolektomie die Heilung für Colitis Ulcerosa?

Im Gegensatz zur leider immer noch weit verbreiteten Meinung, eine Colitis Ulcerosa sei heilbar durch eine Kolektomie, ist dies leider nicht der Fall. Doch der Gedanke liegt nah: „Wo kein Dickdarm (Colon), da auch keine Entzündung (-itis).“ – Diese Aussage ist leicht gesagt, aber dennoch falsch.

  1. Der Heilungsbegriff
    In der Medizin ist der Begriff Heilung als Wiederherstellung der Gesundheit unter Erreichen des Ausgangszustandes definiert. (restitutio ad integrum). Die Entnahme eines (gesamten) Organs kann man wohl nicht darunter verstehen.
  2. Die Genetische Disposition und die Sache mit der multifaktoriellen Erkrankung
    Wie bereits im Artikel zu Colitis Ulcerosa erklärt, ist eine CU weitaus mehr als ein spontan entzündeter Blinddarm. Bei der Operation wird weder die genetische Disposition (Veranlagung) entfernt noch bestehende weitere Begleiterkrankungen oder extraintestinale Manifestationen. Diese werden durch die Entfernung des Dickdarms nicht einfach so geheilt. Dazu ist CU eine zu komplexe und eben multifaktorielle Erkrankung.
  3. Pouchitis und Stoma-Komplikationen
    Weder das Stoma noch der Pouch sind risikofrei von Komplikationen nach der Kolektomie und deren Anlage. So können sich klassische Entzündungen wie bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung auch am Ileo-Stoma oder im Bereich des Dünndarms vor dem Stoma bilden. Beim Pouch ist das Risiko ebenso gegeben. Über die Hälfte aller Patient*innen mit J-Pouch erleben in den ersten zwölf Monaten ihre erste Pouchitis (Entzündung des Pouches). 10% aller J-Pouch Anlagen sind leider Misserfolge und werden in der Regel wieder in ein Stoma umgewandelt.

Man kann also natürlich dem Kind (Colitis Ulcerosa) einen neuen Namen geben (Ulzera der Stomamukosa / Entzündung und Ulzera peristomal / Pouchitis), dennoch fallen diese Folgeerkrankungen bzw. Komplikationen nicht aus heiterem Himmel und sind letztendlich genauso auf die genetische Disposition der Chronisch Entzündlichen Darmerkrankung zurückzuführen, wie die Colitis Ulcerosa an sich.

Dennoch bleibt die Kolektomie mit ca. 70 % Remissionsrate, mit Abstand die Therapieoption mit der höchsten Remissionsrate im Gegensatz zu den einzelnen Medikamenten oder komplementärer Medizin. Gleichzeitig ist sie unumkehrbar, drastisch und ebenso mit den meisten und schweren Langzeitfolgen verbunden.

How To Kolektomie?

Vermutlich am wichtigsten zu verstehen ist, dass eine Kolektomie eine Entscheidung für das Leben ist. Also nicht nur der Gedanke, an ein bestmögliches Leben mit Chronisch Entzündlicher Darmerkrankung und ohne Dickdarm, sondern auch eine echte Entscheidung dafür, wirklich und wahrhaftig Leben zu wollen. Für ein glückliches Leben, für Träume und Wünsche und Lebensziele. Denn die meisten aller Betroffenen leben gut mit der Entscheidung für die Kolektomie, auch wenn sie einem zunächst vermutlich eine Riesenangst einjagt.

Damit eine Kolektomie die besten Startbedingungen birgt, ist es vor allem wichtig sich im Vorhinein gut mit ihr auseinander zu setzen: Gespräche mit den eigenen Gastroenterolog*innen und CED-Spezialist*innen rechtzeitig zu führen, sich bei mehreren spezialisierten Chirurg*innen vorzustellen und sich am Ende die eigene beste Entscheidung zu treffen.

Und dann braucht man nur noch eine kleine Prise Glück für die oft lang ersehnte Remission.

Ein Beitrag von Jana Sophie Gottert aka @nocolon.stillrollin
Betroffene einer Chronisch Entzündlichen Darmerkrankung
Aktivistin, Bloggerin und Speakerin für chronische Erkrankungen und*oder Behinderungen
CED-Patient*innen-Expertin

Mit den 360° Patienten-Services gut vorbereitet sein auf das Arztgespräch

Mit den 360° Services möchte Biogen allen Betroffenen von Multipler Sklerose (MS) und deren Angehörigen wertvolle Impulse im Leben mit MS bieten. Heute geht es um die Vorbereitung des Arztgesprächs.

Um alle Anliegen in der meist recht kurz bemessenen Zeit mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen zu können, kann es von Vorteil sein, sich schon zu Hause auf das Gespräch vorzubereiten. Was weißt du schon über deine MS? Was möchtest du wissen? Was liegt dir momentan am Herzen? Welche Beschwerden haben sich gebessert, welche sind dazugekommen? Wie funktioniert die Anwendung der Medikamente? In vielen Fällen macht es Sinn, alle Präparate aufzulisten, die du aktuell einnimmst: verschreibungspflichtige Medikamente, frei verkäufliche Präparate, aber auch homöopathische Produkte und Nahrungsergänzungsmittel.

Tipps für eine gute Kommunikation mit Ärztin oder Arzt

  • Sei gut organisiert: Denk im Vorfeld über deine Fragen nach und notiere, was dir Sorgen bereitet. Bring die Liste mit deinen Notizen zu den ärztlichen Sprechstunden mit, damit du nichts vergisst.
  • Führe Buch: Indem du genaue Informationen über deine Symptome und alle eingenommenen Medikamente festhältst, hilfst du deiner Ärztin oder deinem Arzt, die passende Behandlung für dich auszuwählen. Eine Möglichkeit, wichtige Gesundheitsinfos selbstständig zu verwalten, bietet die Cleo App.
  • Sei dein eigener Fürsprecher: Sprich an, welche Symptome du hast, was dir zu schaffen macht und wo du Erfolge erzielt hast. Sag deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn dich eine neue Behandlungsform interessiert und zögere nicht, Fragen zu stellen, wenn du etwas nicht verstehst oder in einer Sache unsicher bist.
  • Sei rücksichtsvoll: Was die Behandlung deiner MS betrifft, ist es wichtig, dass du selbstbewusst auftrittst. Ebenso ist von Bedeutung, im Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt taktvoll und respektvoll zu sein. Ein wertschätzender Umgang ist Grundlage für eine gute Beziehung.
  • Bleib in Kontakt: Du solltest wissen, wie du deine Ärztin oder deinen Arzt außerhalb der ärztlichen Sprechstunde kontaktieren kannst.

Mehr zu den 360° Services erfahren Betroffene und Angehörige unter https://mein.ms-life.de/service

Mit freundlicher Unterstützung von:
Biogen – 229721

Unterschied zwischen Immunmodulation und Immunsuppression

Wir haben unseren Netzwerkpartner Dr. med. Karl Knop gefragt, was der Unterschied zwischen Immunmodulation und Immunsuppression ist:

Die Abgrenzung ist begrifflich unscharf. Immunmodulation beschreibt jedwede Form der Beeinflussung des Immunsystems und könnte somit ein Überbegriff für verschiedene Immuntherapien sein, während die Immunsuppression, also die Unterdrückung der Immunantwort nur eine bestimmte Form der Therapie darstellt.

Auf der Website MS-Gateway.de fand ich folgende Erläuterung:

„… was ist der Unterschied zwischen Immunmodulation und Immunsuppression? Zur besseren Erklärung hilft vielleicht diese Analogie: Ein Musikstück kann mit Höhen und Tiefen moduliert werden – der Ton ist anders als im Original-Musikstück, aber der Ton ist da, nur verändert. Genauso kann ein Musikstück viel zu leise sein, weil es supprimiert wurde – der Ton ist nicht mehr hörbar“.

Immunmodulation wird meist verwendet, wenn die medikamentöse Behandlung einen regulierenden, teils hemmenden, teils aktivierenden Effekt auf das Immunsystem hat mit dem Ziel möglichst gezielt und selektiv die überschießende, krankheitsverursachende Autoaggression zu hemmen oder zu begrenzen.

Bei der Immunsuppression kommt es infolge der Medikamentengabe zur Unterdrückung des Immunsystems, damit auch zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr. Bei der Immunsuppression handelt es häufig um eine milde Form der Chemotherapie, bei der die Funktion von Immunzellen vorsichtig unterdrückt wird oder einzelne Bestandteile des körpereigenen Abwehrsystems gehemmt werden. Ältere Medikamente wirken dabei häufig weniger selektiv oder auch nachhaltig auf das Immunsystem, auch noch nach Beendigung der Therapie. Inzwischen gibt es aber auch neuere Medikamente, die sehr viel spezifischer und gezielter auf das Immunsystem wirken.
Mir gefällt der Begriff der verlaufsmodifizierenden Therapie, das heißt eine Behandlung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eingesetzt den längerfristigen Verlauf und die Schwere der Multiple Sklerose günstig und nachhaltig verändert.

Interview: Neurodermitis und Schuppenflechte

Sciclinics (jetzt TFS) ist eine Forschungspraxis, die auf die Durchführung von klinischen Studien im Bereich Dermatologie spezialisiert ist und hat bereits mehr als 500 Projekte in diesem Bereich erfolgreich durchgeführt. In ihren Praxisräumen behandeln sie unter anderem Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis nach dem neuesten Stand der Wissenschaft.

Hinter der Forschungspraxis stehen ausgewiesene Experten auf dem Feld der Dermatologie. Mit Prof. Dr. med. Kristian Reich, den eine enge Zusammenarbeit mit TFS (ehemals SCIderm GmbH) verbindet, und der die Rolle des Leiters der Prüfgruppe bzw. des Stellvertreters in den Studien einnimmt steht dessen Expertise für Patienten kostenlos zur Verfügung.

Herr Dr. Reich, gibt es Erkenntnisse, die zu einem Fortschritt in Punkto Heilung und Verbesserung geführt haben?

Auf jeden Fall! Jede klinische Studie trägt dazu bei, dass man mehr über die jeweilige Erkrankung erfährt. Unabhängig vom möglichen individuellen Nutzen eines Patienten trägt eine klinische Studie also zu allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnissen bei.

Bisher ist eine Heilung von chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte leider nicht möglich. Durch moderne Therapien kann aber der Hautzustand enorm verbessert werden. Viele Schuppenflechte-Patienten haben unter der jeweiligen Behandlung kaum bis gar keine Hauterscheinungen mehr. Vor 20 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.

Können Sie uns ein Beispiel einer Studie im Ergebnis beschreiben?

Wir haben Schuppenflechte-Patienten, bei denen über die Hälfte der Körperoberfläche betroffen war, als sie sich bei uns vorstellten und die innerhalb weniger Wochen keinerlei Plaques mehr aufwiesen. Patienten, die sich vorher schämten und versteckten und plötzlich wieder mit ihren Kindern ins Schwimmbad gehen.

Solche Geschichten berühren uns sehr. Bei Neurodermitis ist es bislang noch schwieriger mit der Behandlung für schwer betroffene Patienten. Wenn Patienten dann bereits nach den ersten Tagen einer Studienbehandlung berichten, dass sie wieder durchschlafen oder sich besser konzentrieren können, freuen wir uns jedes Mal mit. Neben der Verbesserung des Hautbefundes ist vor allem die Verbesserung der Lebensqualität sehr wichtig und es ist schön, das miterleben zu dürfen.

Welche Studien sind gerade aktuell?

Da die Studien alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten starten und unterschiedlich lange laufen, gibt es immer mal wieder Studien, die gerade starten und welche, die gerade abgeschlossen werden. Manchmal kommt es noch während eine Studie läuft bereits zur Marktzulassung des untersuchten Wirkstoffes. Das ist ein erfreuliches Ergebnis sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte, weil es bedeutet, dass der Wirkstoff durch Wirksamkeit und Sicherheit überzeugt hat und dann auch regulär verordnet werden kann.

Im Moment tut sich viel auf dem Gebiet der Neurodermitis: es ist zu erwarten, dass in nächster Zeit mehrere neue Medikamente für mittelschwer bis schwer betroffene Patienten zur Verfügung stehen werden. Bei Schuppenflechte ist das beispielsweise schon der Fall: durch klinische Studien konnten in den letzten Jahren viele moderne hochwirksame Medikamente erforscht und zugelassen werden.

Was waren Ihre größten Erfolge?

Unsere Patienten wachsen uns sehr ans Herz. Wir freuen uns über jede persönliche Erfolgsgeschichte unserer Patienten, aber auch darüber, dass unsere Arbeit dazu beiträgt, Patienten auf der ganzen Welt zu helfen und die Wissenschaft voranzutreiben.

Das gesamte Team arbeitet zusammen, damit Patienten mit chronischen Hautkrankheiten wirksam, sicher und langanhaltend behandelt werden können und ihre Lebensqualität verbessert werden kann. Das positive Feedback unserer Patienten motiviert uns jeden Tag!

Wie ist der Ablauf einer Studie bei Ihnen? Was kann ein Studienteilnehmer bei Ihnen erwarten?

Die meisten Studien, die wir durchführen, sind bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Das heißt, dass die Wirkstoffe hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit bereits getestet wurden und wir daher in vielen Fällen eine moderne Behandlung anbieten konnten, zu der die Patienten sonst (noch) keinen Zugang haben würden.

Alles läuft sehr geregelt und unterliegt strengen Vorschriften und Gesetzen. Vor Beginn einer Studie wird der genaue Ablauf ausführlich durchgesprochen und der Patient unterschreibt eine Einverständniserklärung. Die Studiendaten werden alle pseudonymisiert, d.h. persönliche Daten der Patienten werden für die wissenschaftliche Auswertung nicht weitergeleitet. Bei den Studienpräparaten handelt es sich um Tabletten oder Spritzen, die ähnlich einer Insulin- oder Thrombosespritze unter die Haut gespritzt werden. Meist kommen die Patienten in 4- oder 8-Wochenabständen zu uns, es wird in regelmäßigen Abständen eine Untersuchung der Haut, körperliche Untersuchung, EKG oder Blutentnahme durchgeführt.

Die Patienten füllen zudem Fragebogen oder Symptom-Tagebücher aus. In manchen Studien werden außerdem Hautproben entnommen oder Fotos der betroffenen Haut gemacht. Das ist aber optional. Untersuchungen und Behandlung sind kostenlos und unabhängig von der Krankenkasse. Zusätzlich gibt es je nach Studie Fahrtkostenerstattung oder Aufwandsentschädigungen.

Was ist das Besondere beim Ablauf der Studien bei Ihnen? Was macht Ihr Unternehmen so besonders?

Wir sind ein gut ausgebildetes, sehr erfahrenes Team, das sich regelmäßig fortbildet und immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Die Patienten haben stets feste Ansprechpartner. Unsere Praxis bietet kurze Wartezeiten, eine gute Erreichbarkeit und moderne Räumlichkeiten.

Alle unsere Mitarbeiter bringen eine langjährige Erfahrung mit klinischen Studien im Bereich Dermatologie mit. Wir sind gut vernetzt und bieten die Möglichkeit einer Behandlung nach dem allerneuesten Stand der Wissenschaft an. Das Wohl unserer Patienten steht dabei für uns immer an erster Stelle.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Studienteilnehmer aus?

Die Studienteilnehmer müssen für eine jeweilige Studie bestimmte Kriterien erfüllen. Dabei geht es z.B. um den Schweregrad der Erkrankung, Vorbehandlungen oder Vorerkrankungen. Wir besprechen ausführlich mit den Interessenten den gesamten Studienablauf und entscheiden dann gemeinsam, ob eine Studienteilnahme möglich und sinnvoll ist.

Wie kann sich ein Studienteilnehmer bewerben?

Der erste Kontakt ist ganz unverbindlich in dem Sie per Email um einen Rückruf bitten. Das geht einfach über unsere Homepage auf der Startseite. In einem kurzen Vorgespräch kann meist schon vieles geklärt werden, gerne führen wir aber auch ein persönliches Informationsgespräch bei uns in der Praxis.

Viele Menschen haben Angst vor Studien. Die Hemmschwelle ist groß. Wie können Sie die Angst nehmen?

Bei uns werden nur Studien mit Wirkstoffen durchgeführt, die die ersten Phasen der Testung bereits bestanden haben. Alle Studien durchlaufen vor dem Start strenge Genehmigungsverfahren von den Behörden und Ethikkommissionen und werden in einem öffentlichen Register gelistet. Unsere Mitarbeiter werden für jede Studie speziell trainiert.

Der Ablauf in unserer Praxis ist dann vergleichbar mit einer „normalen“ Behandlung. Außerdem gibt es sehr strenge Vorgaben hinsichtlich der Aufklärung der Patienten, der sorgfältigen Dokumentation des Verlaufs und engmaschiger Untersuchungen. So kann bei Nebenwirkungen oder Auffälligkeiten schnell reagiert werden. Wir besprechen auch Behandlungsalternativen und arbeiten mit den Hausärzten und Hautärzten unserer Patienten zusammen. Es steht den Patienten frei, eine Studienteilnahme jederzeit zu beenden.

AbbVie Care: Informationen und Unterstützung für Patienten

AbbVie Care-Internetportal

AbbVie Care bietet Patienten, Angehörigen und Interessierten ein umfangreiches Internetportal mit fundierten Informationen zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa oder Rheumatoide Arthritis. Gut verständliche, aktuell recherchierte und zuverlässige Beiträge informieren über Ursachen, Beschwerden, Diagnose und Behandlung.

Praktische Tipps für den Arztbesuch, und ein Downloadbereich mit Broschüren runden das Informationsangebot ab. Schauen Sie hier vorbei, wenn Sie Fragen zur Erkrankung haben. Ein Veranstaltungskalender hilft Ihnen in Ihrer Nähe spezifische Informationsveranstaltungen zu finden.
www.abbvie-care.de

AbbVie Care-Patientenservice

Das Serviceprogramm AbbVie Care richtet sich an Patienten, die mit einem Medikament von AbbVie behandelt werden. Es hält praktische Unterstützung bei der Anwendung der jeweiligen Therapie und verschiedene personalisierte Erinnerungsservices, zum Beispiel per SMS, für die Medikamentengabe bereit. Alle Services sind kostenlos und die Patientendaten werden umfassend geschützt. Aus dem vielseitigen Angebot kann der individuell passende Service ausgewählt werden. Dazu zählen auch die telefonische Betreuung durch einen persönlichen Gesundheitscoach, Broschüren zum Reisen mit Medikamenten und zu Ernährungsfragen. Das exklusive Onlineportal macht Informationen an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr verfügbar.

AbbVie Care kommt für Sie in Frage?
Melden sie sich an:
www.abbvie-care.de/start oder
08000 486472 (Mo.-Fr. 8.00 – 20.00 Uhr)

Checkliste: Antientzündliche Ernährung

Das Immunsystem ist die Basis unseres Wohlbefindens. Das gilt für „normale“ Erkältungen, aber eben auch für Autoimmunerkrankungen. Damit die Abwehrkräfte richtig funktionieren können, brauchen sie den richtigen Kraftstoff. Und der liegt in unserer Ernährung. Das Tolle ist, dass die Natur uns einen riesigen Werkzeugkasten an entzündungshemmenden und abwehrstärkenden Lebensmittel bereitstellt. So kann man mit seiner Ernährung seinen Krankheitsverlauf zu einem sehr großen Teil selbst bestimmen und präventiv sogar verhindern – das wissen die meisten Betroffenen auch. Aber vielen fällt es schwer, den richtigen Weg oder die Kraft zu einer Ernährungsumstellung zu finden.

Wir haben @rheuma.nutrition.health gefragt, wie sie bei ihren Coachings herausfindet, wie stark die aktuelle Ernährung ihrer Coachees Entzündungen im Körper fördert. Diese Checkliste hat sie uns zur Verfügung gestellt – probiert es mal aus und berichtet gerne von Eurem Weg mit antientzündlicher Ernährung.

Die Neurodermitis und Psoriasis gehören zu den chronisch verlaufenden, entzündlichen Hauterkrankung. Man geht davon aus, dass ca. 5% der Bevölkerung in ihrem Leben an einer Neurodermitis leiden – bei der Psoriasis sind es ca. 2%. Die Neurodermitis beginnt häufig in frühen Jahren (Kinder-/ Teenageralter) und kann sich über die Jahre verbessern. Die Psoriasis tritt häufig erst im Erwachsenenalter auf.

Interview mit Dr. med. Christian Greis

Wer ist von Neurodermitis und Psoriasis hauptsächlich betroffen?

Die Neurodermitis und Psoriasis gehören zu den chronisch verlaufenden, entzündlichen Hauterkrankung. Man geht davon aus, dass ca. 5% der Bevölkerung in ihrem Leben an einer Neurodermitis leiden – bei der Psoriasis sind es ca. 2%. Die Neurodermitis beginnt häufig in frühen Jahren (Kinder-/ Teenageralter) und kann sich über die Jahre verbessern. Die Psoriasis tritt häufig erst im Erwachsenenalter auf.

Warum sind die Psoriasis und Neurodermitis so leicht zu verwechseln? Woran erkennt man die Krankheiten?

Neue Forschungsarbeiten zeigen, dass die Psoriasis und Neurodermitis näher miteinander verwandt sind als bis anhin angenommen. Die Hautsymptome ähneln sich insbesondere im Anfangsstadium oder je nach betroffenem Areal (insb. an den Händen und Füssen) sehr. Inzwischen gibt es analytische Verfahren, die beide Erkrankungen in unklaren Fällen relativ gut voneinander unterscheiden können.

Welche Rolle spielt das Immunsystem?

Beide Erkrankungen sind zumindest zu Teilen auf eine Störung des eigenen Immunsystems zurückzuführen. Durch Fehlregulationen im Immunsystem kommt es zu überschießenden Entzündungsreaktionen, welche sich insbesondere an der Haut widerspiegeln.

Sind die Krankheiten vererbbar? Was ist die Ursache?

Sowohl bei der Psoriasis als auch Neurodermitis spielt die Genetik eine zentrale Rolle. Somit sind diese Erkrankungen auch potentiell vererbbar. Leidet ein Elternteil an einer Neurodermitis, so liegt das eigene Erkrankungsrisiko bei 30%. Leiden beide Elternteile an eine Neurodermitis, so liegt das Erkrankungsrisiko bei 50%. Insbesondere bei der Neurodermitis spielen allerdings auch Umweltfaktoren, z.B. irritierenden Substanzen oder Stress, eine entscheidende Rolle.

Wie verläuft die Therapie? Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Was bedeutet gute Pflege?

Beide Erkrankungen – die Psoriasis und Neurodermitis – sind chronisch verlaufende Erkrankung. Bis heute gibt es keine „Einmal-Therapien“, unter der die Erkrankungen abheilen. Patienten benötigen viel Geduld, um Ihre Erkrankung gut einzustellen und damit bestenfalls symptomfrei Leben zu können. Eine gute Therapie besteht in der Regel aus mehreren Komponenten. Zunächst müssen Patienten verstehen, welche Umstände (z.B. Stress, Hitze, Allergien) die Hautsymptome verschlechtern und diese Faktoren meiden. Essentiell ist zudem eine gute Basispflege der Haut, um die Hautbarriere bzw. die Regeneration der Haut zu stärken. Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass eine gute Rückfettung der Haut mehrmals tägliche über viele Wochen durchgeführt werden muss, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Hinzu kommen Medikamente, wie Kortison-Cremes und neuartige Biologika, welche vom behandelnden Arzt verschrieben werden müssen.

Welche Rolle spielt die Psyche bei Psoriasis und Neurodermitits?

Insbesondere bei der Neurodermitis ist Stress als Triggerfaktor gut beschrieben, aber auch viele Patienten in der Psoriasis-Sprechstunde beschreiben eine Verschlechterung der Symptome durch psychisch belastende Situationen.

Wie finde ich einen guten Dermatologen?

Tatsächlich kann der Therapieerfolg mit der Wahl des Hautarztes und der vom Hautarzt empfohlenen Therapie abhängen. Die Dermatologie ist ein sehr vielseitiges Fach, sodass nicht alle Dermatologen gleich viel Erfahrung auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Hauterkrankungen haben. Insbesondere die großen Kliniken bieten dermatologische Spezialsprechstunden an, wo teilweise im Rahmen von Studien auch zukünftige Therapien angeboten werden. Auch wir bei derma2go haben uns auf Erkrankungen wie die Psoriasis und Neurodermitis spezialisiert und bieten unseren Patienten die bestmögliche Versorgung.

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