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Rheumatoide Arthritis: Die Geschichte von Laura

Mut-Mach-Geschichte Laura - Diagnose Rheumatoide Arthritis

Name: Laura Schmidt
Alter: 22
Diagnose (welches Jahr gestellt bekommen): Rheumatoide Arthritis / 2019

Interview:
Wie verlief dein Weg von den ersten Symptomen bis zur Diagnosestellung?

Es begann mit Schmerzen im linken Ellbogen und erheblichen Bewegungseinschränkungen. Nach zwei Monaten mit Schmerzen bin ich zum Hausarzt gegangen, der nicht weiter wußte und hat mich zum Orthopäden geschickt hat. Hier wurden meine Arme geröntgt – aber ohne Ergebnis. Zuletzt wurde noch eine Blutuntersuchung gemacht. Hier kam dann die Diagnose, die später ein Rheumatologe bestätigt hat: Rheumatodide Arthritis.

Wie war es dann, als du die Diagnose erfahren hast? Was hat die Diagnose bei dir ausgelöst?

Tatsächlich konnte ich mir schon irgendwas in die Richtung Rheuma denken. Natürlich saß der Schock tief und meine erste Reaktion war erstmal, dass ich angefangen habe zu weinen. Ich habe einige Zeit gebraucht, um das alles zu verarbeiten und damit zurecht zu kommen.

Wie hat deine Familie reagiert?

Meine Mutter war anfangs auch geschockt. Dann hat sie und auch der Rest der Familie es ganz gut weggesteckt. Wir haben uns da alle auch nicht zu viele Gedanken gemacht, weil es natürlich viel schlimmere Erkrankungen gibt als die Rheumatoide Arthritis.

Wie hat sich dein Leben und das deiner Familie seither verändert?

Viel hat sich tatsächlich nicht geändert. Ich versuche, mein Leben so gut es geht weiterzuleben und mich nicht so sehr einzuschränken. Anfangs musste mich meine Mama viel unterstützen, denn Dinge wie Haare waschen oder auch Brötchen schneiden, gingen manchmal einfach nicht mehr. Mittlerweile ist es in der Familie wieder so, als hätte ich gar keine Krankheit. Jeder behandelt mich so wie immer. Das ist mir auch am liebsten.

Wie bewältigst du deinen Alltag?

Meinen Alltag versuche ich, so gut es geht, normal und selbstständig zu bewältigen. Sollte ich aber wirklich mal Hilfe benötigen, dann stehe ich auch dazu und frage nach Hilfe. In der Arbeit habe ich zum Beispiel auf eine ergonomische Maus für die Entlastung meines Handgelenkes umgestellt. Also sehr viel verändert hat sich bis dahin zum Glück in mein Alltag eigentlich nicht.

Wie geht es dir aktuell?

Ich sag mal so, mir könnte es besser, aber auch deutlich schlechter gehen. Ich habe ab und an Schmerzen, die sich aber aushalten lassen. Mental geht es mir auch ganz gut.

Wie Therapierst Du zurzeit?

Aktuell therapiere ich hauptsächlich mit Medikamenten. Ich nehme am Tag circa sechs Tabletten. Mal mehr, mal weniger. Immer angepasst an meine aktuellen Blutwerte. Ergotherapie bekomme ich auch, damit ich die Bewegung in meinem Handgelenk wieder komplett herstellen kann.

Was hilft dir, deine Rheumatoide Arthritis gut in den Griff zu bekommen?

Das Einzige was wirklich hilft, sind, wie zu erwarten, die Medikamente. Eine Sache, die ebenfalls hilft, ist die positive Einstellung gegenüber dem Ganzen.

Was ist dein Wunsch in Bezug auf Deine Erkrankung?

Ich wünsche mir einfach, dass ich meine Krankheit wieder so gut in den Griff bekomme, dass ich ein vollkommen normales Leben ohne ständige Schmerzen führen kann.

Schlusswort:

Fazit, Rat an Betroffene, Motto etc.
Mein Motto “Don’t let the illness controll your life”
Und mein Rat an alle Betroffenen: Man sollte versuchen, immer positiv zu denken. Natürlich gibt es auch mal eine schlechte Phase, aber die wird auch vorbeigehen. Und natürlich ganz nach meinem Motto – man sollte sich sein Leben nicht von der Krankheit kaputt machen lassen.
Eine chronische Krankheit kann tatsächlich jeden treffen. Aber egal, wie aussichtslos die Lage sein mag – man kann alles in den Griff kriegen und bewältigen. Außerdem habe ich gelernt, dass eine chronische Erkrankung einen nicht nur physisch sondern auch psychisch trifft. Depressionen sind nach einer lebensverändernden Diagnose keine Seltenheit. Auch hier habe ich gelernt, Hilfe anzunehmen und bin zu einer Psychologin gegangen. Macht es mir nach und lasst euch mental unterstützen. Es hilft!

Stand 2021