Biologika und JAK-Hemmer im Kampf gegen den Juckreiz

Eine frühzeitige Behandlung von Neurodermitis, die darauf abzielt, den Juckreiz zu lindern, ist entscheidend, um den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen zu durchbrechen. Zunächst mag es zwar Erleichterung bringen, sich zu kratzen oder zu reiben, doch dies kann zu kleinen Hautverletzungen führen, die bestehende Entzündungen verschlimmern und neue hervorrufen. Dies wiederum verstärkt den Juckreiz, führt zu weiterem Kratzen, mehr Entzündungen und so weiter. Um nachhaltige Linderung zu erzielen, muss dieser Teufelskreis durchbrochen werden. Das ist jedoch leichter gesagt als getan.

Bei milderen Formen von Neurodermitis können topische Medikamente oft ausreichen. Bei moderater bis schwerer Neurodermitis mit ausgeprägten Ekzemen und unerträglichem Juckreiz, die auf topische Behandlungen nicht ansprechen, sind jedoch systemische Therapien erforderlich. Neue Medikamente mit hoher Wirksamkeit und Verträglichkeit stehen mittlerweile zur Verfügung: spezifische Antikörper und sogenannte kleine Moleküle.

Innere Therapie

Bei moderater bis schwerer Neurodermitis kommen Medikamente zum Einsatz, die nicht nur lokal auf die Hautentzündung wirken. Diese Medikamente gelangen in Form von Tabletten oder Injektionen in den Blutkreislauf und werden daher als systemische oder innere Therapien bezeichnet. Ihr Ziel ist es, das Immunsystem zu regulieren und den Entzündungsprozess zu stoppen.

Das Problem bei klassischen systemischen Medikamenten, die das gesamte Immunsystem beeinflussen und Abwehrreaktionen unterdrücken (z. B. Glukokortikoidtabletten oder Cyclosporin), liegt in ihren häufigen Nebenwirkungen. Aus diesem Grund werden sie nur für begrenzte Zeit empfohlen.

Gefragt sind daher Medikamente, die gezielt in den Entzündungsmechanismus der Neurodermitis eingreifen. In den letzten Jahren hat die Forschung große Fortschritte gemacht, indem sie die Signalwege der Entzündung im Körper genau untersucht hat.

Derzeit gibt es zwei moderne Therapieansätze, die die Signalübertragung auf unterschiedliche Weise blockieren: Biologika und Januskinasehemmer (JAK-Hemmer).

Biologika

Als Biologika werden im Allgemeinen Medikamente bezeichnet, deren Wirkstoffe aus biologischen Substanzen bestehen und biotechnologisch hergestellt werden. Zur Behandlung von Neurodermitis werden monoklonale Antikörper (biotechnologisch hergestellte Eiweiße) eingesetzt. Diese Antikörper können gezielt die Signalübertragung bestimmter Zytokine blockieren, die bei Neurodermitis eine Rolle spielen (z. B. Interleukine [IL] vom Typ IL-4, IL-13, IL-3). Der passende Antikörper für ein bestimmtes Interleukin bindet an den entsprechenden Rezeptor auf der Immunzelle und verhindert so die Aktivierung der Zelle sowie die Freisetzung weiterer Entzündungsstoffe. Charakteristisch für diesen Therapieansatz ist, dass die Wirkstoffe jeweils nur die Signalwege einzelner Interleukine blockieren.

Biologika können aufgrund ihrer Struktur nicht über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf gelangen und müssen daher unter die Haut gespritzt werden. Da sie in vorgefertigten Dosierungen als Fertigspritze oder Fertigpen erhältlich sind, können sie in der Regel nach ärztlicher Anleitung selbst verabreicht werden.

Januskinasehemmer (JAK-Hemmer)

JAK-Hemmer greifen ebenfalls in den Signalweg der Entzündung ein, jedoch an einer anderen Stelle als Biologika. Zudem richten sie sich nicht gegen einzelne Typen von Zytokinen, sondern unterdrücken, wie der Name schon sagt, die Aktivität von Januskinasen (JAK).

Januskinasen sind spezielle Enzyme, die im Inneren von Zellen vorkommen und biochemische Reaktionen steuern. Um aktiviert zu werden, benötigen sie ein Signal, das sie erhalten, wenn Zytokine an den Rezeptoren auf der Zelloberfläche binden. Aktivierte Januskinasen lösen eine Signalkaskade innerhalb der Zelle aus, die letztendlich zur Verstärkung der Entzündungsreaktion und Freisetzung weiterer Zytokine führt.

Januskinasen sind Schaltstellen für die Signalweiterleitung vom Äußeren ins Innere der Zelle im gesamten Entzündungsprozess. Dieses Wissen führte zur Entwicklung von JAK-Hemmern. Diese Wirkstoffe hemmen die Aktivität der Januskinasen in der Zelle und verhindern so die Auslösung der Signalkaskade, was den gesamten Entzündungsprozess einschließlich des Juckreizes reduziert. Da Januskinasen auch Einfluss auf neurosensorische Signalwege und die Aktivität von Nervenfasern haben, tragen JAK-Hemmer auch dazu bei, den Juckreiz zu lindern.

JAK-Hemmer gehören zu einer Klasse von Wirkstoffen, die aufgrund ihrer geringen Größe als Small Molecules bezeichnet werden. Sie können in Form von Tabletten eingenommen werden, in der Regel einmal täglich. Es ist wichtig, die Dosierungsanweisungen des Arztes genau zu befolgen.

Die für die Therapie mittelschwerer und schwerer Neurodermitis zugelassenen Biologika und JAK-Hemmer sind in der Regel gut verträglich. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen können etwaige Nebenwirkungen frühzeitig erkannt und die Therapie individuell angepasst werden. Die Wahl der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Hautzustand und die Stärke des Juckreizes, und sollte im Rahmen eines Arztgesprächs mit dem behandelnden Dermatologen getroffen werden.

Fortschritte in der Behandlung chronischer Hauterkrankungen

Ein Blick auf Psoriasis, Neurodermitis und Acne inversa

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Forschung zu chronischen Hauterkrankungen erhebliche Fortschritte gemacht. Diese Erkrankungen, darunter Psoriasis, Neurodermitis und Acne inversa, sind Gegenstand intensiver Studien geworden, um ihre zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. 

Die Forschung zu chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Dabei rückt besonders die Acne inversa als chronisch entzündliche Systemerkrankung zunehmend in den Fokus. Durch ein vertieftes Verständnis der veränderten Immunmechanismen konnten neue Therapieansätze entwickelt werden, darunter Biologika und JAK-Hemmer, die gezielt auf diese Mechanismen einwirken. 

Genetische Faktoren spielen bei allen drei Erkrankungen – Psoriasis, Neurodermitis und Acne inversa – eine Rolle, unterscheiden sich jedoch in ihrer Ausprägung. Während Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen dem atopischen Formenkreis zuzuordnen sind, zeigen Psoriasis und Acne inversa eine familiäre Häufung im rheumatisch-entzündlichen Formenkreis. Die genetischen Grundlagen dieser Erkrankungen können auch gleichzeitig auftreten, entgegen früherer Annahmen. 

Neue Behandlungsmethoden wie Biologika und JAK-Hemmer haben die Therapiemöglichkeiten für chronisch-entzündliche Hauterkrankungen revolutioniert. Sie wirken gezielt auf spezifische Immunmechanismen ein und ermöglichen eine nahezu erscheinungs- und beschwerdefreie Lebensqualität für viele Patienten. Dennoch stellen genetische Komponenten weiterhin eine Herausforderung dar, da eine vollständige Heilung noch nicht möglich ist und eine aktive Mitarbeit der Betroffenen erforderlich bleibt. 

Die Diagnose und Behandlung dieser Erkrankungen haben sich ebenfalls weiterentwickelt, wobei neue Forschungsergebnisse und Aufklärungskampagnen eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere die Acne inversa benötigt weiterhin intensive Forschungsbemühungen, um die Therapiemöglichkeiten zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen weiter zu steigern. 


Ein Beitrag von derma2go

Fokuswoche: Multiple Sklerose im März 2024

Vom 02. – 11.03.2024 bieten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog Inhalte, die ein umfassendes Verständnis für die Herausforderungen von Multiple Sklerose schaffen.


Die Auftaktveranstaltung: Multiple Sklerose im Fokus

Am 05.03.24 findet die Auftaktveranstaltung unserer Fokuswoche MS statt. Das Thema der Zoom-Veranstaltung ist: „Multiple Sklerose – Symptome? Diagnose, was nun?“ mit dem Facharzt für Neurologie Dr. med. Karl Christian Knop, dem Facharzt für Neurologie Dr. med. Klaus Gehring, sowie der MS-Patientin Sissy (@mysparkles.de)


Veranstaltungsübersicht während der MS-Fokuswoche

  • 05.03.2024 // 19.00 Uhr – Zoom-Auftaktveranstaltung mit dem Facharzt für Neurologie Dr. med. Karl Christian Knop, dem Facharzt für Neurologie Dr. med. Klaus Gehring sowie der Multiple Sklerose-Patientin Sissy (@mysparkles.de)
  • 06.03.2024 // 18.00 Uhr –  Insta Live // Neudiagnose vs Altdiagnose mit den MS-Patientinnen Sissy (@mysparkles.de) und Anne Katharina (@annekatharinakappes)
  • 07.03.2024 // 19.30 Uhr – Insta Live // „Heißer Stuhl“ mit Dr. med. Klaus Gehring
  • 10.03.2024 // 16.00 Uhr – Insta Live – Pflegegrad mit MS-Patientin Sissy (@mysparkles.de)

Fokus auf Aufklärung und ganzheitliche Betrachtung

Während der Fokuswoche konzentrieren wir uns intensiv auf die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose. Unser Ziel ist es, nicht nur Symptome zu beleuchten, sondern auch Therapieansätze und den Umgang mit der Erkrankung zu besprechen. Die Woche wird eine Mischung aus informativen Beiträgen und interaktiven Live-Events bieten.


Unsere Referenten:

Dr. med. Karl Christian Knop
Facharzt für Neurologie
Dr. med. Klaus Gehring
Facharzt für Neurologie


Was erwartet dich?

  • Wie sind die Symptome von MS?
  • Aufklärung über den Weg der Krankheit bis zur Diagnose
  • Ganzheitliche Betrachtung: Hausarzt, Facharzt, Ernährung, BewegungUmgang mit der Diagnose
  • Wie erkläre ich meinem Kind was MS ist? Informationen über den Pflegegrad bei Patient*innen mit MS

Die Fokuswoche MS verspricht nicht nur informative Inhalte, sondern auch interaktive Einblicke in die Welt von MS.
Seid dabei, lernt, stellt Fragen und unterstützt jene, die am Anfang ihres Weges mit dieser Erkrankung stehen.


Multiple Sklerose Botschafterin und -Patientin Sissy

Sissy wurde mit 19 Jahren mit MS diagnostiziert und musste sich vielen Herausforderungen stellen. Sie hat gelernt, mit den Einschränkungen zu leben, sich auf das Positive zu fokussieren und das Leben trotz MS zu genießen. Durch regelmäßiges Training, gesunde Ernährung und Meditation bleibt sie aktiv. Der Rollstuhl half ihr, mehr am Leben teilzunehmen, auch wenn der Umstieg schwer war. Sie betont, dass es wichtig ist, auf den Körper zu hören, Geduld zu entwickeln und das emotionale Wohlbefinden zu pflegen. Sissy bleibt optimistisch, trotz der Krankheit und sieht ihre Erfahrungen als Weg zu mehr Selbstakzeptanz.


 


Weitere Mut-Mach-Geschichten

Mit freundlicher Unterstützung von:

Unterschied zwischen Immunmodulation und Immunsuppression

Wir haben unseren Netzwerkpartner Dr. med. Karl Knop gefragt, was der Unterschied zwischen Immunmodulation und Immunsuppression ist:

Die Abgrenzung ist begrifflich unscharf. Immunmodulation beschreibt jedwede Form der Beeinflussung des Immunsystems und könnte somit ein Überbegriff für verschiedene Immuntherapien sein, während die Immunsuppression, also die Unterdrückung der Immunantwort nur eine bestimmte Form der Therapie darstellt.

Auf der Website MS-Gateway.de fand ich folgende Erläuterung:

„… was ist der Unterschied zwischen Immunmodulation und Immunsuppression? Zur besseren Erklärung hilft vielleicht diese Analogie: Ein Musikstück kann mit Höhen und Tiefen moduliert werden – der Ton ist anders als im Original-Musikstück, aber der Ton ist da, nur verändert. Genauso kann ein Musikstück viel zu leise sein, weil es supprimiert wurde – der Ton ist nicht mehr hörbar“.

Immunmodulation wird meist verwendet, wenn die medikamentöse Behandlung einen regulierenden, teils hemmenden, teils aktivierenden Effekt auf das Immunsystem hat mit dem Ziel möglichst gezielt und selektiv die überschießende, krankheitsverursachende Autoaggression zu hemmen oder zu begrenzen.

Bei der Immunsuppression kommt es infolge der Medikamentengabe zur Unterdrückung des Immunsystems, damit auch zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr. Bei der Immunsuppression handelt es häufig um eine milde Form der Chemotherapie, bei der die Funktion von Immunzellen vorsichtig unterdrückt wird oder einzelne Bestandteile des körpereigenen Abwehrsystems gehemmt werden. Ältere Medikamente wirken dabei häufig weniger selektiv oder auch nachhaltig auf das Immunsystem, auch noch nach Beendigung der Therapie. Inzwischen gibt es aber auch neuere Medikamente, die sehr viel spezifischer und gezielter auf das Immunsystem wirken.
Mir gefällt der Begriff der verlaufsmodifizierenden Therapie, das heißt eine Behandlung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eingesetzt den längerfristigen Verlauf und die Schwere der Multiple Sklerose günstig und nachhaltig verändert.

AbbVie Care: Informationen und Unterstützung für Patienten

AbbVie Care-Internetportal

AbbVie Care bietet Patienten, Angehörigen und Interessierten ein umfangreiches Internetportal mit fundierten Informationen zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa oder Rheumatoide Arthritis. Gut verständliche, aktuell recherchierte und zuverlässige Beiträge informieren über Ursachen, Beschwerden, Diagnose und Behandlung.

Praktische Tipps für den Arztbesuch, und ein Downloadbereich mit Broschüren runden das Informationsangebot ab. Schauen Sie hier vorbei, wenn Sie Fragen zur Erkrankung haben. Ein Veranstaltungskalender hilft Ihnen in Ihrer Nähe spezifische Informationsveranstaltungen zu finden.
www.abbvie-care.de

AbbVie Care-Patientenservice

Das Serviceprogramm AbbVie Care richtet sich an Patienten, die mit einem Medikament von AbbVie behandelt werden. Es hält praktische Unterstützung bei der Anwendung der jeweiligen Therapie und verschiedene personalisierte Erinnerungsservices, zum Beispiel per SMS, für die Medikamentengabe bereit. Alle Services sind kostenlos und die Patientendaten werden umfassend geschützt. Aus dem vielseitigen Angebot kann der individuell passende Service ausgewählt werden. Dazu zählen auch die telefonische Betreuung durch einen persönlichen Gesundheitscoach, Broschüren zum Reisen mit Medikamenten und zu Ernährungsfragen. Das exklusive Onlineportal macht Informationen an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr verfügbar.

AbbVie Care kommt für Sie in Frage?
Melden sie sich an:
www.abbvie-care.de/start oder
08000 486472 (Mo.-Fr. 8.00 – 20.00 Uhr)

Verträglichkeit der Corona-Impfung

Wie gut vertragen Autoimmunerkrankte die Corona-Impfungen?

Die bisherigen Daten zeigen, dass im Vergleich zu der übrigen Bevölkerung die Verträglichkeit der Impfstoffe bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen offensichtlich nicht sehr viel anders ist. Lokale und systemische Reaktionen sind generell bei den SARS-CoV-2 Impfung etwas höher als bei den Impfstoffen gegen Influenza oder Tetanus. Die Reaktion ist in etwa vergleichbar mit z. B. der Reaktion auf die Gürtelroseimpfung (Shingrix).

Sind sie für die Patienten unbedenklich?

Zunächst einmal sind die Impfungen in Abwägung von Nutzen und Risiko den meisten Patienten zu empfehlen. In Anbetracht der der Tatsache, dass es natürlich auch bei den SARS-CoV-2 Impfung, wie auch bei anderen Impfungen, zu Nebenwirkungen kommen kann, kann man nicht sagen, dass die Impfungen generell „unbedenklich“ seien. Es muss für jeden einzelnen Patienten individuell abgewogen werden, wie der Nutzen und das Risiko ist. z. B. ist die Relation von Nutzen und Risiko bei Kindern unter 12 Jahren anders als bei älteren Menschen über 80 Jahren. Auch sollten natürlich die empfohlenen Alters-Restriktionen für die unterschiedlichen SARS-CoV-2 Impfungen berücksichtigt werden, da es eben z. B. unter den Vektorimpfstoffen bei jüngeren Frauen andere Risiken gibt als mit den mRNA Impfstoffen.

Wirken die mRNA-Impfstoffe bei ihnen anders?

Die Impfstoffe „wirken“ bei allen Menschen gleich. Das Prinzip der Reaktion des Immunsystems bleibt immer das Gleiche. Was aber der eigentliche Hintergrund der Frage ist, ob das Ansprechen auf die mRNA Impfstoff bei Patienten mit Autoimmunerkrankung anders ist. Hierzu gibt es keine speziellen Untersuchungen, allein die Tatsache einer bestehenden Autoimmunerkrankung lässt zurzeit noch nicht die Empfehlung zu, dass ein mRNA Impfstoff bevorzugt verwendet werden sollte.

Haben Medikamente einen Einfluss auf die Wirkung des Impfstoffes?

Hierbei geht es wahrscheinlich um die immunsupprimierten den Medikamente. Generell ist schon lange vor den SARS-CoV-2 Impfung bekannt, das immunsupprimierten der Therapien das Ansprechen auf die Impfung verändert. Dass es bei den aktuellen SARS-CoV-2 Impfstoffen leider nicht anders ist. Es kommt jedoch auch die Art der Immunsuppression an, einige Medikamente scheinen dabei zum Teil auch dosisabhängig mehr und andere weniger das Ansprechen auf die Impfung abzusprechen. Beim Cortison ist es z. B. so, dass Dosen von über 10 mg Prednisolon pro Tag deutlich mehr das Ansprechen auf die Impfung unterdrücken als niedrigere Dosen.

Ist eine dritte Impfdosis für Autoimmunerkrankte zu empfehlen?

Diesbezüglich gibt es Moment in der Wissenschaft und unter den Ärzten viele Diskussion. Die aktuelle Empfehlung des Bundes Gesundheitsministerium es ist zunächst einmal eine politische Empfehlung. Eine medizinische Empfehlung generell zur 3. Impfung wurde bisher von der ständigen Kommission (STIKO) noch nicht ausgesprochen. Allerdings gehen wir schon davon aus, dass alle Menschen im weiteren Verlauf eine 3. Impfung brauchen, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Einzelne Patientengruppen sollten wahrscheinlich aufgrund des nicht optimalen Ansprechens auf den ersten Impfzyklus früher geimpft werden als andere. So wäre es vorstellbar, dass 6 Monate nach dem ersten Zyklus z. B. Menschen über dem 80. Lebensjahr oder mit bestimmten immun unterdrückenden Medikamenten bevorzugt eine 3. Impfung bekommen sollen. Wir empfehlen jedoch diesbezüglich die aktuell noch ausstehende Empfehlung der ständigen Kommission abzuwarten und noch nicht voreilig eine weitere Impfung anzumelden. In individuellen Fällen kann es aber durchaus sinnvoll sein, schon jetzt konkret über eine 3. Impfung nachzudenken, diese sollte jedoch von Seiten der betreuenden Ärzte sehr individuell entschieden werden.

Haben Autoimmunerkrankte das Risiko eines schwereren Verlaufs bei einer Corona-Infektion?

Diese Aussage ist sehr generell gefasst und ist so nicht richtig. Wir wissen vielmehr, dass nicht die Autoimmunerkrankung an sich, sondern z. B. eine unkontrollierte Entzündung das Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19 Infektion erhöht. Auch kann in Abhängigkeit der laufenden immunsupprimierenden Therapie das Risiko erhöht sein. Allein die Tatsache einer vorliegenden Autoimmunerkrankung würde ich noch nicht per se als Risiko für einen schwerwiegenden Verlauf bewerten.

Gibt es schon Studien zur Impfung bei Autoimmunerkrankungen?

Ja, unsere Kollegen aus Israel haben uns bereits sehr viele hilfreiche Daten hierzu geliefert. Hieraus können wir schlussfolgern, dass die Verträglichkeit im Vergleich zur übrigen Bevölkerung sehr ähnlich zu sein scheint. Auch wissen wir, dass z. B. bei den entzündlich rheumatischen Erkrankungen ungefähr 90 % der Patienten auf die Impfungen ansprechen, auch wenn vielleicht das Ausmaß des Ansprechens etwas niedriger ist als in der übrigen Bevölkerung.

Wem würden Sie von einer Impfung abraten?

Es gibt nur sehr wenigen Patienten mit Autoimmunerkrankungen, den von einer SARS-CoV-2 Impfung abzuraten ist. Diesbezüglich sind z. B. einige Medikamente genannt, wäre bei den bekanntermaßen in den ersten 4 Monaten nach der Applikation des Medikamentes das Ansprechen auf die Impfung deutlich minimiert ist. Bei diesem Patienten empfehlen wir, die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt durchführen zu lassen. Ähnlich ist es bei Patienten, die gerade eine sehr starke Entzündung haben und mit hohen Cortisondosen behandelt werden, auch diesen Patienten würden wir empfehlen, die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt durchführen zu lassen.

Können Impfungen eine Autoimmunerkrankung verstärken?

Auch diesbezüglich gibt es erste Daten aus Israel, die uns gezeigt haben, dass ungefähr 5-10 % der Patienten eine zunehmende Krankheitsaktivität nach der SARS-CoV-2 Impfung beobachtet haben. Dabei ist es tatsächlich zum Teil schwer zwischen einer in relativ „normalen Impfreaktion“ und einem Schub zu unterscheiden, da sowohl im Rahmen der Impfreaktion als auch im Rahmen des Schubes z. B. Haut oder Gelenkveränderungen auftreten können. Aus meiner Erfahrung ist das Risiko eines Schubes relativ gering, und wenn es tatsächlich dazu gekommen ist, legt sich diese Krankheitsaktivität im Verlauf der nächsten 4-6 Wochen meistens spontan. Es ist wahrscheinlich die absolute Ausnahme, dass deshalb eine Therapieintensivierung erfolgen muss

Welcher Impfstoff ist für Menschen mit Autoimmunerkrankungen am besten geeignet?

Diesbezüglich verweise ich auf die Antwort von oben, es gibt bis jetzt keine klare Empfehlung für einen der bekannten Impfstoffe für einzelne Autoimmunerkrankungen. Eine kleine Ausnahme gibt es, auch ohne, dass es hierfür Beweise gibt, es wird jedoch von einzelnen Fachgesellschaften z. B. empfohlen, Patienten mit dem Nachweis von Phospholipidantikörpern bevorzugt einen mRNA Impfstoff zu impfen. Diese ist es jedoch eher eine Weiche als eine wissenschaftlich bewiesene Empfehlung.

Können Sie einmal erklären, wie hoch das Risiko einer Ansteckung oder Weiterverbreitung des Virus trotz Impfung sein kann?

Der Begriff Impfdurchbruch beschreibt genau dieses Phänomen, dass Patienten, die geimpft worden, dennoch eine Infektion durchmachen. Dieses ist kein besonderes Phänomen für die SARS-CoV-2 Impfung, sondern kommt auch bei jeder anderen Impfung vor. Die genauen Zahlen, die zurzeit hierfür angegeben werden, variieren zurzeit stark. Es ist zudem davon auszugehen, dass eine hohe Dunkelziffer gibt, da der Verlauf der Infektion offensichtlich anders ist als bei ungeimpften Personen. Es bleibt jedoch dabei, dass es die absolute Ausnahme ist. Anders herum gesagt, über 90 % der aktuell auf der Intensivstation wegen COVID-19 liegenden Patienten sind ungeimpft.

Wie hoch muss eine Impfwirkung sein, um die Pandemie durchbrechen zu können?

Auch diesbezüglich gibt es unterschiedliche Angaben, die damals angenommenen 80 % galten der damaligen SARS-CoV-2 Variante. Durch die aktuelle Delta Variante rechnen einige Epidemologen damit, dass möglicherweise eine 80%ige Quote nicht ausreichen könnte. Ich glaube, man sollte sich weniger an diesen Zahlen festhalten, als sich darum bemühen, so viele Patienten wie möglich impfen zu lassen.

Dr. med. Peer Aries
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Immunologie und Ernährungsmediziner

Ratgeber: Antientzündliche Ernährung leicht gemacht – Julia Bierenfeld

Der neue Ratgeber „Antientzündliche Ernährung leicht gemacht“ von unserer NIK-Expertin für Gesundheit, Ernährung und Fitness Julia Bierenfeld hinterfragt, welche Ernährungs- und Lebensgewohnheiten Entzündungen in unserem Körper entfachen und welche dazu beitragen diese Prozesse zu reduzieren. Indem man seine Ernährung umstellt und den Lebensstil ändert, kann man positiv auf das Entzündungsgeschehen einwirken. Denn: Stille Entzündungen erhöhen das Risiko für rheumatische und Autoimmunerkrankungen. Zudem können sie sich ungünstig auf den Verlauf von chronischen Erkrankungen auswirken. Und dabe spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Industriell verarbeitete Nahrungsmittel enthalten viele gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz und Konservierungsstoffe. Sie liefern kaum Antioxidantien und so werden Entzündungen immer weiter angefeuert. Bekommt unser Organismus jedoch ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, hochwertige ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, können wir unseren Körper bei der Abwehr von Erregern und schädlichen Substanzen unterstützen und zudem stille Entzündungen minimieren.

Auch Übergewicht, Umweltfaktoren und eine ungesunde Lebensweise wirken sich negativ auf das Entzündungsgeschehen aus. Hier hilft die antientzündliche Ernährung, Entzündungen zu reduzieren und das körperliche und geistige Wohlbefinden zu steigern. Aber nicht nur eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten, sondern vielmehr die Kombination mit einem darauf basierenden Lebensstil, ist von besonderer Bedeutung.

„Antientzündliche Ernährung leicht gemacht“ gibt den Lesern einen Einblick in Ernährungsgrundlagen: Auf knapp 160 Seiten zeigt uns die selbst an Multiple Sklerose erkrankte Autorin mit kompakter Gesundheits-, Ernährungs- und Lebensmittelkunde und kulinarischen Tricks und Feinheiten, was der Darm und der Körper täglich brauchen, um den Schlaf zu verbessern und dauerhaft glücklich und frei von stillen Entzündungen zu sein.

On Top gibt es wertvolle Tipps zur Stressreduktion mit praktischen Anleitungen und viele viele schmackhafte, einfache, pflanzenbasierte und natürlich entzündungshemmende Rezepte.

 Das Softcover-Buch ist für 19,95 Euro im Buchhandel und als eBook für 9,95 Euro auf www.jb-healthconcepts.de erhältlich.

Über die Buchautorin Julia Bierenfeld: 

Julia Bierenfeld ist Gesundheits- und MS-Bloggerin, Ernährungsberaterin, Fitness- und Entspannungstrainerin. Durch die Diagnose Multiple Sklerose im Jahr 2014 kultivierte sie einen antientzündlichen Lebensstil und fand zur gesunden Ernährung.

Die Erfahrungen aus ihrem Multiple Sklerose Alltag und zahlreiche schmackhaften Rezepte veröffentlicht sie auf ihrem Blog fitnessfoodundms.de und auf ihren gleichnamigen Instagram-Account. Sie zeigt den Menschen im Allgemeinen und MS-Betroffenen im Speziellen, wie leicht es fallen kann, mit antientzündlicher und pflanzenbetonter Ernährung unbeschwert und ohne stille Entzündungen durchs Leben zu kommen. Ihr Verständnis von Gesundheit betrifft alle Aspekte des Körpers.
Deshalb hat sie sich für ihr erstes Buch bewußt für einen ganzheitlichen Ansatz entschieden:
 Man findet hier nicht nur Rezepte, sondern auch Informationen zu einem antientzündlichen Lebensstil – mit Bewegung, Atem- und Entspannungstechniken und viel gutem Schlaf.

Interview mit Anna Wünstenberg von Nuxeria

Heute geht es um Nüsse.

Als schneller und gesunder Snack für zwischendurch machen sie uns nicht nur satt, sondern liefern uns ordentlich Eiweiß und enthalten dabei jede Menge gesunde Fette.

Was man noch so alles aus Nüssen zaubern kann, verrät uns die Nuss-Expertin Anna Wüstenberg. Die kreative 35-jährige Mama von zwei Töchtern hat vor zwei Jahren ihre Nussmanufaktur „Nuxeria“ gegründet und sich damit einen Traum erfüllt.

Jetzt lebt sie ihre Bestimmung und natürlich nutzt sie zum Kochen für sich und die Familie mit Vorliebe Nüsse. Warum Anna so vernarrt in Nüsse ist und was daran für sie und andere Menschen besonders gut ist, erzählt sie im Interview.

Wie bist du auf die Nuss gekommen?

Nach meiner Diagnose Hashimoto Thyreoiditis mit Anfang 20, habe ich meine Ernährung grundlegend umgestellt. Denn trotz guter medikamentöser Einstellung, litt ich an Begleiterscheinungen die mir meine Lebensqualität raubten. Gluten und Milchprodukte wurden ersetzt mit Nussprodukten jeglicher Art (Nussmilch, Nussaufstriche, Nusskäse etc).

Was macht Nüsse so besonders?

Nüsse sind eine wunderbare und gesunde Alternative zu herkömmlichen glutenhaltigen Produkten und Milchprodukten. Man kann gemahlene Nüsse als Mehlersatz verwenden, Nussmilch herstellen, sogar sauer vergären lassen und Käse daraus machen. Auch als Snack, bieten Nüsse eine leckere, nährstoffreiche Alternative.

Und was ist das Spezielle an Nüssen, was Autoimmunerkrankten gut tut?

Nüsse sind die reinste Nährstoffbombe. Die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Fette sind für unsere Gesundheit essentiell und sind in keinem Lebensmittel so gebündelt zu finden. Menschen mit Autoimmunerkrankungen sollten besonders auf ihren Spurenelementenhaushalt achten, denn aufgrund des gestörten Immunsystems herrscht oft ein Ungleichgewicht in der Nährstoffverteilung. Dabei sind diese Mikronährstoffe so wichtig für das mildern von Entzündungen und für die Stärkung der Immunabwehr.

Gibt es gute und weniger gute Nüsse, wenn es um die entzündungshemmende Ernährung geht?

Es gibt zwei bedenkliche Faktoren die beim Nusskonsum berücksichtigt werden sollten: Die Menge an Phytinsäure und der relativ hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Die Phytinsäure verringert sich wesentlich durch das Einweichen der Nüsse, also sollte man grundsätzlich fermentierte Nüsse essen.
 Auch die Verzehrmenge von mehrfach ungesättigten Fettsäuren hängt letztendlich von der gesamten Nahrungsaufnahme ab. Grundsätzlich gilt: Die Menge macht das Gift!

Was ist für dich das Wichtigste, worauf Autoimmunerkrankte bei ihrer Ernährung achten sollten?

Es ist allgemein bekannt, dass Entzündungen im Körper, das Immunsystem belasten, Schübe verursachen und zu Krankheiten führen können. Autoimmunerkrankte sind aufgrund der Immunstörung besonders von diesen Entzündungen betroffen. Ein gesunder und stressreduzierter Lebensstil helfen dem Körper das Fundament für autoimmunbedingte Entzündungsvorgänge zu entziehen.
 Dazu gehört die Ernährung mit überwiegend entzündungshemmenden Lebensmitteln.

Was ist dein Ziel mit Nuxeria und wen möchtest du damit erreichen?

Mit meinen Produkten möchte ich jedem ans Herz legen, wie wichtig die richtige Verarbeitung von Lebensmitteln ist. Allergien, Unverträglichkeiten, Autoimmunstörungen und chronische Erkrankungen kann man allein durch die Ernährung verbessern und lindern.

Neben den fermentierten Nüssen, schreibe ich kleine Rezeptbücher mit begleitenden Ernährungstagebüchern. Vor allem Menschen mit Autoimmunkrankheiten leiden oft unter chronischen Entzündungen. Mit dieser Art der Ernährung mindert man entzündliche Prozesse im Körper und ermöglicht seinem Organismus die eigenen Heilungsprozesse zu aktivieren.

Was ist besonders an deinem Kochbuch?

In meinem Kochbuch wird ausschließlich mit entzündungshemmenden Lebensmitteln gekocht. Es ist vegan, glutenfrei und frei von Nachtschattengewächsen, einfach und schnell in der Zubereitung ohne exotische Lebensmittel.

Ich selber ernähre mich ausschließlich vegan und glutenfrei, weil ich gemerkt habe, dass mein Körper mit dieser Art von Ernährung am besten zurecht kommt. Ich bezeichne mich aber nicht als Veganerin, denn ich koche für meine Familie Mischkost, ab und zu esse ich auch mal ein Ei, gutes Stück Käse oder Brot vom Bauern.

Ich finde eine bestimmte Ernährungsweise nicht ausschlaggebend. Wichtiger ist es, auf die Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittel zu achten. Frisch zu kochen und verarbeitete Lebensmittel vermeiden; nur so kann man langfristig Entzündungen im Körper vermeiden.

Du empfiehlst, dass wir lieber fermentierte Nüsse essen sollten. Warum ist das besser?

Nüsse haben von Natur aus eine Menge Pflanzentoxine. Diese schützen die Nuss vor Frassfeinden, denn die Nuss wächst um irgendwann auf den Boden zu fallen und ein Baum/Busch zu werden. Für diesen Prozess braucht die Nuss die Phytinsäure. Diese hält alle Nährstoffe fest in ihren Klauen. Erst wenn die Nuss mit Wasser in Berührung kommt und der Keimungsprozess startet, spaltet sich die Phytinsäure auf und gibt dem Nusskeimling alle Nährstoffe ab.

Diesen natürlichen Prozess sollten wir uns Menschen zugute machen. Durch die Aktivierung des Nusskeimlings (ich nenne es Fermentation), bereinigen wir die Nuss von den Pflanzentoxinen die auch uns Frassfeind Mensch belasten und erhöhen die Nährstoffverfügbarkeit durch die Aufspaltung der Phytinsäure.

Fermentierte Nüsse kann der menschliche Organismus besser verarbeiten und die Nährstoffe besser aufnehmen.

Welche Nüsse bekommt man bei nuxeria.de zu kaufen?

Ich habe 5 Nusssorten: Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Paranüsse und Cashewkerne.
 Alle Sorten bekommt man auch als Mix. In meinem Onlineshop findet man verschiedene Pakete und Einzelverpackungen, es ist für jeden etwas dabei.
 Ab und zu und vor allem zur Weihnachtszeit, biete ich fermentierte Nüsse mit Geschmack an. Von süß mit und ohne Trockenfrüchte bis hin zu würzigen Sorten, es ist für jeden etwas dabei. Reinschauen lohnt sich!

Welches Rezept aus deinem Buch “Entzündungshemmende Leckerbissen” ist dein allerliebstes?

Oh das ist eine ganz schwierige Frage. Ich koche tatsächlich viel aus meinem Kochbuch, alle Gerichte werden von meiner Familie gerne gegessen.

Was ich immer gerne zubereite und esse ist das Frühstücksrezept “Falsches Rührei”. Es ist ruck zuck gekocht und geht zu jeder Tageszeit. Ein Allround-Rezept sozusagen.

Ein Backrezept ist bei meinen Kunden der Renner: Brownies aus roter Beete! Sie sind so saftig und schön schokoladig… Für meine Kinder muss ich sie mindestens 2 mal im Monat backen.

Warum gerade diese Rezepte?

Im Alltag möchte man selten aufwendig kochen. Gerade das macht mein Rezeptbuch aus. Die Gerichte sind schnell gekocht und benötigen keine exotischen Zutaten. Leckeres, gesundes und schnelles Essen…was will man mehr?!

Welche Mahlzeit ist, deiner Meinung nach, die wichtigste für Autoimmunerkrankte?

Eins habe ich in den letzten Jahren über Autoimmunerkrankungen, vor allem Hashimoto gelernt: Es gibt kein Pauschalrezept! Ich zu Beispiel, befürworte das Intervallfasten und übe es seit 2 Jahren aus. Es gibt jedoch Aussagen, die gegen das Intervallfasten für Frauen sind, da dies angeblich den Hormonhaushalt durcheinander bringt. Ich persönlich habe das Gefühl, dass die lange Essenspause, sich eher positiv auf meinen Hormonhaushalt auswirkt. Wichtig ist: Lerne auf die Signale deines Körpers zu hören.
Ernähre dich artgerecht, d. h. WAS und WANN isst du? (hauptsächlich entzündungshemmend mit Essenspausen damit der Körper Zeit hat zu verdauen).

Gibt es bestimmte Tages- oder Jahreszeiten, an denen Nüsse besonders bekömmlich, schmackhaft oder zu empfehlen sind?

Unser Organismus dankt uns, wenn wir saisonal und regional essen. Nüsse haben meist ihre Ernte zu den kalten Jahreszeiten. Die wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Fette sind zu diesen Jahreszeiten besonders wichtig zur Stärkung unseres Immunsystems.

Die Nuss ist jedoch ein lagerfähiges Naturprodukt und dient uns das Ganze Jahr über als eine vollwertige Nahrungsquelle.
Nüsse sind für mich das perfekte Ersatzprodukt für Milch, Mehl und Käse. In meiner Küche gibt es fast täglich und zu jeder Jahreszeit Nüsse.

Welches Lebensmittel passt besonders gut mit Nüssen zusammen?

Ich kenne kein Lebensmittel, welches nicht mit Nüssen zusammen passt! Nüsse toppen einen Obstsalat, Bowl oder Porridge optimal. Zum Salat oder Gemüse bieten sie den perfekten Crunch oder ersetzen Käsesoße, Parmesan oder Pesto. Zum backen oder verbacken gibt es keine bessere Alternative als Nüsse.

Ich liebe zum Beispiel die Kombination von Cashewcreme mit Hefeflocken. Es gibt für mich mittlerweile kein besseres Auflauftopping. Nussmus ist bei uns ein “Muss”. Dafür mahle ich meine fermentierten Mandeln im Hochleistungsmixer. Mit Nussmus kannst du jedem Gericht die nötige Geschmacksexplosion bieten.

Hat es dir eine Nuss besonders angetan?

Ich liebe sie alle und jede einzelne für sich! Paranüsse sind meine Selenquelle und ich esse jeden Tag vier fermentierte Paranüsse. Cashew verwende ich wegen der cremigen Konsistenz gerne herzhaft als Käse-/Frischkäse-Ersatz. Mit Haselnüssen und Mandeln backe ich gerne oder stelle Nussmus her. Walnüsse esse ich auch am liebsten pur oder mache daraus gerne ein Parmesanersatz. Die Kombi aus Walnüssen, frischen Kräutern und Knoblauch ist einfach bombastisch.

Barrierefreiheits-Toolbar