(Nährwerte bei 24 Käsekuchen Brownies: 71 kcal / 11,9g KH / 4,1g EW / 2,8g F) Equipment:Auflaufform oder Brownie-Form (24×24, 15×30 oder eine ähnliche Größe)
3 Leinsamen-Eier ca. 35g geschrotete Leinsamen mit 120ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen
1 Päckchen Puddingpulver
200 g leichter Frischkäse
250 g Magerquark
130-150 ml Mandeldrink, ungesüßt
Optional: Flavour Powder Schokolade (10g) und Flavour Powder Vanille (5g)
Zubereitung
1. Zunächst wird der Backofen auf 175° vorgeheizt.
2. Danach vermischen wir alle das Hafermehl, das Proteinpulver, den Kakao, 100g des Erythrits, das Backpulver miteinander. (Optional kann hier auch das Flavour Powder Schokolade hinzugefügt werden)
3. Die Butter wird nun geschmolzen. Anschließen verrühren wir in einer zweiten Schüssel die Butter, das Vanilleextrakt, die Mandelmilch und die Leinsamen-Eier miteinander.
4. Die flüssigen Zutaten werden nun zu den trockenen gegeben und alles wird gut miteinander vermengt, sodass ein homogener Teig entsteht. Bei Bedarf kann noch etwas mehr Mandeldrink hinzugegeben werden.
5. Als nächstes bereiten wir die Käsekuchencreme zu. Dazu verrühren wir den Magerquark, den Frischkäse, das Puddingpulver und das Vanilleextrakt miteinander. Die Masse wird dann mit dem restlichen Erythrit gesüßt. Hier kann auch gerne mehr oder weniger Süße verwendet werden, je nach Belieben.
6. Nun werden die Teige geschichtet. Die Brownie- oder Auflaufform wird eingefettet bzw. mit Backpapier ausgelegt. Nun wird die Brownie Masse, bis auf drei gehäufte Esslöffel, in die Form gegeben und glattgestrichen. Darauf verteilen wir nun die Käsekuchenmasse und streichen sie ebenfalls glatt. Zum Schluss werden überall kleine Kleckse des übrigen Brownie-Teiges verteilt und mit Hilfe eines Stäbchens leicht unter die Käsekuchen-Creme gehoben, sodass ein schönes Muster entsteht.
7. Die Käsekuchen Brownies werden nun für 40-50 Minuten gebacken. Umso länger sie gebacken werden, umso fester werden sie. Wer sie eher fudgy will, sollte sie kürzer backen. Bei längeren Backzeiten sollten sie eventuell mit etwas Folie abgedeckt werden, damit die Oberfläche nicht verbrennt.
8. Nach dem Backen die Käsekuchen Brownies gut auskühlen lassen und dann in ca. 24 Stücke schneiden (je nach Form).
Fermentieren ist…
Fermentieren ist… Essen total oldschool haltbar zu machen. 💜🥕💜 Diese Form der Haltbarkeit wird immer beliebter, denn fermentieres Essen schmeckt nicht nur richtig lecker, sondern unterstützt auch die Darmflora, stärkt das Immunsystem und verringt so Entzündungen. Wer sich antientzündlich ernähren möchte, kann im Ratgeber-Buch „Antientzündliche Ernähung leicht gemacht“ von NIK-Ernährungs-Expertin Julia Bierenfeld nachlesen wie es gemacht wird.
Für alle, die erstmal probieren wollen, wie es mundet, gibts hier das Rotkohl-Kimchi Rezept von @jb_healthconcepts. Perfekt zum boostern des Immunsystems und obendrein herrlich schmackhaft.
Zutaten:
2 EL Reismehl + 200 ml Wasser
½ Rotkohl (reicht für ca. 3 Gläser)
30g Meersalz
1 Karotte
½ Birne
2 cm Ingwer
1 cm Kurkuma
3 Zehen Knoblauch
½ TL Chilipulver
1 EL Sojasauce
Immunboost-Dip
Immunboost-Dip (inspiriert von Ottolenghi)
Dieser Dip ist ein wahrer Alleskönner. Er schmeckt hervorragend zu Brot, als Beilage zu Fisch oder Hühnchen oder als Teil einer Mezze-Auswahl. Die Zutaten sind außerdem ein wahrer Immunbooster: Möhren enthalten eine Menge Vitamin C, B1, B2 und E sowie Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen.
Der perfekte Mix um Erkältungen vorzubeugen. Die entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma und Knoblauch ist beeindruckend und Koriander bringt den Darm in Schwung. Dazu ist der Möhren-Dip mit Pistazienpesto und gepickelten Zwiebeln auch noch unglaublich lecker.
Zutaten:
1 kleine rote Zwiebel
Limettensaft
600 g Möhren
Olivenöl
Kurkuma-Wurzel geschält
3 Knoblauchzehen
1 TL Korianderkörner
1 TL Kreuzkümmelsamen
Chiliflocken nach Geschmack
1 EL Ahornsirup
1 Bund Koriander
1 Frühlingszwiebel
20 g Pistazienkerne
Griechischer Joghurt
1. Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
2. Die Zwiebel klein hacken und mit dem Limettensaft und einer Prise Salz vermischen und beiseite stellen.
3. Die Möhren schälen und in Stücke schneiden. Mit 2 EL Olivenöl, geriebenem Kurkuma, 100 ml Wasser, Salz und Pfeffer vermengen und in einer feuerfesten Form 25 Minuten im Ofen garen. Dann 2 ganze geschälte Knoblauchzehen sowie die Gewürze (Korianderkörner und Kreuzkümmelsamen im Mörser zerstoßen) hinzufügen und weitergaren bis die Möhren weich sind. Temperatur auf 210 Grad Umluft erhöhen und mit Ahornsirup beträufeln. Nach 10 Minuten herausnehmen und abkühlen lassen. Mit einem Kartoffelstampfer zerstossen.
4. Für das Pesto Koriandergrün, Frühlingszwiebel, 2 EL Öl, Pistazienkerne und 1 Knoblauchzehe zusammen mit Salz und Pfeffer nach Geschmack pürieren. Mit etwas Olivenöl auffüllen.
5. Joghurt mit Limettensaft und Salz verrühren.
6. Karottenstampf anrichten. Limettenjoghurt und Pesto in Klecksen darauf verteilen und mit den Zwiebeln bestreuen.
Rheumatische Erkrankungen
Bianca Heidenreich, Ernährungs- und Gesundheitscoach über antientzündliche Ernährung
Bianca Heidenreich ist Ernährungs- und Gesundheitscoach. In Zusammenarbeit mit Dr. med. Peer M. Aries im Immunologikum bietet sie ein speziell auf Rheumapatienten abgestimmtes Programm der Ernährungs- und Gesundheitsberatung an.
Antientzündliche Ernährung: für jeden geeignet und gesund!
Grundsätzlich gilt: Die antientzündliche Ernährung ist für jeden geeignet und gesund. Bei einigen Krankheiten, wie z.B. Diabetes, muss zusätzlich noch auf den glykämischen Index geachtet werden oder bei Erkrankungen des Magen- und Darms, wie zum Beispiel Zöliakie, werden noch andere Ernährungsaspekte mit einbezogen.
Was bedeutet eigentlich antientzündliche Ernährung?
Antientzündliche Ernährung bedeutet, alle Nahrungsmittel zu meiden, die Entzündungen begünstigen und dafür aber Lebensmittel in die Ernährung zu integrieren, die entzündungshemmend wirken.
Lebensmittel mit einem hohen Arachidonsäuregehalt, wie es in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, vor allem in Fleisch, Wurst, Schweineschmalz, z.B. viel in Schweineleber, Kalbsleber, Leberwurst zählen zu den entzündungsfördernden Lebensmitteln, daher sollten diese gemieden werden.
Nahrungsmittel die entzündungshemmend wirken:
Lebensmittel mit einem hohen Omega-3- Fettsäuregehalt. Dazu zählen Öle mit den Omega-3-Fettsäuren EPH und DHA. Aber auch Mandeln, Walnüsse und Fisch enthalten Omega 3 Fettsäuren.
Das bedeutet Lebensmittel mit Vitamin E,C, Beta Carotin, Zink und Spurenelementen.
Eine Auswahl: Olivenöl, Walnüsse, grünes Blattgemüse(Feldsalat, Rucola , Kopfsalat), Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Möhren, Kürbis, alle Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Kürbiskerne, Mandel, Cashewkerne und viele weitere Obst- und Gemüsesorten.
Bei folgenden Nahrungsmitteln ist es möglich, dass sie Schübe auslösen können:
Fleisch, besonders die Sorten mit einem hohen Arachidonsäuregehalt
Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt
Weißmehl
Alkohol
Milchprodukte
glutenhaltiges Mehl
Ein leichter Einstieg in die antientzündliche Ernährung wäre:
Auf synthetische Lebensmittelzusätze wie Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmacksverstärker verzichten
Den Verzehr von Lebensmitteln aus tierischem Eiweiß reduzieren und nur in Maßen Milchprodukte wie Käse, Sahne, Joghurt, Kuhmilch, usw. essen. Stattdessen sollte man lieber pflanzliche Milch verwenden, wie z.B. Mandelmilch, Hafermilch, Reismilch.
Zuckerreiche Lebensmittel reduzieren (Süßigkeiten, Softdrinks, Kuchen, Eis usw.)
Den Fleischkonsum reduzieren oder komplett meiden
Weißmehlprodukte meiden und umstellen auf Vollkornmehl (Dinkelvollkornbrot, Reisvollkornnudeln, Linsennudeln usw.)
2 Handvoll Obst und 3 Handvoll Gemüse am Tag zu sich nehmen
Hochwertiges pflanzliches Öl für die Omega-3- Fettversorgung verwenden
Zucker und Schuppenflechte: Wie beeinflusst Zucker unsere Haut?
Zucker und Schuppenflechte: Wie beeinflusst Zucker unsere Haut?
Entzündungsfördernd statt entzückend: Neben genetischen Faktoren und dem Immunsystem spielen bei einer Schuppenflechte auch bestimmte Lebensmittel eine wesentliche Rolle und können Einfluss auf das Hautbild nehmen. In diesem Artikel betrachten wir speziell die Auswirkungen von Zucker auf die Haut und wie ein reduzierter Zuckerkonsum möglicherweise zu einer Linderung der Symptome beitragen kann.
Wie bedingt der Zuckerkonsum die Schuppenflechte?
Eine hohe Zuckeraufnahme kann zu einer erhöhten systemischen Entzündungsreaktion im Körper führen. Bei einer Schuppenflechte spielen Entzündungsprozesse eine zentrale Rolle und eine erhöhte Entzündungsreaktion könnte die Symptome verschlimmern.
Zuckerreiche Nahrungsmittel wie z.B. Süßigkeiten, Limonaden und verarbeitete Lebensmittel haben zusätzlich oftmals einen hohen glykämischen Index. Die Folge: Ein schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels. Passiert dies regelmäßig, kann es zu einer Überstimulation des Insulinsystems kommen, was langfristig in einer Insulinresistenz enden kann. Das Problem dabei: Eine Insulinresistenz hat Auswirkungen auf unser Immunsystem und kann das Risiko von Entzündungen und Infektionen erhöhen. Bei Schuppenflechte ist ein starkes Immunsystem jedoch entscheidend, da es die Symptome in Schach halten kann. Ein geringerer Zuckerkonsum kann also dazu führen, dass das Risiko für eine negative Beeinflussung des Immunsystems reduziert und somit auch die Hautgesundheit langfristig verbessert wird.
Doch sollte man Zucker jetzt im Allgemeinen vermeiden?
Es gibt keinen spezifischen Zucker, der als „schlecht“ für die Haut bezeichnet werden kann.
Wichtig zu beachten: Nicht alle Arten von Zucker sind gleich und haben den gleichen Einfluss auf unseren Körper. Natürlicher Zucker, der in Lebensmitteln wie Früchten, Gemüse und Vollkornprodukten vorkommt, wird oft als „gesunder Zucker“ bezeichnet. Dies hat aber nicht nur mit der Zuckerart zu tun, denn solche Lebensmittel enthalten neben dem Zucker auch viele Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Zusätzlich ist es häufig so, dass der natürliche Zucker langsamer in den Blutkreislauf gelangt und den Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigen lässt wie verarbeitete Lebensmittel mit zugesetztem Zucker.
Fakt ist: Eine ausgewogene Ernährung mit wenig zugesetztem Zucker und reich an frischen Lebensmitteln, Gemüse, mageren Proteinen und gesunden Fetten kann zur Förderung einer gesunden Haut beitragen. Es ist auch wichtig, individuelle Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf bestimmte Zuckerarten zu berücksichtigen, da diese bei manchen Menschen zu weiteren Hautproblemen führen können. Gerade bei einer Schuppenflechte sollte man herausfinden, welche Zuckerquellen zu einer Verschlechterung der Haut führen und bei welchen Zuckerarten man keine Auswirkungen wahrnimmt.
Und welche Zuckerquellen kann man als Alternative ausprobieren?
Bei einer Schuppenflechte kann es hilfreich sein, den Konsum von zugesetztem Zucker zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Es gibt jedoch Lebensmittel mit natürlichem Zucker, die den Blutzuckerspiegel häufig weniger stark und langsamer ansteigen lassen. Somit sind sie auch in Bezug auf die Schuppenflechte häufig verträglicher:
Natürlicher Zucker aus Obst: Frisches Obst enthält natürlichen Zucker, der in Kombination mit Ballaststoffen und anderen Nährstoffen langsamer verdaut wird. Beeren, Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte sind dafür gute Optionen. Dennoch sollten insbesondere Menschen mit Schuppenflechte darauf achten, ob bestimmte Früchte bei ihnen individuelle Reaktionen auslösen.
Natürlicher Zucker aus Gemüse: Einige Gemüsesorten enthalten natürliche Zuckerarten, die zur Süße beitragen. Karotten, Süßkartoffeln, rote Paprika und Rüben sind Beispiele für Gemüse mit einem leicht süßen Geschmack.
Honig: Honig ist eine natürliche Süßungsalternative, die in Maßen verwendet werden kann. Er hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann eine bessere Option als raffinierter Zucker darstellen. Dennoch sollte auch Honig sparsam verwendet werden, da er immer noch viel Zucker enthält.
Stevia: Stevia ist eine pflanzliche Süßungsalternative, die aus den Blättern der Steviapflanze gewonnen wird und daher eine natürliche Zuckerquelle ist. Sie hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und enthält keine Kalorien. Stevia kann zum Süßen von Getränken oder Speisen verwendet werden.
Ahornsirup: Ahornsirup ist eine natürliche Süßungsalternative, die aus dem Saft von Ahornbäumen gewonnen wird. Er enthält einige Mineralstoffe und Antioxidantien, jedoch sollte auch hier auf moderaten Konsum geachtet werden.
Das Fazit.
Der Konsum von Zucker kann sich negativ auf die Haut insbesondere bei einer Schuppenflechte auswirken, indem er Entzündungen fördert, eine Insulinresistenz verstärkt und das Immunsystem schwächt. Ein bewussterer Umgang mit dem Zuckerkonsum und die Wahl von gesünderen Alternativen können dazu beitragen, die Symptome der Schuppenflechte zu reduzieren. Wenn man die passende Alternative für Zucker gefunden hat, ist es möglich eine vielseitige und süße Ernährung mit der Schuppenflechte zu vereinbaren.
5 Tipps von Julia Bierenfeld, um mehr Wasser zu trinken
Unser Körper besteht zu etwa 70% aus Wasser. Es ist erstaunlich, wie wichtig Wasser für uns ist. Es fließt durch unsere Zellen und Körperflüssigkeiten, agiert als Transportmittel und reguliert sogar unsere Körpertemperatur. Oh, und nicht zu vergessen, es hilft dabei, Giftstoffe auszuspülen und ermöglicht die Aufnahme wichtiger Vitamine. Da ist es wichtig, dass wir den Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass wir mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag trinken sollten. Das entspricht ungefähr sechs Gläsern. Die restliche Flüssigkeit bekommen wir über unsere Nahrung. Manchmal kann es eine Herausforderung sein, genug Wasser über den Tag verteilt zu trinken. Besonders wenn die Temperaturen steigen, ist es umso wichtiger, dass du gut auf dich achtest.
Hier sind fünf super Tipps, wie du es schaffen kannst, mehr Wasser zu trinken und auf ungefähr 1,5 Liter pro Tag zu kommen:
Starte den Tag mit einem Glas Wasser: morgens startet ein neuer Tag und dein Körper kann nach der Nacht sicherlich etwas Auffrischung gebrauchen. Ein Glas zimmerwarmes Wasser nach dem Aufwachen kann Wunder wirken. Es hilft nicht nur deinen Stoffwechsel auf Trab zu bringen, sondern gleicht auch den Flüssigkeitsverlust aus, den dein Körper über Nacht erlebt hat. Da wird der Start in den Tag doch gleich viel erfrischender, oder?
Halte Wasser immer griffbereit: Stell dir immer ein Glas Wasser in deine Nähe. Das erinnert dich nicht nur daran, regelmäßig zu trinken, sondern es macht es auch super einfach für dich. Und wenn dein Glas mal leer ist, fülle es einfach direkt wieder auf. Auf diese Weise vergisst du nicht, deinen Flüssigkeitspegel hochzuhalten. Und wenn du unterwegs bist, solltest du immer eine Wasserflasche dabeihaben – das ist wie dein persönlicher Durstlöscher.
Verleihe deinem Wasser Geschmack: Besonders im Sommer kann es echt erfrischend sein, wenn du deinem Wasser ein bisschen Geschmack verleihst. Wie wäre es mit einer großen Karaffe mit frischen Himbeeren, spritziger Zitrone, duftender Minze oder erfrischender Gurke? Das gibt deinem „normalen“ Wasser einen aufregenden Twist und macht das Trinken zu einem echten Genuss.
Nicht zu eiskalt trinken: Klar, wenn es heiß ist, sehnen wir uns nach einem eiskalten Schluck. Aber hier ist eine kleine Warnung: Zu kalte Getränke können deinen Kreislauf belasten. Unser Körper muss nämlich jede Menge Energie aufbringen, um die Temperaturunterschiede auszugleichen und das Getränk auf Körpertemperatur zu bringen. Also, wie wäre es stattdessen mit Wasser, das etwa Zimmertemperatur hat? Dein Körper wird es dir danken.
Iss dein Wasser: Wusstest du, dass es Lebensmittel gibt, die richtig viel Wasser enthalten? Stell dir vor, du könntest sogar 200 ml Wasser pro Tag aufnehmen, indem du bestimmte Lebensmittel isst. Zum Beispiel Gurken, Tomaten, saftige Erdbeeren, erfrischende Grapefruits, saftige Wassermelone, knackige Zucchini, gesunder Spinat, zarter Blumenkohl und leckere Ananas. Klingt doch gut, oder?
Also, los geht’s! Mit diesen fünf Tipps schaffst du es bestimmt spielend, mehr Wasser in deinen Tag einzubauen und deinen Körper glücklich und hydratisiert zu halten.
Weitere Blogbeiträge und Veranstaltungen von Julia Bierenfeld :
Dr. Peer Aries: Ernährung bei Autoimmunerkrankungen – Warum geben Ärzte keine klaren Empfehlungen?
Wenn man unter einer chronischen Erkrankung leidet, geht man viele Wege in der Hoffnung auf Linderung. Häufig liegt diese Hoffnung in einer Ernährungsumstellung. Doch viele Ärzte zögern dabei, Ernährungsempfehlungen abzugeben bzw. verweisen lieber auf eine ausgewogene Ernährung und wollen sich nicht festlegen. Aber warum ist das eigentlich so? Wir haben dazu mal unseren Rheumatologen Dr. Peer M. Aries befragt.
Es gibt mehrere Gründe, warum Ärzte möglicherweise ungern spezifische Ernährungsempfehlungen für Autoimmunerkrankungen abgeben und in den Augen der Patienten „lediglich“ auf die mediterrane Kost verweisen:
Komplexität der Erkrankung: Autoimmunerkrankungen sind komplexe Krankheitsbilder, die verschiedene Organe und Gewebe des Körpers betreffen können. Die Auslöser und Symptome sind oft sehr unterschiedlich und können von Patient zu Patient variieren. Es gibt keine spezifische Diät oder Ernährungsweise, die für alle Autoimmunerkrankungen gleichermaßen geeignet ist.
Mangelnde Evidenz: Es gibt zwar Hinweise darauf, dass bestimmte Ernährungsweisen einen positiven Einfluss auf Autoimmunerkrankungen haben können, es gibt jedoch nur begrenzte wissenschaftliche Evidenz dazu. In vielen Fällen fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die eine bestimmte Ernährungsweise als effektiv bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen nachweisen können.
#Individualität: Jeder Patient ist einzigartig und hat individuelle Ernährungsbedürfnisse und -vorlieben. Eine pauschale Empfehlung kann daher nicht immer angemessen sein. Stattdessen sollte die Ernährung individuell auf den Patienten abgestimmt werden, wobei verschiedene Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gewicht, körperliche Aktivität, Krankheitsverlauf und persönliche Vorlieben berücksichtigt werden.
Mangelnde Ausbildung: Die Ausbildung von Ärzten in der Ernährungsmedizin ist begrenzt. In der medizinischen Ausbildung wird möglicherweise mehr Wert auf die pharmakologische Behandlung von Krankheiten gelegt, während die Ernährung als unterstützende Maßnahme angesehen wird.
Komplementäre Therapie: Eine mediterrane Ernährungsweise kann als unterstützende Maßnahme in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen angesehen werden, da sie reich an gesunden Fetten, Ballaststoffen und Antioxidantien ist. Eine solche Ernährungsweise kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren, das Immunsystem zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Insgesamt kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung, wie sie in der mediterranen Kost vorgesehen ist, eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen spielen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Ernährung allein nicht ausreicht, um die Erkrankung zu heilen oder zu lindern. Eine individuelle, auf den Patienten abgestimmte Behandlung, die auch medikamentöse Therapien und andere Maßnahmen umfassen kann, ist in der Regel erforderlich.
Rezeptidee: Gesundes Popcorn!
Popcorn ist eine sehr beliebte Süßigkeit. Ich glaube kaum jemand kann sich einen Kinobesuch ohne die süßen klebrigen Körner vorstellen.
Was liegt da näher, als es dann gleich selbst zu machen. Und wenn wir schon dabei sind, dann könnt ihr gerne mal diese etwas gesündere Variante ausprobieren.
Normalerweise ist Popkorn mit einer ziemlich großen Zuckermenge gesüßt. Für diese Variante nehmt ihr ein Dattelkaramel zum süßen.
Datteln sind eine gesündere Möglichkeit zu süßen. Der Zucker liegt nicht isoliert vor und Datteln enthalten außerdem noch Vitamine und Mineralstoffe.
Ihr braucht:
-150g weiche Datteln, ohne Stein
-100ml Mandelmilch
-150 ml Wasser
-100 g Popkornmais
-3 Esslöffel Kokosöl
Die Datteln mit dem Wasser und der Mandelmilch mit einem Mixer zu einem glatten Karamell mixen. Wenn ihr keinen starken Mixer habt, lasst die Datteln etwas einweichen.
Das Kokosöl in einen Topf (mit Deckel) geben und erhitzen. Ob das Öl heiß genug ist könnt ihr mit zwei drei Maiskörnern testen. Ist das Öl heiß genug die Körner hinein geben und den Topf für 30 Sek. vom Herd ziehen. Zurück auf die Herdplatte stellen und erhitzen, bis kein Ploppen mehr zu hören ist. Dabei häufig rütteln, sonst brennt es an.
Das Popcorn in eine Schüssel füllen. Den Dattelkaramell darüber geben und sofort genießen – Nicht zu lange stehen lassen, sonst wird das Popcorn matschig.
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Schluss mit Ernährungsmythen: Abnehmen, heilen und vorbeugen
Was Sie mit Ernährungstherapie erreichen können.
Von Dr. Matthias Riedl: Gesund zu bleiben – auch im Alter – ein unerfüllter Traum? Für die Tsimane-Indianer im Amazonas Regenwald ist dieser Traum Wirklichkeit – zumindest für die Todesursache Nummer eins in den Industrienationen Herzinfarkt und Schlaganfall. Selbst im hohen Alter bis über 90 Jahre konnten Forscher bei den 700 Indianern selten verkalkte Herzkrankgefäße eststellen. Und das betraf 85% des Stammes. Nur 13 % hatten ein mittleres Risiko für Herzinfarkte. Infarkte sind für diesen Stamm eher eine Rarität, während sie bei uns eine wesentliche Rolle spielen, wo sich die Zahlen genau andersherum darstellen. Chronisch entzündliche Erkrankungen wie Psoarias, Rheuma oder Colitis sind bei den Tsiname fremd, während bei uns rheumatische Erkrankungen in den letzten Jahren um 40% zugenommen haben! Der gute Gesundheitszustand der Amazonas -Indianer Tsimane hat große Beachtung in Medizinfachzeitschriften und Kongressen gefunden, denn hier vermuten die Forscher eine Antwort auf die Frage nach der optimalen Lebensweise von Menschen. Rund 80 % der Krankheiten und 40% der Krebsfälle sind in Europa verhaltensbedingt. Und dabei spielt die Ernährung die wichtigste Rolle. Allerdings gibt es auch in Europa Länder, wie die Mittelmeeranrainer, die sich statisch doch etwas besser stellen: Weniger Herzinfarkte und Krebs in Südeuropa. Stichwort rheumatische Erkrankungen: Sie kommen bei den Tsiname gar nicht erst vor. Warum? Der hohe Pflanzenanteil – ohne Kulturweizen, geschältem Reis oder gar Nudeln – wirkt durch sein hohes Volumen im Magen nicht nur stark sättigend und damit gegen das entzündungsfördernde bauchbetonte Fettgewebe, sondern versorgt die Menschen auch mit entzündungslindernden Pflanzenstoffen. Dazu gehören natürlich auch jede Menge Pflanzenöle aus Fischen und Nüssen. Mehr Bewegung und weniger Stress wirken in die gleiche entzündungslindernde Richtung.
Woran liegt das? Und welche Ernährung hält uns gesund?
Wer die Ernährung dieser langlebigen Volksgruppen studiert kommt immer wieder zu diesen Ergebnissen: Das Essen dieser Menschen ist pflanzlich basiert. Pflanzen wie Gemüse, Nüsse und Obst liefern weniger Kohlenhydrate und viel Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Beides beugt den Zivilisationskrankheiten Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Krebs, Arthrose vor – und natürlich dem Grundübel Übergewicht und Fettleber. Nussesser liegen in diesen Disziplinen übrigens auf den Bestplätzen und das obwohl sie mehr Kalorien aufgenommen haben. Das zeigt, dass es weniger auf die Kalorien als auf die Nahrungsauswahl ankommt. Vielfach unbekannt ist, dass die sekundären Pflanzenstoffe (Aromen, Farben oder Bitterstoffe) in Pflanzen bei uns geradezu Wunder vollbringen: Krebshemmend, entzündungslindernd, blutdrucksenkend, wie etwa Knoblauch, dessen Substanzen ähnlich aber nicht so stark wie der Blutdrucksenker Ramipril im Körper wirkt.Vegetariern werden diese Botschaft gern hören. Fleisch kann, muß aber nicht sein. Zuviel rotes Fleisch, ab 80 g am Tag, steht außerdem im Verdacht Krebs zu fördern. Die richtige Menge an sattmachendem Eiweiß (rund 1 g pro Kilogramm Körpergewicht am Tag verteilt auf zwei bis drei Mahlzeiten) macht dann satt und erhält unsere Muskulatur. Und wiederum wirkt Diabetes, Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten entgegen – natürlich umso mehr, wenn sie durch Bewegung aktiviert wird.Wer dann noch Sport macht, darf auch bei den klassischen Kohlenhydratträgern wie Brot, Nudel, Reis und Co zugreifen. Wer hier zu sehr zulangt, dem drohen Übergewicht und eine ganze Latte von Zivilisationskrankheiten. Faustregel: Gemüse muß, Fleisch kann, die sogenannten Sättigungsbeilagen müssen nicht. Die Kartoffeln dürfen also auf dem Teller liegen bleiben, das Gemüse nicht.Im Kern geht es aber darum, welche Ernährung für uns Menschen artgerecht ist. Für unsere Haustiere kennen wir das. Aber für uns Menschen scheint es die nicht zu geben. Angesichts widersprechender Meldungen aus den Medien überbordender Diäten ist es außerdem doppelt schwer im Diätdschungel den Durchblick zu behalten.
Wenn klar ist, welche Ernährung die gesündeste ist, kommt das Schwierigste, die Umsetzung. Veränderungen fallen uns Gewohnheitstieren besonders schwer.
In meinem Zentrum, das mittlerweile in Europa vielen als Vorbild gilt, gehen wir nach dem 20:80 Prinzip vor. Das heißt unter anderem mit wenigen Veränderungen (20%) viel zu erreichen (80- 100 %) unter Beibehalten der meisten Gewohnheiten (80%). Wenn das gut geklappt hat, höre ich von unseren Patienten immer wieder drei Aussagen:
„Ich habe gar nicht viel geändert, komisch und habe doch 5 kg in einem Monat abgenommen!“
„Es schmeckt mir sogar besser als vorher“
„Es geht mir jetzt viel besser und ich fühle mich fitter“
Warum höre ich das immer wieder? Wenn ein Großteil unserer Erkrankungen durch die nicht artgerechte Ernährung entsteht, dann ist die logische Konsequenz, die Revolution in der Küche. Aber Vorsicht: Nur in kleinen Schritten. Verändern Sie nicht zu viel auf einmal. Und beachten Sie Ihre Geschmacksvorlieben. An denen kommen Sie auf Dauer nicht vorbei. Allerdings können wir Vorlieben auch über Monate verändern. Brechen Sie nichts über das Knie – das fördert das Scheitern.
Und es ist nie zu spät: Schon nach 5 Jahren Ernährungsoptimierung mit mehr gesunder pflanzenreicher Ernährung kann sogar schon nach 5 Jahren die Lebenserwartung um 30 % erhöht werden – und zwar auch im höheren Alter! Auch das ist durch eine Studie belegt.
Mein Tipp:
Wer seine Ernährung nicht allein nach dem „20:80 Prinzip“ umstellen kann, sollte sich einen Termin bei einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin machen – wie dem medicum Hamburg.
20:80 Prinzip: Hier die Grundzüge
Höchtens 20 % Stück für Stück ändern 80% beibehalten
Sie müssen satt werden: Eiweißgehalt beachten
Der Mensch ist ein Pflanzenesser: Gemüse, Pilze, Nüsse und Co.
Ausreichend Wasser trinkenum 2 Liter
2-3 Hauptmahlzeiten
Dr. med. Matthias Riedl ist Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe sowie in der Ernährungsmedizin tätig. Er hat 2008 als ärztlicher Leiter die Schwerpunktpraxen Diabetes und Ernährungsmedizin zum MVZ Medicum Hamburg erweitert. Es bündelt die Kompetenzen von Ärzten verschiedener Fachrichtungen und geht die Behandlung von Patienten ganzheitlich an. Matthias Riedl ist Autor mehrerer Bucher zum Thema Diabetes und Ernährung, tritt als Dozent bei universitären Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen sowie Kongressen auf und engagiert sich auch im Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Ernährungsmediziner (BDEM). 2013 nahm das Magazin „Focus“ Matthias Riedl in seine Empfehlungsliste „Topmediziner“ auf.
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Nicole Kühling berät Menschen seit über 15 Jahren in Gesundheitsfragen. Das Thema der Ernährung ist eine besondere Herzensangelegenheit für sie. Schon sehr früh wurde bei ihrer Tochter Kinderrheuma diagnostiziert. Dadurch spezialisierte sich Nicole auf die Ernährung bei Rheuma und Gelenkerkrankungen und einer entzündungshemmenden Ernährungsweise, um ihrer Tochter mit eigenen Mitteln helfen zu können.
Nun beantwortet sie unsere Fragen rund um das Thema Ernährung und Rheuma.
Ist Ernährung eine „alternative Heilmethode“ für dich?
Über diese Frage habe ich länger nachgedacht, um die richtigen Worte zu finden. Denn als „alternative Heilmethode“ würde ich Ernährungstherapie nicht bezeichnen. Nahrungsaufnahme ist schließlich essentiell, denn ohne Nahrung würden wir verhungern.
Das, was wir essen, hat einen enormen Einfluss auf unserer Gesundheit. Sehr viele Erkrankungen sind Ernährungsbedingt, also durch Fehl- oder Mangelernährung verursacht. Bei diesen Erkrankungen spielt eine Ernährungstherapie eine entscheidende Rolle in der Heilung.
Natürlich gibt es auch Erkrankungen, die nicht durch Ernährungstherapie heilbar sind, da sie einen anderen Ursprung haben. Aber selbst dort stellen sich Forscher immer wieder die Frage, welche Faktoren mit an ihrer Entstehung beteiligt sind. Auch Nährstoffmangel oder Schadstoffe aus Lebensmitteln, die durch die Industrialisierung, Massentierhaltung und Verseuchung der Böden in unseren Organismus gelangen sind immer wieder Gegenstand der Forschung.
Damit unser Körper alle seine Funktionen ausführen kann, braucht es eine Bandbreite an Bausteinen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen. Wie ein kompliziertes Uhrwerk greifen komplizierte Abläufe ineinander. Fehlen Nährstoffe, entstehen Schäden. Aus diesen Schäden entwickeln sich Krankheiten.
Deshalb bin ich der Meinung das Ernährung keine „alternative Heilmethode“ ist, sondern der Grundstein, bzw. das Fundament unserer Gesundheit. Die beste „Heilmethode“ wird nicht erfolgreich sein, wenn im Körper nicht die entsprechenden Nährstoffe für Um- und Aufbau, Weiterleitung und Verarbeitung sowie schlicht Energiebereitstellung vorhanden sind.
Was ist deiner Meinung nach am Effektivsten bei der Ernährung(sumstellung) für Rheumapatienten?
Es gibt natürlich individuelle Faktoren und Lebensumstände die berücksichtigt werden müssen. Allerdings zeigen sich die besten Erfolge bei einem Großteil der Patienten, wenn sie auf eine vorwiegend pflanzliche Ernährungsweise mit vielen hochwertigen Fetten und moderatem Kohlenhydratverzehr umstellen. Industriezucker und industriell verarbeitete Produkte sollten stark reduziert, Alkohol und Zigaretten komplett gestrichen werden.
Eine gezielte Nährstoffsupplementierung ist in vielen Fällen eine ergänzende Therapieoption.
Auf was muss ein Rheumapatient unbedingt verzichten? Gibt es gute Alternativen dazu?
Ich möchte hier nicht generell bestimmte Lebensmittel verbieten, denn es kommt immer auf den großen Rahmen an, in dem Lebens- oder Genussmittel verzehrt werden. Aber Alkohol und Zigaretten sowie zu viele Zusatz- oder Schadstoffe sind absolut schädlich bei Autoimmunerkrankungen.
Wie lange dauert es, bis ein Rheumatiker nach der Ernährungsumstellung Veränderungen merkt?
Das ist sehr unterschiedlich. Es kommt darauf an wie die Ernährung im Vorfeld ausgesehen hat und wie stark der Körper im Allgemeinen belastet ist. Eine Umstellung kann innerhalb weniger Tage erste Verbesserungen zeigen. Ich würde aber mindestens 3 bis 6 Monate am Ball bleiben, um abschließend ein Urteil zu fällen. Ich stelle meine Patienten meist langfristig und nicht radikal um, wenn nicht nötig. Denn eine nachhaltige Ernährungsumstellung sollte Schritt für Schritt erfolgen, damit der Betroffene nicht die Motivation verliert, weil zu viele Dinge auf einmal verändert werden.
Welchen praktischen Alltags-Tipps und -Tricks kannst du den Lesern geben?
Neue Dinge Schritt für Schritt verändern. Also zum Beispiel von Kuhmilch auf eine Milchalternative wechseln und das ein paar Tage lang durchhalten. Wenn man es erfolgreich umgebaut hat, die nächste Veränderung angehen und so langsam aber beständig die Ernährung umstellen.
Das Internet nach Rezepten durchforsten. Mittlerweile gibt es so viele tolle Inspirationen für vegetarische oder vegane Rezepte. Da kann nun wirklich niemand mehr sagen, es gäbe keine Abwechslung.
Suche dir Gleichgesinnte. Veränderungen lassen sich leichter Umsetzen, wenn man Menschen um sich hat, die einen verstehen. Es gibt so viele tolle Möglichkeiten sich zu vernetzen und sich zu unterstützen.
Wie sollten die Patienten damit umgehen, wenn sie in Bezug auf Ernährung einen Rückfall erleiden und z.B. Heißhungerattacken haben?
Rückfälle vermeidet man am besten, indem man sich keine zu strengen Regeln setzt. Das hält man auf kurz oder lang nicht durch. Neue Ernährungsgewohnheiten brauchen Zeit. Ich bin ein großer Fan der 80/20 Regel. Das heißt: 80% der Ernährung sollten optimal sein und die restlichen 20% sind für den Genuss da. Denn EINE ungesunde Mahlzeit macht genauso wenig krank, wie EINE gesunde Mahlzeit gesund macht.
Kommt es doch einmal zu einem Rückfall oder sogar einem neuen Schub, sollte man sich nicht gleich komplett entmutigen lassen. Autoimmunerkrankungen sind unberechenbar und viele Faktoren können den Verlauf beeinflussen. Man hat es nicht immer in der Hand und nicht immer ist das Essverhalten schuld.
Wie organisiert man sich am besten bei einer Ernährungsumstellung? Gibt es hier Hilfsmittel wie Wochenplaner oder Einkaufshilfen etc.?
Ein gutes Grundwissen über Ernährung und die Vorgänge im Körper halte ich für wichtig, denn so ist man immer in der Lage die richtigen Entscheidungen in Bezug auf seine Ernährung zu treffen.
Essenpläne sind eine gute Möglichkeit, um eine Übersicht für die Woche zu behalten und bestimmte Nährstoffe einzuplanen. Es ist so oft einfacher, an die wichtigsten Dinge zu denken, anstatt jeden Tag einfach drauf los zu laufen.
Wenn man unsicher ist, sollte man von Zeit zu Zeit eine Fachkraft über die Ernährungsweise schauen lassen.
Welche Buch/Blog/Webseiten-Empfehlung kannst du Rheumapatienten geben?
Für Informationen und Weiterbildung nutze ich gerne die Akademie für Menschliche Medizin. Dort werden regelmäßig Vorträge angeboten und Blogartikel zu neuesten Erkenntnissen aus der Ernährungsmedizin angeboten. Dort findet man auch eine Liste mit empfehlenswerten Büchern. https://spitzen-praevention.com/ Die Rheumaliga.
Die Ernährungs-Docs aus dem NDR Fernsehen sind immer eine gute Quelle für tolle Videos und Informationen.
Wie klappt das deiner Erfahrung nach mit der Selbstmotivation am bestens?
Mit einer chronischen Erkrankung sollte man sich bewusst machen, dass es immer ein Auf und Ab sein kann. Es lohnt sich, sich mit seiner Einstellung zu bestimmten Themen zu beschäftigen und sich ein „Warum“ zu schaffen. „Warum“ möchte ich bestimmte Ziele erreichen. Was möchte ich erreichen oder wie möchte ich mich fühlen? Man kann lernen, sich ein starkes „Warum“ zu schaffen. Und dies trägt einen dann auch durch ein Tal und ist meiner Meinung nach, die beste Motivation.
Schlusswort:
Fazit, Rat an Betroffene, Motto etc.
Ich stelle immer wieder fest, dass viele Rheumapatienten noch nie etwas von den Möglichkeiten einer Ernährungsumstellung gehört haben. Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen für dieses Thema begeistern können und es einfach mal versuchen. Man kann ja nur profitieren. Im schlechtesten Fall hat man sich einfach nur gesund ernährt und etwas für seine allgemeine Gesundheit getan. Im Idealfall bekommt man ein großes Stück Lebensqualität zurück.
Mein Rat ist, sich einfach mal auf den Weg zu machen oder sich Hilfe zu holen. Auch unabhängig von der negativen Meinung einiger Ärzte in Bezug auf Ernährung. Denn die vielen Beispiele zeigen, dass es definitiv möglich ist, seine Beschwerden begleitend zu verbessern, wenn man wirklich dranbleibt und bereit ist, etwas zu verändern!
Aber der erste Schritt beginnt bei sich selber, denn man muss häufig erstmal ein wenig über seine Komfortzone treten. Aber es lohnt sich definitiv!
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