Leben mit chronischer Prurigo: Mehr Lebensqualität durch die richtige Ernährung

Was ist eine chronische Prurigo und wie beeinflusst Ernährung die Symptome?

Die chronische Prurigo ist eine hartnäckige Hauterkrankung mit quälendem Juckreiz und charakteristischen Hautknötchen. Deine Ernährung kann die Symptome maßgeblich beeinflussen, da bestimmte Lebensmittel entzündliche Prozesse im Körper entweder verstärken oder reduzieren können. Eine entzündungshemmende Ernährung kann den Juckreiz lindern und den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen durchbrechen.

Welche Lebensmittel sollte ich bei einer chronischen Prurigo meiden?

Bei einer chronischen Prurigo solltest Du besonders auf Lebensmittel verzichten, die Entzündungen fördern können. Dazu gehören:

  • Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index (Weißmehlprodukte, Süßigkeiten)
  • Milchprodukte, besonders bei bestehenden Unverträglichkeiten
  • stark verarbeitete Lebensmittel mit künstlichen Zusatzstoffen
  • Alkohol, der die Hautbarriere schwächen kann
  • Lebensmittel mit hohem Natriumgehalt

Welche Lebensmittel können bei einer chronischen Prurigo helfen?

Folgende Lebensmittel können Deine Symptome positiv beeinflussen:

  • omega-3-reiche Lebensmittel wie Lachs, Leinsamen und Walnüsse
  • ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse)
  • antioxidantienreiche Lebensmittel wie buntes Obst und Gemüse
  • probiotische Lebensmittel (Naturjoghurt, Kefir)
  • Gewürze mit entzündungshemmender Wirkung (Kurkuma, Ingwer, Zimt)

Welche Nährstoffe sind besonders wichtig für die Hautgesundheit bei einer chronischen Prurigo?

Für die Hautgesundheit bei einer chronischen Prurigo sind folgende Nährstoffe besonders wertvoll:

  • Omega-3-Fettsäuren mit natürlich entzündungshemmender Wirkung
  • Antioxidantien zum Schutz vor oxidativem Stress
  • Zink zur Unterstützung der Wundheilung
  • Vitamin D für die Hautgesundheit und Immunregulation
  • kurzkettige Fettsäuren, die bei der Verdauung von Ballaststoffen entstehen

Wie kann ich Nahrungsmittelallergien erkennen, die meine chronische Prurigo verschlimmern?

Um Nahrungsmittelallergien zu identifizieren, die Deine Symptome verschlimmern könnten, empfehle ich Dir:

  • ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem Du Mahlzeiten und Symptome dokumentierst
  • eine Eliminationsdiät unter ärztlicher Begleitung durchzuführen
  • allergietests in Betracht zu ziehen (sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt)
  • auf Kreuzreaktionen zu achten (z.B. bei bestehenden Pollenallergien)
  • Stress zu reduzieren, da dieser allergische Reaktionen verstärken kann

Wie kann Ernährung in ein ganzheitliches Therapiekonzept bei chronischer Prurigo integriert werden?

Ernährung sollte als ergänzende Maßnahme neben der medikamentösen Therapie betrachtet werden. Ein individueller Ernährungsplan kann die Wirksamkeit konventioneller Therapien unterstützen. Sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt über die Möglichkeit, Deine Ernährung als unterstützende Maßnahme in Dein Behandlungskonzept zu integrieren. Gemeinsam könnt Ihr einen Plan entwickeln, der auf Deine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die chronische Prurigo ist eine hartnäckige Hauterkrankung mit quälendem Juckreiz, bei der die Ernährung als unterstützende Therapie eine wichtige Rolle spielen kann.
  • Entzündliche Prozesse sind zentral bei dieser Erkrankung, wobei bestimmte Nahrungsmittel diese Entzündungen verstärken können, während andere entzündungshemmend wirken und zur Linderung des Juckreizes beitragen.
  • Besonders wertvoll für die Hautgesundheit sind Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien, Zink, Vitamin D und kurzkettige Fettsäuren, die bei der Verdauung von Ballaststoffen entstehen.
  • Lebensmittel mit hohem glykämischen Index, Milchprodukte, verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und natriumreiche Nahrung können die Symptome verschlimmern und sollten besser gemieden werden.
  • Ein Ernährungstagebuch kann helfen, persönliche Juckreiz-Auslöser zu identifizieren, wobei eine individuell angepasste Ernährung als Teil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann.

Ernährung als unterstützende Therapie bei chronischer Prurigo

Die chronische Prurigo (CPG), ist eine hartnäckige Hauterkrankung, die dich mit quälendem Juckreiz und charakteristischen Knötchen konfrontieren kann. Obwohl die genaue Ursache in vielen Fällen ungeklärt bleibt, wissen wir heute, dass verschiedene Faktoren die Symptome beeinflussen können – darunter auch deine Ernährung [1]. Während medikamentöse Therapien oft im Vordergrund stehen, gewinnt die Rolle der Ernährung als unterstützende Maßnahme zunehmend an Bedeutung. Neuere Forschungen zeigen, dass das Hautmikrobiom – die Gemeinschaft von Mikroorganismen auf deiner Haut – eine entscheidende Rolle beim Juckreiz spielen kann. In diesem Artikel erfährst du, wie du durch bewusste Ernährungsstrategien deine Symptome lindern und deine Lebensqualität verbessern kannst.

Wie Ernährung die entzündlichen Prozesse bei einer chronischen Prurigo beeinflussen kann

Lange Zeit nahm man an, dass der quälende Juckreiz bei Hauterkrankungen wie bei der chronischen Prurigo ausschließlich durch Entzündungsprozesse in der Haut verursacht wird [2]. Doch neuere Erkenntnisse zeigen: Es ist komplizierter. Forscher haben entdeckt, dass bestimmte Bakterien auf der Haut – insbesondere Staphylococcus aureus – direkt Juckreiz auslösen können. Bei vielen Hauterkrankungen gerät das gesunde Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, wodurch diese problematischen Bakterien sich vermehren können [2]. Deine Ernährung kann dieses Gleichgewicht maßgeblich beeinflussen.

Entzündliche Prozesse spielen bei chronischer Prurigo eine zentrale Rolle. Durch den chronischen Juckreiz und das daraus resultierende Kratzen entsteht ein Teufelskreis, der als Juck-Kratz-Zyklus bekannt ist [3]. Bestimmte Nahrungsmittel können entzündliche Reaktionen im Körper verstärken und damit diesen Zyklus befeuern. Andere Lebensmittel hingegen haben entzündungshemmende Eigenschaften und können zur Linderung des Juckreizes beitragen.

Dein Immunsystem reagiert auf das, was du isst. Bei chronischer Prurigo werden vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) ausgeschüttet, die den Juckreiz verstärken. Eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln kann die Ausschüttung von Botenstoffen positiv beeinflussen. Interessanterweise deuten Studien darauf hin, dass auch die Zufuhr von Natrium eine Rolle spielen könnte – eine niedrige Natriumaufnahme wird bereits als mögliche präventive Maßnahme bei verwandten Hauterkrankungen wie der atopischen Dermatitis diskutiert [4].

Wichtige Nährstoffe zur Unterstützung der Hautgesundheit

Für Menschen mit einer chronischen Prurigo ist eine optimale Versorgung mit unterstützenden Nährstoffen besonders wichtig. Die Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Pflanzenstoffen kann die Abheilung von Hautläsionen fördern und zur Linderung des Juckreizes beitragen. Besonders wertvoll sind:

  • Omega-3-Fettsäuren: Diese wirken entzündungshemmend und können in Fisch, Leinsamen und Walnüssen gefunden werden
  • Antioxidantien: Schützen deine Hautzellen vor oxidativem Stress (enthalten in buntem Obst und Gemüse)
  • Zink: Unterstützt die Wundheilung und reguliert Entzündungsprozesse
  • Vitamin D: Wichtig für die Hautgesundheit und Immunregulation
  • kurzkettige Fettsäuren: Entstehen bei der Verdauung von Ballaststoffen und können zur Therapie und Prävention von Allergien beitragen

Besonders spannend ist die Rolle kurzkettiger Fettsäuren, die bei der Fermentation von Ballaststoffen durch Darmbakterien entstehen. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass diese Fettsäuren dazu beitragen könnten, allergische Reaktionen zu vermindern [5]. Da bei der chronischen Prurigo häufig immunologische Prozesse beteiligt sind, könnte eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten deine Symptome positiv beeinflussen.

Medikamente und ihre Rolle bei der chronischen Prurigo Symptomatik

Bestimmte Medikamente können ebenfalls Juckreiz auslösen oder verstärken und dadurch zur Entwicklung der chronischen Prurigo beitragen. Substanzen wie Opioide können direkt pruritogen wirken oder die Wirkung anderer juckreizvermittelnder Faktoren verstärken [2]. Es ist daher wichtig, bei der Diagnose von chronsicher Prurigo auch die Medikamentenanamnese zu berücksichtigen.

Interessanterweise können einige Medikamente, die für andere Zwecke entwickelt wurden, auch bei der Behandlung von chronischer Prurigo wirksam sein. Thalidomid hat sich beispielsweise bei einigen juckreizassoziierten Dermatosen als wirksam erwiesen [2]. Neuere Therapieansätze zielen auf die Blockade spezifischer Rezeptoren oder Botenstoffe ab. So könnte ein PAR1-Blocker als Grundlage für Cremes oder Tabletten bei juckenden Hauterkrankungen dienen, die mit einem Ungleichgewicht des Hautmikrobioms einhergehen [6]. Auch Dupilumab, ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, ist mittlerweile für die Therapie der chronischen Prurigo zugelassen und bietet vielen Betroffenen neue Hoffnung auf Linderung ihrer Beschwerden [7].

Ernährung als Teil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts bei chronischen Hautveränderungen

Die Behandlung bei chronischer Prurigo erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Während medikamentöse Therapien wie Dupilumab oder andere Wirkstoffe wie Nemolizumab und Nalbuphin wichtige Säulen der Behandlung darstellen, solltest du die Ernährung als ergänzende Maßnahme nicht unterschätzen [6]. Eine gesunde Ernährung kann sich günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken und die Wirksamkeit konventioneller Therapien unterstützen.

Ein individueller Ernährungsplan sollte Teil deines Therapiekonzepts sein. Da nur bei etwa einem Fünftel der Menschen, die glauben, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, dies tatsächlich zutrifft, kann eine ärztliche Abklärung von Unverträglichkeiten sinnvoll sein. Ein Ernährungstagebuch kann dir helfen, persönliche Auslöser zu identifizieren und zu meiden. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Möglichkeit, deine Ernährung als unterstützende Maßnahme in dein Behandlungskonzept zu integrieren. Gemeinsam könnt Ihr einen Plan entwickeln, der auf deine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist und dir hilft, die stark juckenden Hautveränderungen zu lindern und deine Lebensqualität zu verbessern.

Welche Lebensmittel können Symptome verbessern oder verschlechtern?

Das Leben mit einer chronischen Prurigo stellt dich täglich vor Herausforderungen. Der chronische Juckreiz und die charakteristischen Knötchen können deinen Alltag stark beeinträchtigen und zu erheblicher seelischer Belastung führen. Während die medizinische Therapie die Grundlage der Behandlung bildet, spielt bei chronischen Hauterkrankungen wie der chronischen Prurigo auch die Ernährung eine wichtige unterstützende Rolle. Was du isst, kann Entzündungsprozesse in deinem Körper entweder fördern oder hemmen – und damit direkten Einfluss auf die Intensität deines Pruritus nehmen.

Entzündungsfördernde Lebensmittel, die die Symptome der chronischen Prurigo verschlimmern können

Bei chronischer Prurigo reagiert dein Körper mit verstärkten Entzündungsreaktionen, die den Juckreiz intensivieren und zum Kratzen verleiten. Bestimmte Nahrungsmittel können diese Entzündungsprozesse zusätzlich verstärken und damit den Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen verschlimmern. Ähnlich wie bei anderen Hauterkrankungen wie Psoriasis können Ernährungsfaktoren die Schwere der Erkrankung maßgeblich beeinflussen [7].

Zu den Lebensmitteln, die du bei chronischer Prurigo besser meiden solltest, gehören:

  • Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index: Weißmehlprodukte, Süßigkeiten und stark verarbeitete Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und können Entzündungsreaktionen fördern
  • Milchprodukte: Besonders bei Menschen mit Unverträglichkeiten können sie Entzündungen verstärken und die Hautbarriere beeinträchtigen
  • verarbeitete Lebensmittel: Fertigprodukte mit künstlichen Zusatzstoffen, Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern
  • Alkohol: Kann Entzündungen fördern und die Hautbarriere schwächen
  • Nahrungsmittel mit hohem Natriumgehalt: Eine erhöhte Natriumzufuhr könnte die Hautreaktionen verstärken

Besonders auf den Streckseiten der Arme und Beine, wo die chronische Prurigo häufig auftritt, können sich die Hautveränderungen durch ungünstige Ernährung verschlimmern. Studien zeigen, dass ähnlich wie bei Akne hauptsächlich Milchprodukte und Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index die Beschwerden verstärken können [8]. Diese Lebensmittel regen die Produktion von entzündungs- und juckreizfördernden Botenstoffen an, die den chronischen Juckreiz intensivieren.

Entzündungshemmende Ernährung zur Linderung von Juckreiz und Hautveränderungen

Eine entzündungshemmende Ernährung kann die Therapie der chronischen Prurigo wirksam unterstützen und den Juckreiz reduzieren. Durch die richtige Lebensmittelauswahl kannst du die Ausschüttung entzündungsfördernder Substanzen verringern und so die Intensität deiner Beschwerden mindern.

Folgende Lebensmittel können bei Menschen mit chronsicher Prurigo sinnvoll sein:

  • Gewürze mit entzündungshemmender Wirkung: Kurkuma, Ingwer und Zimt können Entzündungsprozesse hemmen
  • Omega-3-reiche Lebensmittel: Fettreiche Kaltwasserfische (Lachs, Makrele, Hering), Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse wirken natürlich entzündungshemmend
  • ballaststoffreiche Kost: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse fördern die Bildung kurzkettiger Fettsäuren im Darm, die laut zahlreichen Studien dazu beitragen können, allergische Reaktionen zu vermindern und zu verhindern
  • antioxidantienreiche Lebensmittel: Buntes Obst und Gemüse (Beeren, Brokkoli, Paprika) schützen vor oxidativem Stress
  • probiotische Lebensmittel: Naturjoghurt, Kefir und fermentierte Speisen unterstützen eine gesunde Darmflora, was sich positiv auf Hauterkrankungen auswirken kann

Nahrungsmittelallergien erkennen und klinisch relevante Zusammenhänge verstehen

Allergien und Unverträglichkeiten können die Symptome der chronsichen Prurigo erheblich verschlimmern. Nach einer US-amerikanischen Studie glaubt annähernd jeder Fünfte, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden – bei mehr als der Hälfte davon ist dies auch tatsächlich der Fall [9]. Bei chronischer Prurigo ist es daher besonders wichtig, mögliche Zusammenhänge zwischen deiner Ernährung und dem Auftreten von Beschwerden zu erkennen.

Um deine persönlichen Juckreiz-Auslöser zu identifizieren, empfehle ich dir folgende Vorgehensweise:

  1. führe ein Ernährungstagebuch: Notiere täglich, was du isst und wie sich dein Juckreiz und deine Hautveränderungen entwickeln
  2. Eliminationsdiät unter ärztlicher Begleitung: Verzichte probeweise auf verdächtige Lebensmittel und führe sie nach und nach wieder ein
  3. Allergietests in Betracht ziehen: Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Möglichkeit, Nahrungsmittelallergien durch Tests abklären zu lassen
  4. auf Kreuzreaktionen achten: Manche Menschen mit Pollenallergien reagieren auch auf bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Äpfel bei Birkenpollenallergie)
  5. psychischen Stress reduzieren: Stress kann Allergien verstärken – Entspannungstechniken wie autogenes Training können hilfreich sein

Die Ursache der chronischen Prurigo ist noch nicht vollständig geklärt, aber bei manchen Betroffenen kann sie auch kontaktallergischer Ursache sein. Eine individuell angepasste Ernährung, die deine persönlichen Unverträglichkeiten berücksichtigt, kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung deiner Beschwerden leisten. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt oder einer Ernährungsberatung über einen auf dich zugeschnittenen Ernährungsplan, der deine Behandlungsmöglichkeiten optimal ergänzt und deine Lebensweise verbessert.

Referenzen

[1] https://www.springermedizin.de/chronische-prurigo/pruritus/eine-unerwartete-entdeckung-bei-einer-patientin-mit-chronischer-/24617378

  • „Die CPG (zuvor als Prurigo nodularis bezeichnet) ist eine chronische Dermatose, die verschiedene Ursachen haben kann, in vielen Fällen bleibt die zugrunde liegende Ätiologie jedoch ungeklärt.“

[2] https://www.netdoktor.de/news/neurodermitis-wie-bakterien-schweren-juckreiz-ausloesen/

  • „Bisher ging man davon aus, dass der Juckreiz, der bei Ekzemen und Neurodermitis auftritt, durch die begleitende Entzündung der Haut verursacht wird.“
  • „Das Bakterium sei bei fast allen Patienten mit Neurodermitis zu finden. Denn bei ihnen gerät das gesunde Mikrobiom der Haut oft aus dem Gleichgewicht, sodass Staphylococcus aureus besonders gut gedeihen könne“

[3] https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/dermatitis/lichen-simplex-chronicus

  • “Kratzen oder Reiben führt zu weiterem Juckreiz und dann zu weiterem Kratzen und/oder Reiben, wodurch ein Teufelskreis entsteht (Juck-Kratz-Zyklus).”

[4] https://www.gelbe-liste.de/dermatologie/nachrichten-dermatologie

  • „Eine niedrige Natriumzufuhr als präventive Maßnahme bei atopischer Dermatitis?“

[5] https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/fettsaeuren-allergie

  • „Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass kurzkettige Fettsäuren dazu beitragen könnten, Allergien zu therapieren oder gar zu verhindern.“

[6] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/dupilumab-bei-eosinophiler-oesophagitis-zugelassen-138424/

  • “Dupilumab hemmt die Signalgebung der Interleukine 4 und 13.”

[7] https://www.gelbe-liste.de/dermatologie/psoriasis-ernaehrung

  • „Ernährungsfaktoren beeinflussen die Schwere der Psoriasis.“

[8] https://www.gelbe-liste.de/dermatologie/nahrungsmittel-akne-therapie

  • „Hauptsächlich Milchprodukte und Nahrungsmittel, die einen hohen glykämischen Index aufweisen, fördern die Akne.“

[9] . http://gelbe-liste.de/dermatologie/nahrungsmittelallergie-erwachsene

  • „Nach einer US-amerikanischen Studie glaubt annähernd jeder Fünfte, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Bei mehr als der Hälfte davon ist dies auch tatsächlich der Fall.”

Chronische Prurigo: Ursachen und Auslöser der chronischen Hautkrankheit

Was ist eine chronische Prurigo und wodurch entsteht sie?

Die chronische Prurigo ist eine chronische Hauterkrankung, die durch stark juckende Knötchen gekennzeichnet ist. Sie entsteht häufig durch einen Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen. Der anfängliche Juckreiz wird oft durch andere Erkrankungen ausgelöst, und das wiederholte Kratzen führt zur Bildung der typischen Hautknötchen. Diese Erkrankung kann deine Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, besonders wenn nächtlicher Juckreiz zu Schlafstörungen führt.

Welche Grunderkrankungen können eine chronische Prurigo auslösen?

Verschiedene systemische Erkrankungen können eine chronische Prurigo begünstigen. Dazu zählen Lebererkrankungen, bei denen erhöhte Gallensäuren im Blut juckreizauslösend wirken können, sowie hämatologische Erkrankungen. Auch primäre Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder atopisches Ekzem erhöhen das Risiko. Menschen mit Atopie sind besonders anfällig für die Entwicklung dieser chronischen Hauterkrankung, da sie bereits eine Prädisposition für Juckreiz haben.

Wie funktioniert der Juck-Kratz-Zyklus bei chronischer Prurigo?

Der Juck-Kratz-Zyklus beginnt mit einem anfänglichen Juckreiz, der zum Kratzen verleitet. Das fortwährende Kratzen schädigt deine Haut und führt zu Entzündungen, die wiederum den Juckreiz verstärken. Durch regelmäßiges Kratzen an derselben Stelle verdickt sich die Haut als Schutzreaktion, was zur Bildung der typischen Knoten führt. Dieser Teufelskreis entwickelt sich oft zu einem täglichen Ritual mit unbewusstem Kratzverhalten.

Welche Rolle spielen Bakterien und das Immunsystem bei chronischer Prurigo?

Bakterielle Infektionen, besonders durch Staphylococcus aureus, können eine chronische Prurigo verschlimmern. Diese Bakterien lösen eine molekulare Kettenreaktion aus, die zu starkem Juckreiz führt. Gleichzeitig spielt dein Immunsystem eine entscheidende Rolle: Botenstoffe wie die Interleukine 4, 13 und 31 aktivieren Nervenzellen in der Haut und verstärken das Juckreizempfinden. Diese komplexe Wechselwirkung zwischen Immunsystem und Nervensystem hält die Erkrankung aufrecht.

Welche modernen Behandlungsansätze gibt es für die chronische Prurigo?

Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, den Juck-Kratz-Zyklus zu durchbrechen. Ein vielversprechender Ansatz ist Dupilumab, ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, der für die Therapie der chronischen Prurigo zugelassen ist. Dieses Medikament blockiert die Signalwege von IL-4 und IL-13, zwei wichtigen entzündungs- und juckreizfördernden Botenstoffen. Auch andere Wirkstoffe wie Thalidomid, Immunsuppressiva und Calcineurininhibitoren können in manchen Fällen zur Linderung beitragen.

Wie verändert sich das Nervensystem bei chronischem Juckreiz?

Bei chronischem Juckreiz kommt es zu neurologischen Veränderungen. Die Nervenzellen von Menschen mit dieser Erkrankung sind stärker verzweigt als bei gesunden Personen. Durch die permanente Aktivierung durch Botenstoffe und Entzündungszellen sprießen immer mehr Nervenverzweigungen. Diese Veränderungen führen zu einer Sensibilisierung deines Nervensystems, wodurch selbst leichte Reize, die normalerweise keinen Juckreiz auslösen würden, starke Juckreizempfindungen hervorrufen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine chronische Prurigo entsteht durch einen Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen, der oft durch andere Grunderkrankungen ausgelöst wird und zu charakteristischen, stark juckenden Hautknötchen führt.
  • Systemische Erkrankungen wie Leberprobleme und hämatologische Erkrankungen können eine chronische Prurigo begünstigen, indem sie chronischen Juckreiz verursachen, der deine Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis erhöhen das Risiko für eine chronische Prurigo, wobei bestimmte Botenstoffe (Interleukine 4, 13 und 31) eine zentrale Rolle bei der Entstehung des Juckreizes spielen.
  • Bakterielle Infektionen, besonders mit Staphylococcus aureus, können den Juckreiz verstärken und eine molekulare Kettenreaktion auslösen, die den Zustand verschlimmert.
  • Neue Behandlungsansätze wie Dupilumab, ein Interleukin-4-Rezeptor-Antikörper, und Nemolizumab, ein Interleukin-31-Rezeptor-Antikörper,  bieten vielversprechende Therapieoptionen, indem sie als Biologika gezielt in die immunologischen Prozesse eingreifen und den Juck-Kratz-Zyklus durchbrechen.

Grundlegende Ursachen der einer chronischen Prurigo Erkrankung

Die chronische Prurigo ist eine chronische Hauterkrankung, die durch stark juckende Knötchen gekennzeichnet ist und deine Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Die genauen Ursachen dieser seltenen entzündlichen Hauterkrankung sind komplex und nicht immer eindeutig zu bestimmen. In vielen Fällen bleibt die zugrunde liegende Ätiologie sogar ungeklärt [1]. Was wir jedoch wissen: Eine chronische Prurigo entsteht häufig durch andauerndes Kratzen bei Juckreiz, der ursprünglich durch andere Erkrankungen ausgelöst wurde [2]. Der chronische Juckreiz ist dabei nicht nur ein quälendes Symptom, sondern auch ein wichtiges Warnsignal für möglicherweise ernstere gesundheitliche Probleme [3]. Besonders herausfordernd ist, dass meist nicht nur eine einzelne Erkrankung, sondern verschiedene Faktoren zusammenwirken und den Pruritus verursachen oder verstärken [3].

Systemische Erkrankungen als Auslöser für juckende Knötchen

Wenn du unter einer chronischen Prurigo leidest, können verschiedene systemische Erkrankungen die Ursache sein. Besonders internistische Erkrankungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Hautveränderungen. Der Juckreiz, der durch diese Grunderkrankungen ausgelöst wird, führt durch wiederholtes Kratzen zu den typischen knötchenartigen Hautveränderungen.

Zu den systemischen Erkrankungen, die eine chronsiche Prurigo begünstigen können, zählen unter anderem Lebererkrankungen. Bei bestimmten Lebererkrankungen können erhöhte Gallensäuren im Blut auftreten, die direkt auf der Haut Juckreiz auslösen können. Auch hämatologische Erkrankungen können mit chronischem Pruritus und der Entwicklung von chronischer Prurigo in Verbindung stehen. Interessanterweise gibt es sogar Fallberichte, die einen Zusammenhang zwischen Ovarialkarzinomen und der Entwicklung dieser Hauterkrankung beschreiben.

Der chronische Pruritus, der mit diesen systemischen Erkrankungen einhergeht, kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei moderaten bis schweren Formen belastet er die Betroffenen erheblich und kann die Lebensqualität deutlich reduzieren [4]. Besonders quälend ist nächtlicher Juckreiz, der zu Schlafstörungen führt und in der Folge Müdigkeit, Abgeschlagenheit und sogar Depressionen verursachen kann [4]. Daher ist es wichtig, bei anhaltenden Symptomen ärztlichen Rat einzuholen, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.

Neurodermitis und andere Hauterkrankungen als Risikofaktoren

Neben systemischen Erkrankungen können auch primäre Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder atopisches Ekzem das Risiko für die Entwicklung einer chronischen Prurigo erhöhen. Menschen mit Atopie oder atopischer Dermatitis sind aufgrund ihrer Prädisposition für Juckreiz besonders anfällig für die Entwicklung dieser chronischen Hauterkrankung [5]. Der bei diesen Erkrankungen auftretende Juckreiz kann den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen in Gang setzen, der letztendlich zur Bildung der charakteristischen Läsionen führt.

Bei entzündlichen Hauterkrankungen spielen bestimmte Botenstoffe eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Juckreiz. Besonders die Interleukine (IL) 4, 13 und 31 sind bei pruritischen Erkrankungen von großer Bedeutung. Diese Entzündungs- und juckreizfördernden Botenstoffe aktivieren Nervenzellen in der Haut und verstärken das Juckreizempfinden. Zudem kann die Hautbarriere gestört sein, was die Haut anfälliger für Reize und Infektionen macht. Bakterien wie Staphylococcus aureus können dann eine molekulare Kettenreaktion auslösen, die zu unerträglichem Juckreiz führt [6]. Dies erklärt, warum Hautinfektionen die Symptome von chronischer Prurigo oft verschlimmern können.

Medikamente und ihre Rolle bei der chronsichen Prurigo Symptomatik

Bestimmte Medikamente können ebenfalls Juckreiz auslösen oder verstärken und dadurch zur Entwicklung von chronsicher Prurigo beitragen. Substanzen wie Opioide können direkt pruritogen wirken oder die Wirkung anderer juckreizvermittelnder Faktoren verstärken [2]. Es ist daher wichtig, bei der Diagnose einer chronsichen Prurigo auch die Medikamentenanamnese zu berücksichtigen.

Interessanterweise können einige Medikamente, die für andere Zwecke entwickelt wurden, auch bei der Behandlung von chronsicher Prurigo wirksam sein. Dupilumab, ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, ist mittlerweile für die Therapie der chronischen Prurigo zugelassen und bietet vielen Betroffenen neue Hoffnung auf Linderung ihrer Beschwerden [7]. Auch Thalidomid hat sich beispielsweise bei einigen juckreizassoziierten Dermatosen als wirksam erwiesen [2]. Neuere Therapieansätze zielen auf die Blockade spezifischer Rezeptoren oder Botenstoffe ab. So könnte ein PAR1-Blocker als Grundlage für Cremes oder Tabletten bei juckenden Hauterkrankungen dienen, die mit einem Ungleichgewicht des Hautmikrobioms einhergehen [6].

Der Juck-Kratz-Zyklus: Wie Pruritus zur Hautkrankheit führt

Bei der chronischen Prurigo spielt der sogenannte Juck-Kratz-Zyklus eine entscheidende Rolle. Dieser Teufelskreis beginnt mit einem anfänglichen Juckreiz, der zum Kratzen verleitet. Das fortwährende oder starke Kratzen schädigt die Haut, wodurch Entzündungen aufrechterhalten oder verstärkt werden. Diese Entzündungen fördern wiederum den Juckreiz, was zu weiterem Kratzen führt. So entsteht ein Circulus vitiosus, der sich häufig zu einem täglichen Ritual mit automatischem oder unbewusstem Kratzverhalten entwickelt [8]. Besonders bei Menschen mit chronsicher Prurigo ist dieser Mechanismus stark ausgeprägt und führt zu den charakteristischen Hautveränderungen.

Wie Kratzen die Haut verändert und den Juckreiz verstärkt

Wiederholtes Kratzen spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung der juckenden Knoten bei der chronischen Prurigo. Wenn du regelmäßig an derselben Stelle kratzt, verdickt sich die Haut als Schutzreaktion. Diese Verdickung führt zur Bildung der typischen knotenartige Hautveränderungen, die besonders häufig an den Streckseiten der Arme und Beinen auftreten. Die Läsionen können sich im Laufe der Zeit verändern und zu atrophen Hautbereichen, Einrissen und sogar Depigmentierungen führen.

Der chronische Juckreiz und das wiederholte Kratzen führen nicht nur zu sichtbaren Hautveränderungen, sondern auch zu neurologischen Veränderungen. Die Nervenzellen von Menschen mit chronischem Juckreiz sind viel stärker verzweigt als bei gesunden Personen. Weil die Neuronen permanent von Botenstoffen und Entzündungszellen aktiviert werden, sprießen immer mehr Verzweigungen [7]. Diese Veränderungen führen zu einer Sensibilisierung des Nervensystems, wodurch die Reizschwelle für Juckreiz sinkt [7]. Das bedeutet: Selbst leichte Reize, die normalerweise keinen Juckreiz auslösen würden, können bei Betroffenen starke Juckreizempfindungen hervorrufen.

Durch diesen Sensibilisierungsprozess reagierst du möglicherweise überempfindlich auf leichte Reize, die normalerweise keinen Juckreiz auslösen. Dieses Phänomen wird als Alloknesis bezeichnet und ist vergleichbar mit dem unangenehmen Gefühl, das viele Menschen verspüren, wenn ein Wollpullover auf ihrer Haut reibt [6]. Diese hyperaktive Reaktion tritt häufig bei Menschen mit chronisch juckenden Hauterkrankung wie chronsicher Prurigo auf und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Wenn Bakterien den Juckreiz verstärken: Infektionen als Risikofaktor bei chronsicher Prurigo

Bakterielle Infektionen können eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung bei chronischer Prurigo spielen. Besonders Staphylococcus aureus kann den Juckreiz im Alleingang verursachen, indem es eine molekulare Kettenreaktion in Gang setzt, die zu unerträglichem Juckreiz führt. Durch das wiederholte Kratzen entstehen kleine Verletzungen in der Haut, die eine Eintrittspforte für Bakterien darstellen. Diese Hautschäden können sich zunehmend ausbreiten und den Zustand verschlimmern.

Interessanterweise könnte der durch Staphylococcus aureus verursachte starke Juckreiz dem Keim einen Überlebensvorteil bieten. Wissenschaftler:innen vermuten, dass der Juck-Kratz-Zyklus die Ausbreitung der Mikroben auf entfernte Körperstellen und auf nicht infizierte Personen ermöglichen könnte [6]. Dies erklärt, warum die Behandlung von bakteriellen Infektionen ein wichtiger Bestandteil der chronsichen Prurigo Therapie sein kann. Künftig könnten spezielle PAR1-Blocker als Grundlage von Cremes oder Tabletten bei juckenden Hauterkrankung dienen, die mit einem Ungleichgewicht des Hautmikrobioms einhergehen, wie es bei Prurigo nodularis der Fall ist.

Immunsystem und Entzündungsprozesse bei chronischem Juckreiz

Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von chronischer Prurigo. Bei dieser seltenen entzündlichen Hautkrankheit kommt es zu komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Immunsystem und dem Nervensystem. Die Interaktion zwischen kutanen Nervenendigungen und umliegenden Zellen wird durch verschiedene Botenstoffe vermittelt, darunter Zytokine und Chemokine sowie deren Rezeptoren [8]. Diese Mediatoren sind nicht nur für die Auslösung von Juckreiz verantwortlich, sondern auch für die Entstehung von Entzündungsreaktionen.

Besonders relevant sind die Interleukine (IL) 4, 13 und 31, die bei entzündlichen juckreizfördernden Prozessen eine zentrale Rolle spielen [8]. Diese Botenstoffe aktivieren spezifische Rezeptoren auf Nervenzellen und verstärken dadurch das Juckreizempfinden. Gleichzeitig fördern sie Entzündungsreaktionen in der Haut, die wiederum den Juckreiz verstärken können. Die freien Nervenendigungen in der Epidermis setzen zudem Neuropeptide wie Substanz P und Calcitonin-gene related peptide (CGRP) frei [8]. Diese Neuropeptide können Mastzellen zur Freisetzung von Histamin anregen, was den Juckreiz weiter verstärkt.

Neben Histamin gibt es mittlerweile andere bekannte Mediatoren, die direkt an den Nervenfasern Juckreiz auslösen können, darunter Vanilloide wie Capsaicin, Tryptase, Interleukin 6 oder Endothelin [3]. Auch Prostaglandine und Bradykinin können die Nervenfasern sensibilisieren und die Empfindlichkeit der Nervenfasern gegenüber Histamin erhöhen [3]. Dies erklärt, warum Antihistaminika bei vielen Menschen mit chronischer Prurigo nur begrenzt wirksam sind, da Histamin bei dieser Krankheit oft nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Therapie: Dupilumab und andere Behandlungsansätze

Die Behandlung einer chronischen Prurigo zielt in erster Linie darauf ab, den Juck-Kratz-Zyklus zu durchbrechen und die Linderung des Juckreizes zu erreichen. In den letzten Jahren wurden neue Therapieoptionen entwickelt, die gezielt auf die immunologischen Prozesse einwirken, die bei dieser Krankheit eine Rolle spielen. Besonders vielversprechend sind dabei Biologika, die spezifische Botenstoffe oder deren Rezeptoren blockieren.

Dupilumab, ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, ist mittlerweile für die Therapie der chronischen Prurigo zugelassen. Dieses Biologikum blockiert die Signalwege von IL-4 und IL-13, zwei wichtigen entzündungs- und juckreizfördernden Botenstoffen. Dadurch kann es den chronischen Juckreiz lindern und die Bildung neuer Knoten auf der Haut verhindern. Neben Dupilumab haben sich auch andere Wirkstoffe als hilfreich erwiesen. Thalidomid beispielsweise hat sich bei einigen juckreizassoziierten Dermatosen als wirksam gezeigt. Auch Immunsuppressiva und Calcineurininhibitoren können in manchen Fällen zur Linderung beitragen. Bei einer chronischen Prurigo, deren genauen Ursachen nicht vollständig geklärt sind, kann eine Kombination verschiedener Behandlungsansätze notwendig sein, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Referenzen

[1] https://www.springermedizin.de/chronische-prurigo/pruritus/eine-unerwartete-entdeckung-bei-einer-patientin-mit-chronischer-/24617378

  • „Die CPG (zuvor als Prurigo nodularis bezeichnet) ist eine chronische Dermatose, die verschiedene Ursachen haben kann, in vielen Fällen bleibt die zugrunde liegende Ätiologie jedoch ungeklärt.“

[2] https://www.aerzteblatt.de/archiv/juckreiz-eine-diagnostische-und-therapeutische-crux-74d58b23-377f-4bee-93b4-63815611fddf

  • „Prurigoerkrankungen […] entstehen häufig durch andauerndes Kratzen bei Juckreiz durch internistische Erkrankungen.“
  • „Substanzen, wie Opioide, können ebenfalls Juckreiz induzieren oder Stimuli potenzieren, die pruritogen wirken können“
  • „Thalidomid hat sich bei einigen Hauterkrankungen als wirksam erwiesen, insbesondere auch bei juckreizassoziierten Dermatosen, wie Prurigo nodularis“

[3] https://www.aerzteblatt.de/archiv/chronischer-pruritus-eine-interdisziplinaere-diagnostische-und-therapeutische-herausforderung-0f29d73c-a321-4414-b0f8-67bd6030b2f5

  • „Chronischer, generalisierter oder lokalisierter Pruritus ist ein Warnsymptom für eine zugrunde liegende Erkrankung.“
  • „Häufig besteht nicht nur eine Erkrankung, sondern verschiedene Kofaktoren treffen zusammen und verursachen oder begünstigen Pruritus.“
  • „Histamin galt lange als einziger Mediator, der direkt pruritogen an den Nozizeptoren wirkt. Mittlerweile sind andere Mediatoren beschrieben worden, die direkt an den Nervenfasern Pruritus auslösen können, unter anderem Vanilloide wie Capsaicin, Tryptase, Interleukin 6 oder Endothelin“
  • „Prostaglandine und Bradykinin sensibilisieren die Nervenfasern und erniedrigen die Reizschwelle für Histamin.“

[4] https://www.springermedizin.de/hauterscheinungen-bei-internistischen-krankheiten/pruritus/systemischer-pruritus-was-gibt-es-neues-in-diagnostik-und-therap/23223734

  • „Chronischer Pruritus kann mild und tolerabel sein, aber auch moderate bis schwere Formen annehmen. Moderate bis schwerwiegende Intensitäten belasten die betroffenen Patienten häufig sehr und können deren Lebensqualität deutlich reduzieren.“
  • „Vor allem quälender nächtlicher Pruritus kann gravierenden Schlafmangel verursachen, der Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Depression und sogar Selbstmordgedanken zur Folge haben kann.“

[5] https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/dermatitis/lichen-simplex-chronicus

  • „Patienten mit Atopie oder atopischer Dermatitis sind aufgrund ihrer Prädisposition für Juckreiz besonders anfällig.“

[6] https://www.netdoktor.de/news/neurodermitis-wie-bakterien-schweren-juckreiz-ausloesen/schweren-juckreiz-ausloesen/

  • „Staphylococcus aureus verursacht den Juckreiz demnach im Alleingang, indem es eine molekulare Kettenreaktion in Gang setzt, die zu unerträglichem Juckreiz führt.“
  • „Künftig könnte der PAR1-Blocker als Grundlage von Cremes oder Tabletten bei juckenden Hauterkrankungen dienen, die mit einem Ungleichgewicht des Hautmikrobioms einhergehen. Dazu gehören neben Neurodermitis auch Psoriasis und Prurigo nodularis.“
  • „Außerdem reagierten Tiere auch überempfindlich auf leichte Reize, die normalerweise keinen Juckreiz auslösen. Das sei vergleichbar mit dem Gefühl, das viele Menschen verspüren, wenn ein Wollpullover auf ihrer Haut reibt. Diese hyperaktive Reaktion nennt man in der Medizin Alloknesis. Sie tritt häufig bei Patienten und Patientinnen mit chronisch juckenden Hauterkrankungen auf.“
  • „Dass Staphylococcus aureus starken Juckreiz verursacht, könnte dem Keim einen Überlebensvorteil bieten, mutmaßen die Forschenden: „Der Juck-Kratz-Zyklus könnte die Ausbreitung der Mikroben auf entfernte Körperstellen und auf nicht infizierte Wirte ermöglichen.“

[7] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2024/11/19/neue-therapieoptionen-bei-chronischem-juckreiz

  • “Hierzu zählt Dupilumab (Dupixent®), ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, der unter anderem für die Therapie der atopischen Dermatitis und der Prurigo nodularis (Dermatose mit juckenden Knötchen) zugelassen ist.”
  • „Die Nervenzellen von Patienten mit chronischem Juckreiz sind viel stärker verzweigt als bei gesunden Menschen. Weil die Neuronen permanent von Botenstoffen und Entzündungszellen aktiviert werden, sprießen immer mehr Verzweigungen.“
  • „Ein Juck-Kratz-Zyklus entsteht und es kommt zu Sensibilisierungsprozessen in der Haut sowie im peripheren und zentralen Nervensystem.“

[8] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/teufelskreis-aus-jucken-und-kratzen/

  • „Fortwährendes oder starkes Kratzen schädigt die Haut, wodurch Entzündungen aufrechterhalten oder verstärkt werden, die wiederum Pruritus fördern. Somit entsteht ein Circulus vitiosus (Juck-Kratz-Zirkel), der nicht selten in einem täglichen Ritual mit automatischem oder unbewusstem Kratzverhalten mündet“
  • „Bei der Interaktion kutaner Nervenendigungen und umliegender Zellen müssen auch Zytokine und Chemokine sowie deren Rezeptoren mit einbezogen werden. In jüngster Zeit haben diese Mediatoren an Bedeutung gewonnen – nicht nur bei der Auslösung von Pruritus, sondern auch bei Entzündungsreaktionen.“
  • „Klinisch besonders relevant sind die Interleukine (IL) 4, 13 und 31, die bei entzündlichen pruritischen Erkrankungen eine zentrale Rolle spielen.“
  • „Diese Neuriten interagieren sehr eng mit epidermalen Keratinozyten sowie Entzündungszellen in der Haut, zum Beispiel Mastzellen. Dabei werden von den freien Nervenendigungen in der Epidermis Neuropeptide wie Substanz P (SP) und Calcitonin-gene related peptide (CGRP) sezerniert.“

Chronische Prurigo

Was ist eine chronische Prurigo und wie äußert sich die Erkrankung?

Chronische Prurigo ist eine seltene, meist schwere chronische Hauterkrankung, die durch stark juckende Knötchen, Knoten oder flächige Verdickungen der Haut gekennzeichnet ist und deine Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Zur chronischen Prurigo gehört als häufigste Form die „noduläre Prurigo“ oder „Prurigo nodularis“, bei der größere Knoten im Vordergrund stehen.

Welche topischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer chronischen Prurigo?

Bei der ersten Behandlungsstufe kommen äußerliche (topische) Therapien zum Einsatz. Besonders wirksam sind hochpotente Kortikosteroide als Salbe oder Creme, die unter Okklusion (Abdeckung mit Plastikfolie) angewendet werden können. Alternativen sind Calcineurininhibitoren wie Tacrolimus oder Vitamin-D-Analoga wie Calcipotriol. Wichtig ist auch die konsequente Hautpflege mit parfümfreien Emollientien statt Seifen. Bei akutem Juckreiz können kühlende Umschläge oder niedrig dosiertes Menthol (unter 5 %) Linderung verschaffen.

Wann kommt eine Phototherapie bei chronischer Prurigo zum Einsatz?

Die Phototherapie wird als zweite Behandlungsstufe eingesetzt, wenn topische Behandlungen allein nicht ausreichend wirken. Diese Lichttherapie nutzt verschiedene Wellenlängen des ultravioletten Lichts, um Entzündungen zu hemmen und den Juckreiz zu lindern. Besonders wirksam ist die Schmalband-UVB-Therapie, die zwei- bis dreimal wöchentlich über zwei bis drei Monate durchgeführt wird. Auch die PUVA-Therapie oder Behandlungen mit monochromatischem Exzimerlicht können gute Ergebnisse erzielen. Die Wirkung tritt meist erst nach mehreren Sitzungen ein.

Welche systemischen Therapien werden bei mittelschwerer bis schwerer chronischer Prurigo angewendet?

Bei stärkeren Krankheitsformen kommen Medikamente zum Einsatz, die im gesamten Körper wirken. Dazu gehören Antihistaminika (oft in Kombination aus nicht-sedierenden am Tag und sedierenden in der Nacht), Gabapentinoide wie Gabapentin oder Pregabalin sowie Immunsuppressiva wie Ciclosporin, Methotrexat oder Azathioprin. Diese Therapien erfordern eine regelmäßige ärztliche Überwachung, da sie mit Nebenwirkungen verbunden sein können. Die Wahl der Behandlung hängt von deinem individuellen Krankheitsbild und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Was sind Biologika und welche Rolle spielen sie bei der Behandlung von chronischer Prurigo?

Biologika sind innovative Medikamente, die gezielt in das Immunsystem eingreifen. Seit 2022 ist mit Dupilumab (Dupixent®) das erste Biologikum für chronische Prurigo zugelassen. Es blockiert die Signalübertragung von IL-4 und IL-13, zwei wichtigen Botenstoffen bei der Erkrankung. Die Anwendung erfolgt durch Injektionen alle zwei Wochen. Ein weiteres Biologikum ist Nemolizumab (Nemluvio), das seit 2025 verfügbar ist und den IL-31-Rezeptor hemmt, der maßgeblich am Juckreiz beteiligt ist. Diese modernen Therapien können den Juckreiz deutlich reduzieren – bei manchen Betroffenen verschwindet er sogar vollständig.

Wie können die neuen Therapien meine Lebensqualität verbessern?

Die innovativen Biologika-Therapien haben einen erheblichen Einfluss auf deine Lebensqualität. Durch die Reduktion des quälenden Juckreizes verbessern sich oft auch Schlafqualität, soziale Beziehungen und die Fähigkeit, alltäglichen Aktivitäten nachzugehen. In Studien mit Nemolizumab konnten bis zu 58 % der Behandelten ihren Juckreiz deutlich reduzieren, bei etwa 30 % verschwand er sogar vollständig. Ergänzend können unterstützende Maßnahmen wie das Tragen von Baumwollkleidung, kühlende Umschläge und bei Bedarf eine psychosomatische Therapie dazu beitragen, dein Kratzverhalten zu reduzieren und deine Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Wie lange muss ich die Therapie fortsetzen und was passiert nach dem Absetzen?

Die Behandlungsdauer hängt von deinem individuellen Krankheitsverlauf ab. Bei Biologika wie Dupilumab oder Nemolizumab ist eine regelmäßige Anwendung wichtig, da Studien gezeigt haben, dass die Symptome nach Therapieende zurückkehren können. Experten empfehlen, die Therapie mindestens so lange fortzusetzen, bis alle Hautläsionen abgeheilt sind. Bei Nemolizumab ist eine Gabe alle 4 Wochen nötig, während bei Dupilumab alle 2 Wochen injiziert wird. Deine Ärztin oder dein Arzt wird den Behandlungsverlauf regelmäßig überprüfen und die Therapie entsprechend anpassen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die chronische Prurigo ist eine chronische Hauterkrankung mit starkem Juckreiz und knotigen Hautveränderungen, die nach einem abgestuften Therapiekonzept behandelt wird – von topischen Mitteln bis zu systemischen Medikamenten.
  • Topische Behandlungen wie hochpotente Kortikosteroide, Calcineurininhibitoren und konsequente Hautpflege bilden die erste Therapiestufe und können den Juckreiz-Kratz-Zyklus durchbrechen.
  • Bei mittelschweren bis schweren Formen kommen systemische Therapien zum Einsatz, darunter Antihistaminika, Gabapentinoide und Immunsuppressiva, die den Juckreiz und die Entzündungsprozesse im gesamten Körper bekämpfen.
  • Seit 2022 steht mit Dupilumab der erste zugelassene Antikörper für die chronische Prurigo zur Verfügung, der bei fast 60 % der Betroffenen innerhalb von 24 Wochen zu einer erheblichen Verbesserung führt.
  • Nemolizumab, seit 2025 verfügbar, blockiert gezielt den IL-31-Rezeptor („Juckreiz-Zytokin“) und zeigt eine schnelle Wirkung – viele Betroffene berichten bereits innerhalb der ersten Woche von einer deutlichen Linderung des Juckreizes.

Umfassende Therapiemöglichkeiten bei einer chronischen Prurigo

Die chronische Prurigo ist eine chronische Hauterkrankung, die durch extrem starken Juckreiz und charakteristische Hautveränderungen in Form von knotigen Läsionen gekennzeichnet ist. Der ständige Juckreiz führt zu einem Teufelskreis aus Kratzen und weiteren Hautschäden, der die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken kann. Die Therapie dieser entzündlichen Erkrankung erfolgt nach einem abgestuften Konzept gemäß der S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus [1]. Ziel aller Behandlungsansätze ist es, den Juckreiz-Kratz-Zyklus zu durchbrechen und die Abheilung der Hautläsionen zu fördern. Je nach Schweregrad der Erkrankung kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten zum Einsatz – von äußerlichen Behandlungen bis hin zu systemischen Medikamenten, die auf das Immunsystem einwirken.

Topische Therapieansätze zur Behandlung bei chronischer Prurigo

Bei der Behandlung einer chronische Prurigo bilden topische Therapien die erste Stufe des Behandlungskonzepts. Diese äußerlichen Anwendungen zielen darauf ab, den Juckreiz zu lindern und die Entzündung zu hemmen. Besonders wirksam sind hochpotente topische Kortikosteroide, die als Salbe oder Creme auf die betroffenen Hautareale aufgetragen werden [2]. Sie reduzieren die Entzündung in der Haut und können den quälenden Juckreiz deutlich verringern. Für eine optimale Wirksamkeit empfiehlt sich die Anwendung unter Okklusion – dabei wird der behandelte Bereich mit Plastikfolie abgedeckt und über Nacht belassen [3].

Eine Alternative zu Kortikosteroiden stellen Calcineurininhibitoren wie Tacrolimus dar. Diese Wirkstoffe haben ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften, enthalten jedoch keine Steroide und eignen sich daher besonders für eine längerfristige Anwendung [2]. Studien zeigen, dass Pimecrolimus 1% ähnlich wirksam sein kann wie Hydrocortison und sich gut für eine Langzeittherapie eignet [3]. Auch Vitamin-D-Analoga wie Calcipotriol können bei der topischen Behandlung zum Einsatz kommen und zeigen teilweise sogar eine bessere Wirksamkeit als bestimmte Kortikosteroide [3].

Neben diesen medikamentösen Ansätzen spielt die konsequente Hautpflege eine entscheidende Rolle. Verwende statt Seifen und Duschgels lieber parfümfreie Emollientien, die die Hautbarriere stärken und vor Austrocknung schützen [2]. Bei akutem Juckreiz können kühlende Maßnahmen wie feuchte Umschläge oder im Kühlschrank aufbewahrte Pflegeprodukte Linderung verschaffen. Auch niedrig dosiertes Menthol (unter 5%) kann den Juckreiz reduzieren, indem es die Reizschwelle für Juckreiz erhöht [3]. Diese einfachen Maßnahmen können dir helfen, den Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen zu durchbrechen.

Phototherapie als wirksame Behandlungsmethode bei chronischer Prurigo

Wenn topische Behandlungen allein nicht ausreichend wirksam sind, stellt die Phototherapie eine wichtige zweite Behandlungsstufe dar. Diese Lichttherapie nutzt verschiedene Wellenlängen des ultravioletten Lichts, um entzündliche Prozesse in der Haut zu hemmen und den chronischen Juckreiz zu lindern. Für die Behandlung bei chronischer Prurigo haben sich mehrere Formen der Phototherapie als wirksam erwiesen: die PUVA-Therapie (Psoralen plus UVA-Licht), die Schmalband-UVB-Therapie und die Behandlung mit monochromatischem Excimerlicht der Wellenlänge 308 nm [3].

Die Schmalband-UVB-Therapie zeigt bei chronischer Prurigo besonders gute Ergebnisse. Studien belegen eine signifikante Verbesserung der Hautläsionen bei einer durchschnittlichen Dosis von 23,88-26,00 J/cm² [3]. Die Behandlung findet in der Regel zwei- bis dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten statt [2]. Interessanterweise kann ein Excimerlaser sogar wirksamer sein als topische Kortikosteroide wie Clobetasol [3]. Die Phototherapie wird in der Regel ambulant in spezialisierten Hautarztpraxen oder dermatologischen Kliniken durchgeführt. Für dich als Betroffene:r ist es wichtig zu wissen, dass die Wirkung oft erst nach mehreren Sitzungen eintritt und die Behandlung konsequent fortgeführt werden sollte, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen.

Systemische Therapieansätze für mittelschwere bis schwere Erkrankungsformen

Bei mittelschweren bis schweren Formen der chronischen Prurigo oder wenn topische Therapien und Phototherapie nicht ausreichend wirksam sind, kommen systemische Behandlungsansätze zum Einsatz. Diese Medikamente wirken im gesamten Körper und können den chronischen Juckreiz und die Entzündungsprozesse effektiver bekämpfen. Zu den systemischen Therapieoptionen gehören Antihistaminika, Gabapentinoide, Kortikosteroide und Immunsuppressiva [1].

Antihistaminika können den Juckreiz lindern, wobei eine Kombination aus nicht-sedierenden Antihistaminika am Tag und sedierenden Antihistaminika in der Nacht oft empfohlen wird. Eine Kombination aus Fexofenadin und Montelukast hat sich als besonders wirksam erwiesen [3]. Bei starkem Juckreiz können auch Gabapentinoide wie Gabapentin oder Pregabalin zum Einsatz kommen, die ursprünglich zur Behandlung von Nervenschmerzen entwickelt wurden, aber auch bei chronischem Pruritus helfen können.

Für schwere Fälle stehen verschiedene Immunsuppressiva zur Verfügung. Ciclosporin in einer mittleren Dosierung hat in Studien eine klinische Verbesserung und Reduktion des Juckreizes gezeigt [3]. Auch Methotrexat in einer Dosierung von 5 bis 20 mg/kg wöchentlich kann zu einer vollständigen oder teilweisen Remission führen [3]. Weitere Optionen sind Azathioprin und Cyclophosphamid [3]. Bei der Anwendung dieser Medikamente ist jedoch eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, da sie mit potenziell schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden sein können [4]. Für dich als Patient:in ist es wichtig zu wissen, dass diese Therapien in der Regel eine regelmäßige Überwachung durch deine Ärztin oder deinen Arzt erfordern, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Biologika: Innovative Therapie und ihre Wirkung auf Lebensqualität bei chronischer Prurigo

Die chronische Prurigo stellt für Betroffene eine enorme Belastung dar. Lange Zeit gab es kaum zugelassene Medikamente, die gezielt auf die Mechanismen dieser quälenden Hautkrankheit einwirken konnten. Erst seit 2022 steht mit Dupilumab die erste offiziell zugelassene Therapie zur Verfügung [5]. Inzwischen haben Forschende weitere innovative Biologika entwickelt, die das Immunsystem und die Entstehung des chronischen Juckreizes beeinflussen können. Diese modernen Ansätze zielen darauf ab, die Botenstoffe zu blockieren, die für das ständige Jucken und die Bildung der charakteristischen Knötchen verantwortlich sind. Besonders die Interleukine 4, 13 und 31 spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der entzündungs- und juckreizfördernden Botenstoffe.

Dupilumab: Der erste zugelassene Antikörper für die Behandlung bei chronischer Prurigo

Dupilumab markiert einen Meilenstein in der Versorgung von Menschen mit chronischer Prurigo. Als erster zugelassener Antikörper für diese Erkrankung bietet er vielen Betroffenen neue Hoffnung. Dupilumab ist ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, der sowohl für die Therapie der atopischen Dermatitis als auch der chronischen Prurigo(einer Dermatose mit juckenden Knötchen) zugelassen ist [6]. Der Wirkstoff greift gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem ein und unterbricht die Signalübertragung von IL-4 und IL-13, zwei wichtigen Zytokinen, die bei der chronischen Prurigo eine entscheidende Rolle spielen [6].

Die Anwendung von Dupilumab erfolgt durch subkutane Injektionen. Nach einer Anfangsdosis von 600 mg (zwei Injektionen zu je 300 mg) folgen Injektionen mit 300 mg alle zwei Wochen [7]. Diese regelmäßige Anwendung ist wichtig, da Studien gezeigt haben, dass nach Therapieende die Symptome innerhalb eines zwölfwöchigen Nachbeobachtungszeitraums wieder auftreten können [7]. Die Wirksamkeit von Dupilumab ist beeindruckend: Bei fast 60 Prozent der Patienten verbesserte sich der stark juckende Zustand innerhalb von 24 Wochen erheblich, während dies nur bei 19 Prozent unter Placebo der Fall war [7].

Besonders hervorzuheben ist, dass Dupilumab den Juckreizes unabhängig vom atopischen Hintergrund der Patienten verbessert [7]. Gemäß Langzeitdaten kann die Ansprechrate auf die Behandlung sogar bis auf 80 Prozent steigen, und manche Patienten werden sogar beschwerdefrei [7]. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Nasopharyngitis und Kopfschmerz, in einigen Fällen kann auch eine Konjunktivitis auftreten [4]. Für dich als Betroffene:r ist es wichtig zu wissen, dass diese Biologika-Therapie eine regelmäßige Betreuung durch deine Ärztin oder deinen Arzt erfordert, um den Verlauf zu überwachen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Nemolizumab bei chronischem Pruritus

Mit Nemolizumab steht seit 2025 eine weitere innovative Therapieoption für Menschen mit einer chronischen Prurigo zur Verfügung [8]. Dieser Antikörper unterscheidet sich von Dupilumab durch seinen Wirkmechanismus: Er hemmt gezielt den IL-31-Rezeptor, der maßgeblich für den Juckreiz verantwortlich ist [8]. Interleukin-31 wird auch als „Juckreiz“-Zytokin bezeichnet, da es eine Schlüsselrolle bei der Entstehung des quälenden Juckens spielt [8]. Personen mit einer chronischen Prurigo weisen erhöhte IL-31-Spiegel auf, die sensorische Neurone im Hinterhorn des Rückenmarks aktivieren und so den chronischen Juckreiz verstärken [3].

Die Wirksamkeit von Nemolizumab wurde in mehreren klinischen Studien nachgewiesen. In den OLYMPIA-Studien konnten 58,4 % und 56,3 % der Patientinnen und Patienten mit chronischer Prurigo unter Nemolizumab ihren Juckreiz in Woche 16 um 4 oder mehr Punkte reduzieren, verglichen mit nur 16,7 % und 20,9 % in den Placebogruppen [8]. Bemerkenswert ist die schnelle Wirkung: Viele Behandelte berichten bereits innerhalb der ersten Woche von einem Nachlassen des Juckreizes, manchmal sogar schon nach 2 Tagen [8]. Etwa 30 % der Betroffenen verspüren durch die Therapie gar keinen Juckreiz mehr, was zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führt [8].

Die Anwendung von Nemolizumab erfolgt durch subkutane Injektionen von 30 mg alle 4 Wochen [8]. Im Gegensatz zu Patienten mit atopischer Dermatitis, die nach einem klinischen Ansprechen die Behandlungsintervalle auf 8 Wochen ausdehnen können, sind Menschen mit einer chronischen Prurigo auf eine Gabe alle 4 Wochen angewiesen [8]. Experten empfehlen, die Therapie mindestens so lange fortzusetzen, bis alle Läsionen abgeheilt sind [8]. Nemolizumab ist indiziert für die Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Prurigo, die für eine innerliche Therapie in Frage kommen. Ein Vorteil gegenüber anderen Medikamenten ist das gute Sicherheitsprofil, das darauf zurückzuführen ist, dass Nemolizumab im Vergleich etwa zu JAK-Inhibitoren nicht immunsupprimierend wirkt [8].

Verbesserung der Lebensqualität durch moderne Therapieansätze

Die innovativen Biologika-Therapien haben einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität von Menschen mit einer chronischen Prurigo. Der ständige, quälende Juckreiz führt oft zu Schlafstörungen, sozialer Isolation und psychischen Belastungen. Studien mit Nemolizumab zeigen, dass sich durch die Reduktion des Juckreizes auch der Schlaf, zwischenmenschliche Beziehungen und die Fähigkeit, sozialen oder beruflichen Aktivitäten nachzugehen, deutlich verbessern [6]. Diese positiven Effekte sind nicht zu unterschätzen, da die chronische Prurigo eine selten auftretende, aber äußerst belastende Erkrankung ist, bei der es kaum milde Verläufe gibt.

Neben den Biologika können auch andere Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Dazu gehören äußerliche Behandlungen wie kühlende Umschläge, das Tragen von Schichten aus Baumwollkleidung statt schwerer, kratzender oder synthetischer Stoffe sowie das Vermeiden von Wolle oder Polyester [2]. Auch eine psychosomatische Therapie kann hilfreich sein, da die Symptome von Schmerz und Juckreiz bei einer chronischen Prurigo sehr belastend sein können [2]. In manchen Fällen können auch Antidepressiva eingesetzt werden, die nicht nur die psychische Belastung reduzieren, sondern auch direkt auf den Juckreiz einwirken können [3]. Die Kombination aus modernen Biologika und unterstützenden Maßnahmen bietet dir als Betroffene:r die besten Aussichten, dein Kratzverhalten zu reduzieren und deine Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Referenzen

[1] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/dupilumab-lindert-massiven-juckreiz-145308/

  • “Die Therapie erfolgt abgestuft gemäß der S2k-Leitline zur Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus.”
  • “Ab Stufe 3 sind Systemtherapien, zum Beispiel mit Antihistaminika, Corticosteroiden, Gabapentinoiden und Immunsuppressiva, angezeigt..”

[2] https://www.bad.org.uk/pils/nodular-prurigo/

  • „Topical corticosteroids. Your healthcare provider may prescribe a potent (or strong) steroid cream or ointment that will help reduce the inflammation in the skin. A very potent (or very strong) steroid will help relieve itch.“
  • „Tacrolimus 0.1% ointment. This treatment can have anti-inflammatory effects to help decrease itching and does not contain steroids.“
  • „Emollients. It is very important to stop using soaps, shower gels, or other cosmetics to wash with as they can lead to dry skin. A fragrance-free emollient should be used instead of soap and rinsed away.“
  • “Phototherapy. Some examples include narrowband UVB phototherapy and psoralen and UVA phototherapy. These treatments normally take place in the hospital 2-3 times a week over the course of usually 2-3 months.”
  • „You may find that laying a cool damp flannel on the skin can reduce the feeling of itch. A cooled emollient which has been kept in the refrigerator, or has added menthol, may also help.“
  • „Wearing layers of cotton clothing can be better than heavy, scratchy, or synthetic fabrics. It is advisable to avoid wool or polyester clothing.“
  • „Psychological treatment. Symptoms of pain and itch related to nodular prurigo can be very distressing. People affected by this may benefit from psychological support or medication.“

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK459204/

  • „The suggested first-line therapy consists of topical corticosteroids, such as clobetasol dipropionate 0.05% ointment, applied under occlusion with plastic wrap once at nighttime for at least 2 to 4 weeks.“
  • „Pimecrolimus 1% is as effective as hydrocortisone and can be implemented in a long-term regimen.“
  • „Calcipotriol ointment shows greater efficacy than betamethasone valerate 0.1%.“
  • „Low concentrations of menthol (<5%) alleviate pruritus by heightening the threshold for pruritic stimuli.“
  • „Phototherapy with psoralen–ultraviolet-A (PUVA), including bath and topical PUVA, long-wavelength UVA, narrowband UVB, and monochromatic excimer light of 308 nm, have been used and shown improvement of PN nodules.“
  • „Narrow band UVB phototherapy significantly improves PN at an average dose of 23.88-26.00 j/cm2.“
  • „An excimer laser is more beneficial than topical clobetasol.“
  • „High-dose nonsedating antihistamines can be used during the day, followed by first-generation sedating antihistamines at bedtime; a combination of fexofenadine and montelukast gives good results.“
  • „A single-institution retrospective study demonstrated clinical improvement and decreased pruritus with cyclosporine at a mean dose of 3.1 mg/kg.“
  • „Methotrexate dosed at 5 to 20 mg/kg weekly demonstrated complete or partial remission of 2.4 months. These patients showed a mean duration of response of 19 months.“
  • „Treatment with azathioprine and cyclophosphamide has also been reported to be successful.“
  • „Individuals with PN also show elevated levels of interleukin 31 (IL-31), a T-cell–derived highly prurigogenic cytokine.“
  • „Both selective serotonin reuptake inhibitors and tricyclic antidepressants can also be considered for chronic pruritus.“

[4] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/02/13/dupilumab-bei-prurigo-nodularis-erste-spezifische-behandlungsoption-zugelassen

  • „Eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen sollte unbedingt vor dem Einsatz systemischer Immunsuppressiva wie Ciclosporin, Methotrexat oder Azathioprin.“
  • „Die häufigsten Nebenwirkungen waren Nasopharyngitis und Kopfschmerz. Eine Konjunktivitis trat öfter auf als unter Placebo.“

[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38869847/

  • „Despite the high burden in patients with chronic prurigo (CPG), the first and so far only approved systemic therapy for this disease, dupilumab, has only been available since 2022.“

[6] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2024/11/19/neue-therapieoptionen-bei-chronischem-juckreiz

  • „Dupilumab (Dupixent®), ein Interleukin-4-Rezeptor-alpha-Antikörper, der unter anderem für die Therapie der atopischen Dermatitis und der Prurigo nodularis (Dermatose mit juckenden Knötchen) zugelassen ist.“
  • „Dupilumab hemmt die Signalübertragung von IL-4 und IL-13, damit geht die Hautentzündung zurück, aber auch der begleitende Juckreiz lässt nach.“
  • „Dadurch verbesserte sich auch die Lebensqualität, darunter Schlaf, zwischenmenschliche Beziehungen und die Fähigkeit, sozialen oder beruflichen Aktivitäten nachzugehen.“

[7] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/dupilumab-lindert-massiven-juckreiz-145308/

  • “Dosiert wird wie bei atopischer Dermatitis: Nach einer Anfangsdosis von 600 mg, also zwei subkutanen Injektionen zu je 300 mg, folgen Injektionen mit 300 mg alle zwei Wochen.”
  • “Nach Therapieende gab es innerhalb des zwölfwöchigen Nachbeobachtungszeitraums jedoch Hinweise auf ein Wiederauftreten von Symptomen.”
  • “Bei fast 60 Prozent der Patienten unter Verum (alle zwei Wochen 300 mg Dupilumab) und bei 19 Prozent unter Placebo habe sich der Juckreiz innerhalb von 24 Wochen erheblich gebessert (gepoolte Daten).”
  • “Dupilumab verbesserte den Juckreiz unabhängig vom atopischen Hintergrund der Patienten.”
  • “Gemäß Langzeitdaten (nicht placebokontrolliert) könne die Ansprechrate bis auf 80 Prozent steigen und manche Patienten würden sogar beschwerdefrei.”

[8] https://www.aerzteblatt.de/archiv/atopische-dermatitis-und-prurigo-nodularis-weniger-juckreiz-bei-atopie-aeed5fc0-9c54-4b71-9f95-8c2b9828c125

KONTROLLE GEWINNEN: NEUE WEGE MIT NEURODERMITIS GEHEN

Den Kreislauf aus Schüben und Akuttherapie durchbrechen

Entzündete, juckende und schmerzhafte Haut – auf einen wiederkehrenden Neurodermitis-Schub folgt meist eine topische Therapie, kurzfristige Besserung, dann geht alles wieder von vorn los. Der Kreislauf aus akuten Schüben und vorübergehender Linderung durch Akuttherapien kann frustrierend und belastend sein. Sorge und Unsicherheit, wann der nächste Schub kommt, werden zum ständigen Begleiter. Du hast Neurodermitis und dieser ewige Kreislauf ist dir wohlbekannt? Dann wird es Zeit, dass du dich über neue Wege im Umgang mit der quälenden Hauterkrankung informierst. Denn Tatsache ist, dass es mit neuartigen systemischen Therapieansätzen gelingen kann, die Neurodermitis dauerhaft zu kontrollieren und Hauterscheinungen sowie Juckreiz in die Schranken zu weisen.

Moderne Therapie sorgt für neue Perspektiven

Eine wichtige Tatsache vorweg: Bei Neurodermitis handelt es sich um eine Hauterkrankung, bei der sich das vielschichtige Entzündungsgeschehen nicht nur in der Haut abspielt, sondern innerhalb des Körpers im Immunsystem. Daher wird Neurodermitis zu den Systemerkrankungen gezählt. Moderne Therapieoptionen haben innovative Wirkmechanismen, die im Gegensatz zu äußerlichen (topischen) Anwendungen von innen (systemisch) wirken. Sie zielen nicht nur darauf, die akuten Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursache, das Entzündungsgeschehen, zu kontrollieren, indem sie gezielt auf das Immunsystem einwirken. Neben den Beschwerden lassen sich so auch Häufigkeit und Intensität der Schübe langanhaltend reduzieren. Biologika und JAK-Hemmer zählen zu diesen modernen innovativen Therapieoptionen. In der Regel zeigen sie eine gute Verträglichkeit, und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sorgen dafür, dass mögliche Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

BIOLOGIKA

Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem eingreifen. Sie blockieren einzelne entzündungsfördernde Botenstoffe und unterbrechen so den Entzündungsprozess. Biologika werden als Injektion unter die Haut verabreicht und können bei guter Verträglichkeit langfristig eingesetzt werden.

JAK-HEMMER

JAK-Hemmer zählen zu den sogenannten „Small Molecules“, kleinen Molekülen. Sie binden an die sogenannten  Januskinasen (JAK). Diese Enzyme sind an der Weiterleitung von Entzündungssignalen in das Innere von Immunzellen beteiligt. Die Signalweiterleitung wird verhindert und der Entzündungsprozess kann anhaltend unterbrochen werden. JAK-Hemmer werden als Tabletten eingenommen und können auch langfristig angewendet werden, um neue Neurodermitis-Schübe möglichst zu verhindern.

Jetzt beginnen: Umdenken bei Neurodermitis

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Umdenken bei Neurodermitis und zu einer langfristigen Behandlungsstrategie ist das Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen. Gemeinsam lassen sich alle Fragen klären: Es kann entschieden werden, ob und welche systemische Therapie zu dir passt und ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden. Die Initiative „Neurodermitis? Wen juckt’s?“ bietet dir mit dem Alltags-Check unter www.neurodermitis-wen-juckts.de Unterstützung für die gezielte Vorbereitung auf dein nächstes Arztgespräch. Nimm es in die Hand und entdecke neue Wege im Umgang mit deiner Neurodermitis.

Mit freundlicher Unterstützung von:
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Quelle: S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023), verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (Zugriff: 11.04.2025).

Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis – Ein Zungenbrecher mit vielen Facetten

Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die Entzündungen in kleinen und mittelgroßen Blutgefäßen verursacht. Diese Entzündungen können verschiedene Organe betreffen, am häufigsten jedoch die Lunge, Nase und das Herz. Asthma und Nasenpolypen sind häufige frühe Symptome. 1,2,3

Gut zu wissen!Die EGPA wird erst seit 2012 als eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis bezeichnet. Davor wurde sie Churg-Strauss-Syndrom genannt – nach den zwei US-amerikanischen Pathologen Jacob Churg und Lotte Strauss, die die Erkrankung 1951 als Erste beschrieben haben.4

Selten, aber nicht nie

Da EGPA selten ist und Symptome oft unspezifisch sind, wird die Diagnose häufig verzögert. Erhöhtes Bewusstsein kann dazu beitragen, die Früherkennung zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Die häufigsten Symptome sind: Asthma, eine Beteiligung der Nasennebenhöhlen und des Magen-Darm-Traktes, sowie Nierenbeteiligungen und Hautveränderungen.5

Die 3 Phasen der EGPA

Ärzt:innen unterteilen die Erkrankung in drei Phasen, wobei nicht zwingend alle Phasen auftreten müssen.5 Zudem können sich diese auch überschneiden oder in unterschiedlicher Reihenfolge vorkommen, sodass die Einteilung nur als grobe Richtlinie gilt.5 Die Symptome sind jedoch sehr individuell.

  • Die Anfangsphase (Prodromalphase): In dieser Phase setzen die ersten Symptome ein, häufig ist es das Asthma. Darüber hinaus können auch allgemeine Symptome wie Unwohlsein, Erschöpfung oder Fieber auftreten.5,6
  • Die eosinophile Phase: Durch das überschießende Immunsystem steigt die Anzahl der Eosinophilen jetzt stark an. Diese gelangen insbesondere in die Lunge, das Herz oder den Magen-Darm-Trakt. Erste Schäden im Gewebe und an den Organen können entstehen.6
  • Die vaskulitische Phase: Phase 3 ist vor allem durch Gefäßentzündungen (Vaskulitiden) gekennzeichnet. Patient:innen erleben dies häufig als Abgeschlagenheit und rheumatische Beschwerden. Diese Phase kann jedoch auch zu organ- bis hin zu lebensbedrohenden Situationen führen.5

Leben mit EGPA: Tipps für den Alltag

Auch bei der EGPA gibt es ein paar grundsätzliche Dinge, die dir den Alltag erleichtern können:

  • Selbstfürsorge: Achte auf deinen Körper und gönne dir Pausen. Selbstfürsorge ist entscheidend.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, das Wohlbefinden zu steigern.
  • Bewegung: Wähle sanfte körperliche Aktivitäten, die dir Spaß machen und deine Beweglichkeit erhalten.
  • Stressmanagement: Finde Methoden zur Stressreduktion wie Yoga oder Meditation.
  • Austausch: Der Kontakt zu anderen Betroffenen kann helfen, das Gefühl von Isolation zu reduzieren und nützliche Tipps zu teilen.

Weitere Hinweise zur EGPA und praktische Tipps findest du in der Patient:innenbroschüre, diese erhältst du bei deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Patient:innen Broschüre Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA)

Gemeinsames Ziel Remission – Spricht mit deinen Ärzt:innen

EGPA mag selten und kompliziert sein, aber mit der richtigen Unterstützung und Information kannst du ein erfülltes und aktives Leben führen und die Remission erreichen, also deine Symptome unter Kontrolle haben. Bewusstsein zu schaffen ist der erste Schritt, um das Verständnis und die mit der Krankheit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, mehr über EGPA zu erfahren und Betroffenen weltweit den Rücken zu stärken.


1https://www.orpha.net/de/disease/detail/183?name=EGPA&mode=name (letzter Zugriff: Januar 2025)

2https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/eosinophile-granulomatosemitpolyangiitis (letzter Zugriff: Januar 2025)

3Furuta S et al. Allergol Int 2019; 68: 430–436

4Churg J und Strauss L. Am J Pathol 1951; 27(2): 277–301

5Trivioli G et al. Rheumatology (Oxford) 2020; 59(suppl 3): iii84–iii94

6Chakraborty RK, et al. Churg-Strauss Syndrome. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 23. März 2023.

Mit freundlicher Unterstützung von
AstraZeneca

Neue Entwicklungen in der MS-Diagnostik und Therapie

Die Diagnose Multiple Sklerose stellt für viele Betroffene eine emotionale und medizinische Zäsur dar – oft nach einer langen Phase der Ungewissheit. Neue diagnostische Verfahren, individualisierte Therapien und ein stärkeres Bewusstsein für die Rolle der Patient:innen in ihrer Behandlung verändern jedoch zunehmend den Umgang mit der Erkrankung. Wie diese Entwicklungen konkret aussehen, welche Hoffnungen sich daraus ableiten lassen und wo noch Herausforderungen bestehen, darüber haben wir mit Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen und einer der führenden MS-Experten in Deutschland, gesprochen.

Viele MS-Betroffene erleben lange Unsicherheiten bis zur Diagnose. Gibt es bald einfachere Bluttests, die diesen Prozess beschleunigen?

Ja, tatsächlich sind sogenannte Biomarker in der Entwicklung, insbesondere Bluttests. Ein Test ist bereits weit fortgeschritten – der sogenannte Neurofilament-Test. Neurofilamente sind Eiweißstoffe, die nur in Nervenzellen vorkommen. Wenn Nervenzellen im Gehirn beschädigt werden, wird dieses Eiweiß freigesetzt und kann mittlerweile mit sehr empfindlichen Nachweismethoden auch im Blut nachgewiesen werden.

Dieser Biomarker zeigt an, dass zum Beispiel bei MS eine Entzündungsaktivität vorliegt oder wie gut jemand auf bestimmte Therapien anspricht. Wenn eine Therapie wirkt, gehen in der Regel weniger Nervenzellen kaputt, was sich dann auch in einem niedrigeren Neurofilamentwert zeigt. Der Test ersetzt jedoch nicht andere diagnostische Verfahren wie die Kernspintomographie oder die Untersuchung des Nervenwassers, da er nicht spezifisch für MS ist – auch andere Erkrankungen können zu erhöhten Werten führen. Aber er ist ein wertvoller zusätzlicher Baustein in der Diagnostik. Der Test kann bereits eingesetzt werden und wird aktuell von großen Firmen kommerzialisiert.

Sie forschen zu Entzündungen bei MS. Was bedeutet das konkret für die Therapie?

MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Strukturen im Gehirn und Rückenmark angreift. Entzündungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Unser Ziel ist es, diese Entzündungsprozesse zu kontrollieren. Die heutigen Medikamente richten sich gezielt gegen das Immunsystem: Sie können entzündungsfördernde Zellen hemmen, zerstören oder daran hindern, ins Gehirn einzudringen. So lässt sich die Entzündung unterdrücken und das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen.

Wie können Hausärzte und Neurologen besser zusammenarbeiten, um Wartezeiten zu verkürzen?

Das ist nicht nur bei MS ein Problem, sondern betrifft viele neurologische Erkrankungen. Wichtig ist ein direkter Draht zwischen Hausärzt:innen und Neurolog:innen. Persönlicher Austausch, idealerweise in lokalen Netzwerken, funktioniert hier am besten. Die Ressourcen in den Praxen sind allerdings begrenzt, das muss auch politisch berücksichtigt werden.

Patient:innen wissen oft viel über ihre eigene MS. Wie kann dieses Wissen besser genutzt werden?

Das fällt unter den wichtigen Bereich des „Patient Empowerment“. Viele Betroffene informieren sich intensiv – meist über das Internet, aber auch über andere Quellen. Ärzt:innen sollten dieses Wissen ernst nehmen, empathisch zuhören und offen für alle Symptome sein – gerade bei sensiblen Themen wie Blasenstörungen oder Sexualfunktion. Auch die Nebenwirkungen von Therapien müssen ernst genommen und abgeklärt werden. Letztlich müssen wir das subjektive Erleben mit objektiven Befunden abgleichen und daraus den Handlungsbedarf ableiten.

Welche nicht-medikamentösen Maßnahmen helfen MS-Betroffenen wirklich?

Ein sehr wichtiger Bereich ist die symptomatische Therapie. An erster Stelle steht hier die neurologisch spezialisierte Physiotherapie, zum Beispiel zur Behandlung von Spastiken oder zur Sturzprävention. Auch Ergotherapie kann helfen, etwa bei Einschränkungen der Handfunktion. Darüber hinaus sind Reha-Maßnahmen – ambulant oder stationär – sehr wirksam, wenn sie bewilligt werden. Viele brauchen auch psychologische Unterstützung, etwa bei Depressionen oder kognitiven Einschränkungen. Und natürlich helfen auch Sport und gesunde Ernährung – hier gibt es tatsächlich Studien, die positive Effekte auf den Krankheitsverlauf zeigen.

MS-Patient:innen haben häufig weitere Autoimmunerkrankungen. Braucht es dafür mehr vernetzte Spezialisten?

Ja, das ist durchaus häufig. Das weist darauf hin, dass bei diesen Menschen das Immunsystem insgesamt eine Art „Bauplanfehler“ aufweist. Daher ist die Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen – etwa bei Schuppenflechte, Diabetes oder rheumatischen Erkrankungen – enorm wichtig. In Unikliniken ist das meist einfacher, weil viele Fachbereiche unter einem Dach sind. Aber auch im ambulanten Bereich entstehen zunehmend spezialisierte Versorgungszentren und neue Abrechnungsformen wie die ambulante spezialärztliche Versorgung.

Was gibt Ihnen im Umgang mit MS-Patient:innen immer wieder Hoffnung?

Rückblickend ist es erstaunlich, wie weit wir gekommen sind. Wir verstehen die Erkrankung heute viel besser – sowohl, was das Immunsystem als auch das zentrale Nervensystem betrifft. Darauf aufbauend wurden viele wirksame Medikamente entwickelt, die es vielen Betroffenen ermöglichen, ein weitgehend normales Leben zu führen. In der Zukunft setzen wir große Hoffnung auf regenerative Therapien, also Behandlungen, die geschädigte Nerven wiederherstellen – durch Nervenwachstum oder Reparatur der Nervenhüllen. Erste Studien laufen bereits, und das stimmt mich sehr zuversichtlich.

Prof. Dr. med. Christoph Kleinschnitz
Direktor der Klinik für NeurologieUniversitätsklinikum Essen, Klinik für Neurologie
5 Tipps, um Scham zu überwinden und offen mit dem Arzt über Bowel Urgency bei Morbus Crohn & Colitis ulcerosa zu sprechen.

SCHAMGEFÜHL ÜBERWINDEN! 5 TIPPS FÜRS ARZTGESPRÄCH BEI BOWEL URGENCY

Schaffe ich es noch zur nächsten Toilette oder nicht? Dieser Gedanke quält viele Menschen, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Der Grund: Eines der zentralen Symptome dieser beiden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist Bowel Urgency – das plötzliche und dringende Bedürfnis, den Darm zu entleeren.

Die Angst vor einem „Unfall“ ist häufig Alltagsbegleiter. Umfragen ergaben, dass mehr als jede dritte betroffene Person mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa mindestens 1x pro Woche Windeln, Einlagen oder Ähnliches trägt.[1,2] Kein Wunder, dass Bowel Urgency für die Mehrheit der Betroffenen das Symptom mit den größten Auswirkungen auf ihre Lebensqualität ist.[3]

Aus Scham schweigen? No Way!

Und wenn es doch passiert ist? Wie spricht man mit seinem Arzt oder seiner Ärztin über den peinlichen Moment? Wie kann man diesen Leidensdruck in Worte fassen?

Vielleicht können dir diese 5 Tipps helfen, deine Scham zu überwinden:

  • Vorbereitung ist das A und O! Schreib auf, was du sagen möchtest – wann, wie oft und wie stark tritt der Stuhldrang auf? Was möchtest du noch über das Symptom wissen? Notiere alles vor dem Arztgespräch! Dies kann helfen, dass du dich sicherer fühlst und nichts vergisst.
  • Offen und ehrlich sein! Es fällt nicht immer leicht, über Bowel Urgency zu sprechen. Versuche dennoch, alles genau zu beschreiben und zu berichten – auch von „Unfällen“. Im Arztgespräch sitzt dir eine medizinische Fachkraft gegenüber, die solche Dinge regelmäßig von Patient:innen hört, sich damit auskennt und dir helfen will.
  • Fachbegriffe können helfen! Sind dir umgangssprachliche Ausdrücke unangenehm? Vielleicht fühlst du dich wohler mit „Stuhlgang“, „Defäkation“ oder „Bowel Urgency“?
  • Rufe dir die Einschränkungen in Erinnerung! Führe dir vor Augen, wie belastend Bowel Urgency für dein Leben ist! Denk an die letzten Aktivitäten, die du nicht wahrgenommen hast! Denk an die Scham und Angst vor „Unfällen“, die dich im Alltag begleiten!
  • Führe dir das Ziel vor Augen! Sind deine Symptome unter Kontrolle, steigt die Chance auf einen Alltag mit mehr Lebensqualität. Erinnere dich immer wieder an dieses Ziel! So kannst du es schaffen, deine Scham zu überwinden. Du bist nicht allein!

Fazit: Ein offenes Gespräch ist wichtig, denn nur durch ein umfassendes Bild deiner Erkrankung kann deine Ärztin oder dein Arzt mit dir gemeinsam die passende Therapie finden.

Einer, der diese Situation kennt, ist Dr. Stefan Schubert, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Berlin. Wir haben ihn gefragt: Die Scham ist oft groß – ist sie berechtigt?

Dr. Stefan Schubert ©privat

„Für uns Gastroenterologinnen und Gastroenterologen gehört das Thema Bowel Urgency – so wie alle Themen rund um die Ausscheidungen des menschlichen Körpers – zur täglichen Arbeit und sollte überhaupt kein Tabu-Thema sein. Wir wissen aber, dass viele Patientinnen und Patienten das Thema nicht freizügig und von sich aus ansprechen. Daher ist es unsere Pflicht, das zu tun und dabei möglichst auch individuelle Bedürfnisse und kulturelle Hintergründe im Umgang mit solchen Themen zu beachten. Schließlich haben wir inzwischen hoch wirksame Therapieoptionen, die hier helfen können.“

[1] Schreiber S et al. Dig Dis Sci 2024; 69: 2333–2344
[2] Travis S et al. Inflamm Bowel Dis 2024; 30: 939–949
[3] Rubin DT et al. Inflamm Bowel Dis 2021; 27: 1942–1953


Mit freundlicher Unterstützung von:
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Bild zum Blogbeitrag: VITILIGO-Sprechstunde: Der beste Weg zum Erstgespräch mit Deinem Arzt

VITILIGO-Sprechstunde: Der beste Weg zum Erstgespräch mit Deinem Arzt

Eine offene Kommunikation mit Deinem Arzt ist entscheidend, um alle Aspekte Deiner Autoimmunerkrankung Vitiligo zu klären. Gerade im Erstgespräch ist es wichtig, alle Deine Fragen zu stellen, auch wenn sie Dir noch so trivial erscheinen. Das Gespräch sollte ein gegenseitiger Austausch sein: Dein Arzt kann Dir nur dann optimal helfen, wenn er Deine Sorgen und Wünsche versteht. Beschreibe beispielsweise, wie Vitiligo Deinen Alltag beeinflusst. Eine ehrliche Rückmeldung kann helfen, etwa die besten Therapieansätze für Dich zu finden.


Auf www.uncovervitiligo.de, der Patientenwebsite des Biopharma Unternehmens Incyte, findest Du nicht nur umfangreiche Informationen über Vitiligo und den Umgang mit der Erkrankung, sondern auch Tipps für Dein Gespräch mit dem Arzt. In der Rubrik Beim Arzt findest Du neben den wichtigen Informationen, die Du vor dem Praxisbesuch oder dem Online-Termin bereithalten solltest, auch erste Fragen an Deinen Arzt vorformuliert. Betrachte es als eine Checkliste, die Dir dabei helfen kann, im Gespräch nichts zu vergessen – damit die Hektik im Alltag, ein volles Wartezimmer oder die eigenen Ängste Dich nicht daran hindern, auch wirklich alle Fragen zu stellen.


Mehr Informationen über das Leben mit Vitiligo findest Du auch in der Patientenbroschüre der Firma Incyte. Zum Download de_vitiligo_patientenbroschre_finalweb.pdf


Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit dem  Biopharma Unternehmen Incyte, einem der Sponsoren der Hautwochen, erstellt.

Neurodermitis
Psoriasis
Acne inversa
Vitiligo

Die Suche nach der richtigen Diagnose, dem passenden Spezialisten und der besten Therapie gestaltet sich für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (atopische Dermatitis), Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) oder Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) oft langwierig. Viele Betroffene leiden unnötig, sei es aus Scham, fehlender Aufklärung oder weil sie keine adäquate Behandlung finden. Dabei gibt es effektive Therapiemöglichkeiten, die das Leben dieser Menschen deutlich verbessern können.

NIK e.V. und derma2go machen Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo sichtbar.


Fokustage für Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo mit kostenlosen Beratungen, Webinaren und spannenden Insta-Live-Events

Um das Bewusstsein dafür zu schärfen und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern, starten NIK e.V., die Patienteninitiative für Autoimmunerkrankungen, und die Tele-Dermatologie-Plattform derma2go vom 31. März bis 16. April 2025 erneut die Hautwochen.

Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Anja, Neurodermitis-Patientin @neurodermaedchen

Anja, Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin @neurodermaedchen

Anna, Psoriasis-Patientin @psoriasisworld

Anna, Psoriasis-Botschafterin und -Patientin @psoriasisworld

Marcus, Acne inversa Patient @inversa.warrior.marcus

Marcus, Acne inversa-Botschafter und -Patient @inversa.warrior.marcus

Sabrina, Vitiligo Patientin @voll.mama_vitiligo

Sabrina, Vitiligo-Botschafterin und -Patientin @voll.mama_vitiligo

Webinare & Insta Live: Expertenwissen direkt ins Wohnzimmer

Während der Hautwochen gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote. Besonders hervorzuheben sind die kostenlosen Webinare mit renommierten Dermatolog*innen und Psychologinnen, die wertvolle Einblicke in aktuelle Therapiemöglichkeiten geben und auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingehen.

Ein weiteres Highlight sind die Instagram-Live-Sessions auf dem Kanal von NIK e.V., bei denen Betroffene ihre brennenden Fragen an Dermatolog*innen stellen können. Im Format ‚Heißer Stuhl‘ moderiert NIK e.V. ein offenes Gespräch, bei dem die wichtigsten Fragen zu den jeweiligen Hauterkrankungen beantwortet werden.


Termine: Webinare


Termine: Insta Lives „Heißer Stuhl“


Unsere Expert*innen:

Dr. med. G. Schramböhmer (ehem. Girbig), Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Gefion Schramböhmer, Dermatologin

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Dermatologe

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus, Dermatologin

Dr. med. Christian Greis, Gründer derma2go, Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Christian Greis,
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Stellv. Klinikdirektor, Oberarzt, Leitung Zentrum für entzündliche Hauterkrankungen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, ZB Allergologie

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz, Dermatologe, Venerologe und Allergologe aus Kiel

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz, Dermatologe

Prof. Dr. med. Kristian Reich. Leiter Translationale Versorgungsforschung. Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Prof. Dr. med. Kristian Reich, Dermatologe & Venerologe

Dr. med. Ioanna Nakoutsi, Assistenzärztin in der Psychatrie

Dr. med. Ionna Nakoutsi, Assistenzärztin der Psychatrie

Frau Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Dr. med. Avend Bamarni, Dermatologe

Dr. med. Avend Bamarni, Dermatologe @derhautarzt2b

Diese interaktiven Formate bieten eine großartige Möglichkeit, Hemmschwellen abzubauen und persönliche Fragen anonym und unkompliziert zu stellen.

Kostenlose dermatologische Beratung

Während der gesamten Hautwochen haben Betroffene die Möglichkeit, sich über die Plattform derma2go kostenlos von Dermatolog*innen beraten zu lassen. Dieser Service, der normalerweise 49 Euro kostet, steht in dieser Zeit kostenfrei zur Verfügung. Innerhalb von nur wenigen Stunden erhalten die Patienten eine erste Einschätzung sowie individuelle Therapieempfehlungen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Doch nicht nur die Haut leidet – auch Stress und emotionale Belastungen spielen eine große Rolle.

Psychodermatologie – Wenn die Haut die Seele widerspiegelt

Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Vitiligo oder Acne inversa sind nicht nur äußerlich sichtbar – sie können auch emotional belasten. Gleichzeitig kann anhaltender Stress oder seelischer Druck die Hautsymptome verstärken oder deren Abheilung verzögern. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen scheint.

  • Wie Stress und emotionale Belastung deine Hautsymptome beeinflussen können
  • Welche mentalen Strategien helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen
  • Praktische Tipps für den Alltag, um besser mit deiner Erkrankung umzugehen

Deshalb ergänzen wir die Hautberatung mit einer kostenlosen psychodermatologischen Videosprechstunde, in der du wertvolle Strategien von unseren Psychodermatologie-Expertinnen für den Umgang mit deiner Erkrankung erhältst. Nimm deine Hautgesundheit aktiv in die Hand!

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von (Stand: 23.03.2025):

Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.

Das Psychodermatologie-Webinar-wird zusätzlich unterstützt von:

Sanofi Regeneron Logo

Die Neurodermitis-Veranstaltungen werden zusätzlich unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Pfizer Logo für Print und Online
Sanofi Regeneron Logo

Die Acne inversa-Veranstaltungen werden zusätzlich unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.

Neurodermitis

Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin Anja @neurodermaedchen

Die Diagnose Neurodermitis erhielt Anja bereits im Kindesalter, doch die Krankheit verschwand zunächst für Jahre. Mit 19 Jahren trat sie erneut auf, beginnend mit einer juckenden Stelle am Hals, was einen Schock auslöste. Zuerst dachte sie nicht, dass die Krankheit ihren Alltag stark beeinflussen würde, doch bald verbreiteten sich die Symptome auf ihren gesamten Körper, was zu Schlaflosigkeit und psychischen Belastungen führte. Durch eine Kombination aus Ernährungstherapie, Psychotherapie und Selbstfürsorge gelang es ihr, die Neurodermitis zu kontrollieren. Heute lebt sie mit den Symptomen und teilt ihre Erfahrungen und Tipps in den sozialen Medien, um anderen zu helfen.

Anja, Neurodermitis-Patientin @neurodermaedchen

Neurodermitis Veranstaltungen

Weitere Neurodermitis-Webinare


Psoriasis

Psoriasis-Botschafterin und -Patientin Anna @psoriasisworld

Anna Moraczewski, seit 2006 mit Psoriasis diagnostiziert, hatte schwere Zeiten mit Juckreiz und Entzündungen. Dank Biologika ist ihre Krankheit heute gut kontrollierbar. Sie möchte ihre Haut künftig auch durch natürliche Methoden verbessern. Familie und Freunde sind ihr wichtig, besonders in schwierigen Phasen. Auf ihrem Instagram-Account @psoriasisworld teilt Anna ihre Erfahrungen und unterstützt andere, besser mit Psoriasis umzugehen. Ihr Wunsch: Eine Gesellschaft ohne Vorurteile gegenüber Menschen mit sichtbaren Erkrankungen.

Anna, Psoriasis-Patientin @psoriasisworld

Psoriasis Veranstaltungen

Weitere Psoriasis-Webinare


Acne inversa

Acne inversa-Botschafter und -Patient Marcus @inversa.warrior.marcus

Marcus erhielt nach nur zwei Arztbesuchen schnell die Diagnose Akne inversa, was ihm im Vergleich zu vielen anderen Betroffenen viel Leid ersparte. Zu Beginn war ihm die langfristige Auswirkung der Krankheit nicht bewusst. Besonders die Narben und ständigen Entzündungen belasteten ihn, was zu einer Depression führte. Durch Psychotherapie lernte er, mit den psychischen und physischen Herausforderungen umzugehen. Heute ist er in einem „Ruhezustand“ und hat seine Erkrankung weitgehend im Griff, auch wenn sie nie ganz verschwindet.

Marcus, Acne inversa Patient @inversa.warrior.marcus

Acne inversa Veranstaltungen

Weitere Acne inversa-Webinare


Vitiligo

Vitiligo-Botschafterin und -Patientin Sabrina @voll.mama_vitiligo

Sabrina entdeckte mit 20 Jahren ihre ersten weißen Flecken, die sich später als Vitiligo herausstellten. Zunächst verunsichert, hat sie die Krankheit inzwischen akzeptiert und zeigt ihre Flecken stolz auf Instagram, um Aufklärung zu fördern. Besonders im Sommer hat sie mit den Flecken und Sonnenbrand zu kämpfen. Sabrina hat zusätzlich Hashimoto-Thyreoiditis, aber die Vitiligo beeinträchtigt ihre Schwangerschaft nicht. Sie wünscht sich mehr Forschung und Unterstützung für Betroffene. Ihr Motto: „Versteckt euch nicht, lasst euch von den Flecken stärker machen!“

Sabrina, Vitiligo Patientin @voll.mama_vitiligo

Vitiligo Veranstaltungen

Neurodermitis richtig behandeln

Zusammengefasst:

  • Die Behandlung der Neurodermitis erfolgt individuell und stufenweise, basierend auf dem Schweregrad der Erkrankung.
  • Die Basistherapie umfasst die tägliche Anwendung einer Hautpflege mit wirkstofffreien Zubereitungen wie Cremes, die z. B. rückfettend und feuchtigkeitsspendend wirken. Die Basistherapie sollte unabhängig vom Hautzustand täglich am gesamten Körper erfolgen.
  • Die topische Therapie beinhaltet die Verwendung von Kortisoncremes und Calcineurininhibitoren zur Behandlung akuter Schübe bei leicht-mittelschweren Formen des Ekzems.
  • Bei mittelschweren bis schweren Fällen sollte die Systemtherapie z.B. mit monoklonalen Antikörpern oder Januskinase-Inhibitoren in Erwägung gezogen werden.
  • Alternative Therapien und Entspannungstechniken umfassen ergänzende Maßnahmen wie Akupunktur, werden jedoch nicht von Leitlinien-Experten empfohlen.

Therapie der Neurodermitis

  • Wie wird die Neurodermitis behandelt?Neurodermitis, auch bekannt als atopische Dermatitis, ist eine chronische, schubartig verlaufende Hauterkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Obwohl die Erkrankung nicht geheilt werden kann, gibt es eine Reihe wissenschaftlich gut untersuchter Therapieoptionen.So kann eine gezielte, auf Deine individuellen Bedürfnisse angepasste Therapie und Pflege helfen, die Symptome zu lindern und die Kontrolle über die Krankheit zu gewinnen.
  • Was versteht man unter einem Stufenschema?Die Therapie der atopischen Dermatitis wird individuell an den Schweregrad der Erkrankung angepasst. Dabei folgt die Behandlung einem Stufenschema, das aufeinander aufbauende Maßnahmen umfasst.

Basistherapie

  • Was kann man bei trockener Haut bzw. leichten Ekzemen machen?Die tägliche Anwendung einer Hautpflege mit wirkstofffreien Zubereitungen wie Cremes, die z. B. rückfettend und feuchtigkeitsspendend wirken am gesamten Körper in ausreichender Menge stärkt die Hautbarriere. Die Basistherapie bildet so die Grundlage aller Therapiestufen, unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Die Auswahl des idealen Produkts ist individuell und sollte parfüm-, farbstoff- und konservierungsstofffrei sein. Die Konsistenz des Produkts sollte an den Hautbefund angepasst werden – ist die Haut sehr trocken, eignet sich ein fettigeres Präparat. Nässt die Haut, ist ein Produkt mit einem höheren Wassergehalt (z.B. eine Lotio) besser.

Äußerliche anzuwendende (topische) Therapie

  • Kortisonsalbe – was heißt dasBei leichten bis mittelschweren Formen des atopischen Ekzems kommen äußerlich anzuwendende Therapien, auch topische Therapien genannt, zum Einsatz. Hierbei sind topische Steroide (Kortisoncremes/-salben) und topische Calcineurininhibitoren (nicht Cortison-haltig, dennoch entzündungshemmend wirksam) relevant. Calcineurininhibitoren können insbesondere im Gesicht oder an den Augenlidern hilfreich sein. Langfristig erfolgt die äußerliche Behandlung als sogenannte proaktive Therapie, bei der nach Abklingen der akuten Entzündung vorbeugend die ehemals betroffenen Stellen ein- bis zweimal in der Woche behandelt werden.

Systemtherapie

  • Das Ekzem ist trotz regelmäßiger Basistherapie weiterhin ausgeprägt, was hilft weiter? Bei Patient*innen mit mittelschwerem bis schwerem atopischen Ekzem (Neurodermitis) oder bei Patienten, bei denen mit einer lokalen Therapie kein ausreichender Therapieerfolg erzielt wird, ist eine Systemtherapie (innerliche Therapie) in Tabletten- oder Spritzenform häufig unerlässlich.
  • Was gibt es für Optionen für eine Systemtherapie? Verschiedene systemische Therapieoptionen stehen zur Behandlung der atopischen Dermatitis zu Verfügung. Hierzu zählen Biologika, JAK-Hemmer und konventionelle Immunsuppressiva.
  • Was sind Immunsuppressiva und wie wirken sie? Arzneimittel, die schon seit längerem bei mittelschweren bis schweren Formen der Neurodermitis eingesetzt werden, sind konventionelle Immunsuppressiva. Sie unterdrücken relativ unspezifisch die Reaktionen des Immunsystems. Die Gruppe der Immunsuppressiva beinhaltet eine Reihe von verschiedenen Wirkstoffen, beispielsweise Ciclosporin.  Auch die Einnahme von Glukokortikoiden (Kortison) in Tabletten- oder flüssiger Form zählen zu den Immunsuppressiva. Die Anwendung erfolgt normalerweise nur über eine kurze Zeit, bis die Symptome unter Kontrolle gebracht wurden.
  • Was sind Biologika und wie wirken sie? Monoklonale Antikörper gehören zur Gruppe der sogenannten Biologika. Sie werden aus Zellkulturen gewonnen und ähneln körpereigenen Abwehrstoffen (Antikörpern). Sie greifen besonders zielgerichtet in die Entzündungskaskade der atopischen Dermatitis ein, in dem sie spezifisch Entzündungsbotenstoffe  oder deren Rezeptoren blockieren. Diese Wirkstoffe wirken präzise, indem sie nur einen oder zwei Botenstoffe hemmen, die bei der Entzündung und dem Juckreiz in der Haut eine Rolle spielen. Die zur Behandlung der Neurodermitis eingesetzten Biologika werden in der Regel gut vertragen, Abbrüche aufgrund von Nebenwirkungen sind selten. Die Therapie mit monoklonalen Antikörpern zeigt meistens nach einigen Wochen erste Zeichen der Wirksamkeit und sollte langfristig (über Jahre) erfolgen.
  • Wie Januskinase-Inhibitoren und wie wirken sie? Januskinase-Inhibitoren hemmen Enzyme, die eine Rolle in verschiedenen Signalwegen spielen, unter anderem im Entzündungsprozess der atopischen Dermatitis. Da diese Enzyme auch bei anderen Entzündungsprozessen beteiligt sind, werden diese Wirkstoffe auch bei anderen Krankheiten, z.B. aus dem rheumatologischen und gastroenterologischen Formenkreis eingesetzt. Die Wirkung ist im Vergleich zu Biologika breiter, jedoch nicht mit den ‚klassischen‘ Immunsuppressiva gleichzusetzen. Januskinase-Inhibitoren werden in Tablettenform täglich eingenommen. Eine erste Wirksamkeit zeigt sich innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Bei diesen Präparaten sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten.

Alternative Therapien und Entspannungstechniken

  • Was ist der Unterschied zwischen alternative Therapien und medizinische Therapien?Neben den oben beschriebenen schulmedizinischen Maßnahmen gibt es auch alternative Therapien wie Akupunktur, Phytotherapie und traditionelle chinesische Medizin. Diese werden jedoch aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Belege nicht von den Leitlinien-Experten empfohlen. Ergänzend zur medikamentösen Therapie können Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung zur Juckreizlinderung beitragen.
  • Gibt es zusätzlich zur medikamentösen Therapie auch weitere Optionen, die zur Juckreizlinderung führen können?Es gibt verschiedene Entspannungstechniken, die ergänzend zur medikamentösen Therapie gegen Juckreizattacken wirksam sein können. Dazu gehören vor allem autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Beide Maßnahmen werden als Ergänzung zur medizinischen Therapie empfohlen, jedoch nicht als alleinige Behandlung der atopischen Dermatitis.

Quellen: S3-Leitlinie Atopische Dermatitis
(https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027); Braun Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Mit freundlicher Unterstützung von:
Almirall

Neurodermitis richtig behandeln- kein Leben von Schub zu Schub
Neurodermitis richtig behandeln Zusammengefasst: Therapie der Neurodermitis Basistherapie Äußerliche anzuwendende (topische) Therapie Systemtherapie Alternative Therapien und Entspannungstechniken Quellen: S3-Leitlinie Atopische Dermatitis(https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027); Braun Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mit freundlicher Unterstützung von:Almirall

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