Psoriasis vulgaris / Psoriasis-Arthritis

Schuppenflechte oder auch Psoriasis genannt ist eine Autoimmunerkrankung, die typische Veränderungen der Haut mit sich bringt: schuppige und gerötete Plaques vor allem an den Ellbogen, Knien, der Kopfhaut, den Handinnenflächen und Fußsohlen, in Körperfalten und im Intimbereich. Schätzungsweise leiden ca. 2-3% der Bevölkerung an einer Psoriasis.

Patienten haben auch eine Nagelbeteiligung, das heißt Finger- und/oder Zehennägel sind ebenfalls von der Schuppenflechte betroffen. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist Schuppenflechte NICHT ansteckend. Der Begriffsursprung kommt aus dem Griechischen „psao“ und bedeutet „ich kratze“. Dies beschreibt eines der typischen Symptome der Schuppenflechte, nämlich den starken Juckreiz der Patienten. Die Erkrankung zeigt sich zwar vor allem auf der Haut, ist aber eine systemische Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, sie betrifft den ganzen Körper. Bei vielen Patienten sind neben der Haut auch die Gelenke betroffen. Dies nennt man Psoriasis-Arthritis.

Die Ursachen sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Es ist allerdings bekannt, dass es bestimmte erbliche Anlagen gibt, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Schuppenflechte erhöhen. Sie ist allerdings keine Erbkrankheit im eigentlichen Sinne. Auch Umwelteinflüsse wie Stress, Verletzungen, Infektionen, hormonelle Faktoren oder Medikamente spielen eine Rolle bei der Entstehung.

Bei einer Schuppenflechte wandern die Zellen der obersten Hautschicht viel schneller als bei einer normalen Haut an die Hautoberfläche. Die Haut des gesunden Menschen erneuert sich innerhalb von ca. 26 - 27 Tagen. Diese Zeitspanne ist bei den Menschen mit Schuppenflechte auf 6 - 7 Tage verkürzt. Als Folge bilden solche Hautzellen glänzende Schuppen auf typischen, scharf begrenzten Hautarealen, verbunden mit einer auf diese Gebiete begrenzter stark durchbluteter, roter Haut.

Die Psoriasis kann in jedem Lebensalter auftreten, bei einigen Patienten tritt sie bereits im Jugendalter das erste Mal auf, bei Erwachsenen ist ein typisches Erkrankungsalter zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Bei einigen Patienten gibt es eine spontane Abheilung, bei anderen entwickelt sich der Verlauf chronisch.

Die Psoriasis-Arthritis gehört wie die rheumatoide Arthritis zu den chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen. Typischerweise sind auch bei der Psoriasis-Arthritis häufig die Gelenke der Finger und/oder Zehen betroffen. Auch hier kommt es durch die Entzündungsreaktion ohne eine entsprechende Therapie zur Zerstörung der Gelenke. Die Psoriasis-Arthritis verläuft zwar ebenfalls schubförmig, allerdings sind die Ruhephasen meist länger als bei der rheumatoiden Arthritis.

Die Psoriasis-Arthritis kann sowohl mit als auch ohne Hautbeteiligung auftreten, was eine Diagnose in Abgrenzung zur rheumatoiden Arthritis manchmal erschwert. Zur Abgrenzung dient häufig noch das Auftreten eines sogenannten Wurstfingers- bzw. -zehs. Hier sind bei der Psoriasis-Arthritis typischerweise alle Gelenke eines einzelnen Fingers oder Zehs betroffen.

"Nur um es zu wiederholen, ich habe Schuppenflechte und das hinterlässt Narben und die werde ich den Rest meines Lebens haben...  ...denkt daran, dass niemand perfekt ist. Nehmt eure Individualität an! Das macht euch aus."  

Cara Delevingne, Topmodel 

Therapie:

1. Äußerliche (topische) Behandlung
mit Salben und Cremes, die direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden und vor allem bei leichten Formen der Psoriasis eingesetzt werden. In Form von Salben, Cremes, Gelen oder Lotionen werden folgende Wirkstoffe eingesetzt: Kortison, Vitamin-D3-Abkömmlinge, Dithranol und Tazaroten.

2. physikalische Behandlung
durch UV-Licht oder bestimmte Hautbäder, die ebenfalls bei leichter Psoriasis Anwendung finden:

LICHTTHERAPIE
Bei der sogenannten Fototherapie wird die Haut mit UV-Strahlung behandelt und so eine antientzündliche Wirkung vor allem bei großflächiger Schuppung erreicht.

PUVA-THERAPIE
Dabei wird die Haut zunächst mit dem Wirkstoff Psoralen behandelt und anschließend mit UV-A bestrahlt.

BADETHERAPIE
Ist meist eine Kombination aus Solebädern mit Bestrahlung von UV-B.

3. Innerliche (systemische) Behandlung mit Tabletten, Injektionen oder Infusionen, die auf unterschiedliche Weise das Immunsystem beeinflussen, werden bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingesetzt.

BIOLOGIKA
Hier handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, in der Regel Antikörper aus lebenden Zellkulturen, die gespritzt oder als Infusion verabreicht werden. Diese Medikamente sind gegen entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems gerichtet, fangen diese ab und reduzieren dadurch den Krankheitsprozess sowie die Entzündungsreaktionen. Biosimilars sind Nachahmerprodukte der Biologika, die kostengünstiger sind und zu dem Originalpräparat zwar ähnlich aber nicht identisch sind.

IMMUNSUPRESSIVA
Diese Arzneistoffe regulieren das Immunsystem herunter regulieren und verringern somit die überschießende Immunreaktion, die die Schuppenflechte auslöst.

FUMASÄUREESTER
Fumarsäure wirkt regulierend auf das überaktive Immunsystem. Sie reduziert dadurch die Entzündungsreaktion und die Schuppungen gehen zurück.

RETINOIDE
Diese Wirkstoffe sind Abkömmlinge von Vitamin-A und hemmen die verstärkte Zellvermehrung der Haut. In der Regel werden sie mit einer Licht-Therapie kombiniert. Da diese Arzneistoffklasse Schäden am ungeborenen Kind anrichtet, müssen Patienten/-innen im gebärfähigen Alter wirksam verhüten.

EINE WAHRE GESCHICHTE VON STEFANIE: DIAGNOSE PSORIASIS VULGARIS

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