
Die FolgeGeschichte von Isabell
Was hat sich seit deiner letzten Therapie am meisten verändert? Gibt es neue Freiräume im Alltag?
Bevor ich meine aktuelle Therapie begonnen habe, hatte ich nicht wirklich eine Therapie. Damals hat meine Hautärztin mich nicht richtig wahrgenommen. Erst durch den Ausbruch meiner Psoriasis Arthritis bin ich zu einer anderen Hautärztin gekommen, die mich nun endlich ernst nimmt, meine Probleme versteht und entsprechend der Therapie anpasst – individuell auf mich und meinen Körper abgestimmt.
Das gibt mir einfach mehr Gefühl von Leichtigkeit. Vorher hatte ich das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht. Nun fühle ich mich verstanden, akzeptiert und bin glücklich darüber, Unterstützung zu erfahren.
Durch die individuell angepasste Therapie kann ich wieder fast ganz normal leben und alles machen wie früher auch. Ganz ohne Scham, ohne Selbstzweifel (ok, zumindest mit weniger ;)) und mit ganz viel Akzeptanz.
Wann hattest du das erste Mal das Gefühl, mit deiner Krankheit zu leben statt dagegen?
Meine aktuelle Therapie hat mir gezeigt, dass ich nicht nur kämpfen muss, sondern auch leben darf. Ich nehme zwar trotzdem Anpassungen in meinem Leben vor, wie auf die Ernährung und Bewegung zu achten, sowie auf mein Stresslevel. Aber ich verspüre deutlich weniger Druck. Die Therapie hat mir komplett den Druck genommen und somit habe ich das Gefühl, mit meiner Erkrankung leben zu können und entspannt Maßnahmen zur Besserung durchzuführen – ganz ohne Zeitdruck. So kann ich ganz entspannt schauen, was für mich funktioniert und was nicht.
Welche einfachen Rituale helfen dir, in stressigen Momenten achtsamer zu sein?
Wann immer es nötig ist, nehme ich mir 5 Minuten für mich. Gehe kurz aus dem Raum oder auf die Toilette und mache Atemübungen. Das hilft mir extrem runterzukommen. Außerdem liebe ich es, Meditationen oder Affirmationen zum Einschlafen anzuhören.
Im Alltag als Familie mit Kindern nehme ich mir gern bewusst auch mal eine halbe Stunde nur für meine Kinder Zeit. Zum Spielen, Malen, Basteln… je nachdem, worauf wir gemeinsam Lust haben. Auch wenn gerade noch 100 andere To-Dos auf mich warten. Das entschleunigt und entspannt mich total. Oder auch einfach mal auf Ideen der Kinder spontan eingehen. Beim Nachhauseweg Blumen pflücken oder einfach 10 Minuten auf eine Bank setzen und Autos beobachten? Na klar – immer!
Ich durfte zwar auch erst lernen, mir die Zeit dafür zu nehmen, aber es tut einfach so gut. Einfach den Moment bewusst erleben und nicht an später denken. Alles andere rennt nicht weg.
Hast du durch den Austausch mit anderen Betroffenen neue Einsichten gewonnen?
Ich habe immer gedacht, dass ich nichts hinbekomme mit der Erkrankung. Der Austausch hat mir gezeigt, dass ich vielleicht doch schon dem ein oder anderen einen Schritt voraus bin und somit auch anderen helfen kann. Es hat mir gezeigt, dass ich auf einem guten Weg bin und meine Erfahrungen mit anderen teilen kann, um ihnen den Weg schneller zu ermöglichen, als es mir damals möglich war.
Was hat sich durch die Biologika-Therapie in deinem Leben verändert?
Einfach ganz viel weniger Druck. Es hat mir mein Leben zurückgegeben und mir ermöglicht, mich Stück für Stück den anderen Bereichen in meinem Leben zu widmen, die ich verbessern möchte. Ich kann wieder normal laufen und meine Haare tragen, wie ich möchte.
Welche Veränderungen würdest du anderen zu Beginn ihrer Diagnose empfehlen?
Unbedingt Ernährung, Bewegung und Stresslevel genau unter die Lupe nehmen. Man muss nicht die komplette Ernährung/Bewegung umkrempeln, aber Stück für Stück, das eine oder andere optimieren. Einzelne Lebensmittel durch gesündere Varianten austauschen oder am Abend immer mal einen Spaziergang machen. Beim Thema Stress ähnlich vorgehen. Wir müssen nicht alles allein schaffen. Wir dürfen uns Hilfe suchen und auch einfordern. Nur wenn wir mit uns im Reinen sind, können wir auch anderen helfen und für sie da sein.
Gibt es Momente, in denen du stolz auf dich bist, weil du die Krankheit gut im Griff hast?
Sicher ist auch bei mir nicht immer alles perfekt. Aber ich bin stolz auf alles, was ich bereits umsetzen konnte. Jeder kleine Schritt bringt mich zu mehr Gesundheit und das ist es doch was zählt. Dankbar sein für das Hier und Jetzt und sich bewusst machen, was man schon alles geschafft hat.
Was würdest du Menschen sagen, die gerade in einem schwierigen Moment sind und an sich zweifeln?
Wenn ich mal wieder an mir zweifle, schaue ich auch gerne zurück, wie es mir vor 5 oder 10 Jahren ging. Das macht mir immer wieder bewusst, was ich und auch mein Körper doch alles schon geleistet haben und worauf ich sehr stolz sein darf.
Denk immer daran: Du kannst alles schaffen, wenn du daran glaubst. Und wenn du es allein nicht schaffst, dann ist das auch nicht schlimm. Such dir liebe Menschen, die dich verstehen, aufbauen und dir helfen diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Stand 2025
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