Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Sie wird von Ärzten auch Enzephalomyelitis disseminata (ED) genannt. Das ist die lateinische Bezeichnung für im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündungen.

Das Gehirn empfängt und sendet Signale über das Rückenmark vom bzw. zum Körper; diese werden von Nervenfasern geleitet, die ähnlich wie elektrische Kabel von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben sind. Diese Schutzschicht besteht aus einem Stoff, der Myelin genannt wird. Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich der Schutzschicht, können die Botschaften nicht so wirkungsvoll übertragen werden: MS-Erkrankte können dann zum Beispiel Missempfindungen verspüren, vermehrt stolpern oder Schwierigkeiten beim Sehen bekommen. Eine MS-Erkrankung unterscheidet sich in Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg stark von Patient zu Patient. Deswegen wird sie auch die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ genannt. 

Das rasche Auftreten von einem oder mehreren (=multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen nennt man Schub. Meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Zwischen zwei Schüben können Wochen oder auch viele Monate bis Jahre liegen. Bei einem Schub mit kompletter Remission (Abklingen der Symptome) bilden sich die Symptome anschließend wieder ganz zurück. Bei einer inkompletten Remission vernarbt das entzündete Nervengewebe (sklerosiert) und es bleiben Restsymptome mit der Folge einer bleibenden Funktionsstörung. 

Multiple Sklerose führt nicht zwangsläufig zu einer schweren Behinderung und einem Leben im Rollstuhl. Wann und ob im Krankheitsverlauf Behinderungen und Folgeerkrankungen auftreten, ist nicht vorhersehbar und abhängig von zahlreichen Faktoren wie der ärztlichen Versorgung, dem Ansprechen auf die Behandlung und der Therapietreue der Patienten. Der Verlauf einer MS kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es nicht möglich, eine genaue Voraussage des individuellen Verlaufes zu treffen.

Therapie und Behandlung

Obwohl die Multiple Sklerose bis heute nicht heilbar ist, gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die zum Ziel haben:

-die akute Entzündungs-Reaktion eines Schubes zu hemmen (Schubtherapie)

-das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und die beschwerdefreie/-arme Zeit zu verlängern (verlaufsmodifizierende Therapie)

-die MS-Symptome zu lindern und möglichen Komplikationen vorzubeugen (symptomatische Therapie)

Im Bereich der Symptombehandlung stehen neben medikamentösen auch viele nicht-medikamentöse Therapien zur Verfügung, zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie und die neuropsychologische Therapie.

Wir unterscheiden folgende Verläufe:

1. SCHUBFÖRMIGER VERLAUF (häufigste Form bei Krankheitsbeginn):
Meist weitgehende Abheilung der entzündlichen Herde und damit Rückbildung der auftretenden Symptome.

2. SEKUNDÄR CHRONISCH PROGREDIENTER VERLAUF (häufigste Form nach 20 Jahren):
Der schubförmige Verlauf kann nach einer variablen Zeit in einen chronisch progredienten (fortschreitenden) Verlauf übergehen, das heißt es kommt zu einer langsamen Verschlechterung ohne klare Schübe.

3. PRIMÄR CHRONISCH PROGREDIENTER VERLAUF (seltene Form):
Es gibt von Beginn an eine langsame Verschlechterung der Symptome ohne klare Schübe. Weltweit leben ca. 2,5 Millionen Menschen mit MS, in Deutschland sind es mehr als 200.000. 
Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung wird in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt - mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. Erstdiagnosen nach dem 60. Lebensjahr sind selten.

Auslöser

Die Ursache der MS ist noch nicht geklärt. Es handelt sich vermutlich um eine multifaktorielle Entstehung. Das bedeutet, dass eine MS durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgelöst wird.

1. DAS IMMUNSYSTEM
Bei der MS scheint ein Teilbereich unseres Abwehrmechanismus falsch programmiert zu sein, das heißt, er richtet sich gegen den eigenen gesunden Körper. So kann es zu Schädigungen und Störungen der Nervenzellen und -fasern kommen.

2. GENETISCHE FAKTOREN
Es gibt keine direkte Vererbung der Erkrankung - vererbt wird eher eine "Neigung", die Erkrankung möglicherweise zu bekommen, eine sogenannte Prädisposition.

3. UMWELTFAKTOREN
Umweltfaktoren, wie Infektionen im Kindesalter, Vitamin D-Status und die Ernährung werden als mögliche Mitauslöser diskutiert.

„I will never say that I am thankful for MS, but I will say that without MS, I don’t know if I would have made the necessary changes in my life that have changed me for the better.“

(Jack Osbourne, Sohn des britischen Rockstars Oozy Osbourne)

EINE WAHRE GESCHICHTE VON HELGE: DIAGNOSE MULTIPLE SKLEROSE
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