Was ist die Darm-Hirn-Achse?


Vielleicht hast du schon Schlagzeilen gelesen wie „Eine vorwiegend auf Fertigprodukten basierende Ernährung hat einen negativen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden‟ oder „Gezielte Atemübungen haben Auswirkungen auf unsere Verdauung.“ Hinter diesen scheinbar überraschenden Aussagen steckt die Entdeckung der sogenannten Darm-Hirn-Achse. Sie beschreibt die bidirektionale (in beide Richtungen verlaufende) Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Erstaunlicherweise werden die meisten Signale (ca. 90%) vom Darm an das Gehirn gesendet – und nicht umgekehrt. Wie genau diese Kommunikationswege aussehen, wird aktuell intensiv erforscht. Sicher ist jedoch, dass Nerven, unser Immunsystem, Hormone sowie unsere intestinale Mikrobiota (Darmflora) eine große Rolle spielen.

Gerade für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist dieses Wissen bedeutsam. Denn entzündliche Prozesse, Stress, Ernährung und mentale Gesundheit beeinflussen sich wechselseitig – und die Darm-Hirn-Achse bildet dabei ein wichtiges Bindeglied. Obwohl diese Achse auch bei anderen Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom eine zentrale Rolle spielt, zeigt die Forschung zunehmend, dass sie auch bei CED für Symptome, Krankheitsverlauf und allgemeines Wohlbefinden relevant ist.

Damit du dir dieses komplexe Netzwerk besser vorstellen kannst, stelle dir vier Telefonleitungen vor, die den Darm und das Gehirn verbinden.


Telefonleitung: Die nervliche Darm-Hirn-Achse

Hast du schon vom Nervus Vagus (N. vagus) gehört? Er ist einer der wichtigsten Nerven unseres Körpers, wirkt beruhigend (parasympathisch) und verbindet unser Gehirn mit vielen inneren Organen – unter anderem dem Darm.

Er schafft eine Verbindung zwischen Bewusstem und Unbewusstem: So können wir zum Beispiel durch gezielte Atemübungen, Summen oder Entspannungsübungen bewusst Einfluss auf unbewusste Prozesse wie die Verdauung nehmen. Ist das nicht faszinierend?

Der N. vagus wird auch als sozialer Vagus bezeichnet, da er emotionale Regulation, Mimik, Stimme und soziale Interaktion beeinflusst. Gleichzeitig überwacht er wie ein hochsensibles Sensorsystem die Vorgänge im Darm und übermittelt diese permanent ans Gehirn.

Bei CED ist die Regulation dieses Nervs besonders interessant, da Stress, Schmerzen und Entzündungen die Vagusfunktion beeinflussen können – und umgekehrt vagusfördernde Maßnahmen wie Atmung, Entspannung und bewusstes Essen das Nervensystem beruhigen und die Verdauung unterstützen können.

Telefonleitung: Die hormonelle Darm-Hirn-Achse

Chronischer Stress ist ein wesentlicher Einflussfaktor bei vielen gesundheitlichen Prozessen und spielt auch bei CED eine Rolle. Stress beeinflusst den Darm über das Zusammenspiel von Nerven und Hormonen – insbesondere Cortisol und Adrenalin.

Unter anhaltendem Stress passiert Folgendes:

  1. Verminderte Verdauungsfähigkeit: Durch reduzierte Durchblutung und weniger Verdauungsenzyme.
  2. Gestörte Darmbarriere („Leaky Gut“): Die Darmschleimhaut wird durchlässiger – entzündliche Reaktionen können begünstigt werden.
  3. Veränderte Darmflora (Dysbiose): Stress kann die Vielfalt und Stabilität der Mikrobiota beeinträchtigen.

Bei CED-Patient*innen kann Stress dadurch Schübe begünstigen oder Symptome verstärken, da Immunsystem, Entzündungsprozesse und Mikrobiom sensibel darauf reagieren. Stressmanagement – ob durch Atemtechniken, Schlaf, Bewegung oder psychologische Unterstützung – ist daher ein zentraler Bestandteil der CED-Therapie.

Merke:
Stress verändert zum einen unsere Darmflora und führt gleichzeitig zu der Ausbildung einer gestörten Barrierefunktion des Darms. Diese beiden Gegebenheiten führen zu einer chronischen Aktivierung des Immunsystems, das wiederum mit einer erhöhten Entzündungsneigung im Körper einhergeht. Gleichzeitg wissen wir, dass einige Reizdarmpatient*innen in Studien sowohl eine gestörte Barrierefunktion als auch eine erhöhte Aktivität des darmassoziierten Immunsystems aufweisen. Wie genau diese Aktivierung des Immunsystems aussieht, schauen wir uns in der nächsten Telefonleitung an.

Telefonleitung: Die immunologische Darm-Hirn-Achse

Wusstest du, dass etwa 70% unseres Immunsystems im Darm sitzt? Das sogenannte darmassoziierte Immunsystem arbeitet wie ein hochintelligenter Türsteher: Es unterscheidet ständig zwischen harmlosen und potenziell gefährlichen Stoffen.

Bei CED ist dieses System dauerhaft aktiviert, was immer wieder zu Entzündungsreaktionen führt. Gleichzeitig kann bei entzündlichen Prozessen die Darmbarriere geschwächt sein. Dann gelangen Stoffe aus dem Darm leichter in den Körper und treffen dort auf Immunzellen – was wiederum Entzündungen verstärken kann.

Die ausgeschütteten Botenstoffe (Zytokine) haben nicht nur Auswirkungen im Darm, sondern können auch das Gehirn beeinflussen. Das erklärt, warum Menschen bei Entzündungen oft Symptome wie Müdigkeit, gedrückte Stimmung oder Appetitlosigkeit erleben – ein Phänomen, das auch Sickness Behavior genannt wird.

Bei CED ist dieser Zusammenhang besonders relevant: Entzündungen im Darm können sich auf das Gehirn und emotionale Prozesse auswirken, was wiederum das Stressempfinden und die Krankheitsbewältigung beeinflusst.

Telefonleitung: Die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse

Billionen von Mikroorganismen (ca. 1–2 kg) leben in unserem Darm. Sie helfen uns bei Verdauung, Nährstoffaufnahme, Vitaminproduktion und beeinflussen Immunsystem und Hirnfunktion. Besonders wichtig sind kurzkettige Fettsäuren (SCFA) wie Buttersäure, die:

  1. die Darmschleimhaut ernähren,
  2. die Darmbarriere stärken,
  3. das Immunsystem regulieren.

CED-Patient*innen weisen häufig Veränderungen der Darmflora (Dysbiose) auf. Diese Veränderungen beeinflussen nicht nur die Entzündung im Darm, sondern auch Stressreaktionen und emotionale Gesundheit. Umgekehrt können Ernährung, Probiotika, Bewegung und Lebensstil die Darmflora positiv beeinflussen – und damit möglicherweise auch die Darm-Hirn-Kommunikation.

Zusammenfassung:

Die Darm-Hirn-Achse zeigt eindrucksvoll, wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind. Nerven, Immunsystem, Hormone und Darmflora bilden ein komplexes Netzwerk, das sich gegenseitig beeinflusst.

Für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bedeutet das:

  • Entzündung beeinflusst das Gehirn
  • Stress beeinflusst die Entzündung
  • Darmflora, Ernährung und Emotionen spielen zusammen

Das Verständnis dieser Zusammenhänge kann helfen, Therapien besser zu verstehen und langfristig zu unterstützen. Die Forschung entwickelt sich rasant – und wir stehen erst am Anfang dessen, was wir über diese faszinierende Verbindung lernen können.

Ein Gastartikel von:
Ekaterina Spiess
Frau Spiess ist Ärztin für ganzheitliche Medizin, Expertin für Darmgesundheit und arbeitet aktuell in einer Hausarztpraxis. Zudem ist sie Mind-Body-Medizin-Therapeutin und Co-Autorin des Buches Scheissangst. Als Expertin für ganzheitliche Darmgesundheit verbindet sie schulmedizinisches Wissen mit einem integrativen Ansatz. Durch ihre eigene Erfahrung mit einer chronischen Erkrankung kennt sie sowohl die ärztliche als auch die Patientinnenperspektive […]

Wenn es immer eilig ist: Wie Bowel Urgency bei CED das Familienleben belasten kann

Mit den Kindern in den Park, mit dem Lieblingsmenschen spontan einen Roadtrip machen – undenkbar? Vielleicht warst auch du gerade mit der Familie beim Picknick am See und plötzlich war nur noch ein Gedanke da: „Ich! Muss! Jetzt!“

Bowel Urgency – der plötzliche Stuhldrang – ist eines der zentralen Symptome bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Es kann schwerwiegende Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben, auch auf die Familie.[1]

Denn das Problem kann schon auftauchen, bevor überhaupt etwas passiert ist: Allein die Angst vor einem „Unfall“ führt oft dazu, dass Betroffene sich einschränken und von vornherein verzichten. Aktivitäten und Treffen werden abgesagt, ungeplante Ausflüge gar nicht in Betracht gezogen.[2,3] Die Folge: Noch mehr Frust über die fehlende Spontanität im Leben.[1]

Wenn das Familienleben leidet

Kein Wunder, dass Bowel Urgency familiäre Beziehungen schwer belasten kann. Denn zupft nicht ständig das Kleinkind am Rockzipfel und will dringend was Neues erleben? Und fragt die Oma nicht, ob man nicht endlich mal wieder vorbeikommt, obwohl die Autofahrt mehrere Stunden dauert und man ständig mit einem Stau rechnen muss?

In einer Umfrage* unter Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gaben knapp 80 % der Betroffenen an, dass die plötzliche Notwendigkeit eines WC-Besuchs großen Einfluss auf ihr Familienleben habe. Rund 7 von 10 sagten, die Beziehung zu ihrem Partner oder ihrer Partnerin sowie zu anderen Mitgliedern in ihrer Familie sei beeinträchtigt. Kein Wunder, denn wenn einem nur wenige Minuten Zeit bis zur nächsten Toilette bleiben, ist Stress vorprogrammiert.[1]

Doch was kann ich tun, wenn ich was ändern will?

  • Zugegeben, es klingt paradox – aber gute Vorbereitung erlaubt Spontanität! Recherchiere an einem regnerischen Sonntag die schönsten Picknickplätze in deiner Umgebung, die in der Nähe eine Toilette haben. Das ist dein Ziel für den nächsten sonnigen Sonntag!
  • Erlaube dir kleine Abstriche: Auch wenn es schwerfällt, zeichne das Leben nicht in schwarz und weiß. Probiere erst einmal den Park ganz in der Nähe aus, bevor du dich auf einen Abenteuertrip ins Unbekannte wagst. Sicherheit an fremden Orten kann dir vielleicht auch der Euro-WC-Schlüssel geben, der europaweit WC-Anlagen öffnet. Mehr Infos gibt es dazu unter https://www.bsk-ev.org/informieren/der-euro-wc-schluessel.
  • Hole alle mit ins Boot! Auch Kleinkinder verstehen schon recht gut, wenn Mama oder Papa mal nicht so können wie gedacht. Und auch die Großeltern entstammen vielleicht einer Generation, in der man „über sowas“ nicht spricht, aber nur Offenheit kann Verständnis wecken!

Und besonders wichtig ist: Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Die Zahlen sagen es deutlich: Bowel Urgency ist eine große Belastung bei CED und sollte bei der Wahl deiner Therapie berücksichtigt werden. Aber nur, wenn dein Gastroenterologe oder deine Gastroenterologin weiß, wie es um deinen Alltag und dein Familienleben bestellt ist, kann er oder sie dir helfen und eine passende Therapie finden.

Damit dem nächsten Familienausflug nichts mehr im Wege steht!


[1] Rubin DT et al. Adv Ther 2025; 42(9):4510-4526
[2] Schreiber S et al. Dig Dis Sci 2024; 69: 2333–2344
[3] Travis S et al. Inflamm Bowel Dis 2024; 30: 939–949

* Für die Communicating Needs and Features of IBD Experiences(CONFIDE)-Umfrage wurden 556 europäische Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa und 547 Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn befragt. Die Aussagen zu Bowel Urgency beziehen sich auf jene, die dieses Symptom schon einmal erlebt haben.


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Fokustage: CED

Vom 02.11. bis 10.11.2025 richten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog den Blick auf die besonderen Herausforderungen, die mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) einhergehen. Unser herzlicher Dank gilt den Firmen AbbVie und Alfasigma, deren Unterstützung die Durchführung der CED-Fokustage ermöglicht.


Unsere Veranstaltungen während der CED-Fokustage

Webinar

Den Auftakt der CED-Fokuswochen bildet unser Webinar am 03. November um 18:30 Uhr. Unter dem Thema „CED verstehen und behandeln: Darm und Psyche – Alles zur Darm-Hirn-Achse“ bieten wir tiefgehende Einblicke und interessante Diskussionen mit Ekaterina Spiess, Ärztin für ganzheitliche Medizin, Expertin für Darmgesundheit und Dr. med. Julian Holzhüter, Gastroenterologe. Zusätzlich wird CED-Patientin Julia (@bauchkrawall) ihre persönlichen Erfahrungen teilen.

Unsere Referent*innen:

Ekaterina Spiess
Frau Spiess ist Ärztin für ganzheitliche Medizin, Expertin für Darmgesundheit und arbeitet aktuell in einer Hausarztpraxis. Zudem ist sie Mind-Body-Medizin-Therapeutin und Co-Autorin des Buches Scheissangst. Als Expertin für ganzheitliche Darmgesundheit verbindet sie schulmedizinisches Wissen mit einem integrativen Ansatz. Durch ihre eigene Erfahrung mit einer chronischen Erkrankung kennt sie sowohl die ärztliche als auch die Patientinnenperspektive […]
Dr. med. Julian Holzhüter
Dr. med. Julian Holzhüter
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie in Hamburg


Was erwartet dich?

  • Wie beeinflusst die Gesundheit deines Darms deine Stimmung und dein Wohlbefinden?
  • Welche Verbindung gibt es zwischen Darmproblemen und psychischen Beschwerden wie Angst oder Depression?
  • Wie wirkt sich eine gestörte Darmflora auf die geistige Gesundheit aus?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um das Gleichgewicht zwischen Darm und Psyche bei CED zu unterstützen?

Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stelle deine Fragen und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Wir laden dich und deine Angehörigen herzlich ein, am Webinar teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!


Insta Live für einen intensiven Austausch

Für einen direkten und persönlichen Dialog bieten wir während der CED-Wochen ein spannendes Insta Lives an:

10.11. um 19:00 Uhr – „Heißer Stuhl“
CED: Insta Live – mit Ekaterina Spieß, Ärztin für ganzheitliche Medizin und Expertin für Darmgesundheit. Stellt eure Fragen 30 Minuten direkt an unsere Expertin!
Zur Insta Live Aufzeichnung

CED Botschafterin und Patientin Julia (@bauchkrawall)

Julia (@bauchkrawall) lebt mit einer chronischen Darmerkrankung und teilt mutig ihre Erfahrungen und Herausforderungen mit der Community. Ihre ehrlichen Berichte und ihr engagierter Austausch geben vielen Betroffenen neuen Halt und zeigen: Offen über Krankheit zu sprechen, kann empowern.

Auch NIK e.V. Gründerin Tanja Renner leidet unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, der Colitis ulcerosa. Ihre Sicht auf die Krankheit hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Sie hat erkannt, wie wichtig es ist, sich zu öffnen und Unterstützung von anderen Betroffenen zu suchen. Durch ihre Offenheit kann sie nun selbst anderen helfen und zur Aufklärung über Autoimmunerkrankungen beitragen. Trotz neuer Herausforderungen, wie der Diagnose Colitis ulcerosa, bleibt sie positiv und engagiert sich weiterhin stark im Netzwerk Autoimmunerkrankter. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und die Gemeinschaft zu stärken.

Wissenswertes zu CED

 

Weitere CED-Webinare


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Optimal vorbereitet auf den nächsten Arzt-Besuch

Optimal vorbereitet auf den nächsten Arzt-Besuch: Die Lupus-Checkliste mit allen relevanten Informationen rund um die leitliniengerechte Therapie

Was sind Leitlinien?

Im April 2025 wurden die ersten deutschen Leitlinien für den systemischen Lupus erythematodes (SLE) veröffentlicht. Leitlinien werden von Expert:innen basierend auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen entwickelt und sind eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Ärzt:innen, um die bestmögliche Behandlung für ihre Patient:innen auszuwählen. Auch die Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V. war an der Erstellung beteiligt.

Therapieziel: Remission

Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung des Lupus können Behandlungsansätze und Therapieziele variieren. Generell ist das Ziel, die Remission zu erreichen und leitliniengetreu zu therapieren. Mit dem Stadium der Remission meint man bei Lupus Symptomfreiheit (also keine aktiven Erkrankungssymptome) bei minimalem Medikamenteneinsatz (Hydroxychloroquin, Biologika und konventionelle Immunsuppressiva. Kortison nur in geringstmöglicher Dosis). Mit einer gut eingestellten Therapie ist für Dich als Lupus-Betroffene:r daher ein weitestgehend beschwerdefreies Leben möglich, in dem deine Lebensqualität verbessert und Organschäden und Krankheitsschübe vermieden werden. Sollte die Remission (noch) nicht erreicht werden können, wird angestrebt, eine möglichst niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen. Dabei solltest Du in Absprache mit Deiner behandelnden Ärzt:in die Zielsetzung Deiner Behandlung besprechen. So könnt Ihr Fortschritte feststellen und den Erfolg Deiner Behandlung messen.

Dein Lupus – Deine Checkliste

Um Dich dabei optimal zu unterstützen, wurde die Lupus-Checkliste (https://www.mein-a-z.de/erkrankungen/lupus#lupus-checkliste gemeinsam mit der Oberärztin des Rheumazentrums Ruhrgebiet, Dr. med. Johanna Mucke, und der Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V. entwickelt. Sie gibt Dir einen Überblick über die wichtigsten Empfehlungen der Lupus-Leitlinie, insbesondere den unterschiedlichen Therapien. Außerdem soll sie Dir dabei helfen, Deine Therapieziele zu formulieren und Deine körperlichen Beschwerden sowie Alltagseinschränkungen zu verschriftlichen. So kannst Du gemeinsam mit Deiner Ärzt:in auf Deine persönlichen Erfahrungen seit dem letzten Besuch blicken und gemeinsam mit ihm/ihr die nächsten Schritte besprechen. Zudem hast Du die Möglichkeit, Dir Notizen zu Deiner aktuellen Therapie machen, sodass Du optimal auf Dein nächstes Arztgespräch vorbereitet bist.

Auf der Suche nach weiterem Austausch?

Der Instagram-Kanal Mein Lupus & Wir (https://www.instagram.com/meinlupusundwir/) bietet Unterstützung für Menschen, die an SLE erkrankt sind, für deren Angehörige und Interessierte. Er stellt umfangreiche Informationsmaterialien und praktische Hilfestellungen zur Verfügung und gibt Tipps zur Verbesserung der Lebensqualität. Ziel ist es, Betroffene zu empowern, ihre Erkrankung besser zu verstehen und einen aktiven Umgang damit zu entwickeln. Dabei steht der Austausch mit der Community im Vordergrund.

Mit freundlicher Unterstützung von:
AstraZeneca

5 Tipps, um Scham zu überwinden und offen mit dem Arzt über Bowel Urgency bei Morbus Crohn & Colitis ulcerosa zu sprechen.

SCHAMGEFÜHL ÜBERWINDEN! 5 TIPPS FÜRS ARZTGESPRÄCH BEI BOWEL URGENCY

Schaffe ich es noch zur nächsten Toilette oder nicht? Dieser Gedanke quält viele Menschen, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Der Grund: Eines der zentralen Symptome dieser beiden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist Bowel Urgency – das plötzliche und dringende Bedürfnis, den Darm zu entleeren.

Die Angst vor einem „Unfall“ ist häufig Alltagsbegleiter. Umfragen ergaben, dass mehr als jede dritte betroffene Person mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa mindestens 1x pro Woche Windeln, Einlagen oder Ähnliches trägt.[1,2] Kein Wunder, dass Bowel Urgency für die Mehrheit der Betroffenen das Symptom mit den größten Auswirkungen auf ihre Lebensqualität ist.[3]

Aus Scham schweigen? No Way!

Und wenn es doch passiert ist? Wie spricht man mit seinem Arzt oder seiner Ärztin über den peinlichen Moment? Wie kann man diesen Leidensdruck in Worte fassen?

Vielleicht können dir diese 5 Tipps helfen, deine Scham zu überwinden:

  • Vorbereitung ist das A und O! Schreib auf, was du sagen möchtest – wann, wie oft und wie stark tritt der Stuhldrang auf? Was möchtest du noch über das Symptom wissen? Notiere alles vor dem Arztgespräch! Dies kann helfen, dass du dich sicherer fühlst und nichts vergisst.
  • Offen und ehrlich sein! Es fällt nicht immer leicht, über Bowel Urgency zu sprechen. Versuche dennoch, alles genau zu beschreiben und zu berichten – auch von „Unfällen“. Im Arztgespräch sitzt dir eine medizinische Fachkraft gegenüber, die solche Dinge regelmäßig von Patient:innen hört, sich damit auskennt und dir helfen will.
  • Fachbegriffe können helfen! Sind dir umgangssprachliche Ausdrücke unangenehm? Vielleicht fühlst du dich wohler mit „Stuhlgang“, „Defäkation“ oder „Bowel Urgency“?
  • Rufe dir die Einschränkungen in Erinnerung! Führe dir vor Augen, wie belastend Bowel Urgency für dein Leben ist! Denk an die letzten Aktivitäten, die du nicht wahrgenommen hast! Denk an die Scham und Angst vor „Unfällen“, die dich im Alltag begleiten!
  • Führe dir das Ziel vor Augen! Sind deine Symptome unter Kontrolle, steigt die Chance auf einen Alltag mit mehr Lebensqualität. Erinnere dich immer wieder an dieses Ziel! So kannst du es schaffen, deine Scham zu überwinden. Du bist nicht allein!

Fazit: Ein offenes Gespräch ist wichtig, denn nur durch ein umfassendes Bild deiner Erkrankung kann deine Ärztin oder dein Arzt mit dir gemeinsam die passende Therapie finden.

Einer, der diese Situation kennt, ist Dr. Stefan Schubert, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Berlin. Wir haben ihn gefragt: Die Scham ist oft groß – ist sie berechtigt?

Dr. Stefan Schubert ©privat

„Für uns Gastroenterologinnen und Gastroenterologen gehört das Thema Bowel Urgency – so wie alle Themen rund um die Ausscheidungen des menschlichen Körpers – zur täglichen Arbeit und sollte überhaupt kein Tabu-Thema sein. Wir wissen aber, dass viele Patientinnen und Patienten das Thema nicht freizügig und von sich aus ansprechen. Daher ist es unsere Pflicht, das zu tun und dabei möglichst auch individuelle Bedürfnisse und kulturelle Hintergründe im Umgang mit solchen Themen zu beachten. Schließlich haben wir inzwischen hoch wirksame Therapieoptionen, die hier helfen können.“

[1] Schreiber S et al. Dig Dis Sci 2024; 69: 2333–2344
[2] Travis S et al. Inflamm Bowel Dis 2024; 30: 939–949
[3] Rubin DT et al. Inflamm Bowel Dis 2021; 27: 1942–1953


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Fokuswochen: CED

Vom 12.05. bis 21.05.2025 richten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog den Blick auf die besonderen Herausforderungen, die mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) einhergehen. Unser herzlicher Dank gilt den Firmen Hexal und Alfasigma, deren Unterstützung die Durchführung der CED-Wochen ermöglicht. Das Webinar am 16. Mai wird zusätzlich unterstützt von den Firmen Lilly & Fresenius.

Unsere Veranstaltungen während der CED-Wochen

Webinar

Den Auftakt der CED-Fokuswochen bildet unser Webinar am 16. Mai um 18:30 Uhr. Unter dem Thema „CED verstehen und behandeln“ mit dem Fokus „CED und Sexualität“ bieten wir tiefgehende Einblicke und interessante Diskussionen mit Sexualmedizinerin und Psychotherapeutin Dr. med. Stephanie Kossow und Gastroenterologe und Internist Dr. med. Julian Holzhüter. Zusätzlich wird CED-Patientin Sarah (@bellygirl_lifestyle) ihre persönlichen Erfahrungen teilen.

Unsere Referenten:

Dr. med. Julian Holzhüter
Dr. med. Julian Holzhüter
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie in Hamburg
Dr. med. Stephanie Kossow, Sexualmedizinerin & Psychotherapeutin
Dr. med. Stephanie Kossow
Sexualmedizinerin und Psychotherapeutin


Was erwartet dich?

  • Weniger Lust auf Sex – Was kann ich tun?
  • Wie spreche ich über Ängste und Unsicherheiten?
  • Wie vermeide ich Schmerzen oder Verdauungsprobleme?
  • Wie beeinflussen Medikamente meine Libido?

Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stelle deine Fragen und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Wir laden dich und deine Angehörigen herzlich ein, am Webinar teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!


Insta Lives für einen intensiven Austausch

Für einen direkten und persönlichen Dialog bieten wir während der CED-Wochen spannende Insta Lives :

12.05. um 19:00 Uhr
CED: Insta Live – „Heißer Stuhl“ mit Dr. med. Julian Holzhüter


15.05. verschoben auf den 20.05. um 19:00 Uhr – „Gemeinsam stark – Unterstützung von Betroffenen für Betroffene“
CED: Insta Live – mit Nadine von Chronisch Glücklich e.V.

ABGESAGT // 20.05. um 19:00 Uhr – „Der Mensch ganzheitlich betrachtet“ – Leider wurde das Insta live aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.
CED: Insta Live – mit Dr. med. Pauline Ramisch

CED Botschafterin und Patientin Sarah (@bellygirl_lifestyle)

Eine lächelnde Person steht im Freien vor einem Haus und hebt ihr Oberteil an, um einen Stomabeutel auf ihrem Bauch zu zeigen. Sie trägt eine Brille, ein helles Top und weiße Jeans. Der Hintergrund zeigt einen Garten mit Bäumen und einen blauen Himmel mit Wolken.

Was für Sarah mit einer plötzlich geschwollenen Lippe nach einer Geburtstagsfeier begann, wurde zur lebensverändernden Reise: Die Diagnose Morbus Crohn stellte alles auf den Kopf. Von jahrelanger Verdrängung über lebensbedrohliche Komplikationen bis hin zur OP und einem dauerhaften Stoma – Sarah hat viel durchgemacht. Doch statt sich zu verstecken, lebt sie heute bunter und selbstbewusster denn je. Auf ihrem Instagram-Blog @bellygirl_lifestyle zeigt sie, wie man auch mit chronischer Krankheit strahlen kann – mit Ehrlichkeit, Humor und ganz viel Herz.

Eine Geschichte, die Mut macht, berührt und zeigt, dass das Leben trotz (oder gerade wegen) Crohn lebenswert sein kann.

Fünf Jahre nach ihrer ersten Geschichte nimmt uns Sarah erneut mit in ihr Leben mit Morbus Crohn und Stoma – und zeigt, was sich alles verändern kann, wenn man mutig bleibt. Festivals, Roadtrips durch Italien, ein neuer Job im IT-Einkauf und sogar ihre eigene Hochzeit im weißen Kleid: Sarah hat sich viele Träume erfüllt und dabei nie ihren Humor verloren. Sie ist heute offener denn je, wenn es um Tabuthemen wie Verdauung, Körperbild oder Intimität geht – und inspiriert weiterhin auf @bellygirl_lifestyle mit ihrer Mischung aus Ehrlichkeit, Leichtigkeit und Lebensfreude.

Auch wenn es Herausforderungen gibt – Neurodermitis, Body-Issues oder Alltagspannen mit dem Stoma – Sarah hat immer einem Plan-B-Beutel in der Handtasche und ist der Überzeugung: Das Leben läuft nicht immer gerade – aber wer sagt denn, dass der Umweg nicht der schönere Weg ist?

Auch NIK e.V. Gründerin Tanja Renner leidet unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, der Colitis ulcerosa. Ihre Sicht auf die Krankheit hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Sie hat erkannt, wie wichtig es ist, sich zu öffnen und Unterstützung von anderen Betroffenen zu suchen. Durch ihre Offenheit kann sie nun selbst anderen helfen und zur Aufklärung über Autoimmunerkrankungen beitragen. Trotz neuer Herausforderungen, wie der Diagnose Colitis ulcerosa, bleibt sie positiv und engagiert sich weiterhin stark im Netzwerk Autoimmunerkrankter. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und die Gemeinschaft zu stärken.

Wissenswertes zu CED

 

Weitere CED-Webinare


Die CED-Fokuswochen werden unterstützt von:

Das Webinar wird zusätzlich unterstützt von:

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Dr. Howaldt: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Nachdem unsere CED-Woche und die Veranstaltung mit Dr. med. Stefanie Howaldt und Dr. med. Julian Holzhüter ein voller Erfolg waren hat sich Frau Dr. Howaldt netterweise bereit erklärt, die vielen noch offenen Fragen hier in diesem Blogbeitrag zu beantworten.

Dr. med. Stefanie Howaldt beantwortet Fragen zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen:Wie wirkt sich Behandlungsmethoden auf Autoimmunerkrankung aus?


Welche Werte und Vitamine sollten bei CED kontrolliert und wie oft?

Bei der Erstvorstellung sollte alle Vitamine mit Vitamine A, D, E, K, B12, B1, B6, Folsäure kontrolliert werden. Dann schauen wir, was fehlt und kontrollieren dann individuell. Auf jeden Fall sollte bei Morbus Crohn das Vitamin B12 kontrolliert werden.

Welche Impfungen sind als CED Patient wichtig?

Weil man nicht genau weiß, ob irgendwann eine Biologika Therapie eingeleitet wird, sollte man alle Lebendimpfungen machen: Also Masern Mumps und Röteln.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Colitis Ulceros und mentaler Gesundheit?

Die meisten Schübe werden durch negativen Stress ausgelöst, daher gibt es einen großen Zusammenhang. Außerdem macht die Erkrankung auch etwas mit einem, wenn man ständig das Haus nicht verlassen kann und immer nur die nächste Toilette sucht, immer müde und schlapp ist und am sozialen Leben fast gar nicht mehr teilnehmen kann.

Kann eine Urticaria auch von einer Colitis Ulceros kommen?

Nein

Was halten Sie von Schonkosternährung im mittelschweren Schub?

Die Schonkost sorgt dafür, dass es einem etwas besser geht. Sie hat aber meiner Meinung nach nichts ursächlich mit einer besseren Abheilung der Entzündung zu tun. Die Ärzte sind sich in dem Punkt sehr uneinig…

Ich habe Morbus Crohn und leider wurde auch bei meinem Sohn vor 4 Jahren mit 10 Jahren Morbus Crohn festgestellt. Er wird seitdem mit Remicarde behandelt… Was sagen Sie denn zum Thema Vererbung? Wie hoch das das Risiko, dass später auch die Enkelkinder Morbus Crohn bekommen?

Das Risiko ist nicht sehr hoch, es ist etwas erhöht, da aber auch ganz viele Umweltfaktoren nötig sind, damit ein Morbus Crohn ausgelöst wird, wäre das überhaupt kein Grund keine Kinder zu bekommen.

Kann Colitis Ulcerosa auch mit Gelenkschmerzen zusammen hängen?

Ja, da muss man genau schauen, ob es eine extraintestinale Manifestation ist oder eine Nebenwirkung von den TNF Alphaantikörpern oder eine eigenständige Erkrankung wie z. B. rheumatoide Arthritis.

Würden sie die Medikamente für Morbus Crohn in Remission auch absetzen, wenn unzählige Pseudopolypen vorhanden sind?

Pseudopolypen bedeuten nur, dass über eine lange Zeit die Entzündung im Darm gewesen ist. Die muss man nicht behandeln, man sollte sie aber sehr engmaschig überwachen, damit man keinen echten Polypen übersieht.

Kann eine CED oder Biologika Herz-Kreislauf-Beschwerden (Herzhythmusstörung) verursachen? Kardiologie ohne Befund.

Eher nicht.

Welche Begleiterkrankung außerhalb des Dünn-/Dickdarms gibt es bei Morbus Crohn?

Es gibt die extra intestinalen (also außerhalb des Magen-Darm-Traktes) Manifestationen. Diese sind Gelenkschmerzen, Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum und sehr, sehr selten auch Augenentzündungen wie Uveitis oder Iritis.

Wenn man einmal den kompletten Dickdarm aufgrund einer Colitis Ulcerosa entzündet hatte, diese sich dann zurückbildet, ist es dann bei jedem Schub wieder so, dass der ganze Dickdarm entzündet ist oder kann das bei jedem Schub unterschiedlich sein?

Das kann vollständig unterschiedlich sein.

Welches Probiotika empfehlen/geben sie?

VSL#3

Welche Schmerzmittel empfehlen sie bei Colitis Ulcerosa?

Auf jeden Fall kein Diclofenac oder Ibuprofen, das kann Schübe auslösen. Am besten geht immer noch Novaminsulfon oder Paracetamol.

Darf man bei Colitis Ulcerosa überhaupt noch Antibiotika nehmen?

Ja, aber am besten in enger Absprache mit einem CED Spezialisten. Metronidazol und Ciprofloxacin und Cefuroxim geht meistens gut, Penicilline auch. Doxycyclin sollte man vermeiden.

Wie erkläre ich meinem Partner das Stoma? Gibt es Einschränkungen?

Hier würde ich empfehlen, sich mit jemandem zusammen zu setzen, der schon ein Stoma hat und bereit ist, anderen Patienten und Angehörigen darüber zu berichten.

Ich habe seit 1 Jahr unregelmäßig Blut im Stuhl, oft ist aber auch alles gut, sollte ich direkt zu einem Gastroenterologen?

Man sollte auf jeden Fall einmal eine Darmspiegelung machen, um eine exakte Diagnose zu stellen.

Können sie Kollegen über NIK empfehlen? Meine Freundin lebt in Leipzig?
Danke für das tolle Zoom-Meeting. 

Ja, in Leipzig gibt es Prof. Ingolf Schielke. Das ist ein sehr guter CED Spezialist.

Vielen Dank für diese tolle Veranstaltung bei NIK e.V. Es war sehr informativ und sympathisch. Im Laufe des Gesprächs kamen sie auf Probiotika zu sprechen. Können Sie mir dazu nähere Informationen geben?

Siehe oben. VSL#3.

Ich war bereits bei Ihrem Team wegen wiederkehrender Proktitis in Behandlung und wurde mit Mesalazin behandelt, welches eine gute Wirkung zeigt, wenn ich es dauerhaft statt bei Bedarf anwende. Gern würde ich meinen Darm zusätzlich noch probiotisch stärken. Gerade vor einiger Zeit hatte ich nämlich wieder eine länger andauernde Entzündungsphase in diesem Bereich. Weiterhin nehme ich MTX 20 mg und Cymzia bei einer bestehenden Spondyloarthritis (nicht röntgologisch) und einem SLE.
Wenn Sie noch einen Tipp für die Übelkeit hätten, wäre ich ebenfalls sehr dankbar.

Wir geben normalerweise kein MTX weil es so viele Nebenwirkungen macht. Wenn man es denn unbedingt nehmen muss, machen wir es so, dass wir Tabletten geben und die Dosis aufteilen. In ihrem Falle wären das dann 2 x 10 mg Tabletten in der Woche.

Leaky Gut Syndrom, wird es automatisch eine CED?

Nein.

Wieso wird Cortison immer so schlimm angesehen und Biologika nicht? Cortison hat z.B. als schlimmste Nebenwirkungen meiner Meinung nach Nebenniereninsuffizienz oder Osteoporose, bei Biologika stehen diverse Krebsarten in den NW – das macht tierisch Angst. Ich hätte lieber Osteoporose als Krebs, zum Beispiel.

Biologika machen kein Krebs, das steht nur in den Beipackzettel drin, damit die Firmen sich absichern. Cortison kann auch zum Tode führen, es macht hohen Blutdruck, grünen Star, der Augenoperationen nach sich zieht, die Knochen brechen schnell, dadurch können multiple Komplikationen kommen. Weiterhin ist man massiv infektgefährdet, sepsis gefährdet, die Haut reißt irgendwann ein, ich kann gar nicht so viele schlimme Nebenwirkungen aufzählen, wie Cortison macht.



Fokuswochen: CED

Vom 26.09. bis 05.10.2024 richten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog den Blick auf die besonderen Herausforderungen, die mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) einhergehen. Unser herzlicher Dank gilt den Firmen Abbvie, Hexal und Pfizer, deren Unterstützung die Durchführung der CED-Wochen ermöglicht.

Unsere Veranstaltungen während der CED-Wochen

1. Webinar

Den Auftakt der CED-Fokuswochen bildet unser Webinar am 26. September um 19:00 Uhr. Unter dem Motto „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Symptome, Diagnose – Was nun?“ bieten wir tiefgehende Einblicke und interessante Diskussionen mit den Gastroenterologen Dr. med. Julian Holzhüter und Prof. Dr. med. Samuel Huber. Zusätzlich wird CED-Patientin Mila (@milaquirin) ihre persönlichen Erfahrungen teilen.

Unsere Referenten:

Dr. med. Julian Holzhüter
Dr. med. Julian Holzhüter
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie in Hamburg
Prof. Dr. med. Samuel Huber
Facharzt für Innere Medizin,Gastroenterologie


Was erwartet dich?

  • Überblick über typische CED-Symptome: Wann ist ärztlicher Rat gefragt?
  • Diagnoseprozesse bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
  • Therapien im Vergleich: Welche Behandlungsansätze stehen zur Verfügung?
  • Alltag meistern mit CED: Tipps zur Verbesserung der Lebensqualität
  • Selbsthilfe und psychologische Unterstützung: Wo finde ich Hilfe?

Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stelle deine Fragen und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Wir laden dich und deine Angehörigen herzlich ein, am Webinar teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!



2. Insta Lives für einen intensiven Austausch

Für einen direkten und persönlichen Dialog bieten wir während der CED-Wochen spannende Insta Lives (Zeiten folgen in Kürze):

27.09. um 16:00 Uhr
Insta Live „Heißer Stuhl“ mit Diplom-Psychologe Herrn Till Niewisch

29.09. um 17:00 Uhr
Insta Live mit Tanja Renner und Kathlen Eisenmenger @happyandhealthy.coaching zum Thema Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

30.09. um 18:00 Uhr
Insta Live „Heißer Stuhl“ mit Gastroenterologe Dr. Julian Holzhüter

01.10.um 18:00 Uhr
Insta Live mit CED Nurse Tanja Sybille Fischer @tanjasybillefischer zum Thema: Meine CED verstehen und begleiten: Tipps für den Umgang mit Ängsten und Sorgen


CED Botschafterin und Patientin Mila @milaquirin

Mila, 27, erhielt 2014 die Diagnose Colitis ulcerosa. Die ersten Symptome wie extreme Erschöpfung und Blut im Stuhl traten Jahre zuvor auf, doch die Diagnose kam erst nach mehreren Untersuchungen. Anfangs fiel es Mila schwer, die chronische Erkrankung zu akzeptieren, was zu Scham, Angststörungen und Depressionen führte. Unterstützung fand sie durch eine Psychotherapeutin, ihren Hund und den Austausch mit anderen Betroffenen.

In ihren Büchern „Bauchflüstern“ und „Die Organmalerin“ verarbeitet Mila ihre Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Biologiestudium half ihr, ein tieferes Verständnis für ihren Körper zu entwickeln. Auf Instagram teilt sie ihre Reise, informiert über die Krankheit und ermutigt andere Betroffene. Trotz der Herausforderungen bleibt Mila optimistisch und setzt sich für mehr Aufklärung und Enttabuisierung der Krankheit ein.


Auch NIK e.V. Gründerin Tanja Renner leidet unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, der Colitis ulcerosa. Ihre Sicht auf die Krankheit hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Sie hat erkannt, wie wichtig es ist, sich zu öffnen und Unterstützung von anderen Betroffenen zu suchen. Durch ihre Offenheit kann sie nun selbst anderen helfen und zur Aufklärung über Autoimmunerkrankungen beitragen. Trotz neuer Herausforderungen, wie der Diagnose Colitis ulcerosa, bleibt sie positiv und engagiert sich weiterhin stark im Netzwerk Autoimmunerkrankter. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und die Gemeinschaft zu stärken.


 


Weitere spannende Beiträge und Downloads zu CED

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Wirklich dringend! 3 Tipps bei Bowel Urgency
Reisen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Mit freundlicher Unterstützung von

Logo des Unternehmens ALFASIGMA, der Name "alfasigma" in dunkelgrauer, moderner Schrift, in Versalien geschrieben, dahinter das Bild Logo in beige, dunkelgrau und rot auf weißem Hintergrund.
Hexal Logo in dunkelblau

Gemeinsam stark: Wie du aktiv deine Rheuma-Behandlung unterstützen kannst

Die Diagnose einer Autoimmunerkrankung, wie etwa Rheuma, stellt Betroffene oft vor viele Fragen und Unsicherheiten. Gerade zu Beginn ist der Weg nicht immer leicht, doch umso wichtiger ist es, gut informiert zu sein und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem behandelnden Rheumatologen/der behandelnden Rheumatologin aufzubauen. Claudia, die selbst vor kurzem die Diagnose Rheuma erhalten hat und ihre Erfahrungen auf unserem Instagram-Account teilt, kennt diese Herausforderungen nur zu gut. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie entscheidend es ist, den richtigen Umgang mit der Erkrankung zu finden und zum Experten für die eigene Gesundheit zu werden.

Um es anderen (Neu-)Betroffenen zu erleichtern, hat Claudia unserem Rheumatologen Dr. Aries ein paar zentrale Fragen gestellt. In diesem Interview sprechen sie über die ersten Schritte nach der Diagnose, die Bedeutung einer aktiven und informierten Rolle in der Therapie und wie wichtig der vertrauensvolle Austausch zwischen Arzt*in und Patient*in ist.

Wie kann ich selbst aktiv dazu beitragen, dass meine Behandlung erfolgreich verläuft?

Sie können viel tun, um Ihre Behandlung zu unterstützen! Halten Sie sich an Ihren Therapieplan und nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf helfen Ihrem Körper, die Therapie besser zu verarbeiten. Seien Sie offen und engagiert – je aktiver Sie an Ihrer Gesundheit arbeiten, desto erfolgreicher kann die Behandlung sein.

Welche Informationen oder Beobachtungen sollte ich Ihnen regelmäßig mitteilen, um die Therapie bestmöglich zu unterstützen?

Ihr Feedback ist für die Therapie sehr wichtig! Informieren Sie uns über Veränderungen Ihrer Symptome, neue oder ungewöhnliche Schmerzen, Nebenwirkungen von Medikamenten und alle anderen gesundheitlichen Veränderungen. Auch wenn es Ihnen gut geht, sind diese Informationen wertvoll. Das hilft uns, Ihre Therapie laufend anzupassen und zu optimieren.

Welche Fragen sollte ich mir selbst stellen, um meine Diagnose besser zu verstehen und meine Behandlungsmöglichkeiten zu erkennen?

Überlegen Sie: „Was genau ist meine Diagnose und was bedeutet sie für mich?“ Fragen Sie sich auch: „Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und was sind die Vor- und Nachteile?“ und „Was kann ich selbst dazu beitragen, dass es mir besser geht?“ Diese Überlegungen helfen Ihnen, Ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv in die Behandlung einzubringen.

Wie kann ich Ihnen helfen, die richtige Behandlung für mich zu finden?

Die beste Behandlung zu finden, ist ein gemeinsamer Prozess. Teilen Sie uns mit, wie Sie sich fühlen, welche Nebenwirkungen Sie erleben und was Ihnen im Alltag wichtig ist. Sprechen Sie auch über Ihre persönlichen Ziele und Erwartungen an die Therapie. So können wir gemeinsam eine individuell passende Behandlung finden.

Was kann ich tun, wenn ich unsicher bin oder Fragen zur vorgeschlagenen Behandlung habe?

Ihre Unsicherheiten und Fragen sind völlig normal und wichtig! Scheuen Sie sich nicht, alles offen anzusprechen. Fragen Sie nach weiteren Erklärungen, wenn etwas unklar ist, und informieren Sie sich, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Behandlungsplan wohlfühlen.

Was kann ich zusätzlich zur Medikation machen, um meine rheumatische Erkrankung einzudämmen?

Neben der Medikation gibt es viele Möglichkeiten, Ihre Gesundheit zu unterstützen. Regelmäßige Bewegung, sei es durch leichte Gymnastik, Schwimmen oder Spazierengehen, hilft, die Gelenke beweglich zu halten. Achten Sie auch auf eine entzündungshemmende Ernährung, Stressbewältigung und ausreichend Schlaf. Jede kleine Veränderung kann eine große Wirkung haben!

Wie sinnvoll ist es, mit einer rheumatischen Erkrankung auf Reha/Kur zu gehen? Macht das auch Sinn, wenn man medikamentös gut eingestellt ist und aktuell kaum Beschwerden hat?

Eine Reha oder Kur kann auch dann sinnvoll sein, wenn Sie gut eingestellt sind und wenige Beschwerden haben. Sie bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit Ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen, Bewegung und Selbstmanagement zu erlernen und sich in einer unterstützenden Umgebung zu erholen. Es kann helfen, langfristig fit zu bleiben und Rückfälle zu vermeiden.

Wie kann ich sicherstellen, dass wir beide eine klare und offene Kommunikation haben?

Offene Kommunikation ist das A und O einer erfolgreichen Behandlung. Teilen Sie Ihre Gedanken, Sorgen und Erlebnisse offen mit und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist. Zögern Sie nicht, Themen erneut anzusprechen, und lassen Sie uns wissen, was Ihnen wichtig ist. So können wir gemeinsam daran arbeiten, die bestmögliche Betreuung für Sie zu gewährleisten.

Therapiemöglichkeiten bei Rheuma: Welche Medikamente gibt es?

Bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen gibt es heute eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten, die darauf abzielen, die Entzündung zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die Wahl der Therapie hängt dabei von der Art und Schwere der Erkrankung, den individuellen Bedürfnissen des Patienten und den möglichen Nebenwirkungen ab. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der wichtigsten Medikamente und Therapien vor, die aktuell zur Verfügung stehen.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen werden häufig zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Produktion von Prostaglandinen hemmen, die Entzündungen und Schmerzen im Körper fördern. NSAR sind in der Regel gut verträglich, können aber bei langfristiger Anwendung Magenprobleme verursachen.

Kortikosteroide (Kortison)

Kortikosteroide wie Prednison sind starke entzündungshemmende Medikamente, die bei akuten Schüben von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Sie wirken schnell, indem sie das Immunsystem unterdrücken und so die Entzündung reduzieren. Aufgrund ihrer potenziellen Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme, Osteoporose und erhöhtem Infektionsrisiko, werden Kortikosteroide oft nur kurzfristig eingesetzt.

Basistherapeutika (DMARDs)

DMARDs (Disease-Modifying Antirheumatic Drugs) sind Medikamente, die das Fortschreiten rheumatischer Erkrankungen verlangsamen. Sie wirken, indem sie das Immunsystem modulieren und die Entzündungsprozesse im Körper reduzieren. Zu den klassischen DMARDs gehören:

  • Methotrexat (MTX): Eines der am häufigsten verwendeten DMARDs, das die Zellteilung hemmt und dadurch das Immunsystem dämpft.
  • Sulfasalazin: Wirkt entzündungshemmend und wird häufig bei rheumatoider Arthritis und Morbus Crohn eingesetzt.
  • Leflunomid: Reduziert die Aktivität bestimmter Immunzellen und wird zur Behandlung von rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Biologika

Biologika sind eine fortschrittliche Form der Therapie, die gezielt auf bestimmte Komponenten des Immunsystems einwirkt. Diese biotechnologisch hergestellten Medikamente sind oft als Injektionen oder Infusionen erhältlich und werden bei Patienten eingesetzt, bei denen DMARDs nicht ausreichend wirken. Hier sind die wichtigsten Therapiekonzepte bei Biologika:

TNF-Alpha-Inhibitoren

Diese Biologika blockieren den Tumor-Nekrose-Faktor Alpha (TNF-α), ein Zytokin, das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen spielt.

Beispiele: Adalimumab, Infliximab, Etanercept, Certolizumab Pegol, Golimumab

IL-1-Inhibitoren

Diese Medikamente blockieren das Interleukin-1 (IL-1), ein weiteres proinflammatorisches Zytokin, das an entzündlichen Prozessen beteiligt ist.

Beispiel: Anakinra

IL-6-Inhibitoren

IL-6-Inhibitoren blockieren das Interleukin-6 (IL-6), ein Zytokin, das an der Entzündungsreaktion und an der Stimulierung der Akut-Phase-Reaktion beteiligt ist.

Beispiele: Tocilizumab, Sarilumab

B-Zell-Therapien

Diese Biologika richten sich gegen B-Zellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die an der Produktion von Antikörpern und an der Auslösung von Entzündungen beteiligt sind.

Beispiel: Rituximab (anti-CD20-Antikörper)

T-Zell-Kostimulationshemmer

Diese Medikamente verhindern die Aktivierung von T-Zellen, die eine Schlüsselrolle in der Immunantwort spielen.

Beispiel: Abatacept (CTLA-4-Ig)

IL-12/IL-23-Inhibitoren

Diese Biologika blockieren die Zytokine IL-12 und IL-23, die an der Differenzierung und Aktivierung von T-Zellen beteiligt sind, insbesondere bei der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis.

Beispiel: Ustekinumab

IL-17-Inhibitoren

Diese Therapie blockiert das Interleukin-17 (IL-17), ein Zytokin, das eine Rolle bei der Pathogenese von entzündlichen Erkrankungen wie Psoriasis und ankylosierender Spondylitis spielt.

Beispiele: Secukinumab, Ixekizumab, Brodalumab

IL-23-Inhibitoren

Diese Biologika wirken spezifisch auf das Interleukin-23 (IL-23), das an der Entzündungsreaktion bei Krankheiten wie Psoriasis beteiligt ist.

Beispiele: Guselkumab, Tildrakizumab, Risankizumab

Anti-BAFF/BLyS-Therapie

Diese Medikamente zielen auf den B-Zell-aktivierenden Faktor (BAFF/BLyS), der für das Überleben und die Aktivierung von B-Zellen wichtig ist.

Beispiel: Belimumab

RANKL-Inhibitor

Dieser Inhibitor blockiert den RANK-Liganden (RANKL), der eine Rolle bei der Osteoklasten-Aktivierung und damit beim Knochenabbau spielt.

Beispiel: Denosumab

JAK-Inhibitoren

Eine neuere Klasse von Medikamenten sind die JAK-Inhibitoren (Januskinase-Inhibitoren). Diese Tabletten blockieren spezifische Enzyme, die an der Signalübertragung von Entzündungsprozessen beteiligt sind. Beispiele sind Tofacitinib, Upadacitinib, Filgotinib und Baricitinib. JAK-Inhibitoren bieten eine orale Alternative zu Biologika und sind besonders bei Patienten wirksam, die auf andere Behandlungen nicht ausreichend ansprechen.

Phosphodiesterase-4-Hemmer (PDE4-Hemmer)

Apremilast ist ein Beispiel für einen PDE4-Hemmer, der die entzündlichen Prozesse im Körper beeinflusst, indem er bestimmte Enzyme blockiert. Es wird bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis eingesetzt und bietet eine weitere orale Behandlungsoption.

Zusammenfassung

Die Therapie von rheumatischen Erkrankungen ist vielfältig und individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Während traditionelle Medikamente wie NSAR und Kortikosteroide häufig zur schnellen Linderung von Symptomen eingesetzt werden, bieten, DMARDs, Biologika und JAK-Inhibitoren langfristige Lösungen zur Kontrolle der Erkrankung und zur Verhinderung von Gelenkschäden. Die Wahl der richtigen Therapie erfolgt in enger Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen, um die bestmögliche Lebensqualität für den Patienten zu gewährleisten.

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