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Optimale Krankheitskontrolle bei Neurodermitis

Gemeinsam zum persönlichen Therapieziel navigieren

Moderne Systemtherapien können bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis heute dafür sorgen, dass hohe Therapieziele erreicht werden. Optimale Krankheitskontrolle kann z. B. fast klare Haut und nahezu keinen Juckreiz bedeuten. Dort hinzugelangen ist eine Teamleistung, indem gemeinsam mit der behandelnden Dermatologin bzw. dem behandelnden Dermatologen das individuelle Ziel festgelegt und der Weg dahin verfolgt wird. Mit dem AD­Navigatorsteht nun ein einfaches Tool zur Verfügung, das dabei begleitet und sowohl die ärztliche Perspektive als auch die der Betroffenen einbezieht.

Gewinn an Lebensqualität, ein möglichst klares Hautbild und gegen den quälenden Juckreiz vorgehen – diesen Wunsch teilen viele Menschen mit Neurodermitis bei der Therapie. Ein erster Schritt dahin ist, die Schwere der Neurodermitis festzustellen und das individuelle Therapieziel zu finden. Sogenannte Scores helfen bei einer einheitlichen Bewertung der Krankheitsaktivität. Diese ärztlichen Messinstrumente bewerten z. B. die Ausdehnung oder die Intensität der Hautveränderungen. Wie die Erkrankung persönlich empfunden wird und welche Einschränkungen im Alltag besonders belasten, lässt sich damit jedoch nicht auf die Spur kommen.

Alle Folgen der Neurodermitis kommunizieren

Die persönliche Situation und alle Belastungen durch die Erkrankung wiegen ebenfalls schwer und verdienen Aufmerksamkeit bei der Wahl der Therapie. Es ist daher wichtig, im Arztgespräch auch diese Aspekte darzulegen, damit das Therapieziel und die Behandlung ausgewählt werden können. Doch manchmal ist es gar nicht so einfach, sich bewusst zu machen und in Worte zu fassen, welche Belastungen mit der Neurodermitis im täglichen Leben verknüpft sind. Schlechter Schlaf, Gedankenkarussell oder der Juckreiz – die Erkrankung hat viele Facetten, die eine Rolle spielen können. Der AD-Navigator kann dabei unterstützen, zu sortieren und auszudrücken, wie die Beschwerden und Folgen der Erkrankung empfunden werden.

Mit dem AD­Navigator zur Krankheitskontrolle

Der AD-Navigator enthält einen Fragebogen, in dem Juckreiz, Hautschmerz, Schlafstörungen, Hautveränderungen und -beschwerden, psychische Belastung und Einschränkungen des täglichen Lebens ganz einfach selbst bewertet werden können. Er kann unkompliziert z. B. im Wartezimmer vor dem Arzttermin ausgefüllt werden. Ergänzt wird diese Einschätzung durch die Ergebnisse von individuell ausgewählten Scores durch die Dermatologin bzw. den Dermatologen. So ergibt sich ein ganzheitliches Bild der persönlichen Neurodermitis-Situation, die eine zielorientierte Behandlung ermöglicht.

Hier ist der Patientenfragebogen aus dem AD-Navigator online als Download erhältlich: http://www.abbvie-care.de/ad-navigator

Langfristige Erfolgskontrolle

Als Momentaufnahme ist der AD-Navigator hilfreich, um die individuell passende Behandlung zu finden. Wiederholt ausgefüllt zeichnet er ein langfristiges Bild, mit dem sich der Verlauf der Neurodermitis verfolgen und das Erreichen der Therapieziele überprüfen lässt. So kann der AD-Navigator bei einem offenen Austausch zwischen Ärzt*innen und Patient*innen unterstützen, den Therapieweg begleiten, Erfolge zeigen oder auch Hinweise geben, ob die Behandlung angepasst werden sollte. Sprechen Sie mit Ihrer Dermatologin bzw. Ihrem Dermatologen darüber, was die Neurodermitis für Sie bedeutet, und finden Sie gemeinsam zur optimalen Krankheitskontrolle.

Praktisches Neurodermitis­Wissen

Noch mehr Infos zur Neurodermitis, Tipps für den Arztbesuch, den Neurodermitis- Alltags-Check, Erfahrungsberichte und Neuigkeiten bietet die Initiative Neurodermitis? Wen juckt’s? auf ihrer Webseite. Jetzt vorbeischauen!

http://www.neurodermitis-wen-juckts.de


Mit freundlicher Unterstützung der
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
DE-IMMD-250127


Lupus erythematodes und die psychische Gesundheit

Eine Lupus-Diagnose bedeutet für viele Betroffene einen tiefen Einschnitt: Plötzlich stehen Fragen im Raum, die das gesamte Leben betreffen: Wie wird die Erkrankung verlaufen? Was kommt auf mich zu? Wie gehe ich mit dieser neuen Realität um? Nicht selten fühlen sich Menschen mit den ersten Symptomen und der Diagnose wie in einer Art Überlebensmodus. Der Schock ist groß, und die seelische Belastung, die damit einhergeht, ist ebenso real wie die körperlichen Beschwerden.

Wichtig ist: Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, zögere bitte nicht, sofort Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Krisendienst ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0111 und 0800 111 0222.

Psychische Begleiterkrankungen bei Lupus

Lupus betrifft nicht nur Haut, Gelenke oder Organe, auch die Psyche ist unmittelbar mitbetroffen. Viele Betroffene entwickeln im Laufe der Zeit depressive Verstimmungen oder Depressionen, häufig ausgelöst durch die chronische Krankheitslast, Schmerzen oder das Gefühl, im Alltag eingeschränkt zu sein. Hinzu kommt die Angst: die Sorge vor Schüben, vor Ausgrenzung oder vor der Unsicherheit des Krankheitsverlaufs.

Ein weiterer belastender Faktor ist die Fatigue. Diese chronische Erschöpfung raubt nicht nur körperliche Energie, sondern drückt auch auf die Stimmung. Viele Menschen berichten außerdem vom sogenannten Lupus Brain Fog: Gedächtnislücken, Konzentrationsprobleme oder das Gefühl, als sei das Gehirn „in Watte gepackt“. Auch Schlafstörungen sind häufig, ausgelöst durch Grübelspiralen oder innere Unruhe. Mit der Zeit kann sich ein Gefühl der Isolation einstellen, besonders dann, wenn das Umfeld nicht versteht, wie man sich fühlt.

Wege im Alltag um besser zurechtzukommen

Trotz aller Belastungen gibt es Möglichkeiten, die eigene seelische Gesundheit im Blick zu behalten. Schon kleine Schritte können dabei hilfreich sein. So kann es guttun, regelmäßig in sich hineinzuhören und ein Tagebuch über Stimmung, Stresslevel und körperliche Symptome zu führen. Dieses Bewusstwerden hilft, Muster zu erkennen und Überforderung entgegenzuwirken. Ebenso wertvoll ist es, realistische Ziele zu setzen: Nicht alles muss sofort geschafft werden, und kleine Fortschritte sind wichtig genug.

Auch das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle. Freundschaften, Familie, Selbsthilfegruppen oder Patientenorganisationen, wie wir bei NIK e.V., bieten Halt und Verständnis. Es wird immer Menschen geben, die empathisch sind, und andere, die deine Lage nicht nachvollziehen können. Wichtig ist, dir klarzumachen: Das Verhalten anderer sagt mehr über sie aus als über dich.

Hilfreich ist außerdem, das Gespräch mit dem medizinischen Fachpersonal offen und ehrlich zu führen. Die aktuelle Leitlinie zum systemischen Lupus erythematodes (SLE) betont, wie entscheidend gute Informationen und eine gemeinsame Entscheidungsfindung sind. Mit der Lupus-Checkliste kannst du dich auf diese Gespräche vorbereiten und deine eigenen Bedürfnisse besser formulieren. Am Ende geht es auch um Akzeptanz: Die Krankheit gehört zu deinem Leben – doch sie muss dich nicht völlig bestimmen.

Stress erkennen und abbauen

Ein weiterer Schlüssel liegt im Umgang mit Stress. Denn Stress kann Symptome verstärken und Schübe begünstigen. Versuche daher herauszufinden, was dich besonders belastet: Sind es äußere Faktoren wie Schmerzen oder Termine, oder innere Druckmacher wie eigene Glaubenssätze? Eine liebevolle und wohlwollende Haltung dir selbst gegenüber ist hier ein wichtiger erster Schritt.

Hilfreich sind auch gezielte Entspannungstechniken. Achtsamkeit, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, innere Ruhe wiederzufinden. Ebenso wichtig ist Bewegung: Ein Spaziergang, Yoga oder andere sanfte Aktivitäten stärken nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Kreativität kann ein Ventil sein: sei es durch Malen, Musizieren oder bewusstes Musikhören. Strukturiere deinen Alltag, plane regelmäßige Pausen ein und suche die Natur als Kraftquelle.

Welche Therapien helfen können

Neben diesen Schritten im Alltag gibt es medizinische und psychologische Behandlungsangebote, die unterstützend wirken können. Die Lupus-Therapie selbst zielt auf Remission, also eine möglichst vollständige Symptomfreiheit bei minimalem Medikamenteneinsatz. Daneben sind Schmerz- und Fatigue-Therapien wichtige Bausteine. Psychotherapeutische Angebote – ob Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Ansätze – können helfen, besser mit Ängsten oder Depressionen umzugehen. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen dir und deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten stimmt.

Manche Menschen profitieren auch von achtsamkeitsbasierten Verfahren, von Ernährungsberatung oder von Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafhygiene. In bestimmten Fällen kann der Einsatz von Medikamenten zur Behandlung von Depressionen oder Angststörungen sinnvoll sein. Dies sollte aber immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Über NIK e.V. findest du Austausch, Beratung, eine erste Orientierung und Unterstützung. Auch andere digitale Angebote können hilfreich sein, zum Beipsiel: Der Instagram-Kanal Mein Lupus & Wir bietet Betroffenen, Angehörigen und Interessierten wertvolle Informationen – unter anderem von der Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Christine Maria Becker.

Mit freundlicher Unterstützung von
AstraZeneca

Neurodermitis
Vitiligo
Psoriasis
acne inversa

Die Suche nach der richtigen Diagnose, dem passenden Spezialisten und der besten Therapie gestaltet sich für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) + chronisches Handekzem, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Schuppenflechte (Psoriasis) oder Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) oft langwierig. Viele Betroffene leiden unnötig, sei es aus Scham, fehlender Aufklärung oder weil sie keine adäquate Behandlung finden. Dabei gibt es effektive Therapiemöglichkeiten, die das Leben dieser Menschen deutlich verbessern können.

NIK e.V. und derma2go machen Neurodermitis (+chronisches Handekzem), Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo sichtbar.


Fokustage für Neurodermitis (+chronisches Handekzem), Vitiligo, Psoriasis und Acne inversa mit kostenlosen Beratungen, Webinaren und spannenden Insta-Live-Events

Um das Bewusstsein dafür zu schärfen und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern, starten NIK e.V., die Patienteninitiative für Autoimmunerkrankungen, und die Tele-Dermatologie-Plattform derma2go vom 17. November bis 14. Dezember 2025 erneut die Hautwochen.

Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Julia, Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin @juschkiii

Basti, Vitiligo-Botschafter und -Patient @viti_sebo

Franzi, Psoriasis-Botschafterin und -Patientin @zwillingskirsche

Kerstin, Acne inversa-Botschafterin und -Patientin @mullewupp_akneinversa

Webinare & Insta Live: Expertenwissen direkt ins Wohnzimmer

Während der Hautwochen gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote. Besonders hervorzuheben sind die kostenlosen Webinare mit renommierten Expert*innen, die wertvolle Einblicke in aktuelle Therapiemöglichkeiten geben und auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingehen.

Ein weiteres Highlight sind die Instagram-Live-Sessions auf dem Kanal von NIK e.V., bei denen Betroffene ihre brennenden Fragen an unsere Expert*innen stellen können. Im Format „Heißer Stuhl“ moderiert NIK e.V. ein offenes Gespräch, bei dem die wichtigsten Fragen zu den jeweiligen Hauterkrankungen beantwortet werden.


Termine: Webinare


Termine: Insta Lives „Heißer Stuhl“


Unsere Expert*innen:

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Dermatologe

Dr. med. Maximilian Deußing
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Stellv. Klinikdirektor, Oberarzt, Leitung Zentrum für entzündliche Hauterkrankungen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, ZB Allergologie

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes Dermatologe

Dr. med. Ina Hadshiew Dermatologin

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus
Dermatologin

Dr. med. Andreas Kleinheinz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sonja Molin
Dermatologin

Dr. med. Chiara Lena Blomen
Dermatologin

Frau Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Julia Rümmelein
Psychotherapeutin

Dr. med. Matthias Neulinger
Dermatologe

Diese interaktiven Formate bieten eine großartige Möglichkeit, Hemmschwellen abzubauen und persönliche Fragen anonym und unkompliziert zu stellen.

Kostenlose dermatologische Beratung

Während der gesamten Hautwochen haben Betroffene die Möglichkeit, sich über die Plattform derma2go kostenlos von Dermatolog*innen beraten zu lassen. Dieser Service, der normalerweise 49 Euro kostet, steht in dieser Zeit kostenfrei zur Verfügung. Innerhalb von nur wenigen Stunden erhalten die Patienten eine erste Einschätzung sowie individuelle Therapieempfehlungen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Doch nicht nur die Haut leidet – auch Stress und emotionale Belastungen spielen eine große Rolle.

Psychodermatologie – Wenn die Haut die Seele widerspiegelt

Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Vitiligo oder Acne inversa sind nicht nur äußerlich sichtbar – sie können auch emotional belasten. Gleichzeitig kann anhaltender Stress oder seelischer Druck die Hautsymptome verstärken oder deren Abheilung verzögern. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen scheint.

  • Wie Stress und emotionale Belastung deine Hautsymptome beeinflussen können
  • Welche mentalen Strategien helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen
  • Praktische Tipps für den Alltag, um besser mit deiner Erkrankung umzugehen

Deshalb ergänzen wir die Hautberatung mit einer kostenlosen psychodermatologischen Videosprechstunde, in der du wertvolle Strategien von unseren Psychodermatologie-Expertinnen für den Umgang mit deiner Erkrankung erhältst. Nimm deine Hautgesundheit aktiv in die Hand!

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.
Das Bild zeigt ein stilisiertes, schwarzes Umrissbild eines Löwen, der nach rechts schreitet. Unter dem Löwen steht in Großbuchstaben das Wort "LEO". Der Löwe hat ein detailliertes Muster im Bereich der Mähne und seines Körpers.
Sanofi Regeneron Logo

Neurodermitis

Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin Julia @juschkiii

Neurodermitis betrifft nicht nur die Haut, sondern auch die Psyche – das hat auch Julia (@juschkiii) erlebt. Stress und Schlafmangel verschlimmerten ihre Beschwerden, bis Mindfulness und eine moderne Therapie für sie zum Gamechanger wurden: weniger Juckreiz, weniger Entzündung, mehr Kontrolle.

Heute sieht sie ihre Haut als Teamkollegin und unterstützt als Psychotherapeutin andere Betroffene. Außerdem hat sie die Selbsthilfe-Community „Circle AD“ mitgegründet – einen Raum für Austausch und Mut.

Neurodermitis Veranstaltungen

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Vitiligo

Vitiligo-Botschafter und -Patient Basti @viti_sebo

Basti lebt mit Vitiligo. Die weißen Flecken wurden mehr, doch statt sich zu verstecken, akzeptiert er seine Haut Schritt für Schritt. Die Sonne meidet er mit UV-Schutz und Humor.

Als Erzieher beantwortet er Kinderfragen offen: „Die Flecken tun nicht weh – besonders sein ist okay.“ Die Kids nennen ihn „Fleckman“. Auf Instagram (@viti_sebo) zeigt er, wie Vitiligo sein Selbstbild verändert hat – und warum er seine Flecken nicht mehr versteckt.

Vitiligo Veranstaltungen

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Psoriasis

Psoriasis-Botschafterin und -Patientin Franzi @zwillingskirsche

You are beautiful, no matter what they say“ – dieser Satz begleitet Franziska seit Kindertagen und passt perfekt zu ihrer Mutmach-Geschichte. Sie lebt seit früher Kindheit mit Psoriasis: erst „Milchschorf“, später Schmerzen, Scham und sogar Mobbing. Doch daraus ist Stärke gewachsen.

Heute spricht Franzi offen über ihren Weg zu Selbstliebe und Selbstfürsorge – über Bewegung, Reisen, Hautpflege und antientzündliche Ernährung. Halt findet sie in Freundschaft, Familie und dem Austausch mit anderen Betroffenen – bei NIK und auf Instagram unter @zwillingskirsche.

Psoriasis Veranstaltungen

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Acne inversa

Acne inversa-Botschafterin und -Patientin Kerstin @mullewupp_akneinversa

„Selbsthilfe heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich und füreinander“, sagt Kerstin von der Akne-inversa-Selbsthilfegruppe mullewupp im Update-Interview mit NIK. Sie spricht über Stress als wichtigsten Trigger, offenes Reden mit Partner*innen und Peers – und warum gut moderierte Gruppen Falschinfos und Druck konsequent fernhalten.

Kerstin räumt mit Mythen auf, gibt konkrete Tipps für frisch Diagnostizierte und erklärt, weshalb Hausärzt*innen wieder stärker begleiten sollten – und warum Netzwerke wie NIK e.V. Betroffenen den Weg in Versorgung und Öffentlichkeit erleichtern.

Acne inversa Veranstaltungen

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LAight®-Therapie: Sanfte Hilfe bei Akne inversa

Wenn Haut zur Belastung wird

Viele Menschen mit Akne inversa (auch Hidradenitis suppurativa genannt) erleben nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch starke Einschränkungen im Alltag. Die chronische Hauterkrankung führt zu eitrigen Entzündungen, wie Knoten, Abszessen oder Fistelgänge in Hautfalten, oft im Achsel-, Leisten- oder Intimbereich. Das kann sehr schmerzhaft sein – und die Lebensqualität massiv einschränken.

Viele Patient:innen berichten von:

  • Starken Schmerzen
  • Einschränkungen im Alltag
  • Schamgefühlen und sozialem Rückzug
  • Langer Odyssee bis zur Diagnose

Aber es gibt eine Behandlung, die sanft, wirksam und ohne Operation helfen kann: die LAight®-Therapie.

Was ist die LAight®-Therapie?

Die LAight®-Therapie ist eine innovative, nicht-invasive Behandlungsmethode, die speziell für Akne inversa entwickelt wurde. Sie kombiniert zwei bewährte Technologien:

  • Intensiv gepulstes Licht (IPL)
  • Radiofrequenz (RF)

Diese Kombination wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und unterstützt die Regeneration der Haut – ganz ohne Operation oder Medikamente.

Gut zu wissen: Die Behandlung ist schmerzarm und wird ambulant durchgeführt – also ohne Krankenhausaufenthalt.

Wie läuft die Behandlung ab?

Erstgespräch: In einem persönlichen Gespräch wird die Hautsituation analysiert und ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Behandlungssitzungen: In regelmäßigen Abständen (z. B. alle 2-6 Wochen) erfolgen die Sitzungen im spezialisierten Zentrum.

Langfristige Betreuung: Die Therapie kann über Monate oder Jahre fortgeführt werden – je nach Bedarf.

Viele Patient:innen berichten bereits nach wenigen Sitzungen von einer spürbaren Verbesserung.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Wirkung der LAight®-Therapie wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen. Sie zeigte sich dabei besonders hilfreich bei leichter bis mittelschwerer Akne inversa.

  • Entzündungen gehen deutlich zurück
  • Schmerzen werden gelindert
  • Lebensqualität der Patient:innen wird spürbar verbessert
  • Wiederauftreten von Läsionen wird entgegengewirkt

Offizielle Empfehlung in der medizinischen Leitlinie

Die S2k-Leitlinie zur Behandlung der Akne inversa – das ist sozusagen der „medizinische Fahrplan“ für Ärzt:innen – empfiehlt die LAight®-Therapie ausdrücklich:

  • Bei leichter bis mittelschwerer Akne inversa
  • Als Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Therapie
  • Zur Langzeitkontrolle, also um Rückfälle oder ein Fortschreiten zu vermeiden
  • Zur Aufrechterhaltung von Therapieergebnissen, unabhängig davon, mit welcher Therapie sie erlangt wurden

Für wen eignet sich die Therapie?

Die LAight®-Therapie ist besonders geeignet für:

  • Menschen mit Hurley-Stadium I oder II
  • Betroffene, die keine Operation möchten
  • Patient:innen, die nicht dauerhaft Medikamente einnehmen können oder möchten
  • Personen, die bereits andere Therapien ausprobiert haben – und nun eine neue Möglichkeit suchen

Gibt es Nebenwirkungen?

Die LAight®-Therapie gilt als sehr gut verträglich. Es kann gelegentlich zu leichten Hautrötungen kommen – vergleichbar mit einem Sonnenbrand. Diese klingen aber in der Regel schnell wieder ab. Die meisten Patient:innen empfinden die Behandlung als angenehm oder neutral.

Wo kann man sich behandeln lassen?

Die LAight®-Therapie wird in vielen spezialisierten Arztpraxen und Wundzentren angeboten. Eine Übersicht über zertifizierte Behandlungszentren findest du z. B. auf der Website des Herstellers:

Fazit: Sanfte Therapie mit wissenschaftlicher Rückendeckung

Die LAight®-Therapie bietet Betroffenen mit Akne inversa eine moderne, sanfte und wirksame Behandlungsoption – ganz ohne Operation und mit wenigen Nebenwirkungen. Gerade bei früher Diagnosestellung und konsequenter Anwendung kann sie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zurückzugewinnen.

Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, ob LAight® für dich infrage kommt.

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Biosimilars: Moderne Medizin verständlich erklärt

Die Medizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht – vor allem dank sogenannter Biologika. Diese modernen Medikamente werden mithilfe von Biotechnologie in lebenden Zellen hergestellt und sind oft die erste Wahl, wenn konventionelle Therapien nicht ausreichen. Besonders bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wie Rheuma, Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Multipler Sklerose haben Biologika einen entscheidenden therapeutischen Beitrag geleistet.

Ein Dank an die Forschung

Hinter jedem Biologikum steht intensive Forschung und Entwicklung. Ohne das Engagement, die Innovationskraft und die Investitionen der forschenden Pharmaunternehmen wären viele dieser lebensverändernden Therapien nicht möglich. Die hohen Entwicklungskosten und das unternehmerische Risiko, die mit der Entwicklung neuer Medikamente verbunden sind, erklären, warum Erstanbieterpräparate oft teuer sind. Zudem ist es gerechtfertigt, dass Biologika häufig viele Jahre unter Patentschutz stehen. Der Patentschutz ermöglicht es den Unternehmen, die enormen Kosten für Forschung und Entwicklung zu decken und weiterhin in die Entwicklung  neuer Therapien zu investieren, wodurch medizinischer Fortschritt ermöglicht wird.

Jedoch sind Biologika in der Herstellung aufwendig und teuer. Sobald der Patent- und Unterlagenschutz ausgelaufen ist, können sogenannte Biosimilars auf den Markt kommen. Diese sind die Nachfolger der Original-Biologika. Sie wirken genauso gut wie das Original und sind dabei günstiger – eine echte Chance für Patient*innen und das Gesundheitssystem. Zudem verbessern Biosimilars nachhaltig den Zugang für viele Patientinnen und Patienten zu modernen Therapien.

Biosimilars fördern den Wettbewerb und tragen dazu bei, dass die Preise für Biologika sinken. Dies wiederum führt zu einer besseren Versorgung und einem verbesserten Zugang für Patient*innen, was eine positive Auswirkung auf das gesamte Gesundheitssystem hat.

Dieser Beitrag erklärt, was Biologika und Biosimilars sind, warum sie so wichtig sind und wie sie Patient*innen helfen können. Ziel ist es, Ängste abzubauen, Vertrauen zu schaffen und alle wichtigen Informationen leicht verständlich zu vermitteln.

Was ist ein Biologikum?

Ein Biologikum ist ein modernes Arzneimittel, das mithilfe von Biotechnologie in lebenden Zellen hergestellt wird. Im Gegensatz zu konventionellen Medikamenten, die chemisch im Labor zusammengesetzt werden, bestehen Biologika aus komplexen Eiweißen (Proteinen) oder anderen Bestandteilen, die natürlicherweise im Körper vorkommen. Diese Medikamente werden vor allem bei schweren oder chronischen Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Multipler Sklerose. Bekannte Beispiele sind Insulin zur Behandlung von Diabetes oder Antikörper zur Therapie von Rheuma.

Warum sind Biologika so wichtig?

Biologika ermöglichen gezielte und oft sehr wirksame Therapien für Erkrankungen, bei denen herkömmliche Medikamente nicht ausreichen. In den letzten Jahren haben sie die Behandlungsmöglichkeiten für viele Patient*innen erheblich verbessert, da sie in der Lage sind, spezifische Mechanismen im Körper zu beeinflussen und so oft die Symptome zu lindern oder das Fortschreiten von Krankheiten zu verlangsamen.

Was sind Biosimilars?

Biosimilars sind Medikamente, die nach dem Ablauf des Patents eines Original-Biologikums entwickelt werden. Sie sind dem Original so ähnlich, dass sie genauso wirken – jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten werden. Dies trägt nicht nur dazu bei, die Kosten für die Behandlung zu senken, sondern hilft auch, das Gesundheitssystem zu entlasten. Mögliche Gründe für den geringeren Preis: Sobald Biosimilars auf den Markt kommen, entsteht Konkurrenz. Um Marktanteile zu gewinnen, senken Anbieter ihre Preise. Die Entwicklung eines Biosimilars ist zwar sehr teuer (etwa 150-300 Mio. EUR), jedoch immer noch weitaus günstiger als die Neuentwicklung eines Biologikums.

Man kann sich das so vorstellen: Das Original-Medikament ist ein aufwendig hergestelltes Puzzle mit vielen Teilen. Ein Biosimilar ist ein neues Puzzle, das nach dem gleichen Bild und mit fast identischen Teilen nachgebaut wurde. Es passt genauso gut zusammen und ergibt dasselbe Bild – aber es ist günstiger herzustellen.

Biosimilars werden ebenfalls in lebenden Zellen hergestellt, im Gegensatz zu herkömmlichen chemischen Medikamenten. Die Entwicklung eines Biosimilars dauert etwa 7-8 Jahre. Während dieses Prozesses wird sichergestellt, dass das Biosimilar genauso sicher und wirksam ist wie das Original.

Bevor ein Biosimilar auf den Markt kommt, muss das Unternehmen, das das Biosimilar entwickeln möchte, umfangreiche Studiendaten vorlegen. Diese Studien vergleichen das Biosimilar mit dem Original, um zu prüfen, wie gut die Wirkung des Biosimilars im Vergleich abschneidet. Auch nach der Zulassung wird die Sicherheit des Biosimilars weiterhin überwacht.

Biosimilars sind keine Generika

Es ist wichtig, Biosimilars nicht mit Generika zu verwechseln. Während Generika exakte Kopien von chemisch hergestellten Medikamenten sind, stellen Biosimilars hochkomplexe Nachahmungen von Biologika dar. Da sie aus lebenden Zellen gewonnen werden, können sie nie zu 100% identisch mit dem Original sein – ebenso wenig wie verschiedene Chargen eines Originals völlig identisch sind. Sie sind jedoch in Wirkung, Dosierung und Anwendung absolut vergleichbar.

Ein weiterer Vorteil von Biosimilars ist, dass sie oft auch technologische Weiterentwicklungen mit sich bringen. So können zum Beispiel die Applikatoren, wie Injektionspens, verbessert werden, um die Handhabung zu erleichtern. Diese optimierten Geräte können die Anwendung von Biosimilars für Patient*innen komfortabler und einfacher gestalten, was zur Verbesserung der Therapieadhärenz beiträgt. Dies bedeutet, dass nicht nur das Medikament selbst günstiger ist, sondern auch die Art und Weise, wie es angewendet wird, effizienter und benutzerfreundlicher gestaltet werden kann.

Warum sind Biosimilars wichtig?

Biosimilars bieten Patient*innen zahlreiche Vorteile. Die wichtigste ist, dass Biosimilars dieselbe Wirkung und Sicherheit wie das Originalmedikament haben. Das bedeutet, dass die Therapie genauso effektiv ist, aber zu einem günstigeren Preis angeboten werden kann. Dies kommt nicht nur den Patient*innen zugute, sondern auch dem Gesundheitssystem, da durch die Einsparungen mehr Menschen Zugang zu modernen Therapien haben.

Dank der geringeren Kosten können mehr Menschen mit innovativen Medikamenten versorgt werden, wodurch das Gesundheitssystem entlastet wird. Allein 2024 wurden in Deutschland knapp 2 Milliarden Euro durch Biosimilars gespart. Seit 2015 beläuft sich die Einsparung sogar auf mehr als 9 Milliarden Euro – und diese Einsparungen kommen allen zugute, indem sie Raum für neue Innovationen schaffen.

Durch den Wettbewerb, den Biosimilars in den Markt bringen, sinken zudem oft auch die Preise der Originalpräparate.

Vielfältige Einsatzgebiete

Biosimilars finden Anwendung bei vielen Erkrankungen, darunter chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, rheumatische Erkrankungen, Krebs, Blutkrankheiten, Hauterkrankungen, Diabetes und Multiple Sklerose.

Wie sicher sind Biosimilars?

Jedes Biosimilar wird vor seiner Zulassung umfangreich geprüft, um sicherzustellen, dass es genauso sicher und wirksam ist wie das Original. Auch nach der Zulassung erfolgt eine kontinuierliche Überwachung. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stellt sicher, dass nur Medikamente mit den höchsten Sicherheitsstandards zugelassen werden. Die Wahl eines Biosimilars erfolgt immer in Absprache mit dem Behandlungsteam. Der Arzt oder die Ärztin trifft die Entscheidung, welches Medikament am besten geeignet ist. Apotheker*innen stehen ebenfalls zur Seite, um alle Fragen rund um das Medikament zu beantworten.

Automatischer Austausch von Biologika und Biosimilars in der Apotheke?

Seit März 2024 dürfen bestimmte biotechnologisch hergestellte Medikamente, die zur parenteralen Zubereitung und damit zur unmittelbaren ärztlichen Anwendung verordnet wurden in der Apotheke automatisch ausgetauscht werden. Das heißt: Die Apotheke gibt ohne Rücksprache mit dem Arzt das Präparat eines Herstellers ab, mit dem die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Der Austausch hat keine medizinischen Gründe, es geht allein darum, welchen Herstellervertrag die Krankenkasse abgeschlossen hat. Bisher ist das nur bei Medikamenten erlaubt, die in der Praxis als Infusion oder Injektion in der Arztpraxis verabreicht und in der Apotheke auf Zubereitungsrezept hergestellt werden. Nun plant der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), diese Regelung auf alle biotechnologischen Referenzarzneimittel mit Biosimilar-Wettbewerb auszuweiten – auch auf solche, die Patient*innen zu Hause anwenden, etwa mit einem Pen oder einer Fertigspritze.

Was als Kostensparmaßnahme gedacht ist, kann für die Versorgung und Sicherheit der Patient*innen hochproblematisch werden.

Wie bereits beschrieben, sind Biosimilars keine einfachen chemischen Wirkstoffkopien, sondern komplexe hochmolekulare Eiweißmoleküle. Schon kleine Unterschiede – wie Konzentration, Handhabung, Lagerbedingungen oder Injektionssystem – können im Alltag eine große Rolle spielen. Gerade chronisch kranke Patient*innen könnten durch häufige Wechsel zwischen verschiedenen Biosimilars verunsichert werden oder Anwendungsfehler machen. Ärztinnen und Ärzte erfahren unter Umständen nicht einmal, welches Präparat ihre Patient*innen tatsächlich erhalten haben.

Dazu kommt ein weiterer Effekt: Durch den Preisdruck könnten Hersteller vom Markt verschwinden. Denn die Produktion von Biosimilars ist sehr aufwendig, teuer und dauert lange. Wenn sich das finanziell nicht mehr lohnt, entstehen Lieferengpässe – und es werden künftig weniger neue Biosimilars entwickelt. Dann bleiben teure Originalpräparate länger im Einsatz, und die erhofften Einsparungen bleiben aus.

Fazit: Die automatische Substitution von Biosimilars ohne ärztliche Kontrolle mag kurzfristig Kosten senken, gefährdet aber langfristig die Patientensicherheit und die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Werden aufgrund des hohen Kostendrucks keine Biosimilars mehr entwickelt, bleibt die Therapie teuer. Dann ist die Automatische Substitution keine Sparmaßnahme mehr, sondern führt in der Praxis zu höheren Ausgaben

Was tun bei Unsicherheit oder Angst?

Es ist ganz normal, bei neuen Medikamenten Fragen zu haben. Um Sicherheit zu gewinnen, sollten Patient*innen:

  • Offen mit dem Arzt/der Ärztin oder Apotheker*in sprechen.
  • Sich in der Community auf Instagram mit anderen austauschen und Erfahrungsberichte lesen.
  • Sich informieren, um Sorgen abzubauen – je mehr man weiß, desto sicherer fühlt man sich.

Gemeinsam stark mit Biosimilars

Biosimilars bieten Patient*innen nicht nur Zugang zu sicherer und moderner Medizin, sondern tragen auch dazu bei, das Gesundheitssystem zu stärken. Bei weiteren Fragen sollte der Kontakt zum behandelnden Arzt oder der behandelndenÄrztin gesucht und Unterstützung angefordert werden. Zusätzlich können sich Patient*innen auch an NIK e.V. wenden, um weitere Informationen und Unterstützung zu erhalten.

Mit freundlicher Unterstützung von Hexal

KONTROLLE GEWINNEN: NEUE WEGE MIT NEURODERMITIS GEHEN

Den Kreislauf aus Schüben und Akuttherapie durchbrechen

Entzündete, juckende und schmerzhafte Haut – auf einen wiederkehrenden Neurodermitis-Schub folgt meist eine topische Therapie, kurzfristige Besserung, dann geht alles wieder von vorn los. Der Kreislauf aus akuten Schüben und vorübergehender Linderung durch Akuttherapien kann frustrierend und belastend sein. Sorge und Unsicherheit, wann der nächste Schub kommt, werden zum ständigen Begleiter. Du hast Neurodermitis und dieser ewige Kreislauf ist dir wohlbekannt? Dann wird es Zeit, dass du dich über neue Wege im Umgang mit der quälenden Hauterkrankung informierst. Denn Tatsache ist, dass es mit neuartigen systemischen Therapieansätzen gelingen kann, die Neurodermitis dauerhaft zu kontrollieren und Hauterscheinungen sowie Juckreiz in die Schranken zu weisen.

Moderne Therapie sorgt für neue Perspektiven

Eine wichtige Tatsache vorweg: Bei Neurodermitis handelt es sich um eine Hauterkrankung, bei der sich das vielschichtige Entzündungsgeschehen nicht nur in der Haut abspielt, sondern innerhalb des Körpers im Immunsystem. Daher wird Neurodermitis zu den Systemerkrankungen gezählt. Moderne Therapieoptionen haben innovative Wirkmechanismen, die im Gegensatz zu äußerlichen (topischen) Anwendungen von innen (systemisch) wirken. Sie zielen nicht nur darauf, die akuten Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursache, das Entzündungsgeschehen, zu kontrollieren, indem sie gezielt auf das Immunsystem einwirken. Neben den Beschwerden lassen sich so auch Häufigkeit und Intensität der Schübe langanhaltend reduzieren. Biologika und JAK-Hemmer zählen zu diesen modernen innovativen Therapieoptionen. In der Regel zeigen sie eine gute Verträglichkeit, und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sorgen dafür, dass mögliche Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

BIOLOGIKA

Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem eingreifen. Sie blockieren einzelne entzündungsfördernde Botenstoffe und unterbrechen so den Entzündungsprozess. Biologika werden als Injektion unter die Haut verabreicht und können bei guter Verträglichkeit langfristig eingesetzt werden.

JAK-HEMMER

JAK-Hemmer zählen zu den sogenannten „Small Molecules“, kleinen Molekülen. Sie binden an die sogenannten  Januskinasen (JAK). Diese Enzyme sind an der Weiterleitung von Entzündungssignalen in das Innere von Immunzellen beteiligt. Die Signalweiterleitung wird verhindert und der Entzündungsprozess kann anhaltend unterbrochen werden. JAK-Hemmer werden als Tabletten eingenommen und können auch langfristig angewendet werden, um neue Neurodermitis-Schübe möglichst zu verhindern.

Jetzt beginnen: Umdenken bei Neurodermitis

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Umdenken bei Neurodermitis und zu einer langfristigen Behandlungsstrategie ist das Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen. Gemeinsam lassen sich alle Fragen klären: Es kann entschieden werden, ob und welche systemische Therapie zu dir passt und ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden. Die Initiative „Neurodermitis? Wen juckt’s?“ bietet dir mit dem Alltags-Check unter www.neurodermitis-wen-juckts.de Unterstützung für die gezielte Vorbereitung auf dein nächstes Arztgespräch. Nimm es in die Hand und entdecke neue Wege im Umgang mit deiner Neurodermitis.

Mit freundlicher Unterstützung von:
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Quelle: S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023), verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (Zugriff: 11.04.2025).

Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis – Ein Zungenbrecher mit vielen Facetten

Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die Entzündungen in kleinen und mittelgroßen Blutgefäßen verursacht. Diese Entzündungen können verschiedene Organe betreffen, am häufigsten jedoch die Lunge, Nase und das Herz. Asthma und Nasenpolypen sind häufige frühe Symptome. 1,2,3

Gut zu wissen!Die EGPA wird erst seit 2012 als eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis bezeichnet. Davor wurde sie Churg-Strauss-Syndrom genannt – nach den zwei US-amerikanischen Pathologen Jacob Churg und Lotte Strauss, die die Erkrankung 1951 als Erste beschrieben haben.4

Selten, aber nicht nie

Da EGPA selten ist und Symptome oft unspezifisch sind, wird die Diagnose häufig verzögert. Erhöhtes Bewusstsein kann dazu beitragen, die Früherkennung zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Die häufigsten Symptome sind: Asthma, eine Beteiligung der Nasennebenhöhlen und des Magen-Darm-Traktes, sowie Nierenbeteiligungen und Hautveränderungen.5

Die 3 Phasen der EGPA

Ärzt:innen unterteilen die Erkrankung in drei Phasen, wobei nicht zwingend alle Phasen auftreten müssen.5 Zudem können sich diese auch überschneiden oder in unterschiedlicher Reihenfolge vorkommen, sodass die Einteilung nur als grobe Richtlinie gilt.5 Die Symptome sind jedoch sehr individuell.

  • Die Anfangsphase (Prodromalphase): In dieser Phase setzen die ersten Symptome ein, häufig ist es das Asthma. Darüber hinaus können auch allgemeine Symptome wie Unwohlsein, Erschöpfung oder Fieber auftreten.5,6
  • Die eosinophile Phase: Durch das überschießende Immunsystem steigt die Anzahl der Eosinophilen jetzt stark an. Diese gelangen insbesondere in die Lunge, das Herz oder den Magen-Darm-Trakt. Erste Schäden im Gewebe und an den Organen können entstehen.6
  • Die vaskulitische Phase: Phase 3 ist vor allem durch Gefäßentzündungen (Vaskulitiden) gekennzeichnet. Patient:innen erleben dies häufig als Abgeschlagenheit und rheumatische Beschwerden. Diese Phase kann jedoch auch zu organ- bis hin zu lebensbedrohenden Situationen führen.5

Leben mit EGPA: Tipps für den Alltag

Auch bei der EGPA gibt es ein paar grundsätzliche Dinge, die dir den Alltag erleichtern können:

  • Selbstfürsorge: Achte auf deinen Körper und gönne dir Pausen. Selbstfürsorge ist entscheidend.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, das Wohlbefinden zu steigern.
  • Bewegung: Wähle sanfte körperliche Aktivitäten, die dir Spaß machen und deine Beweglichkeit erhalten.
  • Stressmanagement: Finde Methoden zur Stressreduktion wie Yoga oder Meditation.
  • Austausch: Der Kontakt zu anderen Betroffenen kann helfen, das Gefühl von Isolation zu reduzieren und nützliche Tipps zu teilen.

Weitere Hinweise zur EGPA und praktische Tipps findest du in der Patient:innenbroschüre, diese erhältst du bei deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Patient:innen Broschüre Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA)

Gemeinsames Ziel Remission – Spricht mit deinen Ärzt:innen

EGPA mag selten und kompliziert sein, aber mit der richtigen Unterstützung und Information kannst du ein erfülltes und aktives Leben führen und die Remission erreichen, also deine Symptome unter Kontrolle haben. Bewusstsein zu schaffen ist der erste Schritt, um das Verständnis und die mit der Krankheit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, mehr über EGPA zu erfahren und Betroffenen weltweit den Rücken zu stärken.


1https://www.orpha.net/de/disease/detail/183?name=EGPA&mode=name (letzter Zugriff: Januar 2025)

2https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/eosinophile-granulomatosemitpolyangiitis (letzter Zugriff: Januar 2025)

3Furuta S et al. Allergol Int 2019; 68: 430–436

4Churg J und Strauss L. Am J Pathol 1951; 27(2): 277–301

5Trivioli G et al. Rheumatology (Oxford) 2020; 59(suppl 3): iii84–iii94

6Chakraborty RK, et al. Churg-Strauss Syndrome. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 23. März 2023.

Mit freundlicher Unterstützung von
AstraZeneca

Fokuswochen: CED

Vom 12.05. bis 21.05.2025 richten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog den Blick auf die besonderen Herausforderungen, die mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) einhergehen. Unser herzlicher Dank gilt den Firmen Hexal und Alfasigma, deren Unterstützung die Durchführung der CED-Wochen ermöglicht. Das Webinar am 16. Mai wird zusätzlich unterstützt von den Firmen Lilly & Fresenius.

Unsere Veranstaltungen während der CED-Wochen

Webinar

Den Auftakt der CED-Fokuswochen bildet unser Webinar am 16. Mai um 18:30 Uhr. Unter dem Thema „CED verstehen und behandeln“ mit dem Fokus „CED und Sexualität“ bieten wir tiefgehende Einblicke und interessante Diskussionen mit Sexualmedizinerin und Psychotherapeutin Dr. med. Stephanie Kossow und Gastroenterologe und Internist Dr. med. Julian Holzhüter. Zusätzlich wird CED-Patientin Sarah (@bellygirl_lifestyle) ihre persönlichen Erfahrungen teilen.

Unsere Referenten:

Dr. med. Julian Holzhüter
Dr. med. Julian Holzhüter
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie in Hamburg
Dr. med. Stephanie Kossow, Sexualmedizinerin & Psychotherapeutin
Dr. med. Stephanie Kossow
Sexualmedizinerin und Psychotherapeutin


Was erwartet dich?

  • Weniger Lust auf Sex – Was kann ich tun?
  • Wie spreche ich über Ängste und Unsicherheiten?
  • Wie vermeide ich Schmerzen oder Verdauungsprobleme?
  • Wie beeinflussen Medikamente meine Libido?

Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stelle deine Fragen und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Wir laden dich und deine Angehörigen herzlich ein, am Webinar teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!


Insta Lives für einen intensiven Austausch

Für einen direkten und persönlichen Dialog bieten wir während der CED-Wochen spannende Insta Lives :

12.05. um 19:00 Uhr
CED: Insta Live – „Heißer Stuhl“ mit Dr. med. Julian Holzhüter


15.05. verschoben auf den 20.05. um 19:00 Uhr – „Gemeinsam stark – Unterstützung von Betroffenen für Betroffene“
CED: Insta Live – mit Nadine von Chronisch Glücklich e.V.

ABGESAGT // 20.05. um 19:00 Uhr – „Der Mensch ganzheitlich betrachtet“ – Leider wurde das Insta live aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.
CED: Insta Live – mit Dr. med. Pauline Ramisch

CED Botschafterin und Patientin Sarah (@bellygirl_lifestyle)

Eine lächelnde Person steht im Freien vor einem Haus und hebt ihr Oberteil an, um einen Stomabeutel auf ihrem Bauch zu zeigen. Sie trägt eine Brille, ein helles Top und weiße Jeans. Der Hintergrund zeigt einen Garten mit Bäumen und einen blauen Himmel mit Wolken.

Was für Sarah mit einer plötzlich geschwollenen Lippe nach einer Geburtstagsfeier begann, wurde zur lebensverändernden Reise: Die Diagnose Morbus Crohn stellte alles auf den Kopf. Von jahrelanger Verdrängung über lebensbedrohliche Komplikationen bis hin zur OP und einem dauerhaften Stoma – Sarah hat viel durchgemacht. Doch statt sich zu verstecken, lebt sie heute bunter und selbstbewusster denn je. Auf ihrem Instagram-Blog @bellygirl_lifestyle zeigt sie, wie man auch mit chronischer Krankheit strahlen kann – mit Ehrlichkeit, Humor und ganz viel Herz.

Eine Geschichte, die Mut macht, berührt und zeigt, dass das Leben trotz (oder gerade wegen) Crohn lebenswert sein kann.

Fünf Jahre nach ihrer ersten Geschichte nimmt uns Sarah erneut mit in ihr Leben mit Morbus Crohn und Stoma – und zeigt, was sich alles verändern kann, wenn man mutig bleibt. Festivals, Roadtrips durch Italien, ein neuer Job im IT-Einkauf und sogar ihre eigene Hochzeit im weißen Kleid: Sarah hat sich viele Träume erfüllt und dabei nie ihren Humor verloren. Sie ist heute offener denn je, wenn es um Tabuthemen wie Verdauung, Körperbild oder Intimität geht – und inspiriert weiterhin auf @bellygirl_lifestyle mit ihrer Mischung aus Ehrlichkeit, Leichtigkeit und Lebensfreude.

Auch wenn es Herausforderungen gibt – Neurodermitis, Body-Issues oder Alltagspannen mit dem Stoma – Sarah hat immer einem Plan-B-Beutel in der Handtasche und ist der Überzeugung: Das Leben läuft nicht immer gerade – aber wer sagt denn, dass der Umweg nicht der schönere Weg ist?

Auch NIK e.V. Gründerin Tanja Renner leidet unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, der Colitis ulcerosa. Ihre Sicht auf die Krankheit hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Sie hat erkannt, wie wichtig es ist, sich zu öffnen und Unterstützung von anderen Betroffenen zu suchen. Durch ihre Offenheit kann sie nun selbst anderen helfen und zur Aufklärung über Autoimmunerkrankungen beitragen. Trotz neuer Herausforderungen, wie der Diagnose Colitis ulcerosa, bleibt sie positiv und engagiert sich weiterhin stark im Netzwerk Autoimmunerkrankter. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und die Gemeinschaft zu stärken.

Wissenswertes zu CED

 

Weitere CED-Webinare


Die CED-Fokuswochen werden unterstützt von:

Das Webinar wird zusätzlich unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.

Neurodermitis
Psoriasis
Acne inversa
Vitiligo

Die Suche nach der richtigen Diagnose, dem passenden Spezialisten und der besten Therapie gestaltet sich für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (atopische Dermatitis), Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) oder Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) oft langwierig. Viele Betroffene leiden unnötig, sei es aus Scham, fehlender Aufklärung oder weil sie keine adäquate Behandlung finden. Dabei gibt es effektive Therapiemöglichkeiten, die das Leben dieser Menschen deutlich verbessern können.

NIK e.V. und derma2go machen Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo sichtbar.


Fokustage für Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo mit kostenlosen Beratungen, Webinaren und spannenden Insta-Live-Events

Um das Bewusstsein dafür zu schärfen und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern, starten NIK e.V., die Patienteninitiative für Autoimmunerkrankungen, und die Tele-Dermatologie-Plattform derma2go vom 31. März bis 16. April 2025 erneut die Hautwochen.

Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Anja, Neurodermitis-Patientin @neurodermaedchen

Anja, Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin @neurodermaedchen

Anna, Psoriasis-Patientin @psoriasisworld

Anna, Psoriasis-Botschafterin und -Patientin @psoriasisworld

Marcus, Acne inversa Patient @inversa.warrior.marcus

Marcus, Acne inversa-Botschafter und -Patient @inversa.warrior.marcus

Sabrina, Vitiligo Patientin @voll.mama_vitiligo

Sabrina, Vitiligo-Botschafterin und -Patientin @voll.mama_vitiligo

Webinare & Insta Live: Expertenwissen direkt ins Wohnzimmer

Während der Hautwochen gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote. Besonders hervorzuheben sind die kostenlosen Webinare mit renommierten Dermatolog*innen und Psychologinnen, die wertvolle Einblicke in aktuelle Therapiemöglichkeiten geben und auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingehen.

Ein weiteres Highlight sind die Instagram-Live-Sessions auf dem Kanal von NIK e.V., bei denen Betroffene ihre brennenden Fragen an Dermatolog*innen stellen können. Im Format ‚Heißer Stuhl‘ moderiert NIK e.V. ein offenes Gespräch, bei dem die wichtigsten Fragen zu den jeweiligen Hauterkrankungen beantwortet werden.


Termine: Webinare


Termine: Insta Lives „Heißer Stuhl“


Unsere Expert*innen:

Dr. med. G. Schramböhmer (ehem. Girbig), Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Gefion Schramböhmer, Dermatologin

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Dermatologe

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus, Dermatologin

Dr. med. Christian Greis, Gründer derma2go, Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Christian Greis,
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Stellv. Klinikdirektor, Oberarzt, Leitung Zentrum für entzündliche Hauterkrankungen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, ZB Allergologie

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz, Dermatologe, Venerologe und Allergologe aus Kiel

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz, Dermatologe

Prof. Dr. med. Kristian Reich. Leiter Translationale Versorgungsforschung. Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Prof. Dr. med. Kristian Reich, Dermatologe & Venerologe

Dr. med. Ioanna Nakoutsi, Assistenzärztin in der Psychatrie

Dr. med. Ionna Nakoutsi, Assistenzärztin der Psychatrie

Frau Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Dr. med. Avend Bamarni, Dermatologe

Dr. med. Avend Bamarni, Dermatologe @derhautarzt2b

Diese interaktiven Formate bieten eine großartige Möglichkeit, Hemmschwellen abzubauen und persönliche Fragen anonym und unkompliziert zu stellen.

Kostenlose dermatologische Beratung

Während der gesamten Hautwochen haben Betroffene die Möglichkeit, sich über die Plattform derma2go kostenlos von Dermatolog*innen beraten zu lassen. Dieser Service, der normalerweise 49 Euro kostet, steht in dieser Zeit kostenfrei zur Verfügung. Innerhalb von nur wenigen Stunden erhalten die Patienten eine erste Einschätzung sowie individuelle Therapieempfehlungen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Doch nicht nur die Haut leidet – auch Stress und emotionale Belastungen spielen eine große Rolle.

Psychodermatologie – Wenn die Haut die Seele widerspiegelt

Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Vitiligo oder Acne inversa sind nicht nur äußerlich sichtbar – sie können auch emotional belasten. Gleichzeitig kann anhaltender Stress oder seelischer Druck die Hautsymptome verstärken oder deren Abheilung verzögern. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen scheint.

  • Wie Stress und emotionale Belastung deine Hautsymptome beeinflussen können
  • Welche mentalen Strategien helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen
  • Praktische Tipps für den Alltag, um besser mit deiner Erkrankung umzugehen

Deshalb ergänzen wir die Hautberatung mit einer kostenlosen psychodermatologischen Videosprechstunde, in der du wertvolle Strategien von unseren Psychodermatologie-Expertinnen für den Umgang mit deiner Erkrankung erhältst. Nimm deine Hautgesundheit aktiv in die Hand!

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von (Stand: 23.03.2025):

Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.

Das Psychodermatologie-Webinar-wird zusätzlich unterstützt von:

Sanofi Regeneron Logo

Die Neurodermitis-Veranstaltungen werden zusätzlich unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Pfizer Logo für Print und Online
Sanofi Regeneron Logo

Die Acne inversa-Veranstaltungen werden zusätzlich unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.

Neurodermitis

Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin Anja @neurodermaedchen

Die Diagnose Neurodermitis erhielt Anja bereits im Kindesalter, doch die Krankheit verschwand zunächst für Jahre. Mit 19 Jahren trat sie erneut auf, beginnend mit einer juckenden Stelle am Hals, was einen Schock auslöste. Zuerst dachte sie nicht, dass die Krankheit ihren Alltag stark beeinflussen würde, doch bald verbreiteten sich die Symptome auf ihren gesamten Körper, was zu Schlaflosigkeit und psychischen Belastungen führte. Durch eine Kombination aus Ernährungstherapie, Psychotherapie und Selbstfürsorge gelang es ihr, die Neurodermitis zu kontrollieren. Heute lebt sie mit den Symptomen und teilt ihre Erfahrungen und Tipps in den sozialen Medien, um anderen zu helfen.

Anja, Neurodermitis-Patientin @neurodermaedchen

Neurodermitis Veranstaltungen

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Psoriasis

Psoriasis-Botschafterin und -Patientin Anna @psoriasisworld

Anna Moraczewski, seit 2006 mit Psoriasis diagnostiziert, hatte schwere Zeiten mit Juckreiz und Entzündungen. Dank Biologika ist ihre Krankheit heute gut kontrollierbar. Sie möchte ihre Haut künftig auch durch natürliche Methoden verbessern. Familie und Freunde sind ihr wichtig, besonders in schwierigen Phasen. Auf ihrem Instagram-Account @psoriasisworld teilt Anna ihre Erfahrungen und unterstützt andere, besser mit Psoriasis umzugehen. Ihr Wunsch: Eine Gesellschaft ohne Vorurteile gegenüber Menschen mit sichtbaren Erkrankungen.

Anna, Psoriasis-Patientin @psoriasisworld

Psoriasis Veranstaltungen

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Acne inversa

Acne inversa-Botschafter und -Patient Marcus @inversa.warrior.marcus

Marcus erhielt nach nur zwei Arztbesuchen schnell die Diagnose Akne inversa, was ihm im Vergleich zu vielen anderen Betroffenen viel Leid ersparte. Zu Beginn war ihm die langfristige Auswirkung der Krankheit nicht bewusst. Besonders die Narben und ständigen Entzündungen belasteten ihn, was zu einer Depression führte. Durch Psychotherapie lernte er, mit den psychischen und physischen Herausforderungen umzugehen. Heute ist er in einem „Ruhezustand“ und hat seine Erkrankung weitgehend im Griff, auch wenn sie nie ganz verschwindet.

Marcus, Acne inversa Patient @inversa.warrior.marcus

Acne inversa Veranstaltungen

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Vitiligo

Vitiligo-Botschafterin und -Patientin Sabrina @voll.mama_vitiligo

Sabrina entdeckte mit 20 Jahren ihre ersten weißen Flecken, die sich später als Vitiligo herausstellten. Zunächst verunsichert, hat sie die Krankheit inzwischen akzeptiert und zeigt ihre Flecken stolz auf Instagram, um Aufklärung zu fördern. Besonders im Sommer hat sie mit den Flecken und Sonnenbrand zu kämpfen. Sabrina hat zusätzlich Hashimoto-Thyreoiditis, aber die Vitiligo beeinträchtigt ihre Schwangerschaft nicht. Sie wünscht sich mehr Forschung und Unterstützung für Betroffene. Ihr Motto: „Versteckt euch nicht, lasst euch von den Flecken stärker machen!“

Sabrina, Vitiligo Patientin @voll.mama_vitiligo

Vitiligo Veranstaltungen

Prävention bei Autoimmunerkrankungen

Interviewfragen für Dr. Lohse

1. Allgemeines über Prävention bei Autoimmunerkrankungen

  • Was bedeutet Prävention im Kontext von Autoimmunerkrankungen?Ziel der Prävention allgemein ist es, die Ursachen von Erkrankungen zu bekämpfen, bevor diese entstehen. Man spricht hierbei auch von Primärprävention. Autoimmunerkrankungen haben eine genetische Komponente, dennoch ist es kein unausweichliches Schicksal. Ob eine Erkrankung trotz genetischer Veranlagung ausbricht, hängt von der Epigenetik ab. Also Lebensstil- und Umweltfaktoren, die beeinflussen, ob Gene an oder abgeschaltet werden.
    Prävention kann aber auf verschiedenen Ebenen ablaufen, auch im Sinne der Sekundär- oder auch Tertiärprävention. Das heißt, selbst wenn sich die Erkrankung schon manifestiert hat, lohnt sich Prävention. Bei der Sekundärprävention geht es um das Erkennen der Erkrankung im Frühstadium, um das Fortschreiten durch gezielte Behandlungen zu verhindern. Bei der Tertiärprävention um das Verhindern oder Verringern von Folgeerscheinungen und Begleiterkrankungen.
    Außerdem hat man als Betroffene/Betroffener auch ein erhöhtes Risiko, an einer weiteren Autoimmunerkrankung zu erkranken. Vorsorge ist auch hier besser als Nachsorge. Außerdem möchte man vielleicht die Erkrankung bei seinen Kindern verhindern, die potenziell ein genetisches Risiko abbekommen haben.
    Die Investition in die eigene Gesundheit zahlt sich immer aus, egal wie gesund oder krank man schon ist.
  • Welche Rolle spielt die frühzeitige Diagnose, und wie kann sie den Verlauf beeinflussen?Je früher eine Krankheit diagnostiziert wird, umso besser kann sie behandelt werden. Das Fortschreiten der Erkrankung und somit auch Folgeerscheinungen und Begleiterkrankungen können vermindert oder sogar verhindert werden, wenn man rechtzeitig ganzheitlich therapiert und mit einem gesunden Lebensstilwandel „vorsorgt“.
  • Können Sie uns Beispiele für präventive Maßnahmen nennen, die speziell für Autoimmunerkrankte relevant sind?Ein gesunder Lebensstil ist die beste Gesundheitsvorsorge. Für Autoimmunerkrankte liegt der Fokus dabei darauf, das Immunsystem zu unterstützen und Störfaktoren, die Entzündungen und Immunreaktionen triggern, zu minimieren.Dazu gehört eine antientzündliche Ernährung, eine Sicherstellung einer optimalen Mikronährstoffversorgung, Alltagsbewegung und auch Sport, Stressreduktion und Schlafoptimierung sowie das Leben im Einklang mit der Natur bzw. der Schutz vor Umwelttoxinen.

2. Anti-entzündliche Ernährung

  • Wie beeinflusst die Ernährung die Entzündungsprozesse im Körper?Wie heißt es so schön: Du bist, was du isst. Unsere Ernährung hat einen viel größeren Einfluss auf unsere Gesundheit, als Viele glauben. Es gibt Lebensmittel, die direkt Entzündungen im Körper auslösen und unseren Darm schädigen. Diese gilt es zu meiden. Beispielsweise ein Mangel an Omega 3 und ein Zu viel an Omega 6 in der Ernährung legt den Schalter auf Richtung Entzündung. Andererseits kann man gezielt mit gesunder, nährstoffdichter Ernährung das Immunsystem unterstützen.Welche Lebensmittel sind besonders empfehlenswert, um Entzündungen zu reduzieren?
    • echte, natürliche Lebensmittel – Lebensmittel ohne Zutatenliste
    • frische Lebensmittel (regional, BIO, saisonal) oder Tiefkühlkost
    • Gemüse
    • zuckerarmes Obst (v.a. Beeren)
    • Gute Fette wie Olivenöl, Avocado
    • Omega 3 Fettsäuren aus Fisch, Algen, Leinöl
    • Hochwertiges Eiweiß
    • Fisch ca. 2 mal die Woche (fettreiche Kaltwasserfische wie Lachs, Hering, Makrele)
    • Fleisch aus artgerechter Haltung (z.B. Weide- Freilandhaltung oder Wildfleisch)
    • Eier
    • Hülsenfrüchte (traditionell zubereitet)
    • Milchprodukte (Weidemilch, insbesondere von Schafen und Ziegen)
    • Ballaststoffe (Gemüse, Flohsamenschalen, Kokosraspeln, Vollkornprodukte)
    • Nüsse und Saaten
    • Fermentierte Lebensmittel zur Darmstärkung (Naturjoghurt, Sauerkraut, Kimchi, Kefir, Oliven)
    • Wasser
  • Gibt es gängige Ernährungsfehler, die Menschen mit Autoimmunerkrankungen vermeiden sollten?Die westliche Ernährung heutzutage ist typischerweise geprägt durch den Konsum von primär industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln, die reich an Zucker, Weizen und ungesunden Fetten sind und viele Chemikalien (Konservierungsstoffe, Pestizide, Farbstoffe, Antibiotikarückstände etc.) enthalten. Hinzu kommt, dass wir häufig nicht mehr selbst kochen, sondern auswärts essen und zu Fastfood greifen, was nicht nur nährstofflose Kalorien enthält, sondern unserem Körper direkt schadet.Genau wie Rauchen, Umweltgifte, Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel führt eine solche Ernährung zu oxidativem Stress und einer Überlastung unserer körpereigenen Entgiftungskapazität und schließlich zur silent intoxication und zur silent inflammation- was Krankheiten vor allem Autoimmunerkrankungen mit verursacht bzw. auslöst.

Was man meiden sollte:

    • Allgemein Verarbeitete/ industrielle Lebensmittel
    • Fastfood, Junkfood
    • Zucker in allen Formen und Varianten, vor allem süße Getränke, Süßigkeiten
    • Weizen und andere Getreidearten
    • Transfette (teil gehärtete Fette z.B. in Chips, Croissant, Fertignahrung)
    • Zu viel an Omega 6 Fette (z.B. Sonnenblumenöl, Fleisch aus Massentierhaltung)
    • Zusatzstoffe/ Pestizide (z.B. Konservierungsstoffe, Emulgatoren, die die Darmgesundheit beeinträchtigen)
    • Alkohol

3. Nährstoffe und Mikronährstofftherapie

  • Welche Rolle spielen Nährstoffe bei der Prävention und Behandlung von Autoimmunerkrankungen?Ohne ausreichende Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, essenzielle Fettsäuren und Aminosäuren funktioniert unser Stoffwechsel nicht. Sie können das Immunsystem direkt beeinflussen und Entzündungsprozesse regulieren und spielen daher eine wichtige Rolle bei der Prävention und Behandlung von Autoimmunerkrankungen.Vitamin D beispielsweise wirkt auf verschiedene Zellen des Immunsystems (Makrophagen, T-Zellen etc.). Ein optimaler Vitamin D-Spiegel kann dazu beitragen, das Immunsystem im Gleichgewicht zu halten und überschießende Immunreaktionen zu verhindern. Andererseits ist ein Vitamin D- Mangel mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen assoziiert. Es gibt sogar Forschungen, die auf eine Vitamin D-Resistenz bei Autoimmunerkrankten hinweisen und erklären, warum einige Autoimmunerkrankte deutlich höhere Vitamin D-Dosierungen brauchen, um optimale Vitamin D- Spiegel und bessere Gesundheit zu erreichen (siehe z.B. Hochdosis- Vitamin D- Therapie bei Multiple Sklerose nach dem Coimbra-Protokoll).
  • Gibt es bestimmte Mikronährstoffe, die besonders wichtig für Menschen mit Autoimmunerkrankungen sind?Wichtig ist zu sagen, dass es nicht das eine Wundermittel gibt. Sondern es ist ein ganzes Mikronährstofforchester, das zusammenspielt.Natürlich ist Vitamin D der Mikronährstoff, wenn es um Autoimmunerkrankungen geht, da es u.a. zahlreiche Gene des angeborenen und adaptiven Immunsystems reguliert. Aber auch Nährstoffe sind entscheidend. So haben beispielsweise Omega-3-Fettsäuren starke entzündungshemmende Eigenschaften. Antioxidantien wie Vitamin C und E schützen unsere Zellen vor oxidativem Stress. Selen, Zink sowie B-Vitamine und Aminosäuren sind Sparring-Partner für unser Immunsystem.Nicht vergessen sollte man auch die Darm-Immun-Achse und somit unsere Darmgesundheit, die primär durch die Ernährung gestärkt werden soll, aber auch Potential für eine Therapie mit Pro- und Präbiotika als Nahrungsergänzung birgt.
  • Wie kann man feststellen, ob ein Mikronährstoffmangel vorliegt?Durch eine Mikronährstoffanalyse. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Nährstoffe im geeigneten Medium oder Form getestet werden. Zum Beispiel kommen einige Mineralstoffe primär intrazellulär vor, also in den Zellen, z.B. Magnesium zu über 90%, daher ist eine Bestimmung im Vollblut sinnvoll. Das normale (Hausarzt-) Labor misst im Serum, bestimmte Nährstoffmängel können damit aber nicht ausgeschlossen werden. Dafür braucht man Speziallabor und auch jemanden, der auf Mikronährstoffmedizin spezialisiert ist und entsprechend qualifiziert beraten kann.
  • Sollte man Mikronährstoffe pauschal einnehmen, oder ist eine individuelle Analyse nötig?Am besten ist immer eine richtige Mikronährstoffanalyse bei einem qualifizierten Therapeuten. Und dann nach dem Prinzip Messen-wissen-handeln. Wer dazu in keinster Weise die Möglichkeit hat, sollte auf jeden Fall dennoch Vitamin D und Omega 3 substituieren.

4. Stress und Autoimmunreaktionen

  • Wie stark ist der Einfluss von Stress auf Autoimmunerkrankungen?Größer als wir denken! Problem ist, über 90% der Deutschen sind gestresst- und die Auswirkungen auf unsere Gesamtgesundheit sind uns nicht bewusst, aber gigantisch. Stress bedingt auch einen Teufelskreislauf: wenn wir Stress haben, ernähren wir uns meist ungesund, haben keine Zeit zu Kochen und greifen zu Fastfood, Süßigkeiten, Alkohol und Co. Einerseits sind das nur nährstofflose Kalorien, andererseits schädigen diese Lebensmittel unseren Organismus, in dem sie Entzündungen fördern und unseren Darm schädigen. Grade in dieser stressigen Situation wäre aber eine nährstoffdichte Ernährung mit jede Menge Vitaminen, Mineralstoffen etc. entscheidend, da unser Stoffwechsel stressbedingt auf Hochtouren läuft. Durch den erhöhten Verbrauch und der verminderten Zufuhr an Nährstoffen entsteht ein Mikronährstoffmangel- der uns wiederum stressempfindlicher macht- ein Teufelskreislauf! Wenn wir Stress haben, bewegen wir uns außerdem weniger und schlafen schlechter- also man könnte auch sagen, Stress ist die „Wurzel“ allen Übels bzw. für den Autoimmunerkrankten/ die Autoimmunerkrankte besonders gefährlich.
  • Welche präventiven Techniken empfehlen Sie, um stressbedingte Entzündungen zu vermeiden?Jeder sollte das machen, was ihm möglich ist und woran er Spaß und Freude hat. Dazu gehören Atemübungen, Yoga, Meditation, tanzen- das sind alles wunderbare Techniken zur Stressprävention und -therapie. Manchmal reicht schon 1 min am Tag eine bewusste Atemübung.

5. Bewegung und Prävention

  • Was sollten Menschen mit Autoimmunerkrankungen bei der Auswahl ihres Trainings beachten?Auch da gilt: kein Stress bzw. nichts Extremes. Das Wichtigste ist die Alltagsbewegung: den Fahrstuhl statt der Treppe nehmen, mindestens 10.000 Schritte pro Tag, eine bewegte Mittagspause usw.. Bewegungstracker, Wearables bzw. -Apps können zum Gewohnheitstracking genutzt werden und zusätzlich motivieren sowie Erfolge sichtbar machen. Ergänzend zur Alltagsbewegung ist Sport wichtig und sollte gut in den Wochenplan integriert werden.
  • Können Sie erklären, wie Bewegung und Training die Immunreaktion positiv beeinflussen kann?Sport ist förderlich sowohl für das angeborene als auch für das adaptive Immunsystem. Zum einen wirkt es durchblutungsfördernd auf die Organe und steigert somit deren Funktion bzw. Leistung. Zum anderen mobilisiert es Immunzellen (Makrophagen, NK-Zellen, Leukozyten etc.). Es ist jedoch eine J-förmige Beziehung, d.h. eine moderate körperliche Aktivität führt zur Stärkung des Immunsystems, während eine hohe körperliche Aktivität das Immunsystem mit zunehmender Belastung schwächt – zumindest akut. Daher regelmäßig- aber in Maßen trainieren. Beachten sollte man hierbei auch einen erhöhten Nährstoffverbrauch durch Sport, der ausgeglichen werden muss mit entsprechender nährstoffdichter Ernährung und ggf. Nahrungsergänzung. Bei AutoimmunpatientINNEN wurde in Studien neben Verbesserung der Krankheitsaktivität und körperlichen Fitness auch eine Reduzierung von Entzündungsmarkern festgestellt. Besonders empfehlenswert ist Krafttraining.

6. Umweltfaktoren und Schadstoffe

  • Welche Umweltfaktoren tragen Ihrer Meinung nach am meisten zur Entstehung oder Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen bei?Das ist schwer zu sagen, da wir mittlerweile von so vielen Umwelttoxinen bzw. Schadstoffen umgeben sind. Neben den zum Teil schon sehr gut untersuchten Auswirkungen auf unsere Gesundheit einzelner Stoffe, sind die Auswirkungen der Toxine in Summe vollkommen unklar. Es ist auf jeden Fall von einem Summationseffekt auszugehen mit großem Ausmaß auf unsere Gesundheit. Umwelttoxine jeglicher Art können eine Mitursache für Autoimmunerkrankungen sein. Und unsere Umwelt ist voller potenziell gefährlicher Toxine, angefangen von Pestizid-Rückständen wie Glyphosat in Lebensmitteln; Schwermetallbelastungen wie Quecksilber, Arsen, Cadmium in beispielsweise Fisch, Reis oder Schokolade; bis hin zu polychlorierten Biphenyle (PCB), Phthalaten (Weichmacher) oder bis hin zu Strahlenbelastung.Daher gilt es für das Thema zu sensibilisieren. Nur leider ist die Umweltmedizin ein Gebiet, was häufig gar nicht beachtet wird.
  • Wie können wir Schadstoffe im Alltag reduzieren?Der wichtigste Schritt ist, sich potenzieller Schadstoffe bewusst zu werden und sie dann versuchen in sämtlichen Bereich zu reduzieren. Einfache erste Schritte sind beim Einkaufen im Supermarkt auf Bio zu setzen; Plaste zu reduzieren, also z.B. Glas- statt Plasteflaschen und -Tupper; Wasser filtern; Nutzung natürlicher Reinigungsmittel und Kosmetik sowie von Naturstoffen. Und nicht zu vergessen: nachts das WLAN ausschalten und das Handy in den Flugmodus.
  • Welche Rolle spielt Umweltmedizin in der Präventionsarbeit?Allein schon die PatientINNEN auf das Thema zu sensibilisieren, ist der erste Schritt und kann schon viel bewirken. Auch da gilt im Idealfall: messen-wissen-handeln. Zumindest Schwermetallbelastungen lassen sich meist gut über eine Blutanalyse detektieren. Und es ist auch da nie zu spät, etwas zu verändern.

Ein Interview von:

Dr. med. Constanze Lohse FACHÄRZTIN FÜR ALLGEMEINMEDIZIN MIT SCHWERPUNKT PRÄVENTIVMEDIZIN
Dr. med. Constanze Lohse
Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Prävention

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