Gut vorbereitet ins Arztgespräch

Endlich ist der lang ersehnte Termin da, aber am Ende bleibt oft das Gefühl, nicht alles gesagt zu haben. Oder genau die Dinge fallen erst später wieder ein. So geht es vielen Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Dabei ist das Arztgespräch oft der Moment, in dem sich entscheidet, wie es weitergeht. Was zwischen den Terminen passiert, lässt sich in so kurzer Zeit nur schwer greifen und formulieren. Es sei denn, es wird bewusst mitgebracht und vorbereitet:

  • Was hat sich verändert?
  • Was belastet im Alltag wirklich?
  • Was hat geholfen? Und was nicht?

Wer das vorab für sich sortiert, geht anders in so ein Gespräch. Klarer, ruhiger und sicherer.

Was wirklich hilft – vor dem Termin

  • Symptome der letzten Wochen notieren – auch scheinbar kleine Veränderungen
  • Aktuelle Medikamente und Dosierungen auflisten – inkl. Nahrungsergänzungsmittel
  • Beschreiben, wie die Erkrankung den Alltag konkret beeinflusst
  • Die wichtigsten Fragen priorisieren – welche drei sind unverzichtbar?
  • Befunde, Laborwerte oder Berichte vorheriger Termine mitbringen
  • Festhalten, was man sich von dem Gespräch erhofft

NIK-Checkliste fürs Arztgespräch

Wir haben eine kostenlose Checkliste entwickelt, die Schritt für Schritt durch die Vorbereitung führt – von den aktuellen Symptomen bis zu Fragen an den Arzt oder die Ärztin.


Die eigene Erfahrung gehört mit in das Gespräch. Denn gute Entscheidungen entstehen dann, wenn beides zusammenkommt: medizinisches Wissen vom Arzt/von der Ärztin – und die Erfahrungen der Patienten aus dem Alltag, die wirklich spürbar sin

Alopecia Areata: Interview mit Dr. Beyer

Was ist Alopecia areata?

Alopecia ist ein allgemeiner Begriff für Haarausfall. Alopecia areata ist eine häufige Form des nicht vernarbenden Haarausfalls, die in jedem Alter auftreten kann. Nicht-vernarbender Haarausfall bedeutet, dass die Haarwurzeln nicht dauerhaft verloren gegangen sind – das Haar kann daher potenziell wieder nachwachsen.

Meist verursacht die Erkrankung kleine, münzgroße, runde kahle Stellen auf der Kopfhaut, obwohl auch Haare an anderen Körperstellen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern und Körper betroffen sein können. Bei manchen Menschen sind größere Areale betroffen, und gelegentlich kann die gesamte Kopfhaut, sogenannte Alopecia totalis, oder der gesamte Körper, das Gesicht und die Kopfhaut, sogenannte Alopecia universalis, betroffen sein. Nagelveränderungen können ebenfalls bei manchen Personen auftreten.

Sie kann bei allen Geschlechtern vorkommen und sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen.

Wie viel Haarausfall kann auftreten?

Es ist (noch) nicht möglich vorherzusagen, wie viel Haarausfall Alopecia areata verursachen wird. Haare können von selbst innerhalb von Monaten, selten auch über Jahre, nachwachsen. Dies kann jedoch nicht garantiert werden, und es besteht das Risiko, dass in Zukunft neue kahle Stellen entstehen.

Etwa 40 % der Betroffenen entwickeln nur ein einzelnes Areal von Haarausfall und erreichen innerhalb von sechs Monaten eine spontane und langanhaltende Remission. Weitere 27 % erleiden zusätzliche Areale, erholen sich jedoch innerhalb von zwölf Monaten vollständig.

Bei den übrigen rund 33 % bleibt die Erkrankung länger aktiv: Wenn nach einem Jahr weiterhin Krankheitszeichen bestehen, spricht man von einer chronisch persistierenden Alopecia areata. Diese Form ist definiert als eine Episode von mehr als zwölf Monaten Dauer und geht nur selten in eine Spontanremission über.

Ohne Behandlung entwickelt sich bei den chronisch persistierenden Fällen häufig ein ungünstiger Verlauf:

  • Etwa 55 % zeigen eine persistierende, multifokale und schubförmig verlaufende Erkrankung.
  • Rund 30 % dieser Patientinnen und Patienten entwickeln im weiteren Verlauf eine Alopecia totalis.
  • Etwa 15 % eine Alopecia universalis.

Damit zählt diese Gruppe zu den schwereren Verläufen und steht besonders im Fokus systemischer Therapien.

Die Chancen auf spontanen Haarwuchs sind generell besser, wenn zu Beginn nur wenige Haare verloren gehen. Bei einem Verlust von mehr als der Hälfte der Kopfhaare ist die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Erholung deutlich geringer. Nicht selten wächst das Haar nach einer Episode zunächst weiß nach. Viele Betroffene erleben zudem im weiteren Verlauf weitere Schübe von Haarausfall. Bei Alopecia totalis und universalis ist eine vollständige Regeneration ohne Behandlung ausgesprochen selten.

Was verursacht Alopecia areata?

Dank der wegweisenden Forschungsarbeiten von Dr. Angela Christiano und ihrem Team wissen wir heute deutlich genauer, wie Alopecia areata entsteht – und warum bestimmte neue Therapien wirksam sein können.

Alopecia areata gehört zu den autoimmunvermittelten Haarerkrankungen. Das bedeutet, dass sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen Bestandteile des Haarfollikels richtet. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte JAK-STAT-Signalweg, ein wichtiger Entzündungsweg im Körper. Über diesen Mechanismus greifen Immunzellen die eigentlich gesunden Haarwurzeln an.

Was passiert im Körper?

Normalerweise ist der untere Teil der Haarwurzel – also die Region, in der das Haar wächst – vor Angriffen des Immunsystems besonders geschützt. Dies nennt man das „immune privilege“ der Haarmatrix.

Bei Alopecia areata geht dieser Schutz verloren. Es beginnt ein fehlgeleiteter Dialog zwischen Haarfollikel und Immunzellen:

  • Immunzellen (vor allem T-Zellen) lagern sich um die Haarwurzel an.
  • Die Haarfollikelzellen schütten den Botenstoff Interleukin-15 (IL-15) aus.
  • Das zieht zytotoxische T-Zellen an, die eigentlich Viren oder Tumorzellen bekämpfen sollen.
  • Diese setzen Interferon-gamma frei, was wiederum den Haarfollikel anregt, noch mehr IL-15 zu produzieren.

So entsteht ein Teufelskreislauf: Je mehr Botenstoffe gebildet werden, desto stärker werden die Immunzellen aktiviert – und desto intensiver wird das Haarwachstum blockiert. Man kann sich diesen Prozess wie ein „Dauergespräch“ zwischen Haarfollikel und Immunsystem vorstellen, bei dem der Haarfollikel fälschlich als Bedrohung wahrgenommen wird. Das Ergebnis ist Haarausfall.

Dieser Entzündungsprozess läuft über den JAK-STAT-Signalweg, einen zentralen Kommunikationskanal in Zellen.

Wichtig:
Betroffen sind vor allem Haare in der aktiven Wachstumsphase (Anagenphase). Da viele Kopfhaare gleichzeitig in dieser Phase sind, kommt es oft zu einem plötzlichen und massiven Haarausfall. Die Haarwurzeln werden dabei nicht zerstört, sondern nur vorübergehend gestört. Deshalb ist ein Nachwachsen grundsätzlich möglich.

Alopecia areata ist eine multifaktoriell bedingte Autoimmunerkrankung

Etwa 70 % des Risikos für Alopecia areata beruhen auf genetischer Veranlagung, rund 30 % auf Umweltfaktoren. Bei etwa 2 von 10 Betroffenen findet sich eine familiäre Vorgeschichte.

Die genetische Prädisposition – also die angeborene Neigung zu einer fehlgeleiteten Immunantwort gegen Haarfollikel – besteht lebenslang. Unsere Gene begleiten uns bis zum Lebensende, auch wenn sich die Aktivität des Immunsystems im Laufe des Lebens verändern kann. Vermutlich wirken mehrere genetische Faktoren zusammen. Diese Veranlagung bleibt im Kern stabil – ob die Erkrankung tatsächlich sichtbar wird, hängt jedoch von zusätzlichen Reizen ab.

Individuelle Reizschwelle

Entscheidend ist die persönliche Schwelle, ab der das Immunsystem aktiv wird. Bei manchen Menschen liegt diese Schwelle sehr hoch. Trotz genetischer Anlage entwickeln sie ein Leben lang keine Symptome. Das erklärt, warum viele Eltern betroffener Patient:innen zwar das Risiko in sich tragen, aber selbst nie erkranken.

Andere haben eine niedrigere Schwelle: Sie entwickeln – oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten – ein erstes Areal, beispielsweise im Zusammenhang mit einer Immunaktivierung durch körperliche oder seelische Belastungen.

Mögliche Auslöser (Trigger)

  • Virusinfektionen (häufigster Auslöser, z. B. EBV, Influenza, SARS-CoV-2)
  • Hormonelle Veränderungen
  • Impfungen oder bestimmte Medikamente (z. B. monoklonale Antikörper, TNF-Inhibitoren, Checkpoint-Inhibitoren, Dupilumab und andere)
  • Entzündungsprozesse im Körper
  • Psychischer oder körperlicher Stress – vermittelt über sogenannte neurogene Entzündung
  • Begleitende Autoimmunerkrankungen, z. B. Neurodermitis oder Schilddrüsenerkrankungen
  • Dysbiose des Darms (Ungleichgewicht im Darmmikrobiom)
  • Dysbiose der Haut (Veränderungen des Hautmikrobioms)

Wichtig: Alopecia areata ist nicht ansteckend. Es gibt keinen Zusammenhang mit Ernährung oder bestimmten Nahrungsmitteln.

Das Prinzip der Schwellenverschiebung

Oft ist nicht ein einzelner Auslöser entscheidend, sondern die Summe mehrerer kleiner Reize. Die Reizschwelle ist nicht statisch, sondern kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Mit einem auslösenden Ereignis beginnt ein Prozess: Die Schwelle sinkt. Wenn keine weiteren Trigger hinzukommen, kann sich ein einzelnes Areal meist innerhalb von sechs Monaten wieder zurückbilden, und die Erkrankung bleibt oft jahrelang inaktiv.

Treten jedoch bald nach dem ersten Areal weitere Auslöser auf – etwa eine erneute Infektion oder Stress – entsteht ein zweites Areal. Dadurch sinkt die Schwelle erneut. Innerhalb weniger Wochen oder Monate können dann dritte oder vierte Areale folgen.

So entsteht ein Verstärkungseffekt: Was zuvor harmlos geblieben wäre, löst nun neue Episoden aus. Je mehr Areale bereits vorhanden sind, desto leichter entstehen weitere. Ein äußerlich gesundes Immunsystem kann also durch scheinbar banale Reize in eine Entzündung „kippen“ – und neue Areale verursachen.

Die gute Nachricht

Die Haarwurzeln bleiben in vielen Fällen intakt. Die Haare können spontan wieder nachwachsen. Allerdings kann Alopecia areata auch nach längerer Ruhephase jederzeit wieder auftreten.

Merksatz

Die Gene öffnen die Tür – Stress und andere Auslöser schieben sie auf.

Betroffen sind dabei besonders die Haare, die sich gerade in der aktiven Wachstumsphase befinden.

In der Realität ist AA häufig mit weiteren Erkrankungen assoziiert

In der Realität tritt Alopecia areata häufig gemeinsam mit weiteren Erkrankungen auf. Diese sogenannten Komorbiditäten können aus unterschiedlichen Bereichen stammen:

  • Immunologisch: z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Vitiligo (weiße Hautflecken), Typ-1-Diabetes
  • Atopisch: z. B. Ekzem, Heuschnupfen, Asthma
  • Psychisch: z. B. Depressionen, Angststörungen
  • Metabolisch: z. B. Veränderungen im Stoffwechsel

Viele dieser Begleiterkrankungen teilen genetische und immunologische Signalwege mit Alopecia areata. Das hat Konsequenzen für die Diagnostik, die Therapiewahl, die Identifikation möglicher Trigger und die Verlaufsüberwachung.

Wenn Sie Beschwerden bemerken, die über den Haarausfall hinausgehen, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Gegebenenfalls können weiterführende Tests sinnvoll sein.

Psychische Dimension von Alopecia areata

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Alopecia areata häufiger an Depressionen und Angstzuständen leiden als Personen ohne die Erkrankung. Dies kann sowohl eine Folge des Haarverlusts als auch ein Trigger für Krankheitsschübe sein. Die psychische Dimension darf deshalb nicht übersehen werden.

Daher ist es wichtig, mit Ihrem medizinischen Betreuer über die sozialen oder emotionalen Auswirkungen zu sprechen, die Sie möglicherweise empfinden. Er kann Sie an die richtige Unterstützung verweisen – dies kann bedeuten, mit einem Therapeuten zu sprechen, falls nötig Medikamente einzunehmen oder Unterstützung von anderen zu finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Wie fühlt sich Alopecia areata an und wie sieht sie aus?

Alopecia areata verursacht einen plötzlich auftretenden Haarausfall, der prinzipiell jede Körperregion betreffen kann. Im betroffenen Bereich können zusätzlich Juckreiz, Brennen oder ein Kribbeln auftreten – sowohl vor als auch nach dem Haarausfall.

Augen und Schleimhäute

Wenn die Wimpern ausfallen, können die Augen trocken werden, was sich besonders bei Wind verstärkt. Auch Schweiß, Wasser und Schmutz gelangen leichter in die Augen. Der Verlust der Nasenhaare kann zu häufigem Niesen und laufender Nase führen.

Nägel

Bei manchen Betroffenen zeigen sich kleine Grübchen auf den Nägeln, die an die Oberfläche eines Fingerhuts erinnern. Andere entwickeln brüchige Nägel oder Absplitterungen.

Typisches Erscheinungsbild auf der Kopfhaut

Meist beginnt die Erkrankung mit einer oder mehreren glatten, kahlen Stellen, die nicht entzündet und nicht schuppig sind. Oft fällt vor allem pigmentiertes Haar aus, sodass innerhalb der kahlen Stellen noch weiße Haare sichtbar bleiben – insbesondere bei älteren Menschen. Der Haarausfall kann auch diffus verteilt sein und nicht nur einzelne Areale betreffen.

Charakteristische Zeichen

Am Rand der kahlen Stellen finden sich häufig Ausrufezeichenhaare – kurze, nach oben hin verjüngte Haare. Der Nachwuchs beginnt in der Mitte der kahlen Stellen meist mit feinen weißen Härchen, die nach und nach kräftiger werden und in der Regel ihre natürliche Farbe zurückerlangen.

Wie wird Alopecia areata diagnostiziert?

Die Diagnose einer Alopecia areata erfolgt in der Regel durch die klinische Untersuchung beim Arzt. Ein zentrales Hilfsmittel ist heute die Trichoskopie, die als unverzichtbarer Standard in der Diagnostik gilt.

Typische trichoskopische Befunde sind:

  • Yellow Dots: Sebumgefüllte Follikelöffnungen, vor allem bei heller Haut
  • Black Dots: Abgebrochene Haare, sichtbar in der Follikelöffnung
  • Exclamation Mark Hairs: Ausrufezeichenhaare – Haare, die sich konisch zur Wurzel hin verjüngen
  • Broken Hairs: Mechanisch abgebrochene Haare
  • Short Vellus Hairs: Kurze, feine Haare als Hinweis auf beginnende Regeneration
  • Red/Blonde Dots: Varianten, die bei pigmentiertem Haar auftreten können

Diese Muster sind sowohl für die Sicherung der Diagnose als auch für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs von großer Bedeutung. Die meisten Patientinnen und Patienten benötigen keine weiteren Tests, um die Diagnose zu bestätigen. In Einzelfällen, wenn die Befunde nicht eindeutig sind, kann jedoch eine Kopfhautbiopsie in Betracht gezogen werden.

Wofür sind Labor-Blutuntersuchungen nützlich?

Laboruntersuchungen spielen bei Alopecia areata eine wichtige Rolle – allerdings nicht zur eigentlichen Diagnosestellung. Sie dienen vor allem dazu:

  • Komorbiditäten zu erfassen, z. B. Autoimmunthyreoiditis, Allergien, chronische Darmerkrankungen oder Vitamin-D-Mangel
  • Die Vorbereitung systemischer Therapien, z. B. JAK-Inhibitoren, Methotrexat, zu ermöglichen
  • Metabolische Risikofaktoren wie Insulinresistenz rechtzeitig zu erkennen

Was sie nicht leisten: Laboruntersuchungen stellen nicht die Diagnose einer Alopecia areata. Sie sind für die klinische Erstdiagnose nicht erforderlich. Die Diagnose von Alopecia areata basiert auf sorgfältiger Anamnese und klinischer Untersuchung (Trichoskopie), ggf. Biopsie, wenn die Diagnose unklar ist oder eine vernarbende Alopezie ausgeschlossen werden soll.

Merksatz: Zur Diagnosestellung nicht nötig – zur Therapieplanung oft entscheidend.

Kann Alopecia areata geheilt werden? Wie ist die Prognose?

Derzeit gibt es keine Heilung für Alopecia areata. Heilung würde bedeuten, dass sowohl die genetische Veranlagung als auch die Autoimmunreaktion dauerhaft verschwinden – dies ist mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten nicht erreichbar.

Stattdessen sprechen wir von Remission: Die Erkrankung kommt zur Ruhe, die Haare wachsen nach, und es sind keine aktiven Herde sichtbar. Allerdings besteht jederzeit das Risiko, dass die Erkrankung erneut aufflammt.

Warum Heilung nicht möglich ist

Keine ursächliche Therapie verfügbar: Die derzeit verfügbaren Therapien (z. B. Kortison, JAK-Inhibitoren oder topische Immuntherapien) können die Entzündung effektiv bremsen und damit Haarwachstum ermöglichen. Sie beseitigen jedoch nicht dauerhaft die zugrunde liegende Fehlsteuerung des Immunsystems.

Genetische Veranlagung bleibt bestehen: Alopecia areata ist eine autoimmun vermittelte Erkrankung. Etwa 70 % des Risikos beruhen auf genetischer Prädisposition. Diese Gene begleiten uns lebenslang – sie können nicht abgeschaltet oder entfernt werden.

Fehlsteuerung des Immunsystems kann jederzeit zurückkehren: Auch wenn die Haare vollständig nachgewachsen sind, bleibt das Immunsystem anfällig, die Haarfollikel erneut als fremd anzugreifen. Auslöser wie Infektionen, Stress oder hormonelle Veränderungen können jederzeit neue Schübe auslösen.

Prognose

Für etwa 7 von 10 Betroffenen besteht die Chance, dass sich die Haare innerhalb eines Jahres auch ohne Behandlung vollständig regenerieren. Allerdings kann es jederzeit zu neuen Episoden von Haarausfall kommen.

Liegt zu Beginn ein sehr ausgedehnter Haarausfall vor, sind die Aussichten auf vollständiges Nachwachsen deutlich schlechter. Personen, die von Anfang an mehr als die Hälfte der Kopfhaare verlieren oder irgendwann einen vollständigen Haarausfall erleiden, haben nur etwa eine Chance von 1 zu 10, sich vollständig zu erholen.

Die Chancen auf Nachwachsen sind geringer bei:

  • Kleinen Kindern (< 5 Jahren)
  • Menschen mit familiärer Vorgeschichte von Alopecia areata oder anderen Autoimmunerkrankungen
  • Solchen mit Haarausfall entlang der Haaransatzlinie im Nacken
  • Menschen mit Nagelerkrankung
  • Down-Syndrom, Vitiligo

Alternatives Haar ist Teil des Behandlungspfades, nicht Plan B

Bei Alopecia areata mit 30-50 % Haarverlust sollte frühzeitig über Haarersatz gesprochen werden – besonders, wenn Patientinnen sich sichtbar belastet fühlen. Da viele Therapien erst nach sechs Monaten wirken, kann Haarersatz helfen, die Übergangszeit emotional und sozial besser zu bewältigen.

Er stärkt das Selbstwertgefühl, bietet Schutz und gibt ein Stück Normalität zurück. Manche Menschen mit Alopecia areata bevorzugen es, während dieser Wartezeit auf eine Erholung eine Perücke zu tragen. Diese können entweder privat gekauft oder über den Arzt auf Rezept bezogen werden.

Wie kann Alopecia areata behandelt werden?

Die Entzündungsreaktion bei Alopecia areata ist kein Zufall – sie ist Ausdruck eines fehlgeleiteten Immunprozesses, der sich zwischen Haarfollikel und Immunzellen regelrecht aufschaukelt. Dieser Teufelskreis lässt sich heute gezielter unterbrechen als je zuvor – allerdings nicht mit einem einzelnen Medikament.

Neue Therapiestrategien setzen an mehreren Ebenen gleichzeitig an. Sie sollen die Autoimmunreaktion stoppen, den Haarfollikel stabilisieren, den Haarzyklus regulieren und auch den restlichen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Daher gehört die Kontrolle umweltbedingter Einflussfaktoren dazu.

Viele äußere Faktoren können die Krankheitsaktivität verschärfen – zum Beispiel chronischer Stress, Entzündungen, ggf. Medikamente, hormonelle Dysbalancen. Ein modernes Therapiekonzept schließt deshalb auch die Analyse und Kontrolle dieser sogenannten environmental factors ein – am besten im Rahmen eines strukturierten Lebensstilcoachings.

Ziel: nachhaltige Kontrolle der Immunreaktion

Langfristig geht es nicht nur um das Stoppen des akuten Schubs, sondern um die Dauerberuhigung der überschießenden Immunantwort.

Fazit: Ganzheitlich denken – gezielt handeln

Ein rein symptomatischer oder einseitiger Behandlungsansatz reicht bei chronischer oder schwerer Alopecia areata nicht aus. Vielversprechend ist ein ganzheitliches Therapiekonzept, das folgende Säulen kombiniert:

  1. Immunmodulation
  2. Haarfollikelschutz und Zyklusregulation
  3. Wiederherstellung z. B. des Darmmikrobioms
  4. Kontrolle externer Einflussfaktoren

Forschung und klinische Erfahrung zeigen: Nur durch die Kombination dieser Strategien lassen sich therapieresistente Verläufe wirksam kontrollieren und das Risiko eines Rückfalls senken.

Behandlungsgrundsätze

Derzeit gibt es keine Heilung für diese Erkrankung, und das Ziel der Behandlung besteht darin, die Symptome des Haarausfalls zu lindern. Menschen mit milder Alopecia areata benötigen möglicherweise keine Behandlung, da ihre Haare von selbst wieder nachwachsen können. Umschriebene Herde der Alopecia areata bilden sich oft spontan innerhalb von 6-12 Monaten zurück – ganz ohne Therapie. Dieses „Watch-and-Wait“-Vorgehen kann bei mildem Verlauf eine sinnvolle Option sein. Wichtig: Diese Entscheidung sollte bewusst gemeinsam mit dem PatientIn und nicht für ihn getroffen werden.

Kombinationstherapie – der Schlüssel zum Erfolg

Manche Behandlungen können das Haarwachstum anregen, aber keine kann alleine den allgemeinen Krankheitsverlauf verändern. Die klinische Erfahrung zeigt: 95 % aller Patientinnen mit umschriebener AA können mit der Kombination aus Minoxidil, intraläsionalen Steroidinjektionen und/oder topischem Clobetasol erfolgreich behandelt werden. Damit bilden diese drei Bausteine den klaren Standard – auch in internationalen Empfehlungen.

Wirkung braucht Zeit

Unabhängig von der Therapieform – ob topisch, intraläsional oder systemisch – ein sichtbarer Erfolg nach nur 4 Wochen ist in der Regel unrealistisch. Viele Therapien, besonders immunmodulierende, zeigen erste Effekte frühestens nach 3-6 Monaten, oft später.

Typischer Denkfehler in der Praxis: Patientinnen sehen nach 4 Wochen keine Veränderung und wünschen einen Therapiewechsel. Das ist nicht sinnvoll und birgt die Gefahr, wirksame Therapien vorschnell abzubrechen.

Empfehlung: Therapien sollten mindestens 6 Monate (ggf. bei JAK-Therapie 12 Monate) konsequent angewendet werden, bevor über ein Nichtansprechen oder einen Wechsel nachgedacht wird.

Fazit: Geduld und realistische Erwartungen sind entscheidend für den Therapieerfolg. Aufklärung und gemeinsame Zieldefinition sind zentrale Bestandteile jeder Behandlung.

Behandlung der schweren Alopecia areata

Die Behandlung der schweren Alopecia areata (AA) hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wichtig: Die früher gängige Strategie des erstmaligen Abwartens bei schwerer AA wird heute kritisch gesehen. Daten zeigen klar: Je früher die systemische Behandlung beginnt, desto höher ist die Chance auf ein gutes Ansprechen.

Mit der Einführung der JAK-Inhibitoren stehen erstmals zielgerichtete Medikamente zur Verfügung, die bei vielen Patientinnen und Patienten einen deutlichen Haarwuchs ermöglichen. Dennoch bleiben auch klassische Therapien – insbesondere Kortison – in bestimmten Situationen relevant.

Weitere Medikamente

  • Methotrexat (MTX): Weniger sicher als JAK-Inhibitoren, aber deutlich kostengünstiger. Studien zeigen eine relevante Wirksamkeit, vor allem in Kombination mit Kortison. Für Patientinnen ohne Zugang zu JAK-Inhibitoren bleibt MTX eine Alternative.
  • Weitere: Cyclosporin, Azathioprin, Sulfasalazin
  • Kontaktimmuntherapie (DPCP, SADBE): Gehört in dieses Feld, in Deutschland derzeit aber nicht verfügbar

Solche Kombinationen können die Wirksamkeit verbessern, ohne die Sicherheit wesentlich zu beeinträchtigen.

Verzicht ist auch eine Entscheidung

  • Verzögerung der Therapie kann bedeuten: geringere Ansprechraten, Risiko irreversibler Haarverluste, anhaltende psychosoziale Belastung
  • Besonders wichtig bei Kindern: Wenn Eltern für ihre Kinder entscheiden, muss klar sein: Nicht behandeln = bewusst entscheiden für den Verlauf ohne therapeutischen Einfluss

Fazit: Es gibt nicht den einen richtigen Zeitpunkt, aber früher Therapiebeginn erhöht die Erfolgschancen – vor allem bei ausgedehnter oder progredienter AA. Nicht zu behandeln ist nicht neutral – es ist eine aktive Entscheidung gegen Einflussnahme auf den Verlauf. Nebenwirkungen müssen ehrlich besprochen, aber verhältnismäßig eingeordnet werden.

Alternatives Haar & praktische Hilfsmittel

Alopecia areata kann ohne Therapie erhebliche psychosoziale Belastung verursachen. Alle in Betracht gezogenen Behandlungen hängen vom Schweregrad des Haarausfalls ab. Dies sollte mit Ihrem medizinischen Betreuer besprochen werden.

Perücken, Haarteile und Kaschiermittel

Perücken/Haar teile können für manche Patienten eine wichtige Behandlung darstellen, um das Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Haarfasern oder kosmetische Produkte können helfen, die kahlen Stellen zu kaschieren. Sie sind online oder im Handel erhältlich.

Microblading der Augenbrauen kann in Fällen von starkem oder dauerhaftem Verlust der Augenbrauen helfen. Es gibt auch temporäre Augenbrauenaufkleber, die täglich von Männern und Frauen verwendet werden können.

Topische Behandlungen (auf die Haut aufgetragen)

  • Topisches Kortikosteroid (Shampoo, Lösung, Lotion, Salbe oder Creme): Diese werden über etwa 6 Wochen auf die kahlen Stellen der Kopfhaut aufgetragen. Behandlungszyklen müssen oft wiederholt werden.
  • Lokale Steroidinjektionen: Diese können auf der Kopfhaut und an den Augenbrauen eingesetzt werden und sind der wirksamste Ansatz für kleine kahle Stellen. Die Injektionen können wiederholt und beendet werden, sobald Nachwuchs erreicht ist. An den Injektionsstellen kann sich je nach Dosierung eine kleine Delle bilden, die sich in der Regel nach einigen Monaten zurückbildet. Besondere Vorsicht wird im Bereich der Augen und Augenbrauen angewendet, da übermäßige Injektionen zu Glaukom (erhöhter Augeninnendruck) und Hautverdünnung führen können.
  • Minoxidilschaum/Lösung: Diese sind rezeptfrei erhältlich. Sie werden auf kahle Stellen/Bereiche mit frühem Nachwuchs (feiner Haare) aufgetragen. Es gibt nur begrenzte Beweise für ihre Wirksamkeit, wenn sie allein verwendet wird. Sie kann das Nachwachsen unterstützen, wenn sie zusammen mit anderen Behandlungen eingesetzt wird. Sie darf nicht auf Wimpern aufgetragen werden. Alternativ: Low-Dose-Minoxidil als Tablette.

Weitere topische Optionen

Dithranolcreme: Diese Creme, die normalerweise zur Behandlung einer Hauterkrankung namens Psoriasis verwendet wird, verursacht Hautreizungen, und gelegentlich scheint dies das Haarwachstum anzuregen. Dithranol färbt Haut und Haare lila-braun, was besonders bei blonden und hellhaarigen Menschen auffällt.

Topische Januskinase-(JAK)-Inhibitoren: Topische JAK-Hemmer zur Behandlung von Alopecia areata wurden in klinischen Studien untersucht und haben gezeigt, dass sie nicht wirksam im Nachwachsen von Kopfhaaren sind. Berichte in der medizinischen Fachliteratur deuten auf mögliche Verbesserungen beim Nachwachsen von Augenbrauen und Wimpern hin. Topische JAK-Hemmer sind für Alopecia areata nicht zugelassen, allerdings für begleitende Erkrankungen wie Vitiligo und Handekzem.

Kontaktsensibilisierungstherapie

Dabei wird der Patient gegen eine Substanz – meist eine Chemikalie namens Diphencyprone – allergisch gemacht, und anschließend werden sehr schwache Konzentrationen dieser Chemikalie auf die kahlen Stellen aufgetragen… meist einmal pro Woche, um eine leichte Entzündung aufrechtzuerhalten.

Mögliche Nebenwirkungen: Juckreiz, Blasenbildung und vergrößerte Lymphknoten im Nacken können lästig sein. Manche Menschen entwickeln ein großflächiges Ekzem. Ein Verlust der Hautfarbe (Depigmentierung) kann auftreten, daher wird dies bei Menschen mit dunkler Haut vorsichtig eingesetzt. Möglicherweise wird diese in Zukunft wieder verfügbar sein.

Prostaglandin-Analoga

Latanoprost und Bimatoprost sind Arten von Augentropfen, die zur Behandlung von Glaukom (erhöhtem Augeninnendruck) eingesetzt werden. Eine der bei Glaukompatienten beobachteten Nebenwirkungen war verstärktes Wimpernwachstum. Bei Alopecia areata hat sich gezeigt, dass sie nützlich sein können, um das Wimpern- und Augenbrauenwachstum zu fördern, wenn feine Haare vorhanden sind.

Systemische Tabletten-Behandlungen

Kortikosteroidtabletten

Hohe Dosen von Kortikosteroidtabletten können in mäßigen bis schweren Fällen, insbesondere zu Beginn der Erkrankung, wirksam beim Nachwachsen der Haare sein. Es besteht jedoch das Risiko eines Rückfalls des Haarausfalls nach Absetzen der Behandlung. Eine Langzeitanwendung von Kortikosteroidtabletten wird nicht empfohlen, da mögliche Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Magengeschwüre, Katarakte, Osteoporose sowie Gewichtszunahme auftreten können.

Orale JAK-Inhibitoren

Orale JAK-Inhibitoren sind die erste Klasse von Tablettenbehandlungen zum Einnehmen, die für die Behandlung der schweren Alopecia areata zugelassen sind. JAK-Inhibitoren sind immunmodulatorische Medikamente. Das bedeutet, dass sie wirken, indem sie eine Gruppe von Proteinen im Körper, die sogenannten Januskinasen (JAKs), blockieren.

JAK-Proteine sind Teil unseres Immunsystems und spielen eine Rolle bei der Entstehung von Entzündungen. Durch das Blockieren von JAKs dämpfen diese Medikamente das Immunsystem, um Entzündungen und die Symptome der Alopecia areata zu reduzieren.

JAK-Inhibitoren bergen als Nebenwirkung ein Infektionsrisiko. Tofacitinib kann auch zur Behandlung anderer Erkrankungen als Alopecia areata eingesetzt werden. Wenn Tofacitinib in einigen dieser Zusammenhänge (z. B. bei rheumatoider Arthritis) eingesetzt wurde, wurde es mit höheren Raten an Herz-Kreislauf-Ereignissen, Krebserkrankungen, Blutgerinnseln und schweren Infektionen in Verbindung gebracht.

Obwohl bei dermatologischen Indikationen weltweit es keine Hinweise gibt, ebenfalls ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankungen zu haben, haben die Zulassungsbehörden dennoch eine Boxed Warning (Warnhinweis) im Beipackzettel herausgegeben, um Ärzte und Patienten bei der Anwendung von JAK-Inhibitoren für jede Erkrankung zur Vorsicht anzuhalten.

Derzeit zugelassene orale JAK-Inhibitoren für Alopecia areata:

Baricitinib (JAK 1/2-Hemmer): Ebenfalls eine täglich einzunehmende Tablette. Sie ist für den Einsatz bei schwerer Alopecia areata zugelassen. Sie wird aktuell für die Behandlung anderer Erkrankungen wie atopische Dermatitis, rheumatoide Arthritis auch auf GKV-Rezept erstattet. Auf Privatrezept sind diese Medikamente verfügbar. Aufgrund des Preises und einer Langzeitbehandlung ist dies mit dem Kostenträger in Beratung mit dem medizinischen Begleiter abzuklären.

Ritlecitinib (JAK3/TEC-Hemmer): Eine Kapsel, die täglich eingenommen wird, und bei Patienten ab 12 Jahren mit schwerer Alopecia areata zugelassen.

Weitere systemische Therapien

  • Immunsuppressive Tabletten: Dazu gehören Methotrexat, Ciclosporin, Mycophenolat-Mofetil und Azathioprin. Diese Medikamente werden bei anderen entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis und Ekzem eingesetzt. Sie werden bei schwerer Alopecia areata in Betracht gezogen, wenn andere Behandlungen versagt haben oder für den Patienten nicht verfügbar sind. Sie wirken, indem sie das Immunsystem unterdrücken, und daher müssen Nebenwirkungen berücksichtigt werden, wenn diese Medikamente begonnen werden. Die Evidenz für den Einsatz mancher dieser Medikamente bei der Behandlung der Alopecia areata ist begrenzt.
  • Low-Dose-Orales Minoxidil (LDOM): Wird zunehmend als Off-Label-Therapie bei Alopecia areata diskutiert, ist jedoch nicht spezifisch gegen die zugrunde liegende Autoimmunreaktion gerichtet. Sein potenzieller Nutzen liegt vor allem in der Förderung des Haarwachstums, weshalb es – wenn überhaupt – nur begleitend zu immunmodulierenden Therapien erwogen werden sollte.

Biologicals

Dabei handelt es sich um Medikamente, die die Art und Weise nachahmen oder blockieren können, wie Immunzellen miteinander kommunizieren, und so Entzündungen verringern können.

  • Dupilumab (Interleukin-4- und -13-Hemmer): Ist derzeit für die Behandlung der atopischen Dermatitis ab einem Alter von 6 Monaten zugelassen und wird erstattet, jedoch nicht für Alopecia areata. Eine klinische Studie deutet darauf hin, dass Dupilumab potenziell in bestimmten Fällen, insbesondere bei Menschen mit sowohl atopischer Dermatitis als auch Alopecia areata, das Haarwachstum fördern kann.

Mehrere andere biologische Wirkstoffe wurden mit begrenzter Evidenz untersucht. Weitere Forschung zu neuen biologischen Therapien für die Behandlung der Alopecia areata läuft derzeit.

Komplementär- und Alternativmedizin (CAMs)

  • Es gibt sehr begrenzte Beweise in der medizinischen Literatur zu alternativen Therapien. Eine Studie, die verschiedene Arten alternativer Therapien überprüft hat, deutet darauf hin, dass Aromatherapie, bei der ätherische Öle verwendet werden, Menschen mit Alopecia areata helfen kann.

Psychologisch basierte Behandlungen

Kleine Studien haben gezeigt, dass Hypnose und Achtsamkeitsmeditation wirksam sind, um das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität von Patienten mit Alopecia areata zu verbessern. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf das Nachwachsen der Haare.

Was kann ich tun?

Manche Männer und einige Frauen mit ausgedehnter Alopezie finden, dass das vollständige Abrasieren der verbliebenen Haare eine gute Lösung darstellt.

Denken Sie daran, dass eine wichtige Funktion der Haare darin besteht, die Kopfhaut vor Sonnenlicht zu schützen. Sie sollten Ihre kahlen Stellen mit einem Sonnenschutzmittel oder einem Hut bedecken, um Sonnenbrand zu vermeiden und auch das Risiko von langfristigen Sonnenschäden zu verringern.

Das Haar dient auch als Frühwarnsystem, um zu verhindern, dass man sich an niedrigen Türen, Schränken oder Bäumen den Kopf stößt. Seien Sie in solchen Situationen besonders vorsichtig, um Verletzungen zu vermeiden.

Sie können Ihren Friseur fragen, ob er nachgewachsene Haare, die nur langsam ihre Farbe zurückerlangen, färben kann. Menschen mit langem Haar können Haarverlängerungen verwenden, um kahle Stellen zu verdecken. Einige Friseure sind darauf spezialisiert. Es ist jedoch wichtig, beim Anbringen nicht zu viel Spannung auf das Haar auszuüben, da übermäßige Spannung einen Haarausfall verursachen kann, der als Traktionsalopezie bezeichnet wird.

Künstliche Wimpern, Augenbrauenstifte sowie Augenbrauen-Tattoos/Microblading können für Menschen mit Haarausfall im Augenbereich hilfreich sein. Menschen mit Alopecia areata der Augenbrauen verwenden auch Augenbrauenaufkleber.

Dr. med. Karin Beyer
Dr. med. Karin Beyer
Dr. Karin Beyer ist Fachärztin für Dermatologie mit der Zusatzbezeichnung Allergologie.

Neurodermitis
Psoriasis
acne inversa
Chronisches Handekzem
Urtikaria

Die Suche nach der richtigen Diagnose, einem passenden Facharzt und einer wirksamen Therapie ist für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen ein langer und belastender Weg. Häufig fehlen Orientierung, verständliche Informationen und Zeit für wichtige Fragen im Arztgespräch.

Um genau hier anzusetzen, veranstalten wir gemeinsam mit der Teledermatologie-Plattform derma2go erneut die Hautwochen 2026 – digital und patientennah über Social Media und Webinare.

Vom 13.04. bis 10.05.2026 stehen diese Erkrankungen im Mittelpunkt von NIK e.V. und derma2go: Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa, Chronisches Handekzem sowie Urtikaria.

Kostenlose dermatologische Beratung – ohne lange Wartezeiten

Ein besonderes Highlight ist die Zusammenarbeit mit der Teledermatologie-Plattform derma2go: Während der Hautwochen können Betroffene eine kostenfreie fachärztliche Einschätzung (sonst 49 Euro) erhalten – anonym, ortsunabhängig und ohne lange Wartezeiten.

So wird der Zugang zu medizinischer Hilfe deutlich erleichtert.

Schritt-für-Schritt: So stellst du eine Anfrage


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Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die als Botschafterinnen ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Thea, Neurodermitis-Botschafterin @theatritralisch

Anna Lena, Psoriasis-Botschafterin @pso_annalena

Rabea, Acne inversa-Botschafterin @rabeas_little_world

Marina, Chronisches Handekzem-Botschafterin @marina.hautaberherzlich

Orientierung statt Überforderung

Chronische Hauterkrankungen sind oft mehr als das, was sichtbar ist. Sie betreffen das Immunsystem, den Alltag und häufig auch die psychische Gesundheit.

Viele Betroffene berichten:

  • lange Wege bis zur Diagnose
  • Unsicherheit im Umgang mit der Erkrankung
  • fehlende Aufklärung über moderne Therapien
  • Schwierigkeiten, ihre Beschwerden im Arztgespräch klar zu kommunizieren

Die Hautwochen setzen genau hier an:

Sie schaffen Verständnis, Orientierung und konkrete Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung.


Wissen, das ankommt – direkt von Expert:innen und Betroffenen



Ein Überblick über alle kostenlosen Webinare & Insta Lives


Unsere Expert:innen

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Dermatologe

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus
Dermatologin

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sonja Molin
Dermatologin

Dr. med. Katharina Langen
Dermatologin

Dr. med. Joachim Löchner
Dermatologe

Prof. Dr. Petra Staubach-Renz

Prof. Dr. med. Petra Staubach-Renz
Dermatologin

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.
Das Bild zeigt ein stilisiertes, schwarzes Umrissbild eines Löwen, der nach rechts schreitet. Unter dem Löwen steht in Großbuchstaben das Wort "LEO". Der Löwe hat ein detailliertes Muster im Bereich der Mähne und seines Körpers.
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Einzelne Veranstaltungen werden zusätzlich unterstützt von:


Wir bedanken uns auch für die Unterstützung von:


Fokuswoche Neurodermitis: 12.4. – 18.4.2026

Neurodermitis-Botschafterin Thea @theatritralisch


Thea lebt seit Babyzeiten mit Neurodermitis – diagnostiziert vor ihrem 2. Lebensjahr. Heute integriert sie die Krankheit: staubarmes Zuhause, bewusste Ernährung, Triathlon trotz Juckreiz. „Nicht gegen die Haut kämpfen, sondern mit ihr neue Wege gehen – ich bin okay so!“

Kostenlose Neurodermitis Veranstaltungen

Weitere Neurodermitis-Webinare

Webinar: „Neurodermitis bei Kindern – Im Gespräch mit Expert*innen“
Webinar: „Neurodermitis verstehen und behandeln“
Webinar: „Neurodermitis verstehen und behandeln“

Fokuswoche Psoriasis: 19.4. – 25.4.2026

Psoriasis-Botschafterin Anna Lena @pso_annalena

Anna Lena kämpfte jahrelang mit schuppigen Stellen, die als Ekzeme abgetan wurden – bis 2018 die Psoriasis-Diagnose kam. Kortison half kurzfristig, doch sie heilt sich selbst: antientzündliche Ernährung ohne Milch, Zucker, Gluten, plus Stressmanagement und Totes-Meer-Salz-Bäder. Auf @pso_annalena zeigt sie: „Die Krankheit hat mich nicht im Griff – ich sie!“

Kostenlose Psoriasis Veranstaltungen

Weitere Psoriasis-Webinare

Webinar: Acne inversa & Psoriasis: „Innovative Therapien mit modernen Geräten“
Webinar: „Psoriasis verstehen und behandeln“

Fokuswoche Acne inversa: 26.4. – 02.5.2026

Acne inversa-Botschafterin Rabea @rabeas_little_world

Rabea litt 3-4 Jahre schweigend unter wachsenden, schmerzhaften Abszessen bei Akne inversa – aus Scham spät zum Arzt, falsch als „Furunkel“ operiert. 2011 kam die erlösene Diagnose (Hurley III), doch folgten große Sanierungen, tägliche Schmerzen und seelische Tiefen. Heute teilt die 41-Jährige auf @rabeas_little_world offen ihre Reise zur Akzeptanz: Trigger erkennen, Community-Support nutzen, trotz Hate positiv bleiben.

Weitere Acne inversa-Webinare

Webinar: „Acne inversa Verstehen und behandeln"
Webinar: Acne inversa & Psoriasis: „Innovative Therapien mit modernen Geräten“
Webinar: „Acne inversa verstehen und behandeln“

Fokustage Chronisches Handekzem: 3.5. – 7.5.2026

Chronisches Handekzem-Botschafterin Marina @marina.hautaberherzlich

Seit ihrem 2. Lebensjahr begleiten Marina Neurodermitis und chronisches Handekzem – von Ausschlägen an Armbeugen zu Bläschen an Händen. Ärzte waren oft desinteressiert, Krankenkassen blockierten Schulungen. Heute als Apothekerin und ganzheitliche Coach hat sie es im Griff: „Die Haut regeneriert sich – von innen!“ Tipps für Ursachenforschung, Nitrilhandschuhe und Stressbewältigung inklusive.

Fokustage Nesselsucht (Urtikaria): 8.5. – 10.5.2026

Kostenlose Veranstaltungen zu Nesselsucht (Urtikaria)

Hilfreiche Informationen zum Download

Fokuswochen: Rheuma

Vom 18.03. – 29.03.2026 bieten wir auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram und Facebook) sowie auf dem Blog Inhalte, die ein umfassendes Verständnis für die Herausforderungen von rheumatischen Erkrankungen schaffen. Unser herzlicher Dank gilt den Firmen abbvie, Alfasigma, Hexal, Pfizer und UCB, deren Unterstützung die Durchführung der Rheumawochen ermöglicht.

Unsere Veranstaltungen während der Rheumawochen

1. Digitales Patient*innenwebinar

Ein besonderes Highlight ist unser digitales Patient*innen-Webinar am 18. März um 19 Uhr mit dem Thema: „Der informierte Rheuma-Patient: Warum Wissen Patient:innen stärkt und die Therapie unterstützt“.

Hier erwarten euch spannende Einblicke und Expertengespräche mit Dr. med. Tingting Xiong, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologin und Dr. med. Peer M. Aries, Rheumatologe und Immunologe. Neben den Ärzt*innen wird Tanja Renner als Moderatorin sowie Rheuma-Botschafterin Larissa dabei sein.

Was erwartet euch?

  • Was passiert bei Rheuma im Körper und warum ist frühes Handeln so wichtig?
  • Welche Therapieziele sind möglich und wie werden sie gemeinsam festgelegt?
  • Wie bereite ich mich gut auf das Arztgespräch vor?
  • Warum stärkt Wissen meine Rolle als Patient*in und den Therapieerfolg?

Unsere Referent*innen

Dr. Tingting Xiong
Fachärztin für Innere Medizin, Nephrologie und Rheumatologie
Dr. med. Peer M. Aries
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Immunologie und Ernährungsmediziner

Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stellt eure Fragen und tauscht euch mit anderen Betroffenen aus.

Wir laden euch und eure Angehörigen herzlich ein, an dieser kostenlosen Veranstaltung teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!



2. Insta Lives für einen intensiven Austausch

Für einen ganz persönlichen Austausch kannst du dich auf unsere Insta Lives während der Rheumawochen freuen:

Rheuma- Botschafterin Larissa

Larissa war 20, als sie anfing, Schmerzen zu ignorieren – weil alle ihr sagten, sie sei „zu jung für Rheuma“. Acht Jahre später bekam sie endlich die Diagnose Morbus Bechterew und begann, sich gegen Ablehnung, Zweifel und ihren eigenen Perfektionismus zu wehren.

Heute teilt sie auf Instagram offen ihre Tiefphasen, ihre Therapie mit Biologika und ihre kleinen Siege – und zeigt, wie man trotz chronischer Erkrankung wieder lernen kann, an sich selbst zu glauben. Wenn du wissen willst, wie jemand aus Hilflosigkeit und Schmerz langsam wieder Mut und Kraft findet, lies die ganze Geschichte von Larissa.


Vergangene Rheuma-Veranstaltungen

Webinar: „Kinderwunsch, Schwangerschaft & Muttersein“
Webinar: „Kinderwunsch, Schwangerschaft & Muttersein“
Webinar: „Die ersten deutschen Leitlinien: Lupus verstehen und behandeln“
Webinar: Lupus verstehen & behandeln: „Aufschlauen zu Lupus – Wissen stärkt“
Insta Live: Rheuma „Therapietreue“

Mit freundlicher Unterstützung von

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Bild zu: Optimale Krankheitskontrolle bei Neurodermitis

Optimale Krankheitskontrolle bei Neurodermitis

Gemeinsam zum persönlichen Therapieziel navigieren

Moderne Systemtherapien können bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis heute dafür sorgen, dass hohe Therapieziele erreicht werden. Optimale Krankheitskontrolle kann z. B. fast klare Haut und nahezu keinen Juckreiz bedeuten. Dort hinzugelangen ist eine Teamleistung, indem gemeinsam mit der behandelnden Dermatologin bzw. dem behandelnden Dermatologen das individuelle Ziel festgelegt und der Weg dahin verfolgt wird. Mit dem AD­Navigatorsteht nun ein einfaches Tool zur Verfügung, das dabei begleitet und sowohl die ärztliche Perspektive als auch die der Betroffenen einbezieht.

Gewinn an Lebensqualität, ein möglichst klares Hautbild und gegen den quälenden Juckreiz vorgehen – diesen Wunsch teilen viele Menschen mit Neurodermitis bei der Therapie. Ein erster Schritt dahin ist, die Schwere der Neurodermitis festzustellen und das individuelle Therapieziel zu finden. Sogenannte Scores helfen bei einer einheitlichen Bewertung der Krankheitsaktivität. Diese ärztlichen Messinstrumente bewerten z. B. die Ausdehnung oder die Intensität der Hautveränderungen. Wie die Erkrankung persönlich empfunden wird und welche Einschränkungen im Alltag besonders belasten, lässt sich damit jedoch nicht auf die Spur kommen.

Alle Folgen der Neurodermitis kommunizieren

Die persönliche Situation und alle Belastungen durch die Erkrankung wiegen ebenfalls schwer und verdienen Aufmerksamkeit bei der Wahl der Therapie. Es ist daher wichtig, im Arztgespräch auch diese Aspekte darzulegen, damit das Therapieziel und die Behandlung ausgewählt werden können. Doch manchmal ist es gar nicht so einfach, sich bewusst zu machen und in Worte zu fassen, welche Belastungen mit der Neurodermitis im täglichen Leben verknüpft sind. Schlechter Schlaf, Gedankenkarussell oder der Juckreiz – die Erkrankung hat viele Facetten, die eine Rolle spielen können. Der AD-Navigator kann dabei unterstützen, zu sortieren und auszudrücken, wie die Beschwerden und Folgen der Erkrankung empfunden werden.

Mit dem AD­Navigator zur Krankheitskontrolle

Der AD-Navigator enthält einen Fragebogen, in dem Juckreiz, Hautschmerz, Schlafstörungen, Hautveränderungen und -beschwerden, psychische Belastung und Einschränkungen des täglichen Lebens ganz einfach selbst bewertet werden können. Er kann unkompliziert z. B. im Wartezimmer vor dem Arzttermin ausgefüllt werden. Ergänzt wird diese Einschätzung durch die Ergebnisse von individuell ausgewählten Scores durch die Dermatologin bzw. den Dermatologen. So ergibt sich ein ganzheitliches Bild der persönlichen Neurodermitis-Situation, die eine zielorientierte Behandlung ermöglicht.

Hier ist der Patientenfragebogen aus dem AD-Navigator online als Download erhältlich: http://www.abbvie-care.de/ad-navigator

Langfristige Erfolgskontrolle

Als Momentaufnahme ist der AD-Navigator hilfreich, um die individuell passende Behandlung zu finden. Wiederholt ausgefüllt zeichnet er ein langfristiges Bild, mit dem sich der Verlauf der Neurodermitis verfolgen und das Erreichen der Therapieziele überprüfen lässt. So kann der AD-Navigator bei einem offenen Austausch zwischen Ärzt*innen und Patient*innen unterstützen, den Therapieweg begleiten, Erfolge zeigen oder auch Hinweise geben, ob die Behandlung angepasst werden sollte. Sprechen Sie mit Ihrer Dermatologin bzw. Ihrem Dermatologen darüber, was die Neurodermitis für Sie bedeutet, und finden Sie gemeinsam zur optimalen Krankheitskontrolle.

Praktisches Neurodermitis­Wissen

Noch mehr Infos zur Neurodermitis, Tipps für den Arztbesuch, den Neurodermitis- Alltags-Check, Erfahrungsberichte und Neuigkeiten bietet die Initiative Neurodermitis? Wen juckt’s? auf ihrer Webseite. Jetzt vorbeischauen!

http://www.neurodermitis-wen-juckts.de


Mit freundlicher Unterstützung der
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
DE-IMMD-250127


Lupus erythematodes und die psychische Gesundheit

Eine Lupus-Diagnose bedeutet für viele Betroffene einen tiefen Einschnitt: Plötzlich stehen Fragen im Raum, die das gesamte Leben betreffen: Wie wird die Erkrankung verlaufen? Was kommt auf mich zu? Wie gehe ich mit dieser neuen Realität um? Nicht selten fühlen sich Menschen mit den ersten Symptomen und der Diagnose wie in einer Art Überlebensmodus. Der Schock ist groß, und die seelische Belastung, die damit einhergeht, ist ebenso real wie die körperlichen Beschwerden.

Wichtig ist: Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, zögere bitte nicht, sofort Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Krisendienst ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0111 und 0800 111 0222.

Psychische Begleiterkrankungen bei Lupus

Lupus betrifft nicht nur Haut, Gelenke oder Organe, auch die Psyche ist unmittelbar mitbetroffen. Viele Betroffene entwickeln im Laufe der Zeit depressive Verstimmungen oder Depressionen, häufig ausgelöst durch die chronische Krankheitslast, Schmerzen oder das Gefühl, im Alltag eingeschränkt zu sein. Hinzu kommt die Angst: die Sorge vor Schüben, vor Ausgrenzung oder vor der Unsicherheit des Krankheitsverlaufs.

Ein weiterer belastender Faktor ist die Fatigue. Diese chronische Erschöpfung raubt nicht nur körperliche Energie, sondern drückt auch auf die Stimmung. Viele Menschen berichten außerdem vom sogenannten Lupus Brain Fog: Gedächtnislücken, Konzentrationsprobleme oder das Gefühl, als sei das Gehirn „in Watte gepackt“. Auch Schlafstörungen sind häufig, ausgelöst durch Grübelspiralen oder innere Unruhe. Mit der Zeit kann sich ein Gefühl der Isolation einstellen, besonders dann, wenn das Umfeld nicht versteht, wie man sich fühlt.

Wege im Alltag um besser zurechtzukommen

Trotz aller Belastungen gibt es Möglichkeiten, die eigene seelische Gesundheit im Blick zu behalten. Schon kleine Schritte können dabei hilfreich sein. So kann es guttun, regelmäßig in sich hineinzuhören und ein Tagebuch über Stimmung, Stresslevel und körperliche Symptome zu führen. Dieses Bewusstwerden hilft, Muster zu erkennen und Überforderung entgegenzuwirken. Ebenso wertvoll ist es, realistische Ziele zu setzen: Nicht alles muss sofort geschafft werden, und kleine Fortschritte sind wichtig genug.

Auch das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle. Freundschaften, Familie, Selbsthilfegruppen oder Patientenorganisationen, wie wir bei NIK e.V., bieten Halt und Verständnis. Es wird immer Menschen geben, die empathisch sind, und andere, die deine Lage nicht nachvollziehen können. Wichtig ist, dir klarzumachen: Das Verhalten anderer sagt mehr über sie aus als über dich.

Hilfreich ist außerdem, das Gespräch mit dem medizinischen Fachpersonal offen und ehrlich zu führen. Die aktuelle Leitlinie zum systemischen Lupus erythematodes (SLE) betont, wie entscheidend gute Informationen und eine gemeinsame Entscheidungsfindung sind. Mit der Lupus-Checkliste kannst du dich auf diese Gespräche vorbereiten und deine eigenen Bedürfnisse besser formulieren. Am Ende geht es auch um Akzeptanz: Die Krankheit gehört zu deinem Leben – doch sie muss dich nicht völlig bestimmen.

Stress erkennen und abbauen

Ein weiterer Schlüssel liegt im Umgang mit Stress. Denn Stress kann Symptome verstärken und Schübe begünstigen. Versuche daher herauszufinden, was dich besonders belastet: Sind es äußere Faktoren wie Schmerzen oder Termine, oder innere Druckmacher wie eigene Glaubenssätze? Eine liebevolle und wohlwollende Haltung dir selbst gegenüber ist hier ein wichtiger erster Schritt.

Hilfreich sind auch gezielte Entspannungstechniken. Achtsamkeit, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, innere Ruhe wiederzufinden. Ebenso wichtig ist Bewegung: Ein Spaziergang, Yoga oder andere sanfte Aktivitäten stärken nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Kreativität kann ein Ventil sein: sei es durch Malen, Musizieren oder bewusstes Musikhören. Strukturiere deinen Alltag, plane regelmäßige Pausen ein und suche die Natur als Kraftquelle.

Welche Therapien helfen können

Neben diesen Schritten im Alltag gibt es medizinische und psychologische Behandlungsangebote, die unterstützend wirken können. Die Lupus-Therapie selbst zielt auf Remission, also eine möglichst vollständige Symptomfreiheit bei minimalem Medikamenteneinsatz. Daneben sind Schmerz- und Fatigue-Therapien wichtige Bausteine. Psychotherapeutische Angebote – ob Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Ansätze – können helfen, besser mit Ängsten oder Depressionen umzugehen. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen dir und deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten stimmt.

Manche Menschen profitieren auch von achtsamkeitsbasierten Verfahren, von Ernährungsberatung oder von Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafhygiene. In bestimmten Fällen kann der Einsatz von Medikamenten zur Behandlung von Depressionen oder Angststörungen sinnvoll sein. Dies sollte aber immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Über NIK e.V. findest du Austausch, Beratung, eine erste Orientierung und Unterstützung. Auch andere digitale Angebote können hilfreich sein, zum Beipsiel: Der Instagram-Kanal Mein Lupus & Wir bietet Betroffenen, Angehörigen und Interessierten wertvolle Informationen – unter anderem von der Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Christine Maria Becker.

Mit freundlicher Unterstützung von
AstraZeneca

Neurodermitis
Vitiligo
Psoriasis
acne inversa

Die Suche nach der richtigen Diagnose, dem passenden Spezialisten und der besten Therapie gestaltet sich für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) + chronisches Handekzem, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Schuppenflechte (Psoriasis) oder Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) oft langwierig. Viele Betroffene leiden unnötig, sei es aus Scham, fehlender Aufklärung oder weil sie keine adäquate Behandlung finden. Dabei gibt es effektive Therapiemöglichkeiten, die das Leben dieser Menschen deutlich verbessern können.

NIK e.V. und derma2go machen Neurodermitis (+chronisches Handekzem), Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo sichtbar.


Fokustage für Neurodermitis (+chronisches Handekzem), Vitiligo, Psoriasis und Acne inversa mit kostenlosen Beratungen, Webinaren und spannenden Insta-Live-Events

Um das Bewusstsein dafür zu schärfen und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern, starten NIK e.V., die Patienteninitiative für Autoimmunerkrankungen, und die Tele-Dermatologie-Plattform derma2go vom 17. November bis 14. Dezember 2025 erneut die Hautwochen.

Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Julia, Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin @juschkiii

Basti, Vitiligo-Botschafter und -Patient @viti_sebo

Franzi, Psoriasis-Botschafterin und -Patientin @zwillingskirsche

Kerstin, Acne inversa-Botschafterin und -Patientin @mullewupp_akneinversa

Webinare & Insta Live: Expertenwissen direkt ins Wohnzimmer

Während der Hautwochen gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote. Besonders hervorzuheben sind die kostenlosen Webinare mit renommierten Expert*innen, die wertvolle Einblicke in aktuelle Therapiemöglichkeiten geben und auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingehen.

Ein weiteres Highlight sind die Instagram-Live-Sessions auf dem Kanal von NIK e.V., bei denen Betroffene ihre brennenden Fragen an unsere Expert*innen stellen können. Im Format „Heißer Stuhl“ moderiert NIK e.V. ein offenes Gespräch, bei dem die wichtigsten Fragen zu den jeweiligen Hauterkrankungen beantwortet werden.


Termine: Webinare


Termine: Insta Lives „Heißer Stuhl“


Unsere Expert*innen:

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Dermatologe

Dr. med. Maximilian Deußing
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Stellv. Klinikdirektor, Oberarzt, Leitung Zentrum für entzündliche Hauterkrankungen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, ZB Allergologie

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes Dermatologe

Dr. med. Ina Hadshiew Dermatologin

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus
Dermatologin

Dr. med. Andreas Kleinheinz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sonja Molin
Dermatologin

Dr. med. Chiara Lena Blomen
Dermatologin

Frau Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Julia Rümmelein
Psychotherapeutin

Dr. med. Matthias Neulinger
Dermatologe

Diese interaktiven Formate bieten eine großartige Möglichkeit, Hemmschwellen abzubauen und persönliche Fragen anonym und unkompliziert zu stellen.

Kostenlose dermatologische Beratung

Während der gesamten Hautwochen haben Betroffene die Möglichkeit, sich über die Plattform derma2go kostenlos von Dermatolog*innen beraten zu lassen. Dieser Service, der normalerweise 49 Euro kostet, steht in dieser Zeit kostenfrei zur Verfügung. Innerhalb von nur wenigen Stunden erhalten die Patienten eine erste Einschätzung sowie individuelle Therapieempfehlungen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Doch nicht nur die Haut leidet – auch Stress und emotionale Belastungen spielen eine große Rolle.

Psychodermatologie – Wenn die Haut die Seele widerspiegelt

Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Vitiligo oder Acne inversa sind nicht nur äußerlich sichtbar – sie können auch emotional belasten. Gleichzeitig kann anhaltender Stress oder seelischer Druck die Hautsymptome verstärken oder deren Abheilung verzögern. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen scheint.

  • Wie Stress und emotionale Belastung deine Hautsymptome beeinflussen können
  • Welche mentalen Strategien helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen
  • Praktische Tipps für den Alltag, um besser mit deiner Erkrankung umzugehen

Deshalb ergänzen wir die Hautberatung mit einer kostenlosen psychodermatologischen Videosprechstunde, in der du wertvolle Strategien von unseren Psychodermatologie-Expertinnen für den Umgang mit deiner Erkrankung erhältst. Nimm deine Hautgesundheit aktiv in die Hand!

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.
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Neurodermitis

Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin Julia @juschkiii

Neurodermitis betrifft nicht nur die Haut, sondern auch die Psyche – das hat auch Julia (@juschkiii) erlebt. Stress und Schlafmangel verschlimmerten ihre Beschwerden, bis Mindfulness und eine moderne Therapie für sie zum Gamechanger wurden: weniger Juckreiz, weniger Entzündung, mehr Kontrolle.

Heute sieht sie ihre Haut als Teamkollegin und unterstützt als Psychotherapeutin andere Betroffene. Außerdem hat sie die Selbsthilfe-Community „Circle AD“ mitgegründet – einen Raum für Austausch und Mut.

Neurodermitis Veranstaltungen

Weitere Neurodermitis-Webinare


Vitiligo

Vitiligo-Botschafter und -Patient Basti @viti_sebo

Basti lebt mit Vitiligo. Die weißen Flecken wurden mehr, doch statt sich zu verstecken, akzeptiert er seine Haut Schritt für Schritt. Die Sonne meidet er mit UV-Schutz und Humor.

Als Erzieher beantwortet er Kinderfragen offen: „Die Flecken tun nicht weh – besonders sein ist okay.“ Die Kids nennen ihn „Fleckman“. Auf Instagram (@viti_sebo) zeigt er, wie Vitiligo sein Selbstbild verändert hat – und warum er seine Flecken nicht mehr versteckt.

Vitiligo Veranstaltungen

Weitere Vitiligo-Webinare


Psoriasis

Psoriasis-Botschafterin und -Patientin Franzi @zwillingskirsche

You are beautiful, no matter what they say“ – dieser Satz begleitet Franziska seit Kindertagen und passt perfekt zu ihrer Mutmach-Geschichte. Sie lebt seit früher Kindheit mit Psoriasis: erst „Milchschorf“, später Schmerzen, Scham und sogar Mobbing. Doch daraus ist Stärke gewachsen.

Heute spricht Franzi offen über ihren Weg zu Selbstliebe und Selbstfürsorge – über Bewegung, Reisen, Hautpflege und antientzündliche Ernährung. Halt findet sie in Freundschaft, Familie und dem Austausch mit anderen Betroffenen – bei NIK und auf Instagram unter @zwillingskirsche.

Psoriasis Veranstaltungen

Weitere Psoriasis-Webinare


Acne inversa

Acne inversa-Botschafterin und -Patientin Kerstin @mullewupp_akneinversa

„Selbsthilfe heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich und füreinander“, sagt Kerstin von der Akne-inversa-Selbsthilfegruppe mullewupp im Update-Interview mit NIK. Sie spricht über Stress als wichtigsten Trigger, offenes Reden mit Partner*innen und Peers – und warum gut moderierte Gruppen Falschinfos und Druck konsequent fernhalten.

Kerstin räumt mit Mythen auf, gibt konkrete Tipps für frisch Diagnostizierte und erklärt, weshalb Hausärzt*innen wieder stärker begleiten sollten – und warum Netzwerke wie NIK e.V. Betroffenen den Weg in Versorgung und Öffentlichkeit erleichtern.

Acne inversa Veranstaltungen

Weitere Acne inversa-Webinare

LAight®-Therapie: Sanfte Hilfe bei Akne inversa

Wenn Haut zur Belastung wird

Viele Menschen mit Akne inversa (auch Hidradenitis suppurativa genannt) erleben nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch starke Einschränkungen im Alltag. Die chronische Hauterkrankung führt zu eitrigen Entzündungen, wie Knoten, Abszessen oder Fistelgänge in Hautfalten, oft im Achsel-, Leisten- oder Intimbereich. Das kann sehr schmerzhaft sein – und die Lebensqualität massiv einschränken.

Viele Patient:innen berichten von:

  • Starken Schmerzen
  • Einschränkungen im Alltag
  • Schamgefühlen und sozialem Rückzug
  • Langer Odyssee bis zur Diagnose

Aber es gibt eine Behandlung, die sanft, wirksam und ohne Operation helfen kann: die LAight®-Therapie.

Was ist die LAight®-Therapie?

Die LAight®-Therapie ist eine innovative, nicht-invasive Behandlungsmethode, die speziell für Akne inversa entwickelt wurde. Sie kombiniert zwei bewährte Technologien:

  • Intensiv gepulstes Licht (IPL)
  • Radiofrequenz (RF)

Diese Kombination wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und unterstützt die Regeneration der Haut – ganz ohne Operation oder Medikamente.

Gut zu wissen: Die Behandlung ist schmerzarm und wird ambulant durchgeführt – also ohne Krankenhausaufenthalt.

Wie läuft die Behandlung ab?

Erstgespräch: In einem persönlichen Gespräch wird die Hautsituation analysiert und ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Behandlungssitzungen: In regelmäßigen Abständen (z. B. alle 2-6 Wochen) erfolgen die Sitzungen im spezialisierten Zentrum.

Langfristige Betreuung: Die Therapie kann über Monate oder Jahre fortgeführt werden – je nach Bedarf.

Viele Patient:innen berichten bereits nach wenigen Sitzungen von einer spürbaren Verbesserung.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Wirkung der LAight®-Therapie wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen. Sie zeigte sich dabei besonders hilfreich bei leichter bis mittelschwerer Akne inversa.

  • Entzündungen gehen deutlich zurück
  • Schmerzen werden gelindert
  • Lebensqualität der Patient:innen wird spürbar verbessert
  • Wiederauftreten von Läsionen wird entgegengewirkt

Offizielle Empfehlung in der medizinischen Leitlinie

Die S2k-Leitlinie zur Behandlung der Akne inversa – das ist sozusagen der „medizinische Fahrplan“ für Ärzt:innen – empfiehlt die LAight®-Therapie ausdrücklich:

  • Bei leichter bis mittelschwerer Akne inversa
  • Als Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Therapie
  • Zur Langzeitkontrolle, also um Rückfälle oder ein Fortschreiten zu vermeiden
  • Zur Aufrechterhaltung von Therapieergebnissen, unabhängig davon, mit welcher Therapie sie erlangt wurden

Für wen eignet sich die Therapie?

Die LAight®-Therapie ist besonders geeignet für:

  • Menschen mit Hurley-Stadium I oder II
  • Betroffene, die keine Operation möchten
  • Patient:innen, die nicht dauerhaft Medikamente einnehmen können oder möchten
  • Personen, die bereits andere Therapien ausprobiert haben – und nun eine neue Möglichkeit suchen

Gibt es Nebenwirkungen?

Die LAight®-Therapie gilt als sehr gut verträglich. Es kann gelegentlich zu leichten Hautrötungen kommen – vergleichbar mit einem Sonnenbrand. Diese klingen aber in der Regel schnell wieder ab. Die meisten Patient:innen empfinden die Behandlung als angenehm oder neutral.

Wo kann man sich behandeln lassen?

Die LAight®-Therapie wird in vielen spezialisierten Arztpraxen und Wundzentren angeboten. Eine Übersicht über zertifizierte Behandlungszentren findest du z. B. auf der Website des Herstellers:

Fazit: Sanfte Therapie mit wissenschaftlicher Rückendeckung

Die LAight®-Therapie bietet Betroffenen mit Akne inversa eine moderne, sanfte und wirksame Behandlungsoption – ganz ohne Operation und mit wenigen Nebenwirkungen. Gerade bei früher Diagnosestellung und konsequenter Anwendung kann sie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zurückzugewinnen.

Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, ob LAight® für dich infrage kommt.

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Biosimilars: Moderne Medizin verständlich erklärt

Die Medizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht – vor allem dank sogenannter Biologika. Diese modernen Medikamente werden mithilfe von Biotechnologie in lebenden Zellen hergestellt und sind oft die erste Wahl, wenn konventionelle Therapien nicht ausreichen. Besonders bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wie Rheuma, Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Multipler Sklerose haben Biologika einen entscheidenden therapeutischen Beitrag geleistet.

Ein Dank an die Forschung

Hinter jedem Biologikum steht intensive Forschung und Entwicklung. Ohne das Engagement, die Innovationskraft und die Investitionen der forschenden Pharmaunternehmen wären viele dieser lebensverändernden Therapien nicht möglich. Die hohen Entwicklungskosten und das unternehmerische Risiko, die mit der Entwicklung neuer Medikamente verbunden sind, erklären, warum Erstanbieterpräparate oft teuer sind. Zudem ist es gerechtfertigt, dass Biologika häufig viele Jahre unter Patentschutz stehen. Der Patentschutz ermöglicht es den Unternehmen, die enormen Kosten für Forschung und Entwicklung zu decken und weiterhin in die Entwicklung  neuer Therapien zu investieren, wodurch medizinischer Fortschritt ermöglicht wird.

Jedoch sind Biologika in der Herstellung aufwendig und teuer. Sobald der Patent- und Unterlagenschutz ausgelaufen ist, können sogenannte Biosimilars auf den Markt kommen. Diese sind die Nachfolger der Original-Biologika. Sie wirken genauso gut wie das Original und sind dabei günstiger – eine echte Chance für Patient*innen und das Gesundheitssystem. Zudem verbessern Biosimilars nachhaltig den Zugang für viele Patientinnen und Patienten zu modernen Therapien.

Biosimilars fördern den Wettbewerb und tragen dazu bei, dass die Preise für Biologika sinken. Dies wiederum führt zu einer besseren Versorgung und einem verbesserten Zugang für Patient*innen, was eine positive Auswirkung auf das gesamte Gesundheitssystem hat.

Dieser Beitrag erklärt, was Biologika und Biosimilars sind, warum sie so wichtig sind und wie sie Patient*innen helfen können. Ziel ist es, Ängste abzubauen, Vertrauen zu schaffen und alle wichtigen Informationen leicht verständlich zu vermitteln.

Was ist ein Biologikum?

Ein Biologikum ist ein modernes Arzneimittel, das mithilfe von Biotechnologie in lebenden Zellen hergestellt wird. Im Gegensatz zu konventionellen Medikamenten, die chemisch im Labor zusammengesetzt werden, bestehen Biologika aus komplexen Eiweißen (Proteinen) oder anderen Bestandteilen, die natürlicherweise im Körper vorkommen. Diese Medikamente werden vor allem bei schweren oder chronischen Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Multipler Sklerose. Bekannte Beispiele sind Insulin zur Behandlung von Diabetes oder Antikörper zur Therapie von Rheuma.

Warum sind Biologika so wichtig?

Biologika ermöglichen gezielte und oft sehr wirksame Therapien für Erkrankungen, bei denen herkömmliche Medikamente nicht ausreichen. In den letzten Jahren haben sie die Behandlungsmöglichkeiten für viele Patient*innen erheblich verbessert, da sie in der Lage sind, spezifische Mechanismen im Körper zu beeinflussen und so oft die Symptome zu lindern oder das Fortschreiten von Krankheiten zu verlangsamen.

Was sind Biosimilars?

Biosimilars sind Medikamente, die nach dem Ablauf des Patents eines Original-Biologikums entwickelt werden. Sie sind dem Original so ähnlich, dass sie genauso wirken – jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten werden. Dies trägt nicht nur dazu bei, die Kosten für die Behandlung zu senken, sondern hilft auch, das Gesundheitssystem zu entlasten. Mögliche Gründe für den geringeren Preis: Sobald Biosimilars auf den Markt kommen, entsteht Konkurrenz. Um Marktanteile zu gewinnen, senken Anbieter ihre Preise. Die Entwicklung eines Biosimilars ist zwar sehr teuer (etwa 150-300 Mio. EUR), jedoch immer noch weitaus günstiger als die Neuentwicklung eines Biologikums.

Man kann sich das so vorstellen: Das Original-Medikament ist ein aufwendig hergestelltes Puzzle mit vielen Teilen. Ein Biosimilar ist ein neues Puzzle, das nach dem gleichen Bild und mit fast identischen Teilen nachgebaut wurde. Es passt genauso gut zusammen und ergibt dasselbe Bild – aber es ist günstiger herzustellen.

Biosimilars werden ebenfalls in lebenden Zellen hergestellt, im Gegensatz zu herkömmlichen chemischen Medikamenten. Die Entwicklung eines Biosimilars dauert etwa 7-8 Jahre. Während dieses Prozesses wird sichergestellt, dass das Biosimilar genauso sicher und wirksam ist wie das Original.

Bevor ein Biosimilar auf den Markt kommt, muss das Unternehmen, das das Biosimilar entwickeln möchte, umfangreiche Studiendaten vorlegen. Diese Studien vergleichen das Biosimilar mit dem Original, um zu prüfen, wie gut die Wirkung des Biosimilars im Vergleich abschneidet. Auch nach der Zulassung wird die Sicherheit des Biosimilars weiterhin überwacht.

Biosimilars sind keine Generika

Es ist wichtig, Biosimilars nicht mit Generika zu verwechseln. Während Generika exakte Kopien von chemisch hergestellten Medikamenten sind, stellen Biosimilars hochkomplexe Nachahmungen von Biologika dar. Da sie aus lebenden Zellen gewonnen werden, können sie nie zu 100% identisch mit dem Original sein – ebenso wenig wie verschiedene Chargen eines Originals völlig identisch sind. Sie sind jedoch in Wirkung, Dosierung und Anwendung absolut vergleichbar.

Ein weiterer Vorteil von Biosimilars ist, dass sie oft auch technologische Weiterentwicklungen mit sich bringen. So können zum Beispiel die Applikatoren, wie Injektionspens, verbessert werden, um die Handhabung zu erleichtern. Diese optimierten Geräte können die Anwendung von Biosimilars für Patient*innen komfortabler und einfacher gestalten, was zur Verbesserung der Therapieadhärenz beiträgt. Dies bedeutet, dass nicht nur das Medikament selbst günstiger ist, sondern auch die Art und Weise, wie es angewendet wird, effizienter und benutzerfreundlicher gestaltet werden kann.

Warum sind Biosimilars wichtig?

Biosimilars bieten Patient*innen zahlreiche Vorteile. Die wichtigste ist, dass Biosimilars dieselbe Wirkung und Sicherheit wie das Originalmedikament haben. Das bedeutet, dass die Therapie genauso effektiv ist, aber zu einem günstigeren Preis angeboten werden kann. Dies kommt nicht nur den Patient*innen zugute, sondern auch dem Gesundheitssystem, da durch die Einsparungen mehr Menschen Zugang zu modernen Therapien haben.

Dank der geringeren Kosten können mehr Menschen mit innovativen Medikamenten versorgt werden, wodurch das Gesundheitssystem entlastet wird. Allein 2024 wurden in Deutschland knapp 2 Milliarden Euro durch Biosimilars gespart. Seit 2015 beläuft sich die Einsparung sogar auf mehr als 9 Milliarden Euro – und diese Einsparungen kommen allen zugute, indem sie Raum für neue Innovationen schaffen.

Durch den Wettbewerb, den Biosimilars in den Markt bringen, sinken zudem oft auch die Preise der Originalpräparate.

Vielfältige Einsatzgebiete

Biosimilars finden Anwendung bei vielen Erkrankungen, darunter chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, rheumatische Erkrankungen, Krebs, Blutkrankheiten, Hauterkrankungen, Diabetes und Multiple Sklerose.

Wie sicher sind Biosimilars?

Jedes Biosimilar wird vor seiner Zulassung umfangreich geprüft, um sicherzustellen, dass es genauso sicher und wirksam ist wie das Original. Auch nach der Zulassung erfolgt eine kontinuierliche Überwachung. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stellt sicher, dass nur Medikamente mit den höchsten Sicherheitsstandards zugelassen werden. Die Wahl eines Biosimilars erfolgt immer in Absprache mit dem Behandlungsteam. Der Arzt oder die Ärztin trifft die Entscheidung, welches Medikament am besten geeignet ist. Apotheker*innen stehen ebenfalls zur Seite, um alle Fragen rund um das Medikament zu beantworten.

Automatischer Austausch von Biologika und Biosimilars in der Apotheke?

Seit März 2024 dürfen bestimmte biotechnologisch hergestellte Medikamente, die zur parenteralen Zubereitung und damit zur unmittelbaren ärztlichen Anwendung verordnet wurden in der Apotheke automatisch ausgetauscht werden. Das heißt: Die Apotheke gibt ohne Rücksprache mit dem Arzt das Präparat eines Herstellers ab, mit dem die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Der Austausch hat keine medizinischen Gründe, es geht allein darum, welchen Herstellervertrag die Krankenkasse abgeschlossen hat. Bisher ist das nur bei Medikamenten erlaubt, die in der Praxis als Infusion oder Injektion in der Arztpraxis verabreicht und in der Apotheke auf Zubereitungsrezept hergestellt werden. Nun plant der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), diese Regelung auf alle biotechnologischen Referenzarzneimittel mit Biosimilar-Wettbewerb auszuweiten – auch auf solche, die Patient*innen zu Hause anwenden, etwa mit einem Pen oder einer Fertigspritze.

Was als Kostensparmaßnahme gedacht ist, kann für die Versorgung und Sicherheit der Patient*innen hochproblematisch werden.

Wie bereits beschrieben, sind Biosimilars keine einfachen chemischen Wirkstoffkopien, sondern komplexe hochmolekulare Eiweißmoleküle. Schon kleine Unterschiede – wie Konzentration, Handhabung, Lagerbedingungen oder Injektionssystem – können im Alltag eine große Rolle spielen. Gerade chronisch kranke Patient*innen könnten durch häufige Wechsel zwischen verschiedenen Biosimilars verunsichert werden oder Anwendungsfehler machen. Ärztinnen und Ärzte erfahren unter Umständen nicht einmal, welches Präparat ihre Patient*innen tatsächlich erhalten haben.

Dazu kommt ein weiterer Effekt: Durch den Preisdruck könnten Hersteller vom Markt verschwinden. Denn die Produktion von Biosimilars ist sehr aufwendig, teuer und dauert lange. Wenn sich das finanziell nicht mehr lohnt, entstehen Lieferengpässe – und es werden künftig weniger neue Biosimilars entwickelt. Dann bleiben teure Originalpräparate länger im Einsatz, und die erhofften Einsparungen bleiben aus.

Fazit: Die automatische Substitution von Biosimilars ohne ärztliche Kontrolle mag kurzfristig Kosten senken, gefährdet aber langfristig die Patientensicherheit und die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Werden aufgrund des hohen Kostendrucks keine Biosimilars mehr entwickelt, bleibt die Therapie teuer. Dann ist die Automatische Substitution keine Sparmaßnahme mehr, sondern führt in der Praxis zu höheren Ausgaben

Was tun bei Unsicherheit oder Angst?

Es ist ganz normal, bei neuen Medikamenten Fragen zu haben. Um Sicherheit zu gewinnen, sollten Patient*innen:

  • Offen mit dem Arzt/der Ärztin oder Apotheker*in sprechen.
  • Sich in der Community auf Instagram mit anderen austauschen und Erfahrungsberichte lesen.
  • Sich informieren, um Sorgen abzubauen – je mehr man weiß, desto sicherer fühlt man sich.

Gemeinsam stark mit Biosimilars

Biosimilars bieten Patient*innen nicht nur Zugang zu sicherer und moderner Medizin, sondern tragen auch dazu bei, das Gesundheitssystem zu stärken. Bei weiteren Fragen sollte der Kontakt zum behandelnden Arzt oder der behandelndenÄrztin gesucht und Unterstützung angefordert werden. Zusätzlich können sich Patient*innen auch an NIK e.V. wenden, um weitere Informationen und Unterstützung zu erhalten.

Mit freundlicher Unterstützung von Hexal

KONTROLLE GEWINNEN: NEUE WEGE MIT NEURODERMITIS GEHEN

Den Kreislauf aus Schüben und Akuttherapie durchbrechen

Entzündete, juckende und schmerzhafte Haut – auf einen wiederkehrenden Neurodermitis-Schub folgt meist eine topische Therapie, kurzfristige Besserung, dann geht alles wieder von vorn los. Der Kreislauf aus akuten Schüben und vorübergehender Linderung durch Akuttherapien kann frustrierend und belastend sein. Sorge und Unsicherheit, wann der nächste Schub kommt, werden zum ständigen Begleiter. Du hast Neurodermitis und dieser ewige Kreislauf ist dir wohlbekannt? Dann wird es Zeit, dass du dich über neue Wege im Umgang mit der quälenden Hauterkrankung informierst. Denn Tatsache ist, dass es mit neuartigen systemischen Therapieansätzen gelingen kann, die Neurodermitis dauerhaft zu kontrollieren und Hauterscheinungen sowie Juckreiz in die Schranken zu weisen.

Moderne Therapie sorgt für neue Perspektiven

Eine wichtige Tatsache vorweg: Bei Neurodermitis handelt es sich um eine Hauterkrankung, bei der sich das vielschichtige Entzündungsgeschehen nicht nur in der Haut abspielt, sondern innerhalb des Körpers im Immunsystem. Daher wird Neurodermitis zu den Systemerkrankungen gezählt. Moderne Therapieoptionen haben innovative Wirkmechanismen, die im Gegensatz zu äußerlichen (topischen) Anwendungen von innen (systemisch) wirken. Sie zielen nicht nur darauf, die akuten Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursache, das Entzündungsgeschehen, zu kontrollieren, indem sie gezielt auf das Immunsystem einwirken. Neben den Beschwerden lassen sich so auch Häufigkeit und Intensität der Schübe langanhaltend reduzieren. Biologika und JAK-Hemmer zählen zu diesen modernen innovativen Therapieoptionen. In der Regel zeigen sie eine gute Verträglichkeit, und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sorgen dafür, dass mögliche Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

BIOLOGIKA

Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem eingreifen. Sie blockieren einzelne entzündungsfördernde Botenstoffe und unterbrechen so den Entzündungsprozess. Biologika werden als Injektion unter die Haut verabreicht und können bei guter Verträglichkeit langfristig eingesetzt werden.

JAK-HEMMER

JAK-Hemmer zählen zu den sogenannten „Small Molecules“, kleinen Molekülen. Sie binden an die sogenannten  Januskinasen (JAK). Diese Enzyme sind an der Weiterleitung von Entzündungssignalen in das Innere von Immunzellen beteiligt. Die Signalweiterleitung wird verhindert und der Entzündungsprozess kann anhaltend unterbrochen werden. JAK-Hemmer werden als Tabletten eingenommen und können auch langfristig angewendet werden, um neue Neurodermitis-Schübe möglichst zu verhindern.

Jetzt beginnen: Umdenken bei Neurodermitis

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Umdenken bei Neurodermitis und zu einer langfristigen Behandlungsstrategie ist das Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen. Gemeinsam lassen sich alle Fragen klären: Es kann entschieden werden, ob und welche systemische Therapie zu dir passt und ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden. Die Initiative „Neurodermitis? Wen juckt’s?“ bietet dir mit dem Alltags-Check unter www.neurodermitis-wen-juckts.de Unterstützung für die gezielte Vorbereitung auf dein nächstes Arztgespräch. Nimm es in die Hand und entdecke neue Wege im Umgang mit deiner Neurodermitis.

Mit freundlicher Unterstützung von:
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Quelle: S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023), verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (Zugriff: 11.04.2025).

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