Interview mit Dr. Joanna Wegner zum Versorgungsprojekt EsmeDerm

Interview EsmeDerm: „Wie kann Versorgung für Menschen mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und Psoriasis (Schuppenflechte) besser werden?“

Frau Dr. Joanna Wegner ist Oberärztin am Clinical Research Center (CRC) der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Als Expertin für chronisch-entzündliche Hauterkrankungen liegt ihr klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt insbesondere auf der Psoriasis. Gemeinsam mit Frau Dr. Mann, Expertin für atopische Dermatitis, leitet sie das Projekt EsmeDerm.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, die Betroffene von atopischer Dermatitis und Psoriasis heute erleben?

Viele Betroffene leiden nicht nur unter den körperlichen Beschwerden wie starkem Juckreiz, Schmerzen oder sichtbaren Hautveränderungen. Belastend ist vor allem die ständige Präsenz der Erkrankung im Alltag. Man muss immer daran denken, verordnete Therapien korrekt umzusetzen, mit Schüben umzugehen und Risiko – sowie Triggerfaktoren zu vermeiden. Diese muss man aber erstmal kennen. Hinzu kommen oft Unsicherheit, Frust und das Gefühl, nicht wirklich verstanden zu werden.

Viele Menschen berichten, dass sie sich nach Arztterminen mit ihren Fragen allein gelassen fühlen. Warum entsteht dieses Gefühl Ihrer Meinung nach so häufig?

Arzttermine sind aufgrund der Struktur unseres Gesundheitswesens oft zeitlich knapp bemessen und auf die medizinischen Fakten fokussiert. Für viele Fragen der Betroffenen – wie „Was mache ich, wenn es schlimmer wird?“ oder „Wie gehe ich im Alltag damit um?“ – bleibt dabei oft zu wenig Zeit.

Wie entstand die Idee zu EsmeDerm?

Wir haben bereits in der Vergangenheit ein ähnliches Projekt zur Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) durchgeführt – einer anderen ebenfalls sehr belastenden, chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Die Ergebnisse der Studie waren in jeder Hinsicht sehr überzeugend und deutlich besser als in der herkömmlichen Versorgung. EsmeDerm baut auf diesen Erfahrungen auf und überträgt die erfolgreichen Ansätze gezielt auf Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis.

Welches Problem soll das Projekt konkret lösen?

Ziel des Projekts ist es, die Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis spürbar zu verbessern. Hierzu werden spezialisierte Zentren aufgebaut, in denen Betroffene individuell, strukturiert und unter Einsatz digitaler Lösungen begleitet und behandelt werden.

Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist eine digital gestützte Anamnese sowie umfassende Beratungen durch medizinische Fachangestellte in den Praxen.

Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Krankheitslast zu reduzieren, den kompetenten Umgang mit der Erkrankung zu stärken und die Versorgung insgesamt effizienter und patientenorientierter zu gestalten.

Wenn Sie EsmeDerm in einem Satz beschreiben müssten: Worum geht es?

Ziel ist es, die ambulante Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis durch wissenschaftlich fundierte, strukturierte und digital unterstützte Konzepte nachhaltig zu verbessern.

Der Begriff „Versorgung verbessern“ fällt oft. Was bedeutet das ganz konkret für Patientinnen und Patienten?

Im Innovationsfonds werden keine neuen Medikamente oder Medizinprodukte getestet. Stattdessen geht es darum, bestehende Behandlungs-, Versorgungs- und Organisationskonzepte  weiterzuentwickeln und besser auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abzustimmen.

EsmeDerm wird über den Innovationsfonds gefördert. Viele Menschen haben diesen Begriff noch nie gehört. Was genau ist der Innovationsfonds?

Der Innovationsfonds ist ein Förderprogramm im deutschen Gesundheitswesen. Das Geld stammt von den gesetzlichen Krankenkassen und wird genutzt, um neue Wege in der medizinischen Versorgung zu entwickeln und zu testen. Ziel ist es herauszufinden, ob solche neuen Ansätze die Versorgung für Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessern können. Dabei geht es zum Beispiel auch darum, die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten zu verbessern, Selbstmanagementkompetenz der Patientinnen und Patienten zu stärken oder digitale Angebote zu erproben, die den Alltag erleichtern.

Warum reicht eine gute medizinische Behandlung allein manchmal nicht aus?

Weil die Erkrankung Betroffene nicht nur während des Arzttermins belastet, sondern sie jeden Tag begleitet – zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs. Der Behandlungserfolg hängt stark davon ab, wie gut die verordnete Therapie im Alltag umgesetzt wird und wie das eigene Selbstmanagement ist.

Warum investiert das Gesundheitssystem in solche Projekte?

Die Förderung ermöglicht es, neue Ideen unter realistischen Bedingungen im Alltag auszuprobieren. Wenn sich ein Projekt bewährt, kann es dauerhaft in die reguläre Gesundheitsversorgung übernommen werden. So profitieren langfristig viele Menschen davon.

EsmeDerm wird wissenschaftlich begleitet. Warum ist das wichtig?

Nur wenn eine neue Behandlung oder Versorgunsmaßnahme sorgfältig und unter realistischen Bedingungen untersucht wird, kann man erkennen, was gut funktioniert und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Deshalb ist es wichtig, dass die Studienteilnehmenden die betroffene Gesamtgruppe möglichst gut widerspiegeln und die Erfassung der Effekte nach klaren und qualitativ hochwertigen Standards erfolgt. Nur dann sind die Ergebnisse belastbar und können zuverlässig auf andere Patientinnen und Patienten übertragen werden.

Viele Menschen kennen den Begriff „RCT“ nicht. Können Sie einfach erklären, was eine randomisierte kontrollierte Studie ist?

RCT steht für „randomisierte kontrollierte Studie“. Diese Studienform gilt als Goldstandard der medizinischen Forschung.

Dabei werden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip (ähnlich wie beim Münzwurf) in verschiedene Gruppen eingeteilt. Das nennt man „Randomisierung“. So sind die Gruppen möglichst ähnlich und können fair miteinander verglichen werden.

Eine Gruppe erhält die neue Behandlung (z. B. wie in EsmeDerm ein neues Versorgungskonzept). Diese Gruppe wird als Interventionsgruppe bezeichnet. Die andere Gruppe ist die Kontrollgruppe. Sie erhält zum Vergleich die Standardbehandlung.

Warum gilt dieses Studiendesign als besonders aussagekräftig?

Durch diesen direkten zufällig zugeordneten Vergleich kann man bestmöglich feststellen, ob eine neue Maßnahme wirklich wirksam und sicher ist.

RCTs helfen dabei, medizinische Entscheidungen auf eine sichere wissenschaftliche Grundlage zu stellen und die Versorgung langfristig zu verbessern. Viele Fortschritte in der Medizin wären ohne die Teilnahme von Patientinnen und Patienten nicht möglich gewesen, die so die Medizin aktiv mitgestaltet haben.

Welche Fragen soll die Studie beantworten?

Die Studie soll klären, ob durch diese Art der Versorgung die Krankheitslast – gemessen an Krankheitsaktivität und Lebensqualität – verbessert werden kann, und ob Betroffene besser mit ihrer Erkrankung im Alltag zurechtkommen. Zudem wird untersucht, ob das Selbstmanagement gestärkt und gleichzeitig effizientere Abläufe in der Versorgung erreicht werden können.

Aktuell werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Wer kann mitmachen?

Erwachsene Personen, die unter atopischer Dermatitis oder Psoriasis vulgaris leiden und gesetzlich krankenversichert sind.

Was erwartet Betroffene, die an EsmeDerm teilnehmen?

Für Betroffene bedeutet eine Teilnahme:

  • die individuell bestmögliche ärztliche Therapie auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erhalten,
  • besser zu verstehen, was mit der eigenen Haut passiert und wie die verordneten Therapien richtig angewendet werden,
  • zu erfahren, was sie selbst aktiv zur Verbesserung der Erkrankung beitragen können,
  • schneller Unterstützung zu bekommen, wenn eine Therapie nicht wie gewünscht wirkt,
  • und sich insgesamt besser informiert, sicherer und begleitet zu fühlen.

Was würden Sie Menschen sagen, die noch unsicher sind, ob sie teilnehmen möchten?

Es ist vollkommen verständlich, bei neuen Versorgungsangeboten zunächst unsicher zu sein. Wichtig ist: Bei EsmeDerm ist man kein „Versuchskaninchen“, da keine neuen Medikamente oder Medizinprodukte getestet werden.

Die Teilnahme bietet vielmehr die Chance, von einer besonders strukturierten und modernen Betreuung zu profitieren, die sich an aktuellen medizinischen Standards orientiert. Gleichzeitig behalten Sie jederzeit die Kontrolle über Ihre Behandlung und können sich aktiv in die Verbesserung Ihrer Versorgung einbringen.

Wenn EsmeDerm erfolgreich ist: Was könnte sich in Zukunft für Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis verändern?

Langfristig könnte sich die Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis und Psoriasis deutlich verbessern. Patientinnen und Patienten würden schneller die optimale Therapie erhalten und enger begleitet werden. Gleichzeitig könnten sie ihre Erkrankung im Alltag besser verstehen und sicherer selbst managen.

Was wünschen Sie sich persönlich für die Versorgung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen in Deutschland?

Ich wünsche mir mehr Raum für die Aufklärung und eine individuelle Betreuung der Patientinnen und Patienten. Außerdem sollten aktuelle medizinische Standards und neue wissenschaftliche Erkenntnisse durch digitale Lösungen einfacher und schneller im Praxisalltag verfügbar sein. Kolleginnen und Kollegen sollten in der Versorgung dieser oft komplexen Erkrankungen besser unterstützt werden, damit Patientinnen und Patienten schneller die passende Therapie erhalten – idealerweise bevor es zu einer Verschlechterung (Progression) kommt.

Ich hoffe, dass wir mit unserem Konzept zeigen können, dass eine bessere Versorgung möglich ist, ohne gleichzeitig höhere Kosten zu verursachen – insbesondere durch effizientere Prozesse, mehr Selbstmanagement und eine stärkere Einbindung der Betroffenen.

Prurigo im Fokus

Ständiger Juckreiz, schmerzende Hautveränderungen, Schlafmangel und das Gefühl, mit der Erkrankung oft allein zu sein – chronische Prurigo-Betroffene kennen das gut. Trotzdem wird die Erkrankung noch immer häufig spät erkannt und in ihrer Belastung unterschätzt.

Deshalb möchten wir vom 04.06. bis 21.06.2026 gemeinsam mit euch nutzen, um mehr über chronische Prurigo zu sprechen, aufzuklären und Betroffenen Raum zu geben.

Die digitalen Prurigo-Tage veranstalten wir gemeinsam mit dem SkinHealthCampus und dem Hautnetz Hamburg. Rund um den World Prurigo Day am 21. Juni 2026 erwarten euch Beiträge, Aufklärungsposts und Gespräche auf Instagram, Facebook und unserer Website.

Unser herzlicher Dank gilt den Firmen Galderma und Sanofi Regeneron, deren Unterstützung die Durchführung der Prurigo-Fokustage ermöglicht.

Veranstaltungen während der Prurigo-Fokustage



Unsere Referent:innen:

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Institutsdirektor, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatologe, Venerologe und Allergologe
Univ.-Prof. Dr.med. Dr.h.c. Sonja Ständer Leitung der Sektion Pruritusmedizin (PruMed) der Klinik für Hautkrankheiten und des Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus (KCP) des Universitätsklinikums Münster
Univ.-Prof. Dr.med. Dr.h.c. Sonja Ständer
Leitung der Sektion Pruritusmedizin (PruMed) der Klinik für Hautkrankheiten und des Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus (KCP) des Universitätsklinikums Münster

Expertenrat und Erfahrungsaustausch: Stelle deine Fragen und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Wir laden dich und deine Angehörigen herzlich ein, am Webinar teilzunehmen und deine Fragen direkt an unsere Experten zu richten. Nutze diese Gelegenheit, um mehr über deine Erkrankung zu erfahren und wertvolle Tipps für deinen Alltag zu erhalten!

Chronische Prurigo-Patientin Linda Stockmeier

Linda Stockmeier ist Gründerin der Facebook-Selbsthilfegruppe für Prurigo und selbst Patientin. Mit viel persönlichem Engagement schafft sie einen Raum für Austausch, Unterstützung und gegenseitiges Verständnis unter Betroffenen.

Wissenswertes zu Prurigo

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Sanofi Regeneron Logo

Wenn die Haut Alarm schlägt: chronische Nesselsucht (Urtikaria) verstehen

Juckende Quaddeln, plötzlich geschwollene Augenlider oder Lippen, brennende Hautstellen, die kommen und wieder verschwinden: Wer solche Beschwerden zum ersten Mal erlebt, denkt oft zunächst an eine Allergie oder eine kurzfristige Reaktion des Körpers.

Wenn die Symptome allerdings immer wieder auftreten oder über Wochen bestehen bleiben, kann auch eine chronische Urtikaria (auch bekannt als Nesselsucht) dahinterstecken. Genau das macht die Erkrankung oft so schwer greifbar. Die Beschwerden verändern sich, treten scheinbar aus dem Nichts auf und verschwinden manchmal genauso plötzlich wieder. Dadurch dauert es häufig sehr lange, bis klar wird, dass es sich nicht um eine einmalige Hautreaktion handelt.

Chronische Urtikaria ist jedoch weit mehr als ein Hautausschlag. Vor allem der starke Juckreiz kann extrem belastend werden. Schlaf wird schwierig, Konzentration fällt schwer und der Alltag beginnt sich immer stärker um die Frage zu drehen, wann die Haut wieder reagiert. Dazu kommt die ständige Unsicherheit. Die Haut kann morgens ruhig sein und wenige Stunden später völlig anders aussehen. Manche vermeiden bestimmte Situationen oder ziehen sich zurück, weil sie nie genau wissen, wann die nächsten Quaddeln oder Schwellungen auftreten.

Trotzdem wird die Erkrankung häufig unterschätzt. Nicht selten hören Menschen mit Urtikaria Sätze wie: „Das ist bestimmt Stress.“. „Vielleicht verträgst du etwas nicht.“ oder „Das geht sicher bald wieder weg.“

Dabei kann chronische Urtikaria die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – körperlich und psychisch. So versuchen viele Betroffene zunächst selbst herauszufinden, was hinter den Beschwerden steckt. Lebensmittel werden weggelassen, Cremes ausprobiert oder der Alltag verändert, oft ohne wirkliche Klarheit darüber, was im Körper passiert. Gleichzeitig entsteht schnell das Gefühl, die Symptome ständig erklären oder rechtfertigen zu müssen.

Darum ist hier Aufklärung so wichtig: Denn hinter wiederkehrenden Quaddeln und Schwellungen kann eine chronische Erkrankung stehen, die ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden sollte. Heute gibt es gute Leitlinien und moderne Therapieansätze, die helfen können, die Beschwerden besser zu kontrollieren.


Wichtig ist außerdem zu wissen, dass Urtikaria unterschiedlich aussehen kann. Bei manchen treten die Symptome spontan auf, bei anderen spielen Reize wie Wärme, Kälte, Druck oder körperliche Belastung eine Rolle. Auch deshalb dauert es manchmal länger bis zur richtigen Diagnose.

Zu verstehen, dass die Beschwerden real sind und einen Namen haben, ist für viele bereits eine große Erleichterung. Es nimmt ein Stück der Unsicherheit und hilft dabei, die Erkrankung besser einordnen zu können.Mehr Aufmerksamkeit für chronische Urtikaria bedeutet deshalb nicht nur bessere Informationen über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Es bedeutet auch, sichtbarer zu machen, wie belastend die Erkrankung im Alltag sein kann.

Denn wenn die Haut Alarm schlägt, steckt oft deutlich mehr dahinter, als man von außen sieht.

Checkliste: Gut vorbereitet ins Arztgespräch

Endlich ist der lang ersehnte Termin da, aber am Ende bleibt oft das Gefühl, nicht alles gesagt zu haben. Oder genau die Dinge fallen erst später wieder ein. So geht es vielen Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Dabei ist das Arztgespräch oft der Moment, in dem sich entscheidet, wie es weitergeht. Was zwischen den Terminen passiert, lässt sich in so kurzer Zeit nur schwer greifen und formulieren. Es sei denn, es wird bewusst mitgebracht und vorbereitet:

  • Was hat sich verändert?
  • Was belastet im Alltag wirklich?
  • Was hat geholfen? Und was nicht?

Wer das vorab für sich sortiert, geht anders in so ein Gespräch. Klarer, ruhiger und sicherer.

Was wirklich hilft – vor dem Termin

  • Symptome der letzten Wochen notieren – auch scheinbar kleine Veränderungen
  • Aktuelle Medikamente und Dosierungen auflisten – inkl. Nahrungsergänzungsmittel
  • Beschreiben, wie die Erkrankung den Alltag konkret beeinflusst
  • Die wichtigsten Fragen priorisieren – welche drei sind unverzichtbar?
  • Befunde, Laborwerte oder Berichte vorheriger Termine mitbringen
  • Festhalten, was man sich von dem Gespräch erhofft

NIK-Checkliste fürs Arztgespräch

Wir haben eine kostenlose Checkliste entwickelt, die Schritt für Schritt durch die Vorbereitung führt – von den aktuellen Symptomen bis zu Fragen an den Arzt oder die Ärztin.


Die eigene Erfahrung gehört mit in das Gespräch. Denn gute Entscheidungen entstehen dann, wenn beides zusammenkommt: medizinisches Wissen vom Arzt/von der Ärztin – und die Erfahrungen der Patienten aus dem Alltag, die wirklich spürbar sin

Neurodermitis
Psoriasis
acne inversa
Chronisches Handekzem
Urtikaria

Die Suche nach der richtigen Diagnose, einem passenden Facharzt und einer wirksamen Therapie ist für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen ein langer und belastender Weg. Häufig fehlen Orientierung, verständliche Informationen und Zeit für wichtige Fragen im Arztgespräch.

Um genau hier anzusetzen, veranstalten wir gemeinsam mit der Teledermatologie-Plattform derma2go erneut die Hautwochen 2026 – digital und patientennah über Social Media und Webinare.

Vom 13.04. bis 10.05.2026 stehen diese Erkrankungen im Mittelpunkt von NIK e.V. und derma2go: Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa, Chronisches Handekzem sowie Urtikaria.

Kostenlose dermatologische Beratung – ohne lange Wartezeiten

Ein besonderes Highlight ist die Zusammenarbeit mit der Teledermatologie-Plattform derma2go: Während der Hautwochen können Betroffene eine kostenfreie fachärztliche Einschätzung (sonst 49 Euro) erhalten – anonym, ortsunabhängig und ohne lange Wartezeiten.

So wird der Zugang zu medizinischer Hilfe deutlich erleichtert.

Schritt-für-Schritt: So stellst du eine Anfrage


Fokustage für Neurodermitis, Psoriasis, Acne inversa, chronisches Handekzem sowie Urtikaria. mit kostenlosen Beratungen, Webinaren und spannenden Insta-Live-Events

Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die als Botschafterinnen ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Thea, Neurodermitis-Botschafterin @theatritralisch

Anna Lena, Psoriasis-Botschafterin @pso_annalena

Rabea, Acne inversa-Botschafterin @rabeas_little_world

Marina, Chronisches Handekzem-Botschafterin @marina.hautaberherzlich

Orientierung statt Überforderung

Chronische Hauterkrankungen sind oft mehr als das, was sichtbar ist. Sie betreffen das Immunsystem, den Alltag und häufig auch die psychische Gesundheit.

Viele Betroffene berichten:

  • lange Wege bis zur Diagnose
  • Unsicherheit im Umgang mit der Erkrankung
  • fehlende Aufklärung über moderne Therapien
  • Schwierigkeiten, ihre Beschwerden im Arztgespräch klar zu kommunizieren

Die Hautwochen setzen genau hier an:

Sie schaffen Verständnis, Orientierung und konkrete Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung.


Wissen, das ankommt – direkt von Expert:innen und Betroffenen



Ein Überblick über alle kostenlosen Webinare & Insta Lives


Unsere Expert:innen

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Dermatologe

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus
Dermatologin

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sonja Molin
Dermatologin

Dr. med. Katharina Langen
Dermatologin

Dr. med. Joachim Löchner
Dermatologe

Prof. Dr. Petra Staubach-Renz

Prof. Dr. med. Petra Staubach-Renz
Dermatologin

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.
Das Bild zeigt ein stilisiertes, schwarzes Umrissbild eines Löwen, der nach rechts schreitet. Unter dem Löwen steht in Großbuchstaben das Wort "LEO". Der Löwe hat ein detailliertes Muster im Bereich der Mähne und seines Körpers.
Sanofi Regeneron Logo


Einzelne Veranstaltungen werden zusätzlich unterstützt von:


Wir bedanken uns auch für die Unterstützung von:


Fokuswoche Neurodermitis: 12.4. – 18.4.2026

Neurodermitis-Botschafterin Thea @theatritralisch


Thea lebt seit Babyzeiten mit Neurodermitis – diagnostiziert vor ihrem 2. Lebensjahr. Heute integriert sie die Krankheit: staubarmes Zuhause, bewusste Ernährung, Triathlon trotz Juckreiz. „Nicht gegen die Haut kämpfen, sondern mit ihr neue Wege gehen – ich bin okay so!“

Kostenlose Neurodermitis Veranstaltungen

Weitere Neurodermitis-Webinare

Webinar: „Neurodermitis bei Kindern – Im Gespräch mit Expert*innen“
Webinar: „Neurodermitis verstehen und behandeln“
Webinar: „Neurodermitis verstehen und behandeln“

Fokuswoche Psoriasis: 19.4. – 25.4.2026

Psoriasis-Botschafterin Anna Lena @pso_annalena

Anna Lena kämpfte jahrelang mit schuppigen Stellen, die als Ekzeme abgetan wurden – bis 2018 die Psoriasis-Diagnose kam. Kortison half kurzfristig, doch sie heilt sich selbst: antientzündliche Ernährung ohne Milch, Zucker, Gluten, plus Stressmanagement und Totes-Meer-Salz-Bäder. Auf @pso_annalena zeigt sie: „Die Krankheit hat mich nicht im Griff – ich sie!“

Kostenlose Psoriasis Veranstaltungen

Weitere Psoriasis-Webinare

Webinar: Acne inversa & Psoriasis: „Innovative Therapien mit modernen Geräten“
Webinar: „Psoriasis verstehen und behandeln“

Fokuswoche Acne inversa: 26.4. – 02.5.2026

Acne inversa-Botschafterin Rabea @rabeas_little_world

Rabea litt 3-4 Jahre schweigend unter wachsenden, schmerzhaften Abszessen bei Akne inversa – aus Scham spät zum Arzt, falsch als „Furunkel“ operiert. 2011 kam die erlösene Diagnose (Hurley III), doch folgten große Sanierungen, tägliche Schmerzen und seelische Tiefen. Heute teilt die 41-Jährige auf @rabeas_little_world offen ihre Reise zur Akzeptanz: Trigger erkennen, Community-Support nutzen, trotz Hate positiv bleiben.

Weitere Acne inversa-Webinare

Webinar: „Acne inversa Verstehen und behandeln"
Webinar: Acne inversa & Psoriasis: „Innovative Therapien mit modernen Geräten“
Webinar: „Acne inversa verstehen und behandeln“

Fokustage Chronisches Handekzem: 3.5. – 7.5.2026

Chronisches Handekzem-Botschafterin Marina @marina.hautaberherzlich

Seit ihrem 2. Lebensjahr begleiten Marina Neurodermitis und chronisches Handekzem – von Ausschlägen an Armbeugen zu Bläschen an Händen. Ärzte waren oft desinteressiert, Krankenkassen blockierten Schulungen. Heute als Apothekerin und ganzheitliche Coach hat sie es im Griff: „Die Haut regeneriert sich – von innen!“ Tipps für Ursachenforschung, Nitrilhandschuhe und Stressbewältigung inklusive.

Fokustage Nesselsucht (Urtikaria): 8.5. – 10.5.2026

Kostenlose Veranstaltungen zu Nesselsucht (Urtikaria)

Hilfreiche Informationen zum Download

Bild zu: Optimale Krankheitskontrolle bei Neurodermitis

Optimale Krankheitskontrolle bei Neurodermitis

Gemeinsam zum persönlichen Therapieziel navigieren

Moderne Systemtherapien können bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis heute dafür sorgen, dass hohe Therapieziele erreicht werden. Optimale Krankheitskontrolle kann z. B. fast klare Haut und nahezu keinen Juckreiz bedeuten. Dort hinzugelangen ist eine Teamleistung, indem gemeinsam mit der behandelnden Dermatologin bzw. dem behandelnden Dermatologen das individuelle Ziel festgelegt und der Weg dahin verfolgt wird. Mit dem AD­Navigatorsteht nun ein einfaches Tool zur Verfügung, das dabei begleitet und sowohl die ärztliche Perspektive als auch die der Betroffenen einbezieht.

Gewinn an Lebensqualität, ein möglichst klares Hautbild und gegen den quälenden Juckreiz vorgehen – diesen Wunsch teilen viele Menschen mit Neurodermitis bei der Therapie. Ein erster Schritt dahin ist, die Schwere der Neurodermitis festzustellen und das individuelle Therapieziel zu finden. Sogenannte Scores helfen bei einer einheitlichen Bewertung der Krankheitsaktivität. Diese ärztlichen Messinstrumente bewerten z. B. die Ausdehnung oder die Intensität der Hautveränderungen. Wie die Erkrankung persönlich empfunden wird und welche Einschränkungen im Alltag besonders belasten, lässt sich damit jedoch nicht auf die Spur kommen.

Alle Folgen der Neurodermitis kommunizieren

Die persönliche Situation und alle Belastungen durch die Erkrankung wiegen ebenfalls schwer und verdienen Aufmerksamkeit bei der Wahl der Therapie. Es ist daher wichtig, im Arztgespräch auch diese Aspekte darzulegen, damit das Therapieziel und die Behandlung ausgewählt werden können. Doch manchmal ist es gar nicht so einfach, sich bewusst zu machen und in Worte zu fassen, welche Belastungen mit der Neurodermitis im täglichen Leben verknüpft sind. Schlechter Schlaf, Gedankenkarussell oder der Juckreiz – die Erkrankung hat viele Facetten, die eine Rolle spielen können. Der AD-Navigator kann dabei unterstützen, zu sortieren und auszudrücken, wie die Beschwerden und Folgen der Erkrankung empfunden werden.

Mit dem AD­Navigator zur Krankheitskontrolle

Der AD-Navigator enthält einen Fragebogen, in dem Juckreiz, Hautschmerz, Schlafstörungen, Hautveränderungen und -beschwerden, psychische Belastung und Einschränkungen des täglichen Lebens ganz einfach selbst bewertet werden können. Er kann unkompliziert z. B. im Wartezimmer vor dem Arzttermin ausgefüllt werden. Ergänzt wird diese Einschätzung durch die Ergebnisse von individuell ausgewählten Scores durch die Dermatologin bzw. den Dermatologen. So ergibt sich ein ganzheitliches Bild der persönlichen Neurodermitis-Situation, die eine zielorientierte Behandlung ermöglicht.

Hier ist der Patientenfragebogen aus dem AD-Navigator online als Download erhältlich: http://www.abbvie-care.de/ad-navigator

Langfristige Erfolgskontrolle

Als Momentaufnahme ist der AD-Navigator hilfreich, um die individuell passende Behandlung zu finden. Wiederholt ausgefüllt zeichnet er ein langfristiges Bild, mit dem sich der Verlauf der Neurodermitis verfolgen und das Erreichen der Therapieziele überprüfen lässt. So kann der AD-Navigator bei einem offenen Austausch zwischen Ärzt*innen und Patient*innen unterstützen, den Therapieweg begleiten, Erfolge zeigen oder auch Hinweise geben, ob die Behandlung angepasst werden sollte. Sprechen Sie mit Ihrer Dermatologin bzw. Ihrem Dermatologen darüber, was die Neurodermitis für Sie bedeutet, und finden Sie gemeinsam zur optimalen Krankheitskontrolle.

Praktisches Neurodermitis­Wissen

Noch mehr Infos zur Neurodermitis, Tipps für den Arztbesuch, den Neurodermitis- Alltags-Check, Erfahrungsberichte und Neuigkeiten bietet die Initiative Neurodermitis? Wen juckt’s? auf ihrer Webseite. Jetzt vorbeischauen!

http://www.neurodermitis-wen-juckts.de


Mit freundlicher Unterstützung der
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
DE-IMMD-250127


Mehr als nur Haut: Die unsichtbaren Auswirkungen chronisch entzündlicher Hauterkrankungen



Autorin des Artikels
PD Dr. Rachel Sommer
PD Dr. Rachel Sommer, Leiterin der Psychodermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Was Haut und Psyche verbindet

Haut und Psyche sind sehr eng miteinander verbunden und beeinflussen sich auf vielfältige Weise, was Medizin und Psychologie sehr gut in vielen Studien belegen kann. Viele Menschen empfinden eine chronische Erkrankung als etwas sehr Persönliches oder sogar Intimes. Man spricht darüber nicht mit jedem. Eine Hauterkrankung lässt einem aber oft gar keine andere Wahl – man sieht es einem buchstäblich an. In Deutschland leiden rund 10 Millionen Menschen an einer chronischen Hauterkrankung. Hauterkrankungen wie Vitiligo und Psoriasis werden mit einer Vielzahl unterschiedlicher psychischer Begleiterkrankungen assoziiert: Betroffene leiden unter vermindertem Selbstbewusstsein und geringem Selbstwert. Viele schämen sich für ihre Erkrankungen, und ziehen sich sozial zurück. Auch Angststörungen wie soziale Ängste oder depressive Symptome kommen bei Menschen mit chronischen Hauterkrankungen häufiger vor. 

Viele erfahren auch Stigmatisierung, sowohl im beruflichen Umfeld als auch in der Freizeit. So erleben viele Betroffene im Alltag Blicke, Zuschreibungen, Vorurteile oder sogar Ausgrenzung. Das allein ist keine schöne Erfahrung. Noch schlimmer ist aber, wenn die Vorurteile anderer verinnerlicht werden. Sich selbst abzuwerten, hat einen Einfluss auf die psychische Gesundheit, auf Beziehungen, die Arbeitsfähigkeit, die Lebensfreude und letztendlich die Teilhabe am Leben.  

Die Hauterkrankung kann sich auch durch Stress verschlimmern. Diese Trigger-Faktoren spielen zum Beispiel bei Psoriasis, atopischer Dermatitis, und auch Hidradenitis suppurativa eine wichtige Rolle.


Psychodermatologie – Wenn Psyche und Haut miteinander sprechen

Die Psychodermatologie untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Haut und Psyche. Sie befasst sich mit Hautkrankheiten, bei denen psychische Faktoren wie Stress, Angst oder Depressionen eine wesentliche Rolle spielen – entweder als Auslöser, Verstärker oder Folge der Erkrankung. Das Fachgebiet behandelt sowohl die körperlichen als auch die psychischen Aspekte der Erkrankung, um Betroffenen ganzheitlich zu helfen. 

Ein großes Thema in der Psychodermatologie ist zum Beispiel die sogenannte Haut-Hirn-Achse. Sie beschreibt die Kommunikation zwischen Gehirn, Nerven, Hormonen, Immunsystem und Haut. Wenn wir gestresst sind, schüttet der Körper Stresshormone wie Cortisol aus. Diese können Entzündungen fördern, die Hautbarriere schwächen und so Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Psoriasis oder Akne verschlimmern. Umgekehrt können sichtbare Hautprobleme zu Scham, Rückzug oder Depression führen – ein Kreislauf entsteht. Die Psychodermatologie versucht, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem sie medizinische Hautbehandlung mit psychologischer Unterstützung kombiniert – zum Beispiel durch Entspannungstechniken, Stressbewältigung oder Psychotherapie. Ziel ist es, Körper und Psyche gemeinsam zu behandeln, damit sich Haut und emotionales Wohlbefinden gleichermaßen verbessern.

Hidradenitis Suppurativa

Die Hidradenitis suppurativa (auch Akne inversa genannt) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die meist in empfindlichen Körperregionen wie Achseln, Leisten, Gesäß oder im Intimbereich auftritt. Die wiederkehrenden, schmerzhaften Knoten und Abszesse können aufplatzen, nässen und unangenehm riechen. Diese körperlichen Beschwerden sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch sozial und emotional sehr belastend.

Viele Betroffene empfinden tiefe Scham und entwickeln eine starke Angst davor, dass andere den Geruch oder die Wunden bemerken könnten. Körperkontakt, Intimität und Sexualität werden oft vermieden. Auch Freizeitaktivitäten wie Sport, Schwimmen oder Reisen werden eingeschränkt, weil Bewegung Schmerzen verursachen oder Kleidung reiben kann. Dadurch entstehen nicht selten Probleme am Arbeitsplatz bis hin zur Arbeitsunfähigkeit, auch gehen Lebensfreude und soziale Teilhabe verloren.

Hinzu kommt, dass die Erkrankung häufig erst spät erkannt wird. Der lange Weg bis zur richtigen Diagnose, begleitet von Unverständnis oder Fehldiagnosen, führt bei vielen zu Hilflosigkeit, Frustration und depressiven Symptomen. Studien zeigen, dass Menschen mit Hidradenitis suppurativa deutlich häufiger unter Depressionen und Angststörungen leiden. 

Ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der neben der medizinischen Therapie auch psychologische Unterstützung und Selbsthilfegruppen einbezieht, kann helfen, den Leidensdruck zu mindern und das Selbstvertrauen wieder aufzubauen.

Atopische Dermatitis

Atopische Dermatitis (auch Neurodermitis genannt) ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Sie verursacht trockene, entzündete Hautstellen, starken Juckreiz und häufig sichtbare Ekzeme. Diese körperlichen Symptome wirken sich direkt auf die Psyche aus. Der anhaltende Juckreiz ist besonders belastend – viele Betroffene kratzen sich unbewusst im Schlaf, wodurch die Haut weiter verletzt wird. Schlafstörungen, Erschöpfung und Reizbarkeit sind häufige Folgen.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen, bei den Neurodermitis besonders häufig ist, können auffällige Hautstellen zu Hänseleien, Mobbing und sozialem Rückzug führen. Das Selbstwertgefühl leidet früh, und viele entwickeln das Gefühl, „anders“ oder „nicht schön“ zu sein. Auch Erwachsene empfinden Blicke oder Kommentare als verletzend. Insbesondere sichtbare Ekzeme im Gesicht oder an den Händen führen zu Stigmatisierung und Scham.

Psychischer Stress kann Schübe auslösen oder verstärken, wodurch ein Teufelskreis entsteht: Stress verschlechtert die Haut, die verschlechterte Haut erhöht wiederum den Stress. Viele Betroffene berichten von Schuldgefühlen („Ich mache etwas falsch“).

Die psychosoziale Belastung betrifft auch Familien – Eltern fühlen sich oft hilflos, wenn ihre Kinder ständig jucken oder weinen. Partnerschaften können durch Schlafmangel, emotionale Anspannung und Unsicherheit leiden.

Ein erfolgreicher Umgang mit Neurodermitis erfordert daher nicht nur medizinische Behandlung, sondern auch Stressbewältigung, Entspannungstechniken und psychologische Begleitung. Wenn Haut und Psyche gemeinsam berücksichtigt werden, können Schübe reduziert und Lebensqualität deutlich verbessert werden. 

Psoriasis 

Die Psoriasis (auch Schuppenflechte genannt) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die zu schuppenden, oft juckenden Hautstellen führt und auch Gelenke betreffen kann. Da die Symptome meist deutlich sichtbar sind, fühlen sich viele Betroffene stigmatisiert und missverstanden. Noch immer halten manche Menschen fälschlicherweise Psoriasis für ansteckend, was zu Ablehnung und sozialem Rückzug führt.

Viele Betroffene berichten, dass sie in Schwimmbädern, Fitnessstudios oder sogar im Berufsleben diskriminiert wurden. Diese Erfahrungen beeinträchtigen das Selbstwertgefühl und können zu sozialer Isolation führen. Besonders belastend ist, dass Psoriasis häufig in Schüben verläuft – die Unvorhersehbarkeit der Erkrankung verstärkt die Angst vor neuen Ausbrüchen.

Auch Schmerzen, Juckreiz und das zeitintensive Eincremen oder Behandeln der Haut werden im Alltag als sehr einschränkend erlebt. Kleidung, Körperpflege und Sexualität können zu einer Quelle ständiger Unsicherheit werden. Partnerschaften leiden manchmal darunter, weil Betroffene sich unattraktiv fühlen oder körperliche Nähe vermeiden.

Psychische Begleiterkrankungen sind häufig: Studien zeigen ein deutlich erhöhtes Risiko für Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen. Die Belastung durch gesellschaftliche Vorurteile kann das psychische Gleichgewicht stark beeinflussen.

Ein offener Umgang mit der Erkrankung, Aufklärung des Umfelds und psychologische Unterstützung können helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken. Besonders hilfreich sind Programme, die medizinische und psychologische Betreuung kombinieren, da sie Körper und Psyche gleichermaßen entlasten.

Vitiligo

Vitiligo (auch Weißfleckenkrankheit genannt) ist eine chronische Erkrankung, bei der die Haut Pigment verliert und dadurch weiße Flecken entstehen. Diese sind meist harmlos, aber auffällig – besonders bei dunklerem Hauttyp oder in sonnenexponierten Bereichen wie Gesicht, Händen oder Armen.

Viele Betroffene erleben Vitiligo als Eingriff in ihre Identität, da das äußere Erscheinungsbild sich sichtbar verändert. Gerade in Gesellschaften, in denen ein gleichmäßiger Teint als Schönheitsideal gilt, kann dies zu starkem psychischem Druck führen. Betroffene fühlen sich häufig „anders“ oder „auffällig“. Manche werden angestarrt oder auf ihre Haut angesprochen, was Scham und Rückzug auslöst. Menschen mit Vitiligo zeigen Studien zu Folge ein 12 mal so großes Risiko eine so genannte Körperdysmorphe Störung zu entwickeln. Darunter wir deine psychische Erkrankung verstanden, bei der Betroffene überzeugt sind, ein oder mehrere Körpermerkmale seien hässlich, entstellt oder fehlerhaft, obwohl die Abweichungen teilweise nur gering sind. 

Die Erkrankung selbst verursacht keine körperlichen Beschwerden, doch die psychische Belastung kann erheblich sein. Besonders Jugendliche und Frauen berichten von einem verminderten Selbstwertgefühl, Angst vor Ablehnung und sozialer Unsicherheit. Partnerschaften und berufliche Situationen können darunter leiden – etwa, wenn das Aussehen als „unprofessionell“ bewertet wird.

In manchen Kulturen wird Vitiligo fälschlicherweise mit „Unreinheit“ oder „Krankheit“ assoziiert, was zu Diskriminierung führen kann. Auch die unberechenbare Ausbreitung der Flecken verursacht Sorgen und Kontrollverlustgefühle.

All diese vielfältigen unterschiedlichen Belastungen können bei allen Erkrankungen über den gesamten Krankheits- bzw. Lebensverlauf zunehmen und im schlimmsten Fall zu einem irreversiblen Schaden zum Beispiel verpasste Lebenschancen im Beruf oder der Partnerschaft führen. Um dies zu vermeiden und einer Chronifizierung der psychischen Begleiterkrankungen vorzubeugen, sind psychosoziale Hilfen und Unterstützungsangebote enorm wichtig. 

Psychologische Bewältigungsstrategien und therapeutische Ansätze

Erfreulicherweise wird der Umgang mit psychischen Belastungen in der Gesellschaft seit vielen Jahren immer offener.  Gleichzeitig steigt die Zahl psychosozialer Unterstützungsangebote stetig. Diese reichen beispielweise von Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen über die klassische Psychotherapie bis hin zu Gesundheitsapps. Letztere sin zu unterscheiden zwischen frei zugänglichen und den so genannten DIGAs (Digitale Gesundheitsanwendungen), die vom Arzt oder der Ärztin auf Rezept verordnet werden können. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen. 

Die Entscheidung für eine Maßnahme können sehr individuell sein. So sollte jeder für sich oder gemeinsam mit dem Arzt/Ärztin entscheiden, welches Hilfsangebot für die individuelle Situation am sinnvollsten ist. Natürlich können verschiedene Angebote auch kombiniert werden, wie zum Beispiel Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe und Inanspruchnahme einer Psychotherapie. 

Selbsthilfe und Eigenfürsorge

Sehr hilfreich können Selbsthilfegruppen sein, die es in Deutschland für viele Hauterkrankungen gibt, etwa Vitiligo, Neurodermitis, oder auch Psoriasis. Diese sind in der Regel auch auf lokaler Ebene sehr gut organisiert. 

Dort erhält man Unterstützung und Wissen über die eigene Erkrankung. Der Austausch mit anderen Betroffenen – etwa in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren – kann das Gefühl verringern, „allein“ zu sein. Das gemeinsame Verständnis hilft, Scham abzubauen und Hoffnung zu geben. Auch der Austausch über praktische Tipps, etwa im Umgang mit Juckreiz, Hautpflege oder Stress, stärkt das Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit.

Für die Neurodermitis gibt es gleich mehrere Anlaufstellen. Diese sind der Bundesverband Neurodermitis e.V. https://www.neurodermitis.net/home und der Deutsche Neurodermitis Bund e. V. https://www.neurodermitis-bund.de/

Das online Netzwerk Mullewupp hilft über seine Facebookseite Menschen mit Hidradenitis Suppurativa https://www.facebook.com/groups/mullewupp/?locale=de_DE 

Für die Psoriasis steht der Deutsche Psoriasisbund e. V. https://www.psoriasis-bund.de/  und das Psoriasis-Netz https://www.psoriasis-netz.de/ mit Rat und Tat zur Verfügung.

Für Vitiligo kann man sich zum Beispiel an den Deutschen Vitiligo Verein e. V. https://www.vitiligo-verein.de/ 

oder den Deutschen Vitiligo-Bund e. V. https://www.vitiligo-bund.de/ wenden. 

 Natürlich gibt es auch krankheitsübergreifende Initiativen wie NIK e.V., das Netzwerk Autoimmunerkrankter https://www.nik-ev.de/ 

Eine Übersicht der Patientenorganisationen findet man auf der Website der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft unter https://derma.de/patienten/patientenorganisationen/-selbsthilfe 

Neben der Selbsthilfe kann es hilfreich sein, auf Stressbewältigung und Entspannungstechniken zu achten – etwa durch Achtsamkeit, Yoga, Atemübungen oder regelmäßige Pausen. Eine gesunde Lebensweise unterstützt nicht nur die Haut, sondern auch die psychische Stabilität.

Psychotherapie

Wenn die psychische Belastung anhält, kann Psychotherapie helfen, das Gleichgewicht wiederzufinden. Besonders bewährt hat sich die kognitive Verhaltenstherapie. Sie hilft, negative Gedankenmuster („Ich bin hässlich“, „Alle starren mich an“) zu erkennen und durch realistischere, freundlichere Sichtweisen zu ersetzen. Betroffene lernen, die Kontrolle über ihr Denken und Verhalten zurückzugewinnen und soziale Situationen wieder aktiv zu gestalten.

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist das Selbstmitgefühl. Dabei lernen Betroffene, sich selbst mit Verständnis und Freundlichkeit zu begegnen – so, wie man es bei einem guten Freund tun würde. Anstatt sich für die Haut zu verurteilen, wird Akzeptanz und Mitgefühl geübt. Studien zeigen, dass Selbstmitgefühl Stress senkt, den Umgang mit Schüben erleichtert und das Wohlbefinden stärkt.

Falls man auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten in seiner Nähe ist, kann die Website der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung sehr nützlich sein: https://www.dptv.de/psychotherapie/psychotherapeutensuche/ 

Alternativ können Sie sich natürlich auch an Ihre Krankenkasse oder Ihren Arzt/Ärztin wenden. 

Online-Programme

Inzwischen gibt es Online Therapieprogramme, die man sich von seinem Arzt oder seiner Ärztin auf Rezept verordnen lassen kann. Diese psychologische Soforthilfe auf Rezept bietet den Vorteil, dass sie kostenfrei für Patienten und Patientinnen sind und ohne Wartezeiten. Ein bekannter Anbieter in Deutschland ist beispielsweise Hellobetter.

Sprechen Sie also gerne Ihren Arzt oder Ihre Ärztin an, falls Sie psychische Beschwerden haben!

HautKompass®

Ganz neu ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt HautKompass®. HautKompass® hat sich zum Ziel gesetzt der Negativspirale der sozio-emotionalen Beeinträchtigungen bei Hauterkrankungen entgegenzuwirken. Denn bislang konzentriert sich die dermatologischen Regelversorgung fast ausschließlich auf die körperlichen Symptome. HautKompass® ergänzt dieses Angebot um die wichtige psychosoziale Dimension. Es ist das erste online Therapieprogramm, das ganz spezifisch für Menschen mit chronischen Hauterkrankungen entwickelt wurde.

Entwickelt wurde das Versorgungkonzept am Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen in Hamburg gemeinsam mit Patientinnen, Dermatologen und Psychologen. Im Kern handelt es sich dabei um ein online Therapieprogramm, das auf Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie und des Selbstmitgefühls basiert. Die Teilnehmenden lernen, negative Gedankenmuster zu hinterfragen, Selbstakzeptanz aufzubauen und Strategien zu entwickeln, um psychische Belastungen abzumildern. Es umfasst acht Sitzungen à etwa 20 Minuten, die flexibel online absolviert werden können. Jedes Modul kombiniert Psychoedukation mit interaktiven Übungen. In einer ersten Studie konnte bereits die Wirksamkeit bei fünf Hauterkrankungen gezeigt werden. Die digitale Umsetzung bietet dabei viele Vorteile: Betroffene können das Programm Zeit und ortsunabhängig nutzen, es funktioniert unabhängig von langen Wartezeiten auf eine Psychotherapie und ist unabhängig von körperlichen Einschränkungen, die Arztbesuche erschweren. Mit HautKompass® soll Menschen mit Hauterkrankungen geholfen werden, wieder mit mehr Selbstvertrauen, Lebensqualität und Teilhabe durchs Leben zu gehen.

Aktuell wird das Programm für alle Hauterkrankungen geöffnet – mit dem Ziel, es langfristig kostenfrei allen Betroffenen zur Verfügung zu stellen. Jeder mit einer chronischen Hauterkrankung kann unter www.hautkompass.com an der Studie und somit an dem Online-Angebot teilnehmen!


Autorin des Artikels
PD Dr. Rachel Sommer
PD Dr. Rachel Sommer, Leiterin der Psychodermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Neurodermitis
Vitiligo
Psoriasis
acne inversa

Die Suche nach der richtigen Diagnose, dem passenden Spezialisten und der besten Therapie gestaltet sich für viele Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) + chronisches Handekzem, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Schuppenflechte (Psoriasis) oder Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) oft langwierig. Viele Betroffene leiden unnötig, sei es aus Scham, fehlender Aufklärung oder weil sie keine adäquate Behandlung finden. Dabei gibt es effektive Therapiemöglichkeiten, die das Leben dieser Menschen deutlich verbessern können.

NIK e.V. und derma2go machen Neurodermitis (+chronisches Handekzem), Psoriasis, Acne inversa und Vitiligo sichtbar.


Fokustage für Neurodermitis (+chronisches Handekzem), Vitiligo, Psoriasis und Acne inversa mit kostenlosen Beratungen, Webinaren und spannenden Insta-Live-Events

Um das Bewusstsein dafür zu schärfen und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern, starten NIK e.V., die Patienteninitiative für Autoimmunerkrankungen, und die Tele-Dermatologie-Plattform derma2go vom 17. November bis 14. Dezember 2025 erneut die Hautwochen.

Mit dabei sind diese inspirierenden Persönlichkeiten, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Sie helfen dabei, Berührungsängste abzubauen und ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Julia, Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin @juschkiii

Basti, Vitiligo-Botschafter und -Patient @viti_sebo

Franzi, Psoriasis-Botschafterin und -Patientin @zwillingskirsche

Kerstin, Acne inversa-Botschafterin und -Patientin @mullewupp_akneinversa

Webinare & Insta Live: Expertenwissen direkt ins Wohnzimmer

Während der Hautwochen gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote. Besonders hervorzuheben sind die kostenlosen Webinare mit renommierten Expert*innen, die wertvolle Einblicke in aktuelle Therapiemöglichkeiten geben und auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingehen.

Ein weiteres Highlight sind die Instagram-Live-Sessions auf dem Kanal von NIK e.V., bei denen Betroffene ihre brennenden Fragen an unsere Expert*innen stellen können. Im Format „Heißer Stuhl“ moderiert NIK e.V. ein offenes Gespräch, bei dem die wichtigsten Fragen zu den jeweiligen Hauterkrankungen beantwortet werden.


Termine: Webinare


Termine: Insta Lives „Heißer Stuhl“


Unsere Expert*innen:

Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Augustin. Institutsdirektor. Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheitem

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Dermatologe

Dr. med. Maximilian Deußing
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes, Stellv. Klinikdirektor, Oberarzt, Leitung Zentrum für entzündliche Hauterkrankungen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, ZB Allergologie

Prof. Dr. med. Sascha Gerdes Dermatologe

Dr. med. Ina Hadshiew Dermatologin

Dr. med. Karoline Jungclaus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Karoline Jungclaus
Dermatologin

Dr. med. Andreas Kleinheinz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz
Dermatologe

Prof. Dr. med. Sonja Molin
Dermatologin

Dr. med. Chiara Lena Blomen
Dermatologin

Frau Julia Rümmelein, Psychotherapeutin

Julia Rümmelein
Psychotherapeutin

Dr. med. Matthias Neulinger
Dermatologe

Diese interaktiven Formate bieten eine großartige Möglichkeit, Hemmschwellen abzubauen und persönliche Fragen anonym und unkompliziert zu stellen.

Kostenlose dermatologische Beratung

Während der gesamten Hautwochen haben Betroffene die Möglichkeit, sich über die Plattform derma2go kostenlos von Dermatolog*innen beraten zu lassen. Dieser Service, der normalerweise 49 Euro kostet, steht in dieser Zeit kostenfrei zur Verfügung. Innerhalb von nur wenigen Stunden erhalten die Patienten eine erste Einschätzung sowie individuelle Therapieempfehlungen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Doch nicht nur die Haut leidet – auch Stress und emotionale Belastungen spielen eine große Rolle.

Psychodermatologie – Wenn die Haut die Seele widerspiegelt

Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Vitiligo oder Acne inversa sind nicht nur äußerlich sichtbar – sie können auch emotional belasten. Gleichzeitig kann anhaltender Stress oder seelischer Druck die Hautsymptome verstärken oder deren Abheilung verzögern. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen scheint.

  • Wie Stress und emotionale Belastung deine Hautsymptome beeinflussen können
  • Welche mentalen Strategien helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen
  • Praktische Tipps für den Alltag, um besser mit deiner Erkrankung umzugehen

Deshalb ergänzen wir die Hautberatung mit einer kostenlosen psychodermatologischen Videosprechstunde, in der du wertvolle Strategien von unseren Psychodermatologie-Expertinnen für den Umgang mit deiner Erkrankung erhältst. Nimm deine Hautgesundheit aktiv in die Hand!

Die gesamten Hautwochen werden unterstützt von:

Logo des Unternehmens AbbVie, der Name "abbvie" in dunkelblauer, moderner Schrift auf weißem Hintergrund.
Das Bild zeigt das Logo von Almirall. Links befindet sich ein stilisiertes, geschwungenes Symbol in grün, das an ein "E" erinnert. Rechts daneben steht der Schriftzug "almirall" in blauer, moderner Schrift.
Das Bild zeigt ein stilisiertes, schwarzes Umrissbild eines Löwen, der nach rechts schreitet. Unter dem Löwen steht in Großbuchstaben das Wort "LEO". Der Löwe hat ein detailliertes Muster im Bereich der Mähne und seines Körpers.
Sanofi Regeneron Logo

Neurodermitis

Neurodermitis-Botschafterin und -Patientin Julia @juschkiii

Neurodermitis betrifft nicht nur die Haut, sondern auch die Psyche – das hat auch Julia (@juschkiii) erlebt. Stress und Schlafmangel verschlimmerten ihre Beschwerden, bis Mindfulness und eine moderne Therapie für sie zum Gamechanger wurden: weniger Juckreiz, weniger Entzündung, mehr Kontrolle.

Heute sieht sie ihre Haut als Teamkollegin und unterstützt als Psychotherapeutin andere Betroffene. Außerdem hat sie die Selbsthilfe-Community „Circle AD“ mitgegründet – einen Raum für Austausch und Mut.

Neurodermitis Veranstaltungen

Weitere Neurodermitis-Webinare


Vitiligo

Vitiligo-Botschafter und -Patient Basti @viti_sebo

Basti lebt mit Vitiligo. Die weißen Flecken wurden mehr, doch statt sich zu verstecken, akzeptiert er seine Haut Schritt für Schritt. Die Sonne meidet er mit UV-Schutz und Humor.

Als Erzieher beantwortet er Kinderfragen offen: „Die Flecken tun nicht weh – besonders sein ist okay.“ Die Kids nennen ihn „Fleckman“. Auf Instagram (@viti_sebo) zeigt er, wie Vitiligo sein Selbstbild verändert hat – und warum er seine Flecken nicht mehr versteckt.

Vitiligo Veranstaltungen

Weitere Vitiligo-Webinare


Psoriasis

Psoriasis-Botschafterin und -Patientin Franzi @zwillingskirsche

You are beautiful, no matter what they say“ – dieser Satz begleitet Franziska seit Kindertagen und passt perfekt zu ihrer Mutmach-Geschichte. Sie lebt seit früher Kindheit mit Psoriasis: erst „Milchschorf“, später Schmerzen, Scham und sogar Mobbing. Doch daraus ist Stärke gewachsen.

Heute spricht Franzi offen über ihren Weg zu Selbstliebe und Selbstfürsorge – über Bewegung, Reisen, Hautpflege und antientzündliche Ernährung. Halt findet sie in Freundschaft, Familie und dem Austausch mit anderen Betroffenen – bei NIK und auf Instagram unter @zwillingskirsche.

Psoriasis Veranstaltungen

Weitere Psoriasis-Webinare


Acne inversa

Acne inversa-Botschafterin und -Patientin Kerstin @mullewupp_akneinversa

„Selbsthilfe heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich und füreinander“, sagt Kerstin von der Akne-inversa-Selbsthilfegruppe mullewupp im Update-Interview mit NIK. Sie spricht über Stress als wichtigsten Trigger, offenes Reden mit Partner*innen und Peers – und warum gut moderierte Gruppen Falschinfos und Druck konsequent fernhalten.

Kerstin räumt mit Mythen auf, gibt konkrete Tipps für frisch Diagnostizierte und erklärt, weshalb Hausärzt*innen wieder stärker begleiten sollten – und warum Netzwerke wie NIK e.V. Betroffenen den Weg in Versorgung und Öffentlichkeit erleichtern.

Acne inversa Veranstaltungen

Weitere Acne inversa-Webinare

LAight®-Therapie: Sanfte Hilfe bei Akne inversa

Wenn Haut zur Belastung wird

Viele Menschen mit Akne inversa (auch Hidradenitis suppurativa genannt) erleben nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch starke Einschränkungen im Alltag. Die chronische Hauterkrankung führt zu eitrigen Entzündungen, wie Knoten, Abszessen oder Fistelgänge in Hautfalten, oft im Achsel-, Leisten- oder Intimbereich. Das kann sehr schmerzhaft sein – und die Lebensqualität massiv einschränken.

Viele Patient:innen berichten von:

  • Starken Schmerzen
  • Einschränkungen im Alltag
  • Schamgefühlen und sozialem Rückzug
  • Langer Odyssee bis zur Diagnose

Aber es gibt eine Behandlung, die sanft, wirksam und ohne Operation helfen kann: die LAight®-Therapie.

Was ist die LAight®-Therapie?

Die LAight®-Therapie ist eine innovative, nicht-invasive Behandlungsmethode, die speziell für Akne inversa entwickelt wurde. Sie kombiniert zwei bewährte Technologien:

  • Intensiv gepulstes Licht (IPL)
  • Radiofrequenz (RF)

Diese Kombination wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und unterstützt die Regeneration der Haut – ganz ohne Operation oder Medikamente.

Gut zu wissen: Die Behandlung ist schmerzarm und wird ambulant durchgeführt – also ohne Krankenhausaufenthalt.

Wie läuft die Behandlung ab?

Erstgespräch: In einem persönlichen Gespräch wird die Hautsituation analysiert und ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Behandlungssitzungen: In regelmäßigen Abständen (z. B. alle 2-6 Wochen) erfolgen die Sitzungen im spezialisierten Zentrum.

Langfristige Betreuung: Die Therapie kann über Monate oder Jahre fortgeführt werden – je nach Bedarf.

Viele Patient:innen berichten bereits nach wenigen Sitzungen von einer spürbaren Verbesserung.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Wirkung der LAight®-Therapie wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen. Sie zeigte sich dabei besonders hilfreich bei leichter bis mittelschwerer Akne inversa.

  • Entzündungen gehen deutlich zurück
  • Schmerzen werden gelindert
  • Lebensqualität der Patient:innen wird spürbar verbessert
  • Wiederauftreten von Läsionen wird entgegengewirkt

Offizielle Empfehlung in der medizinischen Leitlinie

Die S2k-Leitlinie zur Behandlung der Akne inversa – das ist sozusagen der „medizinische Fahrplan“ für Ärzt:innen – empfiehlt die LAight®-Therapie ausdrücklich:

  • Bei leichter bis mittelschwerer Akne inversa
  • Als Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Therapie
  • Zur Langzeitkontrolle, also um Rückfälle oder ein Fortschreiten zu vermeiden
  • Zur Aufrechterhaltung von Therapieergebnissen, unabhängig davon, mit welcher Therapie sie erlangt wurden

Für wen eignet sich die Therapie?

Die LAight®-Therapie ist besonders geeignet für:

  • Menschen mit Hurley-Stadium I oder II
  • Betroffene, die keine Operation möchten
  • Patient:innen, die nicht dauerhaft Medikamente einnehmen können oder möchten
  • Personen, die bereits andere Therapien ausprobiert haben – und nun eine neue Möglichkeit suchen

Gibt es Nebenwirkungen?

Die LAight®-Therapie gilt als sehr gut verträglich. Es kann gelegentlich zu leichten Hautrötungen kommen – vergleichbar mit einem Sonnenbrand. Diese klingen aber in der Regel schnell wieder ab. Die meisten Patient:innen empfinden die Behandlung als angenehm oder neutral.

Wo kann man sich behandeln lassen?

Die LAight®-Therapie wird in vielen spezialisierten Arztpraxen und Wundzentren angeboten. Eine Übersicht über zertifizierte Behandlungszentren findest du z. B. auf der Website des Herstellers:

Fazit: Sanfte Therapie mit wissenschaftlicher Rückendeckung

Die LAight®-Therapie bietet Betroffenen mit Akne inversa eine moderne, sanfte und wirksame Behandlungsoption – ganz ohne Operation und mit wenigen Nebenwirkungen. Gerade bei früher Diagnosestellung und konsequenter Anwendung kann sie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zurückzugewinnen.

Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, ob LAight® für dich infrage kommt.

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Mit freundlicher Unterstützung von:
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KONTROLLE GEWINNEN: NEUE WEGE MIT NEURODERMITIS GEHEN

Den Kreislauf aus Schüben und Akuttherapie durchbrechen

Entzündete, juckende und schmerzhafte Haut – auf einen wiederkehrenden Neurodermitis-Schub folgt meist eine topische Therapie, kurzfristige Besserung, dann geht alles wieder von vorn los. Der Kreislauf aus akuten Schüben und vorübergehender Linderung durch Akuttherapien kann frustrierend und belastend sein. Sorge und Unsicherheit, wann der nächste Schub kommt, werden zum ständigen Begleiter. Du hast Neurodermitis und dieser ewige Kreislauf ist dir wohlbekannt? Dann wird es Zeit, dass du dich über neue Wege im Umgang mit der quälenden Hauterkrankung informierst. Denn Tatsache ist, dass es mit neuartigen systemischen Therapieansätzen gelingen kann, die Neurodermitis dauerhaft zu kontrollieren und Hauterscheinungen sowie Juckreiz in die Schranken zu weisen.

Moderne Therapie sorgt für neue Perspektiven

Eine wichtige Tatsache vorweg: Bei Neurodermitis handelt es sich um eine Hauterkrankung, bei der sich das vielschichtige Entzündungsgeschehen nicht nur in der Haut abspielt, sondern innerhalb des Körpers im Immunsystem. Daher wird Neurodermitis zu den Systemerkrankungen gezählt. Moderne Therapieoptionen haben innovative Wirkmechanismen, die im Gegensatz zu äußerlichen (topischen) Anwendungen von innen (systemisch) wirken. Sie zielen nicht nur darauf, die akuten Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursache, das Entzündungsgeschehen, zu kontrollieren, indem sie gezielt auf das Immunsystem einwirken. Neben den Beschwerden lassen sich so auch Häufigkeit und Intensität der Schübe langanhaltend reduzieren. Biologika und JAK-Hemmer zählen zu diesen modernen innovativen Therapieoptionen. In der Regel zeigen sie eine gute Verträglichkeit, und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sorgen dafür, dass mögliche Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

BIOLOGIKA

Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem eingreifen. Sie blockieren einzelne entzündungsfördernde Botenstoffe und unterbrechen so den Entzündungsprozess. Biologika werden als Injektion unter die Haut verabreicht und können bei guter Verträglichkeit langfristig eingesetzt werden.

JAK-HEMMER

JAK-Hemmer zählen zu den sogenannten „Small Molecules“, kleinen Molekülen. Sie binden an die sogenannten  Januskinasen (JAK). Diese Enzyme sind an der Weiterleitung von Entzündungssignalen in das Innere von Immunzellen beteiligt. Die Signalweiterleitung wird verhindert und der Entzündungsprozess kann anhaltend unterbrochen werden. JAK-Hemmer werden als Tabletten eingenommen und können auch langfristig angewendet werden, um neue Neurodermitis-Schübe möglichst zu verhindern.

Jetzt beginnen: Umdenken bei Neurodermitis

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Umdenken bei Neurodermitis und zu einer langfristigen Behandlungsstrategie ist das Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen. Gemeinsam lassen sich alle Fragen klären: Es kann entschieden werden, ob und welche systemische Therapie zu dir passt und ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden. Die Initiative „Neurodermitis? Wen juckt’s?“ bietet dir mit dem Alltags-Check unter www.neurodermitis-wen-juckts.de Unterstützung für die gezielte Vorbereitung auf dein nächstes Arztgespräch. Nimm es in die Hand und entdecke neue Wege im Umgang mit deiner Neurodermitis.

Mit freundlicher Unterstützung von:
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Quelle: S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023), verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (Zugriff: 11.04.2025).

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